An Pepa
Pepita, wenn die Sonne scheidet,
Wenn deine Mutter schlafen geht,
Wenn bei der Lampe halb entkleidet
Du knieend sprichst dein Nachtgebet,
Zur Stunde, wo du Frieden findest,
Wo dich erwartet süße Rast,
Wo du die Abendhaube bindest
Und unters Bett geleuchtet hast,
Wenn all die Deinen, die Familie,
Der Schlummer hält in seinem Bann,
Pepita, meine schlanke Lilie,
Gestehe, woran denkst du dann?
An eine Heldin aus Romanen,
Die ihr zerbrochnes Glück beweint,
An alles, was der Traum läßt ahnen
Und was die Wirklichkeit verneint,
An Berge, die nach schwerem Kreisen
Das Leben geben einer Maus,
An Andalusiens wilde Weisen,
An einen Mann, ein Zuckerhaus,
An Rosen, die du einmal pflanztest,
An Blicke jenes faden Wichts,
Mit dem du den Fandango tanztest,
Vielleicht an mich, vielleicht an nichts!