De 10. Psalm.

1. HErr, warum steihst Du so fern, warum verbargst Du Di to de Tied vun de Not? Klagel. 3, 56.

2. So lang de Gottlose Övermoth drieven deiht, mutt de Elende lieden. Se fangt sik in Plans, de de annern utsunnen.

3. Denn de Gottlose rühmt sik mit sin Mothwillen, un den Bedreger segent he un verachtet den HErrn.

4. De Gottlose is so stolt un tornig, dat he na nüms fragen deiht; in all sin Tücken hollt he GOtt vör nicks.

5. He fahrt fort mit sin Dohn ümmerlos, Dine Gerichte sünd wiet vun em, he handelt trotzig mit all sin Fiende. Ezech. 12, 27. Amos. 6, 3.

6. He sprickt in sinen Harten: Ik warr nümmermehr dal liggen, vun Geschlecht to Geschlecht hett dat mit mi keen Not.

7. Sin Mund is vull vun Fluchen un Falschheit un Bedregerie, sin Tung richtet Unfug un Unheil an. Röm. [3, 14.]

8. He sitt un luert up de Höf, he sleit de Unschuldigen heemlich dod, sin Ogen luert up de Flauen.

9. He luert in dat Versteek, as en Löw in sin Höhl, he luert, dat he den Unglücklichen griepen deiht, wenn he em in sin Nett tofaten krigt. Ps. [37, 32.]

10. He duckt sik dal un buckt sik un stött den Armen mit Gewalt to Eer.

11. He sprickt in Sin Hart: GOtt hett dat vergeten, He hett Sin Angesicht versteken, He ward dat nümmermehr gewahr. Hiob. 22, 13. Ps. [94, 7.]

12. Stah up, HErr GOtt, hev Din Hand up, vergeet de Elenden nich!

13. Warum schall de Gottlose GOtt lästern, un in sin Hart spreken: Du fragst nich darna?

14. Du sühst doch, denn Du seegst dat Elend un den Jammer, dat steiht in Din Hand, de Armen befehlt Di dat, Du büst de Weisen ehr Helper. Ps. [68, 6.]

15. Brek den Gottlosen sin Arm entwei un sök dat Böse, so ward man sin gottlos Wesen nich mehr finnen. Ps. [37, 10.] [36.]

16. De HErr is König ümmer un ewiglich, de Heiden möt ut Sin Land umkamen. Ps. [29, 10.] [146, 10.] Jer. 10, 10.

17. De Elenden ehr Verlangen hörst Du, HErr, Du makst ehr Hart gewiß, dat Din Ohr darup marken deiht,

18. Dat Du Recht schaffen deihst de Weisen un de Armen, dat de Minsch nich mehr trotzen schall up de Eer.