M

Maas, Johann. Architekt. Geb. 1825 in Petersburg; gest. 1892 in Jaroslaw, war Schüler der Petersburger Akad. und bekleidete v. 1857–1865 die Stelle eines Architekten der Schulen des Dorpater Lehrbezirks. 1863 Akademiker. Seit 1877 Gouvernementsarchitekt in Jaroslaw. Von ihm der Umbau der früheren Kreisschule in der Palaisstrasse in Riga 1860–62. Die luth. Kirche zu Tschorna bei Dorpat; Grundstein 5. V. 1877.

Inland 1851 S. 934; 1860 S. 452; 1863 S. 845. — Rigasche Ztg. 1877 Nº 110. — Dünaztg. 1892 Nº 167.

Maddaus, Johann Karl Ludwig. Maler. Geb. 1820 in Hamburg; gest. 1878 in Riga, kam zu Beginn der vierziger Jahre nach Riga, wo er sich mit Porträtmalen und Unterricht erteilen beschäftigte. Er wurde Zeichenlehrer an der zweiten Rigaschen Kreisschule und bekleidete das Amt bis zum 25. VII. 1877. Von seinen Porträts nennen wir: Das Portr. des Schauspielers und Sängers am Rigaschen Theater Carl Günther in der Rolle des fliegenden Holländers. 1843 auf d. Stein gez. — Das Portr. des Generalsuperintendenten v. Klot. Lith. fol. — Portr. der Gemahlin des Generals Karl v. Manderstjerna. Lith. fol. — Portr. des Oberpastors M. D. Taube in Riga 1851 mit Faksimile. Lith. fol.

Inland 1843 S. 400; 1852 S. 245; 1856 S. 437, 615. — Rigasche Stadtbl. 1842 S. 380. — Neue Ztg. f. Stadt und Land 1877 Nº 188; 1878 Nº 186.

Mäklenburg (Mäkelburg) .... Miniatur- und Porträtmaler, hielt sich in den zwanziger Jahren des 19. Jahrh. in Riga und Mitau auf, wo er als Porträtmaler und Zeichenlehrer tätig war. Von ihm: Portr. der Frau v. Manteuffel, geb. v. Hahn-Postenden. (Miniatur 1820). — Portr. der Schauspielerin am Rigaschen Theater Friederike Feddersen, geb. Lange (Miniatur 1821). — Portr. des Rittmeisters der Rigaschen blauen und grünen Bürgergarde Theodor Heinr. v. Schröder, 1821 (gest. v. [B. Dörbeck]). — Portr. des Schauspielers Fr. Wilh. Barlow als van Dyck 1824. — Portr. des Joh. Hermann Zigra, lith. — Portr. des Domschullehrers J. D. Sandt. (Stich v. 1824). — Portr. des Schauspielers Heinr. Aug. Porsch. (Auch in Lith. erschienen). — Porträt des Malers [Franz Burchard Dörbeck]. Gest. v. [B. Dörbeck].

Rigasche Stadtbl. 1821 S. 94; 1823 S. 319; 1824 S. 127. — Inland 1836 S. 121.

Maibach, Karl Ludwig. Landschaftsmaler. Geb. 20. September 1833 in Altenhof, Kirchspiel Haljal in Estland; gest. 1886 in Petersburg war 1853–59 Schüler der Petersburger Akad., ging dann ins Ausland und bereiste längere Zeit Deutschland, die Schweiz und Italien. In Genf förderte ihn A. Calame, später François Diday. Durch Vermittlung der Grossfürstin Helene Pawlowna wurde ihm seit 1866 eine jährliche Unterstützung zuteil. Er siedelte nach München über, arbeitete hier unter K. Millner und kehrte 1874 nach Petersburg zurück. 1876 akad. Künstler. Mehrere seiner Arbeiten in baltischem Privatbesitz.

Marquard, Michael. Bildhauer. Lebte zu Anfang des 18. Jahrh. in Windau, wo er Gehilfe des herzogl. Bildhauers [Nicolaus Söffrentz d. Ä.] gewesen zu sein scheint, dessen Tochter Anna Catrin er am 14. 2. 1701 heiratet.

W. Neumann, Der herzogl. kurl. Bildhauer Niclas Söffrentz. Rigasche Stadtbl. 1895 Nº 8 und Sitzgsber. d. Gesellsch. f. Gesch. u. Altertumskunde 1896 S. 149 ff.

Martin, Henry. Dekorationsmaler, gebürtig aus Hannover. War, nachdem er in Hannover, Koburg und München seine Studien gemacht hatte und darauf in Hannover, Bayreuth und Berlin (Hofoper) tätig gewesen war, von 1892–96 Dekorationsmaler am Rigaschen Stadttheater.

Dünaztg. 1892 Nº 143; 1894 Nº 15 und 267.

Maydell, Friedrich Ludwig v. Maler und Kupferstecher. Geb. 29. November 1795 auf dem Gute Stenhusen in Estl.; gest. 6. September 1846 in Reval, wurde von 1804–1810 in Neuwied a. Rh. erzogen und trat 1812 als Fähnrich in die russisch-deutsche Legion. Er machte die Befreiungskriege mit und nahm 1820 seinen Abschied, um auf Wunsch seines Vaters die Universität Dorpat zum Studium der Jurisprudenz zu beziehen. Neben seinen Studien begann er unter [C. A. Senff] sich auch mit der Kunst zu beschäftigen. Schon nach zwei Jahren gab er das Rechtsstudium auf, um sich im Auslande zum Künstler auszubilden. Nach einjährigem Aufenthalte in Stuttgart zog er nach Rom, wo er zu Overbeck, Cornelius, Schnorr, dem Architekten W. Stier und besonders zu Ludw. Richter in freundschaftliche Beziehungen trat. 1827 kehrte er nach Livland zurück und liess sich 1829 in Dorpat nieder. Durch die Umstände gezwungen sah er sich genötigt auf allen möglichen Kunstgebieten seine Kräfte zu versuchen: er illustrierte, malte, schuf Bildhauerwerke und trieb in Metall. Ein besonderes Verdienst erwarb er sich durch die Begründung eines Ateliers für den Holzschnitt: — Von ihm: David als Hirtenknabe die Laute spielend. Federzeichn. — Wanderer Rom erblickend. Orig. Rad. qu. fol. (Aus dem Nachlasse Ludw. Richters auf der Kunst-Aukt. v. Zahn und Jaensch, Dresden 17. V. 1886). — Die Kirche Christi. — Gleichnis vom verlorenen Sohn. Kupferst. — Illustrationen zum Hohen Liede Salamonis. In Holz geschnitten von [A. Gern], kl. fol. Die Orig. wurden auf Empfehlung des Dichters W. Joukoffsky von der Kaiserin Alexandra erworben. — Illustrationen zum Märchen Zar Berendei von Joukoffsky — Entwürfe zu Fresken für das Palais der Grossfürstin Alexandra Nikolajewna nach der Erzählung Joukoffskys von den zwölf schlafenden Jungfrauen, 1840. — Illustration zur „Zigeunerin“ von Puschkin. — Zehn Illustrationen und 30 Initialen zur Erzählung „Nal und Damajanti“ von Joukoffsky, 1843 vollendet. — Illustrationen zur Jungfrau von Orleans, 15 Blatt in Sepia für die Uebersetzung von Joukoffsky. — 19 Zeichnungen und 1 Titelbild zu Joukoffskys Uebersetzung der Undine von Fouqué. Umrisstiche in 8o. Petersburg 1837. — Fünf Holzschnitte zu den Nordischen Sagen von C. Russwurm, 1842. — Umrisstiche zur livländischen Geschichte; auf 50 Blätter angelegt, wovon jedoch nur 22 erschienen. 13 Kupferdruckplatten erhalten im Bes. der Gelehrt. estn. Gesellsch. — Zwei Illustrationen zu Krylows Fabeln. Lithogr. — Die nächtliche Heerschau. Radierung zur Uebersetzung des Gedichts des Freiherrn v. Zedlitz durch W. Joukoffsky. — Christuskopf mit der Umschrift: Ich bin der Weg usw. 4o, Holzschnitt (Bes. Gelehrte estn. Gesellsch.). — Das Universitätsgebäude und die Marienkirche in Dorpat. Holzschnitte. Kalenderbeilagen für 1840 und 1841 (Nº 16–18 geschn. v. [A. Gern]). — Umrisszeichnungen zur Sage von Wannemuine; desgl. zu Koit und Ämmerik (Bes. Gel. estn. Gesellsch.). — Entwürfe zum Altar der Olaikirche in Reval. In Marmor und Bronze ausgeführt von Demut und Malinowsky in Petersburg. — Entwurf zu Kelch und Patene für die Laurentiuskirche in Arensburg; ausgeführt von Goldschmied Nowack in Dorpat 1836. — Entwurf zum Grabmal des Pastors Hörschelmann auf dem Kirchhofe zu Moik, ausgeführt von [J. G. Exner]. — Christus am Kreuz. Altargem. für die Kirche zu Rujen in Livl. 1837. — Christus die Schlange zertretend. Altargem. für die Kirche zu Pölwe bei Werro, 1842. — Christus am Oelberge. Altargem. für die Kirche zu Saara bei Pernau, 1842. — Der auferstandene Christus. Altargem. für die Kirche zu Neuhausen bei Werro (Nach M’s Tode vollendet von [W. Krüger]). — Sieben Porträtbüsten, davon die des Prof. Ewers in Marmor (Bes. Universitätsbibliothek, Dorpat). — Büste des Kupferstechers [C. A. Senff]. Terracotta in Familienbesitz. — In Silber getriebener Bibeleinband (Bes. Domkirche in Reval). — Maydell gab heraus: „Anweisung für die ersten Anfänger im Schraffieren“. Verl. v. C. A. Kluge, Dorpat 1837 mit 80 Vorlagen lithogr. von [F. Schlater]. — Zeichenlehre nach dem natürlichen Gange der Auffassung entwickelt für Anfänger und Kinder. 24 Vorlageblätter, lithogr. von [F. Schlater], 1841. 8o.

W. Neumann in Rigasche Stadtbl. 1897 S. 32–35. — Ders. Balt. Maler und Bildhauer des 19. Jahrh. S. 39–41.

Mehlbart, Harry Edmund Reinhold. Architekt. Geb. 1. Juli 1864 in Riga, absolvierte das Polytechnikum in Riga und liess sich darauf als freipraktizierender Architekt daselbst nieder. Seit 1900 Rigascher Baurevident. Seit 1906 Präses des Rigaschen Architektenvereins. Von ihm sind ausgeführt: das Haus Bärenfeldt, gr. Bischofsstr. 8; Haus Lee, Romanowstr. 29; Wohn- und Geschäftshaus Kause, kl. Jakobsstr. 3; Villa Minuth in Oger bei Riga; Haus Baron Mirbach, Ecke Romanow- und Suworowstr.; Villa Koch, Glockenstr. auf Hagensberg; Villa Minuth in Bilderlingshof am Rigaschen Strande; die luth. Kirche zu Smela im Gouvern. Kiew; das Baptistenbethaus an der Matthäistr. in Riga; das eigne Wohnhaus, Säulenstr. 18. Ferner von ihm die innere Ausstattung des Konventsquartiers der Korporation Rubonia und der Rigaschen Börsenbank.

Nach Autobiographie.

Meinerts, Christoph. Baumeister, wird am 14. Februar 1735 als Rigascher Stadtbau-, Kunst- und Strommeister vereidigt.

Mester, Alexander Christoph Samuel. Landschaftsmaler. Geb. 1816 oder 1818 in Dorpat; gest. daselbst 1845, genoss den Unterricht des Landschaftsmalers [Aug. M. Hagen] und bildete sich angeblich im Auslande weiter. Er wurde von seinen Zeitgenossen als geschickter Aquarellist gerühmt.

Inland 1839 S. 75; 1840 S. 427. — Aus Dorpats vergangenen Tagen. Biograph. Skizzen v. K. Krüger in der Petersburger Ztg. 1898 Nº 211–214. — W. Neumann: Balt. Maler u. Bildh. d. 19. Jahrh. S. 74.

Mewes, Karl Friedrich. Zeichner. Geb. 1797 in Reval, gest. daselbst 1872, besuchte die Petersburger Akademie als freier Zuhörer und wurde Schüler des Hofmalers [O. Ignatius] bis 1824. Er gründete 1825 in Reval einen Kunsthandel und übernahm 1845 das Amt eines Zeichenlehrers an der Kreisschule, seit 1855–1866 in gleicher Eigenschaft am Gouvernementsgymnasium. Er gab heraus Vorlegeblätter zum Zeichnen für den ersten Unterricht, 1849.

Inland 1847 S. 354; 1855 S. 368; 1860 S. 800. — Revaler wöchentliche Nachrichten 1825 S. 842; 1826 S. 217, 250, 380, 407 u. 483. — Ztg. für Stadt und Land 1872 Nº 192 u. 204. — G. v. Hansen, Geschichtsblätter usw. Reval 1881.

Meyer, Cordt. Maler des 17. Jahrh. in Riga, gest. nach 1702. Ihm wurde im Jahre 1679 die Ausmalung der St. Petrikirche übertragen, wo er u. a. die „Passions-Historien“ malen sollte. Am 17. Juli 1689 vereinbarte die Administration der Domkirche mit ihm eine grössere Arbeit, die darin bestand, die 20 Gewölbe der Kirche, den Chor, den Singechor usw. „nach dem vorgezeigten Abriss“ zu malen. Diese Gewölbmalereien wurden 1815 übertüncht, bei den Restaurierungsarbeiten im Jahre 1895 zum Teil wieder aufgedeckt und die Reste zeichnerisch aufgenommen (Im Archiv des Dombaubureaus). Der von ihm in der Domkirche erworbene Grabstein mit einer älteren gotischen Inschrift und einer zweiten: Cordt Meier | und seinen erben | erptlich | anno 1698, liegt seit 1893 im Westflügel des Domkreuzganges. M. war Ältermann des Rigaschen Maleramts.

N. Busch im Rechenschaftsber. d. Dombauabteilung 1894/95 S. 29 ff. u. S. 66 ff. — Kirchengerichts-Protokolle d. St. Petrikirche vom 14. Mai 1723. W. Neumann: Das mittelalterliche Riga. Berlin 1892 S. 35.

Meyer, Kunz. Maler. Geb. 3. Juli 1859 in Mitau als Sohn des Redakteurs der St. Petersburger Zeitung erhielt seine künstlerische Ausbildung in München unter Strähuber, Raab und W. Lindenschmit, hielt sich 1885 und 1886 in Italien auf und unterstützte nach seiner Rückkehr Lindenschmit bei der Ausmalung des Rathauses in Kaufbeuren. 1891/92 war er Mitarbeiter A. Fitgers in Bremen und Oldenburg. Er lebte bis September 1908 in München; zurzeit in Amerika tätig. Von ihm ausser einer Anzahl tüchtiger Genrebilder mehrere religiöse Malereien wie: Judas Ischarioth (Abb. in „Kunst unserer Zeit“ und in W. Neumann: Balt. Maler und Bildhauer des 19. Jahrh.; Illustr. Ztg. 1895). — Madonna mit Christus an der Schlosskirche zu Oberbronn. — Altargemälde für die Kirchen zu Dietfurth und Walddorf. M. lieferte Illustrationen zu Paul Heyse’s: Villa Falconieri; Rich. Voss: La Madonna del divino amore; Emil Erll’s: Liebesmärchen; M. Haushofer’s: Geschichten zwischen Diesseits und Jenseits; Rud. Baumbach’s: Zlatarog; M. G. Zimmermann’s: Tante Eulalias Romfahrt; Busse’s: Traum; G. Hoffmann’s: Bozener Märchen und Ostseemärchen.

Das geistige Deutschland I S. 462/63. — W. Neumann, Balt. Maler und Bildh. des 19. Jahrh. S. 136–137.

Michelson, Michael Alexander. Landschaftsmaler. Geb. 2. Juni 1815 in Riga; gest. daselbst 16. November 1899, erhielt den ersten Unterricht von [J. K. Baehr], der nach seinem ersten Besuche Italiens 1829 nach Riga zurückgekehrt war, besuchte bis Oktober 1837 die Dresdner Akademie und liess sich darauf in Riga nieder. 1847 ernannte ihn die Petersburger Akademie zum akademischen Künstler. In demselben Jahre übernahm er das Amt eines Zeichenlehrers am Rigaschen Gouvernementsgymnasium, das er bis zum Jahre 1891 bekleidete. Die Mehrzahl seiner Arbeiten befindet sich in Privatbesitz. Ein Aquarell von ihm, das Aatal, erschien in Farbendruck im Verlage von N. Kymmel, Riga.

Rigasche Ztg. 1885 Nº 13; 1887 Nº 96. — Dünaztg. 1891 Nº 189. — Inland 1854 S. 27; 1861 S. 785. — Rigasche Stadtbl. 1845 S. 312; 1855 S. 19; 1859 S. 143. — Zur Gesch. d. Gouvernementsgymnasiums in Riga S. 13.

Michelson, Nathanael. Holzschneider. Geb. 27. Oktober 1848 in Riga; gest. 1873 in Dresden durch Selbstmord, erlernte die Holzschneidekunst in Mitau und trat 1872 in die Dresdner Akad., wo er 1873 Schüler des Prof. Hugo Bürkner wurde.

Michelssen, M.... Holzschneider, arbeitete im Atelier des Malers [Ludwig v. Maydell]. Er stellte 1842 zwei seiner Arbeiten in Riga aus.

Minckeldé, Karl Jakob Reinhold. Maler und Zeichner. Geb. 1. Juli 1790 in Goldingen; gest. 18. April 1858 in Hasenpoth in Kurland, trat 1812 in die Universität Dorpat, wo er bis 1815 als stud. phil. Schüler des Kupferstechers [C. A. Senff] war. 1817–22 war er Zeichenlehrer an der St. Annenschule und an der Trinitatis-Töchterschule zu Mitau; von 1825–1848 Zeichenlehrer an der höheren Töchterschule daselbst. Von ihm: Kurländische Ansichten, lithogr. von [Fr. Krause]: Altschwangen, Amboten, Doblen (in zwei Ansichten), Ekau, Klein-Gramsden, Goldingen, Mitau, Remten, Schwethof, Tuckum, Windau, Zabeln, Zennhof, Hoff zum Berge, Mesothen, Elley, Talsen und Libau (Die ersten vier Blätter erschienen 1823 in Mitau).

Inland 1837 S. 170.

Miram, Lucie (s. [Sänger, Lucie v.]).

Moeller, Otto Friedrich Theodor v. Historienmaler. Geb. 30. Mai 1812 in Kronstadt als Sohn des Marineministers Admiral O. v. M.; gest. in Petersburg 21. Juli 1874, wurde 1817 dem Marinekorps zugeteilt, trat 1829 als Fähnrich in das Semenowsche Garderegiment, avancierte zum Adjutanten des Kommandierenden des Gardekorps und benutzte seine freie Zeit zu Studien in der Kunstakad. 1830 machte er den polnischen Feldzug mit und malte nach seiner Rückkehr sein erstes grösseres Bild „die Schlacht bei Ostrolenko“, das vom Kaiser Nikolaus erworben wurde. 1835 nahm er seinen Abschied, trat in die Akad. und wurde Schüler des damals gefeierten Brülow. 1839 zog er nach Rom, wo er 1840 das seinen Ruf begründende Bild „der Kuss“ malte, wofür ihn die Akad., die ihm bereits 13. I. 1840 die gr. gold. Med. zuerkannt hatte, zum Akademiker ernannte und ausserdem noch durch ein besonderes Belobigungsschreiben auszeichnete. Bei einem zweiten Besuche Italiens, 1847, trat er in Rom zu Overbeck in nähere Beziehungen und unterwarf sich fast völlig dessen Einfluss. Für sein Bild „Johannes predigt auf Patmos den Bacchusdienern“ erhielt er 1857 den Professorrang, eine Geldbelohnung von 10,000 Rbl. und den Wladimirorden. 1856 erwarb er das Gut Sall auf der Insel Ösel, wo sich eine umfangreiche Sammlung seiner Bilder, Studien und Skizzen befindet. Von seinen Gemälden nennen wir: Alceste führt Herkules aus dem Schattenreich, 1835. — Familienporträt, 1837. — Portr. der Frau Murawjew und ihrer Kinder. — Der Kuss, 1840 in Rom gem. (Erworb. v. Kaiser Nikolaus I., gestoch. von Simon Sacharow, 1843). — Die Nixe, nach der Ballade v. Puschkin „der Eremit“, 1841. Vom Künstler dem akad. Mus. in Petersburg geschenkt. — Die Braut mit dem Ring. — Tatjana einen Brief an Onegin sendend, nach der Dichtung von Puschkin (Erworb. von der Kaiserin Alexandra). — Das für die kranke Mutter betende Kind (Erworb. von derselben). — Die drei Mädchen. — Johannes predigt auf Patmos den Bacchusdienern, 1855 in Rom vollend. (Im Museum Alexanders III in Petersburg). — Die Aussetzung Mosis 1862. — Die Vision des Alexander Newsky vor der Schlacht an der Newa. — Die Gesandtschaft des Papstes Innocenz an Alexander Newsky (Für die Erlöserkirche in Moskau). — Alexander Newsky in der Schlacht an der Newa gegen die Schweden, 1864/65 gem. für den Alexandersaal im Kreml zu Moskau. — Judith, gem. 1870. — Die Kreuzigung Christi. Altargem. für die Kirche zu Wendau in Livl., 1871 gem. — Die Kreuztragung, nach dem Karton v. Brülow gem. für die Isaakskirche in Petersburg. (Im Museum Alexanders III. in Petersburg).

W. Neumann, Balt. Maler u. Bildh. des 19. Jahrh. S. 59–61. — „Wanderungen durch Oesels Vergangenheit u. Gegenwart“ im Arensburger Wochenblatt 1876 Nº 76.

Moeller, Reinhold v. Maler. Geb. 30. März 1847 zu Sommerpahlen in Livl., studierte anfänglich an der Universität Dorpat, dann von 1867–70 in München Zoologie, wandte sich dann aber der Kunst zu. Er besuchte bis 1875 die Münchener Akad., wo er Schüler von Straehuber und Wagner war. Bis 1880 arbeitete er unter Prof. Baisch, unternahm dann grosse Reisen, die ihn nach Algier, Griechenland, Palästina, England und Holland führten und liess sich 1892 in Dorpat nieder. Von ihm: Landschaft mit Weiden bei Abendbeleuchtung. — Landschaft bei heranziehendem Gewitter. — Küste bei Dover. — Strand bei Katwyk, Holland. — Am Kanal, Motiv aus Holland. (Bes. Stadtgal. Riga). — Heringsschiffe in der Brandung. (Abb. im Universum XIII. und Daheim 1888). — Sturm am Strande von Mereküll in Estl. — Frühlingsmorgen am Chiemsee. — Sturm, Motiv bei Jaffa. — Die grosse Sphinx von Gizeh bei Kairo.

W. Neumann, Balt. Maler u. Bildh. d. 19. Jahrh. S. 159–161.

Mös, Miniaturmaler, lebte von 1770–1776 in Riga.

Rigasche Anzeigen 1777 v. 2. Januar S. 6.

Mohrenschildt, Hugo Oskar v. Maler. Geb. 8. Juli 1818 im Kirchspiel St. Matthäi, als Sohn des Kreisgerichtsassessors Gideon Reinhold von M.; gest. 24. Dezember 1899 in Rom, besuchte die Petersburger Akademie als freier Zuhörer und wurde 10. XI. 1860 für eine Landschaft „aus den Sabinerbergen“ zum freien Künstler ernannt. Er liess sich in Rom nieder.

Inland 1857 S. 19 und 315.

Mohrenschildt, Robert Wilhelm. Maler. Geb. 1792, Sohn des Joh. Heinr. v. M. auf Jöggis und Hattoküll; gest. 9. Dezember 1849, bildete sich ebenfalls zum Maler aus.

Mohrenschildt, Woldemar Andreas Konstantin. Maler. Geb. 3. Juni (Juli ?) 1823 als Sohn des Berend Aug. v. M., studierte Ingenieurwissenschaften an der Hauptingenieurschule in Petersburg, wurde 1846 Ingenieur-Leutnant, besuchte darauf die Petersburger Kunstakad. als freier Zuhörer und wurde am 25. IX. 1850 für sein Bild „Antiochus von Syrien auf dem Krankenbette“ mit der gr. silb. Med. ausgezeichnet. 1854 wurde ihm für eine Verkündigung der Hirten die gold. Med. zuteil. Er ging dann nach Rom, trat hier zum Katholizismus über und lebte später in der Nähe von Lindau am Bodensee. Ausser den genannten Bildern sind von ihm bekannt geworden: Der Tod des heil. Sebastian, 1851. — Noah segnet Sem und Japhet, Skizze 1852. — Portr. eines Herrn von Löwenstern 1853. — Kosma Minin und die Nishegorodsker Bürger bitten den kranken Fürsten Posharski die Führung des Heeres zur Vertreibung des Feindes zu übernehmen, Skizze 1854. — Pilgerinnen (Bes. M. Baron Stackelberg, Dorpat).

Moritz, Friedrich. Maler. Geb. 25. Juni 1866 in Jewe in Estl., studierte 1885/86 Physik an der Dorpater Universität, besuchte seit 1887 die Akad. in Petersburg, ging 1890 nach Düsseldorf, wo er unter Prof. Arthur Kampf arbeitete und dann nach München, wo Prof. K. Marr sein Lehrer wurde. Nach einer Studienreise durch Italien und Frankreich liess er sich in Petersburg nieder, siedelte aber 1896 nach Riga über, wo er 1897 das Amt eines Lehrers für Freihandzeichnen am Polytechnikum übernahm. Seit 1905 in Berlin ansässig. M. ist hauptsächlich als Porträtmaler tätig.

W. Neumann, Balt. Maler und Bildh. d. 19. Jahrh. S. 140–141.

Mühe, Heinr. August Theodor. Maler u. Lithograph. Geb. 1794 in Braunschweig; gest. im Februar 1845 in Riga, kam um 1820 nach Riga, begründete hier eine lithographische Anstalt und übernahm 1830 das Amt eines Zeichenlehrers an der Lutherschule. Von ihm sind mehrere lithogr. Arbeiten bekannt.

Rigasche Stadtblätter 1825, 21. Juli; 1830 S. 299; 1841 S. 304; 1844 S. 23, 84; 1845 S. 47.

Müller, (gen. Müller von Riga) Johann Jakob. Landschaftsmaler. Geb. 7. März 1765 in Riga; gest. 21. September 1831 in Stuttgart, studierte in Jena, Göttingen und Erlangen Theologie, gab aber 1790, obgleich er bereits zum Pastor ordiniert worden war, den Beruf auf und wandte sich der Malerei unter der Leitung Chr. Klengels zu. Mit diesem ging er nach Rom und blieb dort bis 1797, wo er sich namentlich nach Claude Lorrain bildete. Er kehrte nach Deutschland zurück und liess sich in Stuttgart nieder, wurde hier Lehrer an der Kunstschule und am Gymnasium, ging mit einer Unterstützung des Kaisers Alexanders I. nochmals nach Italien und wurde Hofmaler des Königs von Würtemberg. Sein künstlerischer Nachlass kam in die Hände des Bildhauers Wilh. Braun. Von ihm: Die Grotte des Neptun bei Tivoli; in Rom gem. — Sorrent (Bes. Königl. Gemäldegal. Stuttgart). — Die Ruinen Pompejis mit Aussicht auf den Vesuv und die Insel Ischia. (Kam in den Bes. d. Königs Ludwig I. v. Baiern). — Abendlandschaft. Gegend v. Salerno. (Bes. Königl. Gemäldegal. Stuttgart). — Das Lauterbrunner Tal. — Via mala. — Der Reichenbachfall in der Schweiz (Nach dem Tode des Künstlers von Dörr in Heilbronn vollendet). — Bildnisse des Vaters und der Mutter des Künstlers, sowie ein Selbstportr. im Bes. seiner Grossnichte Frau Pauline Zinserling, geb. Müller, Riga. Einige seiner Bilder kamen in Kaiserl. Bes. nach Petersburg, andere befinden sich in dem Königl. Bairischen Schlosse zu Tegernsee.

W. Neumann, Baltische Maler und Bildh. des 19. Jahrh. S. 15–17.

Müller, Johann Julius. Rigascher Porträtmaler in der ersten Hälfte des 18. Jahrh. Für das Rathaus zu Riga malte er das Bild des Königs Karls XII. von Schweden. 1726 wird ihm der Auftrag zuteil die Porträts des Kaisers Peter I. und das der Kaiserin Katharina I. zu malen. Wegen einiger Kostümschwierigkeiten beim Bilde der Kaiserin soll beim Gouverneur Repnin angefragt werden. Ein Frauenporträt (Frau des 1748 verstorbenen Goldschmiedes Christopher Dey in Riga) im Besitz des städt. Museums in Riga könnte ihm zugeschrieben werden.

A. Buchholtz. Mitteilungen aus d. livl. Gesch. XV. S. 196.

Müller, Jakob Benjamin. Theatermaler. Geb. 1719 in Dresden, war Schüler von J. B. Grone und bildete sich auf verschiedenen Reisen weiter. Er wurde nach Petersburg berufen und hier von Baron Vietinghof, dem Begründer des Rigaschen Theaters für Riga gewonnen, wo er nach kurzer Zeit starb. Von ihm einige Federzeichnungen in dem Album des J. J. Voss im städt. Museum zu Riga und in dem v. Offenbergschen Album im Mitauer Museum.

Müller, Johann Jakob. Porträt- und Miniaturmaler, lebte zu Ende des 18. Jahrh. in Riga (auf Klüversholm); er malte Porträts in Oel und Aquarell, gab Unterricht im Zeichnen und malte auch Miniaturen für Dosen, Bracelets usw.

Rigasche Anzeigen 1794 S. 213.

Müller, Karl Theodor. Architekt. Geb. 30. Dezember 1817 in Reval; gest. 14. November 1891 in Petersburg, wurde Schüler der Petersburger Akademie, erwarb sich die üblichen Schülermedaillen und wurde 1863 Akademiker.

Munck, Bartholomäus, Porträtmaler, wurde 1772 Meister des Rigaschen Maleramts und lebte noch zu Anfang des 19. Jahrh. in Riga. Von ihm: Das Portr. des Dr. Gottl. Schlegel, Rektors der Domschule zu Riga, gem. 1763. — Das Portr. des Dr. med. Ambrosius Bergmann, gem. 1767 (beide im Dom-Museum zu Riga). — Das Portr. des Grafen George Brown, gem. 1788; gestoch. v. Joh. Em. Mansfeld in Wien. — Das Portr. des Heinr. Berend v. Rautenfeld, gem. 1772. — Portr. der Katharina Hedw. v. Kryger, gem. 1775. — Portr. des Franz Wilh. Christ. v. der Recke auf Neuenburg und dessen Gemahlin (um 1805).

Murrer, Franziskus. Arzt und Ingenieur. Geb. 12. April 1609 zu Neumarkt in der Oberpfalz; gest. 1681 in Riga, studierte Medizin und schloss sich 1633 der Gesandtschaft an, die Herzog Friedrich III. von Holstein-Gottorp unter der Führung des Gelehrten Adam Olearius nach Persien schickte. 1640 kam er nach Riga, wo er anfänglich als Arzt lebte, später auf Zureden seines Schwiegervaters, des schwedischen General-Quartiermeisters v. Rodenberg, sich der Baukunst widmete. Eine Professur an der Dorpater Universität lehnte er ab, ebenso eine Berufung in den Staatsdienst nach Ingermannland, dagegen beschäftigte er sich mit dem Fortifikationswesen und übernahm 1649 auf Anerbieten des Rigaschen Rats das Amt eines Stadtingenieurs. Von ihm stammt der grossartige Entwurf zur Befestigung Rigas vom Jahre 1650. Das Original im Bes. des städtischen Feldmessamts.

Rigasche Ztg. 1879 Nº 32: Ein rigascher Stadtingenieur des 17. Jahrh. von Alex. Buchholtz. Darnach in W. Neumann, Das mittelalterliche Riga S. 9, Anm. 14.