Die Aufklärung
Der Menschengeist hatte den Himmel der Priester und ihre Hölle geglaubt, ein Jammertal war ihm die Erde geworden; nun wollte er selber kraft seiner Vernunft das Schicksal gestalten und wollte nicht länger dem Glauben der Priester am Gängelband gehen.
Die Erde war seine Wohnung, und alles, was seine forschenden Augen aus ihren Fenstern erkannten, hieß er Natur: Natur war Wasser und Luft, Feuer und Erde, Natur war das Gewächs und Getier, Natur war der unermeßliche Himmel mit seinen Sternen, Natur war der Mensch mit seinen Sinnen und Süchten.
Natur aber hieß, im eigenen Gesetz dasein: Naturgesetz war die Bahn der Gestirne und alle Waltung der Kräfte, Blühen und Welken, Leben und Sterben stand darin beschlossen, und keine Willkür konnte sich abseits erfüllen.
Galilei hatte der kühne Pisaner geheißen, der gleich dem Genuesen Columbus hinaus fuhr, die Neue Welt zu entdecken, der Himmel und Erde in das Gesetz der Natur stellte.
Zur selben Zeit, da Seni der Sterndeuter Wallensteins log, stand Galilei als Greis in Rom vor den Priestern und mußte, sein Leben zu retten, den Widerruf schwören.
Aber die Tage der Kirche waren gezählt, und ein anderer Ketzer war dies, als die mit der heiligen Schrift in der Hand gegen die Kirchenverderbnis aufstanden; die Wissenschaft kam mit dem Rüstzeug ihrer Beweise, der Menschengeist wollte mit seiner Vernunft Naturgewißheiten sehen, statt an das Mirakel der Priester zu glauben.
Denn alle Verheißung der Kirche hatte gelogen, statt Frieden auf Erden war blutiger Zank um die Lehre der gläubigen Völker gekommen; Vernunft und Natur konnten kein Glück im Himmel verheißen, aber sie prahlten, dem Menschen die sichere Wohnung auf Erden bauen zu können.