Mein Liebeslied.
Auf deinen Wangen liegen
Goldene Tauben.
Aber dein Herz ist ein Wirbelwind,
Dein Blut rauscht, wie mein Blut –
Süß
An Himbeersträuchern vorbei.
O, ich denke an dich – –
Die Nacht frage nur.
Niemand kann so schön
Mit deinen Händen spielen,
Schlösser bauen, wie ich
Aus Goldfinger;
Burgen mit hohen Türmen!
Strandräuber sind wir dann.
Wenn du da bist,
Bin ich immer reich.
Du nimmst mich so zu dir,
Ich sehe dein Herz sternen.
Schillernde Eidechsen
Sind dein Geweide.
Du bist ganz aus Gold –
Alle Lippen halten den Atem an.
Detlev von Liliencron.
Geboren am 3. Juni 1844 zu Kiel, besuchte die Gelehrte Schule seiner Vaterstadt, trat 1863 beim westfälischen Füsilierregiment Nr. 37 in Mainz ein, nahm an den Kriegen 1866 und 1870–71 teil, wurde mehrmals verwundet, nahm seinen Abschied, ging auf kurze Zeit nach Amerika, kehrte zurück, wurde Deichhauptmann und Hardesvogt auf Pellworm, wo er die „Adjutantenritte“ schrieb, und lebte zuletzt, nachdem er längere Zeit in Altona gewohnt hatte, als Hauptmann a. D. in Alt-Rahlstedt bei Hamburg. Er starb dort am 22. Juli 1909. – Seine früher unter andern Titeln erschienenen Gedichtbücher heißen jetzt: Kampf und Spiele. Kämpfe und Ziele. Nebel und Sonne. Bunte Beute. Ausgewählte Gedichte. Poggfred. Gute Nacht.