W

Waeber, Hermann Friedrich. Dilettant. Geb. 1761 zu Edwahlen in Kurland; gest. 1833, studierte Theologie und wurde Hauslehrer. Er war ein guter Zeichner, der ebensowohl Landschaftliches wie Figürliches zum Vorwande nahm. Am gelungensten sind seine aquarellierten Ansichten kurländischer Schlösser und Burgruinen (Doblen 1793, Edwahlen 1802, Kandau, Goldingen, Tuckum, Zabeln 1804, Alschwangen, Hofzumberge 1806, Neuenburg 1809, Windau, Dondangen 1814, Amboten 1818). Sein künstlerischer Nachlass kam in den Besitz des Mitauer Museums.

Sitzgsber. d. Kurl. Gesellsch. f. Lit. u. Kunst. 1870 S. 41. (Jul. Döring.)

Wagner, Johann Friedrich. Zeichner. Geb. um 1753 in Freiberg i. S., wird 1798/99 in einer Exemtenliste für Kurland als „Zeichenmeister“ aufgeführt. Seine Töchter Maria Agathe, geb. 1783, und Karoline Elisabeth, geb. um 1790, empfehlen sich um 1805 dem Publikum zum „Unterrichte im Zeichnen, sowohl en miniature, wie auch in Pastellfarben usw.“

Mitausche Anzeigen 1805. 31 Stk. S. 292. (Jul. Döring.)

Wahl, Alexander Amandus v. Bildhauer und Maler, geb. 10. Dezember 1839 in der Nähe von Dorpat; gest. 19. November (2. Dezember) 1903 in München. Von 1858–61 Schüler der Petersburger Kunstakademie und des [P. Clodt v. Jürgensburg], ging dann nach München, wo er 1866 seine Ausbildung vollendete. Nach Reisen durch Deutschland, Italien und Griechenland während der Jahre 1866–68 liess er sich in München nieder. Von der hohen Kunst wandte er sich bald den Darstellungen aus der Tierwelt zu, auch stellte er mit grosser Geschicklichkeit kleine Genreszenen aus dem Leben der Tscherkessen dar, die zum Teil in Bronze gegossen sind. Ein körperliches Leiden zwang ihn zum Aufgeben der Bildhauerei und liess ihn zur Malerei greifen und auch auf diesem Gebiet ist er nicht ohne Anerkennung geblieben. Von seinen Gemälden hat besonders das Bild „Zu spät“, das einen alten Geizhals an der Leiche seiner Tochter darstellt, Aufsehen erregt. Abbild. in der „Kunst für Alle“ II S. 232, in der Illustr. Leipziger Ztg. 1886, in Meisterwerke der Holzschneidekunst Bd. IX. — Ausserdem von ihm: Brotneid, das Geheimnis u. a.

Rigasche Ztg. 1868 Nº 268; 1881 Nº 181; 1887 Nº 258. — W. Neumann, Balt. Maler u. Bildhauer des 19. Jahrh. S. 90–91.

Wahl, Anna v. Malerin. Geb. 14. Februar 1861 in Petersburg, Tochter des Dorpater Professors der Chirurgie, besuchte anfänglich die Petersburger Akademie und setzte ihre Studien in Paris unter Courtois und Collin fort, arbeitete dann unter dem Hofmaler Grafen Zichy in Petersburg und 1888 in Berlin in den Aktklassen unter Skarbina und Klein. Sie lebt in Berlin und abwechselnd in Dorpat. Besonders durch ihre frisch aufgefassten Szenen aus dem Kinderleben und durch wirkungsvoll entworfene Plakate hat A. v. W. sich bekannt gemacht. Von ihren illustrierten Kinderbüchern nennen wir: Im Morgenschein, 1887 im Verlag von Karow, Dorpat. — Stimmungsbilder 1893, Verlag v. Grote, Berlin. — Zeichnungen von Gnomen und Elfen in dem Werke: „Aus vereinten Kräften“, 1895. — Illustrationen zu einem Märchen im Besitz der deutschen Kaiserin.

Das geistige Deutschland I S. 724/25. — W. Neumann, Balt. Maler und Bildhauer des 19. Jahrh. S. 147–148.

Walter, Johann. Maler. Geb. 22. Januar 1869 in Mitau als Sohn des dim. Ratsherrn Theodor W., Schüler der Petersburger Akademie und der Professoren A. D. Kiwschenko und W. E. Makowsky. Von ihm eine Anzahl Porträts und mehrere Landschaften in balt. Privatbesitz. Zurzeit in Deutschland tätig.

Walter, Susanna. Malerin. Geb. 1874 in Dorpat; erhielt von 1891–95 den ersten Kunstunterricht in ihrer Heimat und legte darauf ihr Examen als Zeichenlehrerin an der Kgl. Kunstschule in Berlin ab. Sie genoss dann noch den Unterricht der Frau C. Krüger und Sivers, sowie der Maler W. Leistikow und Fr. Stahl und lebt seit 1897 als Zeichen- und Mallehrerin in Riga.

Walther, Johann Heinrich Bartholomäus. Baumeister in Dorpat im letzten Viertel des 18. Jahrhunderts. Er entwarf die Pläne zum Bau des Rathauses daselbst, dessen Grundstein am 2. Juni 1782 gelegt wurde. Vollendet wurde der Bau 1789.

Inland 1862 S. 792.

Walther, Karl Siegmund. Maler. Geb. 25. Juli 1783 in Dresden; gest. auf dem Gute Kay in Estland 1867, Schüler der Dresdner Akademie, anfangs unter Toskani, seit 1802 unter Prof. Schubert. Infolge einer Aufforderung des Dichters Aug. v. Kotzebue kam er 1809 nach Estland auf dessen Gut Schwarzen als Zeichenlehrer der Kinder Kotzebues, war später in dem von dem Pastor Ignatius in Haggers eingerichteten Pensionat als Zeichenlehrer tätig und übernahm 1815 das Amt eines Zeichenlehrers an der Ritter- und Domschule in Reval. 1850 wurde er pensioniert und lebte seit jener Zeit auf dem seiner verheirateten Tochter gehörenden Gute Kay. Die Mehrzahl seiner Arbeiten gehört in das Gebiet der religiösen Malerei (Altargemälde in Reval, in Arensburg auf Oesel und in Ampel). Doch hat er auch einige Porträts gemalt und einige Zeichnungen zur lithographischen Vervielfältigung geliefert, wie die Ruinen der Olaikirche zu Reval nach dem Brande von 1820, ein Porträt Ifflands 1821. Ein Porträt Luthers (fälschlich angegeben nach Dürer statt nach Cranach) u. a.

Inland 1836 S. 465; 1837 S. 12 u. 14; 1838 S. 630; 1847 S. 354, 1850 S. 459 u. 521; 1857 S. 315. — Rigasche Stadtbl. 1820 S. 291; 1836 S. 261; 1859 S. 159. — Dörptische Beiträge I S. 206/7.

Weckler, Georg. Mosaikmaler. Geb. 1800 in Riga (in den Akten der Petersburger Akademie wird er als Kurländer bezeichnet). Gest. nach 1842, erregte durch sein in Mosaik ausgeführtes Bild „der verlorene Sohn“ (1821) die Aufmerksamkeit der Kaiserin Elisabeth und wurde auf Befehl des Kaisers Nikolaus für andere von ihm ausgeführte Arbeiten der Akademie als „Mosaikmeister“ zugezählt. 1834 erhielt er ein Reisestipendium, um sich in Italien weiterzubilden. Für die von ihm in Mosaik ausgeführte Transfiguration Raffaels verlieh ihm der Papst eine goldene Medaille und der Kaiser ein Geschenk von 25.000 Rbl. sowie eine Pension. 1838 wurde er zum Akademiker befördert und ihm 1842 die Leitung der Anstalt zur Ausführung der Mosaiken für die Isaakskirche in Petersburg übertragen. Ausser den genannten Arbeiten sind von ihm bekannt Reproduktionen nach Paulus Potter und nach Hondekoeter, sowie die Mosaiken im Schlosse Jelagin und in der Isaakskirche.

Wedekind (Wendekin), Johann Heinrich. Porträtmaler aus der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts, lebte vermutlich anfangs in Reval, später in Narva, wo Kaiser Peter I. bei ihm mehrere Porträts bestellte. Seit 1720 ist er in Petersburg ansässig und wird vielfach vom Hofe beschäftigt. Die Kaiserin Anna Iwanowna liess ihm 100 Rbl. für vier Porträts von Personen der Kaiserlichen Familie auszahlen. Die Akademie der Wissenschaften zahlte ihm 12 Rbl. für ein Porträt Peters I. und bestimmte ihm auf sein Versprechen auch die anderen Herrscher zu malen, für jedes Bild 12 Rbl. Im Hause der Schwarzhäupter in Riga befindet sich eines seiner frühesten Bilder, ein Reiterporträt Karls XII. von Schweden mit der Unterschrift: I. H. Wendekin, Rigae pinxit, habitans Revaliae.

A. D. Rowinsky. Подробн. словарь русск. гравир. портренвъ IV. S. 634.

Weizenberg, August. Bildhauer. Geb. 25. März 1837 auf dem Gute Erastfer in Estland, erlernte das Tischlerhandwerk und zog 1862 zu weiterer Ausbildung in seinem Fach nach Deutschland, arbeitete kurze Zeit in Frankfurt a. M. und ging dann nach Berlin, wo er neben der Tischlerei sich mit Holzschnitzerei beschäftigte und sich im Zeichnen übte. Sein entschiedenes Talent verschaffte ihm schliesslich Zutritt zur Akademie daselbst, doch war er gezwungen, sich seinen Unterhalt als Handwerker zu erwerben. Eine kleine Unterstützung aus dem Villeboisschen Legat gab ihm die Möglichkeit, seine Studien auf der Petersburger Akademie und von 1870–73 auf der Münchener Akademie fortzusetzen. Nach einem vorübergehenden Aufenthalt in Wien begab er sich nach Rom, wo er sich bis zum Jahre 1890 aufhielt. Seit jener Zeit lebt er wieder in Petersburg. Die Zahl seiner Arbeiten ist recht gross. Das städt. Mus. in Riga besitzt von ihm die Büste des Afrikareisenden Dr. Schweinfurth, eine Barrabasbüste und die Figur der Ämarik (estn.-Abendröte) in Marmor. Andere seiner Arbeiten in Reval, wie die Lindanisse, der gefesselte Christus u. a.

Rigasche Ztg. 1868 Nº 169; 1881 Nº 207 u. 213; 1887 Nº 161. — Ztg. f. Stadt u. Land 1876 Nº 234; 1880 Nº 223 — Düna-Ztg. 1896 Nº 285. — Rigaer Montagsblatt 1878 Nº 28. — Neue Ztg. f. Stadt u. Land 1878 Nº 166. — Mitausche Ztg. 1897, 12. April. — L. Goertz: Sitzgsber. der Gelehrt. estn. Gesellsch. 1897 S. 100 ff. — W. Neumann, Balt. Maler und Bildhauer des 19. Jahrh. S. 88–90.

Wenig, Karl Gottlieb. Maler. Geb. 14. Februar 1830 in Reval; gest. 1902 in Petersburg. Sohn des Musikers und Organisten der Nikolaikirche Gottl. Friedr. W. Schüler der Petersburger Akademie von 1844–53 und des Prof. Bruni. Als Pensionär der Akademie ging er auf sechs Jahre nach Italien, wurde 1860 Akademiker, 1869 Adjunktprofessor und 1888 ord. Professor an der Petersburger Kunstakademie. Von ihm im Rumjänzew-Museum in Moskau: Die Engel verkünden Lot den Untergang der Stadt Sodom, 1862. — Kreuzigung, in der Nikolaikirche zu Reval. — Iwan der Grausame und seine Amme, in der Sammlung der Akademie zu Petersburg (Abb. in наши художники I S. 77). — Die Eroberung von Kasan — Lachendes russisches Mädchen, im Museum Alexanders III. in Petersburg.

W. Neumann, Balt. Maler und Bildhauer des 19. Jahrh. S. 108–111.

Wenig, Johann Gottfried. Maler. Geb. 18. Juli 1835 in Reval, Bruder des [Vorigen]; gest. in Petersburg, besuchte wie sein Bruder die Petersburger Akademie und wurde 1863 zum Künstler II. Grades befördert, nachdem er bereits im September 1860 für sein Konkurrenzbild die kleine gold. Med. erhalten hatte und zur Konkurrenz auf den Rompreis zugelassen war. Offenbar in der Absicht den Zudrang zu den Konkurrenzen auf die gr. gold. Medaille abzuschwächen, waren seine Arbeit und die Arbeiten mehrerer seiner Studiengenossen nur mit einer Geldprämie ausgezeichnet worden. Ein von den jungen Künstlern erhobener energischer Protest hatte nur deren Relegierung zur Folge. Von ihm ausser mehreren Porträts: Olympische Spiele, 1860 gem. — Die Grossfürstin Sophie Witowna entreisst dem Fürsten Wasili den Gürtel auf der Hochzeit Wasili II. — Zar Peter und der Zarewitsch Joan werden von ihrer Mutter den Strelitzen gezeigt.

Наши художники I. S. 77. — W. Neumann, Balt. Maler u. Bildh. d. 19. Jahrh. S. 111.

Werner, Heinrich, der Jüngere. Maler, lebte in Reval gegen Ende des 17. Jahrh. Er kam aus England zurück, malte in Reval „Conterfeyten und Stücke,“ wofür er 1697 vom Maleramt als Bönhase verklagt wurde.

Revaler Stadtarchiv, Beschwerdeschriften, Archiv-Kat. B. f. VI. 33.

Wichmann, Daniel Ernst. Baumeister, wurde am 28. Oktober 1698 als Rigascher Stadtbau-, Kunst- und Strommeister vereidigt. 1714 machte er Aufnahmen sämtlicher am Wall zwischen der ehemaligen Sandpforte und dem Riesing belegenen Häuser.

Wieder, (Wider) Wilhelm. Maler. Geb. 16. Februar 1818 in Stepnitz (Pommern); gest. 15. Oktober 1884 in Berlin, war Schüler von I. S. Otto in Berlin. Er lebte in England, Frankreich und Belgien und hielt sich 24 Jahre in Rom auf. 1845 kam er nach Livland, wo er drei Jahre verbrachte. Seit 1873 lebte er in Berlin. Sein Porträt, von Alex. Kotzebue gezeichnet, befindet sich in Revalschem Privatbesitz. Hier lassen sich von ihm folgende Arbeiten nachweisen: Strand bei Reval. — Aussicht von der hölzernen Brücke in Dorpat bei Abendbeleuchtung. — Portr. des Hofrats Amadeus Buraschi; lith. v. [F. Schlater], 1845. — Portr. des Oberpastors Bienemann; lith. v. [F. Schlater], 1846, gr. fol. — Portr. des Landrats Reinh. Joh. Ludw. v. Samson-Himmelstjerna; lith. von [F. Deutsch]. — Portr. des Dr. med. G. Krümmer; lith. v. [F. Schlater], kl. fol. — Portr. des Pastors zu Wolmar Ferd. Walter; lith. von [F. Schlater], fol. — Portr. des Landrats Carl Axel Baron Bruiningk. (Kopie im Dommus. Riga).

Inland 1845 S. 460, 813; 1846 S. 104. — Deutsches Kunstblatt 1856 S. 185; 1857 S. 150.

Winberg, Adolf. Architekt. Geb. 1816 in Petersburg; gest. 26. Mai 1895 in Mitau, besuchte die Bauschule in Petersburg und wurde 1846 Gehilfe des Gouvernementsarchitekten in Mitau, 1851 Gouvernementsarchitekt und 1879 auch Gouvernementsingenieur. 1893 verabschiedet. Von ihm die Villa Todleben bei Doblen und das Schloss Fockenhof des Fürsten Lieven.

Inland 1846 Nº 39; 1851 S. 523; 1855 S. 218; 1851 S. 410. — Kurl. Gouvernements Ztg. 1875 Nº 50. — Ztg. f. Stadt und Land 1879 Nº 61. — Mitausche Ztg. 1895 Nº 42.

Winkler, Karl Alexander v. Landschaftsmaler. Geb. 6. Juli 1860 in Reval, studierte Philologie an der Universität Dorpat und hörte daneben die Vorlesungen über Kunst von Prof. Löschke. 1889 wurde er Schüler des Prof. Herm. Eschke in Berlin und arbeitete dann unter George Wach in Lausanne, unter dessen Leitung er sich der Aquarellmalerei zuwandte. Mehrfache Studienreisen nach Schweden, Norwegen, Deutschland und Italien boten W. den Stoff zu seinen stimmungsvollen Aquarellen. Im städtischen Mus. zu Riga von ihm eine Ansicht des Marcellustheaters in Rom nach dem Regen.

W. Neumann, Balt. Maler und Kupferstecher des 19. Jahrh. S. 168–169.

Wippermann, Johann Peter. Theatermaler. Geb. 1775; gest. im April 1817 in Riga, kam 1809 an das Rigasche Stadttheater als Dekorationsmaler, trat gelegentlich auch als Schauspieler auf. Gerühmt wurde seine Dekoration zur Oper Titus.

Kurl. Provinzialblatt 1810 Nº 1 S. 7. — Rigasche Stadtbl. 1817 S. 144. — Rigaer Theater- und Tonkünstler-Lexikon 1890 S. 267.

Wistinghausen, Alexandrine v. Landschaftsmalerin. Geb. 1850 in Reval, studierte unter Prof. [v. Klever] in Petersburg und war dann Schülerin von O. de Champeaure in Paris. Von ihr: Reval bei Abendstimmung. — Motiv aus der Umgegend von Paris. — Parkmotiv aus Paris. — Marine aus Venedig. — Motiv aus Nervi. — Waldmotiv aus Fontainebleau u. a.

Witte, Johann de. Architekt. Geb. 17/29. Oktober 1790 in Riga; gest. im August 1854 in Charkow, erhielt seine Ausbildung in der Ingenieurschule und in der Akademie in Petersburg, nahm am Kriege von 1812 teil, baute das Militärhospital in Riga, leitete den Umbau des (Ordens) Schlosses daselbst, baute die luth. Kirche zu Windau und erwarb sich grosses Verdienst durch die Errichtung des Badeorts Kemmern.

Allgem. Künstlerlexikon v. H. W. Singer unter De Witte I S. 340.

Wrangel, Baronesse Helene v. Malerin. Geb. 21. Juni 1837 in Nowgorod als Tochter des Generals der Kavallerie Baron Karl v. W. aus dem Hause Tolks, gest. 3. November 1906 in Petersburg, erhielt den ersten Kunstunterricht im elterlichen Hause und den ersten Malunterricht von dem Akademiker Sherwood in Moskau. In Petersburg arbeitete sie unter Premazzi und Schistjakow. 1870 verlieh ihr die Akademie den Rang eines freien Künstlers und ernannte sie 1874 zum freien Mitglied. Ihre Darstellungen bewegen sich grösstenteils in der Schilderung des bäuerlichen und des Tierlebens. Das städt. Museum zu Riga besitzt von ihr: Pferde auf einer Waldweide; Unterricht im Pflügen (kam 1884 in kaiserl. Besitz).

Wrangel, Baron Nils (Nikolaus) Wilhelm v. Maler. Geb. 28. Juli 1800; gest. 1870 in München, trat 1822 als Kornet in das Warschauer Gardehusarenregiment, nahm aber schon nach fünf Jahren seinen Abschied, um sich der Kunst zu widmen. Im Oktober 1828 trat er in die Dresdner Akademie, besuchte dann München, Rom und Neapel und liess sich 1836 in Petersburg nieder. 1857 waren auf einer Ausstellung in Reval von ihm ein Selbstbildnis, ein Zimmerinterieur und zwei Nachtbilder.

Inland 1837 S. 14; 1857 S. 316.