Vom Aschberg zum Kiel

Von Paul Apitzsch, Oelsnitz i. V.

Mit sieben photographischen Aufnahmen von Curt Sippel, Plauen

Ein klarer Wintertag liegt über den Waldbergen des südöstlichen Vogtlandes. Ich steige mutterseelenallein von Klingenthal auf steilen, eisbekrusteten Pfaden zum Ortsteil Körnerberg empor. Im Schnee vergraben, hocken am Hange die letzten Hütten. Tief unten das engbebaute Zwotatal. Gegenüber ein blendendweißes, dunkelgesäumtes Wiesenband zu beiden Seiten des Markhausener Baches mit dem bewaldeten Nebelberg (758,9 Meter) und dem kahlen Falkenberg (744,3 Meter). Südostwärts weiterwandernd, ändert sich urplötzlich die Szenerie. Von den gewundenen Wegen der »Quittenbachalpen« aus wird ein wahrhaft alpiner Tief- und Fernblick gegen Süden frei. Kurz hinter Kamerun wird zum ersten Male die Schneekuppe des Aschberges sichtbar. Rechts, gegen Süden, erscheinen die Graslitzer Berge: Hausberg, Eibenberg und Grünberg; dahinter breitgelagert Glasberg und Muckenbühl sowie die prachtvolle Silhouette des Königs im Grenzgebirge, des Silberbacher Spitzberges (994,3 Meter). Jenseits des Waldgutes Untersachsenberg nimmt die sächsisch-böhmische Grenzstraße den Charakter eines ausgesprochenen Kammweges an. Schneidender Höhenwind peitscht und biegt die Vogelbeerebereschen am Wege. Brennendrote Fruchtbündel hängen noch immer im Geäst, und schillernde Krammetsvögel streichen lautlos von dannen beim Nahen menschlicher Tritte. Allmählich erschließt sich nordwärts der Blick in die Täler des Brunndöbra- und Steindöbrabaches, während anderseits immer noch das böhmische Gipfeltriumvirat Glasberg-Muckenbühl-Spitzberg das Landschaftsbild beherrscht. Ein alter, siebzigjähriger Schwaderbacher Einwohner, der mit schwerer Bürde am Gestänge des Wegrandes ausruht, bezeichnet mir die Grenzstraße als »evangelische Strassen«. Tatsächlich ist hier die politische Grenze identisch mit der konfessionellen.

Abb. 1 Aus Schwaderbach

Der nun folgende Ortsteil »Grenzstraße« schneidet genau das sächsische Untersachsenberg von dem böhmischen Schwaderbach ([Abb. 1]), dessen graues katholisches Gotteshaus inmitten verstreuter Holzhütten aufragt. Der Weg erreicht bei Grenzstein 600 den Ort Obersachsenberg. Beim Waldgut Obersachsenberg weder links, noch rechts abbiegen, sondern den steilansteigenden Grenzweg geradeaus. Oberhalb der zweiten, struppigen jungen Buche, unweit der letzten, höchsten Hütten von Schwaderbach und Aschberg, da, wo die im Schnee verschütteten Steingeröllmauern des Gipfelplateaus beginnen, steht in etwa neunhundert Meter Seehöhe der Grenzstein 606. Hier stoße den Wanderstab in die kristallene Kruste des Hartschnees; hier halte inne und schaue rückwärts. Denn hier bei Grenzstein 606 am Westhange des Aschberges, nicht auf dem Gipfel des Aschberges, ist, meiner persönlichen Auffassung nach, der bedeutendste Aussichtspunkt des gesamten Vogtlandes.

Abb. 2 Blick gegen Böhmen

Im zweiten Jahrgange seiner Monatszeitschrift »Das Vogtland und seine Nachbargebiete« warf Kurt Arnold Findeisen die Preisfrage auf: Welches ist der hervorragendste Aussichtspunkt des Vogtlandes? Ich beteiligte mich an dem Preisausschreiben, sprach dem Silberbacher Spitzberg die Siegespalme zu und heimste einen Preis ein. Heute, zehn Jahre später, bin ich andrer Ansicht. Ich habe seitdem auf meinen Wanderfahrten kreuz und quer durchs Vogtland mancherlei Neues geschaut, aber nirgends einen Fernblick gefunden, der sich messen könnte mit dem vom Grenzstein 606 aus. Nach Einheitlichkeit, Geschlossenheit, Großzügigkeit und Eigenart steht für mich auch heute noch der Silberbacher Spitzberg an erster Stelle. Aber die allseitig geschlossenen, starren Waldkonturen und der Blick auf ein beinahe unbebautes Gelände verleihen der Rundschau vom Granitgipfel des Spitzberges etwas unsagbar Totes, Einsames, Gedrücktes. Es fehlt das Belebende menschlicher Wohnstätten, das Abwechselnde in Form und Farbe, das Frohe und Freudige. Und gerade das bietet der Blick vom Grenzstein 606 aus in überreichem Maße. Die zahllosen, verstreuten Häuschen und Hüttchen von Schwaderbach und Quittenbach, von Ober- und Untersachsenberg, von Brunndöbra, Steindöbra und Georgenthal, die stattlichen Gotteshäuser und Schulgebäude im Tal, die schmucken Stätten der Industrie und anheimelnde Landhäuser im Heimatstil geben dem Bilde etwas ungemein Liebliches. Graue Sträßchen und schmale Fußsteige ziehen im Sommer von Haus zu Haus durchs grüne Gelände. Wedelnde Wäsche auf schwanken Leinen in den Farben der nahen Tschechoslowakei, weiß, blau und rot, flattert im Bergwind vor den Hütten. Überall wird das Grün der Hänge und Hügel unterbrochen und belebt von bunten Farbflecken.

Heut’ freilich ist alles in einfache Formen und einheitliche Farben gegossen. Wuchtig hebt sich Terrasse über Terrasse, reiht sich Kuppe an Kuppe ([Abb. 2]). Alle Einzelheiten verwischt, alles Kleinliche getilgt, die ganze weite Winterwelt in blendender Größe als Einheit vor uns hingestellt.

Abb. 3 Neuschnee am Aschberg

Im Westen glutet blutigrot der Feuerball der scheidenden Sonne. Rasch senkt sich Dämmerung über das Waldland. Wie mit krallenden Fingern kriecht und klettert die Dunkelheit aus den Tälern herauf zu meinem sonnigen Hochsitz. Und dann kommt das Schönste. Wie ein Lichtlein nach dem anderen in tausend Fensterchen aufglimmt, wie mählich die Linien der Ferne und die Umrisse der Nähe zergehen, wie aus der stärker einsetzenden Nacht immer zahlreicher und deutlicher die stillen Lichter aufflammen und wie schließlich ein irdisches Sternenheer in schier überirdischer Schönheit uns entgegenleuchtet. In den Tälern die Lichtflecken gehäuft, an den Hängen die Lichtfünklein weiter voneinander entfernt, auf den Höhen hier und da ein einsames Leuchten. Und ganz in der Weite der fleckenlose, fahle Schein fernabgelegener größerer Ortschaften. Das Bellen eines Hundes, das Rattern eines Eisenbahnzuges, sonst kaum ein Geräusch in weiter Runde.

Kurz vor der Schlafenszeit der Waldbewohner erreicht die Schönheit des Lichterglanzes ihren Höhepunkt. Und dann verlöscht ein Fünklein nach dem anderen. Nur einigen wenigen fleißigen Arbeitsbienen oder wohl auch fröhlich-faulen Zechern leuchten die letzten Lichter, bis auch diese verlöschen und rabenschwarz die Bergnacht über dem Grenzgebirge liegt.

Abb. 4 Waldwand

So stehe ich lange, lange mit schmauchendem Pfeiflein am Grenzstein 606, sehe den Wintertag schwinden und die Winternacht heraufziehen, sehe das Lichtermeer des südvogtländischen Musikwinkels kommen und gehen und steige in später Stunde hinab zu den Wohnstätten der schlafenden Waldbewohner. –

Abb. 5 Straße Klingenthal–Auerbach (Steindöbra)

Am anderen Morgen, in aller Herrgottsfrühe, geht’s empor zum Gipfel des Aschberges. ([Abb. 3.]) Winterpracht! Rauhreif liegt über den Höhen. Jede junge Fichte eine Kristallkrone, jede Kiefer ein Gespenst, jedes Wacholderbäumchen eine duftigzarte Filigranarbeit. Alle Formen einseitig verzerrt. Die dünnen Stangen des Wildgatters sind zu breiten Brettern, die Bretter zu Balken geworden. Am Boden ragen die starren Stengel des Wegerichs, die buschigen Schäfte der Schafgarbe und zierlich mit Eisnadeln besetzte Dolden über die Schnee-Ebene. An der unbewaldeten Seite des Gipfels ziehen zahllose parallele Skifahrerfährten geradlinig dahin. Die glatten Felsen des Kulminationspunktes mit der Triangulierungssäule (939,5 Meter) sind an der Wetterseite mit gewellten Eisplatten bekrustet. Von Böhmen herüber schieben sich Nebelschwaden vor und geistern zwischen einseitig bereiften Fichtenstangen. ([Abb. 4.]) Und nun steuere ich weglos nach der Senke zwischen Aschberg und Großem Rammelsberg, um bei Grenzstein 624 die von Obersachsenberg nach Morgenröthe führende Waldstraße zu erreichen. Die Nebelfetzen wachsen an zu Wolkenbalken, und da die von Schneemassen überwuchteten Grenzsteine kaum erkennbar sind, ist größte Aufmerksamkeit erforderlich. Trotz der frühen Morgenstunde ist die Waldstraße belebt von Skifahrern, die auf leichten Brettern nach der rechts des Weges gelegenen Kurt-Seydel-Sprungschanze gleiten. Der mächtige Holzbau, heute überzuckert mit Rauhreif und Neuschnee, wurde 1923 vom Wintersportverein »Aschberg« errichtet und bietet prächtige Blicke hinab ins Tal und empor zu den Waldhängen des 962,7 Meter hohen Rammelsberges. Ich aber biege links ab und folge den blauen Zackenzeichen des Erzgebirgskammweges bis zur Staatsstraße »Klingenthal–Auerbach« ([Abb. 5]). Im »Buschhaus« zu Mühlleithen halte ich Mittagsrast und breche, um vor Anbruch der Dämmerung den Abendzug in Muldenberg zu erreichen, zeitig auf. Mein Nachmittagsziel ist der 941,3 Meter hohe Kiel. Es ist dies kein eigentlicher Berg, sondern ein Gebirgsstock, der sich in einer Gesamtflächenausdehnung von fünfundzwanzig Quadratkilometern stufenförmig aus den Tälern des Steinbaches, der kleinen Pyra, der Boda, des Sau- und Silberbaches, also im Wasserscheidengebiet Mulde–Eger, aufbaut und von einem Vasallenkranz von zwölf Vorbergen umgürtet wird. Das Aschberggebiet mit seiner dichten Besiedelung, mit seinen Skihütten und Sprungschanzen tritt von Jahr zu Jahr mehr aus seiner Wintereinsamkeit heraus. An klaren Wintersonntagen wimmeln seine Hänge von skifahrenden Naturgenießern. Am Kiel, bei Winselburg und um den Schneckenstein, steht schweigend der weite Winterwald. Der Massensportbetrieb konnte hier noch nicht festen Fuß fassen. Es fehlen die waldlosen, geneigten Flächen, und wenn auch hier und da zwischen weitständigem Hochwald eine Blöße lagert, so gibt es am Kiel doch zu viele Fichtendickungen, die dem Sportsmanne das Fortkommen erschweren. Und doch lockt mehr als eine breite Schneise den Fahrer zu Tal. ([Abb. 6.]) Weite Fernsichten lassen die Höhenwanderer nicht los, obwohl schon dämmerig lange Baumschatten über den Weg huschen.

Abb. 6 Am Kiel

Außer den sieben Häuschen von Winselburg gibt es am Kiel keine Siedlung. Die blinkenden Fenster der allerobersten Hütte schauen weit hinaus nach Norden und Osten, hinüber zu den Waldbergen des westlichen Erzgebirges, auf Kuhberg und Auersberg ([Abb. 7]), die von hier aus bei starkem Schneebehang des Hochwinters nicht als graue Waldrücken erscheinen, sondern als leuchtendweiße Schneewände über tieferliegende dunkle Vorberge und Talgründe emporragen.

Abb. 7 Blick nach dem Auersberg

Lebe wohl, mein Wintersonnenland! Wenn des Vorfrühlings Föhn wieder über grüne Waldwipfel fegt, dann: Auf Wiedersehen am Aschberg und Kiel!


Für die Schriftleitung des Textes verantwortlich: Werner Schmidt – Druck: Lehmannsche Buchdruckerei
Klischees von Römmler & Jonas, sämtlich in Dresden

Der Landesverein Sächsischer Heimatschutz bietet seinen Mitgliedern und Freunden eine

Weihnachtsgabe von unvergänglichem Werte

in dem »Jahresring deutscher Festspiele« von

Valerie Friedrich-Thiergen:

Vom Bornkindel über den Maienbaum
zum Knecht Rupprecht

Die Dichterin, eine der begabtesten, die dem sächsischen Stamme erblüht sind, umspannt in zehn Dramen alle Festzeiten des Jahres: Weihnachten, Ostern, Pfingsten, Totensonntag, aber auch die alten deutschen Volksfeste des Dreikönigabends, der Fastnacht, des Maienbaums. Sie hat sich für ihr Werk in gedrungenem Aufbau und echt volkstümlicher, kernhafter Sprache einen »eigenwüchsigen Stil« geschaffen, der die Seele im Innersten packt und ergreift und in der Erfassung der Ewigkeitswerte fördert. Mit ihrer Mischung von tiefgründigem Ernst und schalkhaftem Humor eignen sich diese Festspiele ebensogut zu beschaulicher Lektüre, wie zum Vorlesen am Familientische, wie zu dramatischer Aufführung in kleineren und größeren Volkskreisen. Valerie Friedrich-Thiergens Werk ist etwas ganz Besonderes und kann auch durch keinen zweiten Band vermehrt werden, da die Dichterin am 19. November 1924 von allen, die sie kannten, aufs tiefste betrauert, eines frühen Todes verstorben ist.


Der künstlerisch sehr gelungene Einband ist vom Professor Georg Erler gezeichnet, die Geleitsworte sind von Otto Eduard Schmidt und Karl Reuschel geschrieben worden. Der Preis des in Halbleinen gebundenen Buches ist 3 M., bei direkter Übersendung vom Landesverein Sächsischer Heimatschutz, Dresden-A., Schießgasse 24, ausschließlich 30 Pfg. Postgeld und Verpackung.

Außerdem vermittelt auch jede Buchhandlung die Bestellung.

»Aus grauen Mauern und grünen Weiten«

Schauen und Sinnen auf Heimatwegen
von Gustav Rieß

5. Band der Heimatbücherei des Landesvereins Sächsischer Heimatschutz, Dresden-A.

»Endlich!« rief ich frohgelaunt aus, als ich in der Vereinsleitung die Neuerscheinungen mir ansah – »endlich ein Buch von Gustav Rieß!« Und gleich nahm ich es unter den Arm und machte mich daheim drüber her. Daß es etwas Gediegenes sein würde, dafür bürgte mir ja der Name des Verfassers, daß er mir aber Augenblicke so hohen Genusses bereiten würde, das hätte ich selbst bei meiner hochgespannten Erwartung nicht zu hoffen gewagt.

»Wer ist Gustav Rieß?« höre ich aus dem Leserkreis fragen? Nun, lieber Vereinsbruder, du stehst sicher noch nicht lange in unseren Reihen, sonst müßtest du’s wissen. Zu deiner Entschuldigung sei immerhin zugegeben, daß der Träger dieses Namens in letzter Zeit seinen Mund in unseren Vereinsberichten lange nicht aufgetan hat, aber wir Älteren und Alten aus der Heimschutzarbeit, wir wissen, wer Gustav Rieß ist! Wir wissen, welche Fülle von Liebe, von Treue und Aufopferung für den Heimatschutz in diesem Manne sich einet. Haben wir nicht oft schon in den Vereinsabenden zu seinen Füßen gesessen und seinen Vorträgen gelauscht, haben wir nicht so oft seine Beiträge in den grünen Heften gelesen, und war es uns nicht dabei immer, als müßten wir dem Manne, der solches zu sagen und zu schreiben wußte, die Hand drücken in Verehrung und Dankbarkeit, ihn, den die Liebe zur Heimat zum Dichter macht, aber auch zum berufenen, klug wägenden Berater in allem, was der Heimat frommt; zum Vorkämpfer und Führer in den Reihen unseres Vereins?

Wie es nicht mehr gut angängig ist, den Namen Kursachsen auszusprechen oder zu lesen, ohne dabei an den Kursächsischen Wandersmann Otto Eduard Schmidt zu denken, so wird es nach Erscheinen dieses Buches und seinem hoffentlich recht tiefen Eindringen in die Bevölkerung nicht mehr möglich sein, den Namen der alten Bergstadt Freiberg zu nennen, ohne dabei sich an Gustav Rieß zu erinnern.

Denn dieser altersgrauen Stadt droben im Erzgebirge gehört Dienst, Lebe und Leben unseres Verfassers. Als technischer wissenschaftlicher Beamter, als Stadtbaurat, wirkt er in Freiberg. Und fürwahr, in keine treuere Hand, an kein wärmeres Herz hätte der Rat wohl das bauliche Geschick seiner Stadt legen können. Denn der Posten eines Stadtbaurates ist gerade in unserer Zeit, die zu erwachen begonnen hat aus dem bleiernen Schlafe, des Stumpfsinns in Kunst- und Bausachen, im Rate wohl jeder deutschen Stadt einer der wichtigsten. Auf wie viele Spuren am segensreichen Wirken unseres Freundes trifft der aufmerksame Beobachter, der Kenner von Freiberg, bei seinen Gängen durch die alte Stadt! Und hätte Rieß weiter nichts getan, als das in der Mitte des neunzehnten Jahrhunderts, in spießbürgerlichem Sinne so arg verschandelte Rathaus wieder herauszureißen aus Kleinlichkeit und Kümmerlichkeit, sein Name würde allein dieserhalb in der Stadtgeschichte leben. Mit seinem Buch aber tritt Gustav Rieß weit hinaus aus dem Mauerring von Altfreiberg.

Wohl singt und klingt’s von altem sächsischen Bergmannsgeist, von Freiberger Bürgertreue und Freiberger Gelehrsamkeit in den Blättern des Buches, aber die Seele des Werkes ist so deutsch schlechthin, daß dieses ganz gewiß ein Freund in den Häusern jeden deutschen Stammes werden kann. Neben gründlichen wissenschaftlichen Hinweisen, besonders baukünstlerischem und geschichtlichem Inhaltes enthüllt sich in dem Werk ein so schönes, geläutertes Menschentum, eine so reine Naturnähe, eine so wohltuend belebende Wärme ohne alle falsche, so oft als »poetisch« mißverstandene Sentimentalität, daß das Buch ganz besonders unsrer heranwachsenden Jugend in die Hand gegeben werden sollte, um so mehr, als es doch auch an Romantik, aber an echter, kernhafter, in den Blättern beileibe nicht mangelt.

Ich will nichts näheres aus dem Inhalt dieses neuen, des fünften Bandes unserer Vereinsbücherei berichten, so sehr mich’s dazu auch treibt. Es ist alles gut, rein und echt. Ein Heimatbuch, wie es nicht gleich wieder erscheinen dürfte. Darum – nehmt und genießt, was der Verfasser Euch bringt, der Mann, der in unseren Vereinsheften einmal das Wort fand von der Heimatliebe, die mit der Abendröte zieht übers Land – freut Euch seines Schaffens und dankt es ihm dadurch, daß Ihr sein Werk eindringen lasset in die weitesten Schichten unseres Volkes – denn dieses Buch, es verdient’s!

Gerhard Platz.

Preis M. 4.— geschmackvoll gebunden, Großoktav, 380 Seiten
Bestellkarte in diesem Heft!

Lehmannsche Buchdruckerei
Dresden-N.–Obergraben.

Weitere Anmerkungen zur Transkription

Offensichtliche Fehler wurden stillschweigend korrigiert. Ansonsten wurden unterschiedliche Schreibweisen insbesondere bei Namen wie im Original bebehalten. Die Darstellung der Ellipsen wurde vereinheitlicht.