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Napiersky, Gottfried Jakob Ferdinand. Maler. Geb. 17. September 1790 in Riga; gest. daselbst 7. August 1828, besuchte die Akademien in Berlin und Dresden, machte die Befreiungskriege in der Hanseatischen Legion mit und kehrte 1814 nach Riga zurück. Von ihm: Bauernszenen (Aquar.). — Synagoge (Aquar.) Städt. Museum Riga. — Portr. des Kunsttischlers und Holzbildhauers [Aug. Gotth. Heubel] und dessen Gattin. Miniaturen (Bes. Frau Julie Heubel, Dorpat).

Rigasche Stadtbl. 1815 S. 353 ff.

Neff, Karl Timoleon v. Porträt- und Historienmaler. Geb. 2. Oktober 1805 auf dem Gute Mödders in Estl.; gest. 24. Dezember 1876 in Petersburg, kam im September 1824 bereits mit tüchtiger Vorbildung auf die Dresdner Akad., ging aber nach kurzem Aufenthalt nach Rom und war 1827 wieder in Petersburg, wo er sich, obwohl widerwillig, mit Porträtieren beschäftigen musste. Seine Bildnisse begründeten seinen Ruf. Für mehrere Porträts von Mitgliedern der Kaiserl. Familie wurde er 1831 zum Hofmaler ernannt mit einem jährlichen Gehalt von 3000 Rbl. 1835 ging er zum zweitenmal nach Rom und blieb dort bis Mitte 1837. Nach Petersburg zurückgekehrt wurde er mit Aufträgen fast überschüttet. 1839 ernannte ihn die Akad. für ein Bild in der kleinen Kirche des Winterpalastes zum Akademiker. Von einer dritten Romfahrt wurde er 1843 zurückberufen, um die malerische Ausstattung der Isaakskirche zu übernehmen. Die Ausführung der Arbeiten begann nach zweijährigen Vorstudien. 1849 wurde er zum Professor ernannt und 1855 als Lehrer an die Akad. berufen; 1864 wurde ihm das Amt eines Konservators der Eremitage übertragen. Bis zu seiner Berufung als Lehrer lebte er grösstenteils auf seinem Gute Piera bei Wesenberg. 1861 kaufte er auch das Gut Mönkenhof in Estl., wo er sich ein schlossartiges Gebäude errichtete, das er, wie das Wohnhaus zu Piera, mit Kunstschätzen aller Art, grösstenteils mit eigenhändigen Kopien nach italienischen Renaissancemeistern und mit Skulpturen schmückte. Von seinen Hauptwerken nennen wir: Das Bildnis der Kaiserin Alexandra Feodorowna, geb. Prinzessin Charlotte v. Preussen. (Im Schloss Berlin). — Der Engel der Auferstehung. Gest. in Aquatinta v. J. C. Manigaud. Oval. Roy. fol. (Bes. M. v. Grünwaldt). — Pendant zum Engel des Gebets mit Rauchfass und Kerze. Gest. von dems. (Im Kaiserl. Bes.). — Der Engel des Todes (Im Kaiserl. Bes.). — Christus, Maria und die vier Evangelisten für die Kirche des Semenowschen Leibgarderegiments, 1842. — Bilder russischer Heiliger auf Goldgrund an der Ikonostasis der russ. Kapelle zu Wiesbaden, 1855. — Neapolitanische Wäscherinnen in einer Grotte. — Junges Mädchen in einer Grotte (Im Mus. Kaisers Alexander III. Petersburg). — Italienerin auf einem Balkon. (Im Mus. zu Moskau). — Die Heiligenbilder am unteren Teile der Ikonostasis in der Isaakskirche zu Petersburg, neuerdings nach diesen Gemälden im Mosaik ausgeführt. — Die Erhöhung des Kreuzes; Christus im Grabe. (Einzelbilder in der Isaakskirche in Petersburg; später in Mosaik ausgeführt). — Christus die Kinder segnend; St. Maria. (In der Kirche der Akad. zu Petersburg). — Die 33 Gemälde der Ikonostasis der griech. Kapelle zu Nizza. — Die Gemälde der Ikonostasis der griech. Kapelle der Herzogin v. Edinburgh in London. — Die 31 Gemälde der Ikonostasis der Erlöserkirche zu Moskau.

M. v. Grünwaldt (Tochter der Künstlers), Skizzen u. Bilder aus dem Leben Carl Timoleons v. Neff. Als Manusk. gedr. Darmstadt 1887. — Th. Bulgarin, der Maler Neff u. seine Arbeiten in der Isaakskathedrale in Petersburg. — W. Neumann, Baltische Maler und Bildhauer des 19. Jahrh. S. 56–59.

Neubuhr (Niebur), Paul. Maler, begraben d. 26. September 1662, stand in Diensten des Herzogs Jakob v. Kurland und wird im Kirchenbuche der Trinitatiskirche zu Mitau als „Mahler Ihrer Fürstl. Durchlaucht“ bezeichnet.

(J. Döring.)

Neuburger, Karl David. Baumeister. Geb. 1844 zu Siegen in Westfalen; gest. 12. Mai 1897 in Riga, absolvierte die Bauschule seiner Heimatstadt, arbeitete dann in Berlin unter dem Architekten Dietze und kam 1864 nach Riga als Gehilfe in das Bureau des Stadtarchitekten [J. D. Felsko], nach dessen Rücktritt vom Amte er sich mit der Ausführung von Privatbauten beschäftigte. Nach seinen Plänen sind in Riga erbaut: das Geschäftshaus von O. Jaksch an der Schaalstr. (1901/2 neu erbaut von [K. Felsko]); das Wohnhaus O. Jaksch am Todlebenboulevard; das Kaufhaus Schmidt am Rathausplatz; das Wohnhaus Stritzky an der Nikolaistr.; das städtische Waisenhaus (preisgekrönter Entwurf in Gemeinschaft mit [K. Felsko]); die Kirchhofskapelle auf den vereinigten Friedhöfen in Riga; das Pfarrgebäude der Domkirche.

Neuhausen, Johann Dietrich. Bildhauer in Dorpat zu Ende des 17. Jahrhunderts.

F. K. Gadebusch, Livl. Jahrbücher III, 3, S. 684.

Neumann, Anna Benigna, geb. Vahrenhorst, Gemahlin des Bürgermeisters N. in Libau, stammte aus einer angesehenen libauschen Familie und starb im Juni 1807 in Dresden. Sie hatte ihre Ausbildung in Dresden empfangen und kopierte viel in der dortigen Galerie. Einzelne ihrer Arbeiten kamen in den Bes. des Mitauer Mus. (Magdalene nach Battoni, Ecce homo nach G. Reni, Christuskopf nach A. Carracci). Auch zwei ihrer Landschaften werden in zeitgenössischen Nachrichten erwähnt: Meeresufer bei Mondbeleuchtung und Tells Kapelle bei Morgenbeleuchtung.

Gedicht von Schlippenbach in den mitauschen wöchentlichen Unterhaltungen 1807 Bd. 6. S. 128. — Allgem. deutsche Ztg. für Russland 1819 Nº 145. (J. Döring.)

Neumann, Heinrich Benjamin. Maler und Bildhauer. Geb. um 1734, lebte als „kunsterfahrener Kunstmaler und Bildhauer“ in Goldingen; wird 1798/99 in den Revisionslisten für Kurland unter den verzeichneten Exemten aufgeführt und als 64 Jahr alt bezeichnet.

Kirchenbuch der Trinitatiskirche in Mitau. — Goldingensches Stammbuch (Tagesanzeiger für Libau 1889, Nº 289 J. Döring). — Revisionslisten für Kurland (Kopie in der Bibliothek der Gesellsch. für Gesch. und Altertumskunde N. Busch).

Neumann, Johann Samuel. Porträtmaler in Riga. Geb. 1800; gest. 20. Mai 1831 an der Cholera.

Rigasche Stadtbl. 1831 S. 179.

Niländer, Konstantin. Maler. Geb. 27. Februar 1848 in Waetz bei Wesenberg, Schüler der Münchener Akademie; besuchte Frankreich und Italien und ist z. Z. als Zeichenlehrer in Riga tätig.