R
Rabin, Nikolaus. Maler aus Lübeck, ist 1665 in Bauske in Kurl. nachweisbar, wo er mit [Diedrich v. Zeitz] aus Hamburg (s. d.) ein Gemälde für die Kirche ausführt.
Rahden, Karl Friedrich Ludwig Freiherr v. Porträtmaler. Getauft 3. September 1789 zu Neu-Pommusch in Litauen; gest. 1858 zu Landeck in Schlesien, erhielt die erste Unterweisung im Malen von seinem Vater Christoph Reinhold v. R., der in preussischen Militärdiensten gestanden, sich später in Littauen angekauft hatte und ein bedeutendes Talent besessen haben soll. Wo er seine weitere Ausbildung empfangen hat ist nicht nachzuweisen. Er verbrachte die grösste Zeit seines Lebens in Strehlen bei Breslau. Bekannt sind von ihm einige Miniaturen und Porträts in Familienbesitz. Ein reichhaltiges Skizzenbuch im Bes. des Freiherrn A. v. Rahden-Maihof.
Nach Familiennachrichten.
Rastrelli, Conte Bartolomeo Francesco. Architekt. Geb. 1700; gest. 1771 in Petersburg, war ein Sohn des aus Italien stammenden Bildhauers und Erzgiessers Carlo Bartolomeo R. Dieser wurde im Jahre 1715 in Paris mit seinem Sohne von dem Agenten des Kaisers Peter, Jean Lefort, für den Kaiserl. Dienst gewonnen. Der junge R. erhielt zunächst den Unterricht seines Vaters und setzte seine Studien von 1725–1730 in Frankreich und Italien fort. Nach seiner Rückkehr wurde er durch die Kaiserin Anna für den Hof beschäftigt und in der Folge mit den Entwürfen zum Bau des Winterpalastes betraut. 1735 oder 1736 übertrug ihm Graf Ernst Johann Biron, der spätere Herzog von Kurland den Bau des Schlosses Ruhenthal und 1738 auch den Bau des herzoglichen Residenzschlosses in Mitau. Von 1736–1740, dann von 1764–1768 lebte R. in Mitau mit der Ausführung der herzogl. Bauten beschäftigt, die durch die Verbannung des Herzogs nach Sibirien lange unterbrochen waren. In Petersburg erbaute R. ausser dem älteren Kaiserl. Winterpalais, das in den Jahren 1735–39 ausgeführt wurde, das Anitschkowpalais, die Paläste Strogonow, Menschikow, Woronzow, (jetzt Pagenkorps), Bobrinsky (jetzt Erziehungsanstalt), Scheremetjew u. a. Von 1753–1762 führte er den Bau des jetzigen Winterpalais aus. Ferner erbaute er das Kaiserl. Lustschloss zu Peterhof, sowie das kleine Palais zu Zarskoje-Sselo. Zu seinen bedeutendsten kirchlichen Bauten gehört das Smolnakloster in Petersburg, dessen Vollendung er nicht mehr erlebte. Es wurde erst unter Kaiser Nikolaus I. von dem Architekten W. P. Stassow vollendet. Ausser diesem wurden nach seinen Entwürfen ausgeführt die Andreaskirche zu Kiew, die Kirche der Wladimirschen Mutter Gottes in Petersburg, die Kirche des Troizo-Sergijewschen Klosters zu Strelna u. a.
Sitzungsber. der Kurl. Gesellsch. f. Lit. u. Kunst 1877 S. 37 ff. — W. Neumann: Die beiden Rastrelli, in der Kunstbeilage des Rigaer Tageblatts 1907 Nº 18–20. — Les Tresors d’art en Russie 1908. — W. Weselowsky im энциклопедическ. словарь. — И. Божеряновъ, Невскій проспект 1703–1903. — Зодчій 1876. Старые годы I S. 410 ff.
Rasumichin, Peter Iwanowitsch. Zeichner und Lithograph. Geb. 1812 in Reval; gest. 1848 in Petersburg (?), diente im russischen Heere und war 1838 Adjutant des Generals Kleinmichel. Er soll sich an der Petersburger Akad. gebildet haben. Von ihm lithographiert: Die Porträts des Generals Grafen Benckendorf und des Grafen Talioni, 1839. — Die letzten Tage von Pompeji, nach dem Bilde von Brülow (Sehr selten).
Inland 1838 S. 218 ff. — D. A. Rowinsky, словарь гравир. портр. IV. S. 724.
Rathaus, Karl. Architekt. Geb. 1804 in Breslau (?), besuchte die Berliner Bauakad. und wurde 1839 von dem Fürsten Dolgoruki zur Uebernahme von Arbeiten am Schlossbau in Bialostok berufen. 1851 wurde ihm in Dorpat das Amt des Universitätsarchitekten und das eines Lehrers der Baukunst an der Universität übertragen. Er erbaute von 1856–1859 die Universitätskirche und wurde 1869 auf sein Gesuch aus dem Dienste entlassen.
Inland 1856 S. 581; 1859 S. 378; 1860 S. 100, 101; 1861 S. 110; 1863 S. 496. — Buchholtziana, Rigaer Stadtbibliothek.
Raud, Christian. Maler. Geb. 10. Oktober 1865 in Wesenberg in Estl., war anfangs Lehrer in Dorpat und Petersburg und hatte erst vom 26. Jahre ab die Möglichkeit seinem Wunsche zu folgen sich zum Maler auszubilden. Er besuchte von 1892–97 die Petersburger Akad. und ging dann zu weiterer Ausbildung nach Deutschland. R. hat sich mit Vorliebe ernsten Darstellungen aus dem Volksleben zugewandt.
W. Neumann, Balt. Maler und Bildh. des 19. Jahrh. S. 139.
Raud, Paul. Maler. Geb. 11. Oktober 1865, Zwillingsbruder des [Vorigen], besuchte von 1888–94 die Düsseldorfer Akad. und hat sich vornehmlich mit Porträtmalerei beschäftigt.
W. Neumann, Balt. Maler und Bildh. des 19. Jahrh. S. 140.
Reibnitz, Alexandra v., verehel. Röttgers. Malerin. Geb. 7. Februar 1857, war Schülerin des Malers [J. Döring] und bildete sich weiter auf der Petersburger Akad. Neben mehreren Landschaften sind auch einige Figurenbilder von ihr bekannt geworden.
Dünaztg. 1892 Nº 121 und 124.
Reichardt, Helene. Malerin. Geb. 16. November 1853 in Riga, anfänglich Schülerin v. [J. Siegmund] in Riga, von 1876–85 der Petersburger Akad., bildete sich im Auslande weiter aus. Tätig in Petersburg. Das städt. Mus. zu Riga besitzt von ihr das Bildnis einer alten Livin.
Reinberg, August. Architekt. Geb. 15. März 1860 in Riga; gest. das. am 17. Juli 1908, von 1877–81 Schüler des Rigaschen Polytechnikums, erwarb sich 1883 und 1884 zwei Künstlergrade der Petersburger Akad. und unternahm 1884–1885 Studienreisen durch Italien, Frankreich und Deutschland. Bis 1890 Assistent am Rigaschen Polytechnikum. Von 1890–99 als Privatarchitekt in Petersburg tätig, siedelte dann wieder nach Riga über, wo ihm der Bau des zweiten Stadttheaters (nach seinem mit dem 1. Preise gekrönten Konkurrenzentwurf) und die Ausführung des Baues der Reichsbank übertragen wurden. Er erbaute die Landesirrenanstalt in Stackeln, mehrere Privatgebäude und Villen, darunter auch sein eignes Wohnhaus.
Rigasche Rundschau (Illustr. Beilage Nº 8 vom Aug. 1901). — Nekrologe in der Dünazeitung und der Rigaschen Rundschau vom 19. Juli 1908.
Reindel, Anton. Zeichner und Miniaturmaler, kam 1783 nach Riga als Zeichenlehrer. Er hatte seine Ausbildung in Dresden empfangen und namentlich viel nach italienischen Meistern kopiert. Eine Landschaft mit antiken Ruinen am Wasser befindet sich im ersten Sammelbande des Joh. Jak. Voss im städt. Mus. zu Riga; das Porträt eines jungen Mannes in Pelzmütze und Pelzmantel, leichtgetönte Bleistiftskizze auf blauem Papier dat. 1785 im 2. Bande derselben Sammlung.
G. Merkel, Darstellungen und Charakteristiken aus meinem Leben S. 94.
Reissner, Martin Andreas. Landschaftsmaler. Geb. 1798; gest. 1862 in Dorpat. Ueber seinen Studiengang hat sich nichts ermitteln lassen. Er liess sich 1819 in Riga nieder und unternahm von hier grössere Reisen, die ihn in die Schweiz, nach Italien und nach Amerika führten. Aus Amerika kehrte er 1861 nach Riga zurück. Im Besitz des Rigaer Kunstvereins befindet sich eine Ansicht des Niagarafalles. Er lieferte auch Entwürfe zu Theaterdekorationen.
Rigasche Stadtbl. 1819 S. 68; 1826 S. 119; 1843 S. 284.
Reiter, Andreas. Maler und „Conterfaier“ in Libau im letzten Viertel des 17. Jahrh. Er wird 1680 als Lehrer des Malers [Matthias Peterson] (s. d.) genannt.
Reutern, Gerhard Wilhelm v. Maler u. Radierer. Geb. 6. Juli 1794 auf dem Gute Rösthof bei Walk; gest. 22. März 1865 in Frankfurt a. M., hatte nach Absolvierung der Petrischule in Petersburg die Universität Dorpat bezogen und widmete sich unter [C. A. Senff] dem Kunststudium. 1811 trat er als Junker in das Alexandrische Husarenregiment, in dem sein älterer Bruder Christoph als Eskadronschef diente. Im Herbst 1812 wurde er als Kornet in das Leib-Garde-Husarenregiment versetzt und nahm, zum Leutnant avanciert, an den Schlachten bei Dresden, Kulm und Leipzig teil. Durch einen Schuss in die Schulter verlor er am 16. Oktober 1813 bei Leipzig den rechten Arm. Nach seiner Wiederherstellung wurde er Adjutant des Generals Barclay de Tolly und nahm an den Feldzügen von 1815 und an der Einnahme von Paris teil. 1819 erhielt er den erbetenen Abschied als Garde-Rittmeister. Um seine angegriffene Gesundheit wieder herzustellen, zugleich auch, um seine mit der linken Hand unternommenen Kunststudien wieder aufzunehmen, begab er sich nach Deutschland. In Weimar erneuerte er die Bekanntschaft Goethes, der in seinen mit der linken Hand ausgeführten Zeichnungen und Aquarellen sein bedeutendes Talent erkannte und ihm riet sich ganz der Malerei zu widmen. Nach einer Erholungsreise durch die Schweiz und Italien begann er sich ernstlich mit dem Kunststudium zu beschäftigen. In Bern genoss er zunächst den Unterricht des Malers G. Lory, später, nach einer zweiten Reise nach Italien, in Cassel den Unterricht des Landschaftsmalers Ludw. Grimm und des Prof. Rhoden. Nach einem vorübergehenden Aufenthalte in Wetzlar und Giessen, zog er 1835, bewogen durch den Bildhauer Eduard v. d. Launitz nach Düsseldorf, um sich unter der Leitung Schadows weiter auszubilden. 1837 wurde er auf Empfehlung des Dichters W. Joukoffsky, seines späteren Schwiegersohnes, zum Maler der Kaiserlichen Familie ernannt. 1844 siedelte er nach Frankfurt a. M. über und schuf hier die bedeutendsten seiner Arbeiten. Er hat eine grosse Anzahl Porträts in Aquarell ausgeführt, darunter das Goethes, des Dichters W. Joukoffsky u. des Malers G. Lory, wozu dieser selbst die Landschaft malte. Von seinen Oelgemälden heben wir hervor: Mädchen mit Schmuckkästchen. — Der indolente Page, 1836. (Im Bes. des Grossfürsten Michael Nikolajewitsch). — Ein Greis, der einer jungen Bäuerin mit einem Kind auf dem Arme, aus der Bibel vorliest, 1839. (Bes. Grossfürst Sergei Alexandrowitsch). — Der heil. Georg. (Marmorpalais). — Junge Bäuerin mit schlafendem Kind. (Winterpalais. Lithogr. v. Schertle). — Das Opfer Abrahams. (Museum Alexanders III. in Petersburg). — Studienkopf zum Abraham (in der Gal. des Schlosses Koltzen). — Die Strumpfwirkerin, 1853. (In der Kaiserl. Farm in Alexandria). — Garten im Berner Oberlande, 1857. (Kaiserl. Farm in Alexandria). — Die heil. Familie, 1858. (Daselbst).
Er radierte: Ansicht von Cassel. Bez. G. v. R. Erster Versuch. Cassel 28. März 1827. — Studie mit dem schlafenden Hund. (19. Mai ?). — Studie mit dem Jäger. (7. XII. 1828). — Tyroler Sennerbub. (20. XI. 1828). — Die beiden Eichen. (1828). Kirchenruine in Bacharach a. Rh. (28. XI. 1828). — Kopf eines Kalbes. (1828). — Kopf einer Ziege und eines Schafs. (1828). — Zwei Ziegen. (1828). — Zwei Füchse und ein Hase. (Das schönste Blatt des Meisters, 1828). — Geschossener Rehbock. (1828). — Ziegenböcklein. — Eichenbusch. 1829.
Nach ihm lithographiert von Georg Koch in Cassel: An der Schwalm. Bilder aus dem hessischen Volksleben. Heft 1 mit 5 Blatt. 1855. — Heft 2 mit 4 Blatt. 1855. — Heft 3 mit 4 Blatt. 1859.
A. Andresen, Maler-Radierer d. 19. Jahrh. 1869. III. S. 222–227.
Gerhard v. Reutern, Ein Lebensbild, dargestellt von seinen Kindern und als Manuskript gedruckt zur 100 jährigen Gedächtnisfeier seines Geburtstages. Petersburg 1894. — W. Neumann, Balt. Maler u. Bildh. d. 19. Jahrh. S. 42–47.
Reutern, Christoph v. Maler. Geb. 29. Juni (n. St.) 1839 in Düsseldorf, als Sohn des [Vorigen], gest. daselbst 6. Jan. 1859; begraben in Frankfurt a. M., war anfangs Schüler seines Vaters, dann des Professors Steinle in Frankfurt und besuchte schliesslich die Akademie zu Düsseldorf. Ein Portr. seines Vaters von ihm befand sich 1901 auf der Jubiläums-Ausstellung in Riga.
W. Neumann, Balt. Maler u. Bildh. d. 19. Jahrh. S. 46.
Reuther, Gertrud Elisabeth, geb. Germann. Malerin. Geb. 1788 in Libau; gest. 17/29. Oktober 1845 in Rom, erlernte die Malerei in Dresden, wo sie drei Jahre unter dem Graffschüler Prof. T. L. Pochmann arbeitete und nach alten Meistern kopierte. Sie lebte einige Jahre in Moskau und zog von dort nach Rom.
Inland 1846 S. 127. — Allgem. deutsche Ztg. f. Russland 1823 Nº 148 u. Nº 295. — Für Haus und Familie 1897 22. III.
Rickmann, Theodor Heinrich. Maler. Geb. 21. Mai 1810 in Riga; gest. 18/30. Mai 1848 in Dresden, besuchte vorübergehend die Münchener Akademie und arbeitete unter Schnorr v. Carolsfeld und A. Zimmermann, ohne jedoch seine Ausbildung vollenden zu können. Nach seiner Rückkehr erteilte er in Riga Zeichenunterricht und schuf eine Reihe interessanter Darstellungen aus dem Rigaschen Volksleben, die von Hanfstängl in Dresden lithographiert wurden. Die Petersburger Akademie verlieh ihm 1846 das Diplom eines Zeichenlehrers für Kreisschulen. Um seine Ausbildung zu vollenden ging er 1847 nach Dresden, wurde hier aber irrsinnig und endete durch Selbstmord. Von ihm: Ein Gedenkblatt an den Friedensschluss zwischen Russland und der Türkei, 1829. — Ein Türke legt vor einem gepanzerten Ritter die Waffen nieder. Lith. qu. fol. mit franz. Unterschrift. — Portr. des türkischen Gesandten in Petersburg Halel Pascha. Lith. fol. 1830. — Portr. des Aeltermannes G. K. Wiggert. Lith. nach [D. Oechs], 1832. — Szenen aus dem Rigaschen Volksleben, 1842 Aquar. Lith. von Fr. Hanfstängl in Dresden, qu. fol. (die Originale z. T. im Besitz des Dommuseums in Riga). — Das Schweizerhaus in Treyden. Lith. von Hanfstängl, kl. fol.
Rizzoni, Alexander. Maler. Geb. 23. Januar 1836 in Riga; gest. 16/29. April 1902 in Rom, war der zweite Sohn des aus Bologna gebürtigen Antonio R., der als Soldat in französischen Diensten, während des Napoleonischen Feldzuges in Russland, nach Riga verschlagen worden war und sich hier ansässig gemacht hatte. R. erhielt den ersten Kunstunterricht von seinem älteren Bruder [Paul], trat 1852 in die Petersburger Akademie und wurde Schüler des Prof. Willewald. 1857 erhielt er die silb. Med. II für mehrere Bleistiftporträts, darunter das des Tiermalers [Schwabe], und für sein Bild „Die Schenke“. 1858 unternahm er eine Studienreise nach Frankreich und Italien und besuchte 1860 Spanien und Belgien. Sein Bild „Zwangsversteigerung in einem livländischen Dorfe“ brachte ihm 1862 die gr. gold. Med. der Akademie und ein sechsjähriges Reisestipendium ein, womit er nach Paris und Rom ging. In Rom wandte er sich hauptsächlich Darstellungen aus dem Leben der Prälaten und Mönche und aus dem Leben des Volkes zu, die er meistens in kleinem Format in der Art der holländischen Feinmaler ausführte. 1866 kehrte er aus Italien zurück, wurde zum Akademiker befördert und ihm seine Staatspension auf drei Jahre verlängert. Seit seiner Ernennung zum Professor, im Jahre 1868, lebte er in Rom. Von seinen Bildern erwähnen wir: Zwangsversteigerung in einem livl. Dorfe, 1862 (Gal. Soldatenko, Moskau). — Versöhnungsfest in einer Rigaschen Synagoge (Bes. Graf Uwarow; Abb. in наши художники II S. 124). — Taberne in Rom; ein Priester speist an einem Tische und unterhält sich mit einem Bauern. Abb. in наши художники II S. 123. (Bes. Kunstakad. Petersburg). — Inneres der Sakristei des Klosters Chatreux in Rom (Eigentum d. Kaiserl. Hauses). — Inneres des Laboratoriums einer Dorfapotheke (Bes. Gal. Botkin). — Ankunft eines Kardinals im Kloster St. Anufrio in Rom (Bes. Graf Stenbock, Petersburg). — Im Refektorium des Kapuzinerklosters in Rom (Bes. Gal. Soldatenko, Moskau). — Osteria in Rom. Abb. in наши художники II S. 123. — Dilettanten-Quartett (Bes. Gal. Tretjakoff, Moskau. Abb. in наши художники II S. 125). — Talmud lesende Juden. Abb. in наши художники II S. 129 (Bes. Gal. Tretjakoff, Moskau). — Römische Osteria. Abb. in наши художники II S. 124 (Bes. Kunst-Verein Riga). — Kardinalskollegium, Abb. in наши художники II S. 126 (Bes. Gal. Botkin). — Der Altertumsfreund (Bes. Gal. Soldatenko, Moskau). — Kardinal die Kirche verlassend (Bes. Gal. Soldatenko). — Der Kunstliebhaber; ein alter Herr in Rokokotracht ein Bild betrachtend. Abb. in наши художники II S. 127 (Privatbesitz, Petersburg). — Kardinal und Abbé im Gespräch (Bes. Stadtgal. Riga. Abb. in наши художники II S. 126).
Baltische Ztg. 1873 S. 103. — Rigasche Ztg. 1873 Nº 188; 1877 Nº 263 1878 Nº 113; 1880 Nº 242; 1882 Nº 204; 1883 Nº 211. — W. Neumann, Baltische Maler und Bildhauer des 19. Jahrh. S. 114–115.
Rizzoni, Eduard. Maler. Geb. 24. Juni 1833; gest. Mai 1903, Bruder des [Vorigen], besuchte die Kunstakademie in Petersburg und erhielt 1855 den Rang eines freien Künstlers. Seit 1882 Restaurator der städt. Gemäldegal. in Riga.
W. Neumann, Balt. Maler u. Bildh. d. 19. Jahrh. S. 116.
Rizzoni, Paul. Maler. Geb. 20. Oktober 1823; ältester Bruder der [Vorigen], trat 1839 in die Petersburger Akademie, wo [Sauerweid] und Markow seine Lehrer waren. Er errang sich die üblichen Medaillen. 1845 die gr. gold. Med. und mit dieser ein Reisestipendium. Nach einem Besuch Deutschlands, Hollands und Belgiens kehrte er 1850 nach Petersburg zurück und begab sich zu Studienzwecken in den Süden Russlands. 1853 Akademiker. Er lebt in Petersburg. Von ihm: Die Gemüsehändlerin, 1842 (Erworben von Kaiser Nikolaus I.). — Ein Jude einen Soldaten im Würfelspiel betrügend, 1845 (Bes. Gal. Brederlo, Riga). — Auf dem Petersburger Trödelmarkt, 1847. — Rauchstube in einem Brüsseler Wirtshause (Kgl. Gemäldesammlung in Stuttgart).
Inland 1851 S. 30. — W. Neumann, Balt. Maler und Bildh. des 19. Jahrh. S. 115–116.
Rockstuhl, Christoph Jakob. Miniaturmaler und Silhouetteur. Geb. in Kurland um 1760, war Schüler des Kupferstechers [Sam. Kütner] und ging zu weiterer Ausbildung nach Dresden, musste das Studium aber seiner Kurzsichtigkeit wegen aufgeben. Zurückgekehrt beschäftigte er sich mit Porträtieren und Silhouettieren. Von 1785–88 lebte er in Warschau und ging von dort nach Berlin, um sich in der Pastellmalerei weiter zu bilden. 1807 ist er in Bauske, 1808 in Mitau nachweisbar. Von ihm eine sauber in Tusche ausgeführte Landschaft in dem Sammelbande des J. J. Voss im städt. Museum zu Riga.
Rockstuhl, Ernst Peter. Porträtmaler und Silhouetteur. Geb. 1764 wahrscheinlich in Warschau; gest. 4. Mai 1824 in Petersburg, empfing seine Ausbildung vermutlich in seinem Geburtsorte. Um 1785 kam er nach Mitau, lebte vorübergehend auch in Riga und zog 1804 nach Petersburg, wo er mehrfach für den Hof beschäftigt war. Ausser Miniaturen malte er Silhouettenporträts, die er nicht selten mit einem gezeichneten landschaftlichen Hintergrund verband. Sein Sohn Alois R. wurde 1864 zum Prof. der Petersburger Akad. ernannt. Von ihm: Das Porträt Otto’s v. Löwenstern, der von der Jagd heimkehrend seine Gattin begrüsst, die in einer Landschaft sitzend ein Kind auf dem Schosse hält. — Portr. der Knaben Karl und Otto von Löwenstern mit ihrer Wärterin. Beide Bilder gem. 1785. Die Figuren als Silhouetten (Bes. Theod. Reichsgraf von Medem auf Stockmannshof). — Portr. des Kaisers Alexander I. — Portr. des Kaisers Nikolaus I. — Portr. der Kaiserin Elisabeth. — Portr. der Königin der Niederlande Anna. — Portr. der Grossfürstin Maria Pawlowna, Grossherzogin von Sachsen-Weimar (Miniaturen im Bes. der Gräfin Lambsdorf auf Rinseln, Kurl.). — Portr. des Fürsten Fabian v. d. Osten-Sacken, 1814. Gest. v. Cardelli. — Portr. des Generals Sacken als Gouverneur von Paris auf einer Tabaksdose (1900 in Rigaschem Privatbesitz).
Mitauer Ztg. 1785 St. 16; 1803 v. 29. Oktbr.; 1804 v. 16. Juni. — D. A. Rowinsky, словарь гравир. портретовъ. IV. S. 279.
Römer, Paul. Maler. Geb. 1834 in Riga, wurde 1850 Schüler der Petersburger Akademie und erwarb sich 1870 die gold. Med. für sein Bild „die Beichte“. 1876 wurde er als Zeichenlehrer am Gymnasium in Wilna angestellt.
Rönne, Alexander Baron v. Geb. 1854 zu Senten in Kurland; gest. 1896, war von 1873–79 Schüler der Münchener Akad. Von ihm mehrere Porträts in kurl. Familienbesitz und die Altarbilder in den Kirchen zu Rengenhof und Windau.
Rigasche Ztg. 1885 Nº 217; 1888 Nº 284.
Rötscher, Maximilian Wolfgang Amadeus. Architekt. Geb. 23. Juni 1837 n. St. zu Bromberg in Preussen, Sohn des als Shakespeareforschers bekannt gewordenen Prof. Dr. Heinr. Theod. R.; gest. 27. Dezember 1885 in Dorpat, absolvierte in Berlin die Bauakademie, und kam 1861 nach Livland. Er lebte anfangs in Neuhausen bei Werro, übernahm 1865 das Amt des Stadtarchitekten in Dorpat und bekleidete von 1873–77 das des Universitätsarchitekten und des Dozenten für Baukunde an der Universität. Von ihm die Tonhalle des Handwerkervereins in Dorpat u. a.
Rigasche Ztg. 1874 Nº 125; 1875 Nº 148.
Romandini, Luigi. Maler. Wurde von dem Herzoge Peter v. Kurland nach Mitau berufen, um die Deckenmalereien im Schlosse Friedrichslust auszuführen. Eine aquarellierte Fassade des Schlosses von ihm befindet sich in dem Sammelbande des J. J. Voss im städt. Museum zu Riga.
Rosée, (eigentlich Rohsit), Johann Stanislaus. Porträtmaler. Geb. in der Nähe von Wolmar; gest. 1898 in Riga, bildete sich mit Unterstützung der Besitzerin von Palzmar, Frl. v. Kahlen, in der Petersburger Akad. und ging 1856 zu weiteren Studien nach München, wo er zwei Jahre Schüler des Bildnismalers Kurt Herrmann war. Seine vielen Porträts tragen meistens einen etwas handwerklichen Charakter.
Rigasche Ztg. 1858 Nº 127; 1859 Nº 16; 1868 Nº 248.
Rosen, Paul Gerhard Baron v. Landschaftsmaler. Geb. 27. September 1856 in Wesenberg, besuchte von 1874–78 die Petersburger Akad., wo er anfangs Architektur studierte, sich dann aber der Malerei zuwandte. 1883 begab er sich nach Düsseldorf und war bis 1886 Schüler des Prof. [E. Dücker]. Nach verschiedenen Studienreisen liess er sich 1891 in Riga nieder, wo er seit 1905 als Direktor der städtischen Kunstschule und als Dozent am Polytechnikum tätig ist. R. ist vor Allem als Aquarellist geschätzt. Das Museum zu Riga besitzt von ihm sein Gemälde „Frühlingswasser“ und Aquarelle; auch führte er in drei Lünetten des Obervestibüls im Museum gemeinschaftlich mit W. Purvit dekorative Malereien aus: Ansicht von Riga, Ansicht von Reval und Partie vom estländischen Strande.
Rosenberg, Gustav Wilhelm. Porträtmaler. Geb. 9. März 1809 in Libau; gest. im Juli 1873 in Riga, erhielt seine künstlerische Vorbildung zunächst durch den Maler [Gustav Clodt v. Jürgensburg], besuchte von 1828–35 die Akad. zu Kopenhagen und dann die Petersburger Akad., die ihm 23. III. 1837 den Rang eines freien Künstlers verlieh. 1839 wurde er Zeichenlehrer am Katharinäum in Riga, 1840 auch an der Domschule und an der 2. Kreisschule. Inhaber der silb. Med. am Danebrogbande von der Kopenhagener Akad. Eine Anzahl seiner Porträts ist durch Lithographie vervielfältigt. Er veröffentlichte: „Beitrag zu einer Theorie des Zeichenunterrichts als Zweiges öffentlicher Schulbildung,“ Einladungsschrift zum Examen in der Domschule zu Riga, 20. Dezember 1846.
Rigasche Stadtbl. 1840 v. 3. April. — Inland, 1842 S. 50; 1845 S. 51.
Rosenthal, Jan. Maler. Geb. 6. März 1866 in Frauenburg in Kurland, trat als Hospitant in die Petersburger Akad. und erhielt nach sechsjährigem Studium für sein Bild „lettische Bauern aus der Kirche kommend“ den Rang eines Künstlers I. Gr. Seine weitere Ausbildung hat R. in München gefunden. Tätig in Riga. Ausser einer grossen Anzahl Porträts von ihm: Wäscherinnen; Frühlingslied; Versuchung u. a. Das städt. Mus. besitzt von ihm: Heimkehr vom Felde. Im Dommuseum ein Porträt des Dr. Anton Buchholtz, im Stadthause ein Porträt des Stadthaupts Ludwig Kerkovius.
Rotari, Pietro Conte dei. Maler und Radierer. Geb. 1707 in Verona; gest. 1764 in Petersburg, war Schüler von A. Ballestra, dann von Trevisani in Rom und von Solimena in Neapel, kam 1756 an den Petersburger Hof und wurde viel vom Herzog Ernst Biron v. Kurland beschäftigt, in dessen Schloss zu Mitau er mehrere Deckengemälde und Surporten ausführte.
Rudolf, Elsbeth. Malerin. Geb. 26. April 1861 in Walk, machte ihre Studien 1891–93 in Dresden unter Leitung des Porträtmalers Franz Kops, dann unter P. Nauen in München, lebte darauf längere Zeit in England und arbeitete 1888 und 1889 wieder in München unter A. Azbe. Sie lebt in Dorpat. Von ihr mehrere Porträts.
Ruckteschel, Eugen v. Maler. Geb. 28. November 1850 in Simferopol, widmete sich dem Marinedienst und verliess ihn wieder im Jahre 1885, infolge eines Kniebruchs, als Kapitän 2. Kl. Seine natürliche Begabung für die Malerei veranlasste ihn sich jetzt ernstlich mit ihr zu beschäftigen. Er zog nach München, wo er die Weinholdtsche Zeichenschule und dann die Malschulen von Jakobides, Bock und Gracholsky besuchte. Nach einem Aufenthalte in Paris ging er nach Italien und lebt jetzt in Florenz. Er malt Stilleben, Porträts u. a.
Ruetz, Hedwig, Malerin, geb. 29. Mai 1879 in Riga, machte ihre ersten Studien unter [G. v. Rosen] in Riga, besuchte dann die Malerinnenschule in Karlsruhe unter K. Ritter, und arbeitete nach einem vorübergehenden Aufenthalt in der Heimat unter H. v. Habermann in München. Tätig in Berlin. Von ihr mehrere Porträts und Landschaften.
Rumeschottel, Johann. Mittelalterlicher Baumeister aus Rostock, wurde zu Beginn des 15. Jahrh. vom Rigaschen Rat nach Riga berufen, um den Neubau der St. Petrikirche auszuführen. Er erbaute in den Jahren 1408 und 1409 den Chor der Kirche bis zu den Transeptpfeilern. Erst 1466 wurde der Bau fortgesetzt, doch nicht nach seinem Entwurf.
W. Neumann, Das mittelalterliche Riga, Berlin 1892 S. 33 ff.