Fußnoten

[1] Wie z. B. unsere deutschen Liederkränze, Singakademien, Musikfeste erst nach dem Tode unserer Mozart und Beethoven ihre volle Ausbildung erlangt haben.

[2] Das bekannte Werk von MacCulloch The literature of political economy (1845) ist am Ende weiter Nichts, als ein für England ziemlich reichhaltiger, aber ziemlich übel nach Fächern geordneter Bücherkatalog, welchen der Herausgeber mit mehr oder weniger treffenden Randbemerkungen versehen hat. Diejenigen Schriftsteller, welche mehrere Werke geschrieben haben, sind durch das ganze Buch zerstückelt: Josiah Tucker z. B. muss aus 11 verschiedenen Orten zusammengelesen werden. Wie ist da eine historische Charakteristik, auch nur des Einzelnen, geschweige denn ganzer Perioden und Richtungen möglich? Vgl. meine Recension in den Göttinger Gelehrten Anzeigen 1846, Stück 163 fg.

[3] Libellus vere aureus, nec minus salutaris quam festivus de optimo reipublicae statu deque nova insula Utopia. (Lovan. 1516. 4.) Ich citiere nach der Cölner Ausgabe in 12. von 1555.

[4] Ob nicht schon der Aufruhr der Londoner Handwerker von 1517, den Morus selbst, als gewesener Unter-Sheriff, in nächster Nähe beobachten konnte, zu dieser Sinnesänderung beigetragen hat?

[5] Sir F. M. Eden State of the poor I, 112.

[6] Mit welchen die gleichzeitigen Schriften des berühmten Fitzherbert, Richters der Common pleas unter Heinrich VIII., zusammenhängen: Book of husbandry, und Book of surveying.

[7] In der That wurde 1533 ein Gesetz gegeben (25 Henry VIII. cap. 13), dass keine Schafheerde über 2000 Stück halten sollte. Der Eingang dieses Gesetzes versichert, dass einzelne Eigenthümer bis 24000 Stück besässen.

[8] Die Hauptschwierigkeit aller socialistischen Weltverbesserer!

[9] Die Empfehlung des Selbstmordes für unheilbar Kranke (p. 148) erinnert gleichfalls an heidnische Ideen.

[10] Es klingt in der That grässlich, wenn Harrison Description of Britain p. 186 behauptet, dass Heinrich VIII. insgesammt 72000 grosse und kleine Diebe mit dem Tode bestraft habe. Unter Elisabeth seien doch alljährlich 3–400 »vom Galgen gefressen worden.«

[11] Das vorliegende Kapitel kann leider nicht viel mehr sein, als ein Lückenbüsser, weil die wichtigsten Quellen weder in Leipzig und Dresden, noch in Berlin und Göttingen aufzutreiben waren. Ich habe mich desshalb mit den Auszügen, welche neuere englische Schriftsteller mittheilen, begnügen müssen.

[12] J. Law Money and trade considered, p. 129. (Glasgow 1750.)

[13] Vgl. Sir J. Steuart Principles of political economy. B. II, Ch. 3. Ganz vornehmlich aber J. Helferich Von den periodischen Schwankungen im Werth der edlen Metalle, S. 65–76: eine höchst schätzbare Arbeit.

[14] G. R. Carli Della moneta: Scrittori classici econom. XIII, p. 327 ff.

[15] Sermons (edit. 1575), p. 31 ff. Vgl. Sir F. M. Eden State of the poor I, 93. W. Jacob An historical inquiry into the production and consumtion of precious metals: II, Ch. 19.

[16] A. Young Political arithmetic: B. I, Ch. 8.

[17] S. die Table of prices im dritten Bande von Sir F. M. Eden State of the poor. Da Eden keine Bürgschaft leistet, dass die von ihm erwähnten Preise Durchschnittspreise gewesen, so ist diese Quelle mit Vorsicht zu gebrauchen, und die Abweichung von A. Young darf Niemand befremden.

[18] Wo ich aber die grosse Hungersnoth von 1523 weggelassen habe.

[19] Vgl. 1 et 2 Phil. et Mary, c. 5. 1 Elizab., c. 11. 5 Eliz. 35 Eliz., c. 7. 1 James I, c. 25.

[20] Wie denn auch A. Smith (Wealth of nations, B. I, Ch. 11) die sinkende Bewegung der Geldpreise von 1570 bis 1640 datirt. Er stützt sich dabei vorzüglich auf die von Fleetwood berechneten Durchschnittspreise des Quarters Weizen, die zwischen 1499 und 1560 = 10 S. 5/12 D., zwischen 1561 und 1601 dagegen 2 Pfd. 7 S. 5 1/3 D. betragen.

[21] Ein Buchhändler, welcher die Schrift 1751 neu auflegte, ergänzte die Buchstaben W. S., ohne weitere Auctorität, vielleicht nur, um den Absatz zu verbessern, mit dem grossen Namen William Shakespeares. Der Dichter wäre indess zur Zeit des ersten Erscheinens 17 Jahre alt gewesen, und ein so reifes, beobachtungsreiches Werk schreibt wohl Niemand in solchem Alter. Vgl. Farmer On the learning of Shakespeare. — Ausführliche Excerpte des Stafford'schen Buches findet man bei J. Smith Memoirs of wool, or Chronicon rusticum-commerciale (London 1747). A. Young Political arithmetic B. I, Ch. 8. Sir F. M. Eden State of the poor I, p. 89. 109. 119. W. Jacob l. l. II, Ch. 20. Wie wenig das Original selbst in England verbreitet ist, beweiset der Umstand, dass A. Young seine Mittheilungen aus J. Smith ausschreibt.

[22] Die Form des Gespräches war in jener dramatischen Zeit sehr beliebt; ich erinnere an die berühmte Schmähschrift gegen Leicester: A dialogue between a scholar, gentleman and lawyer. 1584.

[23] Nach Humes treffender Bemerkung hängt diese Zunahme der Inclosures ganz wesentlich mit der Abnahme der alten Lehnsheere zusammen.

[24] Uebrigens ist es bekannt genug, dass die englischen Mittelklassen, sowohl die landbauende, als die gewerbetreibende, während der grossen Preisrevolution und mit Hülfe derselben erst rechte Wurzel gefasst haben: auf Kosten einerseits der Handarbeiter, andererseits der Grundeigenthümer und Gläubiger. Vgl. Harrison Description of Britain, passim. Sir F. M. Eden State of the poor I, 119 ff. W. Jacob l. c. II, Ch. 20. Die Klagen des Mittelstandes müssen daher grossentheils auf die Unart der meisten Menschen zurückgeführt werden, mit welcher sie jeden Gewinn, als sich von selbst verstehend, hinnehmen, jeden Verlust aber laut bejammern.

[25] Nach der ausdrücklichen Versicherung von J. Smith.

[26] Das Verdienst jener Erklärung, die uns so nahe zu liegen scheint, lässt sich am besten abmessen nach dem Grade ihrer Neuheit und Seltenheit in damaliger Zeit. Wie die gebildeteren Klassen Englands über die Ursache der Preisrevolution urtheilten, haben wir eben gesehen. Das gemeine Volk, das sicher am härtesten litt, schrieb die Theuerung nicht selten der Aufhebung der Klöster zu. Vgl. Percy Reliques of ancient poetry (4 edit.) II, 296. In Spanien stimmten Regierung und Cortes dahin überein, dass die Habsucht der Gewerbetreibenden alle Schuld trage. Aus diesem Grunde verbot man (zwischen 1550 und 1560) die Ausfuhr des Korns, Viehes, Leders, der Seide und anderer Waaren. Man suchte ferner den Kleinhandel in seiner vermittelnden Stellung zwischen Grosshändler und Consument zu vernichten, um dadurch die Preise wohlfeiler zu machen (Leop. Ranke Fürsten und Völker I, 400 ff.). In Deutschland glaubte man, wie das Sinken der Geldpreise begann, das factische Monopol der grossen, oft sogar verbundenen Handlungshäuser sei die Ursache. Die zahlten z. B. dem portugiesischen Könige mehr für seine Gewürze u. s. w., als er ihnen abforderte; nur müsste er dagegen versprechen, andere Deutsche noch mehr zu übertheuern! Um desshalb die Concurrenz der kleinen Kaufleute zu verstärken, verbot der Reichstag 1522 jede Compagnie, die über 50000 Gulden Kapital besässe (Leop. Ranke Geschichte Deutschlands im Zeitalter der Reformation II, 42 ff. 134 ff.). Dagegen hat der französische Theoretiker, Jean Bodin, den wahren Grund der grossen Preiserschütterung richtig erkannt. Dieser schrieb nämlich [und zwar jedenfalls vor 1584; denn in diesem Jahre erschien das berühmte Buch De republica, in welchem Bodinus der uns hier interessierenden Schrift bereits Erwähnung thut: Lib. VI, p. 1028 (ed. 7). Der Discours sur les causes de l'extrème cherté, qui est aujourdhuy en France, welcher 1574 erschien, und neuerdings in Cimber et Danjou Archives curieuses de l'histoire de France (Serie I, Tom. VI.) wieder abgedruckt ist, kann als eine erste, obschon in mancher Hinsicht unvollkommene Ausgabe der Responsio ad paradoxa betrachtet werden] eine Responsio ad paradoxa Malestretti de caritate rerum eiusque remediis, worin er zuvörderst die Behauptung Malestroits widerlegt, als wenn die Waaren gegen frühere Jahrhunderte nicht theuerer geworden wären. Als Gründe der Theuerung giebt er fünf an: die vielen Monopolien der Kaufleute und Gewerbetreibenden; die starke Ausfuhr nach Spanien und Italien; die Laune der Fürsten, welche den Gegenständen ihres Gefallens auch in der Volksmeinung einen höhern Werth verschafft; den hochgestiegenen Luxus; ganz besonders aber die so stark vermehrte Quantität des Goldes und Silbers. Er sucht diesen letzten Grund aus der Entdeckung des Seeweges nach Ostindien, der Eroberung Amerikas durch die Spanier, dem Aufblühen des französischen Handels, den vielen Auswanderungen französischer Arbeiter, die alsdann mit Geld wieder heimkehren, der Gründung der Lyoneser Bank u. dgl. m. zu erklären: versichert indessen ausdrücklich, dass er der Erste sei, welcher die vermehrte Gold- und Silbermenge als eine Ursache der allgemeinen Waarentheuerung aufstelle. S. p. 33.

[27] Wealth of nations: Book IV, Chap. 7, Part 1.

[28] S. meine Untersuchungen über das Kolonialwesen, erste Abhandlung, S. 30. (Im Archiv der politischen Oekonomie, Neue Folge, Bd. VI.)

[29] Wie sehr übrigens die englische Kolonialpolitik schon im ersten Keime von der spanischen verschieden war, erhellt aus dem Charter, womit Heinrich VII., einer der klügsten, zugleich nüchternsten Herrscher seiner Zeit, 1502 eine Gesellschaft von Bristoler Kaufleuten und portugiesischen Seefahrern zur Vornahme von Entdeckungsreisen privilegierte. Da heisst es Art. 2 ausdrücklich, dass sich in den neu entdeckten Ländern Männer und Weiber aus England frei sollen ansiedeln können; weiterhin aber, dass der Verkehr mit den Kolonien auf englische Unterthanen beschränkt bleiben müsse. (Rymer Foedera XIII, 37.) Vgl. meine Untersuchungen u. s. w., dritte Abhandlung, S. 266. (Archiv, N. F., Bd. VII.)

[30] R. Hackluyt Voyages, navigations, traffiques and discoveries of the English nation (1600), Vol. III, p. 22 ff.

[31] Auch in den höheren Ständen wurde die Uebervölkerung sehr lebhaft gefühlt. Man schreibt die vielen Unruhen seit 1571 namentlich mit der grossen Menge von aussichtslosen jüngeren Söhnen vornehmer Familien zu: vgl. Hume Chap. 40

[32] Hackluyt III, 152 ff. Die Redaction ist von einem Gefährten Gilberts verfasst.

[33] Zu diesen gediegenen Ansichten steht der leidenschaftliche Eifer, womit Gilbert im Parliamente von 1571 das Kron-Monopolienrecht vertheidigte, freilich in einem sonderbaren Contraste.

[34] Hackluyt III, p. 45 ff.

[35] Hackluyt III, p. 165 ff.

[36] Hackluyt III, p. 182 ff.

[37] Abgedruckt in dem grossen Werke von Sam. Purchas Pilgrims (1625), Vol. IV, p. 1809 ff. Hiermit sollte die, im Jahre 1587 verfasste, Schrift von THOMAS HARIOT verglichen werden: A briefe and true report of the new found land of Virginia, of the commodities there found and to be raised, as well merchantable as others. (Hackluyt III, p. 266 ff.) Dieser Hariot, einer der ersten Mathematiker seiner Zeit, war von Raleigh der Expedition beigegeben, welche 1585 unter Leitung von Ralph Lane die Kolonisierung Virginiens ernstlich versuchte. Seine Aufgabe bestand darin, das Land wissenschaftlich zu untersuchen; und er hat die Ergebnisse einjähriger Forschung an Ort und Stelle in der angeführten Schrift, gewiss einer der frühesten statistischen Uebersichten, musterhaft veröffentlicht. Die Gesichtspunkte sind wesentlich dieselben, wie bei Peckham, Carleill, Hackluyt u. A. Es werden die Producte Virginiens mit grosser Vollständigkeit aufgeführt: zuerst die für den Handel geeigneten; sodann diejenigen, welche zur Nahrung der Kolonisten brauchbar sind; zuletzt die Baumaterialien u. s. w. Eine vortreffliche Schilderung der Eingebornen, sowie des Klimas u. s. w. in gesundheitlicher Beziehung, macht den Schluss. Das Scheitern der Unternehmung, deren einziger praktischer Erfolg in der Einführung der Tabakspflanze nach Europa bestand, wird von Hariot der Unwissenheit und Bequemlichkeit, sowie zum Theil auch dem blinden Golddurste der Kolonisten zugeschrieben. Nach alle Diesem bildet sein Bericht im Inhalte keinen Gegensatz zu dem Virginias Verger, desto mehr im Tone, welcher dort im höchsten Grade nüchtern und streng wissenschaftlich, hier aber phantastisch und puritanisch-religiös ist. Man kann den Unterschied der Elisabeth-Shakespeare'schen Zeit und der einbrechenden puritanisch-revolutionären Periode nicht deutlicher markieren.

[38] Ich benutze die Oxforder Ausgabe der Works in acht Bänden: 1829. Vgl. die gediegene kritische Abhandlung über Raleighs Leben im Edinburgh Review, Vol. LXXI.

[39] Works VIII, 351 ff. Diese Schrift ist zuerst im Jahre 1603, und dann wieder kurz vor Raleighs Hinrichtung Jacob I. vorgelegt worden (Preface), und die gewöhnliche Ansicht schreibt sie Raleigh selber zu: so z. B. Anderson a. 1603. Auf der andern Seite behauptet J. Smith, Memoirs of wool I, p. 144, sie rühre von einem Londoner Alderman, Namens Cockaigne, her. Raleigh selber scheint die letztere Ansicht zu begünstigen; denn in einer unzweifelhaft ächten Schrift: A discourse of the invention of ships etc. (Works VIII, p. 333) nennt er den Verfasser a gentleman to me unknown; but so far as I can judge he has many things very considerable in that short treatise of his, yea both considerable and praiseworthy. Und in dem Widmungschreiben, womit er die zweite Ueberreichung an Jacob I. begleitet, um die, vermuthlich vergessene, Schrift in neue dringende Erinnerung zu bringen, nennt er sie a book of extraordinary importance for the honour and profit of your majesty and posterity. Ob nun die Anonymität eine blosse Maske gewesen ist, wage ich nicht zu behaupten; jedenfalls aber können wir nach den obigen Aeusserungen den Hauptinhalt dieser Schrift als von Raleigh gebilligt ansehen.

[40] Vgl. unten S. 47.

[41] On the seat of government: Works VIII, p. 539.

[42] The discovery of Guiana, Pref. to the reader.

[43] History of the world, B. I, Ch. 8. §. 4.

[44] A discours of war in general: Works VIII, p. 257 ff.

[45] History of the world, B. V, Ch. 2, §. 4. Ohne Zweifel ein Anklang aus Aristoteles Politik!

[46] Edinburgh Review, l. l., p. 72.

[47] Edinburgh Review p. 40. Vgl. jedoch unten S. 41, Anm. 1.

[48] Eine so massenhafte, fast schulmässige Verbreitung der richtigen Ansicht vom Wesen des Reichthums, wie sie im vorstehenden Kapitel geschildert ist, suchen wir bei den meisten anderen Völkern jener Zeit vergebens. Sporadisch jedoch lässt sie sich allerdings auch ausserhalb Englands nachweisen. Ich erinnere an Sully. Aber selbst in Spanien urtheilte um 1640 Diego Saavedra Faxardo Idea principis christiani, centum symbolis expressa (Amstelod. 1665), p. 590: Potissimae divitiae ac opes terrae fructus sunt: nec ditiores in regnis fodinae, quam agricultura. Plus emolumenti acclivia montis Vesuvii latera afferunt, quam Potosus mons cum intimis suis visceribus, licet argentiferis.

[49] Zuerst in englischer Sprache 1605 erschienen.

[50] Vgl. Sermones fideles, Cap. 29.

[51] Einen höchst merkwürdigen Beitrag hierzu hat Bacon selbst geliefert: De sapientia veterum, Cap. 19; wo er die Dädalossage mit dem glücklichsten Scharfsinne als eine Allegorie der regelmässigen Entwickelung von Kunst und Gewerbfleiss behandelt. Diess Buch ist 1610 erschienen.

[52] Novum Organon I, 4. (1620.)

[53] Descriptio globi intellectualis, Cap. 2.

[54] Sermones fideles, Cap. 34 und 28. Der erste Theil dieses Buches ist bekanntlich schon 1597 erschienen.

[55] Sermones fideles, Cap. 15 (De seditionibus et turbis.) Freilich ist der vulgäre Irrthum, als könne jedes Land im Handel nur soviel gewinnen, wie irgend ein anderes verloren habe, soviel ich weiss, erst durch J. Tucker Tracts on political and commercial subjects (1776), p. 42 ff. recht beseitigt worden.

[56] Historia regni Henrici VII, p. 1038. (Edit. Lips. 1694.) Zum Theil mit denselben Worten: De dign. et augm. scientiarum VIII, 3 und Sermones Cap. 29 gepriesen. Die Historia ist 1622 erschienen.

[57] Die z. B. in Frankreich erst unter Ludwig XV thatsächlich ausser Uebung kamen.

[58] Sermones Cap. 15. 29. Sorti reipublicae nihil addunt, heisst es in der erstern Stelle: also ein Vorläufer der spätern physiokratischen Ansicht von den unfruchtbaren Klassen.

[59] Salmasius De usuris ist 1638 erschienen, De modo usurarum 1639, De mutuo 1640.

[60] D. Hume History of England, Ch. 44, App. 3.

[61] Sermones fideles Cap. 34. Den letztern Grund führt schon Dante an, wesshalb die Zinsgläubiger in der Hölle schmachten: Divina Commedia, Inferno XI, 106 ff.

[62] Auch Hugo Grotius (De iure belli et pacis II, 12, 20 sq.) billigt im Grunde das Zinsnehmen; die biblischen Verbote, die er von den Gegenbeweisen allein anerkennt, will er nur für einen solchen Zinsfuss gegeben wissen, welcher das Risico des Darleihers, das eigene Gewinnentbehren desselben, seine Mühe u. s. w. übersteigt. Dagegen meinte Sir Walter Raleigh (The cabinet-council: Works VIII, p. 49.), es sei gerade damals eine Beschränkung des Wuchers um so nothwendiger, weil aus Indien so viel Geld einströme; Menschen, die viel Geld in ihrer Hand haben, werden Wuchergeschäfte, dafern sie gesetzlich erlaubt sind, immer sicherer und einträglicher finden, als andere Handelszweige.

[63] De vicissitudine rerum: Sermones fideles Cap. 56.

[64] Purchas Pilgrims IV, p. 1766. Bancroft History of the U. States I, 161. 340.

[65] Ueber die fruchtlosen Versuche, unter Leitung des Grafen von Essex 1573 in Ireland englische Kolonien zu gründen, und zwar auf confiscierten Ländereien, vgl. Lingard VIII, 150 fg. Ueber den Erfolg der von Bacon angeregten Pläne Jacobs I: Idem IX, 200 ff.

[66] Famous among merchants, wie sein Sohn in der Vorrede des posthumen Werkes sich ausdrückt.

[67] Misselden Circle of commerce, (1623) p. 36.

[68] MacCulloch Literature of political economy, p. 38.

[69] Nach eigenen Aeusserungen des Verfassers in dem posthumen Werke.

[70] Eine ähnliche, obwohl schwächere Vertheidigung des ostindischen Handels (von Sir Dudley Digges) erschien zu London 1615: The defence of trade, in a letter to Sir Thomas Smith, governor of the E. J. Companie etc. From one of that societie.

[71] Bei dieser Gelegenheit möchte ich eine weitergehende Bemerkung nicht unterdrücken. Es ist nämlich die Gunst oder Ungunst der Bilanz von jeder volkswirthschaftlichen Theorie nach demjenigen Momente beurtheilt worden, welches ihr als das für den Volksreichthum wichtigste galt. Also von den Mercantilisten nach der Geldmenge; von Männern, wie Sonnenfels, Forbonnais, Necker, nach der Zahl der beschäftigten und ernährten Menschen; von den heutigen Engländern nach der Productivität der nationalen Arbeit. Während bei diesen letzten die günstige Bilanz nur secundäre Ursache, fast bloss Symptom des grössern Volksreichthums ist, war sie bei den ersten ausschliesslich Ursache desselben.

[72] In demselben Menschenalter hatte auch Lewis Roberts, Verfasser einer damals sehr berühmten Handelsencyklopädie (The merchants mappe of commerce. 1638.), sich für die freie Ausfuhr der edlen Metalle ausgesprochen; in der Schrift: The treasure of trafficke, or a discourse of forraigne trade. 4. London 1641.

[73] Er hat in dieser Hinsicht einen vortrefflichen Kampfgenossen in Sir Robert Cotton, dessen ausgezeichnete Rede wider die beabsichtigte Verschlechterung der Münzen, am 2. September 1626 vor den Lords des Geheimen Rathes gehalten, und mehrmals herausgegeben ist: so 1641, 1651 und 1679: vgl. MacCulloch Literature, p. 155. Es ist ein Ruhm für England, diese hochwichtige Frage theoretisch so früh gelöst zu haben, während z. B. in Italien noch Galiani (Della moneta III, 3) eine sophistische Apologie der Münzverschlechterungen wagen konnte.

[74] Leviathan Cap. I und passim.

[75] Die letztere Schrift 1642, die erstere 1651 erschienen.

[76] Ego huic homini (vel huic coetui) auctoritatem et ius meum regendi meipsum concedo, ea conditione, ut tu quoque tuam auctoritatem et ius tuum tui regendi in eundem transferas. (L. 17; vgl. C. 5.) Die erstaunliche Consequenz, mit welcher Hobbes diesen Grundgedanken ausführt, zeigt sich am klarsten im Inhaltsverzeichnisse von C. 12: Iudicationem boni et mali ad singulos pertinere, seditiosa opinio. Peccare subditos (posse) obediendo principibus suis, seditiosa opinio. Tyrannicidium esse licitum, seditiosa opinio. Subiectos esse legibus civibus etiam eos, qui habent summum imperium, seditiosa opinio. Imperium summum posse dividi, seditiosa opinio. Fidem et sanctitatem non studio et ratione acquiri, sed semper supernaturaliter infundi et inspirari, seditiosa opinio. Civibus singulis esse rerum suarum proprietatem sive dominium absolutum, seditiosa opinio, cett. (Vgl. Leviath. 29.)

[77] Diese Idee ist bekanntlich unter dem langen Parliamente, durch Gründung des englischen Accisesystems, recht praktisch geworden, während es vorher bloss directe Steuern und Zölle gegeben hatte. Da die Accisen nur insofern bedeutenden Ertrag gewähren, als sie von den Consumtionsgegenständen der Mittelklasse erhoben werden, so findet man bei den meisten Völkern, dass sie erst auf einer Kulturstufe entstehen, wo schon ein ansehnlicher Mittelstand gebildet ist.

[78] The Oceana of James Harrington and his other works. The whole collected, methodiz'd and review'd etc. by John Toland. (London 1700.)

[79] Oceana, p. 39 ff. System of politics, p. 497 ff. (Ch. 2. 3.)

[80] The prerogative of popular government, p. 246 ff. (B. I, Ch. 3.)

[81] The prerogative etc., p. 243. 249. (B. I, Ch. 3.)

[82] a. a. O. p. 249. Auch Toland (Life of J. Harrington, p. XVIII) stellt die Entdeckung seines Helden mit derjenigen des Schiesspulvers, der Buchdruckerei, der optischen Gläser u. s. w. zusammen.

[83] The art of lawgiving, p. 388 ff. (B. I, Ch. 2.)

[84] The prerogative of popular government, p. 291. (B. I, Ch. 11.)

[85] The art of lawgiving, p. 392. (B. I, Ch. 3)

[86] Oceana, p. 102 ff.

[87] The prerogative of a popular government, p. 245. (B. I, Ch. 3.)

[88] u. a. O. p. 300 fg. (B. I, Ch. 11.)

[89] Sein Leben ist so wenig bekannt, dass selbst sein grosser Verehrer, Sir J. Child, nur sagt, er scheine ein Landedelmann gewesen zu sein.

[90] Vgl. den Vorwurf von J. Mill History of British India I, 95: dass er den Nutzen des ostindischen Handels absichtlich übertrieben habe.

[91] Land and trade are twins: it cannot be ill with trade, but land will fall, nor ill with land, but trade will feel it. (Pref.)

[92] Von Roger Coke, welcher diess behauptet hatte, s. unten Kapitel VIII.

[93] Es ist darum sehr auffallend, dass ein so kluger Mann, wie Anderson (Historical etc. deduction of commerce II, a. 1670), ihm diese Vorliebe für Holland mehrfach übelnimmt. Auch ist Child entschieden der Hoffnung, dass England seinem Vorbilde recht bald nachkommen werde (p. 43 ff.).

[94] Derselbe Punkt ist nachher besonders von Davenant sehr energisch hervorgehoben: Works I, 448 ff.

[95] Uebrigens hat es damals an intelligenten Vertheidigern des englischen Erstgeburtsrechtes nicht gefehlt. Der berühmte Jurist, Sir Matthew Hale, ist der Ansicht, dass die gleichen Erbtheilungen eine Herabdrückung der ländlichen Familien unter das Mass wahrer Steuerfähigkeit herbeiführen; dass hingegen das Vorrecht des Erstgeborenen im Grundbesitze die jüngeren Geschwister zu Handel und Gewerbfleiss antreibt u. s. w. (History of the common law of England, Ch. 11.)

[96] Bei Forbonnais Recherches et considérations sur les finances de la France I, 418 ff.

[97] Sir W. Temple Observations on the Netherlands. (1675.)

[98] Unterstützt nachmals von Davenant Works II, 207.

[99] Es war damals in England sehr controvers, ob die Navigationsacte mehr genützt, oder geschadet habe. So versichert z. B. Roger Coke (s. unten Kapitel VIII), es sei der Schiffbau in England um 1653 wohl etliche dreissig Procent theuerer gewesen, als vor der Navigationsacte 1651; auch die Matrosenlöhne seien dermassen gestiegen, dass England seinen russischen und grönländischen Handel völlig an die Holländer verloren habe. Doch spricht um dieselbe Zeit der berühmte Holländer Jean de Wit Mémoires p. 220 ff. die Befürchtung aus, das Gesetz werde einen grossen Theil der holländischen Rhederei nach England hinüberziehen.

[100] In der Praxis hatten die Engländer schon seit 1663 das alte Verbot, Geld auszuführen, auf die in England selbst geprägten Münzen beschränkt.

[101] Von einer andern Seite her wird diese Ansicht in folgender, höchst merkwürdigen Broschüre unterstützt: Reasons for a limited exportation of wool. London 1677. (24 p. in 4.) Ihr zufolge soll die Prohibition mit einem billigen Ausfuhrzolle vertauscht werden. Und zwar wird als Hauptgrund dafür angegeben, dass die Landbesitzer des Königreiches ein wichtigeres Interesse verträten, als die Paar Wollarbeiter und Kaufleute, welche Manufacturwaaren ausführen. 1) Weil jene die Herren und Eigenthümer vom Grunde alles Nationalreichthums in England sind, indem aller Profit aus dem, ihnen gehörenden, Boden entspringt. 2) Weil sie alle Steuern und öffentlichen Lasten tragen; indem diese allein auf diejenigen drücken, welche kaufen, ohne zu verkaufen. Die Verkäufer nämlich pflegen, der Steuer entsprechend, ihre Waarenpreise zu erhöhen, oder die Güte ihrer Waaren zu verschlechtern (p. 5).

[102] Wie bedeutend Child noch lange nach seinem Tode geschätzt wurde, erhellt z. B. aus J. Gee The trade and navigation of Great-Britain considered (1730) recht deutlich. Im Jahre 1797 nennt ihn Sir F. M. Eden (State of the poor I, 187), also ein Mann, welcher dem Adam Smith'schen Standpunkte angehört, this acknowledged oracle of trade.

[103] Vgl. Evelyn Memoirs I, 474 fg. (4. ed.)

[104] Die Originale sind zum Theil verbrannt; dagegen finden sich Copien im Besitze der Pariser Bibliothek, welche Petty für sich hatte anfertigen lassen, die aber auf der Ueberfahrt nach England von einem französischen Kaper genommen waren. (MacCulloch Literature of political economy, p. 211.)

[105] Vgl. das Leben Pettys in der Londoner Ausgabe seiner Essays von 1755.

[106] Pepys Diary II, 145. (ed. in 8.)

[107] Five Essays in political arithmetick (1687), No. 3. (Several Essays p. 78 ff.)

[108] Political anatomy of Ireland, p. 54 ff.

[109] Several essays, p. 54.

[110] Political anatomy, p. 18.

[111] Political anatomy, p. 48 ff.

[112] Ibidem, p. 50.

[113] Several essays, p. 35.

[114] Political anatomy, p. 42 fg. 91 ff.

[115] Political anatomy, p. 101 fg.

[116] Vgl. mein Leben, Werk und Zeitalter des Thukydides (1842), S. 133 ff.

[117] Dieser Titel verdankt wohl der Freundschaft und Geistesverwandtschaft mit Hobbes seinen Ursprung.

[118] Several essays, p. 98: to express myself in terms of number, weight or measure, to use only arguments of sense, and to consider only such causes, as have visible foundations in nature;.... observations, which if they are not already true, certain and evident, yet may be made so by the sovereign power.

[119] Davenant Commercial and political works II, 169 fg.

[120] Several essays, p. 93.

[121] Hierher mag es rühren, dass Halley in seiner Schrift An estimate of the degrees of the mortality of mankind und Evelyn Memoirs I, 475 die eigentliche Urheberschaft des Graunt'schen Werkes unserm Petty zuschreiben: eine Ansicht, welche M'Culloch Literature, p. 271 sehr richtig damit widerlegt, dass es gar nicht in Pettys Charakter liege, die Ehre einer so trefflichen und anerkannten Leistung fälschlicher Weise auf Andere zu übertragen.

[122] In der angeführten Abhandlung: Philosophical transactions, London 1693.

[123] Several essays, p. 96.

[124] Frankreich war damals nicht allein politisch und literarisch das erste Land der Welt, sondern es schien auch, unter Colberts Leitung, begründete Aussicht auf eine volkswirthschaftliche Suprematie zu haben. Die Unterthanen Karls II. glaubten desshalb ihren Handel und Gewerbfleiss von Frankreich her ebenso bedrohet, wie es ihre parliamentarische Freiheit, ihre protestantische Confession und ihre nationale Sitte in der That waren. Hieraus erklärt sich der grosse Anklang, welchen die Behauptung von Englands nationalökonomischem Sinken fand. Bei der Unvollkommenheit aller damaligen Statistik war sie schwer zu bekämpfen. Samuel Fortrey Englands interest and improvement, consisting in the increase of the store and trade of this kingdom, (1663) eröffnet die Controverse. Ausser einigen Bemerkungen zu Gunsten der Enclosures und der Ansiedelung Fremder in England, wird hier auf Grund einer angeblichen Untersuchung Ludwigs XIV. die Ansicht durchgeführt, dass Frankreich eine Ausfuhr nach England = 2600000 Pfund St. jährlich habe, während die Engländer nur für etwa 1000000 Pfund St. nach Frankreich exportierten. Also eine für England ungünstige Bilanz (clear loss) von 1600000 Pfund St. jährlich (p. 22 ff.). Der grosse Schrecken, der durch solche angebliche Thatsachen hervorgerufen wurde, hat dann ungemein dazu beigetragen, das englische Volk für Beschränkungen und Verbote des französischen Handels günstig zu stimmen. — Roger Coke A treatise, wherein is demonstrated, that the church and state of England are in equal danger with the trade of it. 1671. Reasons of the increase of the Dutch trade, wherein is demonstrated, from what causes the Dutch govern and manage trade better than the English. 1671. Englands improvement, in two parts (the first part relates to the strength and wealth, and the latter to the navigation of the kingdom). 1675. Alle drei Schriften in 4. und zu London erschienen. Hier wird die Voraussetzung, als wenn England im Sinken begriffen wäre, ausser der ungünstigen Bilanz noch durch die grosse Entvölkerung erklärt, welche die Pest und die vielen Auswanderungen nach Amerika, Ireland u. s. w. bewirkt hätten. Auch die Folgen der Schifffahrtsacte und der Elisabeth'schen Armengesetzgebung werden als nachtheilig geschildert. Dagegen empfiehlt Coke u. A. die Naturalisierung fremder Protestanten, die Wiederherstellung der freien Vieheinfuhr aus Ireland, die Oeffnung der geschlossenen Corporationen u. s. w. — Eine höchst merkwürdige Gegenschrift ist Englands great happiness, or a dialogue between Content and Complaint, wherein it is demonstrated, that a great part of our complaints is causeless. By a real and hearty lover of his king and country. 4. London 1677. Hier finden wir u. A. folgende Ueberschriften über den Kapiteln: To export money our great advantage. The French trade a profitable trade. Variety of wares for all markets a great advantage. High living a great improvement to arts. Invitation of foreign arts a great advantage. Multitudes of traders a great advantage. The word impossible a great discourager of arts. Der Verfasser ist überall ein warmer Vertheidiger der Handelsfreiheit, während seine Gegner eben Diejenigen sind, auf welche das übliche Bild des Mercantilsystems verhältnissmässig am besten passt. Der zufriedene Unterredner unseres Buches giebt dem Complaint die Richtigkeit der Fortrey'schen Bilanz immerhin zu; gleichwohl erklärt er den französischen Handel für nützlich, weil er nützliche oder doch angenehme Waaren einführt. Es würde nur ein noch höherer Grad von Nützlichkeit sein, wenn die Franzosen, statt englischen Geldes, englische Waaren zurücknähmen. Schon hier findet man die, neuerdings so üblich gewordene, Argumentation, dass ja Privatleute nicht immer bloss von solchen kaufen, an die sie unmittelbar wieder verkaufen können; warum sollte es denn im internationalen Verkehre so völlig anders sein? — Britannia languens, or a discourse of trade: shewing the grounds and reasons of the increase and decay of land-rents, national wealth and strength. 8. London 1680. Hier werden als Ursachen des wirthschaftlichen Verfalles von England (consumptive condition) besonders folgende angegeben: die Ausfuhr von Geld, die Einfuhr von Luxuswaaren, zumal aus Frankreich, die Schifffahrtsgesetze, die Privilegien der ostindischen Compagnie und anderer Handelsgesellschaften, die Corporationsvorrechte u. dgl. m. Vgl. MacCulloch Literature, p. 39 ff.

[125] A treatise of taxes and contributions, p. 31.

[126] Ibidem, p. 67.

[127] Ibidem, p. 24.

[128] Political anatomy of Ireland, p. 62 ff.

[129] Several essays, p. 171.

[130] Political anatomy of Ireland, p. 125.

[131] Quantulumcunque concerning money.

[132] Political anatomy of Ireland, p. 54.

[133] Ibidem, p. 62 fg.

[134] Several essays, p. 147 ff.

[135] Several essays, p. 123 ff.

[136] Political anatomy of Ireland, p. 65.

[137] Verbum sapienti, p. 10. Several essays, p. 123.

[138] Several essays, p. 127 fg.

[139] Political anatomy of Ireland, p. 85 ff.

[140] Ibid. p. 115.

[141] Several essays, p. 4 ff.

[142] Political anatomy of Ireland, p. 25.

[143] Several essays, p. 17.

[144] Ibid. p. 107 fg. 147.

[145] Ibid. p. 113.

[146] Vgl. Anderson a. 1580. 1593. 1630. Man denke namentlich an die Geldstrafen, welche Karl I. 1634 von den neuerbauten Londoner Häusern forderte.

[147] Several essays, p. 23 ff. In derselben Zeit ist das Anwachsen der grossen Städte noch durch eine andere, anonyme Schrift ebenso eifrig, wie geschickt vertheidigt worden: An apology for the builder; or a discourse showing the cause and effects of the increase of building. 4. London 1685. Denn noch das Parliament von 1685 hatte auf Andringen der Landgentlemen beschlossen, die neuerbauten Häuser Londons schwer zu besteuern, ja für die Zukunft den weitern Häuserbau im Londoner Stadtbezirke ganz zu verbieten.

[148] Political anatomy of Ireland, p. 82. Verbum sapienti, p. 17.

[149] Quantulumcunque concerning money. Political anatomy, p. 82. 67.

[150] Verbum sapienti, p. 16 fg.

[151] Several essays, p. 179. Political anatomy, p. 116.

[152] Quantulumcunque concerning money. Gewiss ein bedeutender Fortschritt gegen Mun oder Child!

[153] Political anatomy, p. 74.

[154] Several essays, p. 113. 126. 159. Mancher Neuere, der auf solche «mercantilische Irrthümer» vornehm hinunterblickt, sollte nicht vergessen, dass sich der auswärtige Handel regelmässig viel eher entwickelt, als der inländische. Die älteren Mercantilisten haben desshalb mit ihrer Höherschätzung des auswärtigen Handels eine für ihre Zeit völlig begründete Thatsache ausgesprochen, nur freilich mit ungenügender Erklärung.

[155] Quantulumcunque concerning money. Political anatomy, p. 72.

[156] Political anatomy, p. 67.

[157] Several essays, p. 120 fg. Bei dieser Gelegenheit scheint es angemessen, beiläufig der wichtigsten Schriften zu gedenken, welche in England die Entstehung der grossen Bank theils vorbereitet, theils begleitet haben: vgl. MacCulloch Literature, p. 158 ff. Eines an Cromwell gerichteten Pamphlets in Folio von dem Kaufmanne Samuel Lamb (1657) gedenkt Anderson II, a. 1651. W. Potter The tradesman's jewel; or a safe, easie, speedy and effectual means for the incredible advancement of trade and multiplication of riches etc., by making bills become current instead of money. 4. London 1659. Fr. Cradocke An expedient for taking away all impositions and for raising a revenue without taxes, by creating banks for the encouragement of trade. 4. London 1660. Matth. Lewis Proposals to the king and parliament; or a large model of a bank, showing how the fund of a bank may be made without much charge or any hazard, that may give out bills of credit to a vast extent. 4. London 1678. — Mit der wirklich zu Stande gekommenen Bank von England hängen zusammen: A short account of the intended bank of England. 4. London 1694. (Von Michael Godfrey, erstem Deputy-Governor der Bank, und einem der thätigsten Gehülfen Patersons.) Will. Paterson Conferences on the public debts by the Wednesday-Club in Friday-Street. 4. London 1695. Viele Gegner der Bank meinten damals, ein solches Institut könne bloss in einem Freistaate bestehen, und werde England in einen solchen verwandeln. Andere wieder fürchteten, der König werde dadurch unbeschränkt werden. Auch in Bezug auf die mercantilen Folgen der Anstalt waren die Erwartungen einander entgegengesetzt. Einige besorgten, die Bank würde allen Handel erdrücken; Andere wieder, sie würde alles Geld in den Handel ziehen, und auf solche Art die Bodenpreise erniedrigen. Gegen allerlei religiöse Bedenken mussten sich die Freunde der Bank auf Evang. Luc. XIX, 23 berufen. — Ein theoretisch lehrreicher Seitenweg wurde empfohlen durch R. Murray A proposal for a national bank, consisting of land, or any other valuable securities or depositums. 4. London 1695. H. Chamberlen The constitution of the office of land credit declared in a deed. Enrolled in chancery a. 1696. 12. London 1698. Diese Männer verfolgten den Plan, ihre Bank und das von derselben auszugebende Umlaufsmittel auf den Werth von Grundstücken zu basieren: ein Gedanke, welcher bekanntlich den Schriften und praktischen Schwindeleien von J. Law zu Grunde liegt. Ich werde desshalb in der zweiten Abhandlung, welche das 18. Jahrhundert bis David Hume und Adam Smith enthält, hierauf zurückkommen müssen. Asgill Several assertions proved in order to create another species of money than gold (London 1696) unterstützte das Chamberlen'sche Project mit Gründen, welche ganz an die spätere Physiokratie erinnern. «Was wir Waaren nennen, ist weiter Nichts, als vom Boden losgetrenntes Land. Man deals in nothing, but earth! Die Kaufleute sind die Factoren der Welt, um einen Theil der Erde gegen den andern zu vertauschen.»

[158] Malthus Principles of political economy, p. 345–522.

[159] Political anatomy, p. 81. 96 fg. Die Fruchtbarkeit jener Eintheilung in zwei Volksklassen ist auch neuerdings wieder von einem ausgezeichneten Nationalökonomen bethätigt worden: F. B. W. Hermann Staatswirthschaftl. Untersuchungen, S. 354 ff.

[160] Ibid. p. 82 ff.

[161] Political anatomy, p. 30. 32 ff. 99. 122 fg. Die Einfuhr des lebendigen Viehes war schon 1663, die des gesalzenen Fleisches von Ireland 1666 verboten.

[162] Several essays, p. 164 fg.

[163] In der Schrift Verbum sapienti, welche während des holländischen Krieges von 1665 bis 67 geschrieben ist, um eine bessere Vertheilung des unerträglich gewordenen Steuerdruckes anzurathen.

[164] Several essays, p. 125 ff.

[165] Ibidem, p. 129.

[166] Ibidem, p. 166.

[167] Ibidem, p. 130 ff. Political anatomy, p. 78. Vgl. meine Ideen zur Politik und Statistik der Ackerbausysteme, dritte Abhandlung, S. 11 ff. (Im Archiv der politischen Oekonomie, Neue Folge, Band IV.)

[168] Vgl. die Lebensbeschreibungen des Lord Guildford und des Sir Dudley North von dem Bruder der Beiden, Roger North; ferner Macaulay History of England, Ch. 4. Lord Guildford gehörte zu den hervorragenden Mitgliedern der s. g. Trimmerpartei, obschon es ihm an der Charakterstärke, welche allein ein würdiges Juste-Milieu möglich macht, am allermeisten fehlte.

[169] Wenn eine grosse politische Umwälzung das Volksleben erschüttert und losgefesselt hat, so ist es nicht ungewöhnlich, dass auch auf anderen Gebieten, welche den brennendsten Fragen des Augenblicks ferner liegen, heterodoxe Ansichten geäussert, und mit rücksichtsloser Consequenz vertheidigt werden. Man denke nur an die merkwürdigen Parliamentsverhandlungen vom 2. Februar 1689, welche der Abfassung der Declaration of Rights vorausgingen.

[170] Schon Roger North konnte in den Lebensbeschreibungen seiner Brüder, indem er die geistvollen Ansichten des Sir Dudley über nationalökonomische Gegenstände erwähnt, die Bemerkung hinzufügen, dass kein Exemplar seiner Schrift für Geld mehr zu haben sei. (Life of Lord Guildford, p. 168. Life of Sir Dudley North, p. 180 fg.: beide in der 4. Ausgabe.) Die in jenen Biographien mitgetheilten Auszüge haben alsdann mehr als Einen Sachkundigen zu einer sorgsamen Nachforschung nach dem Originale gereizt. Doch umsonst. Wie ein verloren gegangener alter Klassiker, musste das Buch wiedergefunden werden; und zwar geschah diess auf der Bücherauction des bekannten Numismatikers Ruding, worauf dann zu Edinburgh 1822 ein neuer Abdruck veranstaltet wurde. Das mir vorliegende Exemplar ist 1846 bei Adam und Charles Black in Edinburgh erschienen, 42 Seiten in 4.

[171] Es fand gerade damals eine grosse Productionskrisis in England statt, von der auch Locke handelt: eine sehr begreifliche Folge der innern Revolution und des gleichzeitigen äussern Krieges.

[172] Vgl. das folgende Kapitel.

[173] Sonst hat mein College und Freund, G. Hartenstein, gewiss Recht, wenn er aus der obigen Stelle, die allerdings viel Heterogenes zusammenwirft, den Schluss zieht, dass North in der eigentlichen Philosophie nicht eben zu Hause gewesen. Seine im Orient und in Handelsgeschäften hingebrachte Jugend wird ihn an dergleichen Studien verhindert haben; und es ist nicht schön, dass er durch anscheinende Belesenheit diess verdecken wollte.

[174] Vgl. oben S. 59.

[175] Locke war einer der ersten Commissioners dieser Behörde: vgl. Sir F. M. Eden The state of the poor I, p. 244 ff.

[176] Of civil government, §. 25–51. Wer die grosse Rolle kennt, welche der Begriff Property in den Actenstücken, Parliamentsreden u. s. w. der englischen Revolution spielt, dem wird die zeitgemässe Wichtigkeit dieser Locke'schen Untersuchung nicht entgehen. Und zwar ist diese Stellung des Eigenthumsbegriffes eine dauernd nationale geblieben. Der liberale Fox hat in einer seiner wichtigsten Reden (über die East-India-Bill am 1. December 1783) eine klassische Definition von Freiheit aufgestellt, welche mit den Worten beginnt: it consists in the safe and sacred possession of a mans property etc. Man vgl. übrigens oben S. 51. Hobbes und Locke vertreten auf eine höchst charakteristische Art die Controverse, welche seit J. J. Rousseau eine so gesteigerte Bedeutung erlangt hat: ob das Eigenthum auf der Anerkennung des Staates, oder auf der Arbeit des Einzelnen beruhet. Möchte Niemand übersehen, dass der tyrannische Hobbes für die erste, der freiheitsliebende Locke für die zweite Alternative ist!

[177] Considerations etc. (Works II, 36.)

[178] Vgl. oben S. 81.

[179] Und doch wurde 1694 die Bank von England errichtet! So wenig ist Locke ein in praktischen Dingen erfinderischer Kopf.

[180] In Frankreich unter Ludwig XIV. noch eine sehr beliebte Finanzmassregel.

[181] Vgl. oben S. 47. 50. 81. 91.

[182] Things must be left to find their own price: p. 18.

[183] Vgl. oben S. 76. 90.

[184] Man sieht hier, wie flüchtig Locke zuweilen schreibt: offenbar ist im ersten Falle der Rohertrag, im zweiten der Reinertrag gemeint.

[185] Vgl. oben S. 89.

[186] Diese Reaction gegen die, seit Hobbes entstandene, Vorliebe der Theoretiker für indirecte Steuern ist auch in der damaligen Praxis wahrzunehmen. Ich erinnere an die neue Grundsteuer vom Jahre 1692, deren Kataster bis auf den heutigen Tag fortdauert.

[187] Bei Sir F. M. Eden State of the poor I, p. 244 ff.

[188] Von Schriften, welche in ähnlicher Weise, durch Beschäftigung und Unterricht der Armen, dem Pauperismus zu steuern suchen, lässt sich eine ganze Literatur zusammen stellen. Dahin gehört namentlich das Pamphlet des berühmten Juristen Sir Matthew Hale A discourse touching provision for the poor (erschienen 1683, geschrieben jedoch 1659 nach Eden State of the poor I, 215.) Hier wird eine strengere Beaufsichtigung der Kirchspiele durch den Friedensrichter, eine Vereinigung der bisherigen Armensprengel in Gruppen und eine mehrjährige Anticipation der Armensteuer empfohlen, um solchergestalt ein Netz von Arbeitshäusern über das ganze Reich zu gründen. Der Verf. hegt von der Ausführung dieses Planes wahrhaft sanguinische Hoffnungen: nicht bloss einer Beseitigung fast aller Armennoth, sondern zugleich einer bedeutenden Hebung des Gewerbfleisses; obschon er, merkwürdig genug, die wichtigsten Bedenken, welche sich gegen die Ausführbarkeit erheben lassen, alle selbst aufgezählt hat. — Ein ähnliches Ziel, nur mit geringeren geistigen Hülfsmilteln, verfolgte Richard Haines Proposals for building in every county a working alms-house or hospital, as the best expedient to perfect the trade and manufactory of linnen cloth. (1677.) Vgl. Eden I, 197 ff. — Am nächsten erinnert an Locke der Plan des Thomas Firmin Proposals for the employing of the poor (1678), in Form eines Briefes an den Erzbischof Tillotson erschienen. Dieser Schriftsteller verwirft die öffentlichen Arbeitshäuser, ausgenommen für Vagabunden u. s. w.; die besseren Armen sollen nur Gelegenheit erhalten, in ihrer Wohnung zu arbeiten, und zwar hauptsächlich mit Flachs und Hanf, weil hier die Arbeit das Kapital mehr überwiegt, als in den meisten anderen Gewerben. Das Wichtigste bleibt jedoch immer, die armen Kinder zur Arbeit anzulernen. Daher meint Firmin, wenn er 100 Pfund St. für Armenzwecke bekäme, so würde er 20 Pfund zur Besoldung einer Frau verwenden, die im Lesen und Spinnen unterrichtete; 5 Pfund zur Miethung eines Schullocales, 25 Pfund zur Anschaffung von Hanf und Flachs, 25 Pfund zur Ablöhnung der damit beschäftigten Kinder, 15 Pfund zum Verweben und Bleichen des Garnes, 8 Pfund zur Anschaffung der nöthigen Werkzeuge, endlich 2 Pfund zu einem Gastmahle für die Aufseher. Das auf solche Art erzeugte Fabricat müsste dann theils an die Kinder selbst, theils an kranke oder hülflose Arme verschenkt werden.

[189] Die Gesammtausgabe seiner Werke, nach welcher ich im Folgenden citiere, ist von Sir Charles Whitworth unter dem Titel The political and commercial works of that celebrated writer, Charles D'Avenant, London 1771, in 5 Octavbänden veranstaltet worden.

[190] Ich erinnere nur daran, dass Prideaux Hauptwerk im Jahre 1676 erschien, die Reise von Spon und Wheeler 1679; dass Bentley 1662, Potter 1674, Markland 1693 geboren wurden; dass Arbuthnot um 1704 in die Royal Society eintrat, Dodwell seit 1692, Davies besonders seit 1703, Ruddiman seit 1725 schriftstellerisch wirkten, und Chishull seine Reise in den Jahren 1715 ff. machte.

[191] Vgl. namentlich IV, 177.

[192] Offenbar nur unter der Voraussetzung richtig, dass die englische Woll- und die ostindische Baumwollproduction festgegebene, nicht vermehrbare Grössen seien.

[193] J. Pollexfen England and East-India inconsistent in their manufactures. 1697. 12o.

[194] Vgl. dagegen II, 238.

[195] Vgl. oben S. 79.

[196] Vgl. die ausführlichen Gründe gegen Einfuhrverbote und allzu hohe Zölle: V, 379 ff.

[197] Vgl. oben S. 65. — Bei dieser Gelegenheit wird auch (II, 224) die von King ersonnene Scala mitgetheilt, in welcher Progression das Deficit der Ernte den Kornpreis erhöhe. Ich habe die Unmöglichkeit, eine solche Scala gemeingültig zu machen, in meiner Schrift «Ueber Korntheuerungen» (1847) S. 7 nachgewiesen.

[198] Vgl. oben S. 63 fg.

[199] Einigermassen ist die letztere Idee nicht lange nachher durch die Errichtung der Lords of Trade and Plantations verwirklicht worden.

[200] Diess ist nachmals durch Vanderlint Money answers all things (1734) geschehen, der insoferne den Uebergang zu den Physiokraten bildet.

[201] Und doch hatte der Staat beim Abschlusse des Ryswiker Friedens (1697) nur 21515742 Pfund St. Schulden: Hamilton An inquiry concerning the rise and progress etc. of the national debt, p. 65.

[202] G. King Natural and political observations and conclusions upon the state and condition of England in 1696. Gedruckt erst 1801 durch den bekannten Chalmers als Anhang zu dessen Estimate of the comparative strength of Great-Britain.

[203] Ich habe früher des Eifers gedacht, mit welchem sich Davenant gegen jedes Verbot des ostindischen Handels erklärte. In dieser Hinsicht schliesst sich ein anonymes, aber höchst merkwürdiges Buch an ihn an: Considerations upon the East-India trade. London 1701. Mit einem neuen Titel, jedoch ohne sonstige Veränderung: The advantages of the East-India trade to England considered, wherein all the objections to that trade are fully answered. 1720. (MacCulloch Literature, p. 99 ff.) Weil die Gegner Ostindiens von der Einfuhr dortiger Fabricate den Untergang des englischen Gewerbfleisses und die Entleerung Englands von edlen Metallen befürchteten, so mussten die Freunde des indischen Handels möglichst erschöpfend den Ungrund dieser Besorgniss zeigen. Unser Verfasser thut das auf eine Weise, die MacCulloch mit A. Smith vergleicht. Abgesehen von ihrer Weitschweifigkeit und Tautologie, kann sie wirklich an alle Vorzüge und Einseitigkeiten der Smith'schen Schule erinnern. «Der ostindische Handel zerstört kein vortheilhaftes englisches Gewerbe; er beraubt das Volk keiner Beschäftigung, deren Erhaltung wir wünschen müssten. Die Begründung dieser Klage besteht darin, dass Manufacten aus Indien durch die Arbeit von weniger Menschen verschafft werden, als nöthig wären, um dieselben in England zu machen; und diess kann man zugeben. Hieraus folgt, dass ein Verbot der indischen Manufacten, um ähnliche Waaren durch die Arbeit von mehr Händen in England verfertigen zu lassen, so viel ist, als Viele zu einer Arbeit zu verwenden, die ebenso gut von Wenigen gethan werden kann.» Mit denselben Gründen würde man auch jede wirksame Maschine, jede verbesserte Arbeitsmethode, jeden schiffbaren Strom verwerfen müssen, weil durch alle solche Dinge an Arbeit gespart wird; man würde es ablehnen müssen, wenn die Danziger uns ihr Korn schenken wollten, oder wenn die Vorsehung von Neuem Manna regnen liesse. Jedes Verbot in dieser Hinsicht ist ein Zwang, viele Menschenkräfte unnütz zu beschäftigen, die Bedürfnisse des Lebens auf die möglich theuerste Art zu befriedigen. «Wenn ich diess betrachte, so möchte ich mir immer sagen, dass Gott seine Segnungen an Menschen gewendet hat, die weder Herz noch Geschick besitzen, sie zu brauchen. Denn warum sind wir von der See umgeben? Sicherlich, damit unser Mangel zu Hause durch unsere Schifffahrt in andere Länder, die geringste und leichteste Arbeit, ergänzt werden möchte. Hierdurch kosten wir die Gewürze Arabiens, und fühlen doch niemals die brennende Sonne, welche sie hervorbringt; wir prangen in Seide, welche unsere Hände nie verarbeitet haben; wir trinken von Weinbergen, die wir nie gepflanzt; die Schätze von Minen sind unser, in welchen wir nie gegraben haben. Wir pflügen nur die Tiefe, und heimsen die Ernte jedes Landes der Welt ein!» Da Maschinen und Erfindungen dasselbe leisten, wie der indische Handel, nämlich das gleiche Quantum Arbeit, ohne Verringerung des individuellen Arbeitslohnes, wohlfeiler zu machen; und da ferner die Nothwendigkeit und der Wetteifer ein Hauptsporn zu Fortschritten ist: so lässt sich von der Freigebung des indischen Handels ein bedeutender Einfluss auf die Erfindungen u. s. w. im englischen Gewerbfleisse erwarten. Wenn mein Nachbar durch irgendwelche Kunstgriffe wohlfeiler produciert und verkauft, als ich, so bin ich gezwungen, auch meine Productionsweise zu verbessern und wohlfeiler zu machen. Aus diesem Grunde «wird der ostindische Handel wahrscheinlich mehr Künstler, mehr Ordnung und Regelmässigkeit in die englischen Manufacturen bringen; er wird diejenigen schliessen, welche am wenigsten nützlich und einträglich sind; die hier beschäftigten Leute werden sich alsdann auf andere Gewerbszweige verlegen, entweder solche, die besonders einfach und leicht sind, oder auf die einzelnen Theile anderer Gewerbe von der grössten Mannichfaltigkeit; denn einfache und leichte Arbeit ist am schnellsten gelernt, und die Menschen sind am vollkommensten und gewandtesten darin. Und so kann der ostindische Handel die Ursache werden, geeignete Theile sehr zusammengesetzter Arbeiten einzelnen und geeigneten Künstlern zu übergeben, und nicht zu Vieles der Geschicklichkeit einzelner Personen zu überlassen..... Je grösser die Verschiedenheit der Künstler in jeder Manufactur ist, je weniger der Geschicklichkeit der Einzelnen überlassen bleibt: desto grösser ist die Ordnung und Regelmässigkeit in jedem Geschäfte; dasselbe muss in weniger Zeit geschehen, die Arbeit muss geringer sein, und folglich der Preis der Arbeit niedriger, obschon sich die Löhne nicht verringern. So wird ein Stück Tuch von vielen Künstlern verfertigt: der Eine kämmt und spinnt, ein Anderer macht den Webestuhl, ein Anderer webt, ein Anderer färbt, ein Anderer appretiert das Zeug, und so ist immer ein geeigneter Theil des Werkes geeigneten Künstlern übertragen. Der Weber muss nothwendig geschickter und flinker im Weben sein, wenn das seine ganze und beständige Arbeit ist, als wenn derselbe Weber auch kämmen und spinnen, den Webestuhl machen, weben und appretieren und färben müsste. So muss der Spinner, Walker, Färber, Tuchmacher nothwendig geschickter und flinker in seinem eigenthümlichen Geschäfte sein, das seine ganze und beständige Arbeit ist, als irgend ein Mann in demselben Geschäfte sein kann, dessen Geschicklichkeit durch eine Menge anderer Geschäfte verwirrt wird.» Mit der nämlichen Weitläufigkeit werden hiernächst die Vorzüge der Arbeitstheilung im Uhrmachergewerbe nachgewiesen.

[204] Daniel Wakefield An essay upon political economy (1804) wirft ihm geradezu vor, den «grossen» Sir James Steuart auf das Eifrigste benutzt, aber undankbar genug nie citiert zu haben.

[205] So die A. Smith'sche Lehre von der Arbeitstheilung in Mandeville Fable of the bees, or private vices public benefits (1714); Ricardos Lehre von der Grundrente in Anderson Inquiry into the nature of the corn-laws (1777); Malthus Lehre von der Bevölkerung in Benj. Franklin Observations concerning the increase of mankind (1751). Auf dieselbe Art hat Prices Theorie des Sinkingfund in Nathanael Gould An essay on the public debts of this kingdom (1726) und A defence of an essay etc. (1727) ihren Vorläufer; Ricardos Plan, die Staatsschuld auf das Privatvermögen umzulegen, in Archibald Hutcheson Treatises relating to the national debt (1721); die neuere Praxis der Zinsreductionen in John Barnard Considerations on the proposal for reducing the interest of the national debt. (1750) U. dgl. m.

[206] Wenn der Gegensatz von Sullysmus und Colbertismus, weiterhin von Physiokratie und Mercantilsystem grossentheils auf dem tiefern Gegensatze von Land und Stadt beruhet: so hat J. Schön (Neue Untersuchung der Nationalökonomie, S. 14) gewiss nicht Unrecht, die Freiheit schon der älteren Engländer von solchen Einseitigkeiten dadurch zu erklären, dass ihre Verfassung jede schroffe Opposition zwischen Land und Stadt verhinderte.