Die Männer

Der König von Preußen kehrte von Ems zurück nach Berlin; das Volk jauchzte ihm zu als dem kommenden Kaiser; denn nun trennte kein Main mehr das Vaterland in Norden und Süden.

Wo im Norden und Süden ein deutsches Herz war, es spürte die Wende: lange genug hatten die Fürsten das feige Spiel mit Frankreich getrieben, wo eine deutsche Uneinigkeit war, hatte der Franzmann die Finger gerührt; nun aber sollte ein einiges Vaterland sein, und alle Augen sahen nach Preußen.

Da standen die Männer der Stunde und wollten das Tor der deutschen Zukunft aufmachen: da war der König, den sie einmal Kartätschenprinz hießen; aber der Sieger von Königgrätz, besonnen im Ausmaß des Friedens, hatte dem fränkischen Hochmut deutsche Würde gewiesen.

Da war der Kanzler des kommenden Reichs, unbeugsamen Willens und seiner Sache gewiß; wie er die Dinge bei Namen nannte, so nahm er sie auch zur Hand, und was seine Hand nahm, ließ sie nicht fallen.

Da war der Feldherr des Königs, ein Greis wie er und ein Schweiger, kein Feldmarschall zu Roß, aber der heimliche Meister der Zange; wo Moltke den Feldzug führte, war der Soldat nicht verlassen: wo er ihn brauchte, da stand er, und wo er stand, war er getrost, den Feind anzupacken.

Da war der Zeugmeister des preußischen Heeres, Graf Roon, dem alles an seiner Schnur ging, der als getreuer Feldwebel sorgte, daß dem Soldaten das Seine zukam.

Da war der Kronprinz, dessen Kanonen den Sieg nach Königgrätz brachten, blondbärtig und jedermanns Freund und immer bereit, mit jedem zu lachen.

Als er den Oberbefehl nahm über die süddeutschen Heere, vergaßen sie alle den Preußen, weil er ein fröhlicher Mann und für die Bayern, Schwaben wie Hessen bald «Unser Fritz» war.