Die Grabhöhle der Maria.

Hinweg durch das Stephansthor, vorbei am Stephansplatze, vorwärts über die kleine, steinerne Brücke des Kidrons, — und man sieht gleich linker Hand den Eingang in eine Höhle. Siebenundvierzig Stufen von glattem Marmor leiten in ihre Tiefe. Es ist die Grabhöhle unserer lieben Frau, ihres Gemahls und ihrer Mutter. Eine Menge Blendwerk, Goldleuchter, geschliffene Steine der Kapelle verkümmern den Gedanken an eine natürliche Höhle. Eben lasen die griechischen Priester ihre Messe. Das Näselnde der Stimme widerte mich in hohem Grade an. Noch am widerlichsten näselte ein Knabe das Kyrie (Herr). Ich habe am Gottesdienste wenig Ernst, wenig Würdigkeit zu rühmen.

Hart an Mariens Grabhöhle stößt eine Höhle der Lateiner, worin die Apostel geschlafen haben sollen. Sie bildet den schroffesten Gegensatz der erstern: einfach und glanzlos.

Ueber der Marienhöhle stand in ältern Zeiten eine Kirche, bekannt unter dem Namen Marienkirche.