Die Zange

Seit Gastein begannen die Klugen das tolldreiste Glücksspiel zu ahnen; der König von Preußen hatte den Junker von Bismarck zum Grafen gemacht, und keine Bedenklichkeit konnte den kühnen Spieler erreichen.

Er trotzte dem preußischen Landtag, er höhnte die Bundesgesandten, und mehr als ein Bruch der Verfassung geschah dem deutschen Gewissen, als er dem schwarzgelben Bruder den welschen Feind auf den Hals hetzte.

Frankreich und Österreich hatten den letzten Gang um die römische Erbschaft der Kaiser gewagt, und Victor Emanuel war, der sardinische König, der Spieler Frankreichs gewesen.

Er hatte in blutigen Kämpfen den Einsatz gewonnen; aus einem Flickwerk von Staaten war endlich ein einiges Volk auferstanden: Italien hieß es sein Land und Victor Emanuel seinen ruhmreichen König.

Noch einmal hatte das uralte Schlachtfeld der Völker den Lärm und die Leiden des Krieges erfahren, und schwer waren die Schläge Radetzkys gefallen, ehe die Lombardei von den schwarzgelben Fahnen befreit war.

Nur noch Venetien blieb in der Habsburger Hand; die reiche Provinz heimzuholen, winkte ein Bündnis mit Preußen: über die Alpen reichte der Sieger von Gastein den Welschen die schwarzweiße Hand, den schwarzgelben Feind in der Zange zu haben.