Der Nargilebediente; die Rauchvirtuosität.

Von den vielen Handwerkern, welche dem Abendlande angehören, dagegen im Morgenlande vergebens gesucht werden, will ich bloß den Kunstgärtner (im strengeren Sinne des Wortes) nennen. Ein Deutscher, dessen erwähnt ward, that sich für einen Gärtner aus, und kannte wirklich einige Gewächse nach ihren lateinischen Namen. Hier aber beklagte er seinen Beruf, weil die Natur ohne Kunsthilfe Alles viel schöner hervortreibe, als es der erfahrungsreiche Gärtner Europas den dortigen Anlagen und Treibhäusern abdringe.

Dem abendländischen Kunstgärtner hält indessen der Morgenländer einen andern Berufsmann entgegen, welchen gerade das Abendland nicht aufzuweisen vermag; ich meine den Nargilebedienten, den Nargileträger. Argile oder Nargile heißt eine Tabakspfeife mit einer Tasche voll Wasser, durch welches der Rauch gesogen wird. Mit drei bis vier Nargilen geht der Gewinnlustige auf der Gasse umher, und erhascht er einen Liebhaber, so stopft er ihm die Pfeife mit Tabak und setzt überhaupt Alles so in Bereitschaft, daß der Rauchlüstling bloß das Mundstück der Pfeife zwischen die Lippen und die Hand in den Geldbeutel schieben darf.

Kaum sättiget man sich an diesem Auftritte, so schreitet ein wohlhabender Morgenländer stattlich daher; schweigsam und treu wie der Schatten folgt ihm ein schwarzer Sklave, welcher die lange, brennende Pfeife seines Herrn trägt. Nun mache ich einen Besuch. Alsbald füllt der Diener oder gar die Dame des Hauses die mit einem bernsteinernen Mundstücke versehene Pfeife und raucht sie an, um sie mir darzubieten. Ich wische das Mundstück hübsch fein ab, und rauche mit der größten Bequemlichkeit. So reicht auch der Diener seinem Herrn immer die angerauchte Pfeife.

Im Rauchen sind die abendländischen Christen, im Vergleiche mit den Morgenländern, gleichsam Stümper. Es ist übrigens für den Reisenden eben nicht unumgängliche Nothwendigkeit, daß er mitrauche. Ich lernte zwar das Rauchen erst auf der Reise, verzichtete darauf jedoch öfter längere Zeit.