K
Kaff (Kaffen), Johann. Kupferstecher; wird am Ausgang des 17. Jahrhunderts als herzogl. kurländischer „Hofkupferstecher“ aufgeführt in einem Verzeichnis der Deputate der herzogl. Hofbeamten. 1684 wird er gelegentlich der Huldigung genannt.
Inland 1840 S. 614, 615. — Jahrbuch f. Gen. Herald. und Sphrag. 1894 S. 161 Anmerk. 16.
Kahl (Soukowsky), Karl. Landschaftsmaler. Geb. 1873 in Riga, trat 1892 in die Düsseldorfer Akad. und arbeitete unter Lauenstein, Kampf und P. Janssen. Er wandte sich später nach München und Karlsruhe, bereiste Holland und Belgien und ging dann nach Paris, kehrte von dort nach Düsseldorf zurück und lebt seit 1898 in Witebsk. Wir nennen von seinen Bildern: Herbstgold. — Regentag. — Lange Schatten.
Kally, Gottlob. Holzschneider, arbeitete im Atelier des Malers [Ludw. v. Maydell] in Dorpat. Unter den Holzschnitten, die Maydell 1842 zur Kunstausstellung nach Riga gegeben hatte, befanden sich ausser denen von [A. Gern] und [M. Michelson] auch Holzschnitte von ihm. Als Frucht eines längeren Aufenthaltes in Dresden ist ein Holzschnitt nach einem Bilde von G. Reni in der Dresdner Gal. anzusehen, der sich 1871 auf der Kunstausstellung in Dorpat befand. K. erhielt 26. September 1847 den Rang eines freien Künstlers. [W. Juncker] malte in Dresden sein Porträt.
Inland 1848 Nº. 5. — Сборникъ матер. д. исторіи Имп. Акад худ. за 100 лѣтъ.
Kalpus, Hermann, s. [Calpus].
Karing, Georg Rudolf. Maler. Geb. 1807 in Riga; gest. daselbst 9. Juli 1858, war Schüler des Malers W. Hensel in Berlin und liess sich 1840 in Riga nieder, wo er Unterricht im Zeichnen und Malen erteilte. Neben dem historischen Genre beschäftigte er sich hauptsächlich mit Porträtieren. Von seinen Bildern erwähnen wir: Heinrich dem Vogler wird die Kaiserkrone dargebracht, 1837 in Berlin gem. Die Farbenskizze in der Gal. Brederlo, Riga. — Peter der Gr. als Schiffszimmermann in Saardam, gem. 1838 als Konkurrenzbild um den Demidowpreis der Petersburger Akad. K. erhielt den Preis nicht; ihm fehlte eine Stimme. — Porträt des Oberpastors D. G. von Bergmann, 1839; lith. v. [G. v. Budkowsky], 1840. — Porträt des Aeltermannes der St. Johannisgilde in Riga Joh. Jak. Wiesemann. — Altargemälde für die Kirche zu Sissegal, 1846.
Rigasche Stadtbl. 1839 S. 6, 233 ff.; 1840 S. 30, 386; 1846 S. 368; 1858 S. 142, 234, 259. — Inland 1858 S. 606.
Kelberg, Alexander Otto. Maler. Geb. 10. September 1815 in Reval; gest.? trat 1835 in die Dresdner Akademie und verliess sie 1837, um nach Düsseldorf zu gehen. 1843–1846 war er Zeichenlehrer am Gymnasium in Reval.
Kellar, James. Maler. Geb. 1750 in London; gest. 1810 in Riga, war der Sohn eines englischen Obersten, studierte in Oxford, bereiste Frankreich und Italien und widmete sich in Rom der Malerei. Vorübergehend nahm er Militärdienste, diente auf Minoria, Madras und in Amerika und kam 1783 nach Riga, wo er sich wieder mit Malerei und hauptsächlich mit Miniaturmalerei zu beschäftigen begann. 1785 ging er nach Petersburg und wurde hier 1788 von der Akad. zum akad. Künstler ernannt. Er kehrte in demselben Jahre nach Riga zurück und übernahm hier 1793 das Amt eines Zeichenlehrers an der Domschule. 1804 wurde er in gleicher Eigenschaft am Gymnasium beschäftigt und 1809 emeritiert.
Programm der Rigaschen Domschule: Gesch. des Rigaschen Gymnasiums 1829.
Kellner, Johann Friedrich, lebte in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts in Reval und wird als „Conterfeyer“ gerühmt; mehr als 30 Jahre stand er an der Spitze des Maleramts daselbst.
Revaler Ratsarchiv. Akte B. f. VI. 33.
Kelterborn, Adolf. Porträtmaler, stammte aus Stettin. Er hatte seine Studien in Königsberg und Berlin gemacht und hielt sich seit der Mitte der vierziger Jahre bis 1859 mit geringen Unterbrechungen in Kurland, grösstenteils in Goldingen auf. Ausser einer Anzahl von Bildnissen ist ein Bild „Schlitten fahrende Kinder“ von ihm bekannt.
(J. Döring.)
Kessner, August. Maler, arbeitete 1826 in Berlin und hielt sich von 1830 bis Anfang 1838 in Riga auf, abwechselnd auch in Petersburg, mit Porträt- und Genremalerei sich beschäftigend. 1841 lebte er in Raschwitz bei Leipzig. Die Gesellschaft der Schwarzhäupter in Riga besitzt von ihm ein Porträt des Kaisers Alexander I zu Pferde (Kopie nach Gérard). In der Brederloschen Gal. (städt. Mus.) zu Riga sein Selbstporträt und ein Porträt des Kaisers Alexander I nach dem Stich von Seliwanow. Anderes in Privatbes.
Rigasche Ztg 1838 Nº 30. — H. W. Singer: Künstlerlexikon.
Kiepert, Hermann August Moritz. Historien- u. Porträtmaler. Geb. 1828 in Königsberg i. Pr.; gest. 21. Dezember 1887 in Mitau, war in Königsberg Schüler von L. Rosenfelder, dem ersten Direktor der dortigen Malerakad. und studierte von 1852–56 in Düsseldorf. 1858 liess er sich in Mitau nieder und gründete hier in der Folge ein photographisches Atelier, das er aber 1872 aufgab, um zunächst nach Riga, dann nach Petersburg überzusiedeln. Hier beschäftigte er sich ebenfalls mit Photographie und wurde für ein lebensgrosses Porträt des Grossfürsten Thronfolgers mit einem Brillantring ausgezeichnet. Durch Kränklichkeit gezwungen kehrte er nach Mitau zurück. Von ihm sind mehrere Porträts bekannt; ausserdem: Mignon, Tod der Kleopatra und einige Altargemälde.
J. Döring.
Kirstein, Edith. Bildhauerin. Geb. 24. August 1881 in Sagnitz in Livl., war anfänglich Schülerin des Malers [F. Moritz], widmete sich dann der Bildhauerkunst unter Prof. Ludw. Menzel in Berlin. Von ihr zwei Büsten auf der Jub. Ausstellung 1901 in Riga.
Klara, August Philipp, s. [Clara].
Kleist, Emma v. Malerin. Geb. 29. Mai 1840 auf dem Gute Lemsern in Kurl.; gest. 17. Juli 1892 in Riga, empfing ihre erste Ausbildung von [Jul. Döring] in Mitau, dann unter [K. A. Poorten] und [O. Pölchau] in Riga. Zu weiterer Ausbildung ging sie 1880 nach Berlin, München und Dresden. Sie unterrichtete später an verschiedenen weiblichen Unterrichtsanstalten in Riga. Ausser mehreren Landschaften von ihr das Altargemälde der Kirche zu Kerklingen in Kurland.
Nach Familiennachrichten.
Klemm, K. W. Geschickter Dilettant. Er lebte zu Anfang des 19. Jahrhunderts als Gouvernementsrentmeister in Mitau und zeichnete viele Porträts, namentlich nach älteren Gemälden. Die meisten seiner Zeichnungen wurden von Joh. August Rosmäsler (1753–1783) in Leipzig in Kupfer gestochen. Es gibt von ihm folgende Arbeiten: Porträt des Herzogs Jakob von Kurland. — Porträt der Herzogin Louise Charlotte von Kurland. — Porträt des Staatsmannes Theod. Reinkingk. Bez. K. W. Klemm p. Rosmaesler sc. 8o. (In Albers Nord. Almanach für das Jahr 1806). — Porträt des Herzogs Gotthard von Kurland. — Porträt der Herzogin Anna von Kurland. — Porträt des Rigaschen Bürgermeisters Joh. Christoph Schwarz. Bez. Klemm pinx. Rosmäsler fec. 8o. (In Albers Nord. Almanach für das Jahr 1807). — Porträt des Herzogs Friedrich von Kurland. — Porträt des Herzogs Wilhelm von Kurland. Bez. K. Klemm p. Rosmäsler sc. 8o. (Im Nord. Almanach für das Jahr 1809). — Ansicht von Doblen in Kurland. Bez. C. W. Klemm del. J. P. Veith sculps.
Klever, Julius v. Geb. 31. Januar 1850 in Dorpat, trat 1867 in die Petersburger Akademie um Architektur zu studieren, wandte sich aber schon im nächsten Jahre unter Prof. Worobjew der Landschaftsmalerei zu. Er erwarb sich in kurzer Zeit mehrere Med. und wurde 1876 für sein Bild „Frühling in Russland“ zum akadem. Künstler I. Gr. ernannt. 1878 wurde er zum Akademiker und 1881 zum Professor befördert. Zurzeit in Berlin tätig. K. gehört zu den fruchtbarsten Landschaftsmalern der russischen Schule. Von seinen Gemälden heben wir hervor: Herbstwald, 1874 (Bes. Gal. Tretjakoff, Moskau). — Dorflandschaft im Oreler Gouvern. im Winter (Bes. Fürstin Imeritinski). — Verlassener Park in Marienburg, Livl. (Bes. Terechtschenko, Kiew). — Motiv von der Insel Nargen bei Abendbeleuchtung (Bes. Semenow, Petersburg). — Im russischen Tannenwald, Winterlandschaft bei Sonnenuntergang (Bes. Grossfürst Nikolai Michailowitsch). — Rotkäppchen im Walde (Abb. im Daheim 1886. In Kaiserl. Bes.). — Stilleben im Walde, 1883 (Bes. Grossfürst Nikolai Michailowitsch). — Welke Blätter; Motiv aus einem Park in Dorpat. Radiert von B. Mannsfeldt in Lützows Zeitschrift für bildende Kunst, 1884 (Bes. Baron E. Girard de Soucanton, Reval). — Verlassener Park, 1883 gem. (Bes. der Vorige). — Illumination des Kremls in Moskau zur Krönung des Kaisers Alexander III; in Gemeinschaft mit [O. Hoffmann] (In Kaiserl. Bes.). — Weg über einen Sumpf in Finnland (Bes. Dr. Botkin, Petersburg). — Fischerdorf am Peipussee im Winter, 1885 gem. (Abb. in Kunst für Alle, Oktob. 1886. Bes. Akad., Petersburg). — Winterabend in einem Fischerdorfe in der Umgebung von Petersburg (Bes. Baron Girard de Soucanton, Reval). — Schnepfenstrich, Farbenskizze und Original (Bes. Konsul N. Koch, Reval). — Strandlandschaft (Bes. Frau Baronin Girard Reval). — Die Haberssche Bucht (Bes. Baron Girard, Reval). — Motiv aus Rocca al mare bei Reval. — Blick auf Reval von Rocca al mare aus (Bes. Baron Girard, Reval). — Dorf im Schnee bei Sonnenuntergang (Bes. Frau H. v. Nottbeck, Reval). — Das Wasserfest auf der Düna zur Feier des 700 jähr. Bestehens der Stadt Riga im Jahre 1901. (Bes. Städt. Mus. Riga).
W. Neumann, Baltische Maler und Bildhauer. S. 161–163.
Klingstedt, Karl Gustav. Miniaturmaler. Geb. 1657 in Riga; gest. 1734 in Paris, trat mit 15 Jahren in schwedische Kriegsdienste und diente von 1677 ab im französischen Heere. 1689 nahm er seinen Abschied, um sich der Malerei zuzuwenden. Er malte hauptsächlich Miniaturen auf Elfenbein in chinesischer Tusche, mit Vorliebe aber freie Szenen auf Tabaksdosen. Der franz. Minister Kardinal Guill. Dubois, der dem alternden Künstler eine Pension gewährte, nannte ihn den „Raffael der Tabaksdosen“. Von ihm: Venus auf dem Meere wandelnd. — Triumph der Galathea. Radiert v. Bernhard Picart. — Mönch eine Nonne züchtigend. Oelgem. (Befand sich in der Sammlung des Schlosses Kolzen in Livland, soll angeblich zerstört worden sein). — Porträt Peters I. in Paris gem. für Lord Heresford; darnach ein Bild des Kaisers im Brit. Mus. zu London. — Susanna im Bade. 1891 auf der Auktion Spitzer versteigert.
Füessli, Allgem. Künstlerlex. Ausg. v. 1763 (nach l’Advocat: Dictionaire historique portatif, Basle 1758). — W. Becker und Görling, Kunst und Künstler des 18. Jahrh. — D. A. Rowinsky, Подробн. словарь русск. гравиров. портретовъ IV. S. 681.
Klint, Cyriakus. Zinngiesser und Graveur. Geb. 1502; gest. 1592, war ein Schüler des als Dichter bekannten Rigaschen Zinngiessers Burchard Waldis. Von ihm im Dom-Museum zu Riga ein aus Zinn gefertigtes Turmknopfkästchen der St. Petrikirche vom Jahre 1578. Neben hübsch empfundenen biblischen Darstellungen sind von ihm verschiedene Wappen und Inschriften auf die Flächen graviert. Bez. mit den Anfangsbuchstaben seines Namens C. K. und dem Datum: M. CCCCC. LXXVIII DEN II IVLIVS.
Klockow, Johann Heinrich. Kupferstecher und Lithograph. Geb. 18. Oktober 1774 in Riga; gest. daselbst 6. Dezember 1823. Wo er seine Studien gemacht hat, lässt sich nicht nachweisen. Nach dem Tode seines Vaters im Jahre 1801 übernahm er dessen Buchbindereigeschäft und übte daneben seine Kunst. Auch als geschickter Holzschneider hat er sich gezeigt. Von ihm gibt es eine Reihe von Kalenderumschlägen und Illustrationen zu Rigaschen Kalendern, die teils von ihm in Holz geschnitten, teils lithographisch hergestellt sind. Die in Holz geschnittenen Illustrationen stellen dar: Das Porträt Peters I., eine Ansicht der Beschiessung Rigas und Abbildungen der Medaillen, die 1710 auf die Eroberung der Stadt geprägt wurden (Kalender für 1817). Ferner: Ansicht der Jesuskirche in Riga, die Alexander-Newsky-Kirche, das Kaiserl. Gymnasium zu Riga, das Ritterhaus zu Riga, das Lusthaus im Kaiserl. Garten. Altona bei Riga. Birkenruh bei Wenden. Heinrichshof bei Riga. — Lithographien zu gleichem Zweck: Die Gertrudkirche vor dem Brande von 1812. Die Nikolaikirche in der Moskauer Vorstadt. Das Schloss zu Riga. Das Katharinäum. Eine Partie aus dem Wöhrmannschen Garten. Wöhrmanns Park. Der Sommergarten in Riga. Ausserdem: Die Ruinen des Sommergartens in Riga nach dem Brande von 1812. In Kupfer gest. nach [Joh. Joach. Baltzer]. — Die 1782 zum Empfang des Grossfürsten Paul Petrowitsch errichtete Ehrenpforte. (Lithogr.). Porträt des Bischofs Dr. C. Chr. Ulmann (Lithogr.).
Rigasche Biographien v. J. G. F. Riga 1881 S. 103. — Rigasche Stadtbl. 1816 S. 369.
Klose, Edmund. Porzellanmaler in Riga. Geb. 1847; gest. daselbst im Dezember 1885.
Klot, Alma Willy v. Landschaftsmalerin. Geb. 27. Dezember 1858 in Livland, vermählt seit 1889 mit Hugo Boltho v. Hohenbach, bildete sich in Dresden und Karlsruhe. Von ihr sind mehrere stimmungsvolle Landschaften bekannt.
Klünder, Alexander Julius. Porträtmaler. Geb. 8. Febr. 1802 in Estland; gest. 27. Dezember 1874 in Reval, studierte von 1823–1826 Nationalökonomie an der Universität Dorpat und wurde Schüler des Kupferstechers [C. A. Senff]. 1834 ernannte ihn die Petersburger Akad. zum freien Künstler und am 8. VII. 1841 zum Akademiker für das Miniaturbild eines die Balalaika spielenden Bauern. Vom Kaiser Alexander II. und vom König von Sachsen wurde er durch die Verleihung je eines Brillantringes ausgezeichnet. Von ihm: die Porträts der Professoren der Universität Dorpat. 30 Bl. in kl. fol. Lith. von Helbach in Reval, 1827–1828. Das Werk wurde seit 1827 lieferungsweise herausgegeben und erschien in Dorpat und Riga in der Hartmannschen, in Mitau in der Steffenhagenschen, in Reval in der Bornwasserschen Buchhandlung. — Portr. des Superintendenten Chr. Gottl. Mayer in Reval, 1828 lith. — Portr. des Arztes Dr. Alex. Theod. v. Winkler, Reval, 1828 lith. — Portr. des Dorpater Polizeimeisters Gessinsky, lith.
Knebusch, Karl v. Maler. Geb. 1775 zu Holmhof in Kurland; gest. 1821 in Mitau, stand anfänglich im Militärdienst und widmete sich dann in Petersburg der Malerei. Er wurde 1805 Zeichenlehrer an der Kreisschule in Mitau. Von ihm ein Tierbild, Kampf eines krimischen Hundes mit einer Dogge, 1814 gem.; es kam 1821 in das Mus. zu Mitau.
J. Döring.
Knoth, Martin. Baumeister. Lebte in der zweiten Hälfte des 17. Jahrh. als „Kirchenbaumeister“ in Mitau; gest. daselbst 1687. Erwähnt im Kirchenbuch der Trinitatiskirche zu Mitau 25. III. 1685 u. 2. V. 1687.
J. Döring.
Knüpfer, Rudolf Otto. Architekt. Geb. 20. Febr. 1831 zu Klein-Marien in Estland; gest. 10. Juli 1900 in Reval, trat 1845 in die Bauschule zu Petersburg und absolvierte sie 1852. Von 1860–1878 bekleidete er das Amt des estländischen Gouvernementsarchitekten und zeitweilig auch das des Revaler Stadtarchitekten. Er nahm später das Amt des Gouvernementsingenieurs ein und wurde 1893 zum wirkl. Staatsrat mit dem Prädikat Exzellenz befördert. Zu seinen bedeutenderen Bauausführungen gehören: Der Wiederaufbau des abgebrannten Theaters in Reval, 1859–1860. — Die Karlskirche in Reval, 1862–1870, ausgef. nach den Entwürfen von [O. P. Hippius]. — Die Gasanstalt und die Markthalle vor der Lehmpforte in Reval, 1873. — Die Zentralstation der Freiw. Feuerwehr in Reval 1871–1873. — Die luther. Kirchen in Narva und Hungerburg. — Die Petrikirche in Dorpat, 1884 geweiht.
Rigasche Stadtbl. 1860 S. 355. — Rigasche Ztg. 1870 v. 29. Dzbr.; 1873 Nº 63; 1884 Nº 219. — Rigaer Tagebl. 1900 v. 13. Juli.
Koch, Johann (Hans). Architekt. Geb. 23. Aug. (4. Septbr.) 1850 in Emeth, Kreis Eger (Böhmen) trat 1867 in die technische Hochschule in Prag, wo er anfangs Ingenieurwissenschaften studierte, dann aber zum Studium der Architektur übertrat, das er am Polytechnikum und der Kunstakademie in München bis 1872 fortsetzte. 1872 siedelte er nach Wien über, wo er, während er seiner Militärpflicht genügte, die Vorlesungen der Professoren Fr. v. Schmidt und Th. v. Hansen besuchte. 1873 trat er in die Praxis, kam 1874 nach Prag, wo er an der Universität Vorträge von O. v. Benndorf über klassische Archäologie hörte und 1875 das Amt eines Assistenten für Baukunst an der technischen Hochschule übernahm. Neben einer umfangreichen praktischen Beschäftigung und neben der Beteiligung an grösseren Konkurrenzen (Kurort Slanik in Rumänien, I. Preis; Museum in Riga, III. Preis; Museum für Prag, I. Preis) hielt er Vorlesungen und Vorträge, und wurde 1881 zum Dozenten, 1883 zum Professor der Baukunst an der technischen Hochschule in Prag ernannt. 1884 folgte er einem Rufe als Professor an das Polytechnikum in Riga, wo er seit jener Zeit mit dem grössten Erfolge, sowohl als Lehrer, wie als ausübender Architekt gewirkt und sich überhaupt um das Aufblühen der Baukunst grosse Verdienste erworben hat. Von ihm wurden erbaut: Das Gebäude der adeligen Kredit-Sozietät in Riga, 1886–1889. — Die Lutherkirche zu Thorensberg bei Riga, 1888–1891. — Das Haus des Bankiers Schwartz an der Esplanade in Riga. — Das Landhaus des Hn. v. Transehe in Neu-Schwaneburg. Zum Teil nach seinen Entwürfen wurden von seinen ehemaligen Schülern ausgeführt: Die Kaiserl. Reichsbank in Riga (ausgef. v. [A. Reinberg]); die kathol. S. Albertuskirche (ausgef. von [W. Bockslaff]); das chemische Institut des Polytechnikums (ausgef. von [O. Hoffmann]).
Köber, Helene. (s. [Helene v. Franken]).
Köler, Johann, (nannte sich später Köler-Viliandi). Historien- und Porträtmaler. Geb. 24. Februar 1826 auf dem Gute Wastemois bei Fellin; gest. 10. April 1899 in Petersburg. Er war estnischer Nationalität, erhielt aber eine deutsche Erziehung und wurde Lehrling des Stubenmalers Faber in Wenden. 1846 kam er nach Petersburg, wo er sich anfänglich mit Schildermalen beschäftigte, bis es ihm mit Unterstützung seines Bruders gelang Zutritt zur Akademie zu erlangen. 1848 wurde er Schüler des Prof. Markow, errang sich 1857 die gr. gold. Med. und ging als Pensionär der Akademie nach Rom, wo er bis 1862 blieb. Nach seiner Rückkehr wurde er Lehrer am Institut der Gesellsch. zur Förderung der Künste und erhielt 1867 seine Ernennung zum Professor, nachdem er bereits 1861 zum Akademiker befördert worden war. K. beteiligte sich lebhaft an der estnisch-nationalen Bewegung; speziell mit seinem Namen verknüpft ist die verunglückte Gründung einer estnischen Kolonie in der Krim, die ihn des grössten Teiles seines Vermögens beraubte. In den letzten Jahren seines Lebens arbeitete er wenig und lebte fast vergessen in Petersburg. Seine Haupttätigkeit lag auf dem Gebiete des Porträts und zahlreich sind seine Bildnisse der Mitglieder des Kaiserl. Hauses und des Hofes. Von seinen kirchlichen Malereien sind zu nennen: Christus am Kreuz, in der Akademie zu Petersburg (Wiederholungen in der schwedischen Kirche zu Petersburg und in der Kirche zu Wenden (Livland)) und das Fresko am Chorgewölbe der Karlskirche zu Reval.
W. Neumann, Balt. Maler u. Bildhauer d. 19. Jahrh. S. 106–108.
König, Erich. Architekt. Wird in einem Schreiben des Herzogs Jakob von Kurland an ihn, dat. v. 13. März 1641 „wohlbestallter Architekt“ genannt. Weiteres hat bisher über ihn noch nicht ermittelt werden können.
Sitzungsber. d. Kurl. Gesellsch. f. Lit. u. Kunst 1894 S. 12.
König, Wilhelm Leopold. Lithograph. Geb. 1810; gest. 5. September 1855 in Riga. Von ihm eine Jagdgesellschaft mit vielen Porträts nach Schwendowsky, 1846. Lith. gr. qu. fol.
Rigasche Stadtbl. 1846 S. 241 — Inland 1855 S. 643.
Kohseler, Hans. Baumeister. Er stammte aus Kulmbach in Baiern, wurde 1649 nach Reval berufen, um den durch Blitzschlag zerstörten Turm der Olaikirche wieder aufzubauen. Der Rat von Reval erteilte ihm am 31. Dezember 1651 ein ehrendes Zeugnis. Von Reval begab er sich nach Narva.
Nottbeck u. Neumann, Gesch. u. Kunstdenkmäler der Stadt Reval. II. S. 102.
Kolb, Alexander. Architekt und Architekturmaler. Geb. 1819 in Libau; gest. 26. Dezember 1887 in Petersburg, trat in die Petersburger Akad., die er 1842 absolvierte und ging dann zu weiterem Studium ins Ausland. Die Akad. erteilte ihm die nachgesuchte Erlaubnis Griechenland und Frankreich besuchen zu dürfen. 1849 befand er sich in Spanien. Von Granada aus richtete er an die Akad. das Gesuch als Konkurrenzarbeit auf den Rang eines Akademikers eine Aufnahme der Alhambra einreichen zu dürfen, was ihm laut Konseilbeschluss vom 22. Septbr. bewilligt wurde. Im Septbr. 1854 stellte er der Akad. zwei von ihm gemalte Bilder vor, eine Innenansicht der Capella palatina in Palermo und eine Ansicht der Blaschennoi-Kirche in Moskau und bewarb sich darauf um den Rang eines Professors. Er bekleidete das Amt eines Architekten im Kriegsministerium. Sein Sohn Alexander K. wandte sich der Malerei zu.
Rigasche Ztg. 1887 Nº 300.
Konczewsky, Johann Hermann. Porträtmaler in Riga. Geb. 1789 in Riga; gest. daselbst im Mai 1836.
Rigasche Stadtbl. 1836 S. 176.
Kosakowsky, Johann Heinrich. Landschaftsmaler. Geb. 22. Oktober 1853 in Reval; gest. 11. April 1894 daselbst, erhielt die erste künstlerische Anleitung von dem Maler [Sprengel] in Reval und trat 1873 in die Petersburger Akad. 1883 liess er sich in Reval nieder. Im städt. Museum zu Riga von ihm eine Ansicht vom estländischen Strande und mehrere Handzeichnungen. Das Mus. zu Reval besitzt von ihm ein aufsteigendes Gewitter am Strande bei Wainopäh, 1887 gemalt. Anderes in Revaler Privatbesitz.
W. Neumann, Balt. Maler und Bildh. des 19. Jahrh. S. 156–157.
Kotzebue, Alexander v. Schlachtenmaler. Geb. 9. Juni 1815 in Königsberg i. Pr. als jüngster Sohn des Dichters Aug. v. K. und dessen dritter Gemahlin verw. Wilhelmine Friederike v. Kursel, geb. v. Krusenstern; gest. zu München 24. Februar 1889. Er erhielt seine Erziehung im Kadettenhause zu Petersburg und diente bereits als Offizier in der Garde, als er sich entschloss der Militärkarriere zu entsagen und Künstler zu werden. 1837 trat er in die Akademie ein und wurde Schüler von [Sauerweid]. 1845 wurde ihm für sein Bild „Die Erstürmung von Warschau im Jahre 1831“ die gr. gold. Med. zuteil und zugleich erhielt er mehrere Aufträge vom Kaiser Nikolaus, zu deren Ausführung er Ende 1846 nach Deutschland reiste. Von Königsberg aus besuchte er die Schlachtfelder des siebenjährigen Krieges, bereiste dann Belgien und Holland und liess sich 1849 in München nieder. Um die ihm aufgetragenen Feldzüge Suworows in Italien und in der Schweiz in Gemälden wiederzugeben, unternahm er 1858 neue Studienreisen dorthin. Im April desselben Jahres wurde er zum Professor befördert. K. war russischer Hofmaler und Ehrenmitglied der Münchener Akad. Von seinen grossen Schlachtenbildern seien hier genannt: Erstürmung von Warschau im Jahre 1831; gem. 1844 für die Familie des verst. Generals v. Toll; jetzt in Kaiserl. Bes. — Die Erstürmung von Schlüsselburg, 1702 (In Kaiserl. Bes.). — Die Schlacht bei Zorndorf. — Peter I. gründet Petersburg im Jahre 1703 (Bes. Maximilianeum, München). — Episode aus der Schlacht an der Trebia, Juni 1799. Vollendet 1858. — Suworows Uebergang über den Panixer Pass, Oktober 1799; gem. 1859. — Nach der Schlacht bei Pultawa, 1709. Das grösste Bild des Künstlers (Bes. Eremitage, Petersb. Abb. in наши художн. I. S. 206). — Die Einnahme von Narva unter Peter I. 1704. Voll. 1866 (Abb. in Pechts Gesch. der Münchener Kunst im 19. Jahrh. In Holz geschn. von Weber für die Всемірн. иллюстр. 1869 S. 328/29). — Die Kapitulation der Stadt Riga, 1868 gem. (Abb. in наши художн. I S. 207 und in W. Neumann, Riga und Reval, Bd. 42 Berühmte Kunststätten, auch in grossen Photographien verbreitet). — Zug der russischen Armee über die Teufelsbrücke (Abb. in наши художн. I. S. 206). — Uebergang der Russen über den Bottnischen Meerbusen im Jahre 1808. — Gefecht der Russen beim Dorfe Lessnoje mit den Schweden (Im Museum Alexanders III., Petersburg). — Avantgardengefecht bei Karlstula in Finnland, während des russischen Krieges 1809.
W. Neumann, Balt. Maler und Bildh. des 19. Jahrh. S. 61–63.
Kraus, Franz Gerhard. Bildhauer. Geb. 25. März 1871 im Pastorat Neugut in Kurland, erhielt die ersten künstlerischen Anregungen durch den [älteren Bruder] und trat 1892 in die Stieglitzsche Zeichenschule in Petersburg, die er 1897 als Stipendiat verliess. In Berlin arbeitete er unter [Karl Bernewitz] und ging dann nach Paris, wo er im Atelier des Bildhauers l’Hommeau tätig war. K. hat seine Tätigkeit fast ausschliesslich dem Kunstgewerbe zugewandt.
W. Neumann, Balt. Maler und Bildh. des 19. Jahrh. S. 97–99.
Kraus, Theodor. Maler. Geb. 10. Dezember 1866; älterer Bruder des [Vorigen], studierte anfänglich Theologie, folgte aber schliesslich seiner Neigung zur Kunst und wurde Schüler der Berliner Akad., wo er sich namentlich an Jos. Scheurenberg anschloss. K. ist vornehmlich als Porträtmaler geschätzt und hat sich durch seine von feinem Humor verschönten Gelegenheitsskizzen viele Freunde erworben.
W. Neumann, Balt. Maler und Bildh. des 19. Jahrh. S. 141–142.
Krause, Johann Wilhelm. Baumeister. Geb. 19. Juni (1. Juli) 1757 in Niederschlesien; gest. 10. August 1828 in Dorpat. Er besuchte das Gymnasium in Brieg und wurde darauf Schüler des Stadtbaumeisters zu Zittau. Um sich der Theologie zu widmen bezog er die Universität Leipzig, gab aber auch dieses Studium nach drei Jahren auf und trat in das Anhaltinische Artilleriekorps, mit dem er nach Amerika ging. 1787 kam er nach Livland als Hauslehrer des Grafen Mellin, zog 1797 nach Dorpat und wurde bei der Neubegründung der Universität zum Professor der Oekonomie und der Baukunst berufen. Von ihm: Die Zeichnungen zu den Gebäuden der Universität. Von [C. A. Senff] in Aquatinta gest. für die Festschrift zum 25jährigen Bestehen der Universität, 1827 fol. — Der Umbau des Chores der ehemaligen bischöfl. Peter-Paulkathedrale zu Dorpat zur Universitätsbibliothek. — Der Entwurf zum Altar der Domkirche in Riga. Ausgeführt von [A. G. Heubel]. Abgebrochen 1895. — Eine Ansicht von Marienburg in Livl. gez. 3./X. 1791. Lith. fol. gewidmet dem Edukationsrat J. W. C. Friebe. — Ein Plan vom „Pilliskaln“ (Burgberg) unter dem Gute Smilten (zum 9 und 10 Stück der nord. Miscell. In Kupfer gest. v. J. G. Klinger Nürnb(erg), 1794). — Eine farbige Skizze: Die Weisheit mit dem Ariadnefaden, im Skizzenbuch des J. J. Voss im städt. Mus. zu Riga.
Rigasche Stadtbl. 1821 S. 212. — Provinzialbl. 1828, liter. Beiträge S. 69 ff. — Inland 1848 S. 307, Anmerkung. — Dorpater Kalender 1873 S. 143. — Rigaer Tagebl. 1895 Nº 118–128. Aus den Aufzeichnungen eines livländischen Hofmeisters vom Ende des vorigen Jahrhunderts.
Krause, Friedrich. Lithograph. Geb. zu Barby im Regierungsbezirk Magdeburg um 1785; gest. 1831 in Mitau an der Cholera. Er hatte anfangs Pharmazie studiert, wandte sich dann der Kunst zu und gründete um 1820 eine lithographische Anstalt in Mitau. Er lithographierte die von [A. K. J. R. Minckeldé] gezeichneten (14) kurländischen Ansichten. Ausserdem von ihm ein Selbstportr. bez. Fr. Krause se ips. del. et lapide inc. 1831, und das I. Heft des Kurländischen Bildersaals, eine Sammlung von Bildnissen nach [G. F. Schlater], 1826.
Allgem. Deutsche Ztg. für Russland 1824 Nº 36.
Krause, W. Unbekannter Zeichner. Von ihm die Bildnisse Dorpater Studenten, Profilbildnisse, für die Landsleute gezeichnet. Lith. von [W. Krüger] 1837. 109 Blätter in 8o (Darunter einige Porträts doppelt und in verschiedenen Stellungen, oder grösser dargestellt). Die Namen sämtlicher Dargestellten enthält der Katalog des Mus. der Gelehrten estn. Gesellsch., abgedruckt in den Verhandlungen der Gesellsch. Bd. VI, 3. u. 4. Heft, 1871.
Kretschmann, Friedrich. Lithograph in Riga im ersten Viertel des 19. Jahrh. Von ihm eine Ansicht von Dorpat in Umrissen nach [C. A. Senff] (selten).
Krestlingk, Johann Gottl. Friedr. Lithograph, gründete um 1824 eine lithographische Anstalt in Riga, aus welcher eine Anzahl anerkennenswerter Arbeiten hervorging. In den vierziger Jahren ging die Anstalt ein und K. begab sich nach Südrussland. Von ihm: Die Porträts des Marquis Paulucci; der Schauspielerin Friederike Feddersen, geb. Lange; des Grafen Mellin; eines Herrn v. Rennenkampf und das Porträt Luthers. — Zwei Ansichten von Riga, links und rechts von der Brücke, 1824. fol. — Riga vom Lämmerberge aus gesehen. — Ansicht von Riga 4o. — Zwei Blatt landschaftliche Zeichnungen. — Eine Ansicht vom Schlossplatz in Riga mit der Siegessäule, qu. fol. — Ausser diesen grösseren Arbeiten erschienen bei ihm: Stickmuster nach Zeichnungen von Katharine Walter, 2 Jahrgänge. Desgleichen 1 Heft Stickmuster nach Hacke, Faksimiles von Luthers Briefen und von Handschriften russ. Regenten, ein Adresskalender mit Plan von Riga (April 1826), Musikalische Hefte u. a. Auch eine in Gouache ausgeführte Ansicht von Kamenni Ostrow in Petersburg ist von ihm bekannt.
Rigasche Stadtbl. 1825 S. 272; 1826 S. 30 u. 105; 1844 S. 23.
Kriek, (Kryk) Johann Peter. Architekt, hatte in Hamburg seine Vorbildung erhalten und bekleidete 1813 das Amt des Gouvernementsarchitekten in Mitau. Er erbaute 1822 die Jesuskirche in Riga, hat auch mehrere Privatgebäude in Riga ausgeführt. Er zog später ganz nach Riga und soll hier in kümmerlichen Verhältnissen vor 1841 gestorben sein.
Rigasche Stadtbl. 1841 S. 231.
Kronwald, Karl. Lithograph in der Plates’schen Anstalt in Riga um 1871. Von ihm: Brand der Trödelmarkthalle und der Wallmühle am 24. August 1871. — Brand der Schiffe William Ettiles und Desiré und der 39 Strusen im Rigaer Hafen am 2. Juli 1871.
Krüdener, Doris v. Bildhauerin der Gegenwart, hat sich durch eine Kopie nach Donatello und mehrere wohl gelungene Porträtbüsten (A. v. Öttingen, Hans Schmidt) bekannt gemacht.
Krüger, Christian Joseph. Medailleur u. Bildschnitzer. Geb. 1759 zu Dresden; gest. das. 1814. Schüler von Hutin und G. Knöfler, kam 1783 nach Livland und versah von 1790–1793 das Amt eines Zeichenlehrers an der Rigaer Domschule. Er ging nach Dresden zurück und wurde Münzgraveur seiner Vaterstadt. Von ihm: Venus den Amor mit einer Rute züchtigend. — Merkur einen Knaben unterrichtend. — Verschleierte Frau mit einem Sieb(?) in der Hand. In Ton gebrannt. (Aus dem Nachlass des Bürgermeisters E. Hollander ins Ausland verkauft). — Die Medaille auf den Generalsuperintendenten von Livland Christian David Lenz 1792.
Krüger, Karl Ferdinand Wilhelm. Porträtmaler. Geb. um 1810 in Berlin, wahrscheinlich ein Sohn des Joh. Friedr. August K., dem gegenüber er als „junior“ bezeichnet wurde, hielt sich von 1856–1860 in Riga auf. Das Beuth-Schinkel-Mus. in Berlin besitzt von ihm ein Portr. Schinkels in Pastell; ein Portr. Mos. Mendelsohns im Kabinett der Handzeichnungen zu Dresden. Hier schuf er: Ein Portr. der Sängerin Johanna Hoffmann 1857. — Strusenrussen. — Lettische Holzsäger, damals im Bes. eines (Hn. v. Reussner). — Ein Selbstbildnis. — Ein Portr. des Generalgouverneurs Fürsten Alex. Suworow-Rimniksky. (Lith. von F. Jentzen. Druck v. d. Kgl. lith. Inst. in Berlin). — Ein Portr. des Dr. jur. Ludwig Cube. (Lith. von dems.). — Ein Portr. des Generalgouverneurs E. Golowin. (Lith. von H. Mitreuter). — Ein Portr. des Barons Budberg-Bönninghausen (Lith. v. F. Jentzen).
Rigasche Ztg. 1857 Nº 288. — Inland 1857 S. 846.
Krüger, Woldemar Friedrich. Maler. Geb. 21. Dezember 1807 zu Kawa in Livl.; gest. 24. Dezember 1893 in Dorpat, kam achtjährig nach Dorpat und wurde in der Folge mit dem späteren Kunstforscher Karl Eduard v. Liphart auf dem Gute Ratshof gemeinsam erzogen. Er wurde Schüler des Kupferstechers [C. A. Senff] und begab sich 1830 zu weiterer Ausbildung nach München, wo Jos. Ant. Rhomberg sein Lehrer wurde; auch begann er hier sich mit der Lithographie zu beschäftigen. 1833 zog er mit seinem Freunde Liphart nach Italien, wo er in Rom zu Thorwaldsen, Overbeck und Anton Koch in nähere Beziehungen trat. 1835 kehrte er nach Dorpat zurück und legte hier eine lithographische Anstalt an, die aber schon 1839 in den Besitz von [F. Schlater] überging. Er erteilte Zeichenunterricht an der höheren Töchterschule, wurde 1845 von der Petersburger Akad. zum freien Künstler ernannt und unternahm 1847 eine zweite Studienreise nach Belgien und Holland. 1854 wurde er zum Zeichenlehrer an die Universität berufen; auch erteilte er von 1854–1859 den Zeichenunterricht am Gymnasium. 1857 zum Akademiker befördert. Von ihm mehrere Landschaften in Privatbesitz, auch mehrere Porträts. Von seinen graphischen Arbeiten nennen wir: Illustrationen zu dem Werke von C. F. Ledebour: Icones plantarum florae Altaicae 1828. — Studentenporträts (ca. 60) gez. u. lith. — Portr. des Professors Erdmann, gez. u. lith. — Ansichten von Dorpat, 6 Blatt, Aquatinta, (Domberg, Domruine, Dombrücke, Sternwarte, Klinik, Anatomikum). — Atlas zu dem Werke des Astronomen F. G. W. Struwe: Beschreibung der .... Breitengradmessung in den Ostseeprovinzen etc.
„Aus Dorpats vergangenen Tagen“ in d. Petersbgr. Deutschen Ztg. 1898 211–214. — W. Neumann, Balt. Maler u. Bildh. d. 19. Jahrh. S. 72–74.
Kruss, Niclas. Maler, wird 1679–1689 als „fürstlicher Hoffmahler“ in Mitau erwähnt.
Kirchenbuch der Trinitatiskirche zu Mitau. (Jul. Döring).
Kügelgen, Franz Gerhard v. Porträt- und Historienmaler. Geb. 6. Februar 1772 zu Bacharach am Rh.; ermordet 27. März 1820 in der Nähe von Loschwitz bei Dresden, besuchte mit seinem [Zwillingsbruder] das Jesuitenkollegium in Bonn, wurde 1789 Schüler des Landschaftsmalers Januarius Zick in Koblenz, dann des Mengsschülers Christoph Fesel in Würzburg und ging im Mai 1791 mit Unterstützung des Kurfürsten von Köln, Erzherzog Franz v. Oesterreich, nach Italien. 1793 hörte die Unterstützung infolge der französischen Invasion auf. Im Februar 1795 verliess er Rom, ging zunächst nach München und auf Einladung seines Freundes Joh. Georg Schwartz, des späteren Rigaschen Bürgermeisters, nach Riga, wohin ihm im nächsten Jahre sein Bruder folgte. Sie lebten hier bis 1799 und begaben sich dann nach einem Aufenthalte in Reval nach Petersburg. Beide Brüder verheirateten sich mit Töchtern des Barons Zoege v. Manteuffel auf Harms in Estland. 1803 verliess K. Petersburg, lebte ein Jahr lang auf dem Gute seines Schwiegervaters und liess sich dann, nach einem Besuche seiner Vaterstadt und nach einem Aufenthalte in Paris in Dresden nieder. 1804 Akademiker der Petersburger und ord. Mitgl. der Berliner Akad.; 1806 Mitgl. der Petersburger Akad.; 1811 Ehrenmitgl. der Dresdner Akad. 1814 a. o. Professor, 1819 ord. Professor derselben. Von seinen in Livland ausgeführten Gemälden lassen sich nachweisen: Ein männliches und ein weibliches Bildnis (Bes. v. Klein, Riga). — Das Portr. des Rigaschen Bürgermeisters Adam Hinrich Schwartz d. J. (Bes. Staatsr. W. Schwartz, Riga). — Das Portr. des Ältesten A. G. Schwartz (Bes. Staatsr. W. Schwartz, Riga). — Ein Selbstportr. gem. 1807. (Bes. Staatsr. W. Schwartz, Riga). Lith. v. Gerdt Hardorff, Hamburg. Ein Selbstportr. (Kopie?) im Bes. des Hn. O. v. Löwenstern, Kokenhusen. — Die Spieler an der Pharobank mit Porträts, darunter Selbstportr. (Bes. Staatsr. W. Schwartz). — Portr. der Frau Karoline Sophie v. Blanckenhagen, geb. Stöver (Bes. städt. Museum, Riga). — Portr. des Bürgermeisters Joh. Chr. Schwartz. Aquar. (Bes. Staatsr. W. Schwartz). — Portr. des Rektors der Universität Dorpat Dr. G. Fr. Parrot (Bes. Universität Dorpat. Lith. v. P. Smirnow, Petersburg). — Portr. des Pastors Eduard Pohrt zu Trikaten; Portr. der Gemahlin desselben. Aquar. — Männliches und weibliches Bildnis. (Bes. Baron B. von Uexküll). — Portr. des Prof. C. Morgenstern, 1809 gem. (Bes. Universität Dorpat). — Portr. der Gräfin Kath. Sievers (Bes. Graf Gustav Sievers, Wenden). — Die Jungfrau von Orleans; Karl VII; Agnes Sorel; Ossian (Miniaturen, Bes. Graf Medem-Elley). — Porträts des Hn. W. J. O. Zoege v. Manteuffel und dessen Gemahlin, Schwiegereltern des Künstlers (Auf dem Gute Meyris, Estl.). — Portr. des Generals Grafen von der Pahlen; Portr. der Gräfin Borch mit ihrem Kinde (Kniestück); Portr. der Generalin v. Meyendorff mit ihren Kindern (Kniestück); Portr. der Generalin Benkendorf (ganze Figur), in Petersburg gem. — Portr. des Grafen Jacob v. Sievers (gest. von James Walker in Petersburg). — Portr. des Musikers J. F. Latrobe. Auch in Miniatur ausgeführt (Bes. Staatsr. W. Schwartz, Riga). — Portr. des Kaiserl. Leibarztes Stoffregen. — Die Nacht, Schlaf und Tod in den Armen haltend. Pastell 1803 gem. — Portr. des Kaisers Alexander I. von Russland (Bes. Universität Dorpat). Ein anderes Exemplar im Ritterhause zu Reval. — Der verwundete Adonis, 1806 gem. (Bes. v. Klein, Riga. Eine kleine Wiederholung auf einer mit Pergament überzogenen Eisenplatte, 1807 gem. angeblich im Besitz des Barons von Korff auf Kreuzburg). — Der geblendete Belisar und sein Führer während eines Gewitters, 1807 gem. (Bes. Graf Medem, Elley). — David vor Saul die Harfe spielend, 1807 gem. (Bes. Graf Medem, Elley. Eine Wiederholung erwarb der Kunsthändler Arnold in Dresden; gest. von C. F. Stoelzel.) — Portr. der Frau Elise v. der Recke, 1812 gem. (Bes. Gräfl. Medemsche Familie, Kurland. Eine Kopie im Schloss Löbichau in Sachsen, Altenburg.) — Portr. der Baronin Barbara Juliane v. Krüdener, geb. Baronesse Vietinghof mit ihrer Tochter. (Bes. v. Moeller, Sommerpahlen). — St. Michael den Satan stürzend, 1814 voll. (Bes. v. Klein, Riga). — Porträt des Konsistorialrats Dr. K. Fr. Senff in Halle; gest. v. [C. A. Senff], Dorpat 1830. — Christus, Moses und Mohamed. Lebensgrosse Brustbilder; 1807 gem. (Bes. Graf Medem, Elley. Eine Wiederholung in veränderter Stellung, 1809 gem. im Mus. zu Leipzig). — Zwei kleine Madonnen, 1808 gem. (Bes. v. Klein, Riga). (Zwei andere ähnliche Bildchen in der Sammlung des Grafen Medem in Mitau). — Portr. Goethes, Brustb. 1808 in Weimar gem. (Bes. Universität Dorpat, von K’s Witwe erworben. Gest. v. C. Hess fol.). — Portr. Goethes vom Jahre 1810 in Wiederholung, jetzt im Bes. der Frau Maria v. Dehn auf dem Gute Kiekel bei Jewe in Estland. — Portr. Wielands, Brustb. 1808 gem. (Bes. Universität Dorpat; erworb. von K’s Witwe. Gest. v. N. Schenker, fol.). — Portr. Herders, Brustb. 1808 gem. nach früheren Bildern und nach der Totenmaske. (Bes. Universität Dorpat; erworb. von der Witwe K’s. Gest. v. Anderloni, fol.). — Portr. eines Unbekannten. (Bes. städt. Museum Riga, aus der Sammlung von v. Transehe).
F. Ch. A. Hasse, Das Leben Gerhards v. Kügelgen, Leipzig 1824. — Erinnerungen eines alten Mannes (Wilh. v. Kügelgen) herausg. v. Ph. Nathusius, 1870 (17. Aufl. 1896). — Hagen, die Deutsche Kunst I. S. 851 ff. — Konstantin v. Kügelgen, Gerhard v. Kügelgen als Porträt- und Historienmaler, Leipzig 1901. — Marie Helene v. Kügelgen, ein Lebensbild in Briefen Leipzig 1900.
Kügelgen, Karl Ferdinand. Landschaftsmaler. Geb. 6. Februar 1772 zu Bacharach a. Rh.; gest. 7. März 1835 in Reval. Zwillingsbruder des [Vorigen]. Er erhielt die gleiche Erziehung wie sein Bruder, wandte sich aber in Rom der Landschaftsmalerei zu. 1796 folgte er seinem Bruder nach Riga und zog mit ihm nach Petersburg. Hier erwarb er sich die Gunst des Kaisers Paul, der ihm ein Jahrgehalt aussetzte; auch Kaiser Alexander I. beehrte den Künstler wiederholt mit Aufträgen und bewilligte ihm 1803 und 1806 die Mittel zu Studienreisen in die Krim. 1818 bereiste er Finnland zu Studienzwecken. Mehrere Jahre lebte er auf dem Gute des ihm befreundeten Edelmannes Slobin an der Wolga, dann abwechselnd in Petersburg und auf seinem Gute Kurküll in Estland, oder auf den Besitzungen seines Schwagers Zoege v. Manteuffel. K. war Kaiserl. Kabinettmaler; seit 1804 Mitgl. der Berliner Akad. und seit 26. VIII. 1804 Akademiker der Petersburger Akademie. Von seinen zahlreichen Arbeiten nennen wir: Dreissig Landschaftsbilder aus der Krim, 1816 von K. dem Kaiser überreicht. Diese und 60 Sepiazeichnungen, Ansichten aus Taurien wurden im Kaiserl. Schloss zu Kamenni Ostrow aufgestellt. — Livl. Landschaft (Befand sich im Bes. seines Sohnes Karl von K. in Dorpat). — Italienische Landschaft. — Mondscheinlandschaft (Bes. Universität, Dorpat). — Arkadische Landschaft (Bes. G. Zoege v. Manteuffel). — Landschaften mit biblischer Staffage (der verlorene Sohn; der barmherzige Samariter; die drei Engel bei Abraham; die Auffindung Mosis; die heil. Familie; der Versucher) und viele andere in Petersbgr. Privatbes. Einige italienische Landschaften kamen in den Bes. des Lord Bristol. — An Zeichnungen und Studien, die grösstenteils von ihm in Sepia ausgeführt wurden, sind bekannt: 240 Blatt Ansichten aus der Krim. — 55 Skizzen aus Finnland (erworben von Kaiser Alexander I.) — Das städt. Museum zu Riga besitzt von ihm zwei römische Studien. — An Vervielfältigungen gab K. heraus: Vier Ansichten aus der Krim. Dessiné d’après nature par C. Kugelchen. Lith. par Sophie S. — 16 Ansichten aus der Krim in 2 Ausgaben zu je 8 Blatt: Huit vues de la Crimée, dessinées d’après nature et lithographieés par C. de Kügelchen. — 15 Ansichten aus Finnland: Vues pittoresques de la Finlande, dediées à sa Majesté l’Imperatrice Elisabeth Alexiewna par C. de Kügelgen. — 12 Ansichten von Reval und Umgebung, 1828 in Gemeinschaft mit dem Maler [Johannes Hau] herausgeg. unter dem Titel: Collection de XII vues, graviés à l’aquatinta usw. Eine Wiederholung in Lithogr., von [Th. Gelhaar] erschien bei G. Eggers in Reval. — Etudes des arbres, dessinées sur pierre par C. Kugelgen, St. Peterbourg. Lithographie du Ministère des affaires étrangères (Se vend chez A. Pluchart). Prix 10 Rbl. fol. 6 Blätter. 1819 in Schwarzkreidemanier.
Ausser der bei G. v. Kügelgen angeführten Literatur s. a. Kunstblatt 1817 Nº 10. — Rigasche Stadtbl. 1822 S. 319; 1866 S. 265 ff. — Inland 1838 S. 218; 1851 S. 269. — Ostseeprovinzenblatt 1823 Nº 14. — Revalsche wöchentl. Nachrichten 1825 S. 778/79 und 815. — Dörptische Beiträge I. S. 206 ff., III, S. 242 ff.
Kügelgen, Konstantin v. Landschaftsmaler. Geb. 6. Januar 1810 im Saratowschen Gouvernem. auf der Besitzung des Herrn v. Slobin, als Sohn des [Karl Ferd. v. K.] und dessen Gattin Emilie Zoege v. Manteuffel; gest. 28. April 1880 in Dorpat, erhielt die erste Anleitung in der Kunst von seinem Vater und trat dann in die Petersburger Kunstakad. Auf Kaiserlichen Befehl wurde er 1831 von der Akademie auf vier Jahre zu weiterer Ausbildung ins Ausland geschickt. Nach einem Aufenthalte in Italien liess er sich in Dresden nieder, nahm 1840 das Amt eines Zeichenlehrers am Gouvernements-Gymnasium in Reval an, gab dieses jedoch bald wieder auf, um sich auf sein Gut Nömme bei Reval zurückzuziehen. 1851 konkurrierte er durch eine Bilderausstellung in der Aula der Universität Dorpat mit den Malern [Krüger], [Schlichting], [Hartmann] und [Schlater] um das Amt des Universitätszeichenlehrers, für das Krüger gewählt wurde. 1856 verkaufte er sein Gut, zog nach Dorpat und nahm das Amt eines Zeichenlehrers am Gymnasium an. Von ihm mehrere Landschaften in Privatbes.
Inland 1838 S. 218; 1840 S. 796; 1854 S. 815; 1856 S. 286; 1859 S. 378; 1860 S. 90, 272; 1861 S. 82. — Rigasche Stadtbl. 1866 S. 265 ff. — Neue Ztg. f. Stadt u. Land 1880 Nº 102. — Familiennachrichten. - W. Neumann, Balt. Maler und Bildhauer des 19. Jahrh. S. 75–76.
Kügelgen, Wilhelm Georg Alexander. Historienmaler. Geb. 20. November 1802 in Petersburg, Sohn des Malers [Gerhard v. K.]; gest. in Bernburg 25. Mai 1867, erhielt den ersten Kunstunterricht von seinem Vater und trat 1818 in die Dresdner Akad., wo er 1820 Schüler von [Hartmann] wurde. 1827 kam er nach Estland und lebte vorübergehend in Petersburg. 1830 zog er nach Dresden zurück und siedelte 1834 nach Bernburg über, wo er zum Professor und herzogl. Hofmaler ernannt wurde. 1846 weilte er neun Monate in Petersburg, um den Maler [Neff] bei der Herstellung der Kartons für die Ausschmückung der Isaakskirche zu unterstützen. 1853 ernannte ihn der Herzog von Anhalt-Bernburg zum Kammerherrn. Die Olaikirche zu Reval besitzt von ihm ein Altargemälde, Christus am Kreuz, 1830 gem. Er gab heraus: Drei Vorlesungen über Kunst, Bremen 1842, und schrieb: „Jugenderinnerungen eines alten Mannes“, herausg. v. P. Nathusius, 1870. In 17. Auflage erschienen 1896.
Kügelgen, Sally v. Porträt- und Historienmalerin. Geb. 19. Februar 1860 in Dorpat als jüngste Tochter des Malers [Konstantin v. K.] aus seiner dritten Ehe mit Baronesse Antonie v. Maydell (aus dem Hause [Maydell]), lebt in Rom. Ihre erste Lehrerin war Frau [Julie Hagen-Schwarz], dann absolvierte sie die Schule der Gesellschaft zur Förderung der Künste in Petersburg und besuchte von 1880–85 die Petersburger Akademie als freie Zuhörerin. Von ihr mehrere Porträts und kirchliche Malereien.
W. Neumann, Baltische Maler und Bildhauer des 19. Jahrh. S. 146–147.
Küntler, David, Baumeister, lebte am Ende des 17. Jahrh. in Narva. Von ihm wurde der Bau der ersten festen Brücke auf Steinpfeilern über die Narowa ausgeführt. Gleichzeitig oder wenig später erbaute er auf Kosten narvascher und ausländischer Kaufleute die Börse in Narva (Das Gebäude dient jetzt anderen Zwecken).
H. J. Hansen, Geschichte der Stadt Narva. Dorpat 1858 S. 129.
Kütner, Samuel Gottlieb. Kupferstecher. Geb. 13. Januar 1747 zu Wendisch-Ossig in der Ober-Lausitz; gest. 29. August 1828 in Mitau, machte seine Studien unter Joh. Friedr. Bause in Leipzig und wurde 1775 als Zeichenlehrer an das akademische Gymnasium in Mitau berufen. 1782 folgte er einer Aufforderung des Königs Stanislaus August von Polen, um dessen von Bacciarelli gemaltes Bildnis in Kupfer zu stechen, wofür er von diesem 1784 mit einem Brillantring und der gold. Medaille „Merentibus“ ausgezeichnet wurde. Auch Kaiser Alexander I. zeichnete den Künstler auf Fürsprache des damaligen Akademiepräsidenten Grafen Strogonow mehrfach aus. Die Akademie zu Bologna ernannte ihn 1785 zum Ehrenmitgliede. Wegen Altersschwäche wurde er am 20. Juni 1824 pensioniert. Von ihm: Mutter und Kind nach Cipriani. — Der kleine Naturforscher nach Wille. — Holländisches Mädchen in einer Pelzjacke nach G. Dou, 1773 (Das Orig. befand sich früher in den Wincklerschen Kabinetten in Leipzig). — Porträt des Joh. Sebast. Bach nach Hausmann, Leipzig 1774 (Die Kupferplatte im Museum zu Mitau). — Die Apfelschälerin nach G. Dou (Das Orig. ehemals in der Herzogl. Kurländ. Sammlung, 1778). — Porträt des Professors der Philos. Joh. Aug. Starck, 1779. — Porträt des Professors Bernh. Euler nach Darbes, 1780. — Porträt des Herzogs Peter von Kurland, 1781. — Porträt des Königs Stanislaus August von Polen nach Bacciarelli, 1784. — Porträt der Gebrüder Franziskus und Kasimir Rzewusky nach Maroni (1772 in Rom gem.). — Porträt des Kaisers Paul I. (unvollendet geblieben). — Ein Teil der 54 Kupfertafeln zum Wappenbuch des Kurländischen Adels, herausg. v. Joh. Eberhard Neimbts, Mitau 1794, 4o (Den anderen Teil der Platten stach K’s Schüler Joh. Gottfr. Scheffner).
Mitausche Polit. Zeitung 1781 St. 12 u. 13. — Intelligenzblatt des Journals des Luxus und der Mode 1787 Nº 3. — Provinzialblatt für Kur-, Liv- und Estland 1828 S. 155–156. — Joh. Bernoullis Reisen etc. III S. 245. — Rigasche Stadtbl. 1892 S. 78. — Sitzgsber. d. Kurl. Gesellsch. f. Lit. u. Kunst 1889 S. 101. — K. Dannenberg, Zur Gesch. u. Statistik des Gymnasiums in Mitau 1875 S. 8.
Kyber, Wilhelmine. Blumenmalerin. Geb. 1. Februar 1801 in Riga, Schwägerin des Historienmalers [K. Bähr]; gest. in Dresden. Bildete sich in Dresden unter der Blumenmalerin Friederike Friedrich. Das städtische Museum zu Riga besitzt von ihr ein Stilleben, 1842 gem.
Rigasche Stadtbl. 1845 S. 354; 1859 S. 142.