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Laengning, Jakob. Porträtmaler, lebte im letzten Viertel des 18. Jahrh. in Kurland, wo er auf verschiedenen Gütern mit Porträtmalen und Bilderrestaurieren beschäftigt war. Auf dem Gute Kalleten in Kurland befindet sich ein Bild des Gerhard Nolde, dessen Rückseite (nach [J. Döring]) die Inschrift trägt: Auf Sorgfältiges Anordnen Sr. Hochwohlgeborn H. Haubt-man Von Nold Seind Gegenwärtige 3 Portraits, die Hochdesselben Hause Intressant aus der fast gänzlichen Ruine wieder Hehrgestellt. Beendigt Anno 1778 d. 12. Febr. Jacob Laengning. Von ihm ausserdem bekannt: Ein Porträt des siebenjährigen Ludwig Kühtz, gem. Juni 1775 (war 1805–1833 Pastor in Ugahlen in Kurland. Das Bild kam 1883 in den Besitz des Mus. zu Mitau). — Die Porträts des Hn. U. G. v. Behr auf Schleck und dessen Gemahlin, geb. Nolde; bez. 3. Dezember 1775. — Porträt eines Herrn in reichem roten Kostüm mit dem Bande des Andreasordens (Bes. Maler E. Tode, Riga). — Porträt des Kaisers Paul, 1771 (Bes. Prov. Museum, Reval).
Laksmann, Johann. Zeichner. Geb. 1851 in Ruhenthal (Kurl.); gest. 17. April 1885 in Riga, bildete sich zu einem geschickten Zeichner aus und wurde 1883 diplomierter Zeichenlehrer an der Gewerbeschule in Riga. Von ihm die Adresse der livländischen Letten zum Regierungsjubiläum des Kaisers Alexander II. (19. Februar 1880) und ein Gedenkblatt zum lettischen Sängerfest in Riga 1880; in Buntdruck (17 Platten) ausgeführt von der Sieslackschen lithogr. Anstalt in Mitau.
Rigasche Ztg. 1880 Nº 37 Beilage; 1880 Nº 201 Beilage; 1883 Nº 253; 1885 Nº 87.
Landesen, Bertha v. Malerin. Geb. 27. Juli 1868; besuchte 1893/4 die Kunstschule in Berlin, trat 1895 in die Akademie der Künste zu St. Petersburg, die sie im Jahre 1900 absolvierte, und arbeitete dann zwei Jahre im Atelier des Professors Repin. Sie hat sich vorherrschend mit Porträtmalerei beschäftigt.
Launitz, Eduard Nikolaus Karl, Schmidt von der. Bildhauer. Geb. 23. November 1797 als Sohn des Pastors, späteren Propstes Joh. Magn. L. zu Grobin in Kurl.; gest. in Frankfurt a. M. 30. November (12. Dezember) 1869, kam 12 Jahre alt in die Erziehungsanstalt des Prof. Hundeiker zu Vechelde bei Braunschweig, nach deren Absolvierung er die Universität Göttingen zum Studium der Jurisprudenz bezog. Im Hause des Professors J. D. Fiorillo hatte er Gelegenheit sich mit kunstwissenschaftlichen Studien zu beschäftigen und ein Besuch der Dresdner Galerie brachte seinen Entschluss sich der Kunst zu widmen zur Reife. 1816 ging er nach Rom, wo Thorwaldsen ihn in seine Schülerzahl aufnahm. Um die Statue, des sich die Sandalen anlegenden Merkur an die Fürstin Golitzin abzuliefern, begab er sich nach Petersburg und empfing hier den Auftrag zu den Denkmälern für die Generale Kutusow und Barclay de Tolly, die 1826/27 vor der Kasanschen Kirche aufgestellt wurden. 1829 verliess er Rom, um sich in die Heimat zu begeben, liess sich aber auf Zureden seiner Freunde in Frankfurt a. M. nieder, das nun der Schauplatz seiner reichsten künstlerischen Tätigkeit werden sollte. Er hielt dort Vorlesungen im Städelschen Institut, auf Wunsch Schadows seit 1837 auch an der Düsseldorfer Akad. 1838 begleitete er den Grossfürsten Thronfolger Alexander nach Italien. L. hat sich auch um das Kunstgewerbe Verdienste erworben und sich auch literärisch nicht ohne Erfolg beschäftigt. 1869 wurde er ord. Mitgl. der Berliner Akad. Sein Bruder Alexander bildete sich in Rom ebenfalls zum Bildhauer aus. Er ging 1829 nach Nordamerika. Bekannt ist von diesem nur das Brustbild eines Sohnes seines Bruders, wovon ein Gipsabguss 1829 in das Mus. zu Mitau kam. Zu den Hauptwerken L’s. gehören: Die Büste von Justus Möser, 1820 auf Bestellung des Königs Ludwig von Baiern für die Walhalla bei Regensburg gefertigt. — Der Tod seines Bruders, des Adjutanten Georg v. der Launitz in der Schlacht bei Leipzig. Bronze in der Kirche zu Grobin in Kurl. (Gipsabguss im Mus. zu Mitau). — Grabmonument Lisakowitz. Hautrelief. — Nymphe (für den Fürsten Baratinsky gearb.). — Erato. (Erworben v. J. v. Krause auf Weisstropp bei Dresden). — Merkur. (Für die Fürstin Golitzin in Petersburg. Gipsabguss im Mus. zu Mitau). — Die Kolossalstatuen der Generale Barclay de Tolly u. Kutusow. Bronze. Vor der Kasanschen Kirche in Petersburg. 1826/27 vollendet. — Zwei Porträtbüsten, im Auftrage des Kaisers Nikolai I. — Porträtstatue der Herzogin Dorothea von Kurland, geb. Gräfin Medem. Um 1834 in der Villa Medem bei Mitau aufgestellt; seit 1863 auf dem Familiengute Elley bei Mitau. — Marmorbüste des Grossfürsten-Thronfolgers Alexander, 1838 in Rom ausgeführt. — Bronze-Denkmal Guiollet auf der Promenade in Frankfurt a/M. — Reliefs und allegorische Darstellungen für das Theater daselbst. — Grabmonumente: Für die Familie Regay in Genua; Martens u. Gontard in Frankfurt a/M. — Statuen des Land- und des Seehandels und der Australia für die Börse in Frankfurt a/M. (Die übrigen Personifikationen der Weltteile sind von Zwerger u. Wendelstadt). — Zwei lebensgrosse Pagengestalten als Fackelträger für das Treppenhaus des Bankiers Mumm in Frankfurt a/M. — Statue des Feldmarschalls Grafen Leiningen-Westerburg. (Galvanoplastisch in Kupfer ausgeführt). — Festdekoration zur 400 jährigen Feier der Erfindung der Buchdruckerkunst in Frankfurt a/M. — Das Gutenberg-Fust-Schöffer-Denkmal auf dem Rossmarkte in Frankfurt a/M. 1857 vollendet. — Racestudien. (15 Büsten). — Denkmal des Anatomen S. Th. v. Sömmering in Frankfurt a/M. 1866 vollendet.
L. gab heraus: Die Anatomie der Gewandung. — Wandtafeln zur Veranschaulichung antiken Lebens und antiker Kunst (Nach seinem Tode 1870 in Kassel erschienen).
Allgem. deutsche Biographie Bd. 18 S. 54. — Balt. Monatsschr. VIII. S. 483. — W. Neumann, Balt. Maler und Bildhauer des 19. Jahrh. S. 34–38. — Ein Bild des Launitzschen Ateliers in Frankfurt von M. Oppenheim im Städelschen Mus. Kat. Nº 426.
Launitz, Robert Eberhard Schmidt von der. Bildhauer. Geb. 4. November 1806 in Riga als Sohn des Pastors und späteren Grobinschen Propstes Dr. Christ. Friedr. v. d. L.; gest. 13. Dezember 1870 in New-York. Neffe des [Vorigen]. Zum Militärdienst bestimmt, besuchte er seit dem 15. Lebensjahre eine Militärschule, wurde aber gelegentlich eines Besuches im väterlichen Hause von seinem zufällig anwesenden Onkel (1822), der die künstlerische Veranlagung seines Neffen erkannte, bestimmt sich der Kunst zu widmen. Er ging darauf nach Rom, wo er ebenfalls Schüler von Thorwaldsen wurde. 1827 siedelte er nach Amerika über, wo er ein Atelier eröffnete und gleichzeitig mit einem John Frazee ein Geschäft zur Anfertigung von Grabsteinen und Grabmonumenten gründete. 1833 wurde er Mitglied der National Academy of design in New-York. Unter dem Titel: Designs for Monuments and Headstones veröffentlichte er eine Anzahl von Entwürfen zu Grabsteinen und kleinen Grabdenkmälern. Von ihm: Das Pulaski-Monument in Savannah (Georgia). — Das Monument der Feuerwehr in Greenwood-Cemetery (New-York). — Das Wilder-Monument in Louisville (Kentucky). — Das Monument des Obersten R. M. Johanson in Francfort (Kentucky). Das Kentucky-Military-Monument, lebensgr. Gruppe von 3 Figuren. — Die allegorischen 15 Fuss hohen Figuren an der Fassade der Parkbank in New-York. — Denkmal des Generals Thomas in Troy, New-York. In Gestalt eines Sarkophags ausgeführt.
Rigasche Stadtbl. 1872 S. 13. — Rigasche Ztg. 1873 Nº 120. — Ztschr. für bild. Kunst 1872 S. 270. — Rigaer Tagebl. 1897 Nº 246. — W. Neumann, Baltische Maler und Bildhauer. S. 38.
Lebedew, Michael. Landschaftsmaler. Geb. 1815 in Dorpat als Sohn eines armen Schuhmachers; gest. 19/31. Juli 1837 in Neapel an der Cholera. Er kam als Knabe in die Petersburger Akademie und wurde Schüler des ebenfalls jung verstorbenen Prof. Tschredin. Seine angegriffene Gesundheit bewog den Conseil der Akademie ihn nach Italien zu schicken, wo er trotz seiner Jugend bald zu den anerkanntesten Künstlern zählte. Vor seiner Abreise hatte er auf der akad. Kunstausstellung in Petersburg (1836) drei Ansichten aus Petersburg ausgestellt, mit denen er, wie sein Meister, eine neue Aera der Landschaftsmalerei einleitete. 1833 war er für eine Landschaft am Ladogasee zum Pensionär auf Kosten des Kaiserl. Kabinetts bestimmt und mit dem Range eines freien Künstlers ausgezeichnet worden.
St. Petersburger Ztg. 1837 Nº 180. — Inland 1837 S. 567. — R. Muther, Gesch. d. Malerei des 19. Jahrh. III S. 353.
Lehmann, Moritz. Theaterdekorationsmaler. Geb. 1819 in Dresden; gest. 28. August 1877 in Pest. Er hatte seine Ausbildung in Dresden empfangen, war dort für die Hofbühne beschäftigt und wurde 1850 zum Hofdekorateur ernannt. 1861 übernahm er die Direktion des Karltheaters in Wien und kam, als dieses Unternehmen missglückte, 1863 als Theatermaler nach Riga. 1865 befand er sich in Leipzig und die von ihm in Riga begonnenen Dekorationen wurden von seinem Schüler Gilbert vollendet.
Rigasche Ztg. 1863 Nº 235; 1877 Nº 204, 208. — Ztg. f. Stadt und Land 1877 Nº 204. — Rigaer Theater- und Tonkünstlerlexikon S. 136/37.
Leuttner (Läuttner), Johann Andreas. Porträtmaler. Geb. im März 1678; gest. 23. April 1745 in Mitau, war der Sohn eines „Posamentierischen Kaufhändlers“, stand anfänglich in schwedischen Militärdiensten und liess sich später in Mitau als „Conterfaier“ nieder.
Kirchenbuch der reform. Kirche zu Mitau (J. Döring).
Leuttner, Christopher Ferdinand. Maler. Geb. 14. Dezember 1722 in Mitau; gest. daselbst 22. November 1788. Sohn des [Vorigen]. Wo er seine Ausbildung erhalten hat, ist unbekannt. 1764 wird er Bürger und als ein „ehrsamer kunsterfahrener Mahler“ bezeichnet. Seine schriftlichen Aufzeichnungen, sein sog. Merkbuch, bewahrt das Museum zu Mitau. Er malte neben unterschiedlichen Heiligenbildern die Altargemälde für die katholische Kirche zu Skaisgirren in Litauen (1767) und für die Kirche zu Szagarn (1775). Im Album des Rigaschen Apothekers Jakob Johann Voss von ihm eine auf ein Kartenblatt gemalte Allegorie der Musik (Museum, Riga).
Sitzgsbr. der Gesellsch. f. Lit. u. Kunst 1869 II. Aufl. S. 377.
Lindblohm, Louis Theodor. Maler. Geb. 27. November 1860 in Tula in Russland, (sein Vater stammte aus Windau) erhielt seine Erziehung in Riga, dem Geburtsorte seiner Mutter, und hier auch den ersten Kunstunterricht von dem Maler [G. v. Lischewitz], der ihm auch riet sich, bei seiner besonderen Begabung für die Darstellung der Tiere, der Jagdmalerei zuzuwenden. Er bezog 1878 die Kunstschule in Weimar und war hier fünf Jahre Schüler des Tiermalers A. Brendel, dann auch von M. Thedy. Nach einem kurzen Aufenthalt in Düsseldorf liess er sich in Weimar nieder, wo seine Jagdbilder, in denen er namentlich die Darstellung der Elche und Rehe bevorzugt, gesucht sind. Einige seiner Arbeiten in baltischem Privatbesitz.
Linde, Andreas. s. [Benson].
Linde, Johann Heinrich. Porträtmaler und Lithograph, war ein Schüler und Nachahmer des Anton Graff in Dresden. Er arbeitete im ersten Viertel des 19. Jahrh. in Riga, wo er ein Atelier in der Schlosstrasse besass. Von ihm: Ein Porträt des Rigaschen Ratsherren Joh Heinr. Niemann. Lithgr. 1822. — Ein Porträt des Rigaschen Bürgermeisters Aug. Wilh. Barclay de Tolly. Lith. 1824 fol. — Ein Porträt des Oberpastors der St. Jakobikirche zu Riga K. L. Grave. Lith. 1825. — Von ihm wahrscheinlich auch die Portraits des Schauspielers Konrad Heinrich Loofe (1749–1828) und dessen Gattin Eleonore Sophie, geb. Schmalfeldt (1763–1812), denen die Porträts des Apothekers J. J. Voss und dessen Gattin von Graff (Museum Nº 63, 64) sichtlich zum Vorbild gedient haben.
Lindenberg, Max. Bildhauer. Geb. 13. November 1873 in Riga, wurde Schüler des Bildhauers [Aug. Voltz] in Riga und genoss zugleich den Unterricht des Malers [v. Rosen]. Zu weiterer Ausbildung ging er nach Berlin, wo er u. a. im Atelier von Bieber tätig war. Er hat sich durch einige Salonfiguren gut eingeführt; (Gladiator, Mädchenkopf); neuerdings auf kunstgewerblichem Gebiet tätig.
Liphart, Ernst Friedrich v. Maler und Radierer. Geb. 24. August 1847 in Ratshof bei Dorpat als Sohn des bekannten Kunstforschers Karl Eduard v. L. Lebt z. Z. in Petersburg. Sein erster Lehrer war der Jugendfreund seines Vaters, der Universitätszeichenlehrer [Woldemar Krüger]. 1863 siedelte der Knabe mit seinen Eltern nach Florenz über, wo er unter der Anleitung seines Vaters seine Studien selbständig fortsetzte. Durch den Maler Stöckler, einen Schüler Passinis, wurde er auf die Aquarellmalerei gewiesen und erhielt mannigfache Anregung durch Franz Lenbach, der 1865 im Auftrage des Grafen Schack nach Florenz gekommen war. Mit Lenbach ging L. 1866 nach Spanien und arbeitete mit diesem gemeinschaftlich für die Schacksche Galerie. 1868 kehrte er nach Florenz zurück, wo ihm bald grössere Aufträge zuflossen, namentlich von dem Fürsten Alexander Lieven aus Fockenhof in Kurland, mit dem er 1873 Paris besuchte. Die Schätze des Louvre und der angenehme Verkehr, den er hier fand, veranlassten ihn hier seinen bleibenden Wohnsitz zu nehmen. Vorübergehend weilte er 1874 und 1875 in der Heimat. 1886 kam er nach Petersburg, um eine Kaiserliche Bestellung selbst zu überbringen und nahm seit jener Zeit, da das nordische feuchte Klima seiner Gesundheit zuträglicher erschien, hier seinen Wohnsitz. Für die Galerie des Grafen Schack in München (jetzt Eigentum des deutschen Kaisers) malte L. 9 Kopien nach Velasquez, Murillo, Raffael, Giorgione und Tizian. — Im Marmorpalais zu Petersburg mehrere Deckenmalereien; im Palais des Grossfürsten Alexei Alexandrowitsch (†) von ihm dekorative Wandbilder, Deckengemälde auch in der Villa der Grossfürstin Maria Nikolajewna in Quarto bei Florenz, und in der Villa Siegle in Stuttgart. Zahlreich sind die von Liphart gemalten und radierten Bildnisse.
K. Krüger in der balt. Monatsschr. Jahrg. 41 S. 47–49. — W. Neumann, Balt. Maler und Bildh. des 19. Jahrh. S. 126–131.
Lischewitz, Georg v. Porträt- und Historienmaler. Geb. 1809 in Riga; gest. daselbst 23. November 1887, Schüler der Dresdner Akademie von 1829–1833, dann von Cornelius in München. Nach längerem Aufenthalt daselbst ging er auf zwei Jahre nach Italien und kehrte dann in die Heimat zurück. Die Petersburger Akad. ernannte ihn zum akad. Künstler. Von ihm sind mehrere Porträts und ein Altargemälde in der Kirche zu Windau (1835) bekannt.
Rigasche Stadtbl. 1836 S. 211; 1853 S. 204; 1859 S. 144. — Anzeiger für Libau und Umgegend 1887 Nr. 275. W. Neumann, Balt. Maler und Bildh. des 19. Jahrh. S. 175.
Lithen, Johann. Zeichner. Er stammte wahrscheinlich aus Schweden und hielt sich um die Wende des 17. Jahrh. in Livland auf, wo er eine Reihe von Szenen der Kämpfe Karls XII. zeichnete, die in der Lebensbeschreibung des Königs von S(amuel) F(aber) erschienen. Seine Unterschrift tragen nur vier dieser Kupfern, doch sind auch die übrigen augenscheinlich von seiner Hand. In Band 1 des gen. Werks: Prospekt der Neumündischen Attaque .... 1700 .. den 12. Marty ..... Die Königl. Schwedische Bombardirung der Festung Dünamünde ... 1701 ... d. 21/11 December bez. Joh. Lithen del. (Zwei Bilder auf einer Platte). In Band 2: Prospekt der Stadt Riga von jenseit der Düna, da der General Lieut. Flemming mit den Saxischen troupen zu berennen kam. Ao 1699 d. 12. Febr. .......... Prospekt der Stadt Riga von Lifländischer seiten unter bloquirung des Königs von Polen. Ao 1701. Joh. Lithen del ad vivum. (Zwei Bilder auf einer Platte). — Prospekt von der Glorieuse Descente und Action, welche Ihro Königl. May. von Schweden König Carl XII Anno 1701 den 9. July bei Riga über die Düna gegen die Sächsischen vorgenommen .... Johann Lithen ad vivum del. — Plan wie auch Prospekt von dem Schloss Kokenhusen, welches von dem König von Polen, mit dessen Sächsischer Armée im Monat Septemb: 1700 berennet und bombardiret, beschossen wie auch Miniret worden, da es endlich durch Accord übergegangen. Johann Lithén Delineavit.
Löwis of Menar, Andreas. Kupferstecher und Radierer (Dilettant). Geb. 27. Dezember 1777 zu Wannamois in der Wiek; gest. 16. September 1839 zu Kaipen in Livl., diente von 1794–1797 im russischen Militär, ging 1801 ins Ausland, studierte in Jena und Heidelberg und widmete sich in Schwetzingen zwei Jahre dem Studium der Forstwissenschaft. 1808 kehrte er nach Livland zurück, wurde 1811 Sekretär der livl. gemeinnützigen und ökonomischen Sozietät und beschäftigte sich neben seiner Berufstätigkeit mit Zeichnen und Kupferstechen, worin angeblich der Kupferstecher [C. A. Senff] sein Lehrer gewesen sein soll. Seine ersten Versuche datieren aus dem Jahre 1819. Auch schriftstellerisch hat L. sich betätigt. Von ihm: Bauernhütte. — Bauernhütte mit zwei Figuren. — Bergsee. — Desgl. — Haus mit Baum. — Brücke über einen Wasserfall (Erstlingsarbeiten, die nicht für die Oeffentlichkeit bestimmt waren). — Schloss Neuhausen (das farbige Original in der livl. Ritterschaftsbibliothek). — Schloss Ronneburg. — Schloss Kokenhusen. Veröffentlicht in Band 1 und 2 des Inländischen Museums, herausgeg. v. C. E. Raupach, Dorpat 1820/21. 8o.
Hafen von Latakieh (Laodicea ad mare). — Das St. Chrysostomuskloster auf Cypern. — Bufavento auf Cypern. — Mamum Kalessi bei Cyzicus. — Ruinen der Wasserleitung bei Parium. — Castro auf Samothrake. — Kloster Lawra auf dem Berge Athos. — Lemnos. — Hierapolis (Pambuck-Kalessi). — Assem Kalessi (Jassus). — Nach Aufnahmen von Otto Friedrich v. Richter zu dem Werke: Wallfahrten im Morgenlande. Nach Richters Tagebüchern und Briefen dargestellt von J. P. G. Ewers. Berlin 1822. 8o.
Schloss Wenden. — Dasselbe in grösserem Masstabe. — Schloss Ronneburg (in zwei Grössen). — Schloss Kokenhusen. — Dasselbe in anderer Darstellung. — Schloss Ringen. — Der innere Hof der Burg Treiden. — Marienburg in Livl. — Helmet. — Neuhausen (Stiche zu dem von ihm herausg. Werke: Denkmäler aus der Vorzeit Liv- und Estlands. Heft 1 Riga und Dorpat 1821. Heft 2 ibid. 1827. 4o. Zum zweiten Heft schrieb den Text J. G. D. Schweder).
Unveröffentlichte Stiche, z. T. für die Fortsetzung der „Denkmäler“ bestimmt: Neuhausen — Ronneburg — Das Aatal mit Burg Treyden — Das Brigittenkloster bei Reval. — Kloster Padis in Estland. — Die Domruine zu Dorpat.
Landschaften: Quistental bei Dorpat. — Wohnhaus in Panten. — Herberge in Panten (oder Lehlen). — Die Eiche des Thutergesindes beim Gute Lehlen. — Bauernbadestube in Üllenorm bei Dorpat. — Altlivländischer Burgberg. — Parklandschaft. — Haus hinter einer Anhöhe. — Dasselbe in grösserem Format. — Haus mit zerstörtem Dach an einem Teich (vielleicht Motiv aus Panten). — Kreuz am Meeresstrande, nach dem Müllerschen Roman „Kraft der Weihe“. — Haus mit Ausbau. — Wassermühle. — Haus im Mondschein. — Ein Weib zu Pferde, neben ihr ein Mann mit einem Hunde; im Hintergrunde ein Schloss. — Drei Linden in Panten. — Wassermühle. (Ein Teil der Platten, im Bes. des Hn. Ritterschaftsbibliothekars C. v. Löwis in Riga).
Allgem. Schriftsteller- und Gelehrtenlex. der Prov. Liv-, Est- und Kurland. — K. L. Blum, Ein Bild aus den Ostseeprovinzen oder Andreas v. Löwis of Menar. Berlin 1846.
Londicer, Ernst Wilhelm. Maler. Geb. um 1655 in Reval als Sohn des aus Schottland stammenden Kommandanten von Reval Georg L.; gest. vor dem 9. November 1697, wahrscheinlich an der Pest. Er sollte sich wissenschaftlichem Studium widmen, wie er gelegentlich in einem Schreiben an den Revaler Rat mitteilte, wandte sich aber der Kunst zu, die er, allem Anschein nach, in Deutschland und Holland gelernt hat. Zu Beginn der achtziger Jahre ist er wieder in Reval nachweisbar, erhält hier viele Aufträge und wird zum Maler der estländischen Ritterschaft ernannt. Sein Porträt von P. Schenck in Schwarzkunst ausgeführt, trägt die Unterschrift: Ernest. Guilel. Londicer. Nob. Ord. pr. Eston. Equestr. Pictor. Von ihm: Das Portr. des livl. Generalsuperintendenten Mag. Joh. Fischer, gem. 1686. (Bes. Dommus. Riga. Auch in Kupfer gest. 1693). — Das Portr. des grossen Kurfürsten (Bes. Schwarzhäuptergesellsch. Reval). — Nach ihm gestochen ist das Titelblatt der 1695 in Rudolstadt gedruckten livl. Chronik des Pastors Christ. Kelch; gest. v. Jacob v. Sandrart. — Desgl. das Portr. des Revalschen Superintendenten Mag. Joach. Salemann. — Die Domkirche zu Reval besass von ihm ein Abendmahl und eine Kreuzigung, 1695/96 gem. Sie wurden 1881 durch eine Kreuzigung von [E. v. Gebhardt] ersetzt. — Die Portrs. der schwedischen Gouverneure Bengt Horn und Andreas Torstensohn werden, als von ihm gemalt, in einem seiner Schreiben an den Revaler Rat genannt.
W. Neumann, Ernst Wilhelm Londicer. Ein Revaler Maler des 17. Jahrh. Revaler Beobachter 1895 Nº 198 und 199. In beschränkter Zahl mit Portr. des Malers auch als Separatabdruck erschienen. — Derselbe: Kunstbeilage des Rigaer Tageblatts 1908 Nº 3 S. 10 ff., mit Abbildungen.
Loudon, Elise Baronesse v. Malerin. Geb. 11. Januar 1852 in der Nähe von Mitau, von 1867–1870 Schülerin des Malers [Jul. Döring] in Mitau, trat nach einem Besuche Deutschlands, Italiens und Frankreichs 1883 als freie Zuhörerin in die Petersburger Akad. und ging 1887 nach Paris, wo sie Schülerin von J. Lefèvre und Boulanger wurde, gleichzeitig auch unter Bogoljubow arbeitete. Im Herbst 1888 liess sie sich in Petersburg nieder, zog aber bald nach Florenz, das sie seit jener Zeit zu ihrem ständigen Wohnsitz erkoren hat und wo sie neben künstlerischen auch kunstwissenschaftlichen Arbeiten obliegt. Sie hat sich eingehend mit dem Studium und der Rekonstruktion der Fresken des Andrea del Sarto beschäftigt u. mehrere tüchtige Porträts gemalt.
W. Neumann, Balt. Maler u. Bildh. d. 19. Jahrh. S. 144–146.
Lynen, Johann von der. Maler. Gest. um 1522, vielleicht identisch mit dem Maler [Johann] (der lange her Johann) s. d. Er malte 1466/67 ein Marienbild für das Rathaus in Riga, wofür er 11 Mark Rig. erhielt. 1470/71 erhält er für die malerische Ausstattung einer „Scheibe“ für die St. Petrikirche zu Riga 4 Mk. Rig. Nach den Rigaschen Erbebüchern erwarb Joh. v. d. L. am 14. XII. 1509 ein Haus in der „schohstrate“ (jetzt Scheunenstr.). Er ist vor dem 15. September 1522 gest., denn an diesem Tage verkauft der Bürgermeister Wilh. Tideken als Vormund seines nachgelassenen Sohnes Lorenz das von ihm erworbene Haus.
Kämmereibuch und Erbebuch der Stadt Riga II. 218.