Im linken Chorschiff.
An der Wand des romanischen Querschiffes das Altarblatt, des nach der Türkeninvasion errichteten alten barocken Hauptaltares, ein großes Gemälde von Rottmayr, die Krönung Mariens darstellend.
Zu den schönsten Kunstüberresten nicht bloß des Stiftes sondern des Mittelalters überhaupt gehören die gemalten Glasfenster des gothischen Chores, die in den oberen Partien dem Ende des 13. Jahrhunderts angehören.
Die Farben der Fenster sind von wunderbarer Tiefe und Kraft, die Zeichnung der Figuren einfach und strenge, die romanischen Kunstformen entlehnten Ornamente sind im hohen Grade elegant und vollendet. Die Figuren in den Fenstern stellen dar, u. zw. die alten in dem linken Fenster des Chorabschlusses von oben nach unten: Zacharias, Habakuk, Samuel; die neuergänzten: Abraham, Joachim, Josef. Im rechten Seitenfenster ebenso: Vitus, Hippolytus, Mauritius; die neuergänzten: Ephraim, Augustinus, Gregorius. Das mittlere Fenster ist gänzlich restaurirt. Die Figuren nach Zeichnung des Professors Klein stellen von oben nach unten je vier Apostel, Märtyrer, Bekenner und Jungfrauen dar.
Von edler Wirkung sind die beiden Altäre
- Der Benedictialtar, die Statue von Bildhauer Erler; besonders schön ist die Einfügung des Heiligenscheines in das rückwärts angebrachte Fenster.
- Der Altar des heiligen Leopold, des Stifters. Die Statue von Bendel. Beide Altäre sind 1890 gebaut.
Im Chorabschluß.
- Im Prospect des linken Seitenschiffes erhebt sich an der Mauer des Chorabschlusses der Bernhardialtar 1894 erbaut. Auf einem Unterbau aus rothem und weißem Salzburger Marmor erhebt sich der reiche Aufbau aus Goldbronce. Unter dem Baldachin steht die vom Bildhauer Beyer modellirte Statue des Heiligen. Links und rechts von demselben Künstler entworfen: Darstellungen aus dem Leben des Heiligen (Hautereliefs) u. zw.: Aufnahme in das Kloster, Bekehrung Herzogs Wilhelm von Aquitanien, die Kreuzzugpredigt zu Speier und eine Vision Mariens.
- In der Mitte des Chorabschlusses vor dem großen gänzlich restaurirten Chorfenster steht der Kreuzaltar, der zugleich als Speisealtar dient. Ueber der Kreuzigungsgruppe im Giebelfeld der Pelikan, der seine Jungen mit eigenem Blute nährt, — ein Symbol des Altarsacramentes.
- Das Gegenstück zum Bernhardialtar ist der ebenfalls 1894 aufgeführte Marienaltar mit der heiligen Maria als Himmelskönigin. Die Reliefs stellen dar: Geburt Christi, Anbetung der heiligen drei Könige,Pietà und Tod Mariens. Der figurale Theil ist ebenfalls von Beyer.
Im rechten Chorschiff.
Im selben Styl und zu gleicher Zeit (1890) sind:
- der Josefsaltar und
- der Altar des heiligen Stefan gebaut. Die Statuen beider Altäre sind von Erler. Beachtenswerth ist auch die schöne Anordnung der Altäre rechts und links: Links der Heilige Benedict, der Verfasser der Regel für die abendländischen Mönchsorden, rechts der heilige Stefan, der Verfasser der charta charitatis, der Grund- Constitution des Cistercienser-Ordens, welche der Heilige in der Hand hält; links der heilige Leopold, der Gründer des Stiftes, rechts der heilige Josef, der Patron der ganzen Kirche; links der heilige Bernhard, der größte Heilige des Ordens und rechts die heilige Maria, die Königin aller Heiligen, sowie der gesammten Christenheit; als Abschluß endlich am Kreuzaltar der gekreuzigte Heiland der Menschen.
Auf dem neu — 1875 — gebauten romanischen Musikchor ist die kleine Orgel mit 11 Register aus der Zeit des Abtes Robert (1728-1755) angebracht, darunter sieht man eine frühgothische, jetzt vermauerte Thür, die in die ehemalige Sacristei führte; davor stehen vier romanische Leuchter aus der Gründungszeit des Stiftes. — Der gothische Taufstein mit Broncedeckel wurde unter Abt Edmund (1841-1877) hergestellt.