Der Kaffeeröster und Kaffeezerstößer.

Ich trete in ein großes Gewölbe. An der Wand brennt es in einer Höhle. Ueber dem Feuer steht schief ein irdenes, großbäuchiges und ziemlich enghälsiges Gefäß zur Röstung des Kaffees. Dieser wird von einem Manne mit einem Stäbchen fleißig umgerührt, bis er gar ist. In einer offenen Pfanne würden während des Röstens offenbar mehr kräftige Bestandtheile sich verflüchtigen.

Neben dem Herde nimmt der Mörser seine Stelle ein. Eine runde, tiefe Aushöhlung des Fußwerkes von einer alten Marmorsäule ist er — fest ummauert. Ein Mann beschäftigt sich eigens mit dem Zerstoßen oder Zermörsern des Kaffees. Er handhabt eine große, eiserne Mörserkeule, die durch ihren schweren Fall zermalmt. Dazu musizirt der Arbeiter stöhnend auf echt arabisch bei jedem Plumps. Hat der Kaffee eine mehlichte Beschaffenheit erreicht, so wird er durch ein Sieb gebeutelt. Das Seihsel fällt auf einen platten, großen, fein geflochtenen Strohteller; das Ueberbleibsel im Siebe wird in den Mörser geschüttet, um es aufs neue zu zermalmen. Den letzten Ueberrest betrachtet der Araber als Auswurf; allein leicht kann man hier übervortheilt werden. Der betrügerische Araber rechnet zu jenem gerne solchen Kaffee, den er noch gar wohl benützen kann.

Ein Italiener von meiner Bekanntschaft kauft, um Einiges zu ersparen, unzerstoßenen Mokkakaffee. Er bringt ihn in die Werkstätte. Er muß warten; denn so eben wird für einen andern schon Dastehenden Kaffee geröstet. Nun geht es an den seinigen. Es faßt das irdene Gefäß und bald der Mörser den Kaffee, und für die Röstung und Pülverung bezahlt er eine Kleinigkeit. Fein wie Mehl ist der zermörserte Kaffee.