Das Schwarzenberger Spiel.

In der Wissenschaftlichen Beilage der Leipziger Zeitung vom 23. Dezember 1902 berichtet Karl Freyboth über ein »Heilige drey König Spiehl«, welches ihm in einer Niederschrift vom 15. Februar 1805 vorlag. Ein Johann August Hermann in Raschau hat es aufgeschrieben. Es wurde auch in Schwarzenberg und Grünhain aufgeführt und ähnelt fast vollständig dem vorher mitgeteilten Thalheimer Spiel. Die Bruchstücke lassen aber erkennen, daß die Königs- und Hirtenszenen besser geordnet sind, wie dies auch im Wiesenthaler Spiel der Fall ist. Der Epilog, vom Engel gesprochen, weicht auch vom Thalheimer Spiel ab:

Ihr geehrten Herren und Frauen insgemein,
was ein Anfang hat, muß auch ein Ende sein.
Sie habens doch vernommen zwar,
wie es zuging mit der Christenschar.
Gott sandte doch ein Engelein,
zu behüten das liebe Jesulein,
dieweil Herodes eine falsche List
erdacht hat wider den Herrn Jesus Christ.

Er entschuldigt die arme Handlung, die armseligen Verse, die mangelhaften Reime. Zum Abschied spricht er:

Sollt aber ein Fehler vorgegangen sein,
ein andermal wolln wir es bringen ein.
Wenn wir werden wieder einmal anlangen,
so wollen wir wünschen, wir werden einander mit Freuden empfangen.

Den Schluß bildet der Vers: »Heut schleußt er wieder auf die Tür.«