Die Grabmale Absaloms, Josaphats und Zachariassen.

Ueberschreitet man die Kidronbrücke, und hält man am Fuße des Oelberges stille, so wird man staunend den Blick gegen Morgen auf Denkmale heften, die sich aus der grauen Vorzeit so gut erhalten haben, als die Pyramiden und Obelisken Egyptens. Es sind die Grabmale Absaloms, Josaphats und Zachariassen.

Das Grabmal Absaloms ist zum Theil aus dem Felsen gehauen; der thurmähnliche Aufsatz dagegen besteht aus Mauerwerk. Im Widerspruche mit der Ueberlieferung aber wurde, nach Flavius Josephus, zwei Stadien von Jerusalem dem Absalom eine marmorene Säule errichtet. Das Grabmal Josaphats, ein einziger, aus dem Felsen gehauener Stein, stellt ein kleines Häuschen vor. Schutt füllt fast das ganze Innere, welcher mit einem so geringen Aufwande wegzuschaffen wäre, und der mehr ein Denkmal auf die Trägheit der Zeitgenossen, als das Denkmal eines Verstorbenen zu sein scheint. Unverantwortlicherweise hält man es nicht einmal der Mühe werth, dasjenige recht zu betrachten, was die Urväter mit Anstrengung und Sorgfalt ausgearbeitet hatten. Nahe dem Grabmale Josaphats liegt jenes des Zacharias und an der westlichen Abdachung des Oelberges überhaupt eine Menge gehauener Grabhöhlen und jüdischer Grabsteine. Diese sind unförmliche Grabdeckel, höchstens an ihrer Oberseite glatt gemeißelt und mit einer hebräischen Grabschrift versehen.

Kenner stimmen mit einander nicht überein, ob die Grabmale Absaloms, Josaphats und Zachariassen wirklich jüdische seien. So lange dieser Hauptstreit nicht geschlichtet ist, bleibt es unerheblich, das erste, zweite oder dritte Denkmal nach Absalom, Josaphat oder Zacharias zu nennen. Niemand aber bezweifelt ihr hohes Alterthum.