Der Luchsstein bei Hinterhermsdorf
Forstmeister i. R. Sinz in Naunhof
In Abteilung 49 des Staatsforstrevieres Hinterhermsdorf, unweit des Raumberges und der Thorwalder Wände, und zwar in dem die Landesgrenze zwischen Sachsen und Böhmen haltenden Ziegengrunde, abseits der Wege und Straßen, welche der gewöhnliche »Schweizwanderer« benützt, befindet sich der sogenannte Luchsstein. Er besteht aus einem im Waldesdunkel am schmalen Ziegengrundwege gelegenen, nur wenige Meter von der Landesgrenze entfernten Sandsteinblock mit Inschrift und eingehauener Luchsfigur. Die Inschrift lautet: Allhier habe ich Joh. Gottfried Puttrich, Königlicher Förster aus Hinterhermsdorf einen Luchs mit einem Selbstschuß erlegt. Anno 1743. Puttrich war kurfürstlicher Beamter. Der damaligen Gepflogenheit entsprechend bezeichnete er sich jedoch als königlicher Förster, weil der Kurfürst von Sachsen gleichzeitig König von Polen war. Inschrift und Luchs waren Ende des vorigen Jahrhunderts stark verwittert. Der Unterzeichnete, damals Verwalter des Hinterhermsdorfer Staatsforstrevieres, ließ sie, so gut es ging, wieder herstellen. Gegenwärtig ist die Inschrift noch ziemlich gut leserlich. Bubenhände haben leider den Luchs stark beschädigt und mit üblen Farben beschmiert. Nach Überlieferungen sollen die letzten Luchse im Innern Deutschlands 1817 und 1818 im Harz zur Strecke gebracht worden sein. Ob unser Luchs hier der letzte gewesen ist, der in der Sächsischen Schweiz erlegt wurde, läßt sich nicht nachweisen. Jedenfalls gibt uns das Denkmal aber davon Kunde, daß dieses bei uns nun längst ausgestorbene Raubwild, dem aus jagdlichen Gründen seinerzeit eifrig nachgestellt wurde, bis zum Jahre 1743 in dem damals noch mehr wie heute unzugänglichen Gelände noch hauste.
Der Luchsstein bei Hinterhermsdorf