Metternich
Ein Spinnennetz hatte der deutsche Bund über die Länder und Völker gebreitet, Fürsten und ihre Minister samt den geheimen Räten hielten dem Netz die Fäden gespannt, darin die Kreuzspinne Metternich hing, auf die Opfer zu warten.
Er hatte den Wiener Kongreß arglistig geleitet, er war der heiligen Allianz Handlanger und heimlicher Lenker: Fürsten und ihre Minister klug zu verspinnen, galt ihm die Kunst, darin er die eigene Meisterschaft übte.
Denn Metternich blieb der gelehrige Schüler von Frankreich; was Richelieu war und Mazarin wurde, das wollte er ohne ihr Priesterkleid sein: Meister der Macht allein durch die List, damit er die Fürsten und ihre Schwerter, ihre Ruhmsucht, Habgier und Eitelkeit lenkte.
Er sah nicht den Willen der neuen Zeit, er sah nur die Wege der alten; den Aufruhr der Hölle hatten die Mächte der Herkunft gedämpft; und ihre eifrigsten Helfer waren die Schwärmer der Freiheit gewesen: nun aber sollte ihr tolles Geschwärm nicht länger sein Spinnennetz stören.
Den Mord von Mannheim zu rächen, rief er die deutschen Minister nach Karlsbad zur Kur; da saß die Sorge um das bedrohte Leben der Fürsten und ihre Minister zusammen, da wußte der arglistige Mann die Angst und den eifernden Zorn zu erhitzen.
Den gefährlichen Geist der Zeit auszurotten, der heiligen Ordnung des deutschen Bundes die wackelnden Wände zu halten, ihr eigenes Dasein vor Mordgefahren zu schützen, kamen die Hausmeister der Fürstengewalt in Karlsbad zu ihren Beschlüssen.
Wie der Geheimrat Schmaltz in seiner schmählichen Schrift schrieb, so machte es Metternich wahr: nicht länger mehr sollte der Geist der Erhebung, nicht länger mehr sollte die deutsche Gesinnung von Stein, Fichte und ihren Gesellen den Fürstenbund stören.
Als Volksverführer wurden verfolgt, die dem Untertan lockende Bilder der Staatsbürgerschaft zeigten; als ein gefährliches Gift, in die Ohren und Herzen der Jugend geträufelt, wurde die Lehre verboten, daß über der Fürstengewalt das deutsche Vaterland sei.