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Vegesack, Anna v. Malerin; lebte um die Mitte des 18. Jahrh. in Riga; gest. vor 1779. Der Berliner Akademiker Joh. Bernoulli rühmt in seiner Reisebeschreibung (VI S. 16) ein von ihr gemaltes livländisches Wappenbuch. (s. a. Gadebusch, Bibliothek, Art. Vegesack).

Viertelshauser. Maler; ist in Kurland um 1750 nachweisbar. Es gibt von ihm Jagdstücke und Stilleben.

(Jul. Döring.)

Villebois, Franz Karl v. Bildhauer. Geb. 19. Juni 1836 in Livland; gest. 30. Januar 1890 in Dorpat, studierte von 1856–59 an der Universität Dorpat, wandte sich dann aber, trotz mancher sich ihm entgegenstellenden Schwierigkeiten der Kunst zu. 1868 Schüler der Münchener Akademie und von M. v. Widnmann. Von 1874–80 lebte er in Dresden, dann in Dorpat. Sein Hauptwerk ist: Der Flussgott; in München mit einem Preise gekrönt; in Bronze gegossen von Bierling in Dresden. Erworben von Frau v. Grünwaldt, geb. Gräfin Medem und von ihr der Universität Dorpat übergeben. Die auf dem Domberge in Dorpat aufgestellte Gruppe wurde von ruchlosen Händen verstümmelt, was ihre Beseitigung und darauf die Rückforderung durch die Stifterin zur Folge hatte.

Rigasche Ztg. 1873 Nº 227; 1875 Nº 114; 1876 Nº 44; 1879 Nº 265; 1881 Nº 211, 212 und 215. — Ztg. f. Stadt und Land 1875 Nº 253, 293. — W. Neumann, Balt. Maler und Bildhauer des 19. Jahrh. S. 86–87.

Volz, August Franz Leberecht. Bildhauer. Geb. 27. Februar 1851 in Magdeburg, wurde dort Schüler des Bildhauers Habs und kam dann nach Berlin, wo er unter Alb. Wolff arbeitete und die Akademie besuchte. Unter der Oberleitung des Baurats Ende beteiligte er sich an der dekorativen Ausstattung mehrerer grösserer Berliner Monumentalbauten und kam 1875 nach Riga, wo er die plastischen Arbeiten des von Ende entworfenen Pfab’schen Hauses in der Suworowstrasse ausführte. Seit jener Zeit ist er in Riga ansässig. — Neben der Ausführung von plastischen Arbeiten für Fassaden und Innendekorationen hat V. mehrere Reliefporträts, monumentale Grabdenkmäler und Salonfiguren (diese für die Ausführung in Bronze) geschaffen. Von ihm auch der Nymphenbrunnen vor dem Theater, der Rolandbrunnen auf dem Marktplatze und der Ritterbrunnen auf dem Basteiplatze. Die beiden letzten nach Entwürfen von W. Neumann.

Vowsak, (Vousack Vawgesack) Johann. Maler in Reval; gest. um 1500, malt 1489 für die Nikolaikirche ein Madonnenbild, wofür ihm 530 Mark bezahlt werden. Am 27. Februar 1501 trägt der Bischof Johann v. Oesel den Vormündern der Kinder des verstorbenen Malers auf, das diesem für ein zu malendes Bild vorausbezahlte Geld zurückzuerstatten.

Nottbeck und Neumann, Gesch. und Kunstdenkmäler der Stadt Reval II S. 63. Balt. Urkundenbuch II, 2.