I. Der frühere Bestand der Großtrappe in Sachsen:

Es waren früher in Sachsen sieben Brutgegenden der Trappe bekannt, die sich bei der Vorliebe der Trappe für ebenes oder etwas hügeliges Gelände, im Norden des Landes befinden. Drei Gegenden sind bei Leipzig, zwei bei Riesa, eine bei Wurzen und eine bei Großenhain.

Abb. 1 Ehemalige Verbreitung der Trappe

1. Das Vorkommen bei Markranstädt. Dort wird die Trappe gegenwärtig zuweilen noch immer in ziemlich ansehnlichen Verbänden gesichtet, dürfte aber nur noch ganz vereinzelt Brutvogel sein. Es werden folgende Orte als Beobachtungsstellen genannt: Altengroitzsch, Brösen, Groitzsch (diese drei Orte liegen südlicher, würden also ein gesondertes Brutgebiet darstellen, wenn nicht alle Beobachtungen zur Strichzeit gemacht worden wären. Seit langen Jahren (1892) ist dort nichts mehr beobachtet worden), Knautnaundorf, Rehbach, Albersdorf, Neuhof, Knauthain, Knautkleeberg, Großzschocher, Groß- und Klein-Militz, Lausen, Schönau, Rückmarsdorf, Gundorf und Schleußig.

2. Das Vorkommen von Seehausen, Hohenheida, und Podelwitz-Lindental. Die Trappe ist etwa seit siebzig Jahren dort nicht mehr regelmäßiger Brutvogel. 1912 wurden bei Podelwitz Eier gefunden.

3. Das Vorkommen bei Taucha. Es werden folgende Orte genannt: Stünz, Mölkau, Schönefeld, Abtnaundorf, Mockau, Heiterer Blick, Sommerfeld, Thekla, Taucha, Plösitz, Panitzsch, Gerichshain, Beucha, Sehlis, Döbitz, Gottscheina, Pehritzsch, Gordemitz, Weltewitz.

Schon vor 1900 konnten zwischen Taucha und Leipzig Trappen brütend nicht mehr nachgewiesen werden. Länger haben sie sich nordöstlich von Taucha gehalten. In der Nähe des Ortes Pehritzsch brütet vielleicht jetzt noch dann und wann ein Paar. Von einem regelmäßigen Brüten kann aber nicht gesprochen werden. 1923 und 1924 sollen wieder Gelege aufgefunden worden sein.

4. Das Vorkommen bei Wurzen. Nördlich von Wurzen (Nischwitz, Thallwitz) hat die Trappe früher gebrütet. Von einem gegenwärtigen Vorkommen ist nichts bekannt.

Abb. 2 Trappenmännchen vor einer Trappgans balzend

(Aus dem Leipziger Naturkundlichen Heimatmuseum)

5. Das Vorkommen bei Mautitz. Genannt werden die Orte: Weida, Mautitz, Ganzig, Bornitz, Borna, Canitz. Der Brutplatz lag zwischen Mautitz und Borna. Die Trappen sind seit etwa fünfundzwanzig Jahren ausgestorben. (Nach Aussagen alter Bauern.)

6. Das Vorkommen von Sahlassan. Die Trappen brüteten auf der Höhe 121 zwischen Sahlassan, Paußnitz und Görzig und sind dort vor fünfzehn bis zwanzig Jahren ausgerottet worden. Von dort und vielleicht Mautitz her sind Streichende geschossen worden bei: Terpitz, Schönnewitz, Reußen, Rügeln, Zaußwitz, Clanzschwitz, Leckwitz, Laas und Cavertitz.