1. Aus dem Nawadir el chodscha nasr ed-din effendi dschoha
[339.] Nawadir, S. 2 (Basset RTP, XVI, S. 458); Buadem, Nr. 84; Tréfái, Nr. 124; Serbisch, S. 80 ff.; Kroatisch, S. 51.
Als älteste Version nennt Basset am angegebenen Orte eine Erzählung al Masudis[15] in den Prairies d’or, Paris, 1861 ff., V (Basset schreibt VII), S. 390 ff. von einem Araber der Wüste und von Haddschadsch, dem Feldherrn Abdulmeliks (685–705); vgl. aber auch Bar-Hebraeus, S. 151, Nr. 602.
[340.] Nawadir, S. 2 (RTP, XVI, S. 459).
[341.] Nawadir, S. 2 (RTP, XVI, S. 459); Buadem, Nr. 85; Tréfái, Nr. 125; Serbisch, S. 81; Kroatisch, S. 48.
Fourberies, S. 17.
[342.] Nawadir, S. 2 (RTP, XVI, S. 460); Buadem, Nr. 92; Tréfái, Nr. 126; Fourberies, Nr. 1; Serbisch, S. 84; Kroatisch, S. 59 ff.
Fourberies, S. 17; Tréfái, S. 13.
Roda Roda, S. 154.
[343.] Nawadir, S. 2 (RTP, XVI, S. 460); Buadem, Nr. 93 und 132; Serbisch, S. 84; Kroatisch, S. 40.
Die Schnurre kehrt im Nuzhat al udaba, in zwei Fassungen wieder, von denen eine auf Dschoha bezogen ist (Basset in der RTP, XV, S. 673 und im Keleti Szemle, I, S. 222).
Vgl. dazu folgende Stelle im Roger Bontemps en Belle humeur, Cologne, 1670, S. 357:
Or un certain Seigneur du pays de Bretagne en avoit un (bouffon) le plus plaisant qui se pouvoit rencontrer, non seulement en ses actions, mais aussi en reparties: un jour l’ayant envoyé de Paris à Lion pour aller resiouir un sien Cousin qui estoit malade, passa par une ville où l’on faisoit garder les portes à raison de la contagion. Le Capitaíne le voyant asses bien montré, se voulut informer qu’il estoit, et d’où il venoit; c’est pourquoy il luy demanda: Monsieur où allés vous maintenant? Monsieur, respondit le bouffon, il le faut demander à ma beste, c’est elle qui me meine.
[344.] Nawadir, S. 2 (RTP, XVI, S. 461); Tréfái, Nr. 127; Fourberies, Nr. 8.
[345.] Nawadir, S. 3; Tréfái, Nr. 128. Von Giufà: Gonzenbach, I, S. 51 ff.; Pitrè, III, S. 366, Nr. 9 und 378; Crane, S. 297. Von Dschahan: Ilg, II, S. 44, Nr. 93.
Gonzenbach, II, S. 228; Pitrè, III, S. 376; Crane, S. 380; Fourberies, S. 18; Köhler-Bolte in der ZVV, VI, S. 73; Köhler, I, S. 99 und 341.
Merkwürdigerweise nirgends erwähnt finde ich die Fassung des Kathá Sarit Ságara, II, S. 77; weiter seien genannt die letzte Erzählung des Sackful of News, (Hazlitt, II, S. 187; dazu Clouston, Noodles, S. 97 ff.), Merkens, III, S. 142, Nr. 140, Böhm, Lettische Schwänke, S. 44 (dazu S. 117) und Frison, Contes et légendes de Basse-Bretagne, Nr. 66 in der RTP, XXII, S. 404 ff.
In vielen Überlieferungen klettert der oder die Dumme, oft auch ein Mann mit seiner dummen Frau, auf einen Baum; es kommen Diebe, die dort ihre Beute teilen wollen, und die suchen, als schließlich die Tür von oben auf sie herunterfällt, das Weite, indem sie alles zurücklassen. Zu dieser Art Erzählungen gehören auch die meisten der an den oben angeführten Stellen beigebrachten Varianten, wozu noch kommen F. M. Luzel, Contes populaires de Basse-Bretagne, Paris, 1887, III, S. 396 ff., P. Sébillot, Contes et légendes de la Haute-Bretagne, Nr. 96 in der RTP, XXIV, S. 142 ff., Pitrè, Novelle popolari toscane, S. 186 ff. (von Giucca matto) und S. 193, R. Forster, Fiabe popolari dalmate, Nr. 13 im Archivio, X, S. 313 ff., Ilg, II, S. 37 ff. und Merkens, I, S. 204 ff., Nr. 247; vergl. auch Archiv für slavische Philologie, XXII, S. 309. In dem Märchen, wozu Cosquin, I, S. 241 ff. die in Rede stehenden Züge bespricht, ist das Mitnehmen der Tür anders motiviert; ebenso bei J. Fleury, Litterature orale de la Basse-Normandie, S. 161 ff., bei Jacobs, English Fairy, Tales, S. 28 ff. (s. auch S. 231) und bei demselben, More English Fairy Tales, S. 10 ff. (s. auch S. 220 ff.). Eine Kuhhaut fällt auf die teilenden Diebe bei Luzel, III, S. 414 ff. und 427 ff. und bei Carnoy, Littérature orale de la Picardie, S. 192 ff. (s. Cosquin, II, S. 225 ff.); in den Folk Tales from Tibet, von W. F. O’Connor, S. 35 ff. genügt es, daß der auf dem Baume sitzende einen Anteil an der Beute verlangt, um die Diebe zur Flucht zu veranlassen. Ähnliche Geschichten bringen Cosquin, II, S. 108 ff., 112 ff. und 115, ferner Andrews, Contes ligures, S. 90 ff., Monnier, S. 238 ff. und Ilg, II, S. 5 ff. Zu dem Motive von der Verscheuchung der Diebe vgl. weiter die Nrn. 428 und 446.
[346.] Nawadir, S. 3 (RTP, XVII, S. 36).
Die Geschichte stammt aus Bar-Hebraeus, dessen 615. Facetie (S. 154) lautet:
When another silly man was cracking an almond the kernel slipped away out his hands, and he said, »Glory be to Thee, O God, for even the kernel of the almond trieth to escape death.«
[347.] Nawadir, S. 4 (RTP, XVII, S. 92 ff.).
Fourberies, S. 18 ff.; Hartmann, S. 50.
Diese Fassung des weitverbreiteten Motives von der Vertauschung eines Toten gegen einen Hammel stimmt so ziemlich mit Fourberies, Nr. 21 überein. Seine anscheinend älteste Form steht in der Sprichwörtersammlung Maidanis (Arabum proverbia, I, S. 403) und ist in al Kaljubis Nawadir, übergegangen; sie lautet nach Bassets Übertragung in der RTP, XV, S. 41:
Man erzählt, daß Dschoha bei Tagesanbruch aus dem Vorraum seines Hauses gekommen und über einen Leichnam gestolpert ist, der dort lag; er warf ihn in einen Brunnen. Sein Vater zog den Toten, als er davon erfuhr, heraus und begrub ihn; dann erwürgte er einen Hammel und warf ihn in den Brunnen. Die Verwandten des Toten begannen die Straßen Kufas zu durchstreifen und nachzuforschen. Dschoha sah sie und sagte zu ihnen: »Der Leichnam ist in unserm Brunnen.« Sie gingen hin und ließen ihn hinabsteigen, damit er den Leichnam heraufbringe. Als er unten war, rief er: »Hatte der Tote Hörner?« Alle lachten und gingen weg.
Zu der arabischen Variante aus Tunis, die als Nr. 383 wiedergegeben ist, und zu ihrem augenscheinlich verdorbenen berberischen Gegenstücke, der Nr. 415, gibt es zahlreiche Parallelen, darunter, wie Basset bemerkt, noch eine Dschohageschichte bei Mornand, La vie arabe, Paris, 1856, S. 117, in die ebenso wie in die tunisische Erzählung das noch zu besprechende Motiv des Wurstregens verwoben ist, und eine von Abu Nuwas bei Pharaon, S. 182 ff.; von einem Ungenannten erzählt Rivière in dem Recueil de contes populaires de la Kabylie du Djurdjura, Paris, 1882 ff.: La tête d’un cheik,[16].
Das Motiv ist wie so viele andere mit Dschoha verknüpfte nach Sizilien übergegangen; man vergleiche die als Nr. 430 mitgeteilte Giufàerzählung samt ihren Varianten. Sicherlich auch dem Volksmunde nacherzählt ist die 21. Novelle Morlinis (meine Ausgabe S. 82 ff.), die bei Straparola die 4. Novelle der 8. Nacht bildet.
Um den Leichnam eines jungen Mädchens, der mit einer Ziege vertauscht wird, handelt es sich in zwei Versionen, die Cosquin, II, S. 182 ff. zitiert, einer afghanischen bei Thorburn, Bannú or Our Afghan Frontier, London, 1876, S. 207 ff. und einer indischen bei Minaef, Indeiskija skasky, St. Petersburg, 1877, Nr. 15; hierher gehören noch Swynnerton, S. 178 ff. und P. Sébillot, Contes de la Haute-Bretagne, Nr. 45 in der RTP, XII, S. 51 ff. Vgl. noch Clouston, Noodles, S. 152 ff., Böhm, Lettische Schwänke, S. 44 ff. und 117, Sébillot in der RTP, VII, S. 704 und Chauvin, VI, S. 126.
In einem Märchen bei Cosquin, II, S. 317 ff. erzählt ein Mann seiner Frau, um sich zu vergewissern, ob sie ihn an den Galgen bringen würde, er habe seinen Gesellen getötet und ihn im Walde verscharrt; die Frau plaudert, und die Obrigkeit erfährt von der Sache, und als an dem Platze im Walde nachgegraben wird, findet man den Kadaver eines Schweines. Unter den vielen Varianten, die Cosquin anführt, sind mehrere, wo der Mann mit dieser Täuschung der Frau den Zweck verfolgt, die Richtigkeit der einen der ihm von seinem Vater erteilten drei Lehren zu erproben; dazu vgl. Mussafia, Über eine altfranzösische Handschrift der k. Universitätsbibliothek zu Pavia, Wien, 1870, S. 68 und Köhler, II, S. 402 ff. Dieser Zug, in dem ich eine Reminiszenz an das Dschohamotiv Maidanis usw. sehn möchte, findet sich auch in den zahllosen Bearbeitungen des Motivs von dem besten Freunde, dem Hunde, und dem ärgsten Feinde, der Gattin, wovon hier nur das 124. Kapitel der Gesta Romanorum, (in Österleys Ausgabe) und das 423. Stück von Paulis Schimpf und Ernst, genannt seien, und schließlich rudimentär auch in den Geschichten von der Freundesprobe, wozu Chauvin, IX, S. 15 ff. zu vergleichen ist.
[348.] Nawadir, S. 6 (RTP, XVII, S. 94 ff.); Mardrus, S. 96 ff.; Fourberies, Nr. 4; Buadem, Nr. 100; Tréfái, Nr. 132; Serbisch, S. 87; Kroatisch, S. 58.
Vgl. Horn, S. 71, wo die Schnurre bei Zakani und in dem Mesnewi, von Dschelaleddin Rumi nachgewiesen wird; nach Dschami erzählt Clouston, Flowers, S. 80, nach dem Mesnewi, (zit. Ausg. S. 364 ff.) Kuka, S. 97 ff.
[349.] Nawadir, S. 6 (RTP, XVII, S. 96); Buadem, Nr. 101; Serbisch, S. 87; Kroatisch, S. 56.
Über den Prangerritt der Ehebrecherin usw. vgl. man die 2. der pseudoplutarchischen Quaestiones graecae, (über die Ὀνοβάτις von Cumae), eine Stelle bei Stobaeus über die Pisidier, zitiert bei Alexander ab Alexandro, Geniales dies, Lugduni Batavorum, 1673, II, S. 862, Österley, Baitál Pachisi, Leipzig, 1873, S. 66 und Liebrecht, Zur Volkskunde, Heilbronn, 1879, S. 386 ff., 429 und 509.
[350.] Nawadir, S. 6 (RTP, XVII, S. 148).
Seine Nachweisungen in den Fourberies, S. 21 hat Basset anläßlich der Übertragung dieser Erzählung ergänzt.
Vgl. auch mein Mönchslatein, S. 223 ff., Lee, The Decameron, S. 191 ff. und Ispirescu, S. 37 (Magazin, XCVI, S. 580).
[351.] Nawadir, S. 7 (RTP, XVII, S. 480).
Fourberies, S. 22; Basset in der RTP, XVII, S. 480.
Siehe weiter Bolte, Die Singspiele der englischen Komoedianten, Hamburg und Leipzig, 1893, S. 18, Euphorion, XV, S. 12, Lee, The Decameron, S. 203 ff. und Chauvin, VIII, S. 39.
[352.] Nawadir, S. 8 (RTP, XVII, S. 149).
[353.] Nawadir, S. 8 (RTP, XVII, S. 149).
Vgl. folgende persische Erzählung bei Kuka, S. 210:
A man who was given to jesting, and who would not give up his habits even when he became old, was one day admonished by his neighbours and acquaintances, who said to him: »You had better turn your thoughts towards prayers and repentance; now is not the time for you to joke and jest. Devote your leisure hours to hearing the Hadees read.« He replied: »Rest assured, gentlemen, I have not neglected the traditions. I have heard many.« »Well, narrate to us one of them,« said they. He rejoined: »I have heard from Náfa’a, son of Yareed, that our Prophet used to say that there are two qualifications which every one ought to acquire if he wants to obtain happiness both in this world and in the next.«
Here our wag paused for a very long time.
»Aye, but tell us what are those two qualifications?« asked the men. »Oh, the narrator, my friend Náfa’a, had forgotten one of them,« replied the wag, »and I have forgotten the other!«
[354.] Nawadir, S. 9 (RTP, XVII, S. 152).
[355.] Nawadir, S. 9 (RTP, XVII, S. 151).
[356.] Nawadir, S. 9 (RTP, XVII, S. 153); siehe oben Nr. 11.
[357.] Nawadir, S. 11 (RTP, XVII, S. 485).
[358.] Nawadir, S. 12 (RTP, XVIII, S. 138).
Vgl. eine Erzählung im Fakihat al hulafa, von ibn Arabschah bei Chauvin, II, S. 196, Nr. 22 (dazu S. 213, Nr. IV) und Lidzbarski, Geschichten und Lieder, S. 158 ff.; nicht ohne Bezug ist wohl auch Pauli, Nr. 140.
[359.] Nawadir, S. 12 (RTP, XVIII, S. 213).
[360.] Nawadir, S. 12 (RTP, XVIII, S. 213).
[361.] Nawadir, S. 12 (RTP, XVIII, S. 214).
Kuka, S. 164:
A desert Arab was present at the dinner table of one of the Caliphs. The dish of »Faloodeh« pleased him so much that he began to stuff himself with it, not caring to taste any of the other viands. One of those who were present said to him: »Don’t eat too much of this Faloodeh, or it will be the death of you.« The Arab withdrew his hand from the dish, remained thoughtful for a while, and then saying to the men present, »I bequeath to you the care of my family,« again fell to the dish with renewed vigour.
[362.] Nawadir, S. 13 (RTP, XVIII, S. 216 ff.); Fourberies, Nr. 15.
[363.] Nawadir, S. 16 (RTP, XVIII, S. 218 ff.).
Esel (Kalb etc.) an der Stelle des Ehebrechers: Cent nouvelles nouvelles, n. 61 mit ihren Ableitungen Recueil, 1555, S. 221 ff., n. 72 = Aventures, 1556, S. 251 ff., n. 75 (statt 74) und Malespini, Ducento novelle, Venetia, 1609, II, Bl. 220a ff., n. 61; A. v. Keller, Erzählungen aus altdeutschen Handschriften, Stuttgart, 1855, S. 306 ff.; Gastius, Convivales sermones, II, S. 99 ff. = Melander, Jocoseria, I, S. 41 ff., Nr. 35 = deutsch, I, S. 23 ff., Nr. 20[17]; Domenichi, 1562, S. 53 ff. = 1581, S. 64 ff.; Chauvin, VII, S. 171; Die Çukasaptati, (Textus simplicior), übers. v. R. Schmidt, Kiel, 1894, S. 47 und dazu Benfey, Pantschatantra, Leipzig, 1859, I, S. 144.
Kombiniert mit andern Zügen findet sich das Motiv in den Fabliaux Des tresces, und De la dame qui fist entendant son mari qu’il sonjoit, bei Montaiglon-Raynaud, Recueil des Fabliaux, Paris, 1872 ff., IV, S. 67 ff. und V, S. 132 ff. (dazu Bédier, Les Fabliaux, 2e éd., Paris, 1895, S. 193 ff.), in Kellers Erzählungen, S. 310 ff.: Der pfaff mit der snuer, und S. 324 ff.: Ain spruch von ainer frawen, die ain pfaffen bulett, und wie vil sy irnn man unglicks anlegett, in einem Gedichte Herrants von Wildonie, Der verkerte wirt, in v. d. Hagens Gesammtabenteuern, II, S. 333 ff. (dazu S. XLII ff.) und bei Lambel, Erzählungen und Schwänke, Leipzig, 1872, S. 191 ff. und in dem Spruchgedichte Hans Sachsens Der pawer mit dem zopff, I, S. 480 ff. (dazu L. A. Stiefel in den Hans Sachs-Forschungen, Nürnberg, 1894, S. 124 ff.).
[364.] Nawadir, S. 16 (RTP, XVIII, S. 219); Buadem, Nr. 107; Serbisch, S. 90; Kroatisch, S. 59.
[365.] Nawadir, S. 17 (RTP, XVIII, S. 351); Fourberies, Nr. 27; Buadem, Nr. 108; Serbisch, S. 90; Kroatisch, S. 51 ff.
Fourberies, S. 28; Basset im Keleti Szemle, I, S. 223, Nr. 27 (Nuzhat al udaba‚). Zu Hammers Übertragung der betreffenden Geschichte des Nuzhat al udaba im Rosenöl, II, S. 308 vgl. Bassets Bemerkung in der RTP‚.
[366.] Nawadir, S. 17 (RTP, XVIII, S. 347).
[367.] Nawadir, S. 17 (RTP, XVIII, S. 347); Buadem, Nr. 109; Serbisch, S. 91.
[368.] Nawadir, S. 18 (RTP, XVIII, S. 348).
Dieselbe Geschichte steht schon bei Bar-Hebraeus, S. 111, Nr. 49, wo ein Poet zu einem Geizhals sagt: »Wouldst thou have me whilst I am eating one morsel to stand up and bow the knee, and then take another?«
[369.] Nawadir, S. 18 (RTP, XVIII, S. 348 ff.).
[370.] Nawadir, S. 40 (RTP, XIX, S. 312); Serbisch, S. 98.
Die Schnurre ist viel älter als Nasreddin; sie steht schon bei Maidani (Freytag, II, S. 603) und, nicht unwitzig erweitert, in dem Kitab al askija, des 1200 verstorbenen al Dschausi, wo sie nach Basset, RTP, XVII, S. 158 lautet:
In Kufa war eine Frau, deren Mann mittellos war; und sie sagte zu ihm: »Mach dich doch auf und reise durch die Länder; vielleicht hilft dir Gott.« Er nahm den Weg nach Syrien, und dort verdiente er dreihundert Dirhem; dafür kaufte er sich eine Kamelstute. Die war aber hitzig und bereitete ihm viel Verdruß. In seinem Ärger darüber und über seine Frau, daß sie ihn weggeschickt hatte, schwur er, entweder die Kamelstute an dem Tage, wo er nach Kufa heimkommen werde, um einen Dirhem zu verkaufen oder sich von seiner Frau zu scheiden. Dann reute es ihn und er sagte alles seiner Frau. Sie nahm eine Katze, setzte sie der Kamelstute auf den Hals und sagte zu ihrem Manne: »Geh auf den Markt und rufe aus: ›Wer will diese Katze um dreihundert Dirhem kaufen und diese Kamelstute um einen? ich verkaufe sie aber nur miteinander.‹« Das tat er. Ein Araber kam, betrachtete die Kamelstute von allen Seiten und sagte: »Wie schön sie ist! wie lebhaft! Wenn sie nur nicht die Katze auf dem Halse hätte!«
Ähnlich ist eine Fassung im Bäharistan, Dschamis, S. 86 (Clouston, Flowers, S. 82), zu der Schlechta-Wssehrd, S. 147 ff. bemerkt, daß die Anekdote im Oriente sehr bekannt ist, und daß an sie viele Sprichwörter erinnern wie: »Wäre nicht die Verfluchte an seinem Halse!«
Als Predigtmärlein bearbeitet ist die Geschichte bei Bromyard, Summa praedicantium, E, 8, 17 (in der Ausg. Basel, Joh. de Amerbach, ca. 1479):
Sicut patet de illo qui moriens, vxore executrice facta, bouem pro anima sua legauit vt fertur. Vxor vero bouem et gallum simul ad forum ducens, vtrumque simul vendidit hac conuentione, quod emptor pro gallo marcam anglicanam et pro boue obolum daret; quod cum factum fuisset, obolum pro anima dedit mariti.
Auf einer ähnlichen Erzählung beruhen Pauli, Schimpf und Ernst, Nr. 462 (die Nachweisungen Österleys, S. 526 ff.), und Zincgref-Weidner, IV, S. 199 (Ochs und Hahn)[18]. In der 55. Novelle der Heptamérons, sind es wieder, wohl mit Anlehnung an eine etwa über Spanien herübergekommene Tradition ein Pferd und eine Katze; ebenso erzählt G. F. Giuliano, Dialogo d’un medico con un secretario et un palafreniere di un principe romano del modo et utilità di far quadragesima, Roma, 1651. S. 41, während die kurze Darstellung in Costos Fuggilozio, S. 38 ff.: Astuzia d’una contadina in satisfare un legato del morto marito, von einem Ochsen und einer Katze, die 31. Erzählung bei M. Somma, Cento racconti, 3a ed., Napoli, 1822, S. 79 ff. von einem Pferde und einem Hammel (kombiniert mit dem Stoffe der 71. Facetie Poggios, wozu man Arlotto, I, S. 191 vergleiche) und P. Sébillot, Contes de la Haute-Bretagne, Nr. 28: Le fermier rusé, in der RTP, XI, S. 509 von einer Kuh und einer Katze berichten.
[371.] Nawadir, S. 43 (RTP, XIX, S. 311 ff.).
[372.] Nawadir, S. 43 (RTP, XIX, S. 311).
In den Fourberies, S. 72 bemerkt Basset zu diesem Schwanke: »Sans doute l’origine du dicton: Si la montagne ne va pas à Mahomet, c’est Mahomet qui ira à la montagne« und wiederholt dies in der RTP, a. a. O. Diese Behauptung hat dann der Fortsetzer der Arbeit Büchmanns in die letzten Auflagen der Geflügelten Worte, aufgenommen. Hätte er in Wanders Sprichwörter-Lexikon‚ nachgesehn, so hätte er auf S. 958 des V. Bandes als Quelle des Sprichworts: »Wenn der Berg nicht zum Propheten kommen will, so muß der Prophet wohl zum Berge gehn« das Gedicht Hagedorns »Mahomet und der Hügel‚« angegeben gefunden; aber auch dieses ist nicht die unmittelbare Quelle, weil es wohl sonst statt »Berg« »Hügel« heißen müßte[19]. Die Quelle scheint vielmehr die Mohammed‚ betitelte Erzählung in Hebels Schatzkästlein des Rheinischen Hausfreundes, (zit. Ausg. IV, S. 263 ff.) zu sein, deren Anfang lautet:
Dem Mohammed wollten es anfänglich nicht alle von seinen Landsleuten glauben, daß er ein Prophet sei, weil er noch kein Wunder getan hatte wie Elias. Dazu sagte Mohammed, ganz gleichgültig, wie einer, der eine Pfeife Tabak raucht und etwas dazu redet, »das Wunder,« sagte er, »macht den Propheten noch nicht aus. Wenn ihrs aber verlangt, so werden ich und jener Berg dort geschwind beieinander sein.« Nämlich, er deutete auf einen Berg, der eine Stunde weit oder etwas entfernt war, und rief ihm mit gebietender Stimme, daß der Berg sich soll von seiner Stätte erheben und zu ihm kommen. Als aber dieser keine Bewegung machen und keine Antwort geben wollte, wiewohl keine Antwort ist auch eine, so ergriff Mohammed sanftmütig seinen Stab und ging zum Berg, womit er ein merkwürdiges und nachahmenswertes Beispiel gab .....
Woher Hagedorn und Hebel geschöpft haben, kann ich nun allerdings nicht sagen, sicher scheint hingegen zu sein, daß die Dschohageschichte von dem Palmbaum (ebenso auch wahrscheinlich die beiden deutschen Erzählungen) auf einer Mohammedlegende fußt. Bayle zitiert in dem Artikel Mahomet, (Dictionaire historique et critique, 3e éd., Rotterdam, 1720, S. 1852) eine Stelle aus der das erste Mal 1686 erschienenen Histoire du monde, von Urb. Chevreau, die folgendermaßen beginnt:
Quand les Coreïschites de la Mecque l’eurent prié (sc. Mahomet) de faire une miracle pour faire connoître ce qu’il étoit, il divisa la Lune en deux pieces entre lesquelles ils aperceurent une montagne. Ayant apelé deux arbres, ils se joignirent pour aller à lui, et se separérent en se retirant, par le commandement qu’il leur fit.
[373.] Nawadir, S. 43 (RTP, XIX, S. 312); Buadem, Nr. 23; Serbisch, S. 59; Kroatisch, S. 36.
Die Geschichte steht schon bei Bar-Hebraeus, S. 149, Nr. 587 (»I wish to know how far my voice will reach.«) und ähnlich erzählt Kuka, S. 173.
Eine hübsche Parallele bieten die Contes du Sieur Gaulard, S. 200 ff.:
Or il (le Sieur Gaulard) vid plusieurs personnages à la Cour, mesmement de ceux de longue robbe, qui auoient en leurs chambres de petites cloches, lesquelles ils sonnoient pour appeller leurs seruiteurs, quand ils en auoient affaire: et s’estant apperceu qu’au son de cette cloche, aussitost ils ne failloient de venir vers leurs maistres, il luy prit fantaisie d’en avoir une. Et si tost qu’il fut en sa chambre, où il luy tardoit jà qu’il n’estoit arriué pour en faire l’experience, il se mit à sonner certe cloche: mais voyant que pas vn de ses seruiteurs n’approchoit, il se persuada que ses gens ne pouvaient entendre le son. Et pour l’experimenter il sonna sa cloche prés sa table, puis estant couru à sa porte (car nottez qu’il pensoit courir aussi viste que le son de sa cloche) et n’entendant rien prés d’icelle, il dit que ses gens auoient raison de ne pas estre venus vers luy, et qu’il failloit bien que ceux qui auoient des cloches, eussent quelque recepte pour faire deualler le son en bas.
[374.] Nawadir, S. 43 (RTP, XIX, S. 313 ff.).
Der analoge Schwank des 36. Kapitels der Schildbürger‚ (v. d. Hagen, Narrenbuch, S. 188 ff.; Das Lalenbuch, S. 135 ff.) steht schon bei Hans Sachs, IV, S. 73 ff., ferner als 12. Erzählung von Freys Gartengesellschaft‚; vgl. dazu die Noten Boltes, S. 220 und Archiv für slavische Philologie, XXII, S. 309.
[375.] Nawadir, S. 43 (RTP, XIX, S. 252 ff.).
[376.] Nawadir, S. 46 (RTP, XIX, S. 251).