Abend am See.
Schon taucht der Mond aus dem entzückten Bade
Der Wellen leis zur Silberbahn empor.
In unsern Herzen schwingt die große Gnade.
Wir sitzen seligruhend am Gestade
Und leihn dem Schweigen das geweihte Ohr.
O wunschlos stille Stunde, die ich fast verlor
In meines Lebens Kampf und Qual und Hast,
Sieh unser Herz in Demut eingefaßt
Und sei der Seelen seltner schöner Gast.
Die Nacht erduftet von des Mondes Blüte
So grenzenlos. Andächtig atmen wir.
Der Sternenhimmel deiner großen Güte
Ist sanft wie sie und leise über mir.
Aus wunden Händen haben wir die Ruder
Zurückgelegt in das bewegte Boot.
Nach unsres Lebens Haß und Schuld und Not
Nennst den Geliebten still du deinen Bruder.