1. Vorbereitungen.

Wenn Sie, schöne Leserin, nunmehr mit sich einig geworden sind, daß nach allem, was hier ausgesprochen ist, der Damenreitsitz für Sie noch gewiß der praktischste und – ästhetischste ist, so treffen Sie Ihre Vorbereitungen. Wählen Sie Ihren Reitlehrer, studieren Sie, bitte, bitte, dieses Buch – Sie dürfen auch ein anderes nehmen, ich bin nicht eifersüchtig – recht eingehend, damit Sie in den Geist der Reitkunst ein wenig eindringen, – geben Sie Ihre Toilette in Auftrag. Für die einsamen Lektionen in der Bahn wird sich wohl vorläufig etwas aus Vorhandenem zusammenstoppeln lassen – und ziehen Sie es an. Vergessen Sie auch das notwendige neue, feste Arrangement des Haares nicht und setzen Sie den für die Bahn bestimmten Hut auf. Es braucht kein Zylinder zu sein, vielleicht ein steifer Filzhut, wie ihn die Herren tragen. Sie müssen sich einmal erst zu Fuß an alle diese Neuerungen gewöhnen, damit Sie zu Pferde davon nicht verwirrt werden. Sodann leihen Sie sich einen Damensattel und ein Kopfzeug aus. Den Sattel schnallen Sie auf irgend einem Bock fest – aber ja recht fest, – die Kandare befestigen Sie etwa 1 Meter vor demselben, so daß Sie die Zügel bequem handhaben können.

Nun rate ich Ihnen, einige Tage lang auf Viertelstunden in den Sattel zu steigen, um Ihren Körper an die Haltung auf demselben zu gewöhnen, natürlich nachdem der Bügel passend eingeschnallt ist. Sie werden gleichzeitig dabei sehen, ob Ihr Ajustement auch zweckentsprechend ist, ob nichts drückt oder kneift, ob alles recht bequem ist. In die linke Hand werden Sie dabei die Zügel nehmen, in der Art, wie es im nächsten Kapitel Ihnen mitgeteilt werden wird, – auch würden Sie gut tun, vom Sattel aus mit ruhigem Unterkörper – der Oberkörper darf nach allen Seiten bewegt werden – Ball zu werfen, wobei natürlich die Hauptsache ist, den Ball wieder aufzufangen. Die Zügel werden während des Ballspiels selbstverständlich fortgelassen. Wenn Sie in dieser Weise Ihre praktischen Studien beginnen, werden Sie in ruhig fortschreitender Weise sich bald einen guten und sicheren Reitsitz ohne besondere Unbequemlichkeiten angewöhnt haben.