Grüner Sommer.

Die Hand ganz lang im Grase ausgebreitet
Und hoch vor ihr die Welt, sich selbst geschenkt.
Es steigt mein Blut, es sinkt mein Blut,
Zu fernem Meere tief verbunden hingelenkt.
Wie tut das Blut sich gut in dieser ausgeschwärmten Ruhe.

So flach ist mein Gesicht, ganz ausgeweitet.
Gott selbst liegt neben mir und ruht sich aus.
Auf mich senkt sich die Müdigkeit des Blaus,
Und in dem Sonnenfieber meiner Sinne
Staut schläfrig sich das dunkle Blut.
Wie einer Grille Geigen klingt mir Gottes Wort,
Wie Bachgelächter hier: „Die Welt ist gut“,
Und lächelnd trägt es mich ins Träumen fort.

Gott rekelt sich in dieser ausgeschwärmten Ruhe.
Ein Reh kommt sanft an ihm vorbeigezogen.
Ein Käfer ist ihm ins Gesicht geflogen.
Heupferdchen springt vom Gras auf seine Schuhe
Und zirpt an ihm vorbei: „Erschrick, erschrick!“
Gott aber ist nach tausend Schöpfungsjahren
Zum ersten Tag der Ruhe ausgefahren,
Und lächelnd ruht auf seiner Welt der Blick.

Ich wache auf. Der Donner grollt.
Mein Blut hat ausgetollt.
Mein Mut wird nicht verführt. Es schweigt der Wille.
Und eine Grille geigt von neuem mich in eine grüne Stille.