S
Saenger, Lucie v., verehel. Miram. Malerin. Geb. 1. Dezember 1862 auf dem Gute Kürbis bei Lemsal, erhielt ihre künstlerische Ausbildung zunächst in der [Jung-Stillingschen] Zeichenschule in Riga, dann von 1882–87 in München unter Lossow. Von ihr mehrere Porträts im Dommuseum und in Rigaschem Privatbesitz. Einige ihrer Stilleben waren mehrfach auf Rigaschen Ausstellungen zu sehen.
Salemann, Robert Johann. Bildhauer. Geb. 16. Juni 1813 als Sohn des Justizbürgermeisters S. in Reval; gest. 12. September 1874 in Petersburg, war von 1833 bis zum Frühjahr 1836 Schüler der Dresdner Akademie unter Rietschel, trat dann in die Petersburger Akademie, ging aber schon 1838 nach Deutschland zurück, wo er in München zweiundeinhalb Jahr unter Schwanthaler arbeitete. Nach einem längeren Aufenthalte in Rom kehrte er 1842 nach Petersburg zurück und wurde hier für eine Porträtbüste des stellv. Rektors Melnikow 1843 zum freien Künstler ernannt. Salemann gehört neben [Clodt v. Jürgensburg] zu den bedeutendsten Meistern der damaligen Petersburger Bildhauerschule. Für seine im Verein mit Clodt am Denkmal des Kaisers Nikolaus ausgeführten Arbeiten wurde er zum Akademiker und 1868 zum Professor ernannt. Von seinen Arbeiten nennen wir: Statue des Kaisers Peter I., 1841 in München gearb. (Museum Alexander III., Petersburg). — Die Stadtgöttin von Kiew, 1843 in Rom ausgef. (Akad. Petersburg). — Büste des Rektors A. Melnikow, 1843. — Kreuztragung; Erscheinung der Engel bei den Hirten; Der bethlehemitische Kindermord (Basreliefs in den Nischen unter dem Südportal der Isaakskirche in Petersburg). — Die Kraft; Die Weisheit; Die Gerechtigkeit; Der Glaube (allegor. Figuren am Denkmal des Kaisers Nikolaus I. in Petersburg). — Kaiser Nikolaus I. verleiht dem Grafen Speransky den Andreasorden für die Uebergabe der Gesetzsammlung (Basrelief am Nikolaidenkmal in Petersburg). — Die Ornamentation des Denkmalunterbaues führte S. von 1856–1858 aus. — Zar Michael Feodorowitsch; Minin und Fürst Posharsky; Der heil. Wladimir und die Götzendiener; Dimetrius Donskoi mit den besiegten Mongolen (Einzelgruppen am Denkmal des 1000jährigen Bestehens Russlands in Nishni-Nowgorod, 1862 vollendet). — Marmorfigur des Kaisers Nikolaus I., nach einem Modell des Prof. Pimenow für den Kaiserl. Sommersitz in Alexandria, 1867 ausgef. — Büste des General-Gouverneurs Fürsten Suworow. — Studie nach einem Tiger in nat. Gr. — Schlafendes Kind für ein Grabdenkmal in Dorpat. — Büste des Generals Wiskowatow-Schnering. — Büste des Grafen Armfeldt. — Büste des Dr. Arndt. — Statuen der Apostel Petrus und Paulus für die katholische Kirche zu Reval. — Engelpaar als Leuchterträger für dieselbe Kirche. — Zwei heraldische Figuren für den grossen Saal des Hauses der gr. Gilde in Riga. Nach seinem Modell in Holz geschnitzt.
Dioskuren 1866 S. 204, 235; 1867 S. 197; 1868 S. 65, 326. — Наши художники I S. 151 ff. — W. Neumann, Balt. Maler u. Bildhauer d. 19. Jahrh. S. 79–80.
Salemann, Hugo. Bildhauer. Geb. 1859 in Petersburg, Sohn des [Vorigen], wurde 1877 Schüler der Petersburger Akad. und erhielt 1883 die kleine gold. Med. für seine Statuengruppe „Orest von den Furien verfolgt“; 1884 die gr. gold. Med. für das Relief „Kampf der Giganten gegen den Olymp“. 1885 wurde ihm ein vierjähriges Reisestipendium zum Besuche Italiens zuteil. 4./XI. 1889 Akademiker. Im Museum Alexanders III. in Petersburg von ihm: Cimbern. — Charon die Seelen der Abgeschiedenen über den Styx fahrend (abgebildet in наши художники I S. 151).
Rigasche Ztg. 1884 Nº 60. — Наши художники I S. 152. — W. Neumann, Balt. Maler und Bildh. des 19. Jahrh. S. 80.
Sanftleben, Benjamin, wird 1710 und 1739 in Mitau als Porträtmaler (Conterfeyer) genannt.
Kirchenbuch der Trinitatiskirche (Jul. Döring).
Sarrin, Richard. Maler, Radierer und Lithograph. Geb. 15. Juni 1869 auf dem Gute Kegeln in Livland, trat 1887 in die Stieglitzsche Zeichenschule in Petersburg und absolvierte sie 1895 mit einem Stipendium zu mehrjährigem Aufenthalte im Auslande. Er arbeitete zunächst unter Alex. Zick in Berlin, dann in München unter Prof. Rud. Seitz und wurde darauf Meisterschüler von Prof. W. Unger in Wien. Seine der Schule eingesandten Arbeiten veranlassten das Direktorium sein Stipendium auf 1½ Jahre zu verlängern mit der Bedingung zu weiterer Ausbildung nach Paris zu gehen. Von hier wurde er nach Petersburg berufen, um die Leitung der Kunstabteilung in der Expedition der Staatspapiere zu übernehmen. — S. kultiviert mit Vorliebe die Darstellung des Märchens und hat namentlich auf dem Gebiete der Original-Lithographie anerkennenswerte Arbeiten geliefert.
W. Neumann, Balt. Maler u. Bildh. d. 19. Jahrh. 172–174.
Sartori, Jakob Friedrich. Miniaturmaler. Geb. 22. Juli 1758 zu Ludwigsburg in Würtemberg; gest. 22. Dezember 1830 in Windau, studierte anfänglich an der Universität Tübingen, wandte sich aber frühzeitig der Kunst zu, die er in Ludwigsburg, später in Manheim erlernte. Um 1790 kam er nach Kurland und begründete in Kandau eine Privatlehranstalt, nahm aber 1805 das Amt eines Zeichenlehrers an der Kreisschule in Windau an, erteilte auch Unterricht in der Kalligraphie, Geographie und Geometrie. 1817 war er stellvertretender Schulinspektor und wurde 1820 in diesem Amt für Windau und Pilten bestätigt. Krankheitshalber legte er Ende 1828 das Amt nieder. Von ihm: Das Porträt des Piltenschen Präsidenten Herm. Friedr. v. Behr auf Edwahlen, gem. 1794 auf Elfenbein (Mus. Mitau). — Portr. des Herrn v. Behr auf Popen in Kurl., 1795 gem. — Portr. des Prof. Meyenberg (Dom-Mus. Riga).
Sass, Oswald Baron v. Porträt- und Genremaler. Geb. 27. Mai 1856 in Arensburg auf Ösel, Sohn des Landrats Karl Baron S. auf Sandel, erhielt die erste Anleitung von dem Prof. [Otto v. Moeller] und bezog 1876 die Düsseldorfer Akad., wo er unter den Professoren Andr. Müller und Heinr. Lauenstein arbeitete. Seine Absicht auf der Petersburger Akad. seine Studien fortzusetzen, wurde durch eintretende Krankheit verhindert. Erst 1881 konnte er seine Studien wieder aufnehmen, ging nun aber nach München, arbeitete dort unter Alois Gabl und Otto Seitz und war 1884–87 Meisterschüler von Prof. Liezenmayer. Nach einem vorübergehenden Aufenthalt in Charkow war er von 1894–98 als Lehrer an der [Jung-Stillingschen] Mal- und Zeichenschule in Riga tätig. Lebt z. Z. in Arensburg auf Oesel. Von ihm: Totenwache, 1890 (Städt. Mus. Riga). — Madonna, 1890. — Estnische Fischerstube, 1891 (Bes. Prof. Th. Grönberg, Riga) etc.
W. Neumann, Balt. Maler und Bildh. d. 19. Jahrh. S. 135–136.
Sauerweid, Gottlob Alexander. Schlachtenmaler und Radierer. Geb. 19. Februar 1783 in Kurland; gest. 25. Oktober 1844 in Petersburg, bildete sich auf der Dresdner Akad. und erregte hier durch seine geschickten radierten Darstellungen aus dem Kriegsleben die Aufmerksamkeit des Kaisers Alexander I., der ihn 1814 nach Petersburg als Lehrer der Kaiserl. Kinder berief. 1831 wurde er stellvertretend als Professor der Tier- und Schlachtenmalerei an der Akad. angestellt und 1836 zum ordentlichen Professor ernannt. S. war der erste bedeutende Schlachtenmaler der Akad., hat aber weniger durch seine Malereien als durch seine Radierungen und Zeichnungen, in denen die Darstellung des Pferdes das Hauptmotiv bildet, seinen Ruhm erworben. Einige wenige Gemälde von ihm befinden sich in kurländischem Besitz, die Mehrzahl im Winterpalais in Petersburg. Von seinen graphischen Arbeiten nennen wir: Die Kgl. Sächsische Armee nach der neuen Organisation von 1810. 31 Blatt mit der Hand kolorierte Stiche in 4o, im Verlage von Heinr. Rittner in Dresden erschienen. — Die Uniformen der Kgl. Westfälischen Armee um 1810; fol. 19 unbezeichnete Tafeln in kolor. Kupferstich. — Dresdens Not und Rettung im Jahre 1813. 20 Radierungen in 4o, in einzelnen Exemplaren auch koloriert (Von dieser Ausgabe gibt es Nachstiche, die jedoch die Originale nicht erreichen). — Dreissig Blätter für Pferdezeichner und Schlachtenmaler. Verlegt v. E. Arnold in Dresden. — Verschiedene kleine Stiche: Ein russischer Kurier in einem Dreigespann. — Sächsischer Kurier. — Kosaken töten ein gestürztes Pferd. — Ein Kosak vom Rücken gesehen. — Baschkir und Kosak von der Wolga. — Kalmück und Kosak vom Ural. — Ein Kosak durchsticht mit der Pike einen Janitscharen. — Fouragiere. — Drei Kavalleristen. — Verschiedene Szenen aus dem Jahre 1813. — Verschiedenes Militär. — Ansicht auf Paris von Meudon aus (Bez. Sauerweid fecit. Drèsde chez Erneste Arnold ci-devant Rittner). — Fürst Golenitschew-Kutusow mit seiner Suite, rechts General Benningsen, der ihm eine Mitteilung macht (Bez. Sauerweid del. et. sc). — Kaiser Alexander I. und Graf Platow auf der Parade in Hydepark in London. Grosser Stich in Aquatinta-, Radier- und Punktiermanier, 1815.
W. Neumann, Balt. Maler und Bildhauer des 19. Jahrh. S. 32–34.
Sauerweid, Nikolaus. Porträt- u. Schlachtenmaler, Sohn des [Vorigen]. Geb. 1836 in Petersburg; gest. daselbst 1866, bildete sich früh unter der Leitung seines Vaters und trat in den fünfziger Jahren in die Akademie, erwarb sich in schneller Folge die Schülermedaillen, wurde 1859 zum freien Künstler und bereits 1860 zum Akademiker befördert. Ausser einigen Porträts von ihm mehrere Schlachtenbilder.
Inland. 1854 S. 865. — Наши художники I S. 153.
Schabert, Ernst David. Zeichner und Lithograph. Geb. 17. Februar 1796 in Mitau; gest. daselbst 24. Februar 1853, studierte von 1817–1820 Philosophie in Dorpat und war gleichzeitig Schüler des Kupferstechers Prof. [K. A. Senff]. Er liess sich in seiner Vaterstadt nieder, beschäftigte sich mit Miniaturmalerei und vertrat 1823 den erkrankten Zeichenlehrer des Gymnasiums [S. Kütner], trat auch später für dessen Nachfolger [D. Oechs] ein. Er begründete in Mitau eine lithographische Anstalt, aus der eine Anzahl tüchtiger Arbeiten hervorgingen, und vereinigte diese später mit einem Atelier für Daguerrotypie. Von ihm: Kurländischer Bildersaal. Eine Sammlung von Bildnissen, lith. von [Fr. Krause]. Heft 1. 1826. — Portr. des Rigaschen Theaterdirektors. Joh. Hoffmann u. dessen Gattin Katharina, geb. Krainz. — Portr. des Sängers u. Schauspielers am Rigaschen Theater C. Günther. — Portr. der Sängerin Karoline Pollert. Lith. nach [Eggink] für die von Salzmann projektierte Herausgabe von Bildnissen Rigascher Schauspieler. — Das Kurländische Wappenbuch. 4 Bände, 1847. — Portr. des Predigers Joh. Georg Wilh. v. Raison zu Gross-Autz. Lith. fol. — Portr. des Dr. med. Joh. Gottl. Fleischer in Mitau. Lith. fol. — Portr. der Gemahlin des Kammerherrn v. Schoeppingk, geb. Gräfin Medem. Lith. — Portr. des Generals Pantenius. Lith. fol. 1846. — Portr. des Generalsuperintendenten Wilpert. Lith. 1848. — Ausser diesen lithographierte er viele Porträts nach Zeichnungen von [Oechs], [Döring] u. a.
Rigasche Stadtbl. 1830 S. 411; 1839 S. 127, 202. — Inland 1845 S. 562; 1846 S. 740; 1848 S. 1017.
Schabert, Eduard Anton. Lithograph. Geb. 7. April 1826 in Mitau als Sohn des [Vorigen]; gest. 7. September 1854 daselbst, war Schüler seines Vaters und übernahm nach dessen Tode die Leitung der lithographischen Anstalt.
Inland 1854 S. 640.
Scharlow, G. C. Zeichner und Lithograph, war in den zwanziger und noch im Anfang der dreissiger Jahre des 19. Jahrh. in Riga tätig. Von ihm: Portr. des Schauspielers am Rigaschen Theater Aug. Heinr. Porsch († in Riga 1823), lith. nach dem Gemälde von [Mäklenburg]. — Portr. des Rigaschen Superintendenten Karl Gottl. Sonntag. Lith. nach einem Aquar. von F. C. Tielker, 1828. — Portr. des Violinvirtuosen und späteren Inspektors der Kaiserl. Oper in Petersburg Louis Maurer. — Rigasche Ansichten: Riga von der Mitauer Vorstadt aus gesehen. — Der Markt- und Börsenplatz in Riga von der Ressource aus gesehen. — Der Schlossplatz mit der Siegessäule. — Riga vom Lagerplatz (Lämmerberg) aus gesehen. — Landhaus des Rittmeisters v. Schröder und die Marienmühle. — Der Wöhrmannsche Park. (Als erstes Heft 1830 von der Hauswaldschen Lithogr. herausgeg. Ein Probeblatt mit der Ansicht des Marktplatzes in Riga erschien 1829).
Rigasche Stadtbl. 1828 S. 305; 1829 S. 161; 1830 S. 371. — Provinzialbl. 1828 Nº 36, S. 148.
Scheel, Heinrich Karl. Architekt. Geb. 5/17. Mai 1829 in Hamburg, erlernte zunächst praktisch unter der Leitung seines Vaters, des Architekten und Maurermeisters Daniel Dietrich Sch. das Maurerhandwerk und besuchte in den Wintermonaten die Zeichenschule des Prof. Fersenfeldt. Eine Besuchsreise führte ihn 1846 nach Petersburg und der inzwischen erfolgte Tod seines Vaters bestimmte ihn in die Petersburger Akad. als freier Zuhörer einzutreten. Er wurde Schüler des Prof. Thon, errang sich 2 silb. Med. und 1852 den Grad eines akadem. Künstlers, arbeitete dann unter Prof. Bohnstedt und kam 1853 zur Ausführung des von Prof. K. Beyne entworfenen Hauses der grossen Gilde nach Riga. 1860 übernahm er in Gemeinschaft mit dem Architekten Hess die Bauleitung des von Prof. Bohnstedt für Riga entworfenen Stadttheaters und führte daneben eine grosse Anzahl von öffentlichen und Privatgebäuden aus. 1862 Akademiker. Von seinen bedeutenderen Bauausführungen nennen wir: Das jetzige v. Transehe’sche (früher Kruth’sche) Haus, Thronfolgerboulevard 7. — Das ehemals Krüger’sche Haus, Alexanderboulevard 2. — Das Interimstheater (nach dem Brande des Stadttheaters im Jahre 1882). — Die Börsenbank. — Das Seemannshaus. — Mehrere russische Kirchen in Liv-, Est- u. Kurland. — Die reformierte Kirche zu Birsen in Litauen, (1867). — Die luth. Kirche in Sophienhof bei Preetz in Holstein, (1873). — Das Bethaus der luth. Gemeinde in Kemmern, (1895). — Das Elektrizitätswerk der russ. Allg. Elekt. Ges. Union.
Scheffner, Johann Gottfried. Kupferstecher. Geb. 1765 in Mitau als Sohn eines Zimmermanns; gest. daselbst 18. Dezember 1825, besuchte die Stadtschule in Mitau und fertigte als Schüler der oberen Klasse einen Globus für den Herzog von Kurland, wodurch er sich dessen Gunst erwarb und von diesem die Mittel zu weiterer Ausbildung erhielt. (Ein anderer von ihm angefertigter Globus befand sich 1808 im Himselschen Mus. zu Riga). Vom Juli 1784 ab besuchte er das Gymnasium in Mitau und genoss den Unterricht des Kupferstechers [S. Kütner]. Er studierte dann in Jena, Wittenberg und Halle und folgte 1795 einem Rufe als Professor und Lehrer des Zeichnens an das Kölnische Gymnasium in Berlin. 1797 übernahm er das Amt eines Zeichenlehrers an der Universität Leipzig, 1804 kehrte er nach Kurland zurück, versah von 1806–1817 das Amt eines Zeichenlehrers an der Kreisschule in Libau und lebte seit 1817 als Kupferstecher in Mitau, bis der Verlust des Augenlichts seiner Tätigkeit ein Ziel setzte. Von ihm: Portr. Friedrichs des Gr. In Berlin gestoch. — Portr. der Herzogin Dorothea v. Kurland nach I. H. Schroeder. (Der Stich ist vom Künstler dem Herzog gewidmet). Berlin 1793. — Portr. des Schauspielers G. Kaselitz nach Krüger. Berlin 1794. — Die Portrs. des Kaisers Peter I., der Kaiserin Elisabeth Petrowna, der Kaiserin Katharina II., des Kaisers Alexander I. u. der Grossfürstin Maria Pawlowna. (Für das Werk: Abrégé historique et chronologique des règnes de tous les Souverains de la Russie par M. d. L. Leipzig 1806. 8o). — Portr. des Generals Loudon (?) — Portr. des Buchdruckers Joh. Fr. Steffenhagen in Mitau nach C. C. Krauckling. Mitau 1822. — Ein Teil der 54 Tafeln für das von J. E. Neimbts herausgegebene „Wappenbuch des Kurländischen Adels“ Mitau 1793. 4o. (Den andern Teil der Tafeln stach sein Lehrer [S. Kütner]).
Mitauer Ztg. 1795 St. 49. — A. D. Rowinsky словарь грав. портр. IV S. 758.
Scheffner, Karl Heinrich Ferdinand. Maler. Geb. 7. April 1805 in Libau als Sohn des [Vorigen]; gest. im Juni 1865 in Riga (Hagensberg.), studierte 1827–29 in Dorpat und war Schüler des Kupferstechers [K. A. Senff]. Er lebte später als Zeichenlehrer in Riga.
Rigasche Stadtbl. 1859 S. 144. Album acad.
Scherwinsky, Max. Architekt. Geb. 1/13. November 1859 in Tilsit, studierte nach Absolvierung der Bauschule zu Buxtehude Architektur an der technischen Hochschule zu Stuttgart und kam 1880 nach Riga, wo er im Jahre 1881 ein Lehramt an der Rigaer Gewerbeschule übernahm, zu deren Direktor er 1888 ernannt wurde. S. hat sich durch die Förderung des Kunstgewerbes besonders verdient gemacht und ist auch auf baukünstlerischem Gebiet wiederholt tätig gewesen. Nach seinen Plänen wurden u. a. die Ausstellungsgebäude der Rigaschen Gewerbeausstellung von 1883 und die der Jubiläumsausstellung von 1901 erbaut. Er gab heraus: Die Rigaer Jubiläumsausstellung 1901 in Bild und Wort. Riga 1902.
Illustr. Beilage zur Rigaschen Rundschau. Aug. 1901.
Schiemann, Wilhelm Friedrich. Geschickter Dilettant. Geb. in Kurland 1759; gest. in Paris 1824, war Kanzleibeamter in Mitau, beschäftigte sich aber viel mit Architektur, über die er auch geschrieben hat, und mit Landschaftsmalerei. Er reiste viel und lebte seit 1809 in Paris. Von ihm: Eine kleine Landschaft, 1790. — Das Bildnis eines jungen Mädchens, 1792, in enkaustischer Manier gem. 1827 im Mus. zu Mitau. — Die Aussicht in das Haslital, Sepia. (Im v. Offenbergschen Album. Mus. Mitau.)
(Jul. Döring.)
Schiffner, Gottlieb. Porträt- u. Landschaftsmaler. Geb. 1755 in Grosschönau bei Zittau in Sachsen; gest. in Dresden 1795, Schüler der Dresdner Akad. und des Prof. Schenau. Zu Anfang der achtziger Jahre des 18. Jahrh. lebte er in Warschau und kam 1785 nach Mitau, wo er einige tüchtige Bildnisse und mehrere Landschaften in der Art des Chr. Wilh. Dietricy malte. 16. IX. 1787 wurde er Mitglied der Petersburger Kunstakad. 1788 kehrte er nach Dresden zurück. Er soll auch mehrere kleine Landschaften radiert haben. Von ihm: Ein Portr. des Herzogs Peter von Kurland. — Portr. des Pastors C. D. Wehrt zu Gross-Autz. — Portr. der Elisabeth Concordia von der Recke, geb. v. Kupfer. (Bes. Mus. Mitau). — Monduntergang. — Mondscheinlandschaft. (Bes. Graf Medem, Elley). — Morgen. — Mittag. Zwei Landschaften mit Vieh. 1787 und 1788 gem. (Bes. Baron Lüdinghausen-Wolff, Jungfernhof). — Das Portr. des Königs Stanislaus August v. Polen. (Dem Mitauer Mus. geschenkt vom Grafen Raczynski). — Das Portr. des Reichsgrafen Joh. Friedr. v. Medem, Vaters der Elise von der Recke. (Bes. Graf Medem, Elley). — Kinder mit einer Ziege in einer Landschaft. Aquarellierte Federzeichnung, 1786. (Album des Jak. Joh. Voss im städt. Mus. zu Riga). — Junge Jüdin in einer Landschaft. Bleistiftzeichnung, 1787. (Im Album des H. v. Offenberg, Mus. Mitau). — Landschaft mit Viehherde, in der Art des N. Berchem. (Bes. v. Bach, Mitau).
Schilling, Karoline, geb. Senff. Malerin. Geb. 1801 als älteste Tochter des Kupferstechers, spätern Professors an der Universität Dorpat [K. A. Senff], verheiratete sich 1827 mit Georg Gustav Schilling, Pastor zu Schwaneburg und Aahof; gest. 20. Mai 1840, bildete sich unter Leitung ihres Vaters zu einer geschickten Blumenmalerin aus.
W. Neumann, Karl Aug. Senff. Reval 1895 S. 34 Anmerk.
Schirmeister, Jakob Christian. Baumeister, wird 1755 als „Herzoglich kurländischer Baudirekteur“ bezeichnet. 1766 trat er als Kunst- u. Strommeister in die Dienste der Stadt Riga, wobei ihm das Recht zugestanden wurde den Titel eines „Baudirekteurs“ weiterzuführen. Im Museum zu Mitau von ihm 12 Blatt Zeichnungen in 4o. Entwürfe zu einem herzogl. Wohnhause auf dem Gute Grenzhof.
(Jul. Döring.)
Schlater, Georg Friedrich. Maler und Lithograph. Geb. 1804 in Tilsit; gest. 14. April 1870 in Dorpat. Er hatte die Stubenmalerei erlernt und kam jung nach Riga, zog aber um 1835 nach Dorpat, wo er sich als „Puppenmaler“ niederliess, d. h. er malte auf Pappe Figuren und Kulissen für Puppentheater, die Tiere der Arche Noäh und anderes Spielzeug für Kinder. Unermüdlicher Fleiss und stetige Uebung brachten ihn aber rasch vorwärts, so dass er 1837 das Amt eines Zeichenlehrers an der Töchterschule in Dorpat übernehmen konnte. Bereits im folgenden Jahre vertauschte er dieses Amt mit dem eines Zeichenlehrers am Gymnasium und am Veterinärinstitut. Er hatte sich inzwischen eingehend mit der Lithographie beschäftigt, begründete 1837 eine lithographische Anstalt und war der Erste, der die Umgegend Dorpats in Bildern veröffentlichte. 1838 machte er die ersten Versuche mit mehrfarbigem Steindruck. Zu seinen bedeutendsten Arbeiten gehören die Illustrationen zu dem Prachtwerk des Professors Pirogow über chirurgische Anatomie, wofür der Verfasser ihm ein ehrendes Denkmal in der Vorrede setzte und ihm die gold. Med. am Stanislausbande verliehen wurde. 1852 erteilte ihm die Petersburger Akademie den Rang eines freien Künstlers für sein Oelgemälde „Die Ueberfahrt nach Annenhof bei Dorpat“. In seinen letzten Lebensjahren beschäftigte ihn neben der Lithographie auch die Photographie. Von seinen Arbeiten nennen wir in chronologischer Ordnung: Malerische Ansichten von Dorpat und dessen Umgebung nach der Natur gez. u. lith. 4 Hefte à 10 Blatt; qu. 8o, 1837 u. 1838. — 52 Tafeln in fol. zur chirurgischen Anatomie von Pirogow, 1838. — Die Lehr- und Erziehungsanstalt zu Birkenruh bei Wenden nach [A. M. Hagen], 1839. Lith. qu. fol. — Ansicht von Dorpat von der Revalschen Seite, umgeben von 14 kleinen Ansichten: Domtempel; Domruine; alte Dombrücke; Knochenhäuschen; Techelfer; Quelle zu Camby; Tempel im alten Mussegarten; Sternwarte; steinerne Brücke; Sadjerw und Kukulin; Anatomikum; Universitätsgebäude; Marktplatz und Ansicht der Stadt von der Badestelle aus. Höhe 450, Breite 525 mm. — Zeichenvorlagen: Heft 1: Figuren zum Nachzeichnen, 6 Blatt; Heft 2: Vorlagen zum Landschaftszeichnen, 24 Blatt, lith. von [Hagen], [Hartmann] und Schlater. — Die steinerne Brücke in Dorpat. Lith. qu. fol. — Das malerische Dorpat. 10 Lieferungen à 5 Blatt. Lith. gr. fol. 1852 u. 1853. — Elf kleine Ansichten aus Dorpat in Tondruck, wiederholt nach den oben genannten. — Die Sternwarte in Dorpat. Lith. nach einer Zeichnung von [A. Hagen]. — Album von Dorpat und Umgebung, 1860 qu. fol., enthaltend einen Plan der Stadt, 14 Ansichten aus Dorpat, 6 aus Ratshof, Mollatz, Heiligensee und Treyden in Irisdruck (In Berlin angefertigt). — Der Prahm bei Segewold. Lith. nach [A. Hagen], 1841 Qu. fol. — Ansichten aus Reval: Die Stadt vom Meer her gesehen; die Neustadt bei Reval; das Kaiserl. Lustschloss Katharinenthal; das Birgittenkloster bei Reval, qu. fol. Diese Ansichten aus Reval wurden neben anderen von [E. Hostein] mit einigen Abänderungen in der Staffage (diese meistens von A. Victor) nachgezeichnet, in Paris von Lemercier farbig lithographiert, bei Teosari et Co. in Paris gedruckt und in Reval bei D. Avanzo verlegt. — Ein Teil des Marktplatzes in Dorpat. Erster Farbendruck. — Oeselsche Bauerntrachten, gem., auf Stein gez. u. in Farben gedruckt, 1852 qu. fol. (Hans vom Gute Tarwast nach [A. Pezold]. Tondruck 8o; Karl aus dem Tunri-Gesinde des Gutes Tarwast und Eva aus Oberpahlen; estnische Bauerngestalten in ganzen Figuren. Lith. 8o). — Malerische Ansichten aus Livland nach [A. Hagen]. — Schloss Lais, Lith. — Illustrationen zum Epos Kalewipoeg. — Portr. des Rektors mag. der Universität Haffner. Pastell. 1844 (Bes. Gel. estn. Gesellsch.). — Portr. des Oberpastors Bienemann in Dorpat nach W. Wider. Lith. fol. 1846. — Portr. des Rigaschen wortführenden Bürgermeisters Joh. Heinr. v. Rolssen. Lith. nach G. Schlichting. — Portr. des Badstubenbesitzers G. A. Lockenberg in Dorpat (eine in damaligen Studentenkreisen bekannte Persönlichkeit) gem. u. lith. fol. — Portr. des Prof. emer. Reichert. Lith. 1847. — Portr. des Privatdozenten Dr. H. Assmuss, 1848 gem. u. lith. — Portr. des Kaufmanns Reinhold in Dorpat. Lith. fol. 1849. — Portr. des livl. Landrats Baron Karl Axel Christ. v. Bruiningk. Lith. fol. — Portr. desselben, mit seiner Gemahlin. Lith. — Portr. des Direktors der Erziehungsanstalt in Birkenruh Dr. A. W. Hollander, nach dem Gemälde von [A. Pezold]. — Portr. des Prof. d. Theol. Th. Harnack, 1849. — Portr. des Prof. E. Siller. — Portr. des Pastors Valentin Holst in Fellin. Gez. u. lith. 1851. — Aussicht von der Ueberfahrt nach Annenhof bei Dorpat, Oelgem. Konkurrenzarbeit, eingereicht vom Künstler bei der Akad. in Petersburg zur Erlangung des Künstlergrades, 1852. — Partie aus dem Park in Weimar. Aquar. — Festsitzung in der Aula der Universität am 12. Dezember 1852. Lith. fol. — Portr. des Prof. Christ. Ph. Kayser. — Portr. des Prof. Joh. Karl Friedr. Keil. — Sechs Aquarelle, die Kalewidenstätten darstellend: Das Kalewidenlager bei Allatzkiwi; der Granitblock daselbst; der Kopabach unter Sarenhof; das Kalewidenlager bei Linota unter Terrastfer; das Lager bei Ihafer unter Luhdendorf. — Desgl. Oelgem. auf Pappe, darstellend Kalewidensteine: Der Stuhl des Kalewipoeg zwischen Eks und Kukulin; der Steinblock am Ufer des Sadjerwsees (Bes. Gelehrt. estn. Gesellsch.).
Inland 1838 S. 477 u. 716; 1839 S. 9 ff.; 1840 S. 426; 1844 S. 828; 1846 S. 104; 1849 S. 312 u. 360; 1850 S. 368; 1852 S. 56; 1853 S. 58, 117 ff., 811, 838 u. 931; 1856 S. 424; 1860 S. 758. — Rigasche Stadtbl. 1829 S. 172; 1852, 20. Novbr. Rigasche Ztg. 1870 Nr. 91. — W. Neumann, Baltische Maler und Bildhauer d. 19. Jahrh. S. 153.
Schlater, Alexander Georg. Landschaftsmaler. Geb. 1834 in Dorpat Sohn des [Vorigen]; gest. 12. Juni 1879 in Düsseldorf, erhielt den ersten Kunstunterricht von seinem Vater und besuchte von 1853–59 die Petersburger Akademie, worauf er sich in Reval niederliess, wo er vorübergehend als Zeichenlehrer an der Domschule tätig war. 1869 erhielt er die Ernennung zum freien Künstler und 1872 zog er nach Düsseldorf. Die Mehrzahl seiner Landschaftsbilder befindet sich in Privatbesitz in Reval.
Rigasche Ztg. 1868 Nº 9; 1875 Nº 73; 1878 Nº 64; 1879 Nº 128. — Наши художники II S. 267. — W. Neumann, Balt. Maler u. Bildhauer d. 19. Jahrh. S. 153.
Schlegelmilch, Johann Friedrich. Steinmetz und Graveur, stammte aus Suhl in Thüringen und wurde am 1. April 1804 Revaler Bürger. 1825 verfertigte er die Grabdenkmäler des Naturforschers Prof. Cuvier in Paris und des Philosophen Prof. F. G. Hegel in Berlin.
Revalsche wöchentl. Nachrichten 1825 S. 686 und 755.
Schlichting, Ernst Hermann. Porträt- und Genremaler. Geb. 5. Mai 1812 in Reval; gest. 8. Mai 1890 in Dresden, erhielt den ersten Kunstunterricht von dem Kupferstecher [K. A. Senff] in Dorpat, besuchte dann die Petersburger Akad. und begab sich von hier zu weiterer Ausbildung nach Dresden. 1839 kehrte er aus dem Auslande zurück, liess sich zunächst in Dorpat nieder, zog dann nach Riga und wählte gegen Ende der vierziger Jahre Reval zum Wohnsitz, wo er seit Oktober 1850 das Amt eines Zeichenlehrers an der Ritter- und Domschule versah. 1845 war er für sein Bild „der Leiermann“ zum freien Künstler der Petersburger Akad. ernannt worden. — Auch seine Schwester Wilhelmine S., † 1888 in Dresden, war Malerin. Von seinen Arbeiten nennen wir: Der Geburtstagtisch, 1841 (städt. Mus. Riga). — Portr. des Komikers Roderich Lehmann (1837–41 am Rigaschen Theater) in zwölf seiner Hauptrollen als Einfassung, 1841, lith. v. [F. Deutsch], fol. — 14 Portrs. der bedeutendsten damaligen Rigaschen Schauspieler auf einem Blatt, Aquar. 1843, lith. von Hanfstängl in Dresden. — Portr. des Oberpastors zu St. Jakob in Riga C. L. Grave; nach dem Tode aufgenommen, lith. v. [F. Schlater]. — Portr. des Rigaschen wortführenden Bürgermeisters Joh. Joach. Rolssen, lith. v. [F. Schlater]. — Portr. des Ratsherrn Aug. Heinr. Hollander, 1841 (Bes. Oberlehrer Staatsrat B. Hollander, Riga). — Panorama von Reval, von Katharinental aus aufgenommen 1850. Lith. schwarz und farbig. Verlag von J. F. Kopp. — Ansicht der feindlichen Flotte auf der Revaler Reede mit mehreren Porträts im Vordergrunde, 1854. lith. — Die ehemalige Süsternpforte in Reval (Prov. Mus. in Reval). — Die Auswanderer, Skizze (Stadt, Mus. Riga). — Trachten der Schweden an der Küste Estlands und auf der Insel Runö. Farbendr. v. Winckelmann und Sohn, Berlin, zu dem Werke „Eibefolke“ von C. Russwurm, Leipzig 1854.
Inland 1841 S. 417 und 844; 1843 S. 401; 1850 S. 715; 1853 S. 32; 1854 S. 815; 1855 S. 241; 1857 S. 315. — Rigasche Stadtbl. 1859 S. 159. — Rigasche Ztg. 1868 Nº 9. — Revalsche wöchentliche Nachrichten 1850 Nº 31. — Album der estländ. Ritter- und Domschule 1859. — Beiträge zur Gesch. der estländ. Ritter- und Domschule 1869. — W. Neumann, Balt. Maler und Bildhauer des 19. Jahrh. S. 63–85.
Schlippenbach, Paul Freiherr v. Geb. 20. April 1869 in Olai bei Mitau, wurde in Deutschland erzogen und studierte Jurisprudenz, ging aber, obgleich er bereits das Staatsexamen abgelegt und den Grad eines Dr. jur. erlangt hatte, 1895 zum Studium der Malerei über. Er wurde Schüler des Jean Paul Laurens (acad. Julien) in Paris, arbeitete dann unter Whistler und lebt jetzt in Dresden, wo er zu den Mitgliedern der Kunstgenossenschaft gehört.
Schmaeling, Reinhold. Architekt, geb. 1. November 1840 in Riga, besuchte das Petersburger technologische Institut, um sich zum Maschineningenieur auszubilden, trat aber später auf Anraten des Tiermalers [Alex. Schwabe] in die Petersburger Kunstakad. zum Studium der Architektur, die er 1868 mit der grossen goldenen Medaille ausgezeichnet verliess, womit zugleich ein vierjähriges Reisestipendium verbunden war. Er besuchte zunächst Deutschland, dann auf zwei Jahre Italien und wurde nach seiner Rückkehr zum Akademiker befördert. Anfangs im Departement der Apanagen angestellt, widmete er sich von 1877 ab der Privatpraxis und folgte 1879 dem Ruf zur Uebernahme des Amts eines Stadtarchitekten in seiner Vaterstadt, wo er eine umfangreiche Bautätigkeit entfaltete. Zu seinen Hauptwerken gehören: eine Anzahl grösserer Schulhausbauten, das Haus der russischen Gesellschaft „Ulei“, das Polizeiverwaltungsgebäude, die vier Feuerwehrdepôts, das Haus der Kommerzbank, das Armitsteadsche Kinderhospital, die städtische Schlachthausanlage, die Erweiterungsbauten des Stadtkrankenhauses, mehrere Wohngebäude u. a.
Auch sein Sohn Alexander Sch., geb. 22. Juni 1877, hat die Kunstakad. in Petersburg absolviert und sich in Riga als Architekt niedergelassen. Von ihm mehrere Wohngebäude.
Schöne, Johann Benjamin. Maler. Geb. 1771; gest. 15. Januar 1813 in Mitau, wird 1805 als „Kunstmahler“ aufgeführt.
Mitausche Ztg. 1805 Nº 22 (Jul. Döring).
Schorer, Leonhard. Porträtmaler. Geb. 1715 in Königsberg i. Pr., begraben 20. April 1777 in Mitau, war bereits um 1734 in seiner Vaterstadt als Porträtmaler tätig und kam 1748 nach Kurland, wo er namentlich am herzoglichen Hofe tätig war. Von ihm: Das Portr. des kurl. Staatsrats Th. Ludwig Lau. Bez. pinx. Regimonti 1734. Gestoch. v. C. Fritzsch (Hofgraveur des Herzogs v. Schleswig-Holstein), Hamburg 1735. — Portr. des kurl. Geh. Tribunalrats Christ. Georg v. Ziegenhorn, gem. 1775 (Bes. Mus. Mitau). — Portr. des Herzogs Karl von Kurland, gem. um 1759 (Bes. Mus. Mitau). — Portr. des kurl. Superintendenten Christ. Huhn, gem. 1765. Gest. von J. W. Schleuen in Berlin. — Portr. des herzogl kurl. Mundschenken Joh. David Brederlo, 1765 (Bes. Gal. Brederlo, Riga). — Portr. des Herzogs Ernst Joh. v. Kurland, gem. 1767 (Bes. Buchdruckereibesitzer Steffenhagen, Mitau). — Portr. des Rentmeisters Voigt, gem. 1777 (Mus. Mitau). — Portr. des kurl. Generalsuperintendenten Joachim Baumann und dessen Gemahlin Charlotte, geb. Stavenhagen (Bes. Ältester gr. Gilde W. Kerkovius, Riga). — Portr. des kurländischen Landhofmeisters Heinr. Christ. v. Offenberg, 1696–1781 (Bes. Mus. zu Mitau). — Portr. des Hauptmanns zu Kandau Eberhard Christoph Phil. v. Hahn, 1765 gem. (Bes. v. Hahn).
Kirchenbuch der St. Trinitatiskirche in Mitau. — Autogramme des Mitauschen Mus. III. S. 25. — Brief des Malers Schiffner sen. (J. Döring).
Schrenck, Hermann v. Landschaftsmaler und Radierer. Geb. 20. Juni 1847 in Dorpat; gest. 7/19. Januar 1897 in Bonn, studierte von 1866–68 Chemie an der Universität Dorpat, wandte sich in Weimar der Malerei zu, wo er Schüler des Grafen Kalkreuth d. Ä. wurde. Seine Arbeiten bewegen sich in der Mehrzahl in der Darstellung des Meeres und des Meergestades. Von ihm: Abend bei Göhren. — Ostsee bei Rügen. — Pommersche Küste bei Mondschein. — Brandung an der Küste von Bornholm. — Die meisten seiner Bilder und Studien in Familienbesitz. — Radierungen: Die alte Flossbrücke in Riga; gr. qu. fol. — Westfälischer Gutshof; 8o. — Westfälische Dorfstrasse; qu. 8o. — Brandung an der Bornholmschen Küste; qu. fol. — Mühlenwehr; 8o. — Das Geburtshaus des Künstlers am Embach in Dorpat; 8o. — Heiligensee; qu. 8o — Westfälischer Wald; qu. fol.
Rigaer Tageblatt v. 23. Juni 1890, 6/18. Mai 1893 und 22. Jan. 1897. — Deutsche Petersburger Ztg. v. 7. März 1890. — Baltische Maler u. Bildh. d. 19. Jahrh. S. 155–156.
Schuch, August Friedrich. Maler und Lithograph. Geb. 1792 in Estland; gest. 1850 in Petersburg, studierte von 1811–13 in Dorpat und widmete sich unter dem Kupferstecher [K. A. Senff] der Kunst. Er arbeitete anfangs in Dorpat, dann in Reval, später in Petersburg. Von ihm: Acht Ansichten der Universitätsgebäude in Dorpat. Lith. Herausg. in 2 Heften 1820. — Ein Ansicht von Reval 1818/19. Aquatinta. — Portr. des Kaisers Alexander I. 1816. — Baltische Ansichten (Burgen und verschiedene mittelalterliche Gebäude), 8 Hefte zu je 6 Blättern. Lith. gedr. in der lith. Anstalt von P. v. Helmersen in Petersburg, 1823. — Portr. des Professors L. Ewers. Lith. fol.
Album acad. — Inland 1853 S. 117. — Revalsche wöchentl. Nachrichten 1823 S. 264/5 und 304. — K. Morgenstern, Dörptische Beitrage etc. 1816 S. 492 ff.
Schule, F.... Porträtmaler. Geb. 1795 in Leipzig, wahrscheinlich ein Sohn des Kupferstechers Georg Christian S. (geb. 1764 in Kopenhagen, gest. 1816 in Leipzig), hielt sich längere Zeit in Russland auf und kam im Herbst 1845 nach Mitau, wo er eine Anzahl Porträts hinterlassen hat. Um 1848 ging er nach Leipzig zurück.
(Jul. Döring.)
Schulz, Karl Anton. Lithograph. Geb. 1831 in Frankfurt a. M.; gest. 26. Juni 1884 in Riga, lebte anfangs in Dorpat, wo er 1858 eine lithogr. Anstalt errichtete. Er beschäftigte sich u. a. mit Versuchen die Photographie auf Stein zu übertragen. Seine Resultate stellte er der Akademie der Wissenschaften in Petersburg zur Prüfung vor, die jedoch das Verfahren als nicht völlig gelöst bezeichnete. (Sitzg. d. physiko-mathem. Kl. Bd. I S. 28–32). 1881 siedelte er nach Riga über, wo er ein photographisches Atelier und eine Kunstdruckanstalt ins Leben rief. Von ihm: Stammbaum der Romanowschen Dynastie von 1613–1866 mit Bildnissen der Herrscher in Tondruck, 1866. — Plan von Riga. Lith. 1867. — Ansicht von Dorpat aus dem Ressourcegarten, umgeben von 11 kleineren Ansichten aus Dorpat. Farbendruck, qu. fol. — Portr. des Dr. Czymanowsky. — Portr. des Barons C. v. Bruiningk. Lith. kl. fol. — Kalender für das Jahr 1862 mit Ansichten aus Dorpat. Lith. — Ansicht von Dorpat. Lith. kl. qu. fol. — Bildnis des Studenten Weiner im Sarge. Lith. 4o.
Rigasche Stadtbl. 1866 S. 327. — Inland 1858 S. 185; 1860 S. 432 und 757. — Mitausche Ztg. 1881 Nº 52.
Schultz, Emma v. Genre- und Porträtmalerin. Tochter des ehemaligen Kommandanten von Dünamünde bei Riga; gest. Mai 1882 in Berlin, machte ihre Studien in Düsseldorf und seit 1869 in Berlin, wo sie Schülerin von Prof. Fr. Kraus war. Ihre Bilder stellen in der Mehrzahl Szenen aus der modernen Gesellschaft dar. Von ihr: Interessante Lektüre. — Im Atelier der Malerin. — Russische Gefangene ihre Wache zum Spiel verleitend. — Atelierszene. Zwei Herren betrachten ein auf einer Staffelei stehendes Bild. — Die Kondolenzvisite. Ein Artillerieoffizier einer jungen Dame gegenüber u. a.
Zeitschr. f. bild. Kunst. (Kunstchronik.) 1866. — Rigasche Stadtbl. 1866 S. 419 und 481; 1872 S. 373. — Rigasche Ztg. 1866 Nº 298 (Feuilleton) — Gegenwart 1872 Nº 39. (J. H. Kugler.)
Schultz, Theodor Gottfried. Architekt, bekleidete zu Beginn des 19. Jahrh. das Amt eines Stadtbaumeisters in Riga. Das Dommuseum in Riga besitzt von ihm eine Anzahl von Zeichnungen öffentlicher Gebäude der Stadt. Er trat später als kurländischer Gouvernementsarchitekt in den Staatsdienst und versah dieses Amt bis zum September 1846. Von ihm stammt ein Entwurf zum Umbau der Trinitatiskirche in Riga vom Jahre 1838; auch erbaute er in Mitau die Armen- oder St. Johanniskirche, deren Grundstein am 31. März 1845 gelegt wurde.
Schultz, Johann Ludwig. Landschafts- und Porträtmaler. Ist in Riga von 1812–1830 nachweisbar und zog dann nach Petersburg. Von ihm: Die Rigaschen Vorstädte vor dem Brande von 1812 (ehemals im Bes. des Himselschen Museums, jetzt im Dommus. zu Riga). — Portr. des Kronsbuchdruckers Jul. Konrad Daniel Müller, gem. 1823 (Bes. Dommus. Riga). — Portr. des Rigaschen Oberpastors Dr. Liborius v. Bergmann, 1823. Lith. nach dem Stich von [K. W. Seeliger]. — Portr. des Dr. R. Bidder. Lith. 1825. — Portr. des Rigaschen Oberpastors Albanus. Lith. 1830. — Portr. des Rigaschen Generalgouverneurs Marquis Paulucci. Lith. von [J. F. Krestling].
Rigasche Stadtbl. 1823 S. 16; 1825 S. 138; 1828 S. 306; 1830 S. 135.
Schultz, Karl Johann Stephan. Genremaler. Geb. 4. September 1823 in Riga; gest. 3. Juni 1859 in Mitau, erhielt den ersten Unterricht von dem Zeichenlehrer G. W. Langewitz und trat dann als Lehrling in die lithographische Anstalt von [F. Hauswald] in Riga. 1843 konnte er durch private Unterstützung gefördert für kurze Zeit die Petersburger Akademie besuchen, musste unzureichender Mittel wegen das Studium aber schon nach einem Jahr wieder aufgeben und durch Porträtieren seinen Unterhalt zu erwerben suchen. Erst 1845 gelang es ihm die Akad. in Dresden zu beziehen. Er blieb hier bis 1847, lebte dann in Riga, Archangel und Petersburg, besuchte 1851 die Akademie in Antwerpen und liess sich nach einem Besuche Frankreichs und Italiens in Riga nieder. 1856 ernannte ihn die Petersburger Akademie zum Akademiker und 1858 übernahm er das Amt eines Zeichenlehrers am Mitauschen Gymnasium und an der neu errichteten Realschule. — Sch. bevorzugte das humoristische Genre. Von seinen Arbeiten nennen wir: Die Werbung. Ein Tischlergeselle hält um die Hand der Meistertochter an (Dafür zum Akademiker ernannt). — Der Veteran von 1812. — Werbeszene aus dem dreissigjähr. Kriege. — Knaben mit einem Ziegenbock. — Der Zahnarzt ohne Diplom. — Vorteil der breiten Leinwand. — Nachteil der schmalen Leinwand (Aquarelle). — Der widerspenstige Bauernknabe (Bes. Gal. Schloss Koltzen, Livl.). — Das städt. Museum in Riga besitzt von ihm ein weibliches Bildnis und einen Studienkopf nach einem Knaben.
Inland 1859 S. 550. — Rigasche Stadtbl. 1849 7. Juli; 1853 S. 65; 1859 S. 149. — W. Neumann, Balt. Maler und Bildh. des 19. Jahrh. S. 65–66.
Schultz, Pauline v., s. [Geiger].
Schultz, Samuel Benjamin. Graveur und Xylograph. Geb. 1787; begraben in Riga 7. März 1825. Er war anfangs in der Häckerschen Druckerei in Riga, seit 1812 in der „Felddruckerei“ (Müllersche Druckerei) angestellt. Er schrieb: „Erfindung, ein simples Papier durch künstliche Gravierung und durch gewöhnlichen Bücherdruck unnachahmlich zu machen und vor aller Fälschung sicher zu stellen“ (Rigasche Stadtblätter 1820 Nº 5). Von ihm die Bildnisse Luthers und der Katharina Lutherin, geb. v. Bora, in Holzschnitt 1817. Für den Besitzer der Felddruckerei Müller ausgeführt, 8o.
Rigasche Stadtbl. 1817 S. 100; 1819 S. 55; 1821 S. 88. — Rigasche öffentliche Anzeigen 1819 Nº 7.
Schuhmacher, Karl Jakob. Porträtmaler. Geb. 1786 in Riga; gest. daselbst im Februar 1824.
Schwabe, Alexander. Tiermaler. Geb. 14. September 1818 in Riga; gest. 30. Mai 1872 in Reval, wurde 1838 Schüler des Professors [A. Sauerweid] in Petersburg. Seine äusserst naturwahren Darstellungen aus dem Tierleben trugen ihm wiederholt Auszeichnungen ein, und eine für den erkrankten Sauerweid ausgeführte und in kurzer Zeit vollendete Arbeit, eine Darstellung des Kaisers und der Kaiserl. Suite zu Pferde, wurde Anlass, dass ihm vom Hofe eine reiche Anzahl von Aufträgen zuteil wurde. Er wurde Hofmaler, 1847 Akademiker und 1861 Professor für Tiermalerei an der Akad. Die Mehrzahl seiner Werke, namentlich Jagdszenen, befindet sich in Kaiserl. Besitz.
Dünaztg. 1899. Nº 72. — Balt. Maler u. Bildh. d. 19. Jahrh. S. 100–101.
Schwank, Wilhelmine. Malerin. Geb. 2. August 1844 in Wolmar, besuchte die Zeichenschule in Petersburg und bildete sich weiter unter Prof. Kriebel in Dresden. Sie siedelte von dort nach Düsseldorf über, besuchte 1885 Italien und liess sich dann in Altenburg nieder, wo sie als Lehrerin und Porträtmalerin wirkt.
Schwarz, Otto Gottlieb. Zeichner und Lithograph, stammte aus Werro und scheint seine ersten Studien in Petersburg gemacht zu haben; er kam 1828 nach Riga. Von ihm ein Portr. der preussischen Hofschauspielerin Frl. Bauer in Lith. Für die Kosmoramen des Theatermalers Bräutigam malte er eine Krönung des Kaisers Alexander I. nach einem Pariser Steindruck; auch für den Viedertschen Theateralmanach fertigte er 1829 eine Lithographie, die aber durch die Schuld des Druckers verunglückte.
Rigasche Stadtbl. 1828 S. 306; 1829 S. 4, 58.
Schwede, Theodor Konstantin. Landschaftsmaler, Schüler der Petersburger Akad. 1847 freier Künstler. Er wirkte als Zeichenlehrer in Petersburg. Von ihm: Darstellungen von Volkssagen, 1848. — Schloss Koltzen, gem. 1868. (Bes. Gal. Koltzen, Livl.).
Schwede, Robert Konstantin. Porträtmaler. Geb. 6. Dezember 1806 auf dem Gute Moiseküll in Livl.; gest. 28. Juli 1871 auf dem Gute Gräfenfeld bei Lemsal, Vetter des [Vorigen], Schüler der Petersburger Akad. und des Professors [C. T. Neff]; seit 1847 freier Künstler. Er gehörte in Petersburg bald zu den beliebtesten Porträtmalern. 1852 erwarb er das Gut Dannenberg in Kurland und verbrachte die Wintermonate in Riga. 1865 liess er sich, nachdem er sein Gut verkauft hatte, ganz in Riga nieder und beschäftigte sich auch mit Landschaftsmalerei. Viele seiner Porträts sind in Lithographie vervielfältigt. Wir nennen von ihnen: Das Portr. des Gouverneurs G. Fr. v. Fölkersahm. Lith. von [F. Deutsch], 1843, gr. fol. — Das Portr. der Frau Katharine v. Sengbusch (Familienbes. Riga; lith. v. C. Fischer, Druck v. W. Korn, Berlin fol.). Portr. des Hofkapellmeisters Heinr. Dorn; (lith. v. Unte, Druck v. L. Zöllner, Berlin, fol.). — Portr. des Medizinalinspektors Dr. Ludw. Dyrsen; (lith. von Sachs & Co., Berlin, fol.). — Portr. des Professors K. Fr. Chr. Dyrsen; lith. in Berlin. — Portr. des M. v. Essen; (lith. in 100 Exemplaren.) Das städt. Museum besitzt von ihm ein Damenbildnis.
W. Neumann, Balt. Maler und Bildh. d. 19. Jahrh. S. 66–67.
Schweinfurth, Ernst. Landschaftsmaler. Geb. zu Karlsruhe 1818; gest. 24. Oktober 1877 in Rom, Vetter des aus Riga gebürtigen Afrikareisenden Schw., Schüler von K. Frommel in Karlsruhe und der Münchener Akademie; lebte in München im Freundeskreise des Grafen Schack und später in Rom. In seiner Heimat hat er sich nur vorübergehend aufgehalten. Im städt. Museum zu Riga von ihm eine Campagnalandschaft. In Karlsruhe eine Ansicht der Bucht von Cattaro; in der Schack-Gal. in München eine Landschaft bei Cerveti und Kreuzgang im Lateran.
Rigasche Ztg. 1877 Nº 254; 1880 Nº 242; 1881 Nº 43. — Mitausche Ztg. 1877 Nº 46.
Schweinfurth, Eva Margarethe, verehel. Borchert. Malerin. Geb. 8. Mai 1878, erhielt seit dem 11. Jahre künstlerischen Unterricht und trat 1895 in die [Jung-Stillingsche] Kunstschule in Riga. 1898 ging sie nach Paris, wo sie sich unter R. Collin bildete und siedelte dann nach München über. Hier entstanden mehrere allegorische Studien, wie: Der Sturm, Einsamkeit, der Tod, das Lied u. a., auch machte sie hier ihre ersten Versuche im Radieren und in der Lithographie. Neuerdings hat sich die Künstlerin der Pastelltechnik und dem Porträt zugewandt.
Schwenburg, Johannes. Baumeister des 17. Jahrh. Über seine Herkunft ist nur bekannt, dass er aus Kurland stammte. 1666 wurde „der Magister J. Schwenburg“ vom Rigaschen Rat als Adjunkt des alternden Stadtingenieurs Franziskus Murrer angestellt. Er lieferte im Auftrage des Rats mehrere Entwürfe zum Turm und der Westfassade der Petrikirche in Riga.
Sitzungsber. der Gesellsch. f. Gesch. und Alterstumskunde 1891 S. 48 ff. — W. Neumann, Das mittelalterliche Riga. S. 35.
Schwencke, Gottlieb. Porträtmaler, lebte von 1794 bis 1820 in Mitau; gest. in München 1821. Im Museum zu Mitau von ihm: Das Portr. des Mitauschen Oberhofgerichtspräsidenten Heinr. v. Offenberg.
(Jul. Döring.)
Schwendowsky, F. Maler. Von ihm das grosse Bild einer rigaschen Jagdgesellschaft mit vielen Porträts, darunter das des Gouverneurs Golowin. Oktober 1846. lith. v. W. König, Riga; qu. fol. Seltenes Blatt.
Rigasche Stadtbl. 1846 S. 241. — Inland 1846 S. 810.
Seeliger, Karl Wilhelm. Maler und Kupferstecher. Geb. 1766 in Berlin; gest. 28. August 1821 in Petersburg, machte seine Studien in Berlin und kam gegen Ende des 18. Jahrh. nach Riga, von wo er später nach Petersburg übersiedelte. 1806 ernannte ihn die Petersburger Akademie zu ihrem Mitgliede für die von ihm ausgeführten Stiche der Porträts des Eugen Bulgar und der Gräfin Praskovia Scheremetjew. Er scheint auch später wieder in Riga vorübergehend tätig gewesen zu sein. Von ihm: Ein Portr. des Kaisers Alexander I. nach [Gerh. v. Kügelgen]. Kupferstich 1801. — Das Portr. des Rigaschen Oberpastors Dr. Liborius v. Bergmann, 1821. (Pastell im Bes. des Stadtbibliothekars Dr. Arend Buchholtz in Berlin). Darnach in Kupfer gestoch. Der Stich ist vom Künstler der Rigaschen Gemeinde gewidmet; lith. nach dem Stich von [J. L. Schultz], 1823. — Portr. des Oberlehrers am Rigaschen Gymnasium Dr. [Joh. Christ. Brotze]. (Pastell im Bes. der Stadtbibliothek zu Riga). Darnach lithogr. — Portr. des Staatsrats Joh. Phil. v. Weisse, Direktors der Peter-Paulschule in Petersburg. Kupferstich darnach vom Künstler der St. Petrigemeinde in Riga gewidmet. — Allegorie zur Erinnerung an die Thronbesteigung Alexanders I. Gez. und in Kupfer gest. — Portr. des Kammerherrn N. P. Scheremetjew, 1805. Stich nach dem Gem. v. Argunow d. Ält. — Portr. der Gräfin Praskovia Scheremetjew, Gemahlin des Vorigen, 1806. — Portr. des Eugen Bulgar. Kupferstich 1806. — Portr. des Kurators der Moskauer Universität Michael Murawjew. Gem. und in Kupfer gest. 1806. Die Platte befand sich im Bes. von D. A. Rowinsky in Petersburg. — Portr. des Feldmarschalls Golonitschew-Kutusow. (Kreidemanier). — Portr. des Generals Fürsten Witgenstein im Profil. (Kreidemanier). — Portr. des Ambrosius Podobedow und des M. N. Murawjew. — Ein Portr. des Schauspielers P(orsch) in der Rolle des Hamlet und Mädchen mit Satyr (werden von Nagler aufgeführt). — Die Entführung der Dejanira nach Tizian. Schabkunstblatt, qu. fol. — Die gelinde Strafe, Amor züchtigt ein junges Mädchen. Nach Pietro Libery. Schabk. qu. fol.
D. A. Rowinsky, словарь грав. порт. IV. 669 u. Beilagen 238, 315 und 595. — Kat. der Kult. hist. Ausst. Riga 1883 Nº 1118 und 1122.
Seidlitz, Ernst Johann v. Ingenieur. Geb. 9. Februar 1789 (wahrscheinlich) in Reval; gest. 15. Februar 1859 in Petersburg, besuchte die Domschule in Reval, studierte Ingenieurwissenschaften und Architektur und diente 1807 als Ingenieuroffizier in Narva. Von 1825–1837 lebte er in Reval und wurde im Mai 1831 als Oberst in Gemeinschaft mit dem Ingenieur Friedr. [Ernst Jordan] (s. d.) mit den Wiederherstellungsarbeiten an der 1820 abgebrannten Olaikirche betraut. Von Reval wurde er nach Kiew versetzt, 1844 nach Orenburg beordert und 1851 als Generalmajor nach Petersburg berufen.
(W. v. Seidlitz, Dresden).
Senff, Karl August. Maler und Kupferstecher. Geb. 12. März 1770 zu Kreypau bei Merseburg als Sohn des dortigen Pastors, späteren Konsistorialrats in Halle Dr. theol. Karl Friedr. S.; gest. 2. Januar 1838 in Dorpat, war zum Studium der Medizin bestimmt, ging jedoch nach Leipzig auf die Kunstschule, von wo er 1795 nach Dresden zog und hier durch Anton Graff und Leberecht Vogel weitere Förderung empfing. 1802 nahm er einen Ruf als „Lehrer der Zeichenkunst und Kupferstecherei“ an die neugegründete Universität Dorpat an. Er traf im Herbst 1803 in Dorpat ein und hat dort eine äusserst fruchtbare Tätigkeit auf dem Gebiete der graphischen Kunst und der Pastellmalerei, die er meisterhaft übte, entwickelt. Die Mehrzahl der älteren bedeutenderen baltischen Künstler zählt zu seinen Schülern. Am 26. Januar 1818 wurde er zum a. o. Professor ernannt. Von ihm:
Porträts in Kupferstich und Lithographie.
Port. des Kunstgelehrten Joh. Joach. Winckelmann nach Raph. Mengs. Titelblatt zu K. Morgenstern: Johann Winckelmann. Eine Rede usw. Leipzig 1805. 4o. — Portr. eines Kindes, angeblich einer Gräfin Lieven. 4o. — Portr. des Kurators der Universität Dorpat Generalmajor v. Klinger, nach E. G. Bosse, gr. fol. — Portr. des Grafen J. Sievers. 1809 nach I. Grassi. Titelblatt zu Fr. E. Rambach: Vorlesung am Geburtsfeste Sr. Maj. des Kaisers usw. fol. — Portr. des Freiherrn Wold. Dietr. v. Budberg. 1812. Zu dessen Lebensbeschr. in Livona I S. 155–164. 8o. — Portr. des Ministers des Innern Kosodawlew. 1813. fol. — Portr. des Predigers der reform. Kirche in Riga Dr. G. Collins. 1814. Titelbild zu den v. K. L. Grave herausgegeb. Gedichten Collins. 8o. — Portr. des Generals Grafen Witgenstein. 1815. roy. fol. — Portr. des Generalgouverneurs Marquis Ph. Paulucci. 1815. fol. — Portr. des Superintendenten Dr. K. G. Sonntag. 1815. fol. — Portr. des Akademikers A. C. Lehrberg nach einer Büste von Martos. 1816. fol. — Portr. des Generalfeldmarschalls Fürsten Barclay de Tolly, nach Ch. G. Vernet. 1817. fol. — Portr. des Orientalisten Otto Fr. v. Richter. 1817. Titelbild zu dessen v. J. Ph. G. Ewers herausg. „Wanderungen im Morgenlande“. 4o. — Portr. des Vaters des Künstlers nach [G. v. K.]. 1830. fol. — Portr. eines Arztes (Lincke?) Silhouette, Radierung. qu. 8o. — Portr. Silhouette des Oberlehrers am Rigaschen Gymnasium Dr. [Joh. Chr. Brotze]. Titelbild zur Grabrede auf Brotze. 1825. 8o. — Portr. des Prof. Dr. F. v. Erdmann. Lith. 1823. gr. fol. — Portr. des Prof. Lorenz v. Ewers. Lith. 1823. — Von den Ports. Witgensteins und Barclay’s de Tolly gibt es Wiederholungen in 12o, des ersteren in der Livona, des andern in Livona’s Blumenkranz.
Genre- und Landschaft.
a) Radierungen.
Landschaft mit Ruine, bez. „Seinem guten Vater widmet diesen ersten Versuch Carl August Senff. Rechts bez.: Senff del. links; d. 26. Juli 1789, 12o. — Ideallandschaft mit Wasserfall und antiken Figuren nach Chr. Aug. Günther, qu. 8o. — Baumlandschaft mit Bauernhaus nach F. v. Kobell, qu. 8o. — Die Hirschmühle, schlesische Landschaft, qu. 8o. — Rudera Mileti; Rudera templi Apollinis Didymaei. Illustrationen zur Dissertation des späteren Professors der Kameral-, Finanz- u. Handelswissenschaft in Dorpat F. E. Rambach: de Mileto ejusque Coloniis. Halae 1790, 12o. — Landschaft mit Kirche und Bauernhaus nach G. Chr. Schule, 8o. — Die Ruheländer Brudereichen; das Badehaus zu Salisburg, 1813 nach [E. M. Ulprecht] für die „Livona“, 12o. — Ansicht aus Ebels Garten (Wöhrmannscher Park) in Riga; die Teufelshöhle im Park zu Hinzenberg, 1815 nach [E. M. Ulprecht]; die Hofschule zu Ronneburg, 1815, 12o; für „Livonas Blumenkranz“.
b) Aquatinta.
Kosakenzug nach Karl Ad. Heinr. Hess, dem Umrisstich von Stölzel nachgestochen, qu. fol. — Die beiden Knaben (Prinz Otto Victor von Schönburg-Waldenburg und dessen Bruder Prinz Alfred) nach Chr. L. Vogel (Dresdner Gal. Kat. Nº 2189) qu. fol. — Das Kind mit dem Vogelbauer; das spielende Kind nach Chr. L. Vogel um 1800, fol. — Kinderporträt nach demselben, fol. — Landschaft mit Holzbrücke zwischen den Felsenufern eines Flusses, 8o. — Italienische Ideallandschaft, 8o. — Gartenhaus, architektonisches Blatt nach G. F. Thormeyer, kl. fol. — Gebirgslandschaft mit Wasserfall und Brücke, fol. — Die Höhle zu Liebenstein (sächs. Schweiz) bei Fackelbeleuchtung nach Wilh. Thierry, qu. 4o. — Acht Ansichten aus dem Garten zu Machern bei Leipzig nach Joh. Gottfr. Klinsky für die Beschreibung des Gartens von F. W. Glasewald, qu. fol. — Burgruine in einem Felsental, 8o. — Drei Landschaften aus Peterhof nach Skizzen des Dichters W. Joukoffsky, 1820 kl. 8o. — Grundriss der Reste des Theaters zu Bosra und Plan des Tempels zu Salamen; Theater im Schloss zu Bosra; Tempel zu Salamen; Reste des Thrones der jüdischen Prinzessin zu Bosra; Detail der Säulenordnungen am Thron der Prinzessin. Nach O. F. v. Richter in dessen „Wanderungen im Morgenlande“, herausg. von J. Ewers, qu. fol. — Ansicht von Dorpat nach einem 1803 angefertigten Gouachegemälde, 1875 noch in Familienbesitz. Kolor. Stich, der Baronin Karoline v. Löwenwolde, geb. v. Meyendorff gewidmet, gr. qu. fol. — Ausblick vom Senffschen Garten, um 1820, 4o. — Antike Ruine mit Jägern, 1822 qu. 8o. — Antike Burgruine mit Viehherde, 1822 qu. 8o. — Ruinen eines gewölbten dreischiffigen unterirdischen Raumes, 1822 qu. 8o. — Neunzehn Tafeln, die Baulichkeiten der Universität Dorpat darstellend, 1827 nach [W. Krause] in der Festschrift zum 25 jährigen Jubiläum der Universität, gr. fol. — Das Schwarzhäupterhaus in Riga nach [J. Chr. Brotze], 8o. Titelblatt zur Gesch. d. Schwarzhäupter von G. T. Tielemann, Riga 1831. — Zwei Hefte mit 25 Kupfertafeln: Vorzeichnungen für Anfänger, nebst Text, fol. 4o. — Drei Hefte mit 24 Tafeln: Baum- und Blumenstudien, fol. Heft 2 in 4o (Die Entwürfe dazu, teils farbig, teils in Tusche oder Sepia ausgeführt in der Universitätsbibliothek zu Dorpat). — Zwei Hefte mit 18 Tafeln: Vorzeichnungen für Anfänger im Landschaftszeichnen. Mit Text, fol. — Geometrische Zeichenlehre. Ein Schulbuch für die Schulen der Ostseeprovinzen. 70 Tafeln in 4o. 167 Seiten Text in 8o, 1828.
Vervielfältigungen nach seinen Zeichnungen.
Partie aus den englischen Anlagen in Leipzig, gestoch. v. Grünler 1792, qu. 8o. — Titelbild zu einer Ausgabe lateinischer Klassiker, gestoch. v. dems. 1793, 8o. — Portr. des F. C. Laukhard, gestoch. v. J. G. Schmidt, Dresden 1793, 8o. — Der Abschied der Tochter, gestoch. v. C. Schule, 1793, 12o. — Bauerntanz, gestoch. v. Grünler, 12o. — Der weinende Knabe, gestoch. v. dems. 12o. — Zwölf verschiedene Städteansichten und Volkstrachten zu einem Reisewerke, gestoch. v. dems, 12o. — Sechzehn Zeichnungen aus dem Kinder- und Tierleben zu einer Herausgabe von Fabeln. Rad. v. Sam. Gränicher, 12o. — Estnischer Bauer auf dem Markte, rad. v. [Jul. Senff], 4o. — Portr. des Prof. G. F. Parrot, lith. v. [W. Krüger], fol. — Portr. des Prof. J. Fr. L. Schmalz, lith. v. Schabert, 1832, fol. — Portr. des Dr. Karl Ed. Senff, lith. v. [Schlater], fol. — Diplom für die Mitglieder des sächs. Weinbauvereins in Aquatinta ausgeführt, qu. fol.
W. Neumann, Karl August Senff. Ein baltischer Kupferstecher. Reval 1895. — Balt. Monatsschr. Bd. 38 S. 91 ff. — K. Morgenstern, Dörptische Beiträge für Freunde der Philosophie usw. Bd. 1 S. 206, Bd. 3 S. 492 ff. — Rigasche Stadtblätter 1815 Nº 23; 1816 S. 415; 1817 S. 225. — Inland 1836 S. 37 u. 38. — D. A. Rowinsky: словарь грав. порт. IV. S. 669/70.
Senff, Karl Julius. Maler und Architekt. Geb. 11. Dezember 1804 in Dorpat, Sohn des [Vorigen], gest. auf einer Studienreise in Mailand 19. April 1832, studierte von 1823–27 an der Universität Dorpat und genoss daneben den Unterricht seines Vaters. Als Student verfasste er ein Lehrbuch der Perspektive für Landschaftsmaler zum Selbststudium, (erschienen 1825). Seine preisgekrönte Arbeit: „Systematische Darstellung der Hauptsätze der Geometrie im Raume“, wurde auf Kosten der Universität gedruckt. Zu weiterer Ausbildung begab er sich ins Ausland, promovierte 1830 in Jena und studierte dann in Prag und Wien Architektur, worauf er in Begleitung seines Onkels, des Malers Karl Adolf Senff (des jüngsten Bruders von [Karl August S].) Italien bereiste. Auf der Rückreise erkrankte er und wurde bewusstlos nach Mailand gebracht. Er war zum Professor der Architektur an der Universität Dorpat designiert. Von ihm: Estnischer Bauer auf dem Dorpater Markt. Radierung nach einer Zeichnung des [Vaters]. — Portr. eines jungen Mannes in Kürassieruniform, 1828. Lith. fol. — Portr. des Professors N. Lobry, 1828. Lith. 4o. — Zehn Illustrationen in Aquatinta zu seinem Werk: Die Domkirche zu St. Veit in Prag. Berlin 1831, fol.
W. Neumann, Karl Aug. Senff, Reval 1895 S. 37, 38. — Balt. Monatsschr. Bd. 38 S. 91 ff.
Senff, Karoline (s. [Schilling]).
Sidaw (Sydau), Christian. Porträtmaler. Geb. 16. August 1682 in Mitau, wahrscheinlich als Sohn eines gleichnamigen herzogl. „Cantzelisten“; nachweisbar noch 1758. Ausser einigen anderen Bildnissen besitzt das Museum in Mitau von ihm ein Selbstporträt, das ihn im Alter zwischen 50 und 60 Jahren darstellt. Auf der Rückseite in alter Schrift: Christian Sidaw natus ao 1682, 16. August.
Sitzgsber. der Kurl. Gesellschaft f. Lit. u. Kunst. 1888 S. 19 ff.; 1890 S. 38.
Sidaw (Sydow), Ferdinand Wilhelm. Maler. Geb. 1721, Sohn des [Vorigen]; gest. 19. April 1770 in Mitau, erlernte die Malerei wahrscheinlich unter seinem Vater. Von ihm ausser mehreren Bildnissen eine Darstellung der Gruft im alten herzogl. Schlosse zu Mitau 1738, und ein Kurländisches Wappenbuch, bez. F. W. Sydow Pictor. (Bes. Mus. Mitau).
Kirchenbuch der reform. Gemeinde in Mitau. (Jul. Döring).
NB. Ein Silhouetteur Sydow oder Sideau empfiehlt sich 1786 in der Mitauschen Ztg. (St. 6) dem Publikum zur Anfertigung der „beliebten Familienstücke und Landschaften im Schatten, auch Silhouetten in einem neuen Geschmack“. Er lebte 1782 und 1783 in Petersburg, wo er eine grosse Anzahl Silhouetten von Personen des Kaiserl. Hofes ausführte. Eine grosse Sammlung solcher Silhouetten erwarb in Petersburg Baron Dr. Asch († 1807); sie kam nach seinem Tode in den Besitz der Göttinger Universität. Mehrere Silhouetten Sydows finden sich abgebildet in dem Werk: La Cour de l’impératrice Catherine II ses collaborateurs et son entourage (französ. u. russ. Text.) s. D. A. Rowinsky: словарь грав. порт. IV. S. 734.
Siebenbrodt... wird als fürstlicher Bildhauer am 18. April 1766 in Mitau beerdigt. Kirchenbuchnachrichten.
(Jul. Döring).
Siegmund, Julius Gottfried. Porträt- und Genremaler. Geb. 1. Juli 1828 in Riga, Schüler des Malers [Otto Berthing], der Dresdner Akademie und von 1847–1850 der Kunstschule zu Leipzig. Von 1850–56 lebte er in Riga, ging dann nochmals zu Studienzwecken nach Antwerpen, wo er unter J. van Lerius und unter de Keyser arbeitete, besuchte dann Paris und im Frühling 1858 München. Im Herbst desselben Jahres ging er nach Rom. 1859 liess er sich in Petersburg nieder, doch kehrte er nach dreijährigem Aufenthalt daselbst nach Riga zurück, wo er lange zu den beliebtesten Porträtmalern gehörte und auch heute noch tätig ist. Das städt. Museum zu Riga besitzt von ihm ein Genrebildchen: Knaben auf der Vogeljagd in einem Dachbodenfenster. Im Dommuseum zu Riga sind viele seiner Bildnisse.
Inland 1856 S. 564. — Rigasche Stadtbl. 1859 S. 147; 1871 S. 344. — Rigasche Ztg. 1868 Nº 110, 232; 1870 Nº 105; 1871 Nº 26; 1872 Nº 98; 1873 Nº 12; 1875 Nº 213; 1877 Nº 27; 1878 Nº 80, 132; 1883 Nº 202. — W. Neumann, Balt. Maler u. Bildh. d. 19. Jahrh. S. 70–71.
Sivers, Otto Reinhold August. Architekt. Geb. 13. Juni 1836 in Bischofshof bei Dorpat als ältester Sohn des Malers [P. F. v. Sivers]; gest. 9. Oktober 1905. Absolvent des Instituts der Zivilingenieure. Er wurde bei der Rigaschen Gouvernementsbauverwaltung beschäftigt und 1862 nach Reval versetzt. 1866 schied er aus dem Staatsdienst und übernahm das Amt eines Architekten der livländischen Ritterschaft, von dem er im Jahre 1900 zurücktrat. Er erbaute das ehem. Landesgymnasium zu Birkenruh bei Wenden, die Kapelle auf dem St. Jakobikirchhofe in Riga und mehrere herrschaftliche Wohnhäuser auf dem Lande.
Sivers, Peter Felix v. Porträtmaler. Geb. 12. März 1807 auf dem Gute Euseküll; gest. 10. März 1853 in Wiborg in Finland, diente anfangs im Narvaschen Husarenregiment, nahm aber 1830 seinen Abschied, um seinen künstlerischen Neigungen ungestörter folgen zu können. Doch erst 1845 gelang es ihm ernstlich an seine Ausbildung zu gehen. Er besuchte die Düsseldorfer, dann die Dresdner Akad. und schloss seine Studien in Antwerpen ab. Seit dem Herbst 1849 liess er sich in Dorpat nieder, wo er eine grosse Rührigkeit als Porträtmaler entfaltete.
Inland 1849 S. 130. — W. Neumann, Balt. Maler und Bildhauer d. 19. Jahrh. S. 67–68.
Söffrens, Nikolaus d. Ä. Bildhauer, seit 1656 in Windau als herzoglicher Bildhauer nachweisbar; gest. um 1694 in Windau. Er wurde hauptsächlich als Schnitzer von Gallionbildern beschäftigt.
W. Neumann, die kurländischen Bildhauer Nikolaus Söffrens, Vater und Sohn. Sitzungsber. d. Gesellsch. f. Gesch. und Altertumskunde Riga, 1896. — Derselbe in: Rigasche Stadtbl. 1895 Nº 8.
Söffrens, Nikolaus d. J. Bildhauer. Geb. 4. Juni 1662 in Windau als Sohn des [Vorigen]; gest. 5. August 1710 daselbst an der Pest, erlernte die Kunst bei seinem Vater und wird sich auf Reisen weitergebildet haben. Mit 22 Jahren trat er als Gehilfe des Vaters in die Dienste des Herzogs Jakob von Kurland und rückte nach dem Tode des Vaters in dessen Stelle ein. Als seine Hauptarbeiten sind bekannt: Der geschnitzte Altar der St. Annenkirche zu Libau, inschriftl. 1697 von ihm angefertigt. — Altar und Kanzel der Kirche zu Landsen in Kurland, 1701 vollendet.
Spörer, Eduard. Landschaftsmaler. Geb. 12. Juni 1841 in Reval; gest 10/22. November 1898 in Düsseldorf, besuchte von 1859–1868 die Petersburger Akad. und zog 1870 nach Düsseldorf. Von hier unternahm er Studienreisen nach Rügen, besuchte Paris und bereiste die Bretagne und die Normandie. Besonders durch seine Bilder aus der Bretagne erregte er Aufmerksamkeit. In den neunziger Jahren machte er Studien auf der Insel Jersey, dann auch in der Schweiz, im Rhonetal und am Niederrhein. Das städt. Mus. zu Riga besitzt von ihm eine Ansicht von der normannischen Küste. Im Wallraf-Richartz-Mus. zu Köln ebenfalls ein Bild von der normannischen Küste.
Dünaztg. 1892 Nº 260; 1899 Nº 61. — Kunst f. Alle XIV. S. 109. — Наши художники II S. 267. — W. Neumann, Balt. Maler u. Bildhauer des 19. Jahrh. 154–155.
Spörer, Ludwig. Architekt. Bruder des [Vorigen], wurde auf der Petersburger Akad. ausgebildet und verliess dieselbe 1864 mit der grossen gold. Med. als Pensionär. Von seinen Reisestudien hatte er 1888 eine Ansicht aus Pompeji, den Tempel zu Pästum und die Hagia Sophia in Aquar. ausgestellt.
Spohr, Friedrich Wilhelm. Maler. Geb. 18. März 1797 in Riga; gest. daselbst 28. September 1877, bildete sich auf den Akademien zu München und Dresden bis um 1839. Seit jener Zeit lebte er in Riga, erteilte auch seit 1867 den Unterricht im Zeichnen an verschiedenen Instituten. Ihm wurde der Titel eines Professors der Zeichenkunst verliehen. Er malte Porträts und Landschaften.
Rigasche Stadtblätter 1824 S. 374; 1838 S. 370; 1841 S. 321. — Rigasche Ztg. 1880 Nº 242. — Ztg. f. Stadt und Land 1877 Nº 36.
Sprengel, Theodor Albert. Maler. Geb. 30/18. September 1832 zu Wallershausen bei Duderstädt am Harz; gest. zu Reval 21. Juni 1900, war 1850 Schüler der Dresdner Akad., 1852 in Düsseldorf Schüler von Th. Hildebrand. 1856 folgte er einer Aufforderung nach Finland als Zeichenlehrer der Behmschen Erziehungsanstalt in Wiborg und übernahm, nachdem er das Examen zur Erlangung des Grades eines freien Künstlers bei der Petersburger Kunstakad. abgelegt hatte am 1. August 1866 das Amt eines Zeichenlehrers am Revalschen Gouvernementsgymnasium. Neben seiner Berufstätigkeit — er unterrichtete auch an anderen Instituten — war er literärisch tätig. Er veröffentlichte kleine Novellen, meist Übersetzungen aus dem Schwedischen, und verschiedene Gedichte. Die Dichtung „Wilde Blüten“ gibt Schilderungen aus seinem Leben. Ausser mehreren Bildnissen von ihm: Der Empfang des ersten lutherischen Predigers in Reval durch den Rat der Stadt; 1869 gem. Im kleinen Saal der Börsenhalle in Reval.
G. v. Hansen, Geschichtsblätter des Revaler Gouvernements-Gymnasiums. Reval 1881 S. 241. — Rigasche Ztg. 1868 Nº 9; 1869 Nº 73. — Revaler Beobachter 1900 Nº 139.
Spring, Alphons. Maler. Geb. 18/30. Mai 1843 in Libau, besuchte von 1860–61 die Stieglitz’sche Zeichenschule und bis 1870 die Akademie in Petersburg, erwarb sich hier 4 silb. Med. und 1870 den Künstlergrad. Er zog dann nach München, wo er längere Zeit Schüler von W. Diez war und gründete 1874 sein eignes Atelier. Von ihm eine Reihe, oft mit leisem Humor gefärbter Genrebilder wie „der alte Geschirrdoktor,“ die neue Hymne, in der Rumpelkammer, das neue Modell u. a. Im städt. Mus. zu Riga von ihm „der alte Bootsmann“.
W. Neumann, Balt. Maler und Bildhauer des 19. Jahrh. S. 124–126.
Staal, Bruno Gideon v. Architekt. Geb. 14. März 1850 auf dem Gute Müntenhof in Estland; gest. 23. März 1898 in Dünaburg (Dwinsk) Gouvern. Witebsk, Absolvent des Polytechnikums in Riga. Von ihm mehrere Privatgebäude in Dünaburg, und die katholische Kirche in Uschwalden, Gouvern. Witebsk.
Stackelberg, Otto Magnus Freiherr v. Maler und Archäolog. Geb. 25. Juli 1787 in Reval; gest. 27. März 1837 in Petersburg, wurde nach dem frühen Tode des Vaters von seiner Mutter erzogen und von dieser für die diplomatische Laufbahn bestimmt. Den durch die reichen Kupferstichsammlungen und Bilderschätze des Hauses geweckten Kunstsinn des Knaben suchte die Mutter zu fördern durch den Maler Neuss, den sie aus Deutschland berief. 1801 wurde der Knabe dem Pädagogium in Halle übergeben und bereits 1803 bezog er die Universität Göttingen, blieb hier jedoch nicht lange, sondern unternahm mit zweien seiner Brüder eine Reise durch die Schweiz und Oberitalien, worauf er in Dresden sich mit dem Studium der Malerei zu beschäftigen begann. Auf Wunsch seiner Mutter kehrte er in die Heimat zurück, um die Universität in Moskau zu beziehen, ging aber 1806 wieder nach Göttingen, wo er zwei Jahre lang juristische, staatswissenschaftliche und philosophische Vorlesungen hörte und bei Fiorillo Archäologie und Kunstgeschichte studierte. Um sich mit der Malerei zu beschäftigen ging er 1808 nach Dresden, und nach kurzem Aufenthalt von hier mit dem Archäologen Heinrich Tölke nach Rom, wo er während seines zweijährigen Aufenthalts zu Thorwaldsen, Anton Koch, den Dr. Dr. Brönstedt und Koës aus Dänemark, dem Architekten Haller v. Hallerstein und dem Landschaftsmaler Linkh aus Canstadt in intime Beziehungen trat. Mit den vier letzteren unternahm er 1810 seine Reise nach Griechenland zum Studium der klassischen Kunst. Er weilte dort sieben Jahre und nahm dort an den Ausgrabungen des Apollotempels zu Phigaleia und der berühmten Aeginetengruppe den regsten Anteil. Nach einem kürzeren Aufenthalt in der Heimat ging er wieder nach Rom, lebte dann in Paris und London und liess sich endlich in Dresden nieder. Eine ihm von der Göttinger Universität angebotene Professur lehnte er ab. 1835 folgte er dem Kaiserlichen Befehl, der allen russischen Untertanen vorschrieb in die Heimat zurückzukehren, doch den des nordischen Klimas Ungewohnten ereilte nach kurzer Zeit der Tod. Die Sammlungen Stackelbergs, so weit sie nicht in Dresden veräussert wurden, befinden sich als Fideikommiss der Familie Stackelberg auf dem Gute Fähna in Estland, darunter ein Teil seiner vortrefflichen Zeichnungen zu seinen Werken. Von diesen erschienen: Trachten und Gebräuche der Neugriechen. Rom 1825. I. Abteilg. 30 Taf., die II. Abteilg, sollte 20 Tafeln enthalten, jedoch wurden nur 10 vollendet und 1835 bei Reimer in Berlin herausgegeben. — Der Apollotempel zu Bassae in Arkadien, 1826. Mit 31 Kupfertafeln und 147 Seiten Text. — Die ältesten Denkmäler der Malerei, oder Wandgemälde aus den Hypogäen von Corneto. Mit 35 Steindrucken, Tübingen. — Die Gräber der Hellenen, Berlin 1837. 80 Kupfertafeln mit Text.
Otto Magnus v. Stackelberg, Schilderung seines Lebens und seiner Reisen in Italien und Griechenland. Nach den Tagebüchern und Briefen zusammengestellt von N. v. Stackelberg. Mit einer Vorrede von Kuno Fischer, Heidelberg 1862, 8o. — Prof. L. Stieda in den Sitzgsber. der Gel. estn. Ges. zu Dorpat, 1882. — Otto M. v. Stackelberg als Mensch, Künstler und Gelehrter. Eine biographische Skizze von C. Hoheisel, in d. Balt. Monatsschr. VIII. S. 385 ff. (Auch als Sonderabdr.). — Revalsche Zeitg. 1869.
Starck, Karl Konstantin. Bildhauer. Geb. 18. Februar (2. März) 1866 in Riga; jüngster Sohn des weil. Pastors der St. Martinskirche, widmete sich dem Studium der Bildhauerkunst an der Kunstschule zu Stuttgart unter den Prof. Grünewaldt und Donndorf. 1887 setzte er seine Studien in Berlin fort und wurde schliesslich Meisterschüler von Prof. E. Begas. Tätig in Berlin. Von ihm: Flötenbläser. — Christusfigur, 1893; Standbild an der Lutherkirche in Berlin. — Unsere Hoffnung. Grabmal für Stuttgart, 1895. — Die Statuen der Weisheit, der Gerechtigkeit, der Königstreue und der Beredsamkeit für die Treppenhalle des neuen Abgeordnetenhauses in Berlin. — Träumerei. Angekauft vom Staat für die Pariser Weltausst. 1900. Die Ausführung in Bronze erwarb die Nationalgal. in Berlin. — Medaille zur Jahrhundertwende. — Medaille zur Rigaer Jubiläums-Ausstellung. — Statuen und Reliefs für das preussische Herrenhaus in Berlin. — Gartenbaumedaille, Industrie, Viktoria, Minerva (Medaillen, Bes. O. Oertel, Berlin). — Flora. Porträt der Gemahlin des Künstlers. Bacchus und Hebe. Merkur und Ruhm. Malerei und Kunstgewerbe. Architektur und Plastik. (Plaquettes).
Der ältere Bruder des Künstlers Johannes Adolf Robert St. geb. 1862, besass ebenfalls grosse Kunstbegabung. Seiner Kränklichkeit wegen konnte er nur den Zeichenkursus an der Kunstschule in Stuttgart absolvieren. Er starb 21. Juni (3. Juli) 1885. Bekannt sind von ihm ein Christuskopf, Weihnachtsengel, Christus und Ahasverus (in zwei Bildern) Medea, Psyche.
Kunst f. Alle XIV, S. 317. — W. Neumann, Balt. Maler und Bildhauer d. 19. Jahrh. S. 96–97.
Stavenhagen, Wilhelm Siegfried. Bildhauer und Zeichner. Geb. 27. September 1814 in Goldingen; gest. 8. Januar 1881 in Mitau, konnte nach Überwindung mancher Schwierigkeiten 1834 in die Petersburger Akad. treten, hatte aber das Unglück zu erkranken. Nach seiner Wiederherstellung ergriff er den Beruf eines Geometers, wurde aber wieder von einem Augenleiden befallen, das ihn zwang in Deutschland Heilung zu suchen. In Frankfurt a. M. riet ihm der Bildhauer Eduard Schmidt v. d. Launitz sich der Skulptur zu widmen und nahm ihn als Schüler bei sich auf. Von 1847–1849 war er Schüler der Münchener Akad. Er kehrte dann in die Heimat zurück, nahm 1850 seinen Wohnsitz in Mitau und begann hier während der Sommermonate die Vorarbeiten zu seinem grossen Werk, das seinen Namen in allen Provinzen populär gemacht hat, dem „Album baltischer Ansichten“. (3 Bände mit je 30 Stahlstichen v. G. G. Lange in Darmstadt und Text v. versch. Verfassern, vollständig 1866 ersch.). Die Bildhauerei gab er früh auf. Von seinen Skulpturen seien genannt: Die Büste seines achtzigjährigen Vaters. 1850. — Die Büste des Grafen Heinr. Dietr. Wilh. Kayserling auf Kabillen, † 1850. — Die Büste des kurländischen Landesbevollmächtigten Theod. v. Hahn (1850) und die des kurländ. Gouverneurs Ch. v. Brevern (1852).
Inland 1851 S. 655; 1857 S. 428. — Rigasche Ztg. 1881 Nº 8. — Goldinger Anzeiger 1881 Nº 2. — Mitausche Ztg. 1881 Nº 5. — W. Neumann, Balt. Maler und Bildhauer d. 19. Jahrh. S. 80–82.
Stegemann, Magnus Friedrich. Maler. Geb. 1. März 1785 in Dorpat; gest. 27. Januar 1861 zu Wenden, studierte von 1804–8 an der Universität Dorpat und widmete sich unter [K. A. Senff] der Kunst. 1812 übernahm er das Amt eines Zeichenlehrers am Gouvernementsgymnasium in Riga, das er bis 1847 inne hatte. Er liess sich später in Werro nieder. Von ihm u. a. das Portr. des Dichters K. Petersen, 1811. Lith. von C. Walther, 1823. Das Dommuseum zu Riga besitzt von ihm ein Porträt des Kunstgärtners I. H. Zigra.
Rigasche Stadtbl. 1837 18. August; 1840 S. 115; 1842 S. 17; 1847 S. 202; 1853 S. 300; 1855 S. 309. — Inland 1842 Nº 2; 1861 Nº 96. — Zur Geschichte des Gouvernements-Gymnasiums in Riga S. 13.
Stegmann, Ulrich Ewald. Maler. Lebte im letzten Viertel des 18. Jahrh. in Mitau. Er wird genannt in der „Beschreibung der grossen Illumination in Mitau am 19. November 1779“ (Mitauer Mus. Manuskriptsamlg. Nr. 1317 S. 4). Eine Mondscheinlandschaft von ihm soll sich im Besitz des Malers [M. A. Michelsohn] in Riga befunden haben.
Mitauer Ztg. 1787 v. 27. April. 24 Stück. (J. Döring).
Stempel, Sophie Angelika v. Malerin. Geb. 13. Mai 1827, Tochter des kurländ. Oberburggrafen Gideon v. St. war von 1845–54 Schülerin des Malers [Jul. Döring] in Mitau, trat 1856 in das Damenatelier des Prof. Ehrhardt in Dresden und arbeitete gleichzeitig unter dem Landschafter Rob. Kummer. Sie lebt abwechselnd in der Heimat und in Dresden. Von ihr: Betendes Kind. — Die Marien am Grabe. Altargem. f. d. Kirche zu Jakobstadt. 1883 in Dresden gem. usw.
J. Döring.
Stenbock, Graf Magnus v. Maler. Geb. 1806 in Reval; gest. 1836 in Düsseldorf, ging 1826 zum Studium der Kunst nach Dresden, später nach Düsseldorf, wo er sich an Lessing anschloss, und dann nach Italien. Die meisten seiner Bilder, Studien und Skizzen befinden sich in Familienbesitz, einige kamen in den Besitz des Königs Friedrich Wilhelm IV., der als Kronprinz dem Künstler nahegetreten war. Auch der Konsul Bethmann besass eine Anzahl Arbeiten seiner Hand. Eine Räuberfamilie (kam in den Besitz des Prinzen August v. Preussen). — Betendes Mädchen. 1835 (wurde angekauft v. Kunstverein für Rheinland und Westfalen). — Landsknechte in ihrem Lager bedroht. 1836, im Mus. zu Danzig. — Wegelagerer aus dem 30 jähr. Kriege. Letztes Bild des Künstlers; war 1838 in Reval ausgestellt.
Inland 1838 S. 219. — W. Müller v. Königswinter, Düsseldorfer Künstler der letzten 25 Jahre. 1854 S. 195.
Stern, Friedrich Siegmund. Zeichner und Lithograph. Geb. 1803 in Livland; gest. 10. Mai 1889 in Riga, Schüler der Kunstakad. in Petersburg, erhielt 31. VIII. 1838 den Rang eines freien Künstlers. Er liess sich in Dorpat nieder, wo er anfänglich im Atelier [Fr. L. v. Maydells] tätig war, aber beschäftigte sich vorherrschend mit der Lithographie. 1841 übernahm er das Amt eines Zeichenlehrers an der adeligen Kreisschule in Arensburg. Seit 1861 war er auch an dem aus der Kreisschule hervorgegangenen Progymnasium tätig. Von ihm: Ansichten aus der Livländischen Schweiz: Ruine der Katharinenkirche zu Wenden. Schloss Treyden, 1833. Lith. von [F. Schlater]. 4o. — Ansicht von Werro. Lith. gr. fol. 1838 in Riga ausgest. — Zwei Ansichten aus Arensburg: Adelige Kreisschule und Marktplatz. Lith. qu. 8o. — Vier Ansichten aus Arensburg: Ritterhaus, Marktplatz, bischöfliches Haus, Festung. Lith. 1859 qu. 8o. — Die Trachten der 12 Kirchspiele des Oeselschen Kreises. Farb. Lith. in gr. 8o (a-b. Anseküll; c-f. Jama; g. Karris; h-i. Kielkond; k-l. Mohn; m-p. Mustel; q-r. Pyha). Erschienen 1858–1864.
Inland 1838 S. 460; 1840 S. 427; 1841 S. 254; 1844 S. 500; 1847 S. 352; 1853 S. 118; 1859 S. 459, 525; 1861 S. 187.
Stever, Gustav Kurt. Historien- und Genremaler. Geb. 16. Mai 1823 in Riga; gest. 6/18. März 1877 in Düsseldorf, bezog 1847 die Kunstakad. in Berlin, ging 1850 nach Stockholm, um Bildnisse für den Hof und die Universität Upsala zu malen. Von Stockholm wandte er sich nach Paris, wo er Schüler von Couture wurde. Nach Deutschland zurückgekehrt, lebte er längere Zeit auf dem Gute Basthorst des Grafen Schack, hauptsächlich für den Schweriner Hof beschäftigt und liess sich dann in Hamburg nieder. 1865 ging er nach Düsseldorf, um die Kartons zu den Glasmalereien im Chor der Klosterkirche zu Dobbertin und für die neue Paulskirche in Schwerin zu entwerfen. Langjährige Krankheit verhinderte ihn an der Vollendung vieler seiner Arbeiten. Von ihm: König David und Abisag. — Ermordung des Wendenkönigs Gottschalk am Altar der Kirche zu Lenzen. (Im Mus. zu Schwerin). — Eine Auferstehung Christi in der Johanneskirche zu Bremen. — Jan Gossaert malt sein schlafendes Kind etc. Er erhielt den Professortitel und war Komtur des Mecklenburgischen Hausordens. (Sein Vater Heinrich Kurt St., geb. 14. Oktober 1789 in Rostock; gest. 21. April 1827 in Riga, war Professor der Jurisprudenz in Dorpat und lebte seit 1820 als Advokat in Riga).
Rigasche Ztg. 1877 Nº 59, 61. — Katalog der Schweriner Galerie.
Storno, Johann Rudolf. Kaiserl. Hofmaler in Wien in der zweiten Hälfte des 17. Jahrh., begleitete 1661 und 1662 den Kaiserlichen Gesandten Freiherrn Mayer v. Mayerberg nach Moskau und fertigte zu dessen Beschreibung dieser Reise 131 Blatt Zeichnungen, die sich jetzt im Besitz der Königl. Bibliothek zu Dresden befinden. Die ersten acht Blätter enthalten 16 Ansichten aus Kur- und Livland. Auf Veranlassung des russischen Reichskanzlers N. P. Rumjänzew wurden die Blätter in Dresden kopiert und in Lithographie mit einem Kommentar von Fr. v. Adelung herausgegeben unter dem Titel: Augustin Freiherr v. Mayerberg und seine Reise nach Russland usw. Petersburg 1827.
Balt. Schriftstellerlexikon III. S. 222/23. — Manuskriptsammlung des Mitauer Mus. Nº 240 S. 104 und 105. (J. Döring).
Strauss, Helene Julie Marie. Malerin. Geb. 1834 in Mitau, Schülerin von [E. D. Schabert], seit 1851 von [Jul. Döring] und seit 1866 der Dresdner Akad., wo sie unter M. Kitscher arbeitete und in der Galerie kopierte. 1872 erteilte ihr die Petersburger Akad. einen Künstlergrad. Von ihr mehrere Porträts.
J. Döring.
Stryk, Wilhelm v. Architekt. Geb. 24. Januar 1864 in Dorpat, besuchte das Polytechnikum in Riga, studierte dann im Auslande und wurde Lehrer an der Bauschule in Höxter. Seit 1896 Professor am Polytechnikum in Riga. Zu seinen grösseren Bauausführungen gehören die Markthallen zu Reval und die Filialkirche der St. Gertrudgemeinde in Riga.
Sturm, (Stürmer) Michael. Maler, malte im Jahre 1679 das Bildnis Karls XI. von Schweden für den Rigaschen Rat, der mit ihm einen Kontrakt schloss, worin dem Rat das Recht zugestanden wird das Bild zurückzuweisen, wenn es ihm nicht gefallen sollte. Sturm wird übrigens als ein braver Künstler bezeichnet, der auch bei den besten Künstlern Stockholms gearbeitet habe.
Swalberch, (Swalbart) Heinrich. Baumeister, wird als Erbauer des Klosters der heil. Birgitta bei Reval genannt, begonnen 1407, geweiht 1436. S. trat als frater in den Klosterverband.
Nottbeck u. Neumann, Gesch. u. Kunstdenkmäler der Stadt Reval II S. 130.