Hart stoßen sich die Wände in den Straßen.

Hart stoßen sich die Wände in den Straßen,
Vom Licht gezerrt, das auf das Pflaster keucht,
Und Kaffeehäuser schweben im Geleucht
Der Scheiben, hoch gefüllt mit wiehernden Grimassen.

Wir sind nach Süden krank, nach Fernen, Wind,
Nach Wäldern, fremd von ungekühlten Lüsten,
Und Wüstengürteln, die voll Sommer sind,
Nach weißen Meeren, brodelnd an besonnte Küsten.

Wir sind nach Frauen krank, nach Fleisch und Poren,
Es müßten Pantherinnen sein, gefährlich zart,
In einem wild gekochten Fieberland geboren.
Wir sind versehnt nach Reizen unbekannter Art.

Wir sind nach Dingen krank, die wir nicht kennen.
Wir sind sehr jung. Und fiebern noch nach Welt.
Wir leuchten leise. – Doch wir könnten brennen.
Wir suchen immer Wind, der uns zu Flammen schwellt.


Alfred Mombert.

Geboren am 6. Februar 1872 zu Karlsruhe. – Tag und Nacht 1894. Der Glühende 1896. Die Schöpfung 1897. Der Denker 1901. Die Blüte des Chaos 1905. Der Sonne-Geist 1905. Aeon 1907, 1910, 1911. Der himmlische Becher 1909. Der Held der Erde 1919.