Grab des Themistokles

Wo am zackigen Fels das Gewog sich brandend emporbäumt,

Senkten die Freunde bei Nacht heimlich Themistokles’ Leib

In heimatlichen Grund. Festgaben und Totengeschenke

Brachten sie dar, und es floß reichlich die Spende des Weins.

Aber den Zorn des verblendeten Volks kleinmütig befürchtend,

Stahlen sie leise sich heim, ehe die Dämmrung erschien.

Denksteinlos nun schlummert der Held. Doch drüben im Spätrot

Ragt ihm, ein ewiges Mal, Salamis’ Felsengestad.

Emanuel Geibel