Epilog.
vom Geist des Roscius gesprochen[24].
Der Dichter dankt den Gönnern für die Huld,
Für ihre Nachsicht und Geduld,
Und wünscht nicht ganz den Endzweck zu verfehlen.
Könnt er sich selbst den schönsten Preis erwählen;
So würde dieser Lohn der frohe Beyfall seyn.
In diesem Wunsch schließt jeder Wunsch sich ein.
Ein Dichter wandelt stäts in seiner Lieblingssphäre,
Er sucht Unsterblichkeit und Ehre.
Doch oft, sehr oft betrügt ihn nur ein süsser Wahn,
Denn auch die Bücher sind dem Glücke preisgegeben.
Selbst Meisterstücken raubt der Neid oft Ruhm und Leben,
Und lacht aus Eigensinn die Mißgeburten an.
Oft ist die Nachwelt erst gerechter.
Ein Werk, auf dem schon dreist die Motte kriecht,
Rächt erst die Zeit, und bringt es an das Licht.
Ihm zeugen weisere Geschlechter
Beschützer, Gönner, und Verfechter.
Genug, mein Mährchen ist nun ganz erzählt.
Sagt laut, was Euch davon behaget, und mißfällt;
Erinnert Euch auf das, was Euch belehren könnte;
Sprecht frey, wo mein Gesang Euch unharmonisch tönte.
Behauptet dieser Stoff sey übel ausgewählt;
Zeigt euren ganzen Haß; laßt eure Galle glüen!
Zergliedert meinen Bau zu kleinen Rapsodien;
Denn Lob und Tadel steht in eurer freyen Wahl;
Doch wünscht zur Phantasie nur kein —— Original!
Ende.