Mai pflanzen,

noch jetzt hie und da im Gebrauch. Wie es in Limburg und Brabant, berichtet Dautzenberg in J. W. Wolf, Zeitschrift für deutsche Mythologie 1, 175. »Der erste Mai wird durch die bekannten Maien gefeiert, die allen Mädchen von unbescholtenem Ruf von ihren Geliebten vor die Fenster gepflanzt werden. Diejenige, deren Ruf nicht ganz rein ist, erhält einen Strohmann. Auch tanzt man während der Dauer des Monats Abends um Maibäume, die mit buntem Papier und Flittergold verziert sind.” Eine uralte Sitte—darauf beziehen sich auch die geistlichen Mailieder Hor. belg. 10, Nr. 104—106.— Nr. 63, 3:

Ic wil den mei gaen houen

voor mijns liefs vensterkijn

ende segghen: lief, wilt comen

voor uw clein vensterken staen,

ontfaet den mei met bloemen,

hi is so schone ghedaen.

Nr. 84, 1. (so auch 85, 1.):

ontwect u, soete lief,

wilt door uw venster comen,

staet op, lief, wilt ontfaen

den mei met sinen bloemen.

Auch in der Kunstpoesie; Antw. LB. 120, 3:

ontfaet den mei die lustich spruit,

ic wil hem u schenken tot uwer eren.

Antw. LB. Nr. 27, 6:

neemt desen mei in danke seer coragieus.

Antw. LB. Nr. 76, 1:

Hier sijn drie lichtgheladen,

wi brenghen u den mei,

den mei met sinen bladen,

neemt dankelic ons int rei,

ter eren van schone vrouwen

brenghen wi des meis engien.

Het ierste musyck boexken mit vier partyen Tenor (Antw., Tileman Susato 1551) Nr. 13:

Int midden van den meie

laet ons vreucht orboren.

al aen gheen groene heide

heb ic een lief uitvercoren,

noit schoonder en was gheboren.

die mei wil ic haer gaen planten

mit dicht, mit spel, mit sanc soet,

mit hulpe van Venus clanten,

neemt alderschoonste lief toch in danc goet,

uw liefde mi seer in bedwanc doet.

Sogar die Schäferpoesie nahm das volksthümliche Maipflanzen auf, Willems Nr. 176:

maer ziet daer ginder veer eens weer,

de herders hebben een mei geplant,

om met hun liefsten schoon ydoon

te dansen minnelyk hand aen hand.

Der Mai ist auch in den niederländischen Volksliedern die Zeit der Freude und Liebe. Darum beginnen so viele Lieder mit dem Preise des Mais. Nr. 137, 1:

De mei, de mei, de mei,

de ghenoechlike tijt!

Nr. 95, 1:

Die mei is so ghenoechliken tijt!

het spruiten ghelu bloemkens aen der heiden.

Oudt Amst. und Haerl. LB.:

Te mei als alle de voghelkens singhen,

de bloemkens uit der aerde springhen.

U. s. w.