U
Ulprecht, Ernst Markus. Dilettant. Geb. 28. November 1770; gest. 2. Dezember 1831 in Dorpat, war ein Stiefsohn des Professors [Joh. Chr. Brotze] und besass wie dieser ein bedeutendes Zeichentalent. Er studierte in Dorpat, wurde später Konservator des Naturalien-Kabinetts der Universität und hielt Vorlesungen über Mineralogie. Er hat viele hübsche Ansichten livländischer und finnländischer Gegenden gezeichnet, davon mehrere von [K. A. Senff] und J. A. Darnstedt in Kupfer gestochen und zum Teil in der „Livona“ und in „Livona’s Blumenkranz“ veröffentlicht sind.
Rigasche Stadtbl. 1831 S. 401. — Dörptische Beiträge I. 206 ff.
Ungern-Sternberg, Alexander Freiherr v. Maler und Schriftsteller. Geb. 10. April 1806 auf dem Gute Noistfer bei Reval; gest. 24. August 1868, auf dem Gute Dannenwalde bei Stargard in Mecklenburg-Strelitz; studierte von 1826–30 in Dorpat und ging dann nach Petersburg, wo sein hervorragendes Zeichentalent die Aufmerksamkeit der Kaiserin erregte, die ihm zu seiner weiteren Ausbildung eine Unterstützung angedeihen liess. Er widmete sich in Dresden der Malerei und trat hier zu Ludwig Tieck in nahe Beziehungen. Während seines Studienaufenthalts in Stuttgart wurde er mit Gustav Schwab bekannt und durch diesen mit Cotta, auch zu Lenau trat er in ein freundschaftliches Verhältnis. Seit dieser Zeit gab er sich ganz der Schriftstellerei hin und schrieb unter dem Pseudonym A. v. Sternberg.
Baltisches Dichterbuch, herausg. v. J. E. v. Grotthuss.
Ungern-Sternberg, Johann Karl Emanuel Freiherr v. Geb. 23. Januar 1773 auf dem auf der Halbinsel Nucken bei Hapsal belegenen Gute Paschlepp; gest. 30. März 1830 in Reval, zeigte schon als Knabe eine bedeutende künstlerische Veranlagung, die namentlich durch seinen Lehrer Renatus Frühauf im Erziehungsinstitut zu Barby a. d. Elbe eifrig gefördert wurde. Trotzdem wählte er die juristische Laufbahn und bekleidete in der Folge verschiedene Ämter im Dienste der estländischen Ritterschaft, beschäftigte sich aber in seinen Mussestunden mit Zeichnen und Malen und erteilte selbst Unterricht im Zeichnen an der Ritter- und Domschule in Reval. Erst 1806 entschloss er sich dazu sich ausschliesslich mit der Kunst zu beschäftigen. Er begab sich nach Dresden und trat in das Atelier des Professors T. L. Pochmann und arbeitete zugleich unter der Leitung des Professors J. D. Schubert. Er kehrte dann nach Estland zurück, wo er mehrfache Porträtaufträge ausführte. Ein Versuch sich in Petersburg ein ausgiebigeres Tätigkeitsfeld zu verschaffen misslang ihm. 1810 unternahm er eine grössere Reise durch die baltischen Provinzen, um Studien zur Herausgabe einer Sammlung baltischer Ansichten zu machen, auch beschäftigte er sich mit der heimischen Kunstarchäologie durch Zeichnen von Wappen, Siegeln, Grabsteinen usw., geriet dabei jedoch in bedrängte Umstände, so dass er sich genötigt sah, das ihm von der estländischen Ritterschaft angetragene Amt eines Kurators der Revaler Domschule anzunehmen. Ein Versuch, die Bildnisse Dorpater Professoren in Lithographie herauszugeben, schlug fehl durch die Schuld des Druckers. Nur wenige dieser Bildnisse kamen in die Oeffentlichkeit und zwar die der Professoren Jäsche, Dabelow, Deutsch, Lenz und Osann. Ebenso verunglückte die Lithographie einer Innenansicht der Olaikirche nach dem Brande von 1820, von der nur 20 Exemplare in den Handel kamen.
H. Neuss in der Estona 1830 S. 179, 184 und 192. — Balt. Monatsschrift XL. S. 335. Die dort mitgeteilte Erzählung von dem Bilde der Seeschlacht zwischen Russen und Schweden auf der Revaler Reede ist apokryph.
Ungern-Sternberg, Peter Georg Franz v. Malerdilettant. Geb. 15. Juli 1785; gest. 12. Januar 1868, studierte von 1802–5 Kriegswissenschaften in Dorpat und trat dann in die russische Armee, nahm aber als Stabsrittmeister seinen Abschied, um sich der Malerei zu widmen. Man kennt von ihm mehrere Porträts und Kopien nach alten Meistern.
C. Russwurm, Nachrichten über die Familie Ungern-Sternberg II S. 11, 153.
Unverhau, Martha. Malerin. Geb. 1. November 1868 in Mitau, empfing den ersten Unterricht in der [Jung-Stillingschen] Zeichenschule in Riga, arbeitete dann in Berlin unter W. Döring und Ludw. Dettmann. 1894 setzte sie ihre Studien in München unter Ludw. Herterich fort und arbeitete später noch unter Schmied-Reutle und Friedr. Fehr. Tätig in Mitau.
W. Neumann, Balt. Maler und Bildhauer des 19. Jahrh. S. 176.
Urbanowicz, Christophor v. Malerdilettant. Geb. 25. Februar 1785 zu Berken in Kurland; gest. im März 1839 in Mitau, diente als Artillerieoffizier in der russischen Armee, beschäftigte sich nach seiner Entlassung aus dem Militärdienste mit der Porträtmalerei und wirkte als Lehrer des Zeichnens und der Mathematik an verschiedenen Orten des Landes. Das Mitauer Museum besitzt von ihm ein grosses Manuskript, betitelt „der mathematische Kartonzeichner“.
Biographie von Pastor Friedr. Wilhelm Wagner in Nerft. Manusk. im Mus. zu Mitau. (Jul. Döring.)