Caub
Eine Winternacht hing über dem Rhein, und das alte Gemäuer der Pfalz stand bei Caub in den schwarzen Gewässern; da wurde es seltsam lebendig, viel hundert Kähne lagen bereit, und es klirrte von Waffen.
Blücher, der Feldmarschall, wollte zu Neujahr nach Frankreich hinein, und noch war der Rhein die Grenze.
Schlesier, Pommern und Preußen füllten die Kähne, und als die ersten Schüsse den Neujahrstag weckten, sprangen die bärtigen Männer der Landwehr ans Ufer und riefen Hurra, als ob zum andernmal Völkerschlacht wäre.
Aber nur Grenzwachen und Zollwächter liefen davon vor den Schüssen; denn meilenfern standen die Heere des Korsen im Herzen von Frankreich bereit, die Sieger hart zu empfangen.
So war es nur ein fröhliches Fest, das die preußische Landwehr beging; Neujahr zwischen den Schlachten; aber im neblichten Morgen wurden die Kähne zur Brücke gefügt, und am Mittag begannen die Räder zu rollen.
Ein deutsches Heer ging über den Strom, der einmal die goldene Ader der Reichsherrlichkeit war.
Herrschsucht der Fürsten hatte das Reich der Kaiser verzettelt; der Rhein der alten Kurfürstenmacht mit seinen Domen, Pfalzen und mächtigen Städten war Grenzland geworden, bis ihn die Fürsten des Rheinbunds, Vasallen des Korsen, völlig an Frankreich verrieten.
Nun war mit der korsischen Macht auch das Lumpenglück der Rheinbundfürsten zerschlagen: Deutschland trat wieder seinen Stammbesitz an, über den rheinischen Domen von Köln, Mainz und Straßburg sollte von neuem der Reichsadler wehen.
So riefen die freudigen Herzen Hurra, als sie den Boden jenseits des Rheins am Neujahrsmorgen betraten; das Elend der Fürsten war aus, die Völker und Stämme der Deutschen kamen, die Reichsherrlichkeit neu aufzubauen.