7. Die Wendungen.

Die Wendungen werden auf der Stelle und im Gange ausgeführt. Die Wendungen auf der Stelle können auf der Vorhand, auf der Mittelhand oder auf der Hinterhand geschehen. Die Wendung geschieht auf der Vorhand, wenn das Pferd sich so dreht, daß Mittel- und Hinterhand einen Kreisbogen um das Pivot der Vorderbeine beschreiben, – auf der Mittelhand, wenn der Drehpunkt unter der Reiterin, und auf der Hinterhand, wenn er zwischen den Hinterbeinen liegt. Um das Pferd im Stand die Wendung auf der Vorhand machen zu lassen, versammelt man dasselbe, die Zügelfaust bleibt in ihrer Lage, während zur Wendung links die Reitpeitsche, zur Wendung rechts der Schenkel klopfend wirken. Der Körper verlegt das Gewicht ein wenig nach jener Seite hin, wohin die Wendung erfolgen soll. Die Wendung auf der Hinterhand, die man, wenn sie im Gange ausgeführt wird, kurz Kehrt nennt, ist die für die Praxis anwendbarste. Hierbei wirken der innere Schenkel bezw. die Reitpeitsche nur gegenhaltend, während der äußere Schenkel bezw. die Reitpeitsche durch stärkeres Pressen oder Klopfen das Pferd zum Herumtreten um seine Hinterbeine bewegt, indes die Zügelfaust durch Seitwärtsschieben das Pferd herumführt. Vorbereitet hierzu wird das Pferd durch die Übung des »Schenkelweichens.«

Im Gange macht man die Wendung nicht scharf, sondern in einer Kurve. Die Zügelfaust bewegt sich in der eben beschriebenen Weise, die Last des Oberkörpers neigt sich ein wenig nach der zu wendenden Seite hin, Schenkel und Reitpeitsche wirken, wie oben angegeben, entgegenhaltend bezw. stärker pressend oder klopfend.

Für die Wendung im Galopp sei noch bemerkt, daß das Pferd im Rechtsgalopp nur rechts, im Linksgalopp nur links gewendet wird. Will die Reiterin, welche meist nur Rechtsgalopp reitet, die Linkswendung machen, so muß sie zuerst das Pferd zum Schritt parieren und nach ausgeführter Wendung wieder in den Rechtsgalopp einsprengen, oder die Wendung (im Renversgalopp) in ziemlich großer Kurve ausführen.