Jenseits.

Die Glocken läuten dann wie jeden Tag …
An meinem Fenster wird einer träumend stehn,
und der gewölbte Berg, der drüben lag,
wird – abendgrau – wie ein Grab aussehn
und der Baum darauf, wie ein Baum auf einem Grab.

Indessen werden die Stern' über meinem Grab aufgehn …
Der Fremde tritt vom Fenster ins Zimmer hinein;
von seiner Welt nicht mehr aufzusehn,
nimmt er den Arbeitssessel wieder ein –
Ich liege draußen allein, wie ich im Leben war.

Und selbst die Toten neben mir werden mich nicht verstehn …
Dann werde ich aufstehn und zu Gott gehn,
daß er mich behalte nun,
oder mir sonst etwas aufgebe zu tun,
oder die Flamme austrete –
Dann werde ich ruhn.


Margarete Susman.