Die Heliandsburgen
In Worms, in Speyer, in Mainz und in Köln stand ihre Steingewalt auf aus dem mannhaften Glauben der Zeit, den Lindwürmern gleich der salischen Sagen mit schuppigem Rücken und kräftig umgürtet im steinernen Knochengerüst.
Keine Tempel der Griechen mit marmornen Säulen und keine römischen Hallen, Bethlehemsburgen des Heliand und Waltungsstätten der Wiederkunft, Trutzburgen tapferer Hoffnung aus kläglicher Knechtschaft und Sicherheit starker Vergeltung.
Urtief glühten die Augen der kreisrunden Fenster, und wehrhaft hielten die Pfeiler der kommenden Macht das Gewölbe, steinern umgürtet und mit Knäufen von Weltschwertern geschmückt.
Wohl hüteten steinerne Schranken den Chor und das Schauspiel der Messe: aber einmal kamen gewaltige Schritte, in den Himmel wuchsen die Hallen mit den fünfhundertvierzig Türen Walhals; vorbei war die Knechtschaft der Kühnen, vorbei das Genäsel lateinischer Priester.
Wie draußen der Rhein floß durch Tage und Nächte, als ob es Pulsschläge der Ewigkeit wären, wie die Wolken wanderten über die höchste Erhebung, wie die Stürme brausten in den schwärzesten Nächten, wie die Träume der alten Zeit gingen von Wodan und Thor, den hallenden Nachfahren Zius, wie Segifried, Dietrich von Bern, Hildebrand und der grimmige Hagen: so hielt die wehrhafte Haltung romanischer Dome Wacht über das Land für Heliands Wiederkunft.