Andre deutsche Epen (Luise von Voss, Messias von Klopstock) zur Vergleichung.
S. [139]. Ueber Vossens Luise vgl. noch Gedanken über Goethe S. 228.
Andre Urteile Niebuhrs zitiert Hehn in den Gedanken über Goethe S. 103. 132.
Goethe schreibt an Schiller am 28. Februar 1798: »Mein Gedicht scheint, wie ich aus diesen Nachrichten sehe, Voss nicht so wohlthätig als mir das seine. Ich bin mir noch recht gut des reinen Enthusiasmus bewusst, mit dem ich den Pfarrer von Grünau aufnahm, als er sich zuerst im Merkur sehen lies, wie oft ich ihn vorlas, so dass ich einen grossen Teil davon noch auswendig weiss, und ich habe mich sehr gut dabei befunden, denn diese Freude ist am Ende doch produktiv bei mir geworden, sie hat mich in diese Gattung gelockt, den Hermann erzeugt, und wer weiss was noch daraus entstehen kann. Dass Voss dagegen mein Gedicht nur se defendendo geniesst, thut mir sehr leid für ihn. Denn was ist dann an unserm ganzen bisschen Poesie, wenn es uns nicht belebt und uns für alles und jedes, was gethan wird, empfänglich macht? Wollte Gott, ich könnte wieder von vorn anfangen und alle meine Arbeiten als ausgetretene Kinderschuhe hinter mir lassen und was Besseres machen« (Briefwechsel zwischen Schiller und Goethe Band 2, S. 51 Spemann).
S. [140]. Schiller, Sämtliche Schriften Band 10, S. 489 Anmerkung Goedeke.
Vossens Brief an Gleim in seinen Briefen Band 2, S. 339; ebenda S. 340 Anmerkung steht Gleims oben zitiertes Gedicht.
S. [143]. »Die Ehrbarkeit und die theologische Dogmatik, das gestalt- und inhaltlose Kraftgefühl, der Schwung in die Leere des Erhabenen, die Spannung zwischen Geist und Sinn, die Versenkung in dunkle Zusammenklänge, die grübelnde Gewaltsamkeit gegen die Sprache, die Thränen der Schwermut um nichts, der persönliche Ernst statt der offenen Hingabe an Welt und Leben, dies waren die Eigenschaften, die das sächsische Deutschland an dem Sänger des Messias und der Oden entzückten und ihm begeisterte Jünger zuführten«, Gedanken über Goethe S. 11; vgl. auch daselbst S. 61.
S. [146]. Goethes Gedicht »Die Kränze« steht in den Werken Band 2, S. 136 Weimarische Ausgabe; Anmerkungen dazu in Goethes Gedichten Band 1, S. 400 Loeper.
Schlegels Ausspruch über Vossens Luise steht im Athenäum 1798 (Gedanken über Goethe S. 229).
Jena, 20. Juli 1893.
Albert Leitzmann.