A. Das Thal mit der Inselquelle.

Westlich von der Stadt entfaltet sich ein weites reizendes Wiesenthal, welches rechts von steilen, mit Eichenlaub bekleideten Anhöhen, links mit flach abgedachten, teils mit Nadelholz, teils mit Ackerland bedeckten Bergen umgeben ist. Eine schöne Chaussee durchschneidet dies nach der Warche benannte Thal in grader Richtung, von welcher unmittelbar vor der Stadt ein nach der Inselquelle führender Weg rechts abgeht. Der Pouhon des Iles, auf deutsch die Inselquelle, ist die wichtigste der Malmedyer Quellen. Man findet sie 5 Minuten westlich von der Stadt. Vor mehr als 60 Jahren ist sie mit einer Steinfassung umgeben worden, wodurch sie aber nur teilweise vor dem Eindringen des wilden Wassers und vor Verunreinigung geschützt war. Erst im Jahre 1870, nachdem die Untersuchung des Wassers ihre Ebenbürtigkeit mit den Quellen von Spa festgestellt hatte, erhielt die Quelle eine würdige Fassung. Auf den Rat des Aachener Bade-Inspektors Dr. B. M. Lersch wurde ein 15 Meter tiefes Bohrloch angelegt, und aus dieser Tiefe erhebt sich jetzt das Wasser stoßweise in zwei eisernen Röhren. Ueber der Quelle ist ein neues, einfaches Brunnenhaus errichtet.

Ganz in der Nähe fließt auch ein reines Wässerchen, die Quirinusquelle, die früher für alaunhaltig und heilsam galt. Hinter dem Brunnenhause gelangt man in den Wald, der die Anhöhe bedeckt. Verfolgt man den steilaufwärts sich erhebenden Fußpfad, so gelangt man nach wenigen Minuten in einen schattigen, mitten auf dem Bergrücken verlaufenden Waldweg, von dem aus man eine herrliche Aussicht über das ganze Thal genießt. In einer halben Stunde erreicht man wieder die Chaussee, auf welcher man zur Stadt zurückkehrt. Es ist dies die Straße, welche von Stavelot nach Malmedy führt, an welcher sich auch das Zollamt befindet. Sie wird viel von belgischen Touristen, besonders Radlern und Radlerinnen, benutzt.

Eine andere sehr beliebte Promenade in diesem Thale führt nach dem Felsen, der sich hinter dem Dorfe Falize erhebt, von dessen Gipfel aus man den Lauf der Warche durch das Thal weithin verfolgen kann. Das Besteigen des Grauwackekolosses ist allerdings nicht ganz mühelos.