Sommerrosen.
Ich wollte dich mit Rosen überschütten,
Mit roten Rosen dein goldbraunes Haar
Und deines Mieders Knospenrundung schmücken …
Als noch der Lenz mit süßem Veilchenodem,
Ein milder Sieger, durch die Lande schritt,
Sprach ich zu dir: Geliebte! Hat sein Mund
Mit letztem heißem Abschiedskuß die Rose,
Die rote Sommerrose, aufgebrochen,
Dann will ich zu dir kommen und mit Rosen,
Mit roten Rosen deine Schönheit krönen …
Nun kam der Sommer … Und der Rosen Fülle
Seh' ich allorts und alle Stunden blühn …
Die ganze Welt scheint ihrer Macht verfallen,
Und ihre Keusche wirbt Vasallen um Vasallen …
Selbst einen Bettler sah ich heute lächeln,
Als sein vertränter Blick von ungefähr
Auf einen Korb mit roten Rosen fiel …
Ich kauf' sie in der ganzen Stadt zusammen
Und schütte sie auf tote Liebesflammen …
– – – Nun schmückt ein andrer wohl dein Knospenmieder,
Und morgen wohl begegne ich euch beiden …
Ich blick' euch lächelnd nach …
Und denke ganz aus Zufall
Bei der Gelegenheit an einen Frühlingstag,
Da wir uns sahn … Am Abend dann
Schlug uns die Nachtigall in ihren Bann,
Umduftete uns süß der Flieder …
Wir aber liebten uns …
– – –