III. Die Zeit der Ottonen.
Von Heinrich I bis zum Tode Heinrich II, 919-1024.
§ 1. Allgemeines. [[←]]
Contzen, Die Geschichtschreiber der sächs. Kaiserzeit. Regensburg 1837. Entstellt durch Benutzung der falschen Corveyer Chronik, und durch die neuen Ausgaben der Quellen unbrauchbar gemacht. — Stälin Wirt, Gesch. I, 419-426. L. Giesebrecht, Wendische Geschichten III, 294-307. Waitz, Ueber die Entwickelung der deutschen Historiographie im Mittelalter, in Schmidts Zeitschrift für Geschichte II, 97-103. — W. Giesebrecht, Geschichte der deutschen Kaiserzeit, I, 777-790. II, 557-560. — Guil. Maurenbrecher de historicis decimi saeculi scriptoribus, qui res ab Ottone Magno gestas memoriae tradiderunt, Bonnae 1861; vgl. Lit. Centralblatt 1862, Sp. 837.
Mit dem Jahre 906 endigt Regino's Chronik, ein Jahr, bevor Herzog Liutpold mit der Blüthe des bairischen Volkstammes von den Ungern erschlagen wurde. Ein schwaches Kind saß auf dem Throne und vermochte nicht das Reich zu schirmen. Es hatte den Anschein, als ob die ganze von Karl dem Großen neu gepflanzte Kultur bereits dahin sinken sollte. Ein Stift nach dem anderen wurde den Normannen zur Beute, und was übrig blieb, rissen die räuberischen Großen an sich, die in ihren gegenseitigen Fehden verheerten, was dem äußeren Feinde noch entgangen war. Die Sitze der Bildung und Gelehrsamkeit verstummten; auch wenn sie der gänzlichen Verödung entgingen, ließ doch die nagende Sorge um die stets gefährdete Existenz keine wissenschaftliche Thätigkeit aufkommen.
Schlimmer noch als in Deutschland, sah es in den Nachbarländern aus; die Normannen, aus Sachsen zurückgeschlagen, hausten in Frankreich und Lothringen, ohne Widerstand zu finden, während der Süden von sarazenischen Seeräubern verheert wurde. Die Bretonen und Waskonen schüttelten das fränkische Joch ab, und die Ungern streiften auf ihren schnellen Rossen bis an den Ocean. In Italien begegneten spanische und afrikanische Sarazenen den Ungern, und die innere Zwietracht war in beiden Ländern noch ärger als in Deutschland.
Allein die Keime, welche einst Karl der Große gelegt hatte, waren bereits so stark und kräftig geworden und hatten so tiefe Wurzeln geschlagen, daß sie auch diese Feuerprobe überdauerten.
Wie einst von Austrasien, so ging jetzt von Sachsen die Rettung aus. Hier hatte man zuerst sich ermannt und unter den Ludolfingern in festem Zusammenhalten die Kraft gefunden, der Feinde Herr zu werden. Reginbern, aus Widukinds Stamm, der Bruder der Königin Mahthild, schlug die Dänen so, daß sie nicht wiederkamen. Die Wenden, welche die Ostgrenze bedrängten, wurden zurückgeworfen. Heinrich I stellte, wie einst Karl Martell und Pippin, das Reich her und wies die Ungern zurück; was er begonnen, vollendete sein Nachfolger, bis er die inneren und äußeren Feinde bezwungen hatte. In dieser eisernen Zeit war noch für die Feder kein Raum, aber nach dem Siege konnte Otto an die Herstellung der geistigen Bildung denken. Da sehen wir überall die verödeten Klöster aus der Asche erstehen, sie werden den Händen der Laienäbte entrissen und ihrer Bestimmung wiedergegeben. Bald regt sich in ihnen, zunächst in denen, welche von den Stürmen dieser Zeit weniger gelitten hatten, von neuem wissenschaftliche Thätigkeit.
Wie Karl, schätzte auch Otto die Wissenschaften, ohne selbst eine gelehrte Bildung erhalten zu haben; seine Erziehung war kriegerisch gewesen, und erst spät, nach dem Tode der Königin Edid (26. Januar 946), lernte er lateinische Bücher lesen und verstehen[1]; reden konnte er die Sprache der Gelehrten nicht[2]. Auf der Synode zu Ingelheim 948 wurden der Könige wegen die päbstlichen Schreiben in deutscher Sprache verlesen[3], und auch in seinem Alter ließ er sich einen lateinisch geschriebenen Brief von seinem Sohne Otto II übersetzen[4].
Wie Karl, suchte auch Otto gelehrte Ausländer ins Land zu ziehen. So bemühte er sich lange vergeblich, den Gunzo von Novara, einen jener italienischen Grammatiker, nach Deutschland zu bekommen. Dieser Gunzo war Diaconus in seiner Vaterstadt, und schrieb hier, aufgefordert vom Bischof Atto von Vercelli († c. 960) eine Schrift über Ehehindernisse[5]. Bei seiner persönlichen Anwesenheit in Italien gelang es Otto endlich, ihn zu gewinnen[6]. An hundert Bücher behauptet Gunzo mitgebracht zu haben, darunter Schriften von Plato und Aristoteles; doch vermuthlich in lateinischer Uebersetzung. Trotz seiner Gelehrsamkeit geschah es ihm zuweilen, durch das Italienische verleitet, daß er die Casus verwechselte[7] und deshalb wurde er in St. Gallen mit einem Spottliede verhöhnt, denn er hatte statt eines Ablativs einen Accusativ gesetzt. Dagegen rechtfertigte sich nun Gunzo in einem sehr langen und sehr pedantischen Briefe an die Mönche von Reichenau, in welchem er seine ganze gelehrte Schulweisheit zur Schau stellt.
Einen Landsmann von ihm Namens Stephan, der in Pavia gebildet war, in Novara und Pavia gelehrt hatte, beriefen König Otto und Bischof Poppo von Würzburg (941-961) aus Italien, und der Ruf seiner Vorträge über Marcianus Capella zog den jungen Wolfgang aus Reichenau nach Würzburg[8]. Seine Bücher, welche aber nicht zahlreich waren, vermachte er dem h. Kilian[9]. Einige Auskunft über sein Leben und Wirken gewährt die Grabschrift, welche er für sich selbst verfaßt hat[10]. Sie steht in einer Handschrift des Domcapitels zu Novara, einer von Stephan geschriebenen Canonensammlung; denn er hat sich nach 970 wieder in seine Heimath begeben, wo er 985 eine Schenkung des Bischofs Aupald unterzeichnete. Die Grabschrift lautet:
Novariae natus, Papiae moenibus altus,
Urbe velut potui, doctor utraque fui.
Me rex Otto potens Francorum duxit in urbem,
Qua legi multos mente vigente libros.
Hinc me digressum, proprium suscepit alumnum
Virgo salus mundi, mater et alma dei.
Protinus amissam studui reparare sophiam,
Erudiens pueros instituensque viros.
His igitur cunctis Christo tribuente peractis,
Sum pulvis modicus, jussit ut ipse deus.
Quisquis hac graderis, Stephani memor esto jacentis,
Ac sibi posce poli regna beata dari.
Insuper adde diem quae contulit ultima finem.
Hanc si scruteris, hinc mage cautus eris.
Die politischen Verwickelungen führten auch den gelehrten Bischof Rather von Verona und vor Berengar flüchtend Liudprand an Otto's Hof, wo sie gute Aufnahme fanden, und auch Gerbert wurde von Pabst Johann XIII im Jahre 971 zum Kaiser gesandt, verweilte aber damals nur kurze Zeit am Hofe, weil er vorher noch in Reims seine philosophische Ausbildung zu vollenden wünschte[11].
Gern gesehen an Otto's Hofe war Ekkehard (II) von St. Gallen, den man deshalb im Kloster den Höfling (palatinus) nannte; er war einer der Lehrer Otto's II[12]. Dieser hatte unter der Leitung Volcolds, und nach dessen Beförderung zum Bischof von Meißen des Willigis[13], einen vollständigen wissenschaftlichen Unterricht erhalten; er liebte und beförderte die Wissenschaften und nahm lebhaften Antheil an den gelehrten Problemen, welche damals die Menschen beschäftigten[14]. Hrotsuit feiert ihn als einen zweiten Salomo. Er zog Gerbert wieder an sich, und noch ist uns ein Fragment der Disputation erhalten, welche dieser 980 vor dem Kaiser zu Ravenna hielt gegen den berühmten Magdeburger Lehrer Otrich, den Otto ebenfalls an seinen Hof berufen hatte[15]. Auch der Abt Adso von Montier-en-Der, einer der berühmtesten Gelehrten Frankreichs, war dabei zugegen, nebst einer großen Menge von Scholastern oder Grammatikern[16]. Auch von S. Wolfgang wird uns berichtet, daß er vor diesem Kaiser gegen einen Ketzer disputierte. Den Bischof Gumpold von Mantua veranlaßte er, das Leben des heiligen Wenzeslaus zu beschreiben.
Kurz vor dem Tode des alten Kaisers, im Jahre 972, besuchten Vater und Sohn das Kloster St. Gallen. Der Vater fragte nach dem alten Notker, dem gelehrten Maler und Arzte, mit dem Beinamen Pfefferkorn; schwach und erblindet saß er auf einem Sessel. Auf das Geheiß des Vaters führte der junge Kaiser ihn herbei, und der Alte leitete ihn nach zärtlicher Umarmung sorgsam ins Kloster und setzte ihn an seine Seite. Otto II aber ließ sich nun hier die Bibliothek öffnen und nahm, von den reichen Schätzen derselben gelockt, eine Anzahl der besten Bücher mit sich fort; einige gab er auf Ekkehards Bitte später zurück[17].
Otto III endlich wurde von seiner Mutter Theophano, von dem Calabresen Johannes und Bernward von Hildesheim auf das sorgfältigste erzogen[18], und sein wissenschaftlicher Verkehr mit Gerbert ist weltbekannt; wie es nur zu leicht geschah, wendeten ihn diese ganz auf fremdländischen Grundlagen beruhenden Studien vom vaterländischen Wesen ab, und störten die harmonische Entwickelung seines Geistes[19].
Heinrich II war in seiner Kindheit zum geistlichen Stande bestimmt, und erhielt in Hildesheim, später unter Bischof Wolfgangs Leitung in Regensburg eine gelehrte Erziehung[20]; wissenschaftliche Thätigkeit förderte er nicht unmittelbar[21], aber seine Bestrebungen für die Reform verwilderter Klöster kamen auch den Schulen zu Gute, wovon namentlich die Geschichte des Bischofs Godehard von Hildesheim ein Beispiel giebt, und die Stiftung des neuen Bisthums zu Bamberg, welchem er es auch an Büchern nicht fehlen ließ, eröffnete den gelehrten Studien eine neue Stätte[22]. In 54 schwerfälligen und schwülstigen Hexametern pries Abt Gerhard von Seon zwischen 1012 und 1014 die neue Stiftung[23], und mit nicht minder gesuchten und pedantischen Anreden in Prosa und in Versen begleitete der Bamberger Diaconus Bebo Abschriften von Büchern, welche der Kaiser hatte machen lassen; er rühmt darin Heinrichs Bemühungen, den Landfrieden herzustellen, und seine Schilderung von Benedicts VIII Besuch in Bamberg 1020 ist von Adalbert in seiner Biographie Heinrichs II benutzt worden[24].
Auch in der Todtenklage um Constantius den Scholasticus von Luxeuil schildert Gudinus den Kummer des Kaisers, daß seines gleichen nicht mehr zu finden sei[25]. Dem Kloster Corvey schenkte ein Kaiser Heinrich, der aber auch ein späterer sein kann, eine Handschrift aus Unteritalien, welche das Autograph von Landolfs Historia miscella (oben [S. 166]) und Vegetius enthielt[26].
Bei den Frauen fand man im früheren Mittelalter weit eher als bei den Männern aus dem Laienstande die Anfänge einer gelehrten Bildung, die schwierige Kunst des Lesens und Schreibens, nebst einer Kenntniß der allgemeinen Schriftsprache, welche zum Verständniß des Psalters ausreichte[27]. Leicht knüpfte sich mehr daran, und auch der Einfluß, welchen Geistliche über weibliche Gemüther so leicht erlangen, begünstigte ihre Beschäftigung mit dem besonderen Erbtheile dieses Standes, den Büchern. Die Frömmigkeit der Königinnen Mahthild[28] und Edid ist bekannt; Heinrichs I Tochter Gerberga veranlaßte den Abt Adso zur Abfassung seiner Schrift über den Antichrist; Adelheid aber, die Burgunderin, und Theophano, die Griechin, zeichneten sich durch eine in Deutschland seltene litterarische Bildung aus, die sich auch in der sorgsamen Erziehung ihrer Kinder erkennen läßt. Ganz besonders wird uns die hohe Bildung der schönen Herzogin Hedwig von Schwaben gerühmt, der Tochter von Otto's des Großen Bruder Heinrich von Baiern. Wie man sich in St. Gallen erzählte, war sie als Kind zur Braut eines griechischen Kaisers bestimmt, und wurde durch Kämmerlinge, welche dieser eigens deshalb gesandt hatte, im Griechischen unterrichtet, zerriß aber diese Verbindung, welche ihr mißfiel. Diese Geschichte freilich ist so, wie sie erzählt wird, nicht möglich. Später mit Herzog Burchard vermählt und früh (973) verwittwet, waltete sie auf ihrer Feste Hohentwiel mit männlicher Festigkeit, ja mit Härte, und ihre wechselnden Launen waren sehr gefürchtet. Ihre liebste Beschäftigung aber bestand darin, mit dem Sanctgaller Mönche Ekkehard, den sie sich dazu vom Abte ausgebeten hatte, die alten lateinischen Dichter zu lesen. Den jungen Burchard, der später Abt wurde, lehrte sie selbst griechisch und beschenkte ihn zum Abschied mit einem Horaz[29].
Ihre Schwester Gerbirg, die Aebtissin von Gandersheim, war, so sagt Hrotsuit, wie es der Nichte des Kaisers gebührte, von höherer wissenschaftlicher Bildung und unterwies mich in den Autoren, welche zuvor die gelehrtesten Meister mit ihr gelesen hatten[30].
Auch Heinrichs II Gemahlin Kunigunde zeichnete sich durch Kenntniß und Verständniß der kirchlichen nicht nur, sondern auch der weltlichen Schriftsteller aus, und in der späteren Zeit betrachtete man die feine Bildung der vornehmen Frauen als einen besonderen Vorzug dieses Zeitalters[31]. Aber auch über seine Standesgenossen klagte Graf Udalrich von Ebersberg († 1029) in seinen alten Tagen: in seiner Jugend, sagte er, habe jeder Edelmann sich schämen müssen, wenn er die Rechtsbücher nicht zu lesen und anzuwenden gelernt hätte[32].
Finden wir also das Ottonische Kaiserhaus wissenschaftlicher Bildung geneigt und günstig, so überstrahlt doch alle, sowohl durch seine eigene gründliche Gelehrsamkeit, wie durch seine fruchtreiche Thätigkeit für Kirche und Schule, der große Erzbischof Brun, Otto's des Großen jüngster Bruder[33].
Nachdem er in Utrecht unter der Aufsicht des Bischofs Balderich erwachsen war und hier die erste grammatische Bildung erhalten hatte, wurde er noch in früher Jugend (940) zum Kanzler und 953, als er Erzbischof wurde, auch zum Erzcaplan erhoben; bald lag in seinen Händen fast die ganze Verwaltung des Reiches, deren Fäden in der königlichen Kanzlei zusammenliefen, vor allem aber die Leitung der kirchlichen Angelegenheiten. Mit Geschäften aller Art überhäuft, hat er in den Aeußerlichkeiten der Urkunden, den Daten namentlich, eine arge Unordnung einreißen lassen[34]; dagegen fand er doch noch Zeit für seine geliebten Bücher, die ihn überall hin begleiteten, für den wissenschaftlichen Verkehr mit den Meistern der Wissenschaft, die, wie Ruotger sagt, von allen Enden der Welt sich hier zusammenfanden. Ratherius, Liudprand, der Spanier Recemund, Bischof von Elvira, wurden durch politische Ereignisse diesem Kreise zugeführt, nahmen aber während ihres Aufenthaltes daselbst ebenfalls an den wissenschaftlichen Bestrebungen Theil. Die Anwesenheit gelehrter Griechen benutzte Brun, um von ihnen, deren Sprache ihm schon vertraut war, zu lernen; besonders aber verehrte er als seinen Lehrer einen irländischen Bischof Namens Israel, vielleicht denselben, welcher, aus seiner Heimath vertrieben, in St. Maximin Mönch wurde[35].
Ungeachtet seiner hohen Stellung verschmähte Brun es nicht, auch selbst als Lehrer zu wirken; wieder gab es, wie zu Karls Zeiten, eine Hofschule[36], wenn auch in anderer Weise, weil für die Grundlage des Lernens jetzt an vielen Orten besser gesorgt war. Aber die Söhne vornehmer Familien, welche nach alter Weise an den Hof gebracht wurden, werden schwerlich ganz ohne Unterricht gelassen sein, und die königliche Kanzlei wurde zu einer Pflanzschule trefflicher Bischöfe, deren Wichtigkeit für das Reich nicht hoch genug anzuschlagen ist, denn mit diesen Bischöfen regierten die Kaiser von nun an bis zu den Zeiten Heinrichs IV ihr Reich, und fast allein in ihnen bildete sich ein Element der Stätigkeit in der Reichsregierung aus, welches von dem Wechsel der Personen unabhängig war.
Brun selbst wurde im Jahre 953 Erzbischof von Cöln, wo er noch 12 Jahre wirkte, ohne doch darum der kaiserlichen Kanzlei fremd zu werden, bis er am 11. Oct. 965 kaum 40 Jahre alt starb. Die schwierigsten Aufgaben ruhten auf ihm, denn das unruhige, unzuverlässige Lothringen war seiner Leitung anvertraut, und seine Schwester, die Königin von Frankreich, baute fast allein auf seine Hülfe. Aber während man nie in ihm die Thatkraft seines großen Bruders vermißte, vergaß er doch über den weltlichen Sorgen nie seines bischöflichen Amtes. Die ganz zerrütteten Kirchen Lothringens richtete er aus ihrer Versunkenheit auf; kirchliche und klösterliche Zucht wurden erneut, die Schulen mit größter Sorgfalt gepflegt, und bald entfaltete sich hier das rege litterarische Treiben, welches von nun an Lothringen besonders auszeichnet.
Nicht minder erblühten nun auch in den übrigen Reichslanden unter so guter Pflege alle die Keime, welche die vorhergegangenen Stürme noch überdauert hatten; frisches Leben erfüllte die alten Klöster, welche wie Corvey, Gandersheim, St. Gallen weniger gelitten hatten, und neben ihnen erhoben sich zahlreiche neue Stätten litterarischer Bildung[37].
So verpflanzte nach Speier, wo schon Bischof Godefrid (950 bis 961) seiner Kirche ein Werk des Beda geschenkt hatte[38], Bischof Balderich (970-987), gebürtig aus Säckingen, die Studien der Sanctgaller Schule, aus welcher er stammte. Sein Wohlgefallen und seine Aufmerksamkeit erregte der Knabe Walther, den er zu aller heidnischen und christlichen Wissenschaft anleitete. „Cum primum regno successit tertius Otto“, also 983, übergab er ihm, der nun Subdiaconus war, eine Schrift zu Ehren des h. Christoph, welche die Nonne Hazecha, Schatzmeisterin von Quedlinburg, ihm zur Correctur überreicht hatte; aber entweder wurde sie wirklich verloren, wie Walther an Hazecha schrieb, oder er fand sie zu schlecht: genug, Walther verfaßte ein eigenes Werk über den h. Christoph in Prosa und in Versen, ganz in dem gespreizten, mit Gelehrsamkeit überladenen Stil der Zeit; in zwei Monaten behauptet er beides vollendet zu haben. Voran schickte er ein Buch mit dem Titel Scholasticus, worin er seinen Bildungsgang schildert, dunkel und oft schwer verständlich, aber doch werthvoll für die Kenntniß der damaligen Schulstudien, in welchen eine ansehnliche Zahl classischer Autoren im Vordergrunde steht. Walther schickte später nach des Bischofs Tod sein Werk auch ad collegas urbis Salinarum, d. h. doch wohl nach Salzburg, an Liutfred, Benzo und Friedrich[39]. Damals scheint er demnach die Speierer Schule geleitet zu haben; 1004 ist er selbst wahrscheinlich Bischof von Speier geworden.
In besonderer Ausführlichkeit tritt uns hier eine Richtung der Studien entgegen, welche wir noch an vielen Orten, wie z. B. in Lüttich, zu berühren haben werden.
Sehr bald aber ließen sich auch schon Stimmen vernehmen, welche die heidnische Gelehrsamkeit als sündlich verwarfen und gegen die classischen Studien eiferten. Hatte schon Hieronymus im Traume für die Vorliebe büßen müssen, womit er Plautus und Cicero gelesen[40], ein Geschichtchen, welches immer wieder benutzt wird und noch bei der Bekämpfung der Humanisten eine Rolle spielt, so finden wir in karolingischer Zeit den alt gewordenen Alcuin in gleichem Sinne eifernd; so auch jenen alten Schulmeister Johannes zu Fulda (oben [S. 231]). Ermenrich sah, wenn er den Vergil unter sein Kopfkissen gelegt hatte, im Traume den Dichter als Teufel, in der Hand ein Buch, hinterm Ohr die Feder, der ihn triumphirend verhöhnte; doch meinte er, daß man, wie für den Ackerbau den Dünger, so auch den Koth der heidnischen Poesie mit Nutzen verwerthen könne[41]. Notker dagegen empfahl dem jungen Salomo den Prudentius: non sunt tibi necessariae gentilium fabulae[42]. Abt Odo von Cluni wurde durch einen Traum von der Beschäftigung mit Vergil abgeschreckt[43], und ebenso verwarf, der Tendenz dieser Congregation entsprechend, Majolus die einst auch ihm lieb gewesenen Studien[44], und ähnliches wird vom Abt Hugo berichtet[45].
Auch Hrotsuit schrieb ihre Dramen über Gegenstände aus der heiligen Geschichte, um den Terenz aus den Händen der Christen zu verdrängen[46]. Etwas später wurde der sterbende Schüler Gozo von Dämonen in der Gestalt des Turnus und Aeneas beunruhigt[47], und als ein Mönch des Lütticher Lorenzklosters mit seinen Schülern den Terentius las, bemühte sich S. Laurentius selber, um ihn zu züchtigen[48].
Wer könnte auch in Abrede stellen, daß in den römischen Dichtern vieles zu lesen ist, was sich namentlich für Klosterschulen nicht eignet. Besonders beliebt war Ovid, und nach einigen Citaten könnte man sich versucht fühlen anzunehmen, daß seine Ars amandi das gelesenste Buch in den Klöstern war, wobei jedoch in Anschlag zu bringen ist, daß viele einzelne Sentenzen gelehrt und gelernt wurden, ohne daß man wußte, woher sie stammten. Doch war auch die ganz übermäßige Beschäftigung mit der unübersehlichen Fülle von Mythen, um jede Anspielung erklären zu können, für Mönche wenig förderlich, und selbst Boethius und Cicero stimmten nicht immer mit den Kirchenlehrern überein. Sogar den Erzbischof Bruno sah der Hofcaplan Poppo in einer Vision wegen seiner eifrigen Beschäftigung mit der Philosophie verklagt, aber S. Paulus trat für ihn ein[49].
Der Abt Smaragdus, der 819 das Kloster Castellio nach Saint-Mihiel-sur-Meuse verlegte, bekämpfte den Widerstand gegen die grammatischen Studien; in seiner Grammatik aber nahm er die Beispiele aus kirchlichen Schriftstellern[50]. Doch fühlte man allgemein, daß man die heidnische Litteratur nicht entbehren könne, ohne in Barbarei zu verfallen; Hraban trat sehr entschieden dafür ein, und selbst Anselm von Canterbury (ep. I, 55) hat einem Mönche gerathen, den Vergil zu lesen. War der geistliche Stand einmal der allein lehrende, so mußte er auch diesen Gefahren sich aussetzen. Nur an einzelnen Orten und bei einzelnen Männern drang jene ascetische Richtung durch; in den Schulen behaupteten sich bis ins dreizehnte Jahrhundert Vergil und Horaz, Terenz, Ovid, Sallust, und verlockten immer von neuem die jugendlichen Gemüther durch den Zauber ihrer Anmuth von den trockneren Vätern der Kirche.
Die Gewandtheit im Ausdruck, der leichte Fluß der lateinischen Rede, im karolingischen Jahrhundert so allgemein verbreitet, waren jedoch in der fünfzigjährigen Unterbrechung schriftstellerischer Thätigkeit verloren gegangen; mit großer Anstrengung mußte man wieder von neuem beginnen. Die mühsam erworbene gelehrte Bildung ist fast überall kenntlich; man war stolz auf die neue Kunst und trug sie gern zur Schau. Die schwerfälligen Phrasen sind erfüllt von ungeschickt eingefügten Ausdrücken der alten Schriftsteller, man prunkt gern mit Citaten und bringt die gelehrten Reminiscenzen auch da an, wo sie am wenigsten passend sind, wie z. B. Liudprand die Ungern in ihrem Kriegsrath mit pedantischer Affectation griechische Worte einmischen läßt. Schulmäßig gekünstelte Reden sind besonders beliebt, und nur zu häufig erschwert der gesuchte Ausdruck das Verständniß des Inhaltes. Aber die frische Lebenskraft, welche jetzt wiederum die von jugendlichem Aufschwung erfüllte Generation durchdrang, ist auch in dieser Vermummung nicht zu verkennen[51].
Leicht genug scheinen der Nonne Hrotsuit ihre Hexameter entströmt zu sein, aber die reiche Fülle lateinischer Gelegenheitsdichtung, welche in der karolingischen Zeit überall uns begegnet, fehlt der ottonischen. Wohl finden wir den Streit der Brüder Otto I und Heinrich in einem halb lateinischen, halb deutschen Gedicht behandelt[52], und auch die Schlacht auf dem Lechfeld verherrlicht[53], beide aber (in Bezug auf das erste freilich jetzt bezweifelt) den Ereignissen schon so fern stehend, daß wir hinter ihnen uns eine Fülle deutscher Lieder zu denken haben, von jenen Mimi gesungen, deren Widukind gedenkt[54].
Wie nun unter den ersten Karolingern die kräftige Neugestaltung des Reiches naturgemäß dahin geführt hatte, die Begebenheiten der Gegenwart aufzuzeichnen, weil man wieder Lust und Bedürfniß empfand, sie festzuhalten, so geschah es auch nach langer Pause unter den Ottonen. Auch jetzt suchte man zunächst die Zeitgeschichte festzuhalten; die Weltgeschichte zu umfassen, versuchte man noch kaum. Aber überall begann man um die Mitte des Jahrhunderts, die Zeitereignisse aufzuschreiben. Beziehungen zum kaiserlichen Hofe wirkten auch hier anregend, aber nirgends erhob man sich doch zu einem so klaren Ueberblicke der Verhältnisse, wie ihn die karolingischen Reichsannalen zeigen; nur der Fortsetzer des Regino reiht sich denselben an. Der Königshof übte wieder einen kräftigen Einfluß, die Reichsgeschichte ist überall im Vordergrunde, aber weit mehr als in karolingischer Zeit herrschen doch locale Gesichtspunkte vor, und es entwickeln sich selbständige Mittelpunkte gelehrter Thätigkeit. Deshalb betrachten wir nach einander die einzelnen Reichslande und beginnen mit demjenigen, von welchem die Herrschaft der Ottonen ausging, mit Sachsen.
[1] Widuk. II, 36. Vgl. Dümmler, Otto I S. 515. Ich glaube nicht, daß man bei litteras discere und libros legere et intelligere an andere als lateinische Bücher denken darf.
[2] Liudpr. Hist. Ott. 11.
[3] Flodoard h. a. MG. SS. III, 396.
[4] Casus S. Galli MG. SS. II, 139. Einen anderen übersetzt die Kaiserin Adelheid, nam litteratissima erat; ib. p. 146.
[5] D'Achery, Spicil. I, 437.
[6] So erzählt Gunzo selbst in seiner Epistola ad Augienses fratres bei Martène, Coll. I, 294. Der Codex aus St. Amand ist jetzt in Valenciennes, Mangeart p. 302. Eine zweite Hs. in Maihingen, NA. IX, 286. Man hatte ihn auch in Stablo, Gottlieb, Mittelalt. Bibliotheken S. 440. Obgleich er Otto nur König nennt, zieht doch M. v. Knonau zu Ekk. S. 328 das J. 965 vor. Vgl. Gatterers Commentatio de Gunzone Italo, Norimb. 1756; Bursian, Gesch. d. Philol. S. 43. Daß er der Ebersberger Probst Guntheri oder Gunzo gewesen sei „Graecis ac Latinis litteris doctus, qui fuit conscolasticus Gerberti pape“ (Chron. Ebersp. MG. SS. XX, 18) scheint der Zeit nach kaum möglich, da dieser nach Gr. Hundt von 1002 bis 1013 Probst war.
[7] „Falso putavit S. Galli monachus me remotum a scientia grammaticae artis, licet aliquando retarder usu nostrae vulgaris linguae quae latinitati vicina est.“ M. v. Knonau vermuthet, daß Ekkehard II (palatinus) sein Gegner war.
[8] V. Wolfkangi c. 5.
[9] Nach den Versen bei Schannat, Vind. litt. I, 229 u. Oegg, Versuch einer Korographie der Stadt Würzburg I, 542, die eine Art von Testament enthalten:
Novaria genitus..... prae moenibus alta,
Utraque ut patuit, doctor in urbe fui.
Ast Popo antistes hanc me perduxit in urbem,
Qua sophiae studiis dogmata crebra dedi.
Quos habui paucos decrevi tradere libros,
Martyr sancte Dei, en Kiliane tibi.
Caetera quae restat mihimet sat parva supellex,
Cedat fraternis usibus apta nimis.
Quisquis ades nostri, rogito, possessor ovilis,
Adde diem mortis, quem deus ipse sapit.
Actum anno dom. inc. 970. 17 Kal. Aug.
Das fehlerhafte erste Distichon ist nach dem Epit. zu verbessern.
[10] Nebst einem Epitaph auf seinen Vater Leo, bei Giov. Andres, Lettera al Sig. Abbate Morelli, Parma 1802, u. bei Reifferscheid, Wiener SB. LXVIII, 623 mit Auslassung des ersten Hexameters: „Prodolor hoc parvo claudit sua membra locello“. Dagegen ist der Schluß von Stephans Epitaph fälschlich dazu gezogen.
[11] Richer III, 44. 45. Vgl. Büdinger über Gerbert S. 44.
[12] Casus S. Galli p. 126. Bei der Unzuverlässigkeit derselben u. den chronol. Widersprüchen ist es unsicher, ob Ekk. nicht erst nach 973 an den Hof kam; s. G. Meyer v. Knonau zu seiner Ausg. p. LXXI.
[13] Tietm. IV, 5.
[14] Richer III, 67.
[15] Richer III, 55 ff. Vgl. Büdinger S. 52 ff.
[16] In Frankreich soll um diese Zeit Fulco bonus von Anjou (938 bis 958) vom König verlacht sein, als er in choro S. Martini mit den Canonikern sang. Er schrieb darauf dem König: „Noveritis domine, quia rex illiteratus est asinus coronatus“. Gesta consulum Andegavensium c. 5; vgl. Doctrina Abaelardi bei Wright und Halliwell, Reliquiae antt. I, 16, und das Schachbuch, Zeitschr. f. D. Alt. XVII, 204.
[17] Casus S. Galli, MG. SS. II, 147.
[18] Giesebrecht Kaiserzeit I, 670. 846. Lüntzel, Bernward S. 14. Vgl. H. Düker, Der liber mathematicalis des h. Bernward im Domschatze zu Hildesheim [←], Hild. Progr. 1875. Dieses Buch, welches B. für den Unterricht gebraucht haben soll, ist die Arithmetik von Boethius mit Glossen. Vgl. die Verse bei Giesebr. I, 889, und über die von Joh. Calaber an Otto III gekommenen Bücher Val. Rose im Hermes VIII, 46; Giesebr. I, 850.
[19] Ueber ein von Liuthar ihm dargebrachtes Evangeliar, und über die Bilder von Otto III und Theophano auf dem kostbaren Einband des goldgeschriebenen Evangeliar in Echternach, jetzt in Gotha, s. Lamprecht, Der Bilderschmuck des Cod. Egberti u. des Cod. Eptern. im Jahrbuch d. Vereins v. Alterthumsfreunden im Rheinland, LX (1881) S. 56-112.
[20] Hirsch, Heinrich II, I, 90-92. Giesebr. Kaiserzeit II, 78, 604.
[21] Giesebr. II, 605.
[22] Ausführlich handelt darüber Giesebrecht, II, 52-65, vgl. 600, und Hirsch, Heinrich II, Band II. Ein dazu gehöriger Catalog NA. V, 624.
[23] Hirsch, Heinrich II, I, 554. Jaffé, Bibl. V, 482.
[24] Gedr. v. Gutenäcker im 25. Bericht d. hist. Vereins zu Bamberg S. 138. Hirsch a. a. O. S. 545-554. Jaffé, Bibl. V, 484-497. Ergänzt Giesebr. II, 581.
[25] „Heinricus in Romano residens palatio et arcana sapientum comprobans ingenio, dolet nusquam inveniri similem Constantio.“ Mab. Anal. p. 217. Duméril (1843) S. 280; vgl. über Constantius die Unterschrift des Cod. Bern. 87: „Ego Constantius peccator et indignus sacerdos S. Petri Luxov. coenobii scripsi ad serviendum ei hos libros Boetii de geometria diebus tantum XI infra Idus Jun. et VI. Kal. Jul. a. M. IIII. ab inc. Domini, conversionis autem nostrae II. praecepto pii patris Milonis. Sit ergo utenti gratia, scriptori venia, fraudatori anathema.“ Cantor, Mathem. Beiträge (1863) S. 404, und correcter bei Grandidier, Oeuvres hist. (1865) II, 236, Hagen, Catal. Bern. p. 107. Die Handschrift hatte Bischof Werinhar der Straßburger Kirche geschenkt.
[26] Cod. Pal. 909, Arch. XII, 344. Nach Bethmann wäre die Inschrift aus dem elften Jahrhundert, nach H. Droysen im Hermes XII, 387 (Auctt. antiquiss. II, p. LXII) aus dem Anf. des 12. und hätte dieselbe Hand den Text mit Randglossen, wie cave princeps, attende princeps, himitare princeps versehen, welche auf den Unterricht eines Fürsten deuten. Danach wäre ein späterer Heinrich anzunehmen.
[27] Vgl. Giesebr. II, 546. Weinhold, Die deutschen Frauen S. 91. V. Bardonis maj. c. 1. Der Regensburger Marianus Scottus schrieb „multa manualia psalteria viduis indigentibus ac clericis pauperibus ejusdem civitatis“. Frau Ute in Lorsch „las an ir salter alle ir tagezît“, Diu Klage v. 1840. „Saltere und alle buche, di zu gotis dinste horen, die vrowen phlegen zu lesene“, gehören nach dem Sachsenspiegel I, 24, 3 zur Gerade. Verständniß der Sprache war jedoch mit dem Lesen nicht nothwendig verbunden, so verstand Hildegard vor ihrer Erleuchtung den Inhalt nicht: „solum psalterium legere didicerat more nobilium puellarum a quadam inclusa in monte Dysibodi“. Alberici Chron. ad a. 1141. Im 13. Jahrh. wird einem Scholaren der Rath gegeben: „Si vero grammaticam nequis scire plene, Defectu ingenii, defectu crumene, Horas et psalterium discas valde bene, Scolas si necesse est puellarum tene.“ Peiper in der Zeitschrift f. Deutsche Philologie V, 183.
[28] „Domesticos omnes famulos et ancillas variis artibus, litteris quoque instituit; nam et ipsa litteras novit, quas post mortem regis lucide satis didicit.“ Widuk. III, 74. Anskar schickte der Liutbirg (oben S. 254) junge Mädchen zur Unterweisung im Psalmsingen und Handarbeit.
[29] Casus S. Galli MG. SS. II, 122-126. Vgl. die Anmerkungen von Meyer von Knonau S. 319 ff. u. Allg. Deutsche Biogr. X, 308.
[30] „Gerberga, cujus nunc subdor dominio abbatiae, aetate minor sed ut imperialem decebat neptem, scientia provectior, aliquot auctores quos ipsa prior a sapientissimis didicit, me admodum erudivit.“ Praef. ad vitam b. Mariae.
[31] Im Chron. Gozec. I, 2 (MG. SS. X, 142) heißt es von der Agnes von Weimar, Gemahlin des 1036 verstorbenen Pfalzgrafen Friedrich von Sachsen: more antiquorum tam litteris quam diversarum artium disciplinis apud Quidelingeburg pulchre fuit instructa. Ueber Kunigunde s. unten V § 15. Die Quedlinburger Schatzmeisterin Hazecha verfaßte eine Schrift zu Ehren des h. Christoph, welche sie Bischof Balderich von Speier (970 bis 987) übergab. S. unten [→ S. 324.]
[32] Chron. Ebersp. MG. SS. XX, 14. Aehnlich heißt es in der Vita S. Pauli Virodun. (aus dem 7. Jahrh.), in welcher Berthar angeführt wird, Hugo Flavin. aber noch nicht: „liberalium studiis litterarum, sicut olim moris erat nobilibus, traditur imbuendus“. Mab. Act. II, 268. Auch der Vater Odo's von Cluny war nach der Vita auct. Joh. mon. I, 5 ein angesehener Rechtskundiger am Hofe des Grafen Wilhelm von Poitiers.
[33] S. über ihn und seine Wirksamkeit W. Giesebrecht, Geschichte der Kaiserzeit I, 321-331, vgl. 817; 401-403. 431-436, vgl. 826. 829. Vogel, Ratherius I, 156 ff. Jasmunds Vorwort zur Uebersetzung des Ruotger. Ern. Meyer de Brunone I, Diss. Berol. 1867. Dümmler, Otto I, S. 396 bis 399. Bursian, Gesch. d. Philol. S. 44. K. Martin, Beiträge zur Gesch. Bruns, Diss. Jen. 1878.
[34] Sickel, Wiener SB. XCIII, 732.
[35] Hontheim, Prodr. hist. Trev. II, 975. Dümmler in d. Neuen Mitth. XI, 252.
[36] Mir scheint das aus Ruotgeri V. Brun c. 5-7 hervorzugehen. Freilich darf man kaum an eine dauernde geregelte Organisation denken, aber E. Meyer geht zu weit, wenn er sie ganz leugnet. Ihm stimmt freilich jetzt auch Dümmler bei, Otto I, S. 545, aber wenn Ruotger sagt: „Latialem eloquentiam non in se solum, ubi excelluit, set et in multis aliis politam reddidit et inlustrem“, so muß doch Brun lat. Unterricht gegeben haben. Die eigentliche Schule hatten die Hofcapläne schon hinter sich, aber wenn wir Ruotger irgend glauben dürfen, war doch am Hofe noch viel für sie zu lernen.
[37] Wohl konnte deshalb Brun zum König sagen:
Deciderat Studium veterum
Et vigilancia paene patrum,
Caecaque saecula barbaries
Saeva premebat et error iners.
At tua dextra ubi sceptra tenet,
Publica res sibi tuta placet,
Exacuit calamos studium
Fertque quod apparat ad solium.
Verse hinter einer Abschrift des Frontin, bei Haase, Ind. lectt. Vratisl. hiem. 1860, p. 20. Leider bleibt es ungewiß, ob der Bruno tuus dieser Bruno ist; der Caesar ist nicht genannt. Diese Anrede setzt übrigens nicht nothwendig die Kaiserkrönung voraus.
[38] Brit. Mus. Addit. 23,931, wo nach dem Catalog von 3 Widmungsversen der erste lautet: „Me Godefrid sanctae praesul dedit ecce Mariae“.
[39] Waltherus Spirensis de passione S. Christophori, bei B. Pez, Thes. II, 3, 29-122. Prantl, Gesch. d. Logik II. 52 hat auf dieses Werk aufmerksam gemacht; Remling in seiner Geschichte der Bischöfe von Speier erwähnt es I, 252 unter Bischof Walther, Mabillon sah die Hs. in St. Emmeram, jetzt Cod. lat. Monac. 14,798. Vgl. W. Harster: Walther v. Speier, ein Dichter des 10. Jahrhunderts. Speier 1877. Beigabe zum Jahresbericht der K. Studienanstalt. Da ist nachgewiesen, daß aus einer vielfach mißverständlichen Bearbeitung des griech. Textes sich die spätere Form der Legende entwickelt hat; doch hat Schönbach, Zeitschr. f. D. Alt. XXIV, Anz. S. 155-172, Einwendungen dagegen erhoben. Ausgabe von Harster als Beigabe zum Jahresbericht 1878. Anz. v. Pannenborg, GGA. 1879, No. 20; von Nolte, Zeitschr. f. öst. Gymn. 1879, XXX, 617-629. Acta Graeca, Anal. Boll. I, 121. [←]
[40] Hieron. ad Eustochium, Opp. ed. Vall. I, 113. Vgl. im allg. Comparetti, Virgilio nel Medio Evo I, cap. 6.
[41] Dümmler, St. Gall. Denkm. S. 207. Ermenrici ep. p. 29. 31.
[42] Dümmler, Formelbuch S. 73.
[43] Vita auct. Joh. mon. I § 12.
[44] „Legerat isdem vir Domini libros olim antiquorum philosophorum Virgiliique mendacia, que nolebat nec ipse jam audire nec alios legere: Sufficiunt, inquiens, divini poetae vobis, nec egetis luxuriosa Virgilii vos pollui facundia“, Vita S. Majoli I, c. 14.
[45] R. Lehmann über die Vitae Hugonis S. 48.
[46] Die fleißige Beschäftigung mit Terenz wird auch bezeugt durch das wunderliche Gedicht, welches Riese in der Zeitschr. f. österr. Gymnasien 1867, S. 442-446, e cod. saec. X. herausgegeben hat, und schon 1840 Magnin in d. Bibl. de l'École des chartes, I, 524-531.
[47] Vita Popponis c. 32. MG. SS. XI, 314.
[48] Reineri Palmarium Virginale bei B. Pez, Thes. IV, 3, 85.
[49] Thietmari Chron. II, 10.
[50] S. über ihn Hauréau, Smaragdus (Singularités p. 100-128); NA. IV, 250-253; Ebert II, 108-112. Seine Gedichte sind gedruckt Poet. Lat. I, 605-619; sie sind ausgeschrieben von Angelomus, ib. II, 675-677. Die Vorrede des Smaragdus zu seiner Via regia ist, wie Dümmler bemerkt, gedruckt bei Denis, Codd. bibl. pal. I, 1050.
[51] Vgl. über den Charakter der Litteratur dieser Zeit W. Giesebrecht, Kaiserzeit I, 309.
[52] Leich von den beiden Heinrichen, ed. Lachmann bei Koepke, Jahrbb. Otto's I S. 97. W. Wackernagel, Lesebuch 4. Aufl. I, 110. Müllenhoff u. Scherer 3. Ausg. I, 39, vgl. II, 99-106. Seelmann im Niederd. Jahrb. XII, 75-89, bezieht es auf den Augsb. Reichstag von 952; Bedenken dagegen von Steinmeyer a. a. O. S. 105.
[53] Modus Ottinc, Magnus caesar, auch Otto II u. III feiernd, Lachm. im Rhein. Mus. III, 432. Coussemaker, Hist. de l'harm. 106 u. pl. VIII, 1. Müll. u. Scherer 3. Ausg. S. 46.
[54] Ueber die lat. Hof-u. Klosterpoesie vgl. Wackernagels LG. S. 70 bis 74, über Volkslieder S. 75. Ueber die modi des Cod. Cantabr. Bartsch, Die lat. Sequenzen des MA. S. 145-165. Auf Heriger von Mainz (913 bis 926) Heriger urbis, nicht historisch, Jaffé in d. Zeitschr. f. D. Alt. XIV, 455. Müll. u. Scherer, 3. Aufl. S. 53. — Kirchliche Lieder auf Heinrich II, Lamentemur u. Judex summe, bei Jaffé a. a. O. 458-461; Summe Caesar NA. IV, 399. Anspielungen auf Heinrichs II Zusammenkunft mit K. Robert von Frankreich im Ruodlieb, bei Grimm u. Schmeller, Lat. Gedichte des 10. u. 11. Jahrh., vgl. Giesebr. II, 624. Jahrbb. Heinrichs II, II, 225. III, 261. Ausgabe von F. Seiler, Halle 1882. Ueber Ecbasis captivi s. unten [→ § 6]. Verse auf Heribert von Cöln zur kirchlichen Feier, doch noch saec. XI, Qui principium bei Jaffé S. 456.
§ 2. Sachsen. Corvey. [[←]]
Das Kloster Corvey, von Anfang an in enger Verbindung mit dem Hause der Ludolfinger und ihrer Gunst und ihres Schutzes sich erfreuend, hatte von der Ungunst der Zeiten weniger gelitten als andere Stifter. Doch verschwand auch hier nach Bovo II, mit Ausnahme der dürftigen Annalen[1], jede Spur litterarischer Thätigkeit, bis der Glanz von Otto's des Großen Thaten ein Geschichtswerk aus diesem Kloster hervorrief, wie noch keines in Sachsen ans Licht getreten war, dessen Form aber zugleich einen bedeutenden Verfall der grammatischen Schulbildung bekundet.
Widukind.
Widukindi Res gestae Saxonicae ed. Waitz, MG. SS. III, 408-467. Bes. Abdruck, neue Ausg. 1882. Uebersetzung von Schottin, mit Einleitung von Wattenbach 1852, 1882, mit Nachtr. 1891. Geschichtschr. 33 (X. 6). Facs. d. Dresd. Hs. in E. Berners Gesch. d. Pr. Staats I, 1890. Waitz in Schmidts Zeitschrift II, 100. L. Giesebrecht, Wend. Geschichten III, 295. W. Giesebrecht, Geschichte der Kaiserzeit I, 779. Maurenbrecher S. 32-43. W. v. Korvei (Ottonische Studien I) von R. Koepke, 1867. Vgl. Waitz, GGA. 1867 S. 1429-1438. Waitz: Ueber das Verhältniß von Hrotsuits Gesta Oddonis zu Widukind, Forsch. IX, 335-342. Alfred Kirchhoff: Ueber den Ort der Ungarnschlacht. Forsch. XII, 573-592; Wyneken, ib. XXI, 239-250; Grandaur zur V. Uldalrici. Vgl. auch Jul. Voigt, Die Pöhlder Chronik und die in ihr enthaltenen Kaisersagen, Diss. Hal. 1879 (NA. V. 468). Zu I, 12 (Hirmin) Krause, NA. XVI, 611; zu I, 16 O. v. Heinemann: Die Niederlage der Sachsen durch die Normannen 880, Mitth. d. Vereins f. Hamb. Gesch. 1880, S. 58-65 (NA. VI, 203). Zu I, 36 (Lunkini) Virchow, Verhandl. d. Berl. Anthropol. Ges. 1886, S. 422 ff. Zu I, 40 (Chnuba) R. v. Liliencron, Der Runenstein von Gottorp, Kiel 1888 (NA. XIII, 654). Zu II, 1 (Krönung Ottos) Beissel über den Aachener Königstuhl, Ann. d. Aach. Geschichtsvereins, 1888, S. 14 ff. Zu II, 10 (Schöppenkampf) B. Simson, Forsch. XXV, 369-373. Planck, Münch. SB. 1886, S. 155-180.
Im Jahre 967, als Kaiser Otto auf der Höhe seiner Macht stand, unternahm es Widukind, Mönch im Kloster Corvey, die Geschichte seines Volkes zu schreiben, nachdem er vorher sich mit der Bearbeitung von Heiligenleben beschäftigt hatte[2]. Dadurch, so sagt er selbst, habe er seinem Berufe genug gethan; jetzt erfülle er die Pflicht gegen seinen Stamm und sein Volk, indem er die Thaten ihrer Fürsten niederschreibe. In der Widmung an die Aebtissin von Quedlinburg, des Kaisers Tochter Mahthild, bezeichnet er genauer als seinen Gegenstand die Thaten Heinrichs und Otto's; die Ueberschrift aber bezeichnet sein Werk als die Geschichte der Sachsen. Denn Volk und Herrscher waren auf das innigste verbunden, und in dem Ruhme des Kaisers fühlte das ganze Volk sich gehoben, wie es denn auch seinen reichen Theil daran hatte. Gänzlich fern lag es Widukind, nach der Weise der Chronisten an das römische Reich anzuknüpfen, sondern völlig dem Verlaufe der geschichtlichen Entwickelung entsprechend, nimmt er zum Ausgangspunkte seiner Erzählung die Urgeschichte der Sachsen. Ihre alten Sagen zeichnet er auf, und obgleich er es nicht lassen kann, sie durch übel angewandte Schulgelehrsamkeit zu entstellen, so erkennt man doch in jedem Worte die Freude des Mönches an seinen alten heidnischen Vorfahren, an diesem kraftvollen Geschlechte, vor dem schon damals die Franken sich fürchteten. Heiden freilich durften sie nicht bleiben, und darum mußten sie nach tapferer Gegenwehr den Franken unterliegen, um durch die Taufe nun mit ihnen ein Volk zu werden. Aber das Gefühl der Unterdrückung lastet dennoch auf ihnen, bis nun S. Veit zu ihnen kommt, und mit ihm das Glück, welches die Westfranken jetzt verläßt. Unter seinem Schutze gedeihen und erstarken die Sachsen und werden unter ihrem großen König Heinrich aller übrigen Völker und selbst der Franken Herr; kein fremder Gebieter beschränkt hinfort ihre Freiheit.
Gegen Otto erheben sich noch einmal alle Stämme, schon schwindet die Hoffnung, daß das Reich ferner bei den Sachsen bleibe, aber mit Gottes Hülfe überwindet Otto alle seine Widersacher, er bändigt die Slaven, die Ungern, die Westfranken, bringt auch Italien wieder ans Reich, und beherrscht nun, von Gott und S. Veit beschützt, mit seinen Sachsen die Christenheit.
Durch diese durchgehende Einheit der Auffassung und durch die naturfrische Lebendigkeit der Darstellung hat das ganze Werk eine epische Färbung; was in der Ferne vorgeht, berührt Widukind nur kurz, und ist darüber auch wenig genau unterrichtet, so wie er für die älteren Zeiten freilich auf Beda und die Geschichte der Franken und Langobarden hinweist, auch Jordanis über den Ursprung der Hunnen ausschreibt, Einhards Leben Karls benutzt, aber von ernstlicher kritischer Forschung doch kaum eine Vorstellung hat. Für näher liegende Zeiten wird es ihm nicht ganz an annalistischen Aufzeichnungen gefehlt haben, an welche die noch erhaltenen Corveyer Annalen anklingen. Die Translatio S. Viti kannte er, und doch wohl auch Bovo's Werk. Aber die mühsam und geistlos compilirende Arbeit anderer Chronisten liegt seiner Weise ganz fern. Dem Epos steht er auch darin nahe, daß er vorzüglich bei der Schilderung der Schlachten und anderer Begebenheiten verweilt, über ihre geschichtliche Verknüpfung aber rasch hinwegeilt. Die Composition des Werkes ist von R. Koepke genau untersucht und dargelegt: recht deutlich stellt sich daraus die ganz einheitliche ursprüngliche Aufzeichnung dar, welche durch das gewissenhafte Bestreben, auch anderen Thatsachen ihre Stelle anzuweisen, zerstückt und oft unklar geworden ist. Am auffallendsten ist in solcher Weise die Schilderung der Schlacht auf dem Lechfelde zerrissen. In dem Autograph des Leo von Ostia sehen wir ein solches Verfahren noch deutlich vor uns, doch ist ohne Zweifel Koepke in seinen Folgerungen und Behauptungen vielfach zu weit gegangen: an einen fertig geschriebenen Entwurf des ganzen Werkes in dieser Weise ist gewiß nicht zu denken. Eingehend kritisirt und zurückgewiesen ist Koepke's Hypothese von J. Raase[3].
Einen seltsamen Gegensatz zu dem ganz volksthümlichen Inhalt bildet der gesuchte sallustische Ausdruck[4], gemischt mit den Worten und Wendungen der lateinischen Bibel. Mühsam zieht er dem widerstrebenden Gedanken ein altrömisches Kleid an, das oft nur schwer und unvollkommen erkennen läßt, was er eigentlich sagen will. Die Nachahmung der antiken Redeweise beherrscht ihn so sehr, daß er sogar Heinrich wie Otto nach dem Siege über die Ungern vom Heere als Imperator begrüßen läßt, und Otto auch von da an so nennt, die Kaiserkrönung in Rom aber ganz übergeht, wie denn überhaupt der Pabst in der eigentlichen Geschichtserzählung gar nicht genannt wird[5].
Betrachten wir Widukinds Buch als eigentliches Geschichtswerk, so können wir nicht umhin, es für sehr mangelhaft zu erklären; seine Auffassung der Dinge und namentlich seines großen Kaisers ist keineswegs richtig; so wie der Kaiser selbst den Standpunkt eines Sachsenfürsten verließ, wurde er dadurch dem Gesichtskreise Widukinds entrückt. Obgleich Mönch, übersieht dieser fast ganz die so überaus wichtige kirchliche Wirksamkeit Otto's, und besonders auffallend ist sein Schweigen über die Stiftung des neuen Erzbisthums in Magdeburg. Er stand dem kaiserlichen Hause nicht ganz ferne, wie seine Widmung an Mahthild zeigt — ein zwölfjähriges Mädchen, dem er fast ärger schmeichelt, als die Devotion gegen das Haus der Ottonen entschuldigen kann — und es kamen ihm gute Nachrichten zu, aber er blieb doch als Mönch in seinem Kloster, und war daher nicht im Stande, sich diejenige Uebersicht der Verhältnisse zu verschaffen, welche damals wohl nur am kaiserlichen Hofe zu erlangen war. Deshalb kann ich auch nicht der Auffassung Koepke's zustimmen, welcher einen längeren Aufenthalt am Hofe annimmt, und Erzbischof Wilhelm einen bestimmenden Einfluß auf das Werk beimißt: wir müßten dann ganz andere Gesichtspunkte hervortreten sehen. Wohl hat er den Kaiser und seinen Hof gesehen, wenn sie das heimathliche Sachsen aufsuchten, aber von dem, was jenseit der sächsischen Grenze liegt, scheint ihm aus eigener Anschauung kaum etwas bekannt zu sein. Selbst in Magdeburg muß er ganz fremd gewesen sein, da er sonst doch wohl nothwendig für die so wichtige Stiftung der wendischen Bisthümer und die viel bestrittene Errichtung des Erzbisthums einige Theilnahme gewonnen hätte.
Daß Widukind Hrotsuits Gedicht gekannt, daß er dazu eine Art von Ergänzung hätte geben wollen, ist ein Phantasiegebilde von Koepke, welches G. Waitz hinlänglich widerlegt hat.
Bleibt nun auch Widukind in seiner Darstellung hinter dem seinem Gesichtskreis entrückten Reich zurück, so verleiht ihm dagegen gerade seine Einseitigkeit und die lebendige Wärme des Volksbewußtseins einen Reiz, der den objectiver gehaltenen Annalen fehlt, und stofflich betrachtet sind seine Mittheilungen für uns von dem unschätzbarsten Werthe. In allem, was ihm nahe lag, zeigt er sich durchaus zuverlässig, unbefangen und wahrheitsliebend in der Schilderung der handelnden Personen, und so sehr er auch für das Ottonische Haus begeistert ist, liegt eine absichtliche Entstellung der Thatsachen zu ihren Gunsten ihm jedoch gänzlich fern. Sogar für jene kühnen Recken, die im unbändigen Trotze lieber alles erdulden, als der Herrschaft ihres Vetters sich fügen wollten, bezeugt er eine offenbare Theilnahme, ja Vorliebe, wie auch beim Volke solche Naturen immer Anklang finden; zuletzt, wo er schon zum Schluß eilt und selbst das Näherliegende oberflächlich behandelt, zieht ihn doch noch Wichmanns Trotz und Untergang übermächtig an. Widukind ist eben mit seinen Vorzügen, wie mit seinen Mängeln ein ganzer Sachse des zehnten Jahrhunderts, und in ihm spiegelt sich die Natur seines Stammes treu und wahr. Es konnte daher auch nicht fehlen, daß sein Werk gern und viel gelesen wurde; es findet sich bei den späteren Schriftstellern überall benutzt, jedoch seit dem zwölften Jahrhundert nicht mehr unmittelbar, sondern nur durch die Vermittelung Ekkehards, der es fast ganz in seine große Weltchronik aufgenommen hatte[6]. Daraus erklärt es sich wohl, daß uns nur drei Handschriften davon erhalten sind. Wie es scheint, enthält von ihnen die eine, jetzt Dresdener (A), das Werk in seiner ursprünglichen Gestalt[7]; später hat Widukind am Schlusse noch einiges in loserer Verknüpfung hinzugefügt, den so sehr merkwürdigen Brief des Kaisers aus Capua und die schöne Schilderung vom Tode der Königin Mahthild und von des Kaisers Heimkehr und Tod. Zugleich veränderte er einige Ausdrücke; vielleicht auch die Stelle über des Erzbischofs Hatto Nachstellungen gegen Heinrich (I, 22), in welcher die Dresdener Handschrift von der Schuld des Erzbischofs schweigt. Doch ist auch möglich, daß vielmehr in der an Fremde hinausgegebenen Abschrift jene bedenkliche Stelle geändert war, denn sie macht den Eindruck einer Abkürzung, und es sind Worte darin, welche nur durch die Vergleichung mit Cod. 1 ihre Erklärung finden[8]. Die in Corvey gebliebene Handschrift wurde abgeschrieben (Cod. 1 in Montecassino) und vielleicht etwas später in Corvey interpolirt, um eine Notiz über den Abt Bovo und eine ausführliche Erzählung der beliebten Volkssage von dem Untergange des Grafen Adalbert von Babenberg durch Hatto's Verrath anzubringen[9]. Doch schreibt jetzt Waitz auch diese Stücke Widukind zu. In dieser Gestalt findet sich das Werk in der Steinfelder Handschrift (Cod. 2, jetzt im Brit. Museum Add. 21109) und in der Frechtschen Ausgabe, und so lag es schon Ekkehard und dem Annalista Saxo vor. Man möchte glauben, daß Widukind selbst mancherlei geändert und auf die Ränder geschrieben hat, und daß die Abschreiber bald die ursprüngliche Schrift und bald die Aenderungen und Zusätze aufnahmen.
Die sagenhafte Erzählung Widukinds von der Theilnahme der Sachsen an dem Kampfe der Franken und Thüringer ist, auch hier durch Ekkehard vermittelt, im zwölften Jahrhundert benutzt worden für die seltsame Geschichte von der Herkunft der Schwaben, in welcher an die Stelle der Sachsen die Schwaben gesetzt sind, die wegen Hungersnoth aus Schweden auswanderten. Diese von Goldast 1604 als Anonymus de Suevorum origine zuerst veröffentlichte Fabel, welche aber Spuren wirklicher alter Sage enthält, ist von Müllenhoff nach einer ziemlich gleichzeitigen Handschrift neu herausgegeben[10], der zugleich nachgewiesen hat, daß sie nur im sächsischen Schwabengau an der Bode entstanden sein kann, aber in Schwaben aufgezeichnet ist.
Unerwarteter Weise sind unsere Nachrichten über diese Zeiten, ganz vorzüglich aber über die Zustände der Wendenländer, durch einen sehr werthvollen Fund vermehrt worden, nämlich den in einem arabischen Sammelwerke enthaltenen Bericht des Juden Ibrahîm-ibn-Jakûb, d. i. auf deutsch Abraham Jakobsen, über die Slaven. Er hat, wie er selbst erwähnt, Kaiser Otto gesprochen und Gesandte der Bulgaren in Merseburg getroffen. Man hat das auf das Jahr 973 bezogen, allein von Herrn Kunik habe ich jetzt erfahren, daß seiner Ueberzeugung nach Ibrahîm seinen Bericht vor 970 abgefaßt hat, was allerdings besser zu der Thatsache stimmt, daß schon 971 das Königthum der Bulgaren sein Ende fand. Eine Untersuchung über diesen Bericht, in vielen Stücken von früheren Deutungen abweichend, hat Fr. Westberg verfaßt; dieselbe ist aber noch nicht gedruckt, und ich verdanke dem Verf. die Mittheilung seiner Resultate in der neuen Ausgabe der Uebersetzung des Widukind[11].
[1] Oben [S. 254] Durch ihren Inhalt sind sie bei dem Mangel anderer Nachrichten wichtig.
[2] Es sind alte Legenden, die er nur stilistisch umformen konnte. Er muss sich also darin mehr zugetraut haben, als wir ihm zugestehen können. Leider sind sie nicht bekannt und wir wissen also nicht, ob sein Stil darin nicht ein ganz anderer war.
[3] Widukind von Korvei, Rost. Diss. 1880.
[4] Daß er auch Livius gekannt habe, weist Koepke S. 175 nach. Benutzung des Tacitus u. a. sucht Manitius nachzuweisen, NA. XI, 45-90.
[5] Maurenbrecher S. 40 bemerkt, daß Widukind einem im Mittelalter häufigen Sprachgebrauch folgend unter Imperator den Herrscher über mehrere Völker versteht, weshalb er auch Theuderich so nennt, vgl. Ann. Fuld. a. 869: Mon. Sangall. II, 11 und die Titel des angelsächsischen Königs Eadgar, die Krönung Alfons von Spanien 1135. Doch betrachtet er Theuderich ganz nach der Analogie des karol. und sächs. Kaiserthums, und das gänzliche Schweigen von der Kaiserkrönung ist darum nicht minder auffallend. In Bezug auf sein Verhalten zum Wunderglauben seiner Zeit ist zu bemerken, daß probare bei ihm nicht billigen, sondern erproben bedeutet, und er deshalb über S. Wenzels Wunder keine Mißbilligung, sondern nur einen kritischen Zweifel ausspricht.
[6] Benutzung durch Dietrich von Niem zeigt Lindner, Forschungen XXI, 90.
[7] Vgl. über diese Handschrift NA. II, 450, und die neue Ausgabe von Waitz.
[8] Namentlich: „Hatho videns suis artibus finem impositum“. Daß die Darstellung der Dresdener Handschrift nicht in Widukinds Stil geschrieben wäre, und man deshalb mit Waitz die Hand eines Fremden erkennen müßte, möchte ich nicht mehr behaupten. Auch Waitz ist davon zurückgekommen. Für die Halsbandgeschichte findet sich ein merkwürdiges Seitenstück in Walkenried, welches Leibniz, Ann. Imp. II, 263 erzählt, und in Konrad Stolle's Erfurter Chronik, herausgegeben von Hesse, S. 177. Zu I, 12 vgl. noch Mich. Lindener ed. Lichtenstein, S. 130: „vermeinet auch, unser Herrgott hieß Herman“.
[9] B. Simson bemerkt hiergegen, daß 2 an mehreren Stellen A näher steht, was richtig ist. Dem Schreiber derselben kann das überarbeitete Original selbst vorgelegen haben. Auch Waitz bemerkt, daß der Text in 2 besser sei als in 1. In der Oratio S. Viti I. 34 steht 2 dem Original am nächsten, 3 aber stimmt mit A und 1. B. Simson, NA. XII, 597. Vgl. dens. NA. XV, 565-575. Wenn Giesebrecht I, 810 Glossen im Text erkennen will, so ist dagegen doch zu bemerken, daß diese Stellen sich schon in A finden, also älter sind als die Vollendung des Werkes, und deshalb nur von Widukind selbst herrühren könnten.
[10] Zeitschrift f. D. Alt. XVII, 57-71 mit Nachtrag XIX, 130. Uebers. bei der 2. Ausg. des Widukind, S. 131-137.
[11] Da dieser Bericht der deutschen Historiographie fern liegt, begnüge ich mich, auf meine Bearbeitung nach De Goeje zu verweisen, hinter der Uebersetzung des Wid. (2. Ausg.) S. 138-147. Merkwürdig ist auch: Ein arabischer Berichterstatter aus dem 10. oder 11. Jahrhundert über Fulda, Schleswig, Soest, Paderborn u. a. deutsche Städte. Zum ersten Mal aus dem Arab. übertragen, komm. u. mit einer Einleitung versehen von Georg Jacob. Berlin, Mayer u. Müller 1890.
§ 3. Fortsetzung. Gandersheim. Quedlinburg. [[←]]
Während die schwerfällige, von Fehlern keineswegs freie Sprache Widukinds von den gelehrten Studien in Corvey eben kein günstiges Zeugniß ablegt, überrascht im Kloster Gandersheim die Nonne Hrotsuit, wie sie selbst übersetzt: clamor validus Gandeshemensis, durch ihre klassische Bildung und ihre große Herrschaft über die Form des Ausdruckes; ihr bedeutendes Talent war durch eine sorgfältige Schulbildung unter der Leitung der Rikkardis entwickelt, und sie hatte dann diese Studien unter der Leitung der Nichte des Kaisers, Gerberga, fortgesetzt. Sie bearbeitete verschiedene Gegenstände aus der älteren Kirchengeschichte in metrischer Form und verfaßte darauf auch sechs Komödien über verwandte Stoffe, weil es ihr anstößig war, daß der leichtfertige Terenz überall mit so großem Vergnügen gelesen wurde. Doch diese Seite ihrer dichterischen Thätigkeit, in anderer Beziehung weitaus die wichtigste, liegt unserer Aufgabe fern.
In ähnlicher Weise wie Widukind wurde aber auch Hrotsuit durch die glänzenden Thaten Otto's des Großen der Geschichte der Gegenwart zugeführt; ihre Aebtissin Gerberga (959-1001), Herzog Heinrichs von Baiern Tochter, forderte sie auf, ein Heldengedicht zum Preise ihres Oheims zu verfassen[1], welches dem Erzbischof Wilhelm von Mainz, dem Sohne des Kaisers, überreicht werden sollte. Im Jahre 968 war es vollendet, und die Dichterin übersandte es mit einer poetischen Widmung nicht nur dem jüngeren Kaiser, welcher ein Exemplar davon verlangt hatte, sondern auch dem alten Kaiser selbst. In keinem Buch, so sagt sie, sei bisher derselbe Gegenstand behandelt, keinem sei sie gefolgt; es sind die Mitglieder der kaiserlichen Familie, welche ihr den Stoff gegeben haben, und so ist es denn nicht zu verwundern, daß verschiedene Rücksichten auf die Darstellung eingewirkt haben. Ueber die Vergangenheit Heinrichs von Baiern konnte hier nur mit der äußersten Vorsicht gesprochen werden. Es war nur zu viel in der kaiserlichen Familie vorgefallen, dessen man ungern gedachte. Widukind hatte ohne Scheu davon gesprochen, und es ist sehr wahrscheinlich, dass einige ihrer Aeußerungen direct gegen sein Geschichtswerk gerichtet sind. Mit der Wahrheit hat sie es hier eben nicht genau genommen: sie oder ihre Berichterstatter, deren abweichenden Angaben über schon fernliegende Dinge sie in gutem Glauben trauen mochte. Daneben aber gab es doch auch sonst des Stoffes noch reichlich genug, und hier hat Hrotsuit nicht nur manches, wie namentlich die Flucht der Kaiserin Adelheid, in hübscher und ansprechender Weise behandelt, sondern sie hat auch geschichtlich wichtige Thatsachen und Umstände aufbewahrt. Gerade die von Widukind vernachlässigten Vorgänge in Italien und die uns leider nicht erhaltene Kaiserkrönung hat sie ausführlich behandelt. Die Familiengeschichte ist ihr die Hauptsache, Schlachten zu schildern weist sie ausdrücklich als ihr nicht zukommend ab. Ausdrücklich hebt sie hervor, daß sie nur wiedergebe, was man ihr berichtet habe, und wie in ihren übrigen Werken, so hält sie sich auch hier ganz genau an den ihr überlieferten Gegenstand, und erlaubt sich nie, ihn der poetischen Darstellung zu Liebe umzugestalten. Die metrische Form bleibt bei ihr nur ein äußerliches Gewand, und wir können daher ihre Erzählung geradezu als Geschichtswerk benutzen. Um so mehr ist es zu bedauern, daß etwa die Hälfte ihres Werkes verloren ist, und zwar gerade die so inhaltreichen Jahre 953-962; nur ein kleines Bruchstück daraus ist vorhanden, und keiner der uns bekannten mittelalterlichen Schriftsteller hat ihr Werk benutzt.
Lange Zeit hat Hrotsuit an der Dichtung, die ihr offenbar große Mühe machte, gearbeitet, denn im Anfang erwähnt sie den 965 gestorbenen Erzbischof Brun noch als lebend. Bruno Zint[2] hat die Ansicht aufgestellt, daß sie, als sie die "Widmungen an Gerberga und an Otto I schrieb, auch die Absicht hatte, ihr Werk in gleich ausführlicher Weise bis zum Schluß zu führen, worauf der Wortlaut allerdings führt; später habe sie, als Otto II ein Exemplar verlangte, die Darstellung der Kaiserzeit aufgegeben und den summarischen Schluß hinzugefügt. In der Zwischenzeit könnte ihr Widukind bekannt geworden sein, der bei der eigentlichen Arbeit ihr nicht vorlag. Dagegen tritt Zint sehr bestimmt für die schon früher aufgestellte Behauptung ein, daß Liudprands Antapodosis ihr bekannt gewesen und von ihr benutzt sei, und bringt dafür sehr erhebliche Gründe bei. Mit den von ihr in der Widmung gebrauchten Ausdrücken läßt sich das wohl vereinigen, da Liudprands Werk doch ganz anderer Art war.
Später behandelte Hrotsuit in ähnlicher Weise auch die Anfänge ihres Klosters und dessen Geschichte bis zum Jahre 919, bis zum Tode der Christina, der letzten von den drei Töchtern Ludolfs, welche nach einander dem Stifte vorstanden[3]. Da diese Dichtungen sich von der Prosa fast nur durch die äußere Form unterscheiden, so lassen sie sich den später so beliebten Reimchroniken vergleichen; sie schließen sich nicht dem Epos Angilberts, sondern den versificirten Annalen des sächsischen Dichters an.
Die Gandersheimer Nonnen sind dem gewöhnlichen Geschick reicher und vornehmer Stifter verfallen; von ihren Studien ist nach diesen vielversprechenden Anfängen ferner nicht die Rede. Ueber den Kirchenstreit, welcher so viel Unruhe erregte, haben wir der Hildesheimer Darstellung eine Gandersheimer nicht gegenüber zu stellen. Von der Aebtissin Sophie (1002-1039), Otto's II Tochter, heißt es zwar noch:
Danken, word unde werk wande se all to gode,
Under der ebtissen or nichteln hode
Lernde se clostertucht unde ok landrecht darto;
De scrift to lernde was se vlitich spade unde vro.
Dat bok secht, dat se so vele wisheit konde,
Dat se ok wolgelarden meistern wedderstunde.
Aber gerade unter ihr scheint die Hoffart dort eingezogen zu sein. Das Buch war wohl sicher von keiner Nonne verfaßt. Es behandelte die Stiftung des Klosters und dessen Geschichte bis zu der Kirchweih von 1007 und der Schenkung von Derneburg, nebst der aufs engste damit verflochtenen, ja an die Pflege des Klosters geknüpften Erhebung des Hauses des Ludolfinger. Im Jahre 993 war das Kloster abgebrannt; nach Beilegung des langen Streites mit dem Erzbischof Willegis wurde der Neubau 1007 durch den Bischof Bernward von Hildesheim eingeweiht, und ohne Zweifel durch diese Vorgänge wurde die Schrift veranlaßt. Von Hrotsuit scheint der Verfasser nichts mehr gewußt zu haben. Dagegen benutzte er Widukind, vorzüglich für die Geschichte des Königs Heinrich, und verband damit eine schon sagenhaft entstellte Ueberlieferung vom Ungernkrieg. Die Aebtissinnen Gerbirg und Sophie werden sehr verherrlicht, aber was von ihnen und ihrem Verhältniß zum Kaiserhaus berichtet wird, trägt schon ein so sagenhaftes Gepräge, daß eine geraume Zeit dazwischen liegen muß. Erhalten ist uns dieses Buch nicht, wohl aber die deutsche Bearbeitung des „papen Eberhart“ von 1216 in wortreicher Reimerei[4].
Merkwürdig ist vorzüglich, daß uns hier, wie es nach der sorgfältigen Untersuchung von Paul Hasse scheint, der erste Anfang jener sagenhaften Ausschmückung der Geschichte entgegentritt, deren wir noch mehrfach zu gedenken haben werden; noch andere Spuren leiten dabei gerade nach Gandersheim, und die Darstellung des Sieges über die Ungern in der von Heinrich von Herford benutzten Sachsenchronik ist mit dem Bericht bei Eberhart verwandt[5].
In der Zeit der Ottonen scheinen auch andere Frauenklöster Sachsens hinter Gandersheim an gelehrter Bildung nicht zurückgeblieben zu sein, wenn auch gerade keine Hrotsuit ihnen einen so hohen Ruhm vor der Welt verlieh, wie Gandersheim. Der Hazecha von Quedlinburg gedachten wir schon oben ([S. 321]). Nicht leicht traten die Nonnen als Schriftstellerinnen auf, aber auch die Bildung der Priester, welche wie Agius dem Stifte nahe standen oder auch dem Kloster selbst angehörten, erlaubt einen vortheilhaften Schluß auf den Zustand der Klosterschule.
Herford hatten wir schon früher ([S. 253]) zu erwähnen wegen der Uebertragung der heiligen Pusinna. Hier ward Hathumod erzogen, und es wird von Agius gerühmt. Hier wurde auch die Königin Mahthild unter der Aufsicht ihrer gleichnamigen Großmutter, der Aebtissin des Klosters, erzogen und unterrichtet. Als Witwe stiftete die Königin das Kloster Nordhausen, und hier wurde im nächsten Jahrzehnt nach ihrem Tode (28. Febr. 968) ihr Leben beschrieben, entweder von einer Nonne des Stiftes oder von einem Priester, der ihr nahe gestanden hatte und von der Aebtissin Ricburg die übrigen Nachrichten erfuhr. An den Kaiser Otto II ist es gerichtet und natürlich ganz panegyrischer Art. Auch die Form ist ungeschickt, aber in dieser Zeit war es noch ein nicht häufiges Verdienst, überhaupt schreiben zu können. Der Inhalt genügt freilich unseren Wünschen bei weitem nicht; die gewöhnlichen Schilderungen klösterlicher Frömmigkeit nehmen den größten Raum ein, und wie Einhard die Worte Suetons benutzt hat, um den Kaiser Karl zu schildern, so finden wir hier ganze Stellen aus Sulpicius Severus und aus dem Leben der Radegunde angewandt. Herzog Heinrich ist von Jaffé entlarvt als der Pamphilus aus Terenz Andria[6]. Das Formelhafte dieser Lobpreisungen tritt dadurch hier noch mehr als sonst hervor, und an einer Stelle ist sogar die Geschichte selbst dadurch sehr wesentlich berührt worden, indem Otto I eine gewaltsame Thronbesteigung zum Vorwurf gemacht wird. Diese Behauptung, welche früher einigen Anstoß erregt hatte, wird nun niemand mehr irren, seitdem Jaffé, der jene fremden Federn überhaupt zuerst entdeckte, hier eine Stelle des Sulpicius Severus nachgewiesen hat, welche den Kaiser Maximus angeht. Seitdem hat nun H. Heerwagen auch noch die Plünderung der Vita S. Gertrudis ans Licht gebracht, und dadurch Koepke's Ansicht von einer Benutzung des Widukind in dieser Biographie die letzte Stütze entzogen. Er hat zugleich auf die zahlreichen Fragmente von Hexametern hingewiesen, welche bedeutende Vertrautheit mit alten Dichtern zeigen, während dagegen der von Loeher angeregte Gedanke an eine ursprünglich metrische Bearbeitung durch die musivische Zusammensetzung mit jenen Plagiaten unmöglich wird[7].
Dennoch gewährt uns diese Schrift einige schätzbare Nachrichten, und es ist deshalb sehr erfreulich, daß R. Koepke sie in einer Göttinger Handschrift entdeckte[8]. Früher kannte man nur eine spätere Ueberarbeitung derselben, deren Verfasser, ebenfalls dem Kloster Nordhausen nahestehend, das Werk stilistisch umformte und manches veränderte, namentlich Heinrich von Baiern, Mahthilds Lieblingssohn, ungebührlich hervorhob, dem Enkel desselben, Heinrich II, zu Liebe, welcher ihm diese Arbeit aufgetragen hatte[9]. Daß hierzu Gumpolds Wenzellegende benutzt war, hat zuerst Loeher bemerkt, der jedoch eine gemeinsame Quelle annahm; R. Koepke hat das richtige Verhältniß festgestellt. Die genaueste und sehr lehrreiche Analyse der ganzen Vita hat aber Heerwagen angestellt. Die Bildung ist inzwischen schon bedeutend mehr clerical geworden; nicht mehr vergilische Anklänge herrschen hier, sondern die kirchliche Reimprosa des Chorgesangs. Der Ausdruck ist geglättet, und die wörtlichen Entlehnungen sind mehr verwaschen, dafür aber andere dazugekommen, und wieder ist es derselbe gelehrte Apparat, vermehrt jedoch durch Sedulius (ep. ad Macedonium), mit welchem auch der Ueberarbeiter wirthschaftet. Recht lebhaft tritt uns hier entgegen, wie frei für kirchliche Zwecke und zur verzierenden Ausschmückung die Ueberlieferung behandelt und wie bereitwillig der Schmeichelei für das regierende Haus die Wahrheit geopfert wird. Den Anspruch auf geschichtliche Glaubwürdigkeit hat diese jüngere Vita vollständig eingebüßt.
Bedeutender als Herford und Nordhausen tritt Quedlinburg hervor, ebenfalls eine Stiftung der Königin Mahthild; die erste Aebtissin (966-999) war ihre Enkelin gleiches Namens, die Tochter Otto's des Großen, welcher Widukind seine Geschichte widmete. Hier wurde die Pfalzgräfin Agnes erzogen, und auch der Bischof Thietmar von Merseburg hat hier seine ersten Jugendjahre verlebt, wie denn häufig in damaliger Zeit zum geistlichen Stande bestimmte Knaben die Anfänge des Unterrichts von den Frauen ihrer Familie erhielten[10]. Wir haben schon oben ([S. 321]) der gelehrten Nonne Hazecha gedacht, von welcher es fast den Anschein hat, als ob sie der Studien wegen sich in Speier aufgehalten habe.
Die bedeutende Stellung, welche die Aebtissin von Quedlinburg im Reiche einnahm, besonders als Otto III ihr während seines Römerzuges die Verwaltung der Geschäfte übertrug, konnte nicht fehlen, hier das Bedürfniß nach geschichtlichen Aufzeichnungen hervorzurufen, so wie an Nachrichten hier kein Mangel sein konnte.
Verschiedene Jahrbücher hatte man zu diesem Zwecke zur Verfügung; als bequemste Grundlage aber erwählte man die Hersfelder Annalen. Diese sind uns in ihrer ursprünglichen Gestalt nicht erhalten, aber, während locale Nachrichten die Herkunft feststellen, durch wörtliche Uebereinstimmung als gemeinsame Quelle zu erkennen bei dem Hersfelder Mönch Lambert, in den Annalen von Hildesheim, Quedlinburg und Weißenburg, welche deshalb von Pertz bis 984 neben einander abgedruckt sind[11]. Als fünftes Exemplar kommen die sog. Annalen von Ottobeuern hinzu, welche hessischer Herkunft sind; als sechstes die Altaicher. In den Annalen von Fulda (S. Bonifacii), Lobbes, Ellwangen, Münster im Gregorienthal, bei Marianus Scotus, beschränkt sich die Uebereinstimmung auf den fast werthlosen älteren Theil und wird nur auf Benutzung derselben Fulder Grundlage beruhen, deren wir oben ([S. 241]) gedachten.
Wie man nun auf Grundlage dieser Compilation, nebst einigen Notizen aus älterer Zeit, die am Rande der Ostertafel vorhanden sein mochten, sie fortsetzend das so weit verbreitete Annalenwerk aufgebaut hat, das ist eine schwierige Frage, welche den Scharfsinn mehrerer Forscher beschäftigt hat, unter denen ich nur Ehrenfeuchter in seiner Dissertation über die Annalen von Nieder-Altaich (1870) nenne. Genaueren Nachweis findet man in den gründlichen und sorgfältigen Untersuchungen von Hermann Lorenz[12] und Friedrich Kurze[13]. Begonnen sind sie nach diesem kaum vor 955 und im Anfang aus den Annalen von Corvey, Regino und dessen Fortsetzung geschöpft, sehr dürftig, doch finden sich hin und wieder, und besonders um die Mitte des zehnten Jahrhunderts, neben localen Notizen auch nicht unwichtige Nachrichten; von 960 bis 973 ist die Erzählung gleichzeitig und ausführlicher als vorher.
So weit stimmen alle Ableitungen überein, doch ist unverkennbar, daß den Hildesheimer und Quedlinburger Jahrbüchern die vollständige Urform, den übrigen Ableitungen eine abgekürzte Form zu Grunde liegt.
Von hier an nahm man bisher zwei ganz verschiedene Fortsetzungen an, eine in Hersfeld geschriebene bis 984, und eine davon verschiedene Hildesheimer, allein F. Kurze hält beide für identisch und hat (S. 13-25) den Versuch gemacht, den gemeinsamen Ursprung der Nachrichten nachzuweisen, welche in diesem Theile besonders ausführlich und werthvoll, auch in den Altaicher Annalen am besten, wenn auch stilistisch aufgeputzt, uns erhalten sind. Hier endeten die originalen Hersfelder Aufzeichnungen, vielleicht, wie Kurze vermuthet, in Folge von des Abtes Gozbert (970-984) Rücktritt. Von ihm rühmt Lambert in seiner Geschichte von Hersfeld, daß er das Stift mit vielen Büchern bereichert habe, und schildert dann die Verwilderung unter seinem Nachfolger. Dagegen beginnen jetzt die Hildesheimer Eintragungen, welche um 1040 von einem Hersfelder Epitomator in einen Auszug gebracht, den originalen Annalen angehängt, und mit ihnen von Lambert und den Urhebern der Altaicher und Ottobeuerer Annalen benutzt sind.
Außer diesen Annalen sind in Hersfeld auch im Anfang der Regierung Otto's I Wunder des h. Wigbert aufgezeichnet worden, welche für Heinrichs I Zeit einige Bedeutung haben[14].
Jene Annalen nun wurden in Quedlinburg als Grundlage einer Compilation benutzt, welche durch andere Materialien aus den Einhardschen Annalen, den Corveyer und Reichenauer, Notizen aus Gandersheim und von 781 an aus einer verlorenen Halberstädter Chronik vermehrt und bereichert wurden[15]; den Eingang bildete hier, wie bei Lambert, ein mageres Excerpt der Weltgeschichte, welche am Anfang der Hersfelder Annalen stand: von 708 an beginnt erst die annalistische Form. So wurde, als Heinrich II schon König war und Otto's III Schwester Adalheid dem Stifte vorstand, eine Compilation verfertigt, welche unter dem Namen Quedlinburger Annalen noch zum Theil erhalten ist[16].
Der Verfasser wird einer der zahlreichen Geistlichen gewesen sein, welche den Gottesdienst versahen oder als Kapläne der Aebtissin zur Seite standen. Ihm lagen, als er seine Arbeit unternahm, die Thaten der Frankenkönige und Einhards Leben Karls vor; auch Widukinds Werk kann ihm nicht unbekannt gewesen sein. Allein er machte keinen Versuch, nach der Weise dieser Vorgänger die Geschichte der Vorzeit darzustellen, sondern schloß sich einfach der bequemen Form der Hersfelder Annalen an, von welchen er ein Exemplar mit der Fortsetzung bis 990 besaß. Diese excerpirte er in sehr roher Weise, und vermehrte sie wiederum mit zahlreichen Zusätzen, aber es kam ihm doch nicht in den Sinn, auch eine innerliche Verknüpfung zu erstreben.
Auch hier finden wir Stücke aus der alten Heldensage, die zum Theil mit Widukinds Erzählung übereinstimmen, aber sie sind hier nur ganz äußerlich eingeschoben. Es fällt darunter vorzüglich (S. 31) eine Bemerkung über Dietrich von Bern auf, de quo cantabant rustici olim, was zum elften Jahrhundert schlecht paßt, und eine lange Erzählung vom Thüringerkriege, welche ganz aus dem Charakter des übrigen Werkes heraustritt. Hiervon hat nun L. Hoffmann[17] nachgewiesen, daß weder Ekkehard noch der Sächsische Annalist und Chronograph sie in ihrem Exemplar gelesen haben, daß dagegen der Verfasser des Chronicon ducum Brunsvicensium sie gekannt hat. Wenn nun, wie man vermuthet, dieser sie aus den Nienburger Annalen entnommen hat, so muß sie im 12. Jahrhundert vorhanden gewesen sein. Aber zum ursprünglichen Werke gehört sie nicht, und die Bemerkung über Thiderik von Berne ist ein noch viel späterer Zusatz[18].
Gewiß fehlte es in Quedlinburg nicht an Hülfsmitteln, um besseres zu leisten, aber vielleicht eben deshalb und weil der Verfasser gar nicht daran dachte, die ausführlicheren Werke über die Vorzeit durch das seinige ersetzen zu wollen, begnügte er sich mit dem dürftigsten annalistischen Gerippe, welches ihm diente, um nach Bedürfniß hier und da Bemerkungen und Zusätze einzutragen. Mit Heinrichs I Zeit werden die selbständigen Eintragungen häufiger[19], durchweg panegyrisch für die Ludolfinger; nach einer Lücke von 961-983, die sich aus dem späteren sächsischen Chronographen zum Theil ergänzen läßt, finden wir den Verfasser schon 993 als Augenzeugen redend, und von da an beginnt nun eine sehr ausführliche Geschichtserzählung, die von Jahr zu Jahr fortschreitet, und wenn nicht immer gleichzeitig, so doch nicht sehr fern von den Ereignissen aufgezeichnet ist. Von 1004 an tritt eine lebhafte Abneigung gegen Heinrich II hervor, welche sich vorzüglich an seine rücksichtslose Klosterreform anknüpft; noch bis in den Anfang von 1016 scheint dieselbe völlig gleichzeitige Hand kenntlich zu sein. Der weitere Fortsetzer aber ist ein eifriger Bewunderer des Kaisers; die nächsten Jahre sind weit kürzer und nicht fehlerfrei, wohl nachträglich ergänzt von demselben, welcher 1020 mit breitem pomphaften Redefluß fortfährt[20].
Vieles erinnert in diesen Jahrbüchern an die alten Reichsannalen, allein es fehlt doch die gleichmäßige Einheit, es fehlt auch der umfassende Ueberblick über das ganze Reich. Wenn man auch die Beziehung der fürstlichen Aebtissin zum Kaiserhofe wahrnimmt an der zuverlässigen Kunde von entfernten Ereignissen, so überwiegt doch das Interesse für die nähere Umgebung, namentlich die Kämpfe mit den Slaven, und die unbedeutendsten localen Vorfälle treten ohne Unterscheidung zwischen die großen geschichtlichen Begebenheiten. Zugleich artet die Sprache häufig in unerträgliche Schwülstigkeit aus, wodurch vollends alles Ebenmaß verloren geht. Doch müssen wir diese Jahrbücher zu den bedeutenderen Erscheinungen der Historiographie zählen, und sachlich sind sie vom höchsten Werthe, ihr plötzliches Abbrechen mit dem Jahre 1025 läßt eine sehr empfindliche Lücke zurück. Ob sie viel weiter gereicht haben, ist sehr zweifelhaft[21]; uns ist nur eine Abschrift aus später Zeit erhalten, und der gänzliche Verlust, der hier so leicht erfolgen konnte, legt den Gedanken nahe, wie manche andere Aufzeichnung der Art spurlos verschwunden sein mag. Namentlich läßt sich das mit Sicherheit von Halberstadt annehmen, wo gewiß auch geschichtliches geschrieben wurde. Hier war 840 bis 853 Haimo Bischof, ein Schüler Alcuins, Hrabans Freund, ein sehr gelehrter und fruchtbarer theologischer Schriftsteller, der unter anderm aus Rufins Kirchengeschichte einen Auszug in zehn Büchern verfaßte; doch ist es zweifelhaft, ob diese Schriften ihm mit Recht zugeschrieben werden[22]. Von ihm gab es eine Biographie, aber leider ist nur ein kleines Fragment davon erhalten[23]. Der Verfasser, Rochus, war jedoch Mönch im Kloster Ilsenburg, welches erst 998 gegründet ist, und schrieb also mindestens anderthalb Jahrhunderte nach dem Tode des Bischofs. Auf den wegen seiner Frömmigkeit sehr verehrten Bischof Bernhard (924 bis 968) folgte (968 bis 996) Hildeward, welcher in St. Gallen höhere wissenschaftliche Ausbildung erhalten hatte. Wir besitzen von ihm einen Brief an den Bischof Adalbero II von Metz (984 bis 1005)[24], worin er, eingedenk der mit seinem Vorfahr Dietrich geschlossenen Verbrüderung, ihm ein Buch, um welches er gebeten hatte, überläßt, zugleich aber bittet um ein Theilchen von dem Blute des h. Stephan, und um Reliquien der h. Glodesinde „quatenus pietas divina, quae aliis in Gallia Hunorum devastatione pereuntibus vestram horum interventu civitatem protexit, nos etiam eorundem precibus a prevalidis Sclavorum, quibus undique premimur, infestationibus omnibusque periculis liberare dignetur“. Beide Kirchen verehrten den h. Stephan als ihren Schutzpatron.
Unter diesem Bischof nun ist nach Weilands Forschungen eine Bisthumschronik geschrieben, welche schon Thietmar benutzt hat, da er vielfach nach Jahren der Halberstädter Bischöfe rechnet; auch in den Quedlinburger Annalen soll sie schon benutzt sein. Diese Chronik wurde bis 1140 fortgesetzt, bis 1113 vom Annalista Saxo benutzt. Andere Fortsetzungen folgten; erweitert durch Benutzung von Thietmar, Ekkehard u. a. wurde sie 1209 in den Auszug gebracht, welcher allein uns erhalten ist[25].
Hildewards Nachfolger Arnold oder Arnulf (996 bis 1023) weihte die angeblich von Heinrich II aus Liebe zu dem Einsiedler Wanlef erbaute Stephanskirche zu Wanlefsrode, welche später als Probstei an das nahe Ilsenburg kam[26]. Von ihm besitzen wir einen ausführlichen, vortrefflich geschriebenen Brief, durch welchen er im J. 1007 den Bischof Heinrich von Würzburg zu bestimmen suchte, sich die Stiftung von Bamberg gefallen zu lassen[27].
Zu nennen ist von anderen sächsischen Klöstern nur noch Werden an der Ruhr, wo Uffing außer einigen Versen zum Preise des h. Liudger und seines Klosters auch das schon oben ([S. 253]) erwähnte Leben der h. Ida zwischen den Jahren 980 und 983 verfaßte.
[1] Hrotsuithae Carmen de gestis Oddonis I imperatoris ed. Pertz, MG. SS. IV, 317-335. Die Werke der Hrotsvitha, herausgegeben von Dr. K. A. Barack (mit Verbesserungen aus der Pommersfelder Handschrift), Nürnb. 1858. Uebersetzung der beiden historischen Gedichte von Pfund, 1860; Geschichtschr. 2. Ausg. 1888, Bd. 32 (X, 5). Vgl. W. Giesebrecht, Gesch. d. Kaiserzeit I, 780; Maurenbrecher S. 57-62; R. Koepke, Hrotsuit von Gandersheim, (Ott. Studien II) 1869 mit Facs. der Handschrift. Auf der Rückseite des letzten Blattes ist nach C. Hoefler altglagolitische Schrift, was in St. Emmeram nicht auffallen kann; Pfeiffers Germania XV, 194. Vgl. über das Verhältniß zu Widukind die oben S. 328 angeführten Aufsätze von Waitz. Aschbachs Angriffe gegen die Echtheit der Werke bedürfen kaum der Erwähnung; Koepke hat endgültig damit aufgeräumt, wenn auch A. selbst in seinem neuesten Werke es nicht zugeben wollte. Hugo Graf von Walderdorff hat in den Verhandlungen d. hist. V. v. Oberpfalz u. Regensb. XXIX, 16 die Inhaltsangabe der Handschrift aus dem Catalog der Bibl. v. St. Emm. von 1500 mitgetheilt, die wohl schon vor der Verleihung an Celtis geschrieben war. — M. Haupt im Hermes VII, 189 zeigt, daß Hrotsuit den Plautus nicht gekannt hat. Nach Günther, Gesch. d. math. Unterrichts (1887) S. 83 ff. kannte sie Boethius de arithmetica.
[2] Bruno Zint: Ueber Roswitha's Carmen de gestis Oddonis, Königsb. Diss. 1875.
[3] De primordiis coenobii Gandersheimensis. MG. SS. IV, 306-317. Die nach einer von Waitz, Arch. VIII, 266, angef. Notiz in Koburg befindliche Copie habe ich dort vergeblich gesucht, dagegen ein altes Verzeichniß des Gandersheimer Kirchenschatzes gefunden und im Anz. d. Germ. Mus. XX, 345-347 mitgetheilt.
[4] Eberhards Reimchronik von Gandersheim, neue Ausg. von L. Weiland, MG. Deutsche Chroniken II, 385-429. Vgl. P. Hasse: Die Reimchronik des Eberhard von Gandersheim, Diss. Gott. 1872.
[5] Nicht daraus abzuleiten, s. Waitz, Jahrbb. unter Heinrich I, 3. Ausg. S. 259.
[6] Forschungen IX, 343-345.
[7] Heerwagen: Einige Bemerkungen zu den beiden Lebensbeschreibungen der Königin Mathilde, Forschungen VIII, 367-384. Sehr beachtenswerth für die schablonenmäßige Natur der Legenden überhaupt, und zur Warnung, daß man auf die stereotypen Wendungen derselben kein Gewicht zu legen hat.
[8] Vita Mahthildis antiquior ed. Koepke, MG. SS. X, 575-582: vgl. G. Waitz in den Goett. Nachrichten 1852, N. 13. Giesebrecht, Geschichte der Kaiserzeit, I, 782-784. 835. Uebersetzung von Jaffé 1858, wo die fremden Federn des Verfassers zuerst bemerkt und nachgewiesen sind; 2. A. 1891, Geschichtschr. Bd. 31 (X, 4). R. Koepke, Forsch. VI, 147 bis 171 verficht seine Ansicht, daß der Verf. unter Otto III schrieb. Verbesserungen des Textes von Heerwagen, Forsch. VIII, 382; aus der Handschrift von Jaffé, Forsch. IX, 344. Vgl. auch Wilmans, Kaiserurkk. S. 439 ff. über das Stift Enger.
[9] Vita Mahthildis reginae ed. Pertz, MG. SS. IV, 283-302. Daraus Migne CXXXV. Varianten der älteren und besseren Düsseldorfer Handschrift giebt B. Simson im Archiv f. Gesch. d. Niederrheins VII, 159-163. R. Koepke, Forsch. VI, 170, setzt die Abfassung in das erste Jahr Heinrichs II. Ranke, Weltgesch. VIII, S. 628-634, legt den Angaben der jüngeren Vita über Heinrichs Anspruch auf die Krone grössere Bedeutung bei, als ihnen m. E. Widukind gegenüber zukommt.
[10] Auch der Pole Sbignew wurde um 1090 (adultus iam aetate) von der Herzogin Judith, seiner Stiefmutter, nach Sachsen geschickt, um in einem Nonnenkloster seinen Unterricht zu erhalten. Chron. Pol. II, 4, SS. IX, 446.
[11] MG. SS. III, 22-66. Vgl. Waitz im Archiv VI, 663-688. In Weißenburg schließt sich eine selbständige locale Fortsetzung 985-1075. 1087. 1147. an, S. 70-72. Andere kurze Ann. Weissenburgenses[←] 763-846, MG. I, 111 aus dem Cod. Weissenb. 81 in Wolfenbüttel, aber ohne Beziehung auf das Kloster, dagegen mit Hervorhebung des B. Drogo von Metz. Berichtigungen von Mone nebst kalendarischen Weißenburger Nachrichten aus derselben Handschrift in der Zeitschrift für Geschichte des Oberrh. XIII, 492. Catal. abb. SS. XIII, 319. Bücherverzeichniß unter Abt Folkmar († 1043) e cod. Weiß. 30 bei Knittel, Ulphilae Fragmenta p. 243-245; der ausgeliehenen p. 246 e cod. 35; dieses berichtigt bei Kelle, Otfrid, II, p. XVI. Becker, Catalogi S. 37 u. 133. Recht unbeholfene Schulverse aus Weißenburg saec. X. hat Dümmler herausgegeben, Zeitschr. f. D. Alt. XIX, 115-118.
[12] Die Annalen v. Hersfeld, Leipz. Diss. 1885. S. 83-103 Herstellung der Annalen von 708-973; S. 104-105 von 974-984.
[13] Die Hersfelder und die größeren Hildesheimer Jahrbücher. Progr. d. Gymn. zu Stralsund 1892.
[14] Excerpta ed. G. Waitz, MG. SS. IV, 224-228. Berichtigung in Bezug auf den Abt Megingoz, der schon 935 sein Amt niedergelegt hat, bei H. Lorenz S. 55.
[15] S. Lorenz S. 26-32.
[16] MG. SS. III, 22-90. Es gibt nur eine Hs. aus dem 16. Jahrh. mit Lücken von 875-909 u. von 962-983. Uebersetzt (von 984 an) von Ed. Winkelmann, 1862; 2. Aufl. 1891, Geschichtschr. Bd. 36 (X, 9). Vgl. Lappenberg im Archiv VI, 635-653. Waitz S. 686-688. W. v. Giesebrecht, Geschichte der Kaiserzeit I, 784. II, 557. Sprachliche Anklänge NA. XII, 592.
[17] Jahresbericht über die höhere Bürgerschule zu Rathenow (1872): Zur Geschichte des alten Thüringerreiches. Von Dr. L. Hoffmann. Uebers. dieses Stücks in der 2. Ausg. des Widukind, S. 127-130.
[18] Gegen den Widerspruch von H. Lorenz, Germania XIX (1886) S. 137-150, s. NA. XII, 428.
[19] Nach H. Detmer, Otto II bis zum Tode seines Vaters. Leipz. Diss. 1878, Excurs, beginnen aus Quedlinburg selbst stammende Notizen nicht vor 913, und können nicht vor 967 (Kaiserkrönung Otto's II) geschrieben sein. Jahresbericht f. Geschichtswissenschaft I, 138.
[20] Ich folge hier jetzt der gegen H. Pabst zu Hirsch's Heinrich II, II, 443-449 gerichteten Ausführung von Usinger, Forsch. IX, 346-360. Der Text von 1014 und 1015 ist S. 351 in Ordnung gebracht mit Hülfe des Chronogr. Saxo, und mit Hinweis auf Zeißberg: Die Kriege Heinrichs II mit Bol. von Polen, SB. LVII, 397.
[21] H. Pabst de Ariberto p. 10 suchte in Uebereinstimmung mit Waitz und Koepke aus Annalista und Chronographus Saxo Forts. bis 1030 nachzuweisen, aber diese Nachrichten werden jetzt für die Ann. Hild. majores in Anspruch genommen. Daß 1034 nicht dazu gehört, zeigt Steindorff, Forsch. VI, 493.
[22] Hauck II, 597, Anm. 3. Traube, Poet. Lat, III, 422, Anm. 4. Der Lehrer Heirichs von Auxerre kann er nicht gewesen sein.
[23] Archiv XI, 285. Schon Leibniz hatte es Papebroch mitgetheilt, s. Lucä, Der Chronist Fr. Lucae, S. 294.
[24] Labbe, Nova Bibl. MSS. I, 682.
[25] Gesta episcoporum Halberstadensium ed. Weiland MG. SS. XXIII, 73 bis 123, vgl. p. VII u. GGA. 1877 S. 786. Scheffer-Boichorst, Forsch. XI, 498-506 wies auf diese alten Halb. Nachrichten hin, die er für Annalen hielt. Vgl. oben [→ S. 256] über vermuthete Spuren Halb. Annalen beim Poeta Saxo.
[26] S. die merkwürdige Urk. des Erneuerers der Kirche, B. Reinhard von Halberstadt, vom 9. Mai 1110 bei Delius. Untersuchungen über die Gesch. d. Harzburg (1826), Urkk. S. 1-5, vgl. Text S. 280-287. Dieselbe jetzt bei Jacobs, Urkundenbuch v. Ilsenburg (Geschichtsquellen der Provinz Sachsen VI) S. 11.
[27] Ussermann, Ep. Bamb. Ib, S. 8. Jaffé, Bibl. V, 472-479; vgl. Giesebrecht II, 59.
§ 4. Hildesheim. [[←]]
Hildesheim, in der karolingischen Periode noch nicht durch litterarische Leistungen bekannt[1], gewann in der zweiten Hälfte des zehnten Jahrhunderts einen glänzenden Namen unter den Pflanzstätten höherer Bildung, den es dann lange behauptete. Als erstes Denkmal ist uns die Geschichte der Uebertragung des h. Epiphanius erhalten[2]. Der Eifer für die Erwerbung von Reliquien, der schon im neunten Jahrhundert so manche kleinere geschichtliche Aufzeichnung veranlaßt hatte, gewann in der folgenden Periode einen neuen Anstoß durch die Römerzüge der Ottonen, und der an solchen Schätzen reiche italische Boden wurde mit allen Mitteln ausgebeutet.
Otwin, einst Mönch in Reichenau, der zweite Abt des Mauriciusstiftes zu Magdeburg, der 954 den Hildesheimer Bischofstuhl bestiegen hatte, begleitete den Kaiser auf seiner zweiten Heerfahrt nach Italien und benutzte 962 seinen Aufenthalt zu Pavia, um sich durch Einbruch und Kirchenraub den Leib des h. Epiphanius zu verschaffen, den er als herrlichste Beute nach Sachsen brachte.
Allein nicht nur an Reliquien, sondern auch an Büchern war Italien noch immer das reichste Land, und auch diesem Schatze stellte Otwin eifrig nach; auch davon brachte er einen großen Vorrath mit nach dem bis dahin bücherarmen Hildesheim, und dadurch legte er den Grund zu der kräftigen Entwicklung der dortigen Schulen[3]. Die erste Frucht dieser neuen Thätigkeit, welche uns bekannt geworden ist, verherrlicht eben jene Uebertragung; es ist eine im schlichten kirchlichen Stil der Zeit geschriebene Erzählung, die jedoch erst nach Otwins Tode (1. Dec. 984) verfasst ist, vielleicht, wie Beelte vermuthet, von Thangmar.
Dieser stand damals der Schule vor; später wurde er Domdechant und nahm zugleich als Bibliothekar und Notar eine bedeutende Stellung ein; ein großer Theil der bischöflichen Geschäfte ging durch seine Hand, und namentlich in den Jahren von 1000 bis 1002 führten ihn wichtige Aufträge wiederholt an den päbstlichen und kaiserlichen Hof. Seiner besonderen Leitung wurde der junge Bernward anvertraut, ein sächsischer Knabe von vornehmster Herkunft, der schon in früher Kindheit der Hildesheimer Kirche übergeben war. Nicht allein in den Wissenschaften, sondern auch in den Künsten, der Schreibkunst, Malerei, Bildhauerei und Baukunst wurde der junge Bernward unterrichtet, und auch hierin zeichnete er sich bald in hohem Grade aus. Denn wie wir das besonders auch in St. Gallen sahen, die Geistlichkeit pflegte und bewahrte in Deutschland damals in ihrer Mitte alles, was überhaupt von höherer Ausbildung irgend vorhanden war; noch mußte sie fast alles, dessen sie bedurfte um den hohen Anforderungen ihrer Stellung zu genügen, selber leisten.
Später hielt Bernward sich einige Zeit bei dem Erzbischof Willigis auf, bei seinem Großvater dem Pfalzgrafen von Sachsen, und bei seinem Oheim, dem Bischof Folkmar von Utrecht; dann begab er sich 987 an den kaiserlichen Hof, und hier vertraute ihm Theophano die Erziehung des königlichen Kindes Otto III.
Am 7. Dec. 992 starb in Como der Bischof Gerdag von Hildesheim, und Bernward wurde zu seinem Nachfolger erwählt. Dreißig Jahre lang hat er dieses Amt verwaltet, und nicht leicht hat ein Bischof ein besseres Andenken hinterlassen. Unter den trefflichen Bischöfen, an welchen diese Zeit so reich ist, war er einer der hervorragendsten. In ihrer Hand waren zum großen Theil die Reichsgeschäfte; Bernward hatte schon als Hofcaplan an der Regierung Antheil gehabt, und als Bischof nahmen ihn die wichtigsten Angelegenheiten vielfach in Anspruch. Dabei aber sorgte er für seinen Sprengel mit unermüdlicher Sorgfalt. Noch war Sachsen nicht gesichert gegen die Einfälle der Wenden und der Normannen, welche grade damals mit verstärkter Wuth sich erneuten, und erst Bernward verschaffte seinem Gebiete durch Befestigungen und zweckmäßige Einrichtungen ausreichenden Schutz, sowie er auch durch vielfache kaiserliche Begnadigungen die Ausbildung des Stiftes zu einem wirklichen Fürstenthume begründete. Ueberhaupt ließ er keine Eigenschaft eines tüchtigen weltlichen Regenten an sich vermissen und war zugleich ernstlich bemüht, Hildesheim immer mehr zu einer Stätte geistiger Bildung zu machen. Er bereicherte die Bibliothek des Stiftes mit zahlreichen Handschriften; leider wurde aber durch einen Brand 1013 der größte Theil der Bibliothek vernichtet[5]. Talentvolle Knaben ließ er in Wissenschaft und Kunst unterweisen; die begabtesten führte er mit sich an den königlichen Hof, um sie von der vielfachen hier gebotenen Gelegenheit zu höherer Ausbildung Nutzen ziehen zu lassen. Mit herrlichen Kunstwerken hat er seine Bischofstadt geziert[6] und ein bleibendes Denkmal errichtete er sich durch die Stiftung des Michaelisklosters, dessen erster Abt Goderamnus, Probst von St. Pantaleon in Coeln, ein Mann von wissenschaftlicher Bildung war[7].
Tief betrauert starb Bernward am 20. November 1022, und seinem alten Lehrer Thangmar, der ihn um einige Jahre überlebte, fiel noch die Aufgabe zu, ein Bild seines Lebens zu entwerfen. Die Absicht hatte er schon früher gehabt, und nachdem er mit Mühe Bernwards Einwilligung dazu erlangt, die Materialien dafür gesammelt, wie Beelte nachweist, auch die ersten 10 Capitel schon zwischen 1008 und 1013 geschrieben. Damit verband er nun den Schluß (Cap. 44-56) und schob in die Mitte eine Zusammenstellung seiner gleichzeitig gemachten Aufzeichnungen über den Gandersheimer Streit, weniger deshalb, weil sie für die Biographie nöthig waren, als zum Rüstzeug für den Nachfolger. Einen großen Theil dessen, was er berichtet, hatte er selbst mit durchlebt und an allen Geschäften thätigen Antheil genommen; Bernward aber war, wie Thangmar selbst sagt, von solchem Vertrauen zu ihm erfüllt, wie ein Kind zu seinem Vater, und aus seinem ganzen Leben konnte auch nicht der geringste Umstand ihm verborgen bleiben.
So entstand denn das Leben Bernwards[8], eines der schönsten biographischen Denkmale des Mittelalters, welche wir besitzen, und eine der wichtigsten Quellen für einen bedeutenden Zeitraum. Die reichste Fülle des Stoffes tritt hier an die Stelle jener immer wiederkehrenden Phrasen, welche sonst so häufig die Armuth des Schreibenden verdecken; die Sprache ist schlicht und einfach, und während die wärmste Liebe zu dem Verstorbenen das ganze Werk erfüllt, trägt es doch den Stempel der Wahrhaftigkeit. Bernward bedurfte zu seinem Lobe keiner Uebertreibungen. Nur in Bezug auf Heinrichs II Wahl, der Bernward entgegen war, ist Thangmar nicht aufrichtig, und sein Ansehen bei Otto III ist, wie es Biographen zu gehen pflegt, überschätzt. Einen großen Raum nimmt hier, wie im Leben Godehards, der Streit der Hildesheimer mit den Mainzer Erzbischöfen wegen des Diöcesanrechtes über Gandersheim in Anspruch. Leider fehlt es uns darüber ganz an einer Darstellung von der anderen Seite, aber eine gewisse Einseitigkeit und nicht gar zu offenherzige Wahrhaftigkeit werden wir dem Hildesheimer zu gute halten müssen.
Vieles was im Leben Bernwards steht, findet sich übereinstimmend, aber kürzer, auch in den Hildesheimer Annalen[9], einer sehr schätzbaren Geschichtsquelle, welche wir vermuthlich der Anregung Bernwards verdanken. Wenigstens sind sie in der noch erhaltenen Urschrift bis zum Jahre 994, wo sie mit einem unvollendeten Satze schließt, von einer Hand geschrieben und also wohl bald, nachdem Bernward Bischof geworden war, zuerst verfaßt. Die Beschaffenheit dieses ersten Theiles ist ganz dieselbe, welche wir schon bei den Quedlinburger Annalen sahen und überall wiederfinden; der Verfasser hielt eine bis auf Adam zurückreichende annalistische Grundlage für nothwendig, ohne jedoch darauf irgend welche Sorgfalt zu verwenden; er ließ nur auf Rufi Festi breviarium einen Auszug aus der Chronik des Isidor[10] folgen, schon hier mit Benutzung der Hersfelder Annalen; sodann einen Pabstcatalog. Darauf schrieb er die kleinen Lorscher Annalen ab und excerpirte von da an, wo diese aufhören, die Hersfelder Annalen, nicht ohne eigene Zusätze. Daran schließt sich dann die Fortsetzung, welche den Werken dieser Art allein einen Werth verleiht, abgesehen von den einzelnen Notizen, welche durch den Mangel besserer Quellen zufällig Bedeutung erlangen. Die Nachrichten sind gut und zuverlässig, bei weitem nicht so ausführlich wie die Quedlinburger, aber übrigens ähnlicher Art. Die Verfasser haben die großen Begebenheiten der Zeit im Auge und berichten darüber, was sie erfahren; dazu setzen sie alles, was ihnen merkwürdig vorkommt, großes und kleines; von einer eigentlichen Verarbeitung, einer gleichmäßig fortgeführten geschichtlichen Erzählung ist nicht die Rede.
Nur bis zum Jahre 1040 stammen diese Annalen aus Hildesheim und zwar aus dem von Bernward gestifteten Michaeliskloster; der Rest bis 1137 ist den Sanct Albaner und Paderborner Annalen entnommen. Von jenem Theile aber von 995 bis 1040 nahm Pertz an, daß er in dieser Handschrift (Paris 6114) von verschiedenen Händen den Ereignissen gleichzeitig eingetragen sei. Nachdem jedoch mehrere Bedenken diese Annahme als unwahrscheinlich erscheinen ließen, hat nun eine erneute Prüfung der Handschrift ergeben, daß Pertz sich geirrt hat, und daß vielmehr das Stück von 1000 bis 1040 von einem Copisten eingetragen ist[11]. Deshalb steht nun kein Bedenken mehr der Thatsache entgegen, auf welche mit zunehmender Sicherheit die scharfsinnigen Untersuchungen von H. Pabst[12], E. Steindorff[12], W. v. Giesebrecht und H. Breßlau führten, daß es nämlich größere vollständigere Hildesheimer Jahrbücher gegeben hat, von welchen uns nur ein Auszug erhalten ist. Wir werden darauf später zurückkommen; rückwärts hat sie Breßlau bis 1023 verfolgt, H. Lorenz aber und besonders Fr. Kurze, gestützt vorzüglich auf die Annales Altahenses, auch schon für die frühere Zeit. Es sind danach also die Hersfelder Annalen bis 984 in Hildesheim mit Zusätzen[13] und einer Fortsetzung bis 994 versehen, und dieses Werk ist in einen Auszug gebracht, zu welchem später ein weiterer Auszug aus denselben, inzwischen fortgesetzten größeren Jahrbüchern hinzugefügt ist. Zweifelhaften Ursprunges bleiben nur die Jahre 995 bis 997, welche nach Waitz von einer zweiten Hand geschrieben sind, während eine dritte zu 998 eine kurze Eintragung machte, Notizen zu 996 und 999 etwas später geschrieben sind.
Hildesheim wurde das Glück zu Theil, daß auf Bernward der nicht minder ausgezeichnete Bischof Godehard folgte, und es behauptete auch in der folgenden Periode eine hervorragende Stellung.
[1] Für Bischof Reginbert (834-835 (?) Feb. 12) wurde eine canonistische Hs. geschrieben, welche später Bischof Biso von Paderborn an B. Sigismund von Halberstadt schenkte. W. Arndt, Schrifttafeln, t. 41. 42.
[2] Translatio S. Epiphanii ed. Pertz, MG. SS. IV, 248-251; vgl. Dümmler, Otto I, S. 343, wo er sich mit Leibniz und Brower gegen Pertz, der 964 vorzog, für 962 erklärt.
[3] „Librorum nihilominus tam divinae lectionis quam philosophicae fictionis tantam convexit copiam, ut qui illorum penuria inerti ante torpebant otio, frequenti nunc studii caleant negotio.“ Transl. c. 2.
[4] Vgl. darüber Forsch. XVI, 184.
[5] Im Anschluß an Berthier „La Porte de Sainte-Sabine de Rome“ (Frib. Helv. Ind. lectt. 1892) sucht A. Bertram nachzuweisen, daß der Aufenthalt in Rom 1001 bei dem Kaiser auf dem Aventin ihn zu der Schöpfung der Bronzethüren des Hild. Doms angeregt habe. Die Thüren von St. Sabina in Rom das Vorbild der Bernward-Thüren. Hild. 1892.
[6] Ihm gehörte die alte Vitruvhandschrift, jetzt im Brit. Mus. Harl. 2767, s. Catal. of ancient Manuscripts (1884) S. 72 und das Facs. pl. 55. Auch Thangmar hinterließ dem Michaelskloster 55 Bücher.
[7] Thangmari Vita Bernwardi ed. Pertz, MG. SS. IV, 754-782: Miracula p. 782-786. Acta SS. Oct, XI, 996-1024 von Jos. van Hecke, ohne neue Hülfsmittel, mit ausführlichem Commentarius praevius. Uebersetzt von Hüffer 1858. Einhards V. Caroli benutzt nach Manitius, NA. XIII, 208. Vgl. W. Giesebrecht, Geschichte der Kaiserzeit I, 786. Der heilige Bernward, von H. A. Lüntzel, Hild. 1856. Ch. Beelte, Thangmar, sein Leben und Beurtheilung seiner Vita Bernwardi. Progr. d. Gymn. Joseph. in Hild. 1881. Ueber die Handschriften im Domschatz Krâtz, Der Dom zu Hildesheim, 1810; vgl. oben [→ S. 318]. Ueber eine in V. Bernw. u. Godeh. benutzte Urk. Heinrichs II Bayer, Forsch. XVI, 178-193. Ueber B.'s kunsthistor. Bedeutung Alwin Schultz in dem Werk von R. Dohme: Kunst u. Künstler des Mittelalters, I, 1877. St. Beissel, Die Kunstthätigkeit des h. B. (Stimmen aus Maria-Laach XXVIII, 1885) S. 131 ff. Ders. Die Bilder der Hs. des K. Otto in Aachen (1886) S. 35-39, über das von B. für St. Michael gestiftete Evangeliar Janitschek, Gesch. d. D. Kunst S. 83, 84.
[8] Annales Hildesheimenses ed. Pertz, MG. SS. III, 22-116. Uebersetzt von Ed. Winkelmann 1862. Vgl. Waitz im Archiv VI, 663 ff. L. Giesebrecht, Wendische Geschichten. III, 299. 307. W. Giesebrecht, Geschichte der Kaiserzeit, I, 784. II, 557. 566. Neue Ausgabe von G. Waitz, 1878.
[9] Ueber die hier benutzte, von anderen abweichende Form s. Waitz NA. IV, 163.
[10] S. H. Breßlau im NA. II, 563-566, und die neue Ausgabe von Waitz.
[11] De Ariberto (1864) p. 10-16.
[12] Jahrbücher unter Heinrich III, I, 421 ff.
[13] Merkwürdig ist besonders die Stelle über Bennopolls NA. XIII, 623 (Arch. VIII, 606), verglichen mit dem kurzen Auszug der Ann. Hild. (minores) ad a. Tiberii 6. Ich hatte schon früher auf die offenbar aus solchen Ann. Hild. maj. stammende Nachricht der Ann. Quedl. 992 hingewiesen.
§ 5. Magdeburg. Merseburg. [[←]]
An der Ostgrenze Sachsens hatte Otto, auch hierin Karls Beispiel folgend, Magdeburg ausersehen zum geistigen Mittelpunkte für die wendischen Länder. In das Moritzkloster, welches die Grundlage dazu bildete, berief er 937 Mönche aus St. Maximin bei Trier, einem Kloster, das freilich auch verweltlicht und verwildert, aber schon 934 zur klösterlichen Ordnung zurückgeführt war. Auch der erste Erzbischof Adalbert (968-981) war ein Mönch von St. Maximin und Abt von Weißenburg; in beiden Klöstern zeigt sich Sinn für Geschichtschreibung, und von Adalbert, unter dem die Magdeburger Schule einen hohen Aufschwung nahm, vielleicht selbst Verfasser eines ausgezeichneten Geschichtswerkes, möchte man annehmen, er werde auch dafür gesorgt haben, daß die merkwürdigen Ereignisse, deren Mittelpunkt Magdeburg war, nicht in Vergessenheit geriethen, doch ist davon keine Spur vorhanden. Ohtrich oder Otrich, der Vorsteher der Domschule[1], galt bei seinen Verehrern für den größten Gelehrten seiner Zeit; er wetteiferte mit Gerbert und disputirte mit ihm (980) vor dem Kaiser Otto II. Denn in Magdeburg hatte er sich mit dem Erzbischof nicht vertragen können; sein Ehrgeiz, wie es scheint, trieb ihn an des Kaisers Hof, wo außer dem Ruhme der Gelehrsamkeit auch Bisthümer zu erhaschen waren: nach Adalberts Tod traf ihn auch wirklich die Wahl, aber Gisiler von Merseburg wußte ihn zu verdrängen, und kurz darauf starb er in Benevent am 7. October 981. In Magdeburg hatten bei seinem Abgang die vielen durch ihn dahin gezogenen Fremden die Stadt verlassen, doch scheint die Schule unter Ekkehard dem Rothen[2] und Geddo immer eine achtungswerthe Wirksamkeit geübt zu haben.
Nicht ohne Wahrscheinlichkeit ist vermuthet worden, daß bald nach dem Tode Gisilers (1004), dessen Ehrgeiz die kirchlichen Schöpfungen Otto's in betrübender Weise zerrüttet hatte[3], in Magdeburg ein Geschichtswerk entstanden sei, welches nach Urkunden und eigener Kenntniß gearbeitet, über die Stiftung und die nächstfolgenden Schicksale des Stiftes Auskunft gab; daß dieses schon Thietmar vorgelegen habe, und im Chronographus und Annalista Saxo so wie im Magdeburger Chronicon theilweise zu erkennen sei[4]. Darauf hat jedoch F. van Hout behauptet und sehr wahrscheinlich gemacht, daß der erste, bis zu Gero's Tod 1023 reichende Theil des Chronicon Magdeburgense unter dessen Nachfolger Hunfrid im Zusammenhang und mit Benutzung der Chronik Thietmars verfaßt sei, wie wir denn auch diesen Theil allein beim Chronographus Saxo wiederfinden[5]. Wird nun dadurch die Voraussetzung einer älteren Gründungsgeschichte nicht berührt, und bleibt es zweifelhaft, wie weit der Text der Chronik unverändert geblieben sei, so verlieren doch andererseits auch W. Giesebrechts Beweise dadurch theilweise ihre Kraft. Wir werden zu der vorsichtigen Aeußerung Lappenbergs zurückgeführt, daß über die Thietmar vorliegenden Magdeburger Aufzeichnungen ein sicheres Urtheil sich nicht gewinnen lasse, weil in den uns vorliegenden Quellen überall schon Thietmars Chronik wieder benutzt sei. Auf die Existenz einer metrischen Fundatio möchte ich jedoch nicht mit C. Günther, der auch selbst diese Vermuthung wieder aufgegeben hat, aus den eingemischten Hexametern schließen, da dergleichen im elften Jahrhundert so sehr häufig ist. Sie reichen nur bis zu Gisilers Tod, und lassen sich daher als Argument für frühere Abfassung verwerthen[6].
Mit großer Bestimmtheit hat nun Fr. Kurze[7] wiederum die Abfassung der ältesten Bisthumschronik bis 1004 behauptet, und zwar von dem Erzbischof Tagino selbst, gestützt auf die Worte bei Thietmar V, 44 (26), daß dieser vom Pabst persönlich hätte geweiht werden sollen „ut scriptura ejus testatur“. Es ist schwer zu glauben, daß Thietmar, wenn ihm wirklich eine von Tagino verfaßte Geschichte als wichtige und vielbenutzte Quelle vorlag, das nicht irgendwo erwähnt haben sollte, und jene „scriptura“ möchte man lieber auf ein Privileg oder auch auf einen Brief deuten, da eben nur bei diesem einzigen Umstand eine solche Berufung vorkommt. Was aber die andere Stelle des Chronogr. Saxo zu 981 betrifft, daß er sich scheue, bei ausführlicherem Eingehen auf Gisilers Handlungen den Unwillen derer zu erregen, welche wegen durch ihn erhaltener Lehen[8] ihm günstig gesinnt wären, so paßt das allerdings nicht zu der Zeit des Compilators, wäre aber immerhin nach zwanzig bis dreißig Jahren noch denkbar, und vielleicht damals die Gefahr größer als unmittelbar nach der Einsetzung des vom König beschützten neuen Erzbischofs. Die Ueberarbeitung und Fortsetzung bis 1023 in blüthenreicher, oft gereimter Schreibweise und mit eingemischten Versen lag dem Nienburger Annalisten vor, und Kurze vermuthet deshalb als Verfasser oder doch Veranlasser Brun, den jüngsten Bruder des Geschichtschreibers Thietmar, Abt der Klöster in Magdeburg und Nienburg von 1025 bis 1034. Den Beschluß der Abhandlung macht ein Versuch der Wiederherstellung dieser Geschichte und der darin enthaltenen ursprünglichen, dem Tagino zugeschriebenen.
Einer von Otrichs Schülern war Adalbert, der schwärmerisch fromme Freund Otto's III, der vergeblich als Bischof von Prag seine Landsleute, die Böhmen, zu lenken versuchte und zuletzt 997 in Preußen den ersehnten Tod als Märtyrer fand. Sein Leib wurde durch Herzog Boleslaw nach Gnesen gebracht, wo man nicht säumte das wunderbare Ereigniß aufzuzeichnen; ganz kurz wird hier der frühere Lebenslauf des Märtyrers berichtet, dann etwas ausführlicher die Umstände seines Todes und die Erwerbung der Reliquien mit den beginnenden Wundern. Kein Wort von des Kaisers Pilgerfahrt nach Gnesen, der Stiftung des Erzbisthums, so daß die Abfassung dieser Legende wohl noch vor das Jahr 1000 zu setzen ist. Schmucklos geschrieben und ungenügend für die Verehrer des Heiligen, welche mehr von seiner Person erfahren wollten, verfiel sie bald der Vergessenheit, nachdem in Italien die ausführliche Biographie geschrieben war, deren wir später noch zu gedenken haben werden. Den Verfasser hält Giesebrecht für einen slavischen Mönch des Klosters Meseritz, ich möchte Gnesen vorziehen; Zeißberg ist geneigt mit W. v. Kentrzynski und Lohmeyer anzunehmen, daß nur der Auszug eines deutschen Geistlichen aus der größeren Arbeit eines Polen vorliege, welche auch der sog. Martinus Gallus benutzt haben könnte. Die Handschrift, welche nach Giesebrechts Vermuthung 1005 durch Heinrich II aus Meseritz nach Tegernsee gekommen sein könnte, ist in München zuerst 1857 von Bielowski, dann unabhängig davon von G. Voigt entdeckt, von W. v. Giesebrecht in ihrem Werth erkannt und herausgegeben worden[9]. Durch jenes in Rom verfaßte Leben Adalberts wurde aber auch einer seiner ehemaligen Genossen auf der Schule zu Magdeburg angeregt, aus eigener Erinnerung und nach den Mittheilungen von Adalberts Freunden und Gefährten Radla und Gaudentius die ihm vorliegenden Lebensnachrichten zu ergänzen, und so eine neue Bearbeitung zu Stande zu bringen, in welcher das Ende des Märtyrers schon von der einfachen Wahrheit sich weiter zu entfernen scheint. Der Verfasser derselben war Brun, aus dem Hause der Edelen von Querfurt, welcher von derselben weltverachtenden Frömmigkeit und derselben Sehnsucht nach dem Märtyrertode beseelt war. Er benutzte eine Aufzeichnung des Prager Domprobstes Willico, welche auch Johannes Canaparius (unten § 19) vorgelegen hat.
Dieses Leben Adalberts[10] ist in einer widerlich blumenreichen und salbungsvollen Sprache verfaßt, aber charakteristisch für diese aufs äußerste getriebene Ascetik und in seinem Inhalte lehrreich; Brun verfaßte es in Ungern um das Jahr 1004, als er im Begriffe war, dem Beispiele seines Freundes zu folgen. Zum Erzbischof der Heiden geweiht, ging er zuerst gegen Ende des Jahres 1007 von Ungern aus durch Rußland zu den Petschenegen, und nachdem er diese seiner Meinung nach bekehrt hatte, zu Boleslaw von Polen, von dessen Hofe aus er einen sehr merkwürdigen und lehrreichen Brief an Kaiser Heinrich II schrieb[11]. Auch verfaßte er im Jahre 1008 eine ausführliche Schrift über die fünf Einsiedler, welche am 11. Nov. 1003 in Polen, vermuthlich bei Meseritz, von Räubern erschlagen waren. Die inhaltreiche Schrift, welche für die Geschichte Otto's III und seiner schwärmerischen Freunde mancherlei enthält, ist von R. Kade entdeckt und herausgegeben[12].
Von hier aus begab sich Brun zu den Preußen und drang bis zu deren östlichen Grenzen vor, wo er den Tod fand, den er suchte, am 14. Februar 1009. Ein kurzer aber lügenhafter Bericht über seine Predigt, seine Wunder und sein Ende, der nichts als ein Bettelbrief ist, wie dergleichen auch sonst vorkommen, angeblich von seinem Begleiter Wipert, hat sich erhalten[13]; eine andere Schrift über ihn, die als wahrhaft gerühmt wird, kennen wir nur aus der späteren Magdeburger Chronik, wo sie benutzt ist. Vielleicht hat auch schon Thietmar von Merseburg sie vor sich gehabt[14], der letzte Schriftsteller Sachsens, den wir in dieser Periode zu betrachten haben, und der erste, bei dem eine Art gelehrter Forschung vorkommt. Denn bei allen den Schriftstellern, die uns bis jetzt beschäftigt haben, ist die Aufzeichnung der Zeitgeschichte die Hauptsache, sie schrieben, was sie erlebt oder gehört hatten. Die Zusammenstoppelung der älteren Theile der Annalen, Widukinds Berufung auf Bücher am Anfang seiner Geschichte, lassen sich als gelehrte Arbeit kaum in Anschlag bringen. Diesen ganz unvollkommenen Anfängen gegenüber zeigt uns die Chronik Thietmars schon einen bedeutenden Fortschritt.
Thietmar von Merseburg.
Ausgabe seiner Chronik von Wagener, 1807, 4. mit guten Anmerkungen. Die einzige kritisch zuverlässige von Lappenberg MG. SS. III, 723-871 u. mit weit genauerer Benutzung der Hs. von Fr. Kurze, Hann. 1889, 8. Die Eintheilung in Bücher und Capitel ist hier verändert. — Uebersetzung von Ursinus, Dresden 1790, mit nützlichen Anmerkungen u. Benutzung des Cod. Dresdensis; von Laurent, mit Vorwort von Lappenberg, 1848; 2. Ausgabe von Strebitzki 1879; Berichtigungen 1892, Geschichtschr. XI, 1, Bd. 39. Nachträgliche Bemerkungen über Thietmars Leben, Archiv IX, 438. Ueber ein Meßbuch und Kalender mit Eintragungen von Thietmars Hand, Hesse ib. IV, 276, und Ausgabe von Hesse in Höfers Zeitschrift für Archivkunde I, 111; Dümmler, N. Mitth. XI, 223-264. Ueber sein Epitaph NA. IX, 246. L. Giesebrecht, Wendische Geschichten III, 305. W. Giesebrecht, Geschichte der Kaiserzeit I, 785. II, 558. Erklärung von Thietm. Chron. VII, 20 von Waitz, Forsch. XIII, 492-494. Strebitzki: Thietmarus quibus fontibus usus sit, Königsb. Diss. 1870. Zur Kritik Thietmars, Forsch. XIV, 349-366. Ueber VII, 5-8, Zeißberg in d. Mitth. d. Wiener Inst. III, 109-115. — F. Kurze, Abfassungszeit u. Entstehungsweise der Chronik Thietmars, NA. XIV, 59-86. Nachlese XVI, 459-472.
Thietmar, ein Sohn des Grafen Sigefrid von Walbeck, am 25. Juli 975 geboren, getauft vom Bischof Hilliward von Halberstadt, stammte aus einem der vornehmsten Geschlechter Sachsens; er war mit den bedeutendsten Fürstenhäusern, selbst mit den Ottonen verwandt, und die wichtigsten Ereignisse im Reiche hatten deshalb eine persönliche Beziehung zu ihm, so daß er frühzeitig von allen Kunde erhielt und mit den Verhältnissen des Reiches vertraut wurde. Von Emnilde, einer Nichte der Königin Mahthild, erhielt er als Knabe den ersten Unterricht in dem kaiserlichen Stifte Quedlinburg; vom zwölften Jahre an vollendete er seine Schulbildung im Kloster Bergen und in Magdeburg selbst. An Belesenheit in kirchlichen und profanen Schriftstellern fehlte es ihm nicht, einen guten lateinischen Stil zu schreiben hat er aber nicht gelernt. Im Jahre 1002 wurde er Probst des Klosters Walbeck an der Aller[15], einer Stiftung seines Großvaters, und endlich 1009 Bischof von Merseburg; ein Amt, welches er löblich, aber nur zehn Jahre lang verwaltete, denn er starb schon am ersten December 1018 in seinem dreiundvierzigsten Lebensjahre. Vom König Heinrich II war er schon 1004 in Allstedt bei seiner Priesterweihe beschenkt, von da an verkehrte er viel am Hofe und empfing auch als Bischof den König bei sich in Merseburg.
Das Bisthum Merseburg hatte, obschon erst von Otto I gegründet, doch schon mannichfaltige und merkwürdige Schicksale erlebt; zum Gedächtniß der Ungernschlacht auf dem Lechfelde dem h. Laurentius zu Ehren gestiftet[16], wurde es schon durch den zweiten Bischof Gisiler völlig zerstört, um diesem den Weg zum Erzbisthum Magdeburg zu bahnen, und ungeachtet vielfacher Anstrengungen konnte die Herstellung doch erst nach Gisilers Tode (1004) erlangt werden.
Diese Ereignisse, so lange sie noch in frischer Erinnerung hafteten, für die Nachkommen durch schriftliche Ueberlieferung festzuhalten, war eine dringende Pflicht, die Thietmar zu erfüllen übernahm. Die Geschichte des Ottonischen Hauses, die verschiedenen Wechselfälle des stets fortgesetzten Kampfes mit den Wenden gehörten mit Nothwendigkeit zu einer Geschichte Merseburgs. Thietmar aber beschränkte sich auch darauf nicht, sondern wie das im Mittelalter so häufig war, und sich, da so wenig geschrieben wurde und ein Buch schon ein Schatz war, leicht erklärt: da er überhaupt einmal ein Buch schrieb, so legte er in diesem auch alles nieder, was ihm denkwürdig schien, alle seine Erlebnisse, die kleinsten wie die größten, und was er zu Hause und am Hofe sah und hörte, oder was er in anderen Büchern fand. Noch hat sich seine eigene Handschrift, wenn auch nicht unversehrt, erhalten, und sie zeigt uns am deutlichsten, wie er arbeitete, wie er immer neue Zusätze und Nachträge machte. Bald trug er am Rande nach, was ihm später bekannt wurde, bald erzählt er rückblickend, was eigentlich an eine frühere Stelle gehört. Manchmal ist dadurch der Zusammenhang gestört, es sind Widersprüche entstanden, und die Form ist überall mangelhaft: die letzte Hand fehlt, und auch durch wiederholte Ueberarbeitung hätte der Verfasser aus diesem lose an einander gereihten Stoffe kein einheitliches Geschichtswerk machen können. Aber die ihm vorliegenden Nachrichten des Widukind, der Quedlinburger Annalen, allerlei Notizen aus Necrologien, wahrscheinlich auch eine Magdeburger Gründungsgeschichte[17] und eine Halberstädter Chronik[18], sind doch immer mit verständiger Auswahl in einander gearbeitet, und mit seiner aus mündlicher Ueberlieferung, aus Urkunden und späterhin aus eigener Erinnerung geschöpften Kenntniß verbunden. Wenn man die rohen Excerpte der Annalisten von Hildesheim und Quedlinburg dagegen hält, so kann man einen bedeutenden Fortschritt nicht verkennen, und es hat noch lange gedauert, bis man im Stande war etwas besseres zu leisten.
Als Geschichtsquelle betrachtet hat aber Thietmars Werk gerade einen besonderen Werth dadurch, daß das Gefüge seiner Bestandtheile so leicht zu erkennen ist, wodurch die Kritik wesentlich erleichtert wird; man bedarf der Vorsicht bei ihm, da er nicht selten aus Flüchtigkeit Versehen begangen hat. Andererseits kommt es uns nicht minder zu gut, daß er auch geringfügige Umstände nicht verschmähte und deshalb ein lebendigeres Bild der damaligen Zustände gewährt, in dem wir dergleichen kleinere Züge nur ungern vermissen würden.
Wie er nun eigentlich gearbeitet hat, das ist erst durch Fr. Kurze mit großem Scharfsinn festgestellt worden durch die genaueste Untersuchung der theils von ihm selbst, theils von acht verschiedenen Schreibern geschriebenen und überall von ihm überarbeiteten und vermehrten Handschrift, und dadurch zugleich für die Entwirrung seiner Chronologie und die Aufklärung mancher Schwierigkeiten Licht gewonnen. Hatte schon Bethmann ausgefunden, daß er nicht vor 1012 sein Werk begonnen habe, so hat doch jetzt alles eine ganz andere Gestalt gewonnen durch den Nachweis, daß Thietmar mit VI, 41-46 (VII, 1-15 K.) begann, in demselben Jahr 1012 vielleicht auch schon I, 1-10 (18 K.) schrieb. Im Jahre 1013 schrieb er das zweite und dritte Buch, 1014 IV, 1-8 (9), 10, 11 (15-17), 16 (23-25), 22-24 (31-37), 26-34 (39-54), das fünfte Buch und vom siebenten 1-4 (VIII, 1-3), im J. 1015 das sechste Buch und VII, 5-13 (VIII, 4-20). Er schrieb gleichzeitig was er erlebte, ließ aber Raum für Nachträge und Zusätze, mit welchen im vierten Buch eine ganze Lage ausgefüllt ist; diese entfernen sich häufig ganz von der chronologischen Folge und haben dadurch namentlich im vierten Buch die Ordnung sehr gestört.
Zu solchen Nachträgen gab ihm vorzüglich die Bekanntschaft mit den Quedlinburger Annalen Anlaß, welche er vor 1016 nicht gekannt hat, weshalb auch VII, 1-13 (VIII, 1-20) keine Spur davon zu finden ist. Mit Benutzung derselben schrieb er 1016 die Zusätze zum zweiten und dritten Buch, ferner VI, 46-61 (VII, 16-41) und VII, 13-25 (VIII, 20-35); im Jahr 1017 den Rest des vierten Buches bis auf die erst 1018 geschriebenen Capitel 47-51 (70-75) und VII, 25-50 (VIII, 36-69), auch I, 15-17 (26-28); im Jahre 1018 endlich, was von der Fortsetzung noch übrig war, wobei natürlich die Annalen nicht mehr zu gebrauchen waren.
Möglich, daß nicht alle Einzelheiten richtig sind, aber im wesentlichen ist wohl an der Richtigkeit dieser Ergebnisse nicht zu zweifeln und es lösen sich dadurch viele Schwierigkeiten, um so mehr, da auch alle die zahlreichen Nachträge und Aenderungen zweiter Hand genau verzeichnet sind. Etwas räthselhaft sind Zusätze einer Hand, welche Lappenberg Thietmar selbst zuschrieb, während Kurze sie erst in die Zeit Heinrichs V setzt. Ueberall wo diese Zusätze sich finden, ist zugleich am Rande etwas ausgekratzt und dem Inhalt nach scheinen sie gleichzeitig zu sein.
Für die ersten drei Bücher standen Thietmar wenig Quellen zu Gebote, die wir nicht auch noch besäßen; aber von dem Anfange der Regierung Otto's III an werden seine eigenen Mittheilungen immer reichhaltiger. Er schrieb die Geschichte dieser letzten Jahre gleichzeitig mit den Ereignissen selbst; sein Werk nimmt da fast den Charakter eines Tagebuches an und verbindet deshalb die Zuverlässigkeit der besseren Annalen mit größerer Fülle und Reichhaltigkeit.
Daß es ihm, dem Bischof, der viel am Hofe verkehrte und zum Rathe des Kaisers gehörte, dem nahen Verwandten der bedeutendsten Fürsten nicht an Mitteln fehlte, sich über die wichtigsten Vorfälle und den ganzen Gang der Begebenheiten genau zu unterrichten, erwähnten wir schon; auch entfernte Begebenheiten bei anderen Völkern und an den fremden Höfen verfolgt er mit bemerkenswerter Aufmerksamkeit und Kenntniß. Ebensowenig ist aber auch ein Grund vorhanden, seine Wahrheitsliebe zu bezweifeln. Sich selbst schont er durchaus nicht; mit der rührendsten Bescheidenheit deckt er seine eigenen Fehler und Schwächen auf, und durchgehends bewährt er sich als einen redlichen Mann von biederer Gesinnung und bestem Willen. Dafür können wir ihm denn wohl die Unbehülflichkeit der Darstellung, die große Leichtgläubigkeit, den oft gesuchten Ausdruck und das gelegentliche Prunken mit seiner mühsam erworbenen Gelehrsamkeit verzeihen.
Wegen seines vorherrschend provinziellen Charakters ist Thietmars Werk zwar von sächsischen Schriftstellern viel benutzt worden, hat aber eine weitere Verbreitung nicht gefunden. Vorzüglich fleißig wurde es vom Annalista Saxo ausgebeutet, mit Zusätzen über das Kloster Corvey, die sich in der Brüsseler Handschrift befinden. Daraus ergiebt sich, daß die Urschrift derselben schon im zwölften Jahrhundert in Corvey verfertigt sein muß, doch, wie R. Wilmans nachgewiesen hat[19], erst gegen das Jahr 1160.
Wie viel des für uns werthvollsten Materials aber alle diese Chronisten unbeachtet bei Seite gelassen haben, davon giebt uns das von Jaffé entdeckte Aufgebot von 981 zur Heerfahrt nach Italien eine Probe[20].
[1] Ueber ihn s. Büdinger, Ueber Gerbert S. 51-60. Oesterreich, Geschichte I, 319. Grosfeld, Disquisitiones historicae de statu rerum ecclesiasticarum in marcis Winedis imp. Ottone II, im Programm des Gymnasiums zu Recklinghausen 1856-1857, S. 10, macht es wahrscheinlich, daß Otrich 979 an den Hof kam. Für 978 Uhlirz, Gesch. d. Erzbisth. Magd. unter den Kaisern aus dem Sächs. Hause (1887) S. 83.
[2] Vgl. Holstein, Gesch. d. Domgymn. in Magdeburg (Magd. 1875) S. 73. Uhlirz a. a. O. S. 80 ff. vermuthet in Ekkehard einen Concipienten kais. Privilegien für Magdeburg.
[3] Vgl. Fraustadt: Die Auflösung des Bisthums Merseburg u. dessen Wiederherstellung 1004, Weber's Archiv f. Sächs. Gesch. N. F. IV (1878), S. 133-168.
[4] W. Giesebrecht in den Rankeschen Jahrbüchern II, 1, 157-162, vgl. Kaisergesch. I, 785. L. Giesebrecht, Wendische Geschichten III, 304.
[5] Ferd. van Hout: De Chronico Magdeburgensi, Diss. Bonn. 1867. In einigen Punkten, besonders über das Verhältniß zum Chronogr. Saxo abweichend, C. Günther: Die Chronik der Magdeburger Erzbischöfe, erster Theil bis 1142. Diss. Gott. 1871. Zweiter Theil 1142-1371, Progr. der Albinus-Schule in Lauenburg a. d. Elbe 1877 (S. 5). Schum, Vorr. zu den Gesta archiepp. Magd. SS. XIV, 363. Das angebliche Epitaphium Ottonis I ist entnommen aus der V. Mahometi von Embricho, nach O. Hertel, Magd. Gesch. Bl. 1889 S. 369 ff.
[6] Dem widerspricht F. Kurze, weil er in diesen Versen die sprachliche Eigenthümlichkeit des jüngeren Bearbeiters erkennt.
[7] Die älteste Magdeburger Bisthumschronik, Mitth. d. Inst. Ergänzungsband III, S. 397-450. Vgl. NA. XVII, 631.
[8] Das ist doch wohl unter „beneficia temporalia“ zu verstehen.
[9] Eine bisher unbekannte Lebensbeschreibung des heiligen Adalbert (Passio S. Adalberti). Separatabdruck aus den Neuen Preußischen Provinzialblättern, 3. Folge, V. Band 1. Heft, Königsb. 1860. Wiederholt im SS. Rer. Pruss. I, 235-237; vgl. II, 412. Aus demselben Cod. lat. Mon. 18897 in den Mon. Poloniae hist. ed. Bielowski I, 151-156 mit Facsimile. Fontes Rerum Boh. (Pragae 1873) I, 231-234. Ed. Waitz, SS. XV, 2, 705 bis 708. Uebers. von Wattenbach, Geschichtschr. X, 7 (Bd. 34) 1891. Vgl. Zeißberg, Poln. Geschichtschreibung S. 19-22. Giesebr. I, 789. Das erste Wunder der Passio wird, wie Bielowski nachgewiesen hat, in der Chronik von Moyenmoutier SS. IV, 92, doch nicht ganz übereinstimmend, erwähnt.
[10] Vita S. Adalberti auct. Brunone ed. Pertz, MG. SS. IV, 577. 596 bis 612. Bielowski I, 184-222 mit Benutzung einer Handschrift aus Ochsenhausen in Koenigswart. Fontes Rer. Boh. I, 266-304. Vgl. Giesebr. I, 789. — Miracula S. Adalberti aus dem dreizehnten Jahrhundert, SS. IV, 613-616 und nach einer Danziger Handschrift verbessert von Toppen SS. Rer. Pruss. II, 412-420, wo c. 4 perterriti statt pertriti zu lesen ist und perstiterant statt des unsinnigen prescierant. Fontes Boh. I, 305-312 mit dens. Fehlern; Versus de Adalberto Quattuor immensi p. 313-334. Hymnus Laudem dignam NA. X, 180-185.
[11] Zuerst von Hilferding in einer russischen Zeitschrift herausgegeben, dann mit Emendationen von Jaffé bei Miklosich und Fiedler, Slav. Bibl. II, 307, und endlich von demselben nach der Handschrift berichtigt in W. Giesebrechts dritter Ausgabe II, 667-670, in d. vierten 689-692, vgl. S. 104-109. Bielowski I, 223-238 mit Facsimile. Erzbischof Brun-Bonifacius, der erste deutsche Missionar in Preußen. Ein Vortrag von W. Giesebrecht, Deutsche Reden S. 29-54. Ausführlich über Brun, Zeißberg: Die Kriege Heinrichs II mit Boleslaw, SB. LVII, 346 ff., vgl. dens. in d. Zeitschr. f. oest. Gymn. 1867 S. 331 ff. über die von Bruno erwähnte heilige Lanze, u. 1868 S. 89 ff., wo S. 96-98 bemerkt wird, daß der Bericht über Miseco's Verheerungen Ann. Magd. 1030 eine direkte Antwort auf den Brief Bruns enthält.
[12] Vorläufige Nachricht in R. Kade's Leipz. Diss. De Brunonis Querfurt. Vita quinque fratrum Poloniae nuper reperta, 1883. Ausg. MG. SS. XV, 2 *709-738.
[13] MG. SS. IV, 579. Bielowski 229. E. Kunik macht mich darauf aufmerksam, daß der angebliche Name des Preußenkönigs Nethimer vielmehr slavisch ist.
[14] L. Giesebrecht, Wendische Geschichten III, 303.
[15] Ein prachtvolles, aber in den Bildern unvollendetes Evangeliar aus Walbeck saec. XI mit eingeschriebenen Statuten und Urkunden, in Libri's Auctionscatalog (1859) n. 358, Facs. pl. 35. Ein schönes Evangeliar saec. X, das zur Beeidigung diente, in Magdeburg in d. Bibl. d. Domgymn. 275, s. d. Progr. 1880, S. 99-101.
[16] Nach Uhlirz, Gesch. d. Erzb. Magd. S. 164 DD. Ott. II 90, hat Thietmar diese Urkunde gefälscht, um dem Bisthum einen strittigen Wald zu erhalten, was nach damaliger Auffassung auch als löblich gelten mochte.
[17] Vgl. oben S. 329. Die sog. Erectio Magdeburgensis (Stumpf 454. Leibn. Ann. Imp. III, 238), eine in die scheinbare Form der Synodalverhandlungen von Ravenna 968 gebrachte Erzählung, ist von F. van Hout, De chron. Magd. p. 28-33, als in dieser Gestalt unecht nachgewiesen; Dümmler, Otto I S. 445, legt die Entstehung nach Halberstadt, Lindeck, Die Stellung des B. Halberstadt zur Gründung d. Erzb. Magdeb. (Progr. d. Domgymn. zu Halb. 1879) nach Magdeburg. — Ruotgers Leben des Erzb. Brun und S. Ulrichs Leben kannte er, ohne sie eigentlich zu benutzen.
[18] Diese, schon von Weiland vermuthet, nimmt auch Kurze jetzt anstatt der früher von ihm angenommenen Hild. Ann. maj. von 975 an; Progr. S. 5, und stellt eine Untersuchung darüber in Aussicht.
[19] Kaiserurkunden der Provinz Westfalen I, 109-112, zu MG. SS. III, 840 und 860.
[20] Bibl. V, 471; vgl. Max Lehmann, Forsch. IX, 435-444. Giesebr. I, 842. G. Matthaei, Klosterpolitik Heinrichs II (Diss. Gott. 1877) S. 91-95.
§ 6. Lothringen. Cöln. Trier. Metz. [[←]]
Wir haben in Sachsen die neue Entwickelung litterarischer Thätigkeit unter der unmittelbaren Einwirkung des Ottonischen Hauses betrachtet, und auch in Lothringen ist es ein Ludolfinger, der Kirche und Schule zu neuem Leben weckt, unter dessen Pflege überall frische Keime hervorspringen, die bald zu reicher Fülle sich entfalten.
Noch mehr als Sachsen war Lothringen durch innere Zwietracht zerrüttet und durch äußere Feinde verwüstet. Die alten Stätten der Cultur, die reichen Bischofsitze und Klöster lagen großentheils in Asche, und von den Einkünften der Stiftsgüter zehrten die Vasallen, denen sie als Preis ihrer Treue oder Untreue zugefallen waren; kaum bewahrten ein Paar verwilderter und unwissender Geistlicher den kirchlichen Charakter von Klöstern, die man früher weithin mit Ehrfurcht und Bewunderung genannt hatte.
Durch Heinrich und Otto wurde das fast verlorene Land den Westfranken wieder entrissen und mit dem Ostreiche neu vereinigt; aber den innern Frieden herzustellen, Ordnung zu schaffen und die beginnende Reform der verwahrlosten kirchlichen Zustände zu pflegen und zu befestigen, das war die schwere Aufgabe, welche dem Bruder Otto's des Großen, dem Erzbischof Bruno von Cöln (953-965), zufiel und von diesem auf das glänzendste gelöst wurde.
Wir haben schon oben [S. 321]-323 der Wirksamkeit dieses ausgezeichneten Mannes gedacht, und können um so weniger auf eine ausführliche Schilderung derselben eingehen, da er selbst nicht als Schriftsteller aufgetreten ist[1]. Sein Leben hat uns einer seiner Schüler beschrieben, Ruotger, der Bruno sehr nahe gestanden hatte und die ihm von dessen Nachfolger Folkmar (965-969) übertragene Aufgabe nicht ohne Geschick gelöst hat[2]. Sein Werk gehört zu den besseren Biographien des Mittelalters, ist reich an Inhalt, wenn auch für unsere Wünsche viel zu kurz und gedrängt, und faßt das wesentlichste von Bruns Leben und Wirken mit richtiger Auffassung und wahrheitsgetreu zusammen. Die Sprache ist nicht eben gewandt, schwülstig und von den üblichen Ausdrücken der kirchlichen Redeweise erfüllt, aber frei von Fehlern; man erkennt die gute Schule darin, von welcher auch die noch zahlreich erhaltenen Handschriften der Cölner Dombibliothek aus dieser und der nächstfolgenden Zeit Zeugniß geben. Dem Prudentius entlehnte er einen Vers zur Charakteristik Otto's I, und auch Citate aus Vergil und Terenz, aus Persius, Juvenal, Cicero und Sallust fehlen nicht[3].
Für diese eifrigen Studien zeugen auch die libri prestiti de armamario S. Petri (oben [S. 263]); unter den Entleihern sind B. Adelbold (von Utrecht 1010-1026) und Abt Elias (von Groß-Sanct-Martin 1010-1026); sehr viele aber, darunter 2 Bibeln, 3 Vergile, 2 Lucane, 3 Prisciane, hat ein Unbekannter, gewiß ein Scholasticus, dessen Name ausgekratzt ist. Eine sehr schöne, reich geschmückte Evangelienhandschrift, auch mit Versen über die Evangelisten und poetischen Widmungen versehen, schenkte der Domkirche ein Diaconus Gerhous, höchst wahrscheinlich identisch mit dem Erzbischof Gero (969-976), dem Bruder des Markgrafen Thietmar[4]. Ihm als Erzbischof ist die oben [S. 42] erwähnte Ursulalegende gewidmet.
Zu Bruns Gehülfen bei seinen reformatorischen Bestrebungen gehörte Christian, der erste Abt des von ihm gestifteten Pantaleonsklosters[5], der ihn bis 1001 überlebte. Der erste eilfertig errichtete Bau stürzte zusammen, man grub zu Erzbischof Folkmars Zeit (965-969)[6] ein tieferes Fundament und fand dabei Gebeine, die einem heiligen Maurinus zugeschrieben wurden. Niemand wußte etwas von ihm, auch Stephan nicht, der auf Abt Christians Gebot, als Erzbischof Gero schon todt war, sein Leben beschrieb; die Geschichte der Auffindung aber mit den unvermeidlichen Wundern enthält einige geschichtliche Umstände[7]. Ferner erhielt das Kloster aus Rom durch die Kaiserin Theophano einen h. Albin, von dem man gar nichts wusste, auf ihn aber die fabelhafte Legende des h. Albanus übertrug; diese Schrift ist aber erst aus dem elften Jahrhundert[8]. Erzbischof Everger (985-999) widmete der Domkirche einen mit besonderer Pracht geschriebenen Lectionar[9]. Als er am 10. Juni 999 gestorben war, wurden Boten nach Italien an Otto III geschickt, um sich den Kanzler Heribert auszubitten; von diesen starb der Diaconus Rudolf in Rom und es wurde ihm zu Ehren ein Epitaph gedichtet (NA. II, 601).
Uebrigens aber haben Bruns Bemühungen in Cöln selbst am wenigsten Frucht gebracht; ausser den unbedeutenden kleinen Cölner Annalen[10] ist keine litterarische Erscheinung weiter anzuführen, denn auch die kleine Chronik des Schottenklosters Groß-Sanct-Martin, so wie die Gründungsgeschichte von Gladbach und das Leben Heriberts[11], die ihrem Inhalte nach hierher gehören, sind doch erst in der folgenden Periode verfaßt worden.
Jene Annalen aber, die bis 939 auf gemeinsamer Grundlage mit den alamannischen, Reichenauer und St. Galler Annalen beruhen, von da an heimischen Ursprungs sind, haben merkwürdiger Weise einen weitreichenden Einfluß gehabt, indem der erste, von einer Hand aus einer älteren Handschrift überschriebene Theil von 776 bis 957 in die Annalen von Dijon, mit diesen dann in die von Rouen, Caen, und anderen Orten der Normandie, und weiter in die angelsächsische Chronik und in die Annalen von Lund übergegangen ist[12].
In Cöln war wenig Boden für wissenschaftliche, wenigstens für geschichtliche Thätigkeit. Dagegen regte sich in Trier, nachdem wieder bessere Zeiten gekommen waren, der alte Geist aufs neue. Sogar mitten unter den Stürmen, welche das unglückliche Land verheerten, hatte man im Kloster St. Maximin, wie in Corvey, es nicht ganz unterlassen, einige geschichtliche Nachrichten aufzuzeichnen[13].
Im Jahre 882 verwüsteten die Normannen das Stift, und auch hier blieben nur einige Weltgeistliche ohne klösterliche Zucht; im Jahre 933 stürzte die Kirche ein. Aber schon 934 wurde die Klosterzucht hergestellt, und unter dem Abte Hugo oder Ogo[14] gedieh das klösterliche Leben so gut, dass schon 937 König Otto die Mönche für seine neue Stiftung in Magdeburg von hier entnahm. Anno, der erste Abt von St. Moritz, wurde (950-978) zum Bischof von Worms befördert, der zweite Otwin 954 zum Bischof von Hildesheim, während Abt Hugo selbst 945 Bischof von Lüttich wurde. Etwas später (972) wurde Sandrad, der erste Abt von Gladbach, aus St. Maximin entnommen, 975 Ramwold, 978 Hartwich, die Hersteller klösterlicher Zucht in St. Emmeram und Tegernsee[15]. Unter dem Abte Wiker (957-966) verfaßte Sigehard, ein Mönch von St. Maximin, eine Schrift über die Wunder ihres Heiligen, welche über den Verfall und die Herstellung der lothringischen Klöster nicht unwichtige Nachrichten enthält[16]. Um 965 wurde daselbst eine Sammlung für kanonisches Recht zusammengestellt[17]. Damit ist die litterarische Thätigkeit von St. Maximin erschöpft, wenn man nicht die kecke Urkundenfälschung in Heinrichs V Zeit dazu rechnen will.
Auch Prüm erholte sich wieder, doch scheint es in Regino (oben [S. 259]) seinen einzigen Historiker hervorgebracht zu haben; auch lag es gar fern von der Straße. In den letzten Jahrzehnten dieses Jahrhunderts, unter den Aebten Hilderich († 993) und Stephan († 1001), wurde hier auf Kosten und Bitten des Mönches Wicking vom Mönche Nother ein sehr schönes Antiphonar geschrieben[18]. Auf Befehl des Abts Wolfram schrieb 1084 der Schüler Arnold die Chronik des Regino, Einhards Annalen und Leben Karls nebst Thegan in einem Bande[19]. Ein Verzeichniß der Aebte ist unter Hizo (1068-1077) geschrieben und weiter fortgesetzt[20], in dem werthvollen Chartular, welches als liber aureus bekannt ist. In demselben sind die Todesdaten der Könige, Kaiser u. a. von 768 bis 1106 zusammengestellt[21] und am Schlusse finden sich sehr schätzbare necrologische Annalen von 1039 bis 1102, wo sich noch einige Notizen anschließen. Der Anfang scheint durch Ausschneiden eines Blattes verloren zu sein. Damit ist auch die historische Litteratur von Prüm erschöpft.
Von Erzbischof Rotger von Trier (917-930) ist eine Sammlung kanonischer Vorschriften für die Priester seines Sprengels zusammengestellt, wovon sich leider nur der Anfang erhalten hat[22]. Irrig ist ihm auch eine etwas spätere Materialiensammlung ähnlicher Art aus Trier zugeschrieben worden[23].
Der Erzbischof Rodbert (930 bis 956), ein Bruder der Königin Mahthild[24], war ein gelehrter Mann, der die Wissenschaft liebte; ein Brief Rathers an ihn zeigt uns, daß er diesem einige Probleme vorgelegt hatte[25], und Flodoard widmete ihm sein großes Gedicht über die römischen Päbste[26]. Unter seinen Nachfolgern[27] hat sich vorzüglich Ekbert oder Egbert (977-993), ein Sohn des Grafen Dietrich von Holland, ein dauerndes Andenken geschaffen und nachhaltig gewirkt. Sehr merkwürdige von ihm gestiftete Weihgeschenke in Trierer Emailarbeit verwahren die Domschätze in Trier und Limburg[28]. In der Trierer Stadtbibliothek ist ein Fragment einer reichverzierten Abschrift von Gregors I Registrum, die er hat machen lassen, mit Versen zu Otto's II Preise verziert (NA. II, 437). Ihm ist der berühmte Psalter von Cividale gewidmet[29]. Reichenau brachte ihm das prachtvolle Evangelistarium dar, welches sich jetzt in der Trierer Stadtbibliothek befindet[30]. Ekberts Bedeutung zeigt sich auch darin, daß die ältesten Bischofskataloge bis auf ihn reichen[31]. Nach langer Zeit des schweren Drucks und angestrengter Kämpfe regte sich wieder selbstbewußte strebsame Thätigkeit. Mit Gerbert war Ekbert in Verbindung, und überlegte, ob er zu dem Kreise hervorragender Männer, welchen Otto II in Italien um sich sammelte, auch aus Trier Scholastiker schicken sollte[32]. Sehr begreiflich ist es nun, daß man gerade hier vorzüglich dem Alterthum sich zuwandte. Die alte Größe Triers, welche aus den gewaltigen Bauwerken der Römerzeit vernehmlich redete, und die vielfachen Ueberlieferungen aus der früheren Zeit eines blühenden kirchlichen Lebens, forderten zur Erforschung der Vergangenheit auf, für welche es aber, nachdem in der normannischen Verwüstung vieles zu Grunde gegangen war, an zuverlässigen Hülfsmitteln mangelte. Man bemühte sich, Biographieen der alten Trierer Heiligen zu schreiben und überließ sich aus Mangel an echten Nachrichten einer regellosen Phantasie, die zu immer unsinnigeren Fabeleien führte. So entstand in dieser Zeit jene märchenhafte Urgeschichte Triers, welche besonders aus der späteren Bisthumsgeschichte bekannt ist[33]. Nicht viel besser begründet ist auch das Leben des Diaconus Adalbert, eines Gefährten des heiligen Willibrord, dem das Kloster Egmund gewidmet ist; Erzbischof Ekbert, der Sohn des Stifters[34], ließ um 985 durch den Mönch Ruopert von Mettlach an der Saar diese Arbeit ausführen[35]; von Adalbert wußte er sehr wenig, dieser war aber, wie Holder-Egger nachgewiesen hat, der erste Abt von Echternach. Die in den Wundergeschichten gegebenen Nachrichten über die Klosterstiftung hat gleichfalls Holder-Egger erläutert und als zuverlässig befunden.
Daneben aber wurde von einem Mönche des Klosters St. Maximin auch eine Geschichte der Gegenwart verfaßt, in der Form ausführlicher Jahrbücher, welche wir wohl unbedenklich als die beste Reichsgeschichte dieser Zeit bezeichnen können, ohne damit den eigenthümlichen Vorzügen Widukinds zu nahe zu treten. Es ist die Fortsetzung der Chronik des Regino, verfaßt um das Jahr 964, und bis 967 fortgeführt von einem unbekannten Mönche von St. Maximin, der sich nicht allein durch seine Schreibart als einen der besten Schriftsteller seiner Zeit zu erkennen giebt, sondern der auch außerdem eine ungewöhnliche Stellung haben mußte, um einen so klaren Einblick in den Gang der Dinge zu erhalten und so zuverlässige Nachrichten sammeln zu können. Dem Erzbischof Wilhelm von Mainz muß der Verfasser nahe gestanden haben, besonders aber Adalbert, dem Mönch von St. Maximin, der 961 als Bischof nach Rußland geschickt wurde, 966 die Abtei Weißenburg im Elsaß erhielt, und endlich 968 auf den neuen erzbischöflichen Stuhl von Magdeburg erhoben wurde, einem Manne also, der kein gewöhnliches Mönchsleben führte[36]. Da nun gerade mit diesem Jahre die Fortsetzung abbricht, so hat W. v. Giesebrecht[37] richtig bemerkt, daß Adalbert ein nahes Verhältniß zu dem Verfasser gehabt haben müsse, eine Ansicht, welche nicht nur allgemeine Zustimmung gefunden hat, sondern auch dahin erweitert ist, daß Adalbert selbst als der Verfasser angenommen ist, besonders wegen des Berichts über sein Geschick in den Jahren 961 und 962, welchen kaum ein anderer so abfassen konnte. Die Ereignisse in Italien sind ihm ebenso gegenwärtig, wie die lothringischen; er theilt wie die Verfasser der alten Reichsannalen, die Gesichtspunkte des Hofes und ist durchaus nicht in provinzieller Einseitigkeit befangen, was bei einem Mönche wie Widukind, der in seiner Zelle blieb, kaum anders möglich war.
Adalbert also kam 962 von seiner gefahrvollen und gänzlich erfolglosen Sendung nach Rußland zurück; er fand jetzt beim Erzbischof Wilhelm eine sehr liebevolle Aufnahme „wie ein Bruder vom Bruder“, und ich habe daran die Vermuthung geknüpft[38], daß er wohl wirklich Wilhelms Bruder oder Halbbruder gewesen sein möge, ein Sohn jener vornehmen Wendin, welche Wilhelms Mutter war. Denn Männer geringer Herkunft erhielten damals nicht leicht ein Bisthum, weil die stolzen Vasallen sich ihnen nicht unterordneten, und wir wissen sonst gar nichts über Adalberts Abkunft. Der Erzbischof befahl ihm, die Ankunft des Kaisers im Palast abzuwarten, und er wird sich dort wohl, trotz seiner Erhebung zum Abt von Weißenburg, viel aufgehalten haben, zuletzt begleitete er, wie Uhlirz wahrscheinlich gemacht hat[39], im Spätherbst 967 den jungen Kaiser Otto II nach Italien, wo er zum ersten Erzbischof von Magdeburg erhoben wurde. Dadurch wird die weitere Fortführung des Werkes verhindert sein.
Es liegt nun ferner die Vermuthung nahe, daß der Erzbischof Wilhelm es war, welcher, dem Beispiel seiner Vorgänger folgend, den Anlaß zu diesen Aufzeichnungen gab. Vor der Heimkehr aus Rußland können wir den Anfang nicht ansetzen, weil nirgends vorher die Aufzeichnung als gleichzeitig erscheint, vielmehr die Kenntniß späterer Vorgänge vorausgesetzt wird; ja, wie Werra[40] bemerkt, setzt sogar noch, was zu 964 über den Grafen Udo geschrieben ist, dessen Unternehmen im Jahre 966 voraus. Es bedurfte also zur Anknüpfung an die Chronik des Regino schriftlicher Hülfsmittel und als solches diente vorzüglich ein uns nicht mehr erhaltenes Exemplar der Reichenauer Annalen, reichhaltiger als das uns bekannte, und kenntlich durch die Benutzung desselben Exemplars in Hermanns Chronik[41]. Sonst ist außer St. Maximiner Klosternachrichten u. a. von Fr. Kurze die Benutzung jener oben [S. 241] erwähnten Fulder Annalen nachgewiesen, die bis 939 gereicht zu haben scheinen. Die Erzählung wird nun immer ausführlicher und gestaltet sich zu einer wirklichen, wenn auch sehr knapp gehaltenen Reichsgeschichte, ganz in der Weise der alten Reichsannalen. Der Verfasser konnte aus eigener Erfahrung schöpfen, vielleicht auch frühere Aufzeichnungen benutzen. Mittheilungen kundiger Zeitgenossen und Berichte, besonders über die Vorgänge in Italien an den Erzbischof, werden ihm nicht gefehlt haben. Für den Zeitraum von 960 bis 967 ist keine andere Quelle damit zu vergleichen[42].
Unter den Suffraganen von Trier ist besonders Metz ausgezeichnet durch wissenschaftliche Thätigkeit unter einer Reihe trefflicher Bischöfe, welche den Glanz von Chrodegangs Zeiten erneuten. Schon 883 April 22 weihte Erzbischof Radbod, ein Alamanne, zum Bischof von Metz seinen Landsmann Ruotpert, einen Freund Notkers, also vermuthlich aus der Schule von St. Gallen[43], wie denn auch Radbod 885 das Fest des Schutzheiligen in St. Gallen feierte, und in die Verbrüderung aufgenommen wurde[44]. Ruotpert starb am 2. Januar 917. Nachdem der von König Heinrich 927 eingesetzte Schwabe Benno im folgenden Jahre von seinen Feinden geblendet war, gelang es Adalbero (929-962), eine gesicherte Wirksamkeit zu gewinnen. Von hier besonders ging durch eigenen inneren Antrieb die neue Klosterreform aus, hier zuerst faßte sie festen Boden und verbreitete sich dann auch weiter zu entfernteren Klöstern: diese Erneuerung von unten auf und von innen heraus, welche allein für die Wirksamkeit des Erzbischofs Brun eine dauernde Grundlage gewähren konnte. Die Bischöfe Adalbero und Dietrich beförderten diese Richtung und die Thätigkeit der Männer, welche sie hauptsächlich vertraten, auf alle Weise, und bald sehen wir die lothringischen Klöster aus tiefem Verfall sich zu einer neuen und dauernden Blüthe erheben.
Der Mittelpunkt dieser Bestrebungen war lange Zeit das Kloster Gorze in der Nähe von Metz, wo der Abt Eginold (933-959) mit großer Anstrengung und Aufopferung die Zucht hergestellt hatte, und nach ihm sein Freund und Genosse Johannes als Abt (960 bis 974)[45] eine sehr einflußreiche Stellung einnahm, und die neue strenge Zucht nach allen Seiten verbreitete. Schon 941 hatte Bischof Adalbero mit König Otto's Hülfe aus dem Arnulfskloster zu Metz die zuchtlosen Canoniker vertrieben, und unter dem neuen Abt Arbert, einem Mönche von Gorze, die Benedictiner-Regel eingeführt. Dann war es der Abt Johannes von St. Arnulf, welcher lange Zeit der Freund des Abtes Johannes von Gorze und der Genosse seiner Wirksamkeit war, und dieser unternahm es nach dem Tode desselben, sein Leben zu beschreiben, und begann die Ausführung dieser Aufgabe mit besonderer Liebe und gutem Erfolge. Die Regeneration des Klosterwesens in Lothringen liegt uns darin in sehr ausführlicher Schilderung vor; weiterhin gewinnt dieses Werk noch eine ganz eigenthümliche geschichtliche Wichtigkeit dadurch, daß Johannes es war, welcher im Jahre 953 sich bereit finden ließ, für den König Otto als Gesandter zum Kalifen Abderrahman III nach Córdova sich zu begeben. Auch diese Reise ist hier sehr ausführlich beschrieben, leider aber bricht unser Text mitten in dieser ebenso merkwürdigen wie anziehenden Darstellung ab; das Uebrige ist verloren, vielleicht auch die zu ausführlich angelegte Arbeit nie ganz vollendet worden. Schon einmal, im Jahre 978, als ein bedeutender Theil derselben vollendet war, hatte der Verfasser sie unterbrochen, und es bedurfte des Zuspruches der Bischöfe Dietrich von Metz und Folkmar von Utrecht, um ihn zur Fortsetzung zu bewegen; ob er sie aber wirklich zu Ende geführt hat, ist zweifelhaft und kaum wahrscheinlich, zumal da er vor 984 gestorben ist[46].
Pertz hat dem Abt Johannes von Gorze verschiedene Werke zugeschrieben, die Miracula S. Gorgonii, Vita et Miracula S. Glodesindis, vielleicht auch Vita Chrodegangi, allein die genaue Untersuchung von Walther Schultze[47] hat ein ganz anderes Verhältniß wahrscheinlich gemacht. Zunächst ist nachgewiesen, daß es schon eine ältere Aufzeichnung gegeben hat, welche in den Miracula S. Gorgonii benutzt und daran kenntlich ist, daß einzelne Erzählungen derselben mit der Vita Johannis Gorziensis, andere mit der Vita Chrodegangi so weit übereinstimmen, daß eine gemeinsame Quelle anzunehmen ist; vermuthlich waren es ältere Miracula S. Gorgonii. Die uns erhaltenen Miracula S. Gorgonii[48], die Wunderthaten des Schutzheiligen, der schon von Chrodegang im J. 765 nach Gorze gebracht war, sind um das J. 965 von einem Gorzer Mönch verfaßt, der als Augenzeuge von dem Aufstand des Herzogs Konrad berichtet, zu einer Zeit, da der Abt Johannes in Spanien war. Dagegen sind die Vita et Miracula S. Glodesindis[49] von einem Abt Johannes verfaßt, der in der Hist. S. Arnulfi als der von St. Arnulf bezeichnet ist, und es ist kein Grund daran zu zweifeln. In der Vita Joh. Gorz. hat er diese seine frühere Schrift benutzt und die Erzählung etwas erweitert; ebenso die älteren Miracula S. Gorgonii. In beiden finden sich mancherlei historische Nachrichten, namentlich über die Klosterreform im Sprengel von Metz.
Was endlich die Vita Chrodegangi[50] betrifft, welche uns nur unvollständig erhalten ist, so könnte dieselbe allenfalls von Johannes von Gorze herrühren; sie ist aber mit einem großen Phrasenschwall ausgestattet und nach allen Regeln der Rhetorik gearbeitet, was nicht zu dem paßt, was uns von der mangelhaften Schulbildung des Abtes Johannes mitgetheilt wird. Sie ist übrigens nur aus denselben Quellen geschöpft, die auch uns zu Gebote stehen, und reiht sich daher den zahlreichen Paraphrasen alter Heiligenleben an, welche durch die höheren Anforderungen der gebildeteren Nachfolger hervorgerufen wurden.
Eine kräftige Stütze hatte das Kloster Gorze an seinem Schirmvoigt Sendebald, Grafen von Toul, dem nach seinem Tode eine ausführliche dankerfüllte Grabschrift in ungewöhnlich guten Hexametern gewidmet wurde[51].
Zu dem Kreise dieser Reformatoren gehört auch der Schottenabt Kaddroe, der zuerst in Waussor unweit Dinant einem Landsmann als Abt folgte, von da aber durch Adalbero an das Kloster der heiligen Felix und Clemens nach Metz berufen wurde. Sein Leben ist auf Veranlassung des Abtes Immo, vermuthlich von Waussor, bald nach seinem Tode beschrieben worden[52]. Ihn und seinen Nachfolger Fingen († 1003) und die Bischöfe, welche die Klöster und die Klosterzucht herstellten, Adalbero I und Adalbero II, preist ein Gedicht in noch recht roher und mangelhafter Form, welches vorzüglich dem Ruhme des h. Clemens gewidmet ist[53].
Wir erwähnten schon, daß der Bischof Dietrich von Metz (965-984), ein Schwestersohn der Königin Mahthild, der aus der Schule des Erzbischofs Brun stammte[54], nicht minder als Adalbero bemüht war, seinen Sprengel in jeder Beziehung zu verherrlichen; er beförderte eifrigst die Klosterreform, und seinen Aufenthalt mit dem Kaiser in Italien 970 benutzte er, um mit unersättlicher Gier und in den Mitteln nicht wählerisch zahlreiche Heiligenleiber für Lothringen zu erwerben. Zugleich nahm er auch in der politischen Geschichte der Zeit eine sehr bedeutende Stellung ein; sein Ruf war auswärts nicht der beste, Habsucht wurde ihm vorgeworfen, und seine Untreue gegen Theophano, sein Abfall von Otto III, befleckten seine letzten Jahre und gaben Gerbert, wenn er der Verfasser ist, Anlaß, sein Verhältniß zu Carl von Lothringen in einem für beide Theile gleich anzüglichen Briefwechsel zu behandeln[55].
Seinen Aufenthalt in Italien scheint Bischof Dietrich aber auch zu einer anderen Erwerbung benutzt zu haben, nämlich der hinterlassenen Werke des Bischofs Liudprand von Cremona. Dieser soll, was freilich unsicher ist, an der Gesandtschaft theilgenommen haben, welche 971 die Kaiserbraut Theophano in Empfang nahm, und auf dieser Reise gestorben sein. Dietrich, der griechischen Sprache nicht unkundig, war zum Empfang der Prinzessin 972 entsandt. Nun enthält, wie Fr. Koehler nachgewiesen hat[56], eine Handschrift saec. X. aus St. Arnulf Excerpte griechischer Stellen aus Liudprands Schriften mit der Uebersetzung, und es ist wahrscheinlich, daß in Metz auch die Abschrift angefertigt ist, welche bisher als Autograph betrachtet wurde, und in die darin leer gelassenen Stellen hat vielleicht Dietrich selbst die griechischen Worte eingetragen.
Die Stiftung des Vincenzklosters trug Dietrich auch eine Biographie ein[57], welche aber nicht von einem Zeitgenossen, sondern erst ein Jahrhundert später von Sigebert von Gembloux verfaßt ist. Aufgenommen ist darin ein gleichzeitiger Bericht über die von ihm erworbenen Reliquien, welcher sich auch abgesondert erhalten hat.
Glücklicher war sein nicht minder ausgezeichneter Nachfolger Adalbero II (984-1005), der Dietrichs Wirksamkeit in entsprechender Weise fortsetzte, indem er einen ganz vortrefflichen Biographen fand an Constantin, dem Abte des von ihm wiederhergestellten Schottenklosters St. Symphorian zu Metz[58]. Ein poetisches Epitaphium, worin der Bischof gar sehr gepriesen wird, verfaßte Conrad im Kloster Saint-Avold (Sancti Naboris) und überreichte es mit anderen Versen seinem Abt Ratram; beides steht in einem Codex des Prudentius, den er schön eingebunden und mit Randglossen versehen hatte, wofür er dieses Buch in zierlichen Versen sich bedanken läßt: so schön sei nicht einmal der Lucan geziert, den Constantin binden ließ. Diesen Conrad, von dem es nicht sicher ist, daß er Mönch war, hält L. Delisle für den Metzer Archidiaconus des Namens, welcher auf dem Wege nach Italien die eifrigen Studien der Klosterfrauen in Zürich kennen gelernt hatte und zugleich ihren Kummer, daß der erste Band von Gregors Moralien ihnen fehle; heimgekehrt übersandte er ihn mit einem artigen Briefe[59]. Doch ist das sehr zweifelhaft und nicht wahrscheinlich, da jener Conrad allem Anschein nach identisch ist mit Cuono, Klosterlehrer in St. Avold, von dem sich auch andere Verse erhalten haben[60]. Solche Schullehrer wurden aber nicht Archidiaconen.
Um dieselbe Zeit schrieb auch ein Mönch im Kloster Hornbach im Sprengel von Metz ein Buch über das Leben des heiligen Pirmin[61], der im achten Jahrhundert das Kloster gestiftet hatte, und widmete sein Werk dem Erzbischof Ludolf von Trier (994 bis 1008). Es ist nur eine stilistische Bearbeitung der älteren, schon oben [S. 275] erwähnten Vita ohne geschichtlichen Werth, vielleicht, wie schon Mone vermuthete, von dem Abt Garemann von Hornbach († 1008) verfaßt. Dagegen enthalten die von Mone zuerst bekannt gemachten Wunder[62] (bis 1012) einige geschichtliche Nachrichten, namentlich über Heinrichs II Zug nach Lothringen im J. 1009; sie sind von einem Hornbacher Mönch hinzugefügt. Hier wurde auch zur Zeit Otto II vom Schreiber Eburnant ein prächtiges Sacramentar für den Abt Adalbert geschrieben, mit guten Dedicationsversen[63].
So entwickelte sich in Metz jener den Lothringern besonders eigene Sinn für Localgeschichte, der sich in Biographieen, Klosterchroniken und Schriften zur Verherrlichung der Ortsheiligen in großer Fülle kundgegeben hat, aber erst im folgenden Zeitalter zu voller Entfaltung kommt.
Schließlich ist noch ein Mönch jenes schon erwähnten Klosters des heiligen Symphorian zu nennen, der nur zum Theil dem Metzer Sprengel angehört, Alpert nämlich, der an das Werk des Paulus Diaconus anknüpfend, eine Geschichte der Bischöfe von Metz[64] verfaßte, von welcher jedoch nur ein Bruchstück erhalten ist. Er widmete sie dem Abte Constantin. Später aber kam er in den Utrechter Sprengel, und zwar nach Molls Vermuthung[65] in das um diese Zeit von Bischof Ansfrid (995-1010) gegründete Kloster bei Amersfoort. Es giebt nämlich eine aus Alperts Werk geschöpfte Vita Ansfridi[66], welche einem monachus Ultrajectinus S. Pauli zugeschrieben wird; dahin aber war jenes Kloster verlegt. Sehr möglich ist es, daß die Aussendung einer Mönchscolonie den sonst ungewöhnlichen Ortswechsel veranlaßte. Hier also schrieb er um 1022 sein Buch über den Wechsel der Zeiten[67], worin er in bunter Mannigfaltigkeit von allerlei Vorfällen aus diesen Gegenden erzählt: ein Vorrath geschichtlichen Stoffes ohne bestimmte Ordnung, der um so willkommener ist, da wir sonst nur wenig Kunde von diesem entlegeneren Theile des Reiches besitzen. Er übersandte es dem Bischof Burchard von Worms, bei dem sein Bruder Immo Diaconus war. An denselben Immo schickte auch der bald zu erwähnende Custos Tielensis sein Werk; er scheint dann an den Kaiserhof gekommen zu sein und wurde um 1036 Bischof von Arezzo; in der Lorscher Briefsammlung sind Briefe von ihm und an ihn erhalten[68].
Das Bisthum Utrecht war von den Normannen gar arg heimgesucht und zeitweise ganz zerstört. Radbod, von mütterlicher Seite ein Abkomme des alten Friesenfürsten Radbod, folgte 899 dem Bischof Odilbald, mußte aber vor den Dänen nach Deventer entweichen. Ein Neffe des Erzbischofs Gunthar von Cöln, war er bis zu dessen Entsetzung 863 bei ihm, dann in der Hofschule Karls des Kahlen und seines Sohnes Ludwig gebildet, ein Schüler des Manno, und hat einige Homilieen und Verse zum Preise von Heiligen verfaßt[69], auch über den heiligen Suidbert; doch hatte er von diesem nur aus Beda Kunde. Trithemius schreibt ihm auch Laudes S. Bonifacii zu, und eine Gothaer Handschrift (fol. 64) nennt ihn als Verfasser der Legende des sogenannten Presbyter Ultrajectensis[70], was entschieden falsch ist[71]. Erhalten hat sich eine Aufzeichnung von ihm über die Schrecknisse des Jahres 900[72], und eine andere über die Belagerung der Stadt Tours durch die Normannen 903, und ihre Errettung durch ein Wunder des h. Martin, des gemeinsamen Schutzheiligen[73]. Zur Feier desselben Ereignisses verfaßte er auch einen cantus nocturnalis, der sich im Antiphonar der Marienkirche erhalten hat[74]. Sein eigenes Leben ist zur Zeit seines Nachfolgers beschrieben worden, und wenn auch nicht eben reichhaltig, doch nicht unwichtig[75]. Er starb 917; sein Nachfolger Balderich ist der Hersteller des Bisthums Utrecht[76]; ihm wurde der Königsohn Brun zur Erziehung anvertraut. Er erneute die verwüsteten Kirchen und erhob viele Leiber der Heiligen, holte auch 964 aus Veuves an der Loire Reliquien[77]; seine Grabschrift in der Martiuskirche rühmte von ihm:
Trajectina feris urbs Denis versa latebat,
Baldricus priscum reddidit ipse decus,
Auspicio cujus jam Pontius, Agna, Benignus
Conservant urbem, fulget et ecclesia[78].
Es läßt sich erwarten, daß er in seiner langen Amtsführung (bis 976) wissenschaftliche Thätigkeit begünstigt haben werde, wie ihm auch Hucbald sein Leben S. Lebuins widmete; Wolbodo stand der Schule vor, bis er 1018 Bischof von Lüttich wurde, aber Erzeugnisse von Utrechter Gelehrten aus dieser Zeit haben sich nicht erhalten. Von Bischof Adalbold werden wir bald zu reden haben.
Auch aus Verdun verlautet aus dieser Periode nichts, mit Ausnahme der Bisthumsgeschichte von Berthar, deren wir schon oben ([S. 267]) gedachten, weil sie nur bis auf die Zeit des Kaisers Arnulf reicht. Der Bischof Wikfrid (962-984), ein geborener Baier, war zu Cöln in Bruns Schule gebildet, Heimo (991-1024) unter Notker von Lüttich. In dem Kloster St. Mihiel an der Maas lehrte am Anfange dieser Periode der Grammatiker Hildebold, ein Schüler des hochgefeierten Lehrers Remigius. Johannes von Gorze wurde seiner Zucht anvertraut, äußerte sich aber ziemlich ungünstig über die Verdienste seines Lehrers (Vita c. 10).
Auch Toul besaß an Gerhard (963-994), einem Schüler Bruns, einen jener ausgezeichneten Bischöfe, welche die Zeit der Ottonen zieren; er wurde später als Heiliger verehrt, und der Abt Widerich von St. Evre beschrieb sein Leben, jedoch erst lange nach seinem Tode unter der Regierung Heinrichs III. Mit der Klosterreform hatte schon sein Vorgänger Gauzlin (922-963) begonnen; angeregt durch die vom Abt Odo von Cluny zu Stande gebrachte Reform des Klosters Fleury hatte er 936 das Kloster St. Evre (S. Apri) hergestellt und eine Schule darin errichtet, zu deren Leitung er den noch jugendlichen Mönch Adso berief, welcher in Luxeuil seine Bildung erhalten, und sich bereits durch seine Gelehrsamkeit einen Namen gemacht hatte. Nicht ohne heftige Kämpfe konnte eine solche Reform durchgeführt werden, und in St. Evre wurden dieselben in einem höchst eigenthümlichen Gedichte dargestellt, der Ecbasis captivi in einer der Thierfabel entlehnten Einkleidung[79]. Bald aber konnten die Mönche von St. Evre schon dem heruntergekommenen Kloster Montier-en-Der (Dervense) im benachbarten Sprengel von Châlons-sur-Marne aufhelfen. Dieses war schon einmal nach gänzlichem Verfall unter Ludwig dem Frommen 827 durch den Abt Hauto von Stablo hergestellt, aber nach wiederholter Verwüstung durch Ungern und Normannen wieder völlig verwildert. Jetzt sandte Gauzlin Mönche von St. Evre unter dem Abt Alberich hin, und dieser nahm auch Adso mit sich, welcher ihm spätestens 968 als Abt folgte. Befreundet und im regen Verkehr mit Adalbero von Reims und Gerbert, mit Abbo von Fleury und anderen hervorragenden Männern der Zeit, war er für Herstellung kirchlicher Zucht mit Erfolg thätig, bis er endlich 992 auf einer Pilgerfahrt nach Jerusalem seinen Tod fand. Schon früh (vor 954) hat er auf den Wunsch der Königin Gerberga eine Schrift über den Antichrist verfaßt[80]; auf Bischof Gerhards Wunsch beschrieb er das Leben des heiligen Mansuetus, dessen Kloster Gerhard hergestellt hatte. Werth haben nur die hinzugefügten Wunder durch einige geschichtliche Nachrichten. Dasselbe gilt von dem Leben und den Wundern des heiligen Basolus, welche Gerbert und Adso, Abt von St. Basle, von ihm erbeten hatten, und von einem ähnlichen Werk über den heiligen Aper, dessen Autorschaft Waitz ihm abspricht, das aber um dieselbe Zeit, nach der Translation von 978 geschrieben ist. Ein Buch über die Wunder des heiligen Waldebert, Eustasius Nachfolger, bezeugte seine Anhänglichkeit an Luxeuil. Zuletzt nahm er noch den heiligen Bercharius vor, den Stifter seines Klosters, doch hinterließ er diese Aufgabe unvollendet; die Beschreibung der Wunder wurde auf Veranlassung des vom Pabst Leo IX geweihten Abtes Bruno von einem ungenannten Mönche hinzugefügt und mit einigen schätzbaren Nachrichten über Adso versehen[81]. Für die Klosterschule von St. Evre verfaßte 969 Aynard ein „glosarium ordine elementorum agregatum“[82].
Im Anfang des elften Jahrhunderts wird die Schule des Bisthums als blühend und ausgezeichnet gerühmt; Brun, des elsassischen Grafen Hugo Sohn, später als Pabst Leo IX genannt, und Adalbero III, Bischof von Metz, erhielten hier ihre Erziehung. Wir erkennen darin wieder die Einwirkung der beginnenden Blüthezeit Lüttichs, wo Bischof Hermann oder Hezelo (1018-1026) unter Notker gebildet war.
[1] Die von Peiffer aufgewärmte Nachricht von Commentaren zum Pentateuch und zu den Evangelien, die er verfaßt haben soll, ist unglaublich. Man kann Ruotger und der Cölner Kirche den Schimpf nicht anthun, anzunehmen, daß sie das gänzlich vergessen haben sollten. Dagegen auch Cardauns, Städtechroniken XII p. LV.
[2] Ruotgeri Vita Brunonis ed. Pertz, MG. SS. IV, 252-275 und auch besonders abgedruckt. Varianten bei B. Simson im Archiv f. Gesch. d. Niederrh. VII, 167-172. Uebersetzung von Jasmund, 1851. 1890. Geschichtschr. Bd. 30 (X, 3). Ueber alte Abschriften des Testaments Bruno's NA. VIII, 191. — Vgl. Giesebr. I, 781; Textkritik S. 826 (vgl. Dümmler Otto I S. 220). 830. Dümmler S. 372. Janssen in den Annalen des Niederrhein. hist. Vereins I, 85. Joh. Ph. Peiffer. Hist. krit. Beitr. z. Gesch. Bruns I, Aachen 1870. Strebitzki, Quellenkrit. Untersuchungen zur Gesch. Erzb. Br. im Progr. d. kath. Gymn. v. Neustadt in Westpreussen, 1875. Dierauer in Büdingers Untersuchungen z. mittl. Gesch. II, 1-50. Maurenbrecher S. 24-27, dessen Tadel die ganze Gattung der kirchlichen Biographie trifft, zu welcher diese nun einmal gehört. Seiner künstlichen Deutung der Stellen über die Motive der Empörer kann ich nicht beistimmen; vgl. Rommels Aufsatz in den Forsch. IV, 121-158 und Maurenbrechers Entgegnung ib. 587-598; Dümmler Otto I S. 212. — Ueber die viel spätere zweite Vita (ib. 275-279) s. Vogel, Ratherius II, 14-18. Peiffer S. 13. Varianten bei Simson S. 163-165. Wie Cardauns, Städtechron. XII, p. LVI bemerkt, muß sie doch schon im 12. Jahrh. entstanden sein, da sie in den Ann. Col. max. benutzt ist. — Ein Epitaphium Brunonis bei Dümmler, Otto I S. 594. Damit verbunden andere, mit griechischen Worten prunkende Epitaphien aus Bruns Schule, viell. von Ruotger, NA. X, 346: eines wahrscheinlich auf die Aebtissin Hathuwig von Essen († 18. Juli 947), eines auf den Cölner Bürger Wolfrad.
[3] Dümmler, Forsch. XII, 445. Simson S. 172. Manitius, NA. XII, 369. 370.
[4] K. Lamprecht im NA. IX, 620-623, vgl. S. 669.
[5] Ruotgeri Vita Brun. c. 28. „Compertum quantum praestitistis saeculo, cari invicem et noti, et in verbis prudentiae saepe admirati“, Translatio S. Maurini.
[6] Peiffer hat darauf hingewiesen, daß Poppo-Folkmar in den Fulder Todtenannalen zu 969 eingetragen ist, wie schon Leibniz erkannte. Auch der alte Catalog giebt ihm 4 Jahre. Das Jahr 967 der Cölner Annalen wird also wohl falsch sein. So auch Dümmler, Otto I S. 466.
[7] Inventio et Translatio S. Maurini, Mab. V, 336-341. Acta SS. Jun. II, 279-283. Ausz. MG. SS. XV, 2, 683-686. Noch unbedeutender und später geschrieben sind die Transl. S. Evergisli von Tongern nach der Caecilienkirche und Patrocli von Troyes nach Soest, MG. SS. IV, 279-281; Varianten zu beiden bei Simson l. c. p. 173. In diesen Kreis gehört auch die oben [2→S. 174] erwähnte ganz fabelhafte Vita Reinoldi. — Die Miracula S. Pantaleonis, Jul. IV, 421-426 sind späten Ursprungs und unbedeutend.
[8] Translatio S. Albini ed. L. v. Heinemann, SS. XV, 2, 686-688.
[9] Eccl. Colon. Codd. p. 60.
[10] Ann. Colonienses 776-1028 e cod. CII, MG. I, 97-99 mit unzulänglichen Berichtigungen SS. XVI, 731. Neue Ausg. im Verz. d. Cölner Handschriften S. 127-131. Ann. Colon. breves 814. 898-964 e cod. Vat. Urb. 290 aus Brauweiler, MG. SS. XVI, 730.
[11] Ihm widmete ein 'Albuinus heremita' einen Sammelband, worin sich u. a. Adso de antichristo befand, s. Catal. Monac. I, 3, 199; W. Meyer, Der ludus de antichristo, S. 4; Schum, Catal. bibl. Amplon. p. 558. — Verse an Heribert, gekünstelt und ohne Inhalt, NA. XVI, 178.
[12] Theopold, Kritische Untersuchungen über die Quellen der angelsächsischen Geschichte (1872) S. 83-87. Die betreffenden Stücke aus Annalen der Normandie nebst Auszügen aus den Fortsetzungen bis ins 14. Jahrh. giebt Holder-Egger: Ex Annalibus Normannicis, MG. SS. XXVI, 488-517.
[13] Annales S. Maximini [←], von 708-987, MG. SS. IV, 6. 7. Sie sind bis 840 von einer Hand, und bis dahin, wie B. Simson bemerkt, aus den Ann. S. Columbae Senon. abgeschrieben.
[14] Die Namen der 70 Mönche unter Ogo „qui monasterium reparavit“, MG. SS. XIII, 301. Vgl. Dümmler, Otto I, S. 65. In d. Bibl. de l'École des chartes XLV (1884), S. 578-580 ist Nachricht gegeben von einem Evang. mit Nachrichten über Kirchweihen in St. Maximin, deren erstes Blatt fehlt. Weihe der Krypte 952 unter Willer, einer Capelle am 2. März 1018 unter Winrich. Ausg. von Sauerland SS. XV, 2, 1269: aus der einst von Wilthem benutzten Hs. v. Nick, Stud. u. Mitth. aus d. Bened. Orden X, 82 (NA. XV, 212).
[15] Notizen darüber in einem schönen alten Evangeliar aus Tegernsee, NA. VIII, 377.
[16] Miracula S. Maximini, Acta SS. Mai. VII, 25-33. Excerpta ed. Waitz, MG. SS. IV, 228-234; in Verse gebracht von einem ungenannten Scholasticus, ed. Kraus im Rheinländ. Jahrb. L, 205-210. Vgl. auch Mabillon, De restitutione disciplinae in Trevirensibus Monasteriis, Act. V, 341 bis 344. Zwischen 963 und 965 wurde in St. Maximin das Diptychon mit Namen der Ott. Familie geschrieben, facs. in Papebr. Propyl. Antiq. Acta SS. Apr. II; Ausg. mit Facs. von Fr. X. Kraus, Westdeutsche Zts. IV, 138-156.
[17] M. Sdralek, Wolfenb. Fragmente, Münster 1891. — Ueber eine Urkundenfälschung aus dieser Zeit Bresslau, Westd. Zts. V, 35; u. daselbst S. 20-65 über ihre ganzen Urkunden-Ueberlieferung u. Fälschung.
[18] Paris Suppl. Lat. 641 jetzt Lat. 9448, ausgelegt Arm. XIX n. 198. Zwei Miniaturen bei Jules Labarte, Hist. des Arts Industriels, Album II, pl. XC nebst der Inschrift. Waagen III, 276.
[19] MG. I, 539. Ermisch, Die Chronik des Regino S. 26. Kurze den Hersfelder entnommene Annalen 906-919 daraus, Arch. XI, 300.
[20] Fontes IV, 460, MG. SS. XIII, 302. Ein Verz. Prümer Mönche zw. 948 u. 971 ex libro aureo, bei Lamprecht, Deutsches Wirthschaftsleben III, 319-321.
[21] Annales necrologici Prumienses, MG. SS. XIII, 219-223.
[22] Arch. VIII, 813.
[23] O. v. Heinemann, Cat. d. Wolfenb. Hss. I, 356 nach Wasserschleben; berichtigt von L. Weiland, Zts. f. Kirchenrecht XX.
[24] S. Waitz, Heinrich I (3. Ausg.) S. 108 und 138.
[25] Vogel, Rather I, 98.
[26] Handschriftlich ist der Erzb. Ruotger [←1] [←2] genannt († 930), wofür wegen des chronolog. Widerspruchs in Hist. litt. de la France VI, 318 Rodbert gesetzt ist. Vgl. Dümmler, Otto I S. 543.
[27] Erst Sigebert V. Deod. c. 2 nennt Heinrich (956-964) u. Ekbert Schüler des Erzb. Brun, was nach Dümmler, Otto I S. 399, grundlos ist.
[28] Aus'm Weerth, Kunstdenkm. im Rheinland III. Ders. Siegeskreuz Constantin VII. Weih-Inschriften bei Brower et Masen, Ann. Trev. I, 483. St. Beissel, Egbert v. Trier u. die byzant. Frage. Stimmen aus Maria-Laach 1884, II. S. 260 ff. Janitschek, Gesch. d. deutschen Kunst S. 65 ff.
[29] Piper, Kal. u. Martyrol. d. Angelsachsen S. 20. Eitelberger. Jahrb. der Centralcommission II, 254, und daraus F. X. Kraus im Rheinl. Jahrb. XLIV, 166. Archiv XII, 679.
[30] Oberflächl. Nachricht bei Kugler, Kl. Schr. II, 474. Die Inschriften in Mone's Zeitschr. III, 11-13. K. Lamprecht, Der Bilderschmuck des Cod. Egberti u. des Cod. Epternac. im Rheinl. Jahrb. LX (1881) S. 56-112, mit 9 Tafeln. F. X. Kraus, Die Miniaturen des Cod. Egberti in d. Stadtbibl. zu Trier, in unveränderl. Lichtdruck, Freiburg 1884, 4. St. Beissel, Bilder der Hs. des K. Otto in Aachen (1886) S. 9-18; S. 17 gegen Lamprechts Datierung.
[31] Kraus im Jahrb. d. Alterthumsfr. im Rheinland XXXVIII, 27 ff. XLIV, 163-167. Vgl. Boehm. Fontt. IV p. LIII. MG. SS. XIII, 296.
[32] Hontheim, Hist. Trev. I, 323 aus Gerberts Briefen; scholasticos deutet er als Schüler, was mir zweifelhaft ist.
[33] S. die Vorrede zu den Gesta Trevirorum von Waitz.
[34] Ueber die von Kleyn mitgetheilten Bücherverzeichnisse, worin auch die von Ekbert geschenkten, s. NA. XV, 210.
[35] Acta SS. Jun. V, 97-109. Mab. III, 1, 631-646 mit Weglassung der Vita. Nach der Weihe der neuen Kirche 1143 wurden viele Wunder hinzugefügt. Auszug von Holder-Egger, MG. SS. XV, 2, 699-704, vgl. S. 1319 u. NA. XIII, 29-32.
[36] Sickel im 1. Ergänzungsband der Mitth. d. Inst. S. 361 hält ihn für den Notar Liutolf A, der 953-958 in der k. Kanzlei gearbeitet hat, und diesen wieder der Schrift nach für identisch mit einem Adalbertus, der 950 in Köln eine Urk. des Erzb. Wiefrid recognoscirt (Facs. Kaiserurkunden in Abbildungen, 7. Lief. N. 30). Er müßte sich dann aus der Kanzlei ins Kloster zurückgezogen haben.
[37] Geschichte der Kaiserzeit I, 778.
[38] Einleitung zur Uebersetzung (1890) S. VII.
[39] Gesch. d. Erzbisthums Magdeburg S. 56.
[40] Jos. Werra, Ueber den Continuator Reginonis. Diss. Lips. 1883.
[41] So nach W. Erben, NA. XVI, 613-622, der wohl mit Recht die Benutzung der Ann. Laubac. u. Sangall. abweist. Besonders beachtenswerth ist die Bemerkung zum J. 938, wo nach Hermann „Arnulf“ statt „Eberhard“ gesetzt wird, und Eberhard v. Baiern ganz aus der Geschichte gestrichen.
[42] Continuator Reginonis ed. Pertz, MG. SS. I, 614-629 und eine Ergänzung zum Jahre 967 SS. VI, 620. Neue Ausg. von Fr. Kurze 1890; vgl. NA. XV, 324-330. Uebersetzung von Büdinger 1857; 2. Ausg. 1890. Geschichtschr. 28 (X, 1). Zu Hugo Isenbart: Ueber den Verfasser und die Glaubwürdigkeit des Cont. Reg. (Diss. Kil. 1889) s. Kurze, NA. XVI, 209. — In Bern ist ein cod. s. XI. von Augustin de civ. dei aus St. Maximin „quem Hato bibliotecharius fecit“. Catal. codd. von H. Hagen S. 9.
[43] Dümmler, St. Gall. Denkm. S. 261.
[44] St. Galler Mitth. XI, 13. In dem oben [→ S. 270] angef. Dialog heißt es S. 489: „Nobilissimo atque scholasticissimo Ruodperto nuper in Metensis ecclesiae sede pontificatus honore sublimato.“
[45] Nach Dümmler, Otto I, S. 280, starb er am 7. März 974.
[46] V. Johannis Gorziensis ed. Pertz, MG. SS. IV, 337-377. Vgl. W. Giesebrecht, Geschichte der Kaiserzeit, I, 506 ff. 784. 837; Dümmler, Otto I, S. 302-306, über die Klosterreform. Mathieu, De Joh. Gorz. vita, Nancy (82 S. 8). Daß die Vita unvollendet blieb, sagt der Vf. der Hist. S. Arnulfi aus dem 13. Jahrh., für dessen Glaubwürdigkeit Walther Schultze eintritt, Forschungen zur Gesch. d. Klosterreform (Diss. Hal. 1883) S. 40, NA. IX, 507.
[47] War Joh. von Gorze hist. Schriftsteller? NA. IX, 495-512.
[48] MG. SS. IV, 235. 238-247. Gegen diese Datierung sind jedoch Zweifel erhoben von H. Finke, weil B. Milo v. Minden bei Uebersendung der Passio S. Gorgonii an Abt Immo v. Gorze, zw. 987 u. 996, keine Miracula kennt; s. NA. XVI, 209 §26.
[49] Miracula bei Mab. IV, 1, 436. Auszug MG. SS. IV, 236-238. Eine Stelle über Lothar II u. Waldrada nachgetragen SS. XXIV, 506, Anmerkung.
[50] V. Chrodegangi ed. Pertz, MG. SS. X, 552-572. Pertz, Ueber die Vita Chrodegangi in den Abhandlungen der Berliner Akademie 1852, S. 507 ff. Epitaphium Chrod. Poet. Lat. I, 108.
[51] Herausgegeben v. Dümmler, Zeitschr. f. D. Alt. XVIII, 306. Nach Mittheilung desselben ist v. 23 statt Ostendit zu lesen Offendit. Die Hs. aus dem Vincenzstift (Clarom. 659) enthält folgende Eintragung zum Preise des Bischofs Dietrich: „Sanctae matris aecclesiae tripudians auriga necnon summae religionis in omni mundanae adversitatis turbine triumphans gubernaculum, domnus praesul Deodericus, dum divino adprime cultui deditus quaeque ad honestatem, augmentum seu defensionem sibi pastorali jure commissae sedis indefesso nisu enuclearet atque procul posita offensione cuncta votis ejus responderent, inter multa insignia, quae consilio, auctoritate, sententia ad gloriam et laudem summae et individuae trinitatis praesenti in coenobio cum decreto imperatorum et principum necnon totius populi senatu applaudente gloriose gessit, etiam hunc librum Gesta sancti Martini continentem, quo apud futuram posteritatem sempiternae memoriae immortalitatem pro mortali conditione nancisceretur, archivis aegregii martyris et laevitae Vincentii in spem patrocinii sibi electi sub anathematis vinculo votiva manu addidit.“
[52] Vita S. Cadroae, ed. G. Henschen, Acta SS. Mart. I, 474. Mab. V, 489. Auszüge MG. SS. IV, 483 u. XV, 2, 689. Sein Todesjahr ist unsicher, 978 nach Scheffer-Boichorst, Zts. f. Gesch. d. Oberrh. N. F. IV, 286, Anm. 5. Vgl. über ihn Sackur, Die Cluniacenser, S. 182 ff.
[53] Bis jetzt ist nur das Ende gedruckt, von Dümmler, NA. V, 433 bis 437.
[54] Vgl. über ihn Dümmler, Otto I S. 374.
[55] Olleris, Oeuvres de Gerbert, p. 19 ff. u. S. 25-32 d. Ausg. von Hawet, welcher aber nicht an die Autorschaft Gerberts glaubt. Sie finden sich auch im Cod. ep. Lauresham. s. NA. III, 328. 340.
[56] Neues Archiv VIII, 78.
[57] Vita Deoderici Mettensis ed. Pertz, MG. SS. IV, 461. Vgl. dazu Dümmler a. a. O. S. 466. 483. 491. Außer der oben angef. Inschrift 9 Hexameter zu seinem Preis im Cod. Mett. 215; Schluß: Me referente sciet Francorum regia cortis, Catal. des Bibl. des Dép. V, 95. Im Catal. Clarom. p. 173 (cod. 506) 3 Distichen zu seinem Preis, gefeiert als Verwandter des Kaisers Otto „cujus consiliis jura dedit populis“.
[58] Vita Adalberonis II Mettensis episcopi ed. Pertz, MG. SS. IV, 658 bis 672; geschrieben um das Jahr 1015. Ueber ein Sacramentar von dort Delisle, Sacram. p. 222.
[59] Die Verse bei Pertz a. a. O. S. 672; die letzten auch bei Delisle, Cabinet des Manuscrits II, 401. Der Brief bei G. v. Wyß, Gesch. der Abtei Zürich.
[60] S. NA. XIII, 666 über Studemund in den Breslauer Philolog. Abhandl. II, 3.
[61] Gedruckt bei Mab. III, 2, 140-153. Vgl. Mone, Quellens. I, 36-38. Stälin I, 168, Rettberg II, 52. Nur der Prolog MG. SS. XV, 21. Ueber die geschichtl. Verhältnisse s. K. Brandi: Die Reichenauer Urkundenfälschungen (1890) S. 102 ff.
[62] Quellensammlung I, 45-50. MG. SS. XV, 21-31, von Holder-Egger; S. 31-35 Miracula Hornbacensia.
[63] Herausgeg. v. Dümmler, NA. X, 344. Delisle, Sacram. p. 190.
[64] Alperti de episcopis Mettensibus libellus ed. Pertz, MG. SS. IV, 697. Bischofsverzeichnisse SS. XIII, 303. Ueber Benutzung von Caesars Bell. Gall. in seinen Werken Manitius, NA. XIII, 203.
[65] Kerkgeschiedenis II, 2, 343.
[66] Acta SS. Maj. I, 428.
[67] Alperti de diversitate temporum libri II ed. Pertz, MG. SS. IV, 700. Mit Uebersetzung und Comment. herausgeg. v. Dederich, Münster 1859. Giesebrecht II, 557. Hieraus mit wenigen kleinen Aenderungen, ist nach Mitth. v. Dümmler das von diesem in Briegers Zts. f. Kirchengesch. I, 446-450 (1877) abgedr. Stück: Jüdische Proselyten im Mittelalter (I, c. 7, II, c. 22-24).
[68] S. P. Ewald, NA. III, 324. Als Bischof von Arezzo wird er erwähnt in der merkwürdigen Capitelschronik, NA. V, 449. Vgl. Bresslau, Konrad II, II, 531-536.
[69] S. Moll, Kerkgeschiedenis I, 370, Dümmler, NA. IV, 549. Migne CXXXII, 547-560. Recht schön sind seine Versus de hirundine im Pal. 1564, ed. Dümmler, Zeitschr. f. D. Alt. XIX, 388. Nach der Hds. ist, wie ders. mir mittheilt, v. 4 zu schreiben Formula.... arta, u. v. 40 steht wirklich Ne.
[70] Jacobs u. Ukert, Beiträge III, 262.
[71] Da dieser Biograph noch eine alte Frau, die bei Bonifazens Tod zugegen gewesen war, gesprochen haben will, muß er viel älter sein, s. Rettberg I, 332. Ausg. Acta SS. Junii I, 477-481. Ein Stückchen bei Jaffé, Bibl. III, 506.
[72] MG. II, 218 mit einigen Versen von ihm, Heda, Hist. Ultraj. p. 71. Er veranlaßte 914 zur Confirmation der Privilegien durch K. Konrad die älteste Copie der k. Privilegien, s. S. Muller, Het oudste Cartularium van het Sticht Utrecht, 1892.
[73] Libellus cujusdam ep. Traject. Radbodi nomine de quodam S. Martini miraculo, bei André Salmon, Supplément aux Chroniques de Touraine p. 1-13. MG. SS. XV, 2, 1239-1244. Vgl. Em. Mabille, Les invasions Normandes dans la Loire et les pérégrinations du Corps de S. Martin, Bibl. de l'École des chartes VI, 5, 149-194.
[74] Entdeckt und herausgegeben von W. Moll, im Kerkhist. Archief v. Kist und Moll, III, 213-221. Ein Sermo de S. Servatio von ihm Anal. Boll. I, 104-111.
[75] Vita S. Radbodi, Mab. V, 25-31 aus Sur. Nov. 29. Ausg. v. Holder-Egger (mit der Translatio) SS. XV, 1, 568-571. Aus ders. Hs. Analecta Boll. VI. Benutzt von Adam Brem. I, 40. Vgl. Dümmler, Ostfr. II, 333.
[76] Seinen Brief von 934 an den Erzb. v. Cöln bei Heda S. 75 nimmt Moll I, 271 gegen Zweifel in Schutz. Bei dems. S. 530 u. MG. SS. XV, 571a die Grabschrift seiner Eltern. Unechte Urk. von ihm mit Aufzählung seiner Verdienste um die Herstellung des Stifts bei S. Muller a. a. O. S. 222, vgl. S. LI f. Von Waitz, Heinrich I (3. Ausg.) S. 94 zu günstig beurtheilt.
[77] Translatio Benigni et Agnetis, Acta SS. Jan. II. 357-360. Auszug MG. SS. XV, 1, 571e.
[78] Kraus im Jahrbuch d. Alterthumsfr. im Rheinland L, 201, wo v. 2 illa steht, was nicht angeht. Auch ist irrig Agna in Agnes geändert. Es folgt noch: „Obiit a. 977 cum vixisset (leg. rexisset) 59.“ Aehnlich aus dem alten Catal. in Bijdragen en Mededeelingen XI, 490, wo auch S. 489 das eben erwähnte Epitaph seines Vaters Ricfrid.
[79] S. die neue Ausgabe von E. Voigt, Straßburg 1875. Ueber Benutzung Fortunats darin Manitius, NA. XII, 592-595.
[80] Ueber die Fortwirkung dieser Schrift, die noch zu erkennen ist in der Sage von der Wiederkunft Friedrichs II, s. Riezler, Hist. Zeitschr. XXXII, 67 ff. Berichtigter Abdruck der Prophezeiung über den Frankenkönig bei Hauréau, Notices et Extraits de quelques manuscrits latins I. 371.
[81] Miracula S. Bercharii, Mab. II, 844-861, ein Stück daraus MG. SS. IV, 487. Vgl. über Adso Hist. litt. de la France VI, 471-492. (Den Catalog seiner Bibliothek vom J. 992 hat Omont in d. Bibl. de l'École des ch. 42 (1881) herausgegeben.) Miracula S. Mansueti bei Calmet. Hist. de Lorraine I. Pr. p. 86-106. Acta SS. Sept. I, 637. Exc. MG. SS. IV, 509 bis 514. Miracula S. Basoli, Mab. IV, 2, 137-142. Vgl. MG. SS. IV, 517. Miracula S. Apri bei Calmet I. c. p. 107-126. Sept. V, 70. Exc. MG. SS. IV, 515-520. Miracula S. Waldeberti, Mab. III, 2, 452-460. Acta SS. Mai I, 277-282. MG. SS. XV, 2, 1170-1176.
[82] Archiv VII, 1014. Catal. des Départ. V, 157.
§ 7. Lüttich. [[←]]
In Lüttich hatte, wie wir sahen ([S. 266]) die gelehrte Thätigkeit sich lange erhalten; die Verwüstung durch die Normannen 881 wird aber auch hier die Musen zum Schweigen gebracht haben. Am Anfange dieser Periode finden wir dort einen Bischof, der sich als Schriftsteller versucht hat und durch gelehrte Bildung ausgezeichnet war, Stephan (901-920), der in der französischen Hofschule unter Probst Manno ein Mitschüler Radbods, dann Domherr zu Metz gewesen war. Er selbst hat das alte Leben des heiligen Lambert (oben [S. 264]) neu bearbeitet und eine metrische Bearbeitung desselben veranlaßt[1]; Responsorien verfaßte er und schrieb darüber an Erzbischof Herimann von Coeln, und einen vollständigen Band, mit Lectionen und was zum Kirchendienst gehört, übersandte er Bischof Ruotbert von Metz[2]. Hucbald, der gelehrte Mönch von St. Amand, übersandte ihm 907 zur Prüfung das Leben der heiligen Rictrudis. Nach Vogels Vermuthung war Stephan der Lehrer des Ratherius, jenes unstäten Mönches des Klosters Lobbes, der eben so sehr durch seine wechselnden Schicksale, wie durch seine umfassende Gelehrsamkeit, aber auch durch seine seltsam gesuchte und absichtlich dunkle und verworrene Schreibart merkwürdig ist. Sein Ehrgeiz, sein unverträglicher Charakter, sein beißender Witz, mit dem er unbarmherzig die Fehler seiner Zeitgenossen geißelte, während er in seinen Bekenntnissen eben so schonungslos seine eigenen Sünden beichtete, ließen ihm nirgends Ruhe, und machten es ihm unmöglich, als Bischof von Verona und von Lüttich den Widerstand seiner vornehmeren und mächtigeren Gegner auszuhalten. Seine Schriften, so lehrreich sie sind, können doch nicht als Geschichtswerke betrachtet werden, und auch das Leben des heiligen Ursmar ist nur eine stilistische Ueberarbeitung der älteren Legende[3]. Die Beschäftigung mit grammatischen, philosophischen und theologischen Studien war lange in Lüttich vorherrschend, und erst spät begann man auch hier sich ernstlich mit der Geschichte zu beschäftigen, wenn man es auch nicht ganz unterließ, kurze Notizen am Rande von Ostercyklen einzutragen.
So wie Rather immer von neuem in die politischen Wirren hineingezogen wurde, so ließen auch in Lüttich die lothringischen Parteikämpfe lange keine ruhige Entwickelung friedlicher Studien aufkommen. Von 945-947 war ein gelehrter Abt von St. Maximin, Hugo, Bischof, 953-955 Rather, aber dieser konnte nicht zu irgend einer Wirksamkeit gelangen, und unter Balderich, der ihn verdrängte[4], fand die Wissenschaft keine Stätte. Dann aber bestieg auch hier ein Schüler und begeisterter Verehrer Bruns, Ebrachar (959-971), den Bischofstuhl, ein vornehmer Sachse, bis dahin Decan zu Bonn; ihn nennt als seinen Lehrer ein sächsischer Priester, von dessen Namen wir nur den Anfangsbuchstaben B. kennen, der sich nach Ebrachars Tod nach Canterbury zum Erzbischof Dunstan begab, nach dessen Tod (988) er der erste Biograph dieses hervorragenden Mannes wurde[5]. Nicht ihm allein, sagt er, sondern einer großen Anzahl habe er zur Wissenschaft verholfen, und in der Vita Balderici wird Ebrachar geradezu als der Begründer der Lütticher Schule gepriesen[6]. Auf Ebrachar folgte 972-1008 Notker, bis dahin Probst im Kloster St. Gallen, ein Mann, der in jeder Beziehung höchst ausgezeichnet war[7], und in Lüttich jenen hohen Glanz der Schulen begründete, dessen Ruf sich bald durch die ganze Christenheit verbreitete. Bald strömten lernbegierige Jünglinge von allen Seiten her an der Maas zusammen, während ebenso bedeutende Lehrer von hier ausgingen und den Wirkungskreis der Lütticher Schule immer weiter ausbreiteten; sogar in Paris bei St. Genovefa lehrte der Lütticher Hubald mit außerordentlichem Beifall. Außer diesem, den Notkers Nachfolger Balderich II auch auf einige Zeit nach Prag sandte, nennt Anselm[8] als Notkers Schüler Günther von Salzburg (1024-1025), Ruthard und Erluin von Cambrai (979-995 bis 1012), Heimo von Verdun (991-1024), Hezelo von Toul (1018 bis 1026), Adalbold von Utrecht (1010-1026). Eine Vita Notkeri aus der Mitte des 12. Jahrhunderts, von welcher Gilles d'Orval ansehnliche Stücke erhalten hat, in welchen mehrfach auch Hexameter, Reste eines gleichzeitigen Lobgedichts[9], erscheinen, ist leider verloren[10].
Im Jahre 960 war im Kloster Laubach oder Lobbes, das bis dahin dem Bischof von Lüttich untergeben war und das durch die Kämpfe der Parteien und die rechtlosen Zustände viel gelitten hatte, das regelmäßige Klosterleben unter einem eigenen Abte wieder hergestellt worden, und bald darauf begann man auch hier, wie an so vielen anderen Orten, Annalen zusammen zu stellen, vielleicht aber auch nur eine in Lüttich entstandene und fortgesetzte Compilation mit einheimischen Notizen zu vermehren[11]. An Beda und andere alte Chronisten reihen sich Auszüge aus der S. 202 erwähnten Chronik bis 805, verbunden mit Stellen aus den Lauriss. maj. und Laureshamenses; dann ist Thegan benutzt und von 840 an selbständig fortgearbeitet, doch von 874 bis 900 sind die Ann. Vedastini vollständig aufgenommen. Diese ziemlich dürftigen Annalen wurden nicht über das Jahr 982 fortgesetzt; sie dienten aber in Verbindung mit anderen Aufzeichnungen in Lüttich im Jahr 1000 zur Abfassung von Annalen, die von nun an fortgesetzt wurden. Sie sind verloren, aber wie Waitz nachgewiesen hat[12], bis 1086 in den Amiales S. Jacobi und Fossenses, bis 1056 auch in den Annales Laubienses kenntlich. Auf diese werden wir später zurückkommen.
Bedeutender als jene Annalen von Lobbes ist die Klostergeschichte des Abtes Folcwin[13], die bis zum Jahre 980 reicht. Ebrachar hatte ihn 965 zum Abte erhoben, und 25 Jahre lang verwaltete er sein Amt in großem Ansehen bei den trefflichen Männern, welche um diese Zeit die verschiedenen Bischofsitze zierten. Daß er nicht, wie Mabillon und Guérard meinten, von dem Folcwin von St. Bertin zu unterscheiden sei, hat Holder-Egger vollkommen überzeugend nachgewiesen (NA. VI, 415-438), und wir wissen daher, daß er aus Lothringen gebürtig, vornehmer Abkunft, selbst den Karolingern verwandt war, stolz auf den Bischof Folcwin von Thérouanne (817-855), dessen feierliche Erhebung sein Vater und Oheim bewerkstelligt haben, und dessen Leben er beschrieben[14] und dem Abt Walter von St. Bertin (c. 970-984) gewidmet hat, als er schon Abt von Lobbes war; damals, als er die darin stark benutzte Vita Brunonis schon kannte, hat er den Entwurf ausgearbeitet, welchen er schon viel früher gemacht hatte, in St. Bertin, wo er 948 als Knabe eingekleidet wurde. Hier hat er auch bereits im Jahre 961 die Urkunden des Stiftes gesammelt und mit Lebensnachrichten der Aebte versehen, auch nicht unwichtige, geschichtliche Nachrichten allgemeinerer Art eingeflochten[15], sehr mangelhaft in der Form und sogar mit groben grammatischen Fehlern. Die Quellen, welche darin benutzt sind, hat Holder-Egger genau untersucht; am wichtigsten darunter sind die Spuren verlorener Annalen von St. Bertin, welche auch in den Ann. Blandin. zu erkennen sind. In ähnlicher Weise, aber grammatisch jetzt besser ausgebildet, machte er sich als Abt auch an die Geschichte von Lobbes, und legte ihr die Urkunden seines Klosters nebst den ihm zugänglichen Werken Einhards, Flodoards, Ruotgers und anderer zu Grunde. Ist ihm nun auch die Verarbeitung dieses Stoffes wenig gelungen, so ist doch schon das Streben nach einer urkundlichen Geschichtschreibung bemerkenswerth, und für die spätere Zeit, wo er die eigenen Erlebnisse zu schildern hat, empfiehlt er sich durch Wahrheitsliebe und Einfachheit, wenn auch die Kürze der Erzählung unbefriedigt läßt.
Folcwins Nachfolger in Lobbes war Heriger (990-1007), ein vertrauter Freund des Bischofs Notker, den er im Jahre 989 nach Italien begleitete und für den er mit seiner Feder thätig war, während Notkers Name den Schriften größere Autorität verlieh. So namentlich 980 dem von dem Bavokloster zu Gent erbetenen Werk über den h. Landoald, auf welches wir zurückkommen, und ähnlich auch der wohl schon früher verfaßten älteren Geschichte des Lütticher Bisthums[16]. Er gelangte damit aber nicht weiter als bis zum Jahre 667, so daß das Buch als Geschichtsquelle kaum in Betracht kommt, und litterarisch kann man es leider nur als ein ganz verfehltes Werk betrachten wegen der unverständigen Anwendung der Gelehrsamkeit, welche dem Verfasser allerdings in reichem Maße zu Gebote stand. Aber kaum kann man einen übleren Gebrauch davon machen, als wenn man lange Reden aus Stellen der Classiker zusammensetzt und diese dann alten Heiligen der merowingischen Zeit in den Mund legt.
Mancherlei geschichtlicher Stoff findet sich noch in den Legenden und Wundergeschichten dieser Gegenden; vorzüglich lernen wir daraus die Grafen von Flandern als eifrige Heiligenverehrer kennen. So wurde der Leib des heiligen Winnoch vor den Normannen von Wormhout nach St. Bertin geflüchtet und 900 durch Balduin den Kahlen (879-918) nach dem von ihm gestifteten Kloster Bergh-St.-Vinoc oder Winnoxbergen gebracht, wo ein älteres Leben des Heiligen gegen die Mitte des elften Jahrhunderts überarbeitet und die Stiftungsgeschichte hinzugefügt wurde[17].
Höchst eigenthümlich haben sich die Nachrichten aus den beiden Genter Klöstern Saint-Bavon und Blandigny, auf einem Hügel außerhalb der Stadt, dadurch gestaltet, daß jedes von ihnen höheres Alter in Anspruch nahm, und ein durch Jahrhunderte hindurch mit immer wachsender Erbitterung geführter Krieg sich daraus entspann. Ihre Waffen waren echte und falsche Reliquien und Legenden, Urkundenfälschungen und Verfälschung der handschriftlichen Ueberlieferung, wie das O. Holder-Egger in ebenso ergötzlicher wie belehrender Weise dargestellt hat[18]. Beide Klöster waren vom Grafen Arnulf I im J. 941 nach tiefem Verfall hergestellt und durch den Abt Gerhard von Brogne mit Mönchen neu besetzt. Das veranlaßte in Blandigny schon bald nachher eine Schrift über die ältere Geschichte des Klosters bis auf den berühmten Abt Einhard[19], worin schon gefälschte Urkunden benutzt sind und die Gründung durch den h. Amandus 610, mit keckem Plagiat aus der Vita Wandregisili. Im J. 944 brachte Graf Arnulf hierher auch aus Boulogne, wohin sie aus St. Wandrille geflüchtet waren, die hh. Wandregisil, Ansbert und Wulfram, dessen Besitz aber die Mönche von St. Wandrille ihnen abstritten, und darüber gab es eine Schrift, von der wir aber nur durch eine Predigt Kunde haben, die nicht vor dem zwölften Jahrhundert verfaßt zu sein scheint, und von Feindseligkeit gegen die Bavonianer erfüllt ist[20]. Außer vielen anderen Reliquien erhielten sie auch um 945 aus Haerlebeke, der Heimath der Grafen von Flandern, den h. Bertulf von Renty bei Saint-Omer, wo er in merowingischer Zeit ein Kloster gegründet hatte. Sein Leib wurde 1073 durch den Abt Folcard feierlich erhoben, und nun nach einer älteren, jetzt verlorenen Vita das wenige berichtet, was man von ihm wußte, mehr über die Translationen und über die Grafen von Flandern, nicht ohne Fabeln[21]. Und dazu wollen wir gleich noch hinzufügen, daß, da beide Klöster sich den ersten Abt Florbert zueigneten, beide sein Grab und seinen Grabstein zeigten, im J. 1079 eine gegen die Mönche von Saint-Bavon gerichtete Schrift darüber verfaßt wurde[22].
Nach Saint-Bavon war 940 der h. Bavo aus Laon, wohin er geflüchtet war, zurückgebracht und 946 feierlich bestattet. Gegen das Ende des zehnten Jahrhunderts schrieb ein Mönch, schon im Gegensatz gegen das vom Grafen Arnulf bevorzugte Kloster Blandigny, und gegen die Zweifler, welche ihnen sogar den Besitz des h. Bavo bestritten, in drei Büchern eine Geschichte des Klosters nach schriftlichen Quellen, wozu er vorzüglich auch die Annalen von St. Bertin und St. Vaast benutzte, die er Chronica post Bedam nannte; er scheint auch Aufzeichnungen aus seinem Kloster benutzt zu haben[23]. Vielleicht von demselben Verfasser ist auch das Carmen de S. Bavone[24]. Der Concurrenz der Blandinienser besser begegnen zu können, holten sie 980 aus dem kürzlich erworbenen Wintershoven den h. Landoald mit seinen ebenso unbekannten Genossen, legten dem Bischof Notker von Lüttich den Bericht über die Translation und die obligaten Wunder vor, und zugleich was der Ortspfarrer Sarabert von diesen Heiligen zu berichten wußte. Der gelehrte Heriger erfuhr zu seinem Erstaunen von dem ihm bis dahin unbekannten Bischof Landoald von Lüttich, buchte aber alles getreulich, und zwar der größeren Autorität wegen unter dem Namen seines Bischofs. So gewannen diese frechen Lügen geschichtlichen Anstrich, und haben viel Verwirrung angerichtet[25]. Die Gegner behaupteten zwar, es seien „malorum defunctorum ossa“, aber die Bavonianer veranstalteten 982 eine neue feierliche Erhebung, und es gelang ihnen, die Autorität des Erzbischofs von Reims dafür zu gewinnen[26]. Der Abt Odwin oder Otwin (982-998), der hier seine Energie bewiesen hatte, erlangte auch aus Rom durch Vermittelung der frommen Engländerin Teta Reliquien des h. Pancratius, welche 985 nach Gent kamen[27]. Bald darauf stellte er nachdrücklich den Abt Adalwin von Blandigny zur Rede, weil er fortfahre, gegen die getroffene Uebereinkunft sein Kloster als „in castro Gandavo“ gelegen zu bezeichnen[28]. Ein neuer Triumph war dann 1007 die Uebertragung der hh. Livin und Brictius aus Holthem nach Gent, worauf 1010 unter Erlembold der h. Bavo noch einmal feierlich erhoben wurde; der Verfasser der Beschreibung[29] scheint derselbe zu sein, welcher auch im J. 1014 über den h. Macharius berichtet hat[30], einen griechischen Mönch, der 1011 in St. Bavon Aufnahme fand und nach vielen Kasteiungen schon 1012 starb. Man wußte weiter nichts von ihm, verehrte ihn aber als heilig und wußte von Wundern zu berichten, die man ihm zuschrieb. Doch half das alles nur wenig, und als der Abt Othelbold um 1020 der Gräfin Othgive, Gemahlin Balduins des Bärtigen von Flandern, auf ihren Wunsch über die Reliquien des Klosters schrieb[31], hatte er zugleich bitter zu klagen über den einstigen Reichthum und die bedrängte Lage, seitdem Graf Arnulf zahlreiche Besitzungen des Klosters an seine Dienstmannen vergabt hatte. Es bedurfte stärkerer Heilmittel, und zunächst fand sich Stepelin, ein aus St. Trond entlaufener Mönch, bereit, im J. 1049 nicht nur einen angeblich alten Grabstein für den Abt Florbert anzufertigen, sondern auch, nach Holder-Eggers Vermuthung, jene Verse zu machen, in welchen der h. Livin selbst an Florbert ein Epitaph des h. Bavo schickt[32]. Weiter folgte 1058 eine neue Erhebung des h. Bavo, 1067 auch des h. Macharius, und mit kühnerem Fluge wurde nun, während man früher aufrichtig bekannt hatte, über sein Vorleben nichts zu wissen, die vollste Schale abgeschmackter Verherrlichung über ihn ergossen[33]; zur Schilderung seiner Tugenden diente, was im Leben des Erzbischofs Bruno von Köln für diesen Zweck brauchbar erschien. Nach der Vermuthung von Holder-Egger war es derselbe Verfasser, welcher schon um 1050 mit nicht minder frecher Lüge das Leben des bis dahin ganz unbekannten Livin beschrieb (oben [S. 132]); besonders wichtig aber ist der Nachweis, daß fast zweifellos dieser Livin in Wirklichkeit kein anderer ist, als der wohlbekannte, in Deventer bestattete Liafwin oder Lebuin; sein Genosse Brictius scheint nur der Nachbarschaft im Kalender seinen Namen zu verdanken, obgleich hier der Bischof von Tours, Nachfolger des h. Martin, gemeint ist. Nach solcher Verherrlichung aber war es nun Zeit, auch diese Heiligen feierlich zu erheben, was 1083 geschah; aber erst um 1200 wurde über diese Vorgänge eine Schrift verfaßt[34].
Diese ganze Litteratur würde nicht verdienen, so viel Aufmerksamkeit in Anspruch zu nehmen, wenn sie nicht theils für die Zeit charakteristisch wäre, theils durch die Chronisten des 14. Jahrhunderts, Johann von Thielrode und die Genter Annalen, viele hieraus geschöpfte Fabeln in die Geschichte eingedrungen wären, welche noch nicht vollständig beseitigt sind.
Eine besonders hervorragende Stellung als Reformator vieler Klöster nahm der oben erwähnte Abt Gerhard ein, der Stifter des Klosters Brogne im Lütticher Sprengel zwischen Maas und Sambre. Er gehörte zur Sippschaft des Hagano (Austrasiorum ducis), jenes bekannten Günstlings Karls des Einfältigen; seine Mutter Plictrudis war eine Schwester des Bischofs Stephan von Lüttich. Im Lommatschgau, wo er heimisch war, setzte er auf seinem Erbgut Brogne zuerst Canoniker ein; als aber Graf Berengar von Namur, dessen vielvermögender Rath er war, ihn zum Grafen Robert nach Paris sandte, machte ein Besuch im Kloster St. Denis solchen Eindruck auf ihn, daß er seine Entlassung erbat und zur großen Verwunderung der Mönche von St. Denis bei ihnen Unterricht nahm und Mönch wurde (919 oder 920 nach Sackur). Es war ihnen ganz erstaunlich, daß ein bärtiger Mann noch die Buchstaben lernen wollte, wie ein fünfjähriger Knabe[35] — eine Stelle, die uns einmal recht deutlich zeigt, wie unberührt von aller litterarischen Bildung die Laien waren, und wie irrig die weitverbreitete Meinung ist, als ob die scholae exteriores für sie bestimmt gewesen wären. Im Jahre 926 zum Priester geweiht, kehrte Gerhard zurück, und übergab nun die Kirche zu Brogne 12 Mönchen aus St. Denis. Die Leitung des Klosters war seinem auf stille Beschaulichkeit gerichteten Sinn zuwider, er lebte abgesondert als Klausner, aber Herzog Giselbert und Bischof Fulbert von Cambrai ließen ihm keine Ruhe. In St. Ghislain lebten nämlich damals Cleriker von gar schlechtem Wandel, welche sich mit ihrem Heiligen singend und bettelnd herumtrieben, bis endlich dieser des Treibens müde zuließ, daß sein Leib gestohlen wurde. Da wurde das Kloster Gerhard zur Reform übergeben; er fand das Heiligthum in Maubeuge, der Herzog gab die Güter zurück, und trotz des Widerstandes der losen Brüder, stellte Gerhard dieses und andere Klöster her[36]. Auch Arnulf von Flandern, angeblich von einem Steinleiden wunderbar geheilt[37], entäußerte sich seiner Abteien Blandigny (941)[38] und St. Bertin (944), wo die regelmäßige Zucht hergestellt wurde, und übergab Gerhard alle Klöster seines Gebietes; er soll deren 18 geleitet haben, darunter auch Saint-Remi. Durch einen Krieg über die gefährdete Lage seines eigenen Klosters belehrt, kaufte Gerhard Brogne los von der Abhängigkeit von St. Denis und übergab es dem Bischof Farabert von Lüttich (947-953); endlich starb er in hohen Ehren am 3. Oct. 959. Sein Leben ist nicht lange nach seinem Tode ausführlich beschrieben, aber wir besitzen nur eine Ueberarbeitung aus dem Anfange des elften Jahrhunderts, für den Abt Gonter geschrieben, geschmacklos mit Versen gemischt. Daß Raginer von Hennegau noch in der Verbannung lebe, Lietald, Gerhards Nachfolger als Vorstand des Klosters zu Mouson († 997), die Wahrheit der Erzählung bestätigen könne, schrieb er gedankenlos nach, so wenig es auch zu seiner Zeit noch paßte[39]. Daß die alte Biographie sich darin noch erkennen lasse, wie W. Schultze annahm, leugnet L. v. Heinemann; die geltend gemachten Stellen sind entnommen aus der darin benutzten und angeführten gleichzeitigen Schrift über die Wunder des h. Eugenius in Brogne, wohin er von St. Deuis gebracht war, die an den Abt Gerhard gerichtet ist und erst kürzlich von den Bollandisten herausgegeben wurde; unter den Wundern bezieht sich eines auf den Einfall der Ungern in Lothringen[40].
Ein eifriger Verehrer des Grafen Arnulf von Flandern war der Priester Witger, welcher zwischen 951 und 959 Arnulfs Herkunft mit der Genealogie der Karolinger verband, und seine Verdienste um Kirchen, namentlich die zu Compiègne, pries[41].
Ein Schüler Notkers von Lüttich war Adalbold, der nach dem vortrefflichen Ansfrid 1010 Bischof von Utrecht wurde, wo er am 27. Nov. 1026 gestorben ist[42]. Seine große Gelehrsamkeit bezeugen theils mathematische Schriften, theils ein Commentar zu derselben Stelle des Boethius, welche einst Bovo von Corvey erläutert hatte[43]. Mit Heriger, Gerbert, Berno war er befreundet und in wissenschaftlichem Verkehr[44]; er nennt sich scholasticus, vielleicht (nach Moll) bei St. Ursmar in Lobach. Ein Mitschüler von ihm, Egebert, damals Priester und Schulmeister in Lüttich nach E. Voigt, widmete ihm ein Buch, das er liber prorae et puppis oder Foecunda ratis nennt, Sprichwörter, Geschichten und anderes in recht schlechten Hexametern enthaltend, voll gesuchter und ungeschickter Gelehrsamkeit; es fehlt darin nicht die übliche und immer wiederkehrende Klage über Verfall und Mißachtung der Gelehrsamkeit. Die Franzosen, deren strengere mönchische Askese auch Adalbold begünstigte, kann er nicht leiden, und seine Schüler machen ihm manchen Kummer[45].
Einen sonst nicht bekannten Odbert hatte Adalbold als Knaben mit nach Utrecht genommen; dieser sah in der alten Salvatorkirche das Grab des 838 erschlagenen Bischofs Friedrich; er hörte, daß durch die Dänen mit vielen anderen Büchern auch dessen Lebensbeschreibung verbrannt sei, und beeilte sich, wie er behauptet als zehnjähriger Knabe, aufzuzeichnen, was man von diesem Märtyrer wußte. Man erzählte ihm, wie er angiebt, daß Friedrich, von dem wir sonst nur wissen, daß er mit Hraban in freundschaftlichem und gelehrtem Verkehr stand[46], sich der Ehe Ludwigs des Frommen mit Judith wegen zu naher Verwandtschaft widersetzt habe, und daß ihn deshalb Judith habe ermorden lassen: wohl ohne Zweifel eine spätere Erfindung. In lügenhaftester Weise hat der Vf. die bei Thegan und Regino gefundenen Nachrichten diesem Standpunkt entsprechend ausgeschmückt und verdreht. Die noch erhaltenen Acta Friderici[47] scheinen etwas überarbeitet zu sein, aber eine wesentlich übereinstimmende Erzählung kannte schon Wilhelm von Malmesbury. Von einem Priester Odulf, der auf Friedrichs Befehl den Friesen predigte, giebt es eine lange nach seinem Tode verfaßte Lebensbeschreibung mit wenig Inhalt[48]; diese hat jener Otbert benutzt.
Zu Tiel an der Waal verwandelte Adalbold ein verfallenes Kloster an der Kirche der h. Walburga in ein Chorherrenstift, und der Custos dieses Stifts widmete ihm eine Schilderung der dort vorgekommenen Wunder, welche geschichtliche Beachtung verdienen. Adalbold preist er als Erbauer der neuen Martinskirche, und als thätig auch in castris imperialibus. Eine Abschrift, der ein neues Wunder beigefügt ist, schickt er an den oben S. 375 erwähnten Wormser Diaconen Immo[49].
Alpert erwähnt, daß Bischof Adalbold über die Thaten Heinrichs II bis zur Einnahme von Metz (1012) ein so vortreffliches Werk verfaßt habe, daß er, Alpert, deshalb von diesen Dingen nicht reden wolle[50]. Dieses Werk ist leider verloren; erhalten hat sich der Anfang eines Lebens Kaiser Heinrichs II, welches nur bis 1004 reicht, und Adalbold zugeschrieben wird[51]. Es ist gänzlich auf Thietmars Chronik begründet und nur mit rhetorischem Schmuck überladen, ein Verfahren, welches von der Utrechter Schule und Adalbolds gelehrter Bildung nicht befremden darf, während dessen eigene Erfahrung erst im weiteren Verlaufe einwirken konnte. Doch fehlen auch hier schon nicht einige Zusätze, besonders über italische Verhältnisse. Ich sehe deshalb keinen genügenden Grund, das Werk mit Moll Adalbold abzusprechen, noch auch anzunehmen, daß es niemals weiter gereicht habe, als wir es besitzen, wenn auch der sächsische Annalist, bei dem allein eine Spur desselben sich findet, nach mehr als einem Jahrhundert auch schon nicht mehr als dieses Fragment gehabt haben mag. Daß auch bedeutende Werke geringe Verbreitung fanden und frühzeitig verloren wurden, ist leider keine vereinzelte Erscheinung.
Später übernahm man in dem von Heinrich gestifteten Bisthum Bamberg die Bewahrung seines Andenkens, und machte hier aus dem tüchtigen und umsichtigen Kaiser, dem wackern Kriegsmanne, der nur selten aus den Waffen kam, einen gewöhnlichen Legendenheiligen; es bildete sich hier ein völlig entstelltes Bild aus, welches auf die richtige Erkenntniß und Darstellung der Geschichte einen sehr nachtheiligen Einfluß geübt hat[52]. Denn was die geistlichen Schriftsteller des Mittelalters gelobt hatten, tadelten die neueren Historiker; die thatsächliche Grundlage aber wurde nirgends genügend untersucht, bis in neuester Zeit W. v. Giesebrecht mit umfassender und eindringlicher Benutzung der echten gleichzeitigen Quellen eine besser begründete Schilderung jenes Kaisers in die Geschichte einführte.
Notkers Nachfolger in Lüttich, Balderich II (1008-1018), früher Vitzthum der Regensburger Kirche, wird als ein trefflicher Mann gerühmt; er stiftete das Kloster St. Jacob und fand hier auch einen Biographen, der jedoch erst um die Mitte des Jahrhunderts schrieb und den Bischof nicht mehr persönlich gekannt hatte[53].
Ein ausgezeichneter Zögling der Schule zu Lobbes wurde von Otto III im Jahre 1000 (-1025) zum Bischof von Worms berufen, Burchard, der als der gelehrteste Canonist seiner Zeit bekannt und berühmt ist, und der sein gänzlich verfallenes Bisthum zu neuer Blüthe erhob. Freilich wird von dem gelehrten Pabste Gregor V (996-999) gerühmt, daß er in Worms gebildet sei[54], doch fand Burchard nach seines Biographen Schilderung die Stadt noch in Ruinen nach der Verwüstung durch die Ungern, und die Fehden des Adels hinderten jeden Fortschritt zu besseren Zuständen. Durch die Schilderung dieser Verhältnisse und der Art, wie es Burchard gelang den Uebelständen abzuhelfen, ist dessen Biographie sehr lehrreich, so wie andererseits Burchards einflußreiche und angesehene Stellung bei Otto III und Heinrich II ihr auch für die Reichsgeschichte Bedeutung verleiht[55]. Sie ist von einem Zeitgenossen verfaßt und gehört zu den besseren Werken dieser Art; doch hat Manitius nachgewiesen, daß in übermäßiger Weise darin Alpert ausgebeutet, und sogar dessen Lobpreisung Ansfrids auf Burchard angewandt ist, so daß nicht viel Eigenes übrig bleibt[56]. Noch am Anfang des folgenden Jahrhunderts feierte der Cleriker Hermann in seinem Cartular der Wormser Kirche Burchard durch eine kurze, aber inhaltreiche Charakteristik voll warmer Dankbarkeit[57].
[1] S. über diese unten bei Hucbald, dem sie zugeschrieben wird.
[2] Mabillon sah die Handschrift in Bobio, Mus. Ital. I, 218. Uebrigens s. Ans. Leod. c. 20, 21.
[3] Ueber Rather († 974) Vogel, Ratherius von Verona und das zehnte Jahrhundert, Jena 1854, 2 Bände. Opera edd. Petrus et Hieronymus fratres Ballerini presbyteri Veronenses, Veronae 1765, fol. Neuer Abdruck bei Migne CXXXVI. Die von Pertz SS. III, 451 u. 553 gegebenen Stellen sind aus der Translatio S. Metronis.
[4] Ein merkwürdiges Fragment einer an Balderich gerichteten Schrift Rathers über seine Verdrängung NA. IV, 177-180.
[5] Nach den scharfsinnigen Untersuchungen von W. Stubbs. Memorials of St. Dunstan. Lond. 1874; vgl. R. Pauli, Hist. Zeitschr. XXXV, 199; Gött. Nachr. 1879, S. 322-324.
[6] S. über ihn Dümmler, Otto I, S. 302 Anm. 1, 374 Anm. 1, 397 Anm. 2, 545 Anm. 2.
[7] Daß er während der Minderjährigkeit Ottos III Italien als Regent verwaltet habe, bestreitet Kehr, HZ. LXVI, 427, Anm. 2.
[8] c. 29, MG. SS. VII, 205.
[9] Nach G. Kurth, s. NA. XVII, 225.
[10] L. Weiland. HZ. XLVI, 496.
[11] Würdtwein, Nova Subsidia dipl. XIII, 151-214, cf. MG. SS. II, 192; p. 209-211 die hieraus genommenen Annales Lobienses von 900-982. Neue Ausgabe von Waitz aus der Bamberger Handschrift saec. X, SS. XIIL, 224-235. Die Sammlung von J. Alexandre: Chronica Lobbiensia etc. enthält nur die Texte und Vorreden der Mon. Germaniae.
[12] Gött. Nachrichten 1870, 302-309.
[13] Folcuini Gesta abbatum Lobiensium ed. Pertz, MG. SS. IV, 52-74.
[14] Vita S. Folquini ep. Morinorum, bei Mab. Act. IV, 1, 624. Vgl. Holder-Egger a. a. O. S. 422, und MG. SS. XV, 423-430. Ein Catal. epp. Morin. SS. XIII, 389. 751; abbatum S. Bertini p. 389; praepositorum S. Audomari p. 389, u. epp. Ambian. p. 752, von Lambert von St. Omer.
[15] Cartulaire de l'Abbaye de St. Bertin, herausgegeben von Guérard 1840 in der Collection des Cartulaires de France, III, mit den zum Theil reichhaltigen Fortsetzungen bis 1187. Berichtigungen nach Auffindung einer alten Handschrift in: Appendice au Cartulaire etc. publié par M. François Morand (Documents inédits) 1867. Vollständig (ohne die Urkunden) als Gesta abbatum S. Bertini Sithiensiun von Holder-Egger, MG. SS. XIII, 600 bis 673. Verse aus St. Bertin zu einer Krönungsfeier s. X. hat Dümmler herausgegeben, NA. X, 341. Ueber ein besonders schönes, unter Abt Odbert (989-1008) von Heriveus geschriebenes Psalterium, s. Palaeogr. Soc. 97. Woltmann, Gesch. d. Malerei I, 270.
[16] Gesta episcoporum Leodiensium ed. Köpke, MG. SS. VII, 134. Die daraus auch abgesondert herausgegebene Vita Remacli kommt als Notkers Werk mit Widmung an Abt Werinfrid von Stablo vor, ist aber nach Köpke S. 140 von Heriger. Die ältere ist nach der oben [1→S. 264] angef. Untersuchung von Kurth ein Plagiat aus V. Lamberti u. V. Trudonis, mit Nachrichten über die Stiftung von Stablo u. Malmédy. Zugeschrieben wird Heriger auch das Leben der heiligen Berlindis, die man in Meerbecke in Brabant verehrte. Ueber die irrig von M. Haupt vermuthete Benutzung von Tac. Germania bei Heriger s. Waitz, Forsch. X, 602. Die von ihm benutzte V. Servatii hat Kurth herausgegeben: Deux biographies inédites de Saint Servais, Liège 1881, vgl. NA. VII, 409. Er bestreitet eine ältere Quelle als Greg. Tur. u. ebenso W. Arndt. Dagegen Anal. Boll. I, 85 ff. In den Nouvelles recherches sur St. Servais, Liège 1884, vertheidigt Kurth gegen P. De Smedt seine Ansicht, daß auch die älteste V. Servatii nur aus Gregor v. Tours geschöpft sei, dieser keine schriftliche Vita gehabt habe, und weist aus metrischen Resten die Benutzung eines Epitaphs nach, welches er der feierlichen Erhebung durch B. Monulph im 6. Jh. zuweist; Vf. könne dann nur Venantius Fortunatus sein, und von ihm werde Gregor seine Nachrichten erhalten haben. — Vgl. auch Prost, St. Servais. Examen d'une correction introduite à son sujet dans les dernières éditions de Gr. de Tours (Nogent-le-Rotrou 1891), welches ich nicht gesehen habe.
[17] Vita S. Winnoci, Mab. III, 1, 302-314. Auszug MG. SS. XV, 2, 775-778. Nach der Translation von 1058 fügte ein Mönch Drogo neue Wunder hinzu, ib. p. 778-782. Derselbe beschrieb in sehr anmuthiger, romanhafter Weise die Transl. S. Lewinnae, welche 1058 aus England gestohlen war, Auszug ib. p. 782-789. Balduinus Barbatus setzte 1022 Mönche von St. Bertin an die Stelle der Canoniker.
[18] Waitz-Aufsätze S. 622-665. Daselbst S. 633, Anm. 3, wird die Translatio S. Amalbergae im J. 870 (Acta SS. Jul. III, 103) für ein spätes, unglaubwürdiges Machwerk erklärt. Ueber Graf Arnulf Sackur, Clun. S. 127 ff.
[19] Fundatio mon. Blandiniensis ed. O. Holder-Egger, MG. SS. XV, 2, 621-624. Ich beschränke mich auf Anführung dieser Ausgaben von Holder-Egger.
[20] Ex Sermone de adventu SS. Wandregisili, Ansberti et Vulfranni ed. Holder-Egger, SS. XV, 2, 624-631.
[21] Ex Vita Bertulji Renticensis, ib. p. 631-641.
[22] Lantberti liber de loco sepulturae Florberti abb., ib. p. 641-644, aber nach S. 1317 ist der Autorname Lantbert irrig. S. 644 folgt ein Catalogus abb. Blandin. saec. XII.
[23] Ex Miraculis et Translationibus S. Bavonis, SS. XV, 2, 590-597; dazu S. 598 ein kurzer Auszug von Wundern, die gegen Ende des 11. Jahrh. beschrieben sind. Wie der erste Vf. berichtet, sagten über den Ursprung von Gent Einige, daß Agrippa es gegründet, „alii Hermenricum regem in eo arcem imperii sibi tradunt instituisse“. Aehnlich auch im Carmen.
[24] NA. X, 371 von Holder-Egger herausgegeben.
[25] Translatio S. Landoaldi et sociorum ejus, SS. XV, 2, 601-607.
[26] Adventus et Elevatio S. Landoaldi et sociorum ejus, ib. p. 607-611.
[27] S. den Brief des Abtes Andreas von St. Pancraz, NA. VIII, 376.
[28] Brief im NA. X, 374.
[29] Elevatio S. Bavonis, SS. XV, 2, 597.
[30] Vita S. Macharii prior, ib. p. 615.
[31] Gedr. NA. VIII, 370 ff.
[32] S. oben [→ S. 132.]
[33] Elevatio S. Macharii, SS. XV. 2, 616-621. Einzelnes darin, wie die Nachrichten von der Pest des J. 1012, ist historisch brauchbar.
[34] Ex translatione SS. Livini et Brictii, ib. p. 611-614. — Der Catal. abh. Gandav. MG. SS. XXV, 570, ist nur Auszug der Ann. Gand. u. werthlos, berichtigt Waitz-Aufsätze S. 661.
[35] „Quod vir jamdudum barbatus applicari vellet ulterius studiis litterarum puerilibus..... litteratim percurrit prima elementa ceu quinquennis puerulus.“ V. Gerardi c. 9. Die chronologischen Bedenken in diesen Angaben beseitigt Sackur, indem er ihn die Reliquien früher erwerben läßt.
[36] Es wurde 931 hergestellt, verbrannte 938. Nachrichten über die Geschichte des Klosters in der zu Gerhards Zeit aufgezeichneten Inventio S. Gisleni, ed. Holder-Egger SS. XV, 2, 576-579, mit von Augenzeugen aufgezeichneten Wundern. Danach stand Gerhard schon vorher mehreren anderen Klöstern vor.
[37] Diese merkwürdige Geschichte hat auch Folcuinus ed. Guérard p. 143 aus der V. Gerardi, c. 19, doch nur in einer späten Ueberarbeitung.
[38] S. oben. Ein Mönch Adelard von Bland. schrieb einen Brief an Erzb. Elphegus von Canterbury (1006-1012) über Dunstan, der in seiner Verbannung bei Graf Arnulf Schutz gefunden hatte, W. Stubbs, Memorials of Saint Dunstan, p. 53 (Hist. Zeitschr. XXXV, 200). Die Historia Relationis S. Walarici in monasterium Leuconaense, ed. Holder-Egger, SS. XV, 2, 693-696, im elften Jahrhundert geschrieben, berichtet, wie dieser Heilige 952 durch Arnulf von Flandern nach St. Bertin gebracht war und 981 durch Hugo Capet nach St. Valery-sur-Mer zurückkam. Zugleich kam auch S. Richarius von da nach seinem Kloster zurück; s. oben [S. 173].
[39] Vita S. Gerardi Broniensis, ed. L. v. Heinemann, SS. XV, 2, 654-673. Capitel 14 sind Stellen aus Liudprands Antapodosis aufgenommen. Aus Italien brachte er ein Saumthier mit lapidibus porphyreticis für den Hauptaltar mit, cap. 21. Die Geschichte seiner Reise nach Rom ist aber wegen der Nennung eines Pabstes Stephan und der Existenz einer zweifellos unechten Bulle von diesem bedenklich. Vgl. über ihn Walther Schultze, Gesch. v. Brogne u. die Klosterreform in Niederlothringen u. Flandern. Forsch. XXV, 221-271. L. v. Heinemann, Die älteren Diplome f. d. Kl. Brogne u. die Abfassungszeit der V.G. NA. XV, 593-596. Sackur, Die Cluniac. S. 121 ff. 365 ff. vgl. NA. XVIII, 350. — Unbedeutende Notae Bronienses 1102-1175, MG. SS. XXIV, 27. „Cronice abbatis Broniensis“ wurden 1490 an das Kloster Marienstatt geschenkt, Anz. d. Germ. Mus. XXVII, 143.
[40] Analecta Boll. III, 29-57. Ex Virtutibus S. Eugenii Bronii ostensis ed. L. v. Heinemann, SS. XV, 2, 646-652. Dazu S. 653 Wunder, die er schon im 9. Jahrh. in Diogilus (Deuil) verrichtet hatte.
[41] Witgeri Genealogia Arnulfi comitis ed. Bethmann, MG. SS. IX, 302 bis 304.
[42] S. über ihn Moll, Kerkgeschiedenis van Nederland, II, 50-59; Hirsch, Heinr. II, II, 296-301; Bresslau. Konrad II, I, 204 für 1026 (nicht 1025). Vorher war er Cluniac. Mönch geworden. Monographie von Van der Aa, Groningen 1862.
[43] Oben S. 255. Adalbolds Werk hat Moll entdeckt und mit Einleitung herausgegeben im Kerkhist. Archief v. Kist u. Moll III, 161-213. Sep.-Abdr. 1862.
[44] Die Briefe führt Moll an. Eine „Epistola Adalboldi Ultraj. ep. ad Erchanboldum archiep. Mog.“ im Cod. lat. Mon. 2598 f. 80b ist nur eine Salutatio.
[45] Den Namen nennt Sigebert de SS. eccl. c. 146. — Egberts von Lüttich Fecunda ratis ed. E. Voigt, Halle 1889. Ueber die Bedeutung desselben E. Voigt: Das erste Lesebuch des Triviums, Mitth. d. Ges. f. deutsche Erzieh. u. Schulgeschichte I (1891), S. 42-53. — Klagen über widerstrebende Schüler auch im cod. Col. 188, Catal. p. 79, wo ludrica statt ludicra verdruckt ist.
[46] Dümmler, Poet. Lat. II, 181.
[47] Mit Einleitung von Gu. Cuper Acta SS. Jul. IV, 452-471: p. 457 der metrische Prolog von Oetbert. Ausg. von Holder-Egger als Passio Frid. MG. SS. XV, 342-356.
[48] Vita Odulfi presb. Traj. Acta SS. Jun. II, 592-595. Auszug MG. SS. XV, 356-358, vgl. 574b.
[49] Miracula S. Waldburgae Tielensia ed. Holder-Egger SS. XV, 2, 764-766, vollst. von G. Henschen, Acta SS. Feb. III, 546-548. Von einem tobsüchtigen Engländer heißt es: „in corium bovis, quod lingua Britanniorum hudifac (hudisac?) vocatur illigaverunt“.
[50] De div. temporum I, 5: „quia domnus Adelboldus Traiectensis episcopus haec omnia pleniter in uno volumine luculento sermone comprehendit“. Giesebrecht II, 560 und Hirsch, Heinrich II, I, 297 nehmen es als Praesens, mir scheint es jedoch kaum möglich anzunehmen, daß nicht Alpert von einem ihm schon vorliegenden Buche rede.
[51] Vita Heinrici II auct. Adalboldo ed. G. Waitz, MG. SS. IV, 679-695. Hs. in Halle, NA. VIII, 382.
[52] S. darüber unten V § 14. — Eine von Giesebrecht entdeckte, von Jaffé herausgegebene Nachricht über Dedicatio ecclesiae S. Petri Babenbergensis (1012) MG. SS. XVII, 635. Bibl. V, 479.
[53] Vita Balderici ep. Leod. ed. Pertz, MG. SS. IV, 724-738.
[54] „Lingua Teutonicus, Wangia doctus in urbe.“ Epit. bei Baronius ad a. 999 § 1. Die Form Wangia auch in einem Hymnusfragment saec. XII. Geschichtsbl. d. mittelrhein. Bisth. S. 23.
[55] Vita Burchardi Wormat. ed. Waitz, MG. SS. IV, 829-846, nach der alten Ausgabe von 1548. Cod. Pal. 851, Arch. XII, 344. Vgl. W. Giesebrecht, Geschichte der Kaiserzeit I, 787. H. Grosch, B. v. W. Jena 1890. M. Conrat (Cohn), Gesch. d. Quellen d. Rom. Rechts im MA. I, 261.
[56] NA. XIII, 197-202.
[57] MG. SS. IV, 829. Ueber die Wormser Schule vgl. Kehr, Die Urkk. Ott. III (1890).
§ 8. Alamannien. [[←]]
Stälins Wirtembergische Geschichte I, 605 ff.
Die Schulen von St. Gallen und Reichenau bewahrten auch in dieser Zeit ihren alten Ruhm und erhoben sich zu hoher Blüthe; es wurde manches hier geschrieben, aber wie Schwaben damals der Reichsgeschichte ferner stand, wie den Alamannen der sächsische Kaiserhof weit fremder war als der karolingische, so nahm auch das ganze Leben einen provinziellen Charakter an, und während wir in Sachsen und in Lothringen Geschichtswerke von allgemeinerem Gesichtspunkte entstehen sahen, beschränkt sich hier die Litteratur auf Schriften von engerem Gesichtskreise. Annalen freilich sind auch hier geschrieben und darin auch, wie überall, von Kaiser und Reich berichtet; ihre Notizen sind als gleichzeitige Aufzeichnungen wichtig, aber sie zeigen kein Streben nach zusammenhängender Darstellung, wie die größeren sächsischen Jahrbücher und der Fortsetzer des Regino. So wurden in St. Gallen die alten Alamannischen Annalen bis 926 fortgesetzt[1]; um die Mitte des Jahrhunderts entstanden dann die größeren Annalen von St. Gallen, bis 955 von einer Hand geschrieben und von verschiedenen Schreibern bis 1044 fortgeführt[2], die Sanct Galler Gelehrsamkeit durch Anwendung von Stellen alter Schriftsteller bekundend[3]. Bis 918 sind sie ein Auszug der Alamannici mit einigen Zusätzen, von 919 an selbständig und von erheblichem Werth. Gleichzeitig wurde in derselben Handschrift, welche verschiedene Mönchsregeln u. a. enthält, auch das Necrologium angelegt[4]. Dagegen ließ man in Reichenau, wo längere Zeit hindurch die alten Murbacher Annalen fortgesetzt waren, schon mit dem Jahre 939 von dieser Thätigkeit ab; ein Exemplar dieser Annalen, welches für den Erzbischof Friedrich von Mainz bald nach 939 abgeschrieben war, ist merkwürdig durch die von Otto's des Großen Sohn Wilhelm eigenhändig am Schlusse zugesetzte Nachricht von seiner Erhebung zum Erzbischof von Mainz (954) und dem gleichzeitig zwischen dem Kaiser und seinem Sohne Ludolf geschlossenen Frieden[5]. Es hat aber auch noch eine weitere Fortsetzung Alamannischer Annalen gegeben, deren Spuren Giesebrecht bis 985 in den Altahenses findet[6] und die vielleicht auch in den Cölner Annalen noch kenntlich ist.
Auch die Weingarter Annalen, nur nach dem Fundort benannt, sind bis 918 nichts als ein Auszug der Alamannici, bis 936 fortgeführt[7]. In Einsiedeln aber wurden um das Jahr 966 Annalen zusammengestellt, und bis 1057, in einer anderen Handschrift bis 1268 gleichzeitig fortgeführt[8]. Im nahen Elsaß wurde in Weißenburg ein Exemplar der Hersfelder Annalen in einen Auszug gebracht und von 985-1075 fortgesetzt[9].
Bei weitem das bedeutendste Werk für die Geschichte dieser Zeit ist die Fortsetzung der Klosterchronik von St. Gallen, deren wir schon oben ([S. 268]) gedachten, und die uns das anschaulichste und lebendigste Bild gewährt von einem schön und reich entwickelten Klosterleben, dessen Mittelpunkt die Schule ist. Hartmann, der gelehrte Nachfolger (922-924) des Abtbischofs Salomon, hat über die Geschichte seiner Zeit ein Buch hinterlassen, welches uns leider verloren ist[10]. Ein Jahrhundert lang scheint darauf diese Aufgabe unbeachtet geblieben zu sein, bis Ekkehard (IV) die Arbeit unternahm, ein Schüler Notkers des Deutschen, des bedeutendsten Sanctgaller Lehrers, an dessen Sterbebett er am 29. Juni 1022 stand; dann ging er, wohl von Aribo berufen, nach Mainz, wo er der Schule vorstand. Auch Trier scheint er aus eigener Anschauung gekannt zu haben[11]. Nach Aribo's Tod (6. April 1031) scheint er heimgekehrt zu sein, und unter den Glossen, mit welchen er viele Handschriften des Klosters versah, findet sich noch der Tod des Pabstes Victor (28. Juli 1057) erwähnt, den nach seiner Meinung ein Abt vergiftet hatte. Für seinen Lehrer Notker[12] hat Ekkehard eine große Menge metrischer Uebungen (dictamina) verfertigt, die, verkünstelt und geschmacklos, wie sie meistens sind, doch von diesem der Aufbewahrung werth erachtet wurden; andere fügte er später aus eigenem Antrieb hinzu, die zum Theil an seinen Bruder Immo, Abt von Münster im Gregorienthal, gerichtet sind. Die im Cod. 393 noch jetzt erhaltene Sammlung unter dem Titel liber benedictionum stellte er zusammen auf Anregung des Staveloter Mönchs Johannes, Neffen des Abtes Poppo, der in St. Maximin Abt wurde und am 11. Juli 1035 gestorben ist[13]. Auf den Wunsch des Abtes Purchard II (1001-1022), der ein eifriger Beförderer der lateinischen Dichtkunst war[14], machte er Verse zu den Bildern aus dem Leben des h. Gallus, welche Abt Immo (975-984) im Kloster hatte malen lassen. Ebenso dichtete er in Mainz auf Aribo's Wunsch Unterschriften zu den Gemälden des Doms[15], und überarbeitete den Waltharius des älteren Ekkehard (I † 973), den dieser für seinen Lehrer Gerald in Verse gebracht, Gerald dem Bischof Erchambold von Straßburg gewidmet hatte[16].
In St. Gallen war inzwischen eine große Veränderung eingetreten. Von Stablo kam als Abt Norbert (1034-1072), um die strengere französische Zucht des Abtes Poppo einzuführen, unter lebhaftem Widerstreben der alten Mönche. Ekkehard war, trotz seiner Freundschaft mit Johannes, ebenso heftig gegen diese Neuerer erbittert, wie jener Priester Egebert (oben [S. 389]), und die Störung der Verhältnisse, die Vernichtung der alten Harmonie und wohl auch der alten mehr profanen Studien, welche von nun an in St. Gallen verschwinden, mögen ihn vorzüglich veranlaßt haben, die Klosterchronik fortzusetzen und das Andenken der guten alten Zeit zu retten. Mit der anziehendsten Ausführlichkeit erzählt er von dieser, mit einer reichen Fülle von einzelnen Zügen, die uns ganz in das Innerste des Klosters einführen; er schildert die Schicksale desselben, die Thätigkeit der verschiedenen Lehrer und ihr Leben mit einander; aber freilich hatte er dafür keine andere Quelle als das Gedächtniß an eine schon sehr fern liegende Vergangenheit, an Erzählungen, die er in seiner Kindheit gehört hatte. Es ist daher nicht zu verwundern, daß sich ihm in den Einzelheiten vielfache Irrthümer nachweisen lassen; die kulturgeschichtliche Bedeutung der Schilderung wird aber dadurch wenig gemindert, Ton und Färbung des Bildes werden wir als wahrhaft anerkennen können, wenn auch die Umrisse einzelner Gestalten täuschen, die gute alte Zeit zu sehr verherrlicht ist. Leider hat Ekkehard sein Werk nur bis zum Jahre 971 geführt, und weit über ein Jahrhundert verging nach ihm, bevor man wieder an die weitere Fortsetzung dachte.
Schätzbar durch Nachrichten über den verheerenden Einfall der Ungern im Jahre 926 ist die sonst nicht bedeutende Lebensbeschreibung der Klausnerin Wiborada, von dem Sanctgaller Mönche Hartmann erst gegen das Ende des Jahrhunderts verfaßt[17].
Das Kloster Reichenau erhält eine besondere Bedeutung dadurch, daß es an der Hauptstraße nach Italien lag. Bischöfe von Verona haben hier Kirchen gestiftet; griechische und italienische Pilger und Reisende werden erwähnt, und auch Irländer und Isländer lassen sich hier nachweisen. Durch Nachrichten dieser Art verdienen die Wunder des h. Marcus Berücksichtigung, dessen Reliquien angeblich 830 von Venedig nach Reichenau gebracht sein sollten. Die schon damals vielfach lautgewordenen Zweifel an der Echtheit der Reliquien veranlaßten natürlich eine um so viel größere Zahl von Wundern, und auch die Abfassung eines apologetischen Berichtes darüber, welcher noch unter Heinrich I oder gleich nach seinem Tode geschrieben ist[18]. Eine andere Reliquie, die als eine besondere Kostbarkeit betrachtet wurde, war ein Kreuz mit dem Blute Christi, das durch einen Araber Hassan an Karl gebracht sein sollte und 925 nach Reichenau geschenkt wurde. Neben vielem fabelhaften, das aber für die Sagengeschichte nicht unwichtig ist, enthält die darüber verfaßte Schrift doch auch einige geschichtliche Nachrichten[19]. Aehnlicher Art sind auch die im Anfange des elften Jahrhunderts in Zurzach beschriebenen Wunder der h. Verena[20]. Den Abt Liutharius, sonst Liuthard genannt (926-934), feiern einige Verse wegen runder Fenster, durch welche er Licht in ein dunkles Gemach gebracht hatte[21]. Ihm schreibt Stephan Beissel das dem Augustus Otto dargebrachte schön geschmückte Evangeliar zu, welches später dem Dom zu Aachen gewidmet ist[22].
Von mehr geschichtlichem Inhalt ist ein Gedicht zu Ehren des Abtes Witigowo (985-997), von Purchard im Jahre 994 nicht ohne Geschmack und Kunstfertigkeit verfaßt. Er läßt darin die Augia selbst auftreten, trostlos über die häufige Abwesenheit des Abtes, der bald am kaiserlichen Hofe weilt, bald die Stiftsgüter mit Kirchen schmückt; ausführlich berichtet sie von seinen Verdiensten, namentlich dem Neubau des Klosters. Ein Nachtrag vom Jahre 996 berührt die Theilnahme des Abtes an Otto's III Römerzuge[23]. Er brachte Reliquien und Privilegien mit; dann aber scheint es ihm nicht anders ergangen zu sein als dem Abt Ratgar von Fulda: er wurde abgesetzt[24]. Nicht unwahrscheinlich ist es, daß durch die Bauten die Zucht gelockert und dadurch die folgende Katastrophe herbeigeführt wurde.
Im Jahre 1006 nöthigte nämlich Heinrich II den Mönchen wider ihren Willen den Abt Immo auf, welcher schon den Klöstern Gorze und Prüm vorstand, und die strenge lothringische Zucht mit großer Härte den Mönchen aufzudrängen versuchte, was viele von diesen zur Flucht veranlaßte und dem Kloster großen Schaden that. Davon hat der Mönch Rudpert in Prosa und in Versen berichtet[25], sein Werk ist aber verloren. Nach zwei Jahren erlöste der König Reichenau von seinem Zuchtmeister und gab ihnen Bern aus dem Kloster Prüm zum Abte, welcher den früheren blühenden Zustand wieder herstellte[26].
Diese beiden großen Klöster scheinen alles an sich gezogen zu haben, was an litterarischer Thätigkeit noch vorhanden war; Constanz, so sehr es durch bedeutende Bischöfe ausgezeichnet war, tritt litterarisch gar nicht hervor, denn Salomo III, dessen Formelbuch und Gedichte oben ([S. 274]) erwähnt wurden, gehört ganz dem Kloster St. Gallen an, welchem er seine Bildung verdankte und in dem sein Andenken immer fortlebte. Von dem Bischof Conrad (934-976) giebt es freilich eine Biographie[27]; sie ist aber erst 150 Jahre nach seinem Tode geschrieben und von geringem Werthe. Das Leben des Bischofs Gebehard II (980-995) ist ebenfalls erst viel später, im zwölften Jahrhundert, in seiner Stiftung Petershausen verfaßt; es enthält einige merkwürdige Nachrichten über den Bau des Klosters[28].
Wir haben schon gesehen, wie St. Gallen auch in die Ferne wirkte durch seinen Probst Notker, der 972 Bischof von Lüttich wurde; zwei Ekkeharde gingen von dort nach Mainz. Mit Weißenburg im Elsaß war vielfacher Verkehr und auch mit Straßburg, besonders unter dem Bischof Erchenbald (965-991). Dieser, welcher durch die Gunst des zweiten und dritten Otto zuerst wirklich Herr in seiner Stadt wurde, war wissenschaftlich gebildet, machte selbst Verse und nahm sich eifrigst der Bibliothek an, für welche er Abschriften machen ließ. Wimpheling hat noch Aufzeichnungen aus seiner Zeit gehabt, welche später verloren sind[29]. Er ist es auch ohne Zweifel gewesen, dem der Waltharius überreicht wurde[30]. Zur Zeit des Abtes Burchard (958-971) berief er, wie Ekkehard erzählt, den Sanctgaller Mönch Victor, einen fähigen und gelehrten, aber unruhigen Mann von vornehmer Abkunft nach Straßburg, wo er mit Erfolg als Lehrer wirkte[31]. Nach dem Tode des Bischofs zog der in früherer Zeit geblendete Victor sich als Eremit in die Einsamkeit zurück. Erchenbald aber hat auch selbst einige Verse über seine Vorfahren im Bisthum verfaßt[32]. Andererseits wirkte auch Frankreich auf Straßburg ein; auch Constantius, der berühmte Scholaster von Luxeuil, hat hier gelehrt[33].
Aus der Klosterschule von St. Gallen aber, wo ein großer Theil der jungen vornehmen, zu hohen Kirchenämtern bestimmten Geistlichkeit erzogen wurde, ging auch der ausgezeichnetste Bischof hervor, den Alamannien in der Ottonischen Zeit besessen hat, Udalrich aus dem Hause der Grafen von Dilingen[34], der von 924-973 dem Sprengel von Augsburg vorstand und ein segensreiches Andenken hinterlassen hat[35]. Ohne Zweifel würde er hier eine reiche Entfaltung geistiger Thätigkeit hervorgerufen haben, wenn nicht die schweren Zeiten, welche Ludolfs Aufstand und der Ungernkrieg über Stadt und Sprengel brachten, seine Wirksamkeit gehemmt hätten. Die Folgen dieser Ereignisse sind gewiß noch lange fühlbar gewesen; doch finden wir zu Bischof Liutolds Zeit (989-996) in einem Briefe des Wigo von Feuchtwangen[36] den blühenden Zustand der Augsburger Schule gerühmt, und zugleich zeigen uns diese zufällig erhaltenen Briefe ein lebhaftes litterarisches Streben in dem Kloster Feuchtwangen, im nördlichsten Winkel des Augsburger Bisthums. Wir dürfen daraus wohl den Schluß ziehen, daß noch an vielen Orten eifrig gelehrt und gelernt wurde, ohne daß uns eine Nachricht aufbewahrt ist, daß auch vieles geschrieben worden ist, was später unbeachtet zu Grunde ging. Ueber S. Ulrichs segensreiche Wirksamkeit aber ist uns glücklicherweise ein reichhaltiger und vortrefflicher Bericht zugekommen, dessen Verfasser, der Priester Gerhard, ein jüngerer Zeitgenosse des Bischofs, zugleich durch seine gute Schreibart und Darstellung den gesegneten Erfolg von Udalrichs Bestrebungen bezeugt. Die außerordentlich angesehene Stellung dieses Bischofs, sein Einfluß bei Hofe, die mannhafte Vertheidigung seiner Stadt und seines Sprengels gegen die Aufrührer und gegen die Ungern geben seiner Biographie eine besondere Wichtigkeit und stellen sie dem Leben des Erzbischofs Brun zur Seite; doch ist die Sprache sehr gesucht und oft ganz fehlerhaft, griechische und deutsche Worte werden eingemischt. Auch die Zeit seines Nachfolgers Heinrich (973-982) zog Gerhard in seine Darstellung[37]. Liutold oder Ludolf bewirkte 993 die Canonisation S. Ulrichs, das erste Beispiel eines solchen Actes, und von da an wurde das Leben desselben immer von neuem, später auch in deutscher Sprache überarbeitet; schon Bischof Gebhard (996-999), früher Abt von Ellwangen, dem die Zeitgenossen hohes Lob zollen, machte den Anfang damit, aber geschichtlichen Werth hat nur das ursprüngliche Werk. Lehrreich sind diese Bearbeitungen nur, insofern man darin recht deutlich sehen kann, wie das geschichtliche Element sich immer mehr verliert und dafür der rhetorische Schmuck, die herkömmlichen Phrasen überhand nehmen, bis nur noch eine gewöhnliche mit Wundern überladene Legende übrig bleibt[38].
[1] Neue Ausg. nach dem Original in Zürich in d. Mitth. z. vaterl. Gesch. XIX, 224-265, von C. Henking. Nach der ausführl. Erörterung S. 347 bis 358 ist das Stück 800-876 von einer Hand geschrieben und Reichenauer Ursprungs; 877-881 zweifelhaft, 882-926 in St. Gallen geschrieben.
[2] Ann. S. Galli majores, früher Hepidanni genannt, ed. Pertz, MG. SS. I, 73-85; Henking a. a. O. S. 265-323, vgl. S. 358 ff. (Nach S. 291 sind die J. 965 u. 966 von Ekkeh. IV geschrieben u. also ohne Autorität.) Ueber die Reichsannalen, welche dem Stück von 1025-1040 zu Grunde liegen, werden wir in der folgenden Periode zu reden haben. Ueber Zusätze von Ekkehards IV Hand s. Meyer von Knonau S. 338.
[3] Strehlke, De Heinrici III bellis Ungaricis p. 35.
[4] S. die Ausgabe von Dümmler u. Wartmann in den St. Galler Mittheilungen XI nebst den Historiae de fratribus conscriptis (885 bis 982) S. 13-24. Letztere als Confraternitatum syngraphae MG. Libri Confrat. ed. Piper p. 136-143.
[5] Annales Augienses MG. I, 62. 67-69. Vgl. II, 238. Berichtigte Ausgabe von Jaffé, Bibl. III, 700-706. Vgl. oben S. 287.
[6] MG. SS. XX, 776.
[7] Annales Weingartenses, MG. SS. I, 65-67. Vgl. Henking in den Mitth. z. vaterl. Gesch. XIX, S. 345. Die Sangall. breves (ib. S. 220-227) sind nichts anderes als eine schlechtere Copie desselben Auszuges.
[8] Ann. S. Meginradi, Heremi und Einsidlenses ed. Pertz, MG. SS. III, 137-149. Von den Ann. Heremi vermuthet H. Bresslau im NA. V, 449, daß sie nur ein Auszug d. Schwäbischen Reichsannalen sind. — G. v. Wyß: „Ueber die Antiquitates monasterii Einsidlensis u. d. Liber Heremi des Aegidius Tschudi“ (Jahrb. f. Schweiz. Gesch. X) behandelt sehr eingehend diese Mss. u. erweist ihren Charakter als Arbeiten von Tschudi. Ihr geschichtl. Werth besteht in der Benutzung einer beim Klosterbrand 1577 verlorenen Annalenhs. u. des alten Liber vitae, im ersten Theil des Liber Heremi, eines Namens, der eigentlich nur dem von Tschudi benutzten Liber vitae zukommt. Daraus werden als Beilagen abgedr. S. 87 kurze Annalen 863-996 als Annales S. Meginradi II, S. 88-110 Ex libro Vitae Einsidl. a. 883-1298, Verz. d. Wohlthäter mit Angabe ihrer Schenkungen, Necrolog ohne Tage, u. noch einige Notizen aus d. 14. Jahrhundert.
[9] Annales Weißenburgenses ed. Pertz, MG. SS. III, 33-65. 70-72. Vgl. oben [→ S. 340.]
[10] Ekkehard S. 102: „de quo quoniam proprium ejus sui temporis libellum habemus, plura scribere supersedemus“. Vgl. über ihn Dümmler, St. Gall. Denkmale S. 256, NA. IV, 556; Meyers von Knonau Ausg. S. 165 bis 168.
[11] Dümmler, NA. XI, 405, wo er weitere Glossen von ihm zu Adonis Martyrologium mittheilt.
[12] Dessen merkwürdiger Brief über seine Uebersetzungen an Bischof Hugo von Sitten bei J. Grimm, Kl. Schr. V. 190.
[13] S. vorzüglich E. Dümmler, Ekkehart IV, in Haupts Zeitschrift XIV, 1-73, u. G. Meyer von Knonau in der Einleitung zu seiner Ausgabe. Rythmi de S. Othmaro, mit Glossen, worin er dieselben St. Galler Lehrer feiert wie in der Chronik, MG. II, 55-58. Verbesserungen von Dümmler l. c. p. 13. Neue Ausg. im Ekk. ed. M. v. Knonau p. LXXXV-LXXXIX. Benedictiones ad mensas ed. F. Keller, Mitth. d. Antiqu. Ges. in Zürich, III, 97-121.
[14] An diesen Abt ist, als er sich am Hofe befand, ein merkwürdiges Schreiben über einen Kirchendiebstahl und dessen Entdeckung von seinen Mönchen gerichtet, gedr. in Wartmanns Urkundenbuch III, 34. — Ein im Anschluß an Marcianus Capella gedichtetes Lehrgedicht über die 7 freien Künste, s. XI. aus St. Gallen, NA. V, 627.
[15] Fehlerhaft gedr. bei Fr. Schneider, der h. Bardo, Mainz 1871: besser von Jos. Kiefer im Progr. des Großh. Gymn. in Mainz 1881; vgl. NA. VII, 419.
[16] Ekkehardi I Waltharius ed. Rud. Peiper, Berol. 1873. Waltharius nach der handschriftl. Ueberlieferung berichtigt mit deutscher Uebertragung und Erläuterungen von J. v. Scheffel u. A. Holder, Stuttg. 1874. W. Meyer, Philolog. Bemerkungen, Münch. SB. 1873 S. 361. Ueber die versch. Hypothesen und Controversen s. M. v. Knonau zu Ekk. S. 284-287.
[17] V. S. Wiboradae ed. Waitz, MG. SS. IV, 446. 452-457. Vgl. Stälin I, 424. M. v. Knonau zu Ekk. S. 203.
[18] S. oben S. 285.
[19] Historia Sanguinis Domini, gedr. im Auszuge von Waitz, MG. SS. IV, 445. 446-449; vollständig bei Mone, Quellens. I, 671-676. Später wiederholt überarbeitet, auch in deutschen Reimen, von Albert, herausgegeben von Schmeller, München 1844. Vgl. dazu Aronius in d. Zts. f. Gesch. d. Juden in Deutschland II, 76-81 (NA. XIII, 400).
[20] Miracula S. Verenae ed. Waitz, MG. SS. IV, 457-460; Varianten v. Baumann, Anz. f. Schweiz. Gesch. 1877, S. 288. Stälin I, 423. Ihre verschiedenen Vitae sind nur Erweiterungen aus Notkers Martyrologium. Eine in fließenden Hexametern im Cod. lat. Mon. 18628 f. 13 aus Tegernsee.
[21] Dümmler, NA. V, 433.
[22] Die Bilder der Hs. des Kaisers Otto im Münster zu Aachen (1886) S. 60.
[23] Carmen Purchardi de Gestis Witigowonis ed. Pertz, MG. SS. IV, 621 bis 632; Berichtigungen aus Gallus Ohem, von O. Breitenbach, NA. I, 176 bis 178. Copie des dazu gehörigen Bildes der Handschrift bei Mone III, Tafel 1. In diese Zeit fällt die Schenkung des Evang. an Ekbert von Trier, s. oben [1→S. 365]. Aus seiner Zeit theilweise erhalten: Die Wandgemälde der St. Georgskirche zu Oberzell auf der Reichenau, aufgen. durch Fr. Beer, herausg. v. Fr. Kraus, Freib. i. Br. 1884.
[24] Herim. a. 997: „Witigowone abbate privato Alawicus promotus“. Pertz vermuthet sogar „vita privato“.
[25] Herim. Aug. Chr. ad a. 1006. Bischof Milo von Minden schrieb an Immo seinen Brief über die Acta S. Gorgonii, Mab. Act. III, 2, 204.
[26] S. unten IV, § 5.
[27] Vita Cuonradi Const. ep. ed. Pertz, MG. SS. IV, 436. Seine Verbrüderung mit St. Gallen bei Dümmler u. Wartmann S. 17; Piper, Libri Confrat. p. 188.
[28] Vita Gebehardi ed. Wattenbach, MG. SS. X, 582; vgl. Allg. D. Biogr. VIII, 453, v. G. Meyer v. Knonau.
[29] Catal. epp. Argent. ed. Moscherosch Argent. 1651 (hier nicht vorhanden). Darin nach Mitth. von Dümmler S. 32 ein Gebet, S. 33-34 ein Verzeichniß von 17 Bischöfen, bei deren Weihe er mitwirkte, nebst Angabe des Orts, wo sie geweiht (abgedr. MG. SS. XIII, 323); S. 35 Verse aus Handschriften und von ihm geschenkte Bücher, die damals noch vorhanden waren; S. 37 eine kurze gleichzeitige Notiz über die Sarazenenschlacht von 982, abgedr. MG. SS. XIII, 43, Anm. 6. Der Schluß lautet „Kalabria Deo vincente“ nach d. Bibliothèque A. Firmin-Didot, Catalogue des livres rares et précieux, Paris, Juin 1882, p. 11-13 in d. Beschreibung der aus Straßburg stammenden Handschrift. — Ueber die von ihm geschenkte Hs. von Pauli D. Gesta Mett. NA. III, 186.
[30] Oben S. 395; summus pontifex wird der Bischof von Worms genannt in dem Briefe bei A. Mai, Spicil. Va, 147, Erchanbert von Eichstedt von Wolfhard bei Pez, Thes. VI, 91. Ueber ganz abweichende Vermuthungen von M. Grellet-Balguerie s. NA. XVI, 456.
[31] „Urbem suam doctrinis ejus floridam fecit.“ MG. II, 116; vgl. Meyer v. Knonau z. Ekk. S. 273-275.
[32] Böhmers Fontes III, XII u. 1-4. Vgl. Rettberg I, 214, II, 61. Friedrich, Drei uned. Concilien S. 54. M. v. Knonau a. a. O. Ausführlich handelt über Erch. mit viel Phantasie Grandidier, Oeuvres hist. inéd. I.
[33] In der schon oben [S. 319] angeführten Todtenklage um Constantius heißt es, daß Kaiser Heinrich und König Rotbert, Frankreich, Deutschland und Langobardien um ihn trauern. Straßburg und Lyon werden besonders genannt.
[34] Ueber diese vgl. Steichele, Das Bisth. Augsburg III (1872) S. 31-55.
[35] Waagen, Treasures of Art in Great-Britain I, 196, schreibt seiner Hand das Evangeliar Harl. 2970 und ein anderes in München zu, mit der Inschrift; „Deus propitius esto Udalrico peccatori“; dieses (23,630) ist jedoch jünger und der Schreiber vielleicht der Sammler des Cod. Udalrici; s. NA. X, 410.
[36] B. Pez Thes. VI, 115. Vgl. Hirsch, Heinrich II, I, 127. Diese Briefe sind, nebst einem neuen, nach der Hds. wiederholt bei Steichele a. a. O. S. 341-349 mit Nachrichten über das Kloster, welches sich nicht halten konnte und Collegiatstift wurde. Ueber diese Briefe handelt Bossert in d. Württemberg. Vierteljahrsheften IV (1881), Heft 1-4, „als Quelle für die Geschichte des Württ. Franken“.
[37] Vita S. Oudalrici ed. Waitz, MG. SS. IV, 377-428. Migne CXXXV aus Mabillon. Uebers. v. Grandaur, Geschichtschr. 31 (X, 4, 2) 1891 mit Excurs über die Schlacht auf dem Lechfeld. Zur Ergänzung Ekkehards Excurs MG. II, 107-109; bei M. v. Knonau mit Comm. S. 211-224. Auf S. 225 ist die Correctur ultra in cis citraque nicht zu rechtfertigen, da diese incorrecte Ausdrucksweise im Mittelalter ganz gewöhnlich ist. — Vgl. Stälin I, 424. Giesebrecht, Geschichte der Kaiserzeit I, 784. Ruland in Steichele's Archiv für die Geschichte des Bisthums Augsburg I, 7. K. Raftler: Ueber den h. Ulrich, Augsb. 1866. Jul. Koch: Gesch. u. Cult des h. Ulrich, Hall. Diss. 1875. Augsburger Bischofsverz. SS. XIII, 333, und mit d. Aebten von St. Ulrich u. Afra, S. 278.
[38] Eine sehr fabelhafte Version NA. VII, 139.
§ 9. Baiern. [[←]]
Ein Geschichtswerk aus Baiern ist uns aus diesem Zeitraume nicht aufbewahrt, wohl aber mögen manche Aufzeichnungen vorhanden gewesen sein, welche für uns verloren sind, wie die Salzburger Annalen von 835 an, und Regensburger Annalen, von denen Spuren sich in späteren Werken nachweisen lassen[1]. Doch hatte auch gerade dieses Land besonders schwer durch die Verheerungen der Ungern gelitten; manches blühende Kloster war zerstört, andere durch Herzog Arnulfs Säcularisationen kaum minder hart getroffen, und erst allmählich begann eine neue Entwickelung und wissenschaftliche Thätigkeit.
In Regensburg starb am 23. Sept. 972 der Bischof Michael, der in seinem Epitaphium[2] sehr gepriesen wird. Als sein Nachfolger wirkte bis 994 der treffliche Bischof Wolfgang, ein Schwabe von Geburt, der zuerst in Reichenau die Schule besucht hatte, wo er mit Heinrich, des Bischofs Poppo von Würzburg Bruder, Freundschaft schloß und ihn nach Würzburg begleitete, um die Vorträge des italienischen Grammatikers Stephan zu hören. Als 956 Heinrich Erzbischof von Trier wurde, mußte Wolfgang ihm auch dahin folgen, und theils als Lehrer, theils als Decan für die Herstellung der Zucht thätig sein. Allein nach Heinrichs frühem Tode 964 ließ er sich durch nichts, auch nicht durch die Bemühungen des Cölner Erzbischofs Brun, ihn zu gewinnen, abhalten seinem Herzenswunsch zu folgen und im Kloster Einsiedeln Mönch zu werden. Dann trieb es ihn, den Ungern das Evangelium zu predigen; hier aber trat ihm Bischof Piligrim von Passau entgegen und bewirkte seine Erhebung zum Bischof von Regensburg, wo er nun zu thätigem Wirken in der Welt gezwungen war und sich auch auf diesem Felde ausgezeichnet bewährte. Er hat einen Biographen gefunden, aber nicht in Baiern, sondern in Franken, und auch diese Schrift ist uns leider verloren; nur in der späteren Bearbeitung von Otloh sind Fragmente davon erhalten[3]. Wolfgang war der Erzieher Kaiser Heinrichs II, und auch Poppo, Markgraf Liutpolds Sohn, der 1016 Erzbischof von Trier wurde, war in Regensburg erzogen[4]. Auch Tagino, 1004 bis 1012 Erzbischof von Magdeburg, war vorher Vitzthum der Regensburger Kirche, ein Zögling Wolfgangs und von ihm zu seinem Nachfolger bestimmt, aber damals vom Kaiser nicht bestätigt[5]. Balderich, nach ihm Vitzthum, wurde 1008 Bischof von Lüttich.
Vorzüglich machte Wolfgang sich verdient durch die Herstellung des altberühmten Stiftes zu St. Emmeram, welches ganz unter der Herrschaft der Bischöfe gewesen war; jetzt zuerst erhielt es durch ihn einen eigenen Abt an Ramwold, den er aus St. Maximin berief, und der mit Ernst und Eifer die klösterliche Zucht herstellte[6]. Er brachte Reliquien mit[7], besorgte für seine Mönche eine Abschrift oder Bearbeitung der Homiliensammlung des Paulus Diaconus[8], und legte ein Güterverzeichniss an, wovon sich nur die Vorrede mit frommen Ermahnungen erhalten hat[9]. Doch hatte auch schon 961 Otto I in einer Urkunde die Frömmigkeit und die Studien der Mönche rühmen können[10]. Ramwold erlangte, nachdem er eine neue Kirche erbaut hatte, vom Abt Winidhar von Ellwangen (978-987) Reliquien der h. Gemini[11]. Er war es auch, der durch Aribo und Adalpert den herrlichen 870 für Karl den Kahlen geschriebenen Evangeliencodex herstellen ließ[12], der durch Kaiser Arnulf aus Saint-Denis dorthin gekommen war, und zu der romanhaften Translatio S. Dionysii den Anlaß gegeben hat. In diesem Kloster hat sich in einer Handschrift ein merkwürdiges Bruchstück über den Herzog Arnulf erhalten, merkwürdig sowohl als vereinzelte Spur verlorener geschichtlicher Aufzeichnungen, als auch durch den heftigen Widerwillen gegen den Sachsenkönig, welcher sich darin ausspricht, und die Verherrlichung des tapferen Herzogs, auf den in späterer Zeit die Geistlichkeit so übel zu sprechen war. Das Fragment ist in Regensburg geschrieben und zwar noch zu Lebzeiten des Herzogs (921-937) oder doch sehr bald nach seinem Tode[13].
In St. Emmeram war Gozpert Mönch geworden, nachdem er in der Augsburger Kirche von früher Jugend an seine Ausbildung erhalten hatte; 982 wurde er (nach Hartwich, oben S. 364) Abt von Tegernsee und veranlaßte hier zu eifriger Beschäftigung mit dem klassischen Alterthume. Statius, Persius, Horaz, Cicero's Briefe, Boethius wurden gelesen und abgeschrieben; natürlich auch Priscian, aus dem man hier wie überall die lateinische Grammatik lernte. Boethius Schrift vom Troste der Philosophie schrieb Froumund in Cöln ab und sandte sie nach Tegernsee[14]; Glossen zum Priscian in Feuchtwangen und im Pantaleonkloster[15]. Dieser Froumund war Scholaster in Tegernsee und sammelte in einer noch erhaltenen Handschrift eigene und fremde Briefe und Gedichte; daraus allein ist uns dieses eifrige Studium in Tegernsee und die lebhafte Verbindung mit den gleich strebsamen Mönchen und Clerikern in St. Emmeram, Feuchtwangen, Augsburg, Würzburg bekannt geworden[16]. Der gezierte und mit Gelehrsamkeit prunkende Stil der Zeit, auf den die italienischen Grammatiker eingewirkt haben mögen, findet sich auch hier in vollem Maaße. Als feingebildeter Bibliothekar in St. Emmeram erscheint hier Reginbald[17].
Schon früher, noch in der ersten Hälfte des Jahrhunderts lehrte, vielleicht in Wessobrunn[18], ein sehr gelehrter Mönch, Meister Benedict, die Grammatik; ihm übergab S. Ulrich seinen Neffen Adalbero zur Erziehung.
In Salzburg lehrte ein hochgefeierter Mönch aus St. Gallen, Chunibert, den Herzog Berthold (938-947 oder 948) sich vom Abt Kralo (942-948) erbeten hatte; doch meldet davon nur der Sanctgaller Ekkehard, welcher irrig den Herzog Heinrich nennt. Als Abt von Nieder-Altaich, und zwar zu Herzog Bertholds Zeit, kennt ihn aber auch Hermann von Altaich[19]. Etwas später, unter Erzbischof Friedrich (954-990), versammelte in Salzburg ein gewisser Liudfrit zahlreiche Schüler[20], und Erzbischof Günther (ord. 1024 Jan. 26, † 1025 Nov. 1) hatte seine gelehrte Ausbildung unter Bischof Notker von Lüttich erhalten[21]. Im Jahre 987 war auch hier das altehrwürdige Stift zu St. Peter durch Erzbischof Friedrich vom Dom getrennt und als selbständiges Kloster erhielt es einen Abt Tito, der bis dahin Domprobst gewesen war. Sein Name findet sich im Necrologium von St. Emmeram als der dortigen Congregation angehörig; vielleicht machte er da sein Noviziat[22]. Die Verse des Abtes Gerhard von Seon wurden schon oben S. 319 erwähnt. In Benedictbeuren erhielt im Anfange des elften Jahrhunderts der Probst Adalbero wegen seiner eifrigen Studien den Beinamen des Bücherfasses[23]. In Freising ließ Bischof Abraham[24], von 957-994, vielleicht 993, fleißig Bücher abschreiben, auch in weiter Ferne. Sein Caplan, später Erzcaplan Gotschalk besorgte ihm Abschriften in Metz und in Toul; dann folgte er ihm bis 1006 selbst als Bischof, und nun war es der Schulmeister Antrich, welcher mit seinen Schülern für ihn thätig war[25]. Aus Tegernsee wandte man sich an ihn, um ein Exemplar der Historia tripertita zur Abschrift zu erhalten[26]. Geschichtliche Aufzeichnungen fehlen aber leider gänzlich; nur ein Martyrologium mit nekrologischen Notizen hat sich aus Abrahams Zeit erhalten[27].
Jener Chunibert aus St. Gallen ist, wie erwähnt, auch in Nieder-Altaich Abt gewesen, aber bald wieder fortgegangen; später hausten hier nach dem Verfall der klösterlichen Zucht Canoniker. Unter ihnen war ein alter Priester, Namens Udalgis, der sich als Lehrer großen Ruhm erwarb. Vornehme Jünglinge wurden ihm gern anvertraut, um sich hier in freierer Weise ohne die strengere Ordensregel in den Wissenschaften auszubilden, und mehrere Bischöfe sind aus seiner Schule hervorgegangen[28]. Der berühmteste unter seinen Schülern aber ist Godehard (geb. 961), der in Salzburg seine Studien fortsetzte, die gesunkene Klosterzucht in mehreren Klöstern wieder herstellte und auch Altaich zu neuer Blüthe erhob, nachdem dort im Jahre 990 wieder ein Schwabe, Erchembert, nach Benedicts Regel zum Abt erwählt war.
Aus der Altaicher Schule kam auch Piligrim, ein Neffe des Erzbischofs Friedrich, aus vornehmer Familie, welcher 971 in Passau auf Adalbert folgte, wo er am 22. Mai 991 gestorben ist. Für Passau eröffneten sich nach der Ueberwältigung der heidnischen Ungern große Aussichten; schon Adalbert hatte sich einen Bischof von Lorch genannt, wovon man in der Vita Severini las, Laurentius trat als Schutzpatron dem h. Stephan zur Seite, und dem viel jüngeren Salzburg gegenüber glaubte Pilgrim, der sich ebenfalls Bischof von Lorch nannte, die Errichtung, oder wie er es darstellte, die Herstellung eines Erzbisthums Lorch erreichen zu können. Auch Fälschungen scheute er zu diesem Zwecke nicht, doch blieben seine Bestrebungen erfolglos[29]. Pilgrims Name aber blieb gefeiert in Passau und ist sogar in die Nibelungensage gekommen, über welche er zuerst ein lateinisches Epos durch seinen Sänger Conrad dichten ließ.
In Eichstedt ließ Bischof Starchand (933-966), ein Freund Ulrichs von Augsburg, viele Bücher abschreiben und verfaßte selbst Gebete; sein Nachfolger Reginold (bis 989) wird wegen seiner Beredsamkeit Chrysostomus genannt; er verstand griechisch und hebräisch, besonders aber war er ein großer Musiker und soll zur Uebertragung des h. Willibald ein gar schönes Gedicht verfertigt haben, auch Wunnibald und Blasius hat er besungen[30].
Bei einer so lebhaften litterarischen Thätigkeit kann es auch an geschichtlichen Aufzeichnungen nicht ganz gefehlt haben; viel ist jedoch nicht vorhanden gewesen, da wir sonst doch bei den späteren Schriftstellern Spuren davon antreffen müßten, und größere Geschichtswerke scheinen hier nicht entstanden zu sein. Jene grammatisch-philosophische Bildung, welche vielfach hochgeschätzt und eifrig erstrebt wurde, befördert durch Italiener wie Gunzo und Stephan, führte zur Geschichtschreibung nur, insofern sie zu dem erforderlichen Bildungsgrade verhalf; eine unmittelbare Beziehung zur Geschichte hatte sie nicht und leitete eher ab von der Beschäftigung mit der eigenen einheimischen Vorzeit, wie wir denn auch gesehen haben, daß die Hauptpunkte dieser gelehrten Studien, wie Reichenau, St. Gallen, Lüttich, keineswegs auch die productivsten für Geschichtswerke waren.
[1] S. oben [2→S. 149.] Ann. S. Emm. brevissimi 792. 817. 930-1062 und saec. XI (1036-1046) ed. Jaffé SS. XVII, 571 sind sehr unbedeutend.
[2] Dümmler, Otto I S. 594.
[3] MG. SS. IV, 521-542. Vgl. über Wolfgang Hirsch Heinrich II, I, 112 f. In Verona ist ein schönes Missale mit seinem Namen, in welchem mit Goldschrift zum 25. Oct. 992 die Ordination des Bischofs Otbert eingetragen ist, der es also von ihm erhalten zu haben scheint. Arch. XII, 660. NA. III, 207.
[4] Thietmar l. V, Prol. Gesta Trevirorum, MG. SS. VIII, 175. Notiz über eine 1017 von ihm in Trier vollzogene Altarweihe in einem Missal in Koblenz, Lamprecht, Initial-Ornamentik, S. 29 n. 60. Gedicht d. Cambr. Hs. Sponso sponsa. Der ihm beigelegte Brief an Bened. IX u. dessen Antwort sind Fiction nach Bresslau, Konr. II, II, 514-518, u. Lesser, Erzb. Poppo. Leipz. 1888.
[5] Thietmar V, 25. V. Wolfg. c. 36. Vgl. Hirsch, l. c. I, 172. 275.
[6] Consuetudines S. Emmerammi, aus Einsiedeln stammend nach O. Ringholz, Stud. u. Mitth. a. d. Bened. u. Cist. Orden 1886 (NA. XII, 450).
[7] MG. SS. XV, 2, 1094.
[8] Zeumer, NA. X, 389; der Prolog S. 390.
[9] Holder-Egger, NA. XIII, 562-564.
[10] Dümmler, Jahrbücher unter Otto I, S. 320.
[11] NA. VII, 620, vgl. VIII, 369.
[12] Sanftl, Diss. in aureum etc. codicem, Ratisb. 1786, p. 28. Nach Woltmann, Gesch. d. Malerei I, 260 nachgeahmt in einem Missal Heinrichs II, Monac. 4456.
[13] Fragmentum de Arnulfo duce Bavariae ed. Jaffé, MG. SS. XVII, 570. cf. 568; ib. p. 567 ein Catalog der Bibliothek von St. Emmeram aus Ramwolds Zeit, ein anderer im Serapeum II, 260. — Vgl. Giesebrecht I, 807. Die entgegengesetzte Auffassung Arnulfs bei Herm. von Altaich in Böhmers Fontes III, 563, MG. SS. XVII, 370. — Zwei Epitaphien saec. X. aus St. Emm. NA. V, 432. Verse über die Reform von Niedermünster durch die Herzogin Witwe Judith und ihren Sohn Heinrich den Zänker bei Hirsch I, 122. Von der Aebtissin Outa c. 1002-1005 gestiftetes schönes Evangeliar, Woltmann, Gesch. d. Malerei I, 258, NA. X, 410.
[14] Pez. Thes. I, Praef. p. XV. Die Handschrift ist jetzt in Maihingen, und zeigt auch Beziehung zum Kl. Blandigny bei Gent, s. Schepss, Handschriftl. Studien zu Boeth. de cons. im Progr. d. k. Studienanst. zu Würzburg 1881, S. 6; NA. VII, 177. Vgl. über die Glossen auch Schepss, NA. IX, 173-194.
[15] Wiener SB. XCVI. 511. Zeitschr. f. D. Philol. XV, 420.
[16] Codex epistolaris Froumundi (Monac. 19412) von 983 bis in Heinrichs II Zeit bei Pez Thes. VI, 110-199. Mab. Anall. p. 435. Vgl. Heinreich II von Hirsch I, 126. II, 225-230. Bei Günthner, Geschichte der litterarischen Anstalten in Baiern I, 170 die Inschrift eines Remigius in Sedulii opus paschale (Monac. 19456): „Ego Froumundus cepi hunc libellum scribere, sed pueri nostri quos docui meo juvamine perscripserunt.“ Ueber den von Schmeller Froumund zugeschriebenen Ruodlieb Giesebr. II, 624. Müll. u. Scherer (3. A.) II, 152. Ausg. v. Seiler 1882. Ders. über den Cod. ep. in Zachers Zeits. f. D. Philol. XIV, Heft 4. G. Schepss: Zu Froumunds Briefcodex und zu Ruodlieb, Zeitschr. f. D. Philol. XV, S. 423 ff.
[17] Schepss in d. angef. Programm, S. 12.
[18] Nach der Vermuthung Leutners, Hist. Wessofont. I, 63.
[19] Casus S. Galli ed. Meyer v. Knonau S. 333 mit dessen Anmerkung Giesebrecht, Ann. Altah. S. 11. Abweichend Hirsch I, 130.
[20] V. Godeh. ant. c. 6, MG. SS. XI, 172; vgl. oben S. 324. In einer später geänderten Stelle spricht Wolfher von einem celebre studium in Passau, aber wohl nur durch eine Verwechselung; vgl. Hirsch I, 132.
[21] Sermo in purificatione von ihm, Cod. lat. Monac. 18090 aus Tegernsee, Catal. II, 3, 131.
[22] Heinrich II von Hirsch I, 129.
[23] Vas librorum, MG. SS. IX, 219.
[24] Er soll ein Slave gewesen sein; die ihm zugeschriebenen Freisinger Slovenica sind aber älter, nach Miklosich: Die christl. Terminologie der slav. Sprachen, Wien 1875.
[25] „Abrahamo episcopo jubente, archicapellano ipsius Gotesalcho impetrante a Rutberto probabili abbate Tullensi, eo loci famulitio sanctae Mariae sanctique Corbiniani per Durandum liber iste illustrissimus scriptus est.“ Docen in Aretin's Beiträgen VII, 533. Jetzt Cod. lat. Mon. 6294. Vgl. ferner im Catal. I, 3, 80. 82. 84. 91. 100. 105 u. über Cod. lat. 6426 Gr. Hundt, Bayr. Urkk. d. 11. u. 12. Jahrh. in d. Abh. d. Münch. Akad. III. Cl. XIV, 2, S. 49. Die früher hier angeführte „Benedictio in scriptorio“ ist aus Grimalds Sacramentar, bei Günthner I, 190.
[26] Meichelbeck, Hist. Frising Ib. p. 472.
[27] Dümmler, Forschungen XV, 165; Berichtigungen von Gr. Hundt a. a. O. S. 47.
[28] Vita Godeh. ant. c. 2, MG. SS. XI, 171. In der zweiten Vita Prol. p. 197 wird aber Rumold als Godehards erster Lehrer genannt.
[29] Vgl. oben S. 51.
[30] Anon. Haser. MG. SS. VII, 255. 257.
§ 10. Frankreich. Reims. [[←]]
An gelehrter Thätigkeit hat es in dieser Periode in Frankreich nicht gefehlt; trotz aller Verheerungen und Unglücksfälle erhielt sich ein bedeutender Grad von Bildung, der sich durch eine große Anzahl von Lehrern, Scholastern fortpflanzte. Diese waren in Frankreich wie in Deutschland wohl alle von geistlichem Stande; es scheint jedoch, daß sie dort nicht so allgemein wie hier bestimmten Stiftern angehörten, sondern mehr nach italienischer Weise in unabhängiger Stellung Schüler um sich sammelten. Ihre ganze Richtung ging vorherrschend auf Grammatik, Dialektik und Rhetorik, und trug daher ebenso wenig Frucht für die Geschichte, wie die verwandten Bestrebungen in deutschen Klöstern.
In Reims waren die beiden Schulen der Domherren und der Landgeistlichkeit nach Flodoards Angabe (IV, 9) gänzlich verfallen, als Hinkmars Nachfolger Fulko (882-900) zu ihrer Herstellung zwei Schüler Heirichs von Auxerre[1] berief, Meister Remigius von Auxerre, der die jungen Cleriker in den freien Künsten unterwies, während der Erzbischof selbst mit ihnen Theologie trieb, und Hucbald den Kahlkopf von St. Amand. Dieser war ein Mönch in jenem merkwürdigen Kloster, welches auf der Grenzscheide beider Sprachen im Hennegau gelegen, uns zugleich das deutsche Ludwigslied und das älteste Denkmal französischer Dichtung aufbewahrt hat[2]. Ein Neffe und Schüler des Milo, der zu Karls des Kahlen Zeit als Schriftsteller gefeiert war[3], übersandte er diesem um 876 seines Oheims Werk de sobrietate mit einer poetischen Widmung[4] und ließ bald ein eigenes ebenso künstliches wie geschmackloses Gedicht in laudem calvorum folgen, in welchem jedes Wort mit C anfängt[5]. Nachdem Fulko, Abt von St. Bertin, zum Erzbischof von Reims erhoben war, erbat dessen Nachfolger Rodulf ihn vom Abt Gauscelin von St. Amand, um seine mangelhaften Schulkenntnisse zu ergänzen[6]; bald nachher aber muß er jenem Rufe nach Reims gefolgt sein, wo er eine Zeit lang als Lehrer wirkte, bis sein Gönner Fulko starb. Heimgekehrt, hat er außer anderen erbaulichen Schriften 907 ein Leben der h. Rictrudis, der ersten Aebtissin von Marchiennes, verfaßt, welches er dem Bischof Stephan von Lüttich übersandte[7] und, wenn die Vermuthung des Herausgebers richtig ist, auf Veranlassung desselben Bischofs, die metrische Vita S. Lamberti, worin zuerst die von den früheren Biographen verschwiegene Ursache seiner Ermordung berührt wird[8]. Außerdem verfaßte er ein Leben des angelsächsischen Glaubensboten Liafwin, welches besonders durch die Erwähnung der altsächsischen Landesversammlung sehr merkwürdig ist[9]. Dieses in Anlehnung an Altfrids Leben Liudgers mit großer Belesenheit und sorgsamem Fleiße ausgearbeitete Werk widmete er dem Bischof Balderich von Utrecht, und theilte es außerdem dem Archidiaconus Peter von Cambrai und Odilo, dem Mönch von St. Medardus, zur Prüfung mit. Neunzigjährig soll er 930 gestorben sein. Um sein Kloster machte er sich auch dadurch verdient, daß er die Gebeine des von seinem Vater Karl dem Kahlen geblendeten und um 876 verstorbenen Karlmann von Echternach nach Saint-Amand brachte, was in einem Epitaph auf seine und Milo's gemeinsame Grabstätte berichtet wird[10].
Reims war in diesem Jahrhundert auch der Mittelpunkt der französischen Politik und namentlich für die lothringischen Händel von der größten Bedeutung. Hier konnte man unmöglich ohne geschichtliche Aufzeichnungen auskommen; hier bedurfte man anderer Werke als rhetorisch ausgeschmückter Legenden, und Hinkmar selbst hatte das beste Beispiel gegeben. Er fand einen Nachfolger an Flodoard (894-966), der als Archivar der Kirche sowohl, wie durch seine sehr angesehene Stellung ganz besonders zu dieser Aufgabe befähigt war. Begonnen hatte auch er in derselben Weise wie so viele seiner Zeitgenossen. Unter Pabst Leo VII (936-939) besuchte er Rom, wo er vom Pabste sehr gut aufgenommen wurde, und als Denkmal seiner Frömmigkeit, seiner umfassenden Gelehrsamkeit und seiner Dankbarkeit verfaßte er in leidlichen Hexametern ein gewaltiges Werk, dessen erste zwei Theile die Thaten Christi und der ersten Heiligen in Palästina und Antiochien feiern, während der dritte in 14 Büchern die Geschichte der römischen Päbste in Verse bringt, verbunden mit zahlreichen Legenden der Heiligen. Noch bei Lebzeiten seines Gönners Leo VII hat er die Arbeit vollendet, welche er dem Erzbischof Rotbert von Trier widmete[11]; der letzte Theil derselben ist nicht ohne geschichtlichen Werth[12]. Derselbe Erzbischof von Trier war es auch, der zur Zeit des Concils von Ingelheim Flodoard dringend aufforderte und mahnte, die Geschichte der Reimser Kirche[13] zu schreiben, mit welcher Flodoard noch 952 beschäftigt gewesen ist. Schon in jenem Gedicht hat Flodoard auch urkundliche Nachrichten der Reimser Kirche benutzt, deren Beziehungen zum päbstlichen Stuhl sorgfältig hervorgehoben werden. Das sind die Anfänge der Studien, aus welchen diese bis 948 geführte Geschichte der Reimser Kirche hervorging, ein Werk, in welchem die Rücksicht auf die Form ganz zurücktritt gegen die Vollständigkeit und Zuverlässigkeit des Inhalts, denn diese Geschichte ist eine urkundliche in so hohem Grade, daß sie für die Zeit der Erzbischöfe Hinkmar und Fulko großentheils geradezu aus Regesten der wichtigsten Urkunden, besonders päbstlicher Schreiben besteht. Auch für die frühere Zeit lag ihm noch einiges urkundliche Material vor, vorzüglich war er hier jedoch auf Hinkmars Vita Remigii und einige andere Legenden angewiesen; Wundergeschichten erzählt er gerne und mit großer Gläubigkeit. Die Verarbeitung des Stoffes muß man als mangelhaft bezeichnen; sie läßt sich oft ganz vermissen, aber der materielle Werth seines Werkes ist dadurch um so größer für uns. Derjenige Theil desselben, welcher die Geschichte seiner Zeit behandelt, findet sich großentheils wiederholt in seinem zweiten Hauptwerke, den Annalen, welche von 919-966 reichen[14]. Doch hatte er diese, wie G. Monod (Revue Crit, 1873, II, 263) nachgewiesen hat, schon früher mit den Ereignissen gleichzeitig begonnen und darin Rücksichten zu nehmen gehabt, welche für die Historia Remensis nicht mehr nothwendig waren; er unterbrach sie, um die Historia zu schreiben, und nur der Bericht über 948 scheint dann umgekehrt wieder aus der Historia in die Annalen herübergenommen zu sein. Ob der Anfang der Annalen verloren ist, ob ein anderes Werk vorhanden war, welches die Geschichte bis zum Jahre 919 führte, ist unbekannt; unmöglich wäre es ja nicht, daß der Anfang frühzeitig zu Grunde gegangen wäre, und ohne die Annahme einer bis dahin reichenden Aufzeichnung ist gerade dieser Anfangspunkt unbegreiflich. Sicher aber ist, daß auch Richer nicht mehr Hülfsmittel für die Zeit von 882 an, wo Hinkmars Jahrbücher aufhören, vor sich hatte; nicht einmal die Annalen von St. Vaast waren ihm bekannt. Für jenen Zeitraum nun berichtet Flodoard mit der größten Treue Jahr für Jahr die Ereignisse, wie er sie erfuhr, grosse und kleine, ohne auf ihren inneren Zusammenhang einzugehen, in derselben objectiven Weise, die wir schon bei anderen ähnlichen Werken bezeichneten, in einfacher ungesuchter Sprache. Was ihn aber auszeichnet, ist die Fülle seiner Nachrichten, nicht über Frankreich allein, sondern auch über Lothringen und das ostfränkische Reich, mit dem er manche Berührung hatte, und ferner seine fleckenlose Wahrheitsliebe und Zuverlässigkeit. Er war in höherem Alter in das Kloster Saint-Basle eingetreten, wo 952 wieder Mönche anstatt der Canoniker eingeführt wurden und legte 963 die Prälatur, wie er sagt, siebenzigjährig nieder. Drei Jahre später ist er gestorben, und fast bis an den Tag seines Todes hat er das Werk fortgesetzt, dann ist noch ein Zusatz über die Jahre von 976-978 nachgetragen worden: darauf aber verging lange Zeit, bevor sich ein Nachfolger fand. In den politischen Wirren, von welchen auch die Metropole, lange Zeit ein Zankapfel der Parteien, viel zu leiden hatte, gingen Zucht und Lehre fast zu Grunde, bis der Beginn einer besseren Zeit in dem nahen Lothringen auch hierher seine Einwirkung erstreckte. Zwei Metzer Domherren, welche nacheinander auf den erzbischöflichen Stuhl erhoben wurden, Odelrich, 961-969, und besonders Adalbero von 969-988, ein Zögling der Klosterschule zu Gorze[15], stellten die Ordnung wieder her, und bald zog der neu erwachte Glanz der Reimser Schule Schaaren lernbegieriger Jünglinge zu der alten Kathedrale.
Bald nach Flodoards Tod, um das Jahr 967, hatte ein junger Mönch, Gerbert, das Kloster Aurillac in der Auvergne verlassen, um in der spanischen Mark Lehrer aufzusuchen, welche namentlich seiner Liebe zu mathematischen Studien genügten. Im Jahre 970 folgte er dem Grafen von Barcelona und dem Bischof Hatto von Vich, seinem Lehrer, nach Rom und wurde hier bereits als ein ausgezeichnet begabter Jüngling vom Pabste dem Kaiser Otto zugesandt. Noch fehlte es ihm aber an philosophischer Ausbildung, und deshalb begleitete er den Reimser Archidiaconus Garamnus[16], einen berühmten Lehrer der Logik, nach Reims, wo er einige Zeit seine Studien fortsetzte, bald aber selbst als Lehrer einen außerordentlichen Ruf gewann[17]. Ganz Gallien, sagt Richer, erglänzte von ihm durchleuchtet, wie von einem strahlenden Lichte. Nachdem er sich später einige Zeit bei Otto II aufgehalten und von ihm die Abtei Bobio erhalten hatte, die er nicht behaupten konnte, kehrte er zurück[18], und nahm während der Minderjährigkeit Otto's III in Reims eine sehr bedeutende politische Stellung ein. Diese Periode ist es besonders, über welche uns seine Briefsammlung die wichtigsten Aufschlüsse giebt, obgleich viele der darin enthaltenen Anspielungen uns jetzt unverständlich sind, und durch die absichtliche Dunkelheit der Schreibart die Benutzung sehr erschwert wird[19]. Als später (991) der Erzbischof Arnulf von Reims entsetzt und Gerbert sein Nachfolger wurde, zeichnete dieser selbst die Verhandlungen der Synoden zu St. Basle, Mouson und Coucy auf, welche durch diese Verhältnisse veranlaßt wurden[20], und die außerordentliche Klarheit, Schärfe und Gediegenheit der Darstellung, sowie die Meisterschaft im Ausdruck lassen uns sehr bedauern, daß er uns außerdem keine Werke geschichtlichen Inhaltes hinterlassen hat. Besonders merkwürdig sind die Acten der Synode von St. Basle durch die heftige und rücksichtslose Opposition gegen den römischen Stuhl, welche sich darin ausspricht, und die eine nicht minder heftige und charakteristische Entgegnung von Seiten des römischen Abtes Leo hervorrief[21].
Hat aber Gerbert nicht selbst Geschichte geschrieben, so veranlaßte er doch, daß nach langer Unterbrechung in Reims diese Thätigkeit wieder aufgenommen wurde. Er beauftragte damit einen seiner Schüler, den Richer, einen Mönch von Saint-Remi[22], der sich mit nicht gewöhnlichem Eifer dem Studium der alten Lateiner und der Philosophie, der Medicin und der Mathematik hingab. Von seinen Vorgängern wich Richer ab, indem er die schlichte annalistische Form verließ; ihm schwebte das höhere Ziel einer künstlerisch durchgebildeten und das innere Wesen der Dinge erfassenden Geschichtschreibung vor. Nachdem er die Widmung an Gerbert und den Anfang seines Werkes (bis II, 78) geschrieben, scheint eine Unterbrechung eingetreten zu sein, worauf er, bevor noch 997 König Robert sich von Gerbert abwandte, diesen Anfang noch einmal überarbeitete und bis zum Jahre 995 fortführte; einige kurze Notizen über die folgenden Jahre auf dem letzten Blatte seiner Handschrift, in welchen die veränderte Stimmung gegen den König sich deutlich zeigt, deuten die Absicht einer weiteren Fortsetzung an, zu welcher er aber, vielleicht durch Gerberts Absetzung (998) verhindert, nicht mehr gekommen ist. Nach Monod's Vermuthung hat er ihn zum Kaiserhof begleitet[23].
Zum Ausgangspunkte seines Werkes nahm Richer nach einer kurzen Einleitung das Ende von Hinkmars Werk (882); er versuchte es, die Lücke zwischen diesem Zeitpunkte und Flodoards Annalen (919) auszufüllen, was aber nur sehr unvollkommen gelingen konnte, weil es ihm offenbar an schriftlichen Denkmälern über diese Periode, außer Flodoards Geschichte von Reims, fast gänzlich fehlte. Er hatte, vermuthlich in Chartres, wohin ihn das Studium der Medicin führte, sagenhafte Nachrichten über die Herkunft des Grafenhauses von Blois erfahren[24], und sonst noch einige Notizen, welche er mit äußerster chronologischer Verwirrung ganz willkürlich in Verbindung brachte; wie sehr ihm jede Entstellung zuzuschreiben ist, zeigt der folgende Abschnitt, wo Flodoards Annalen seine Quelle sind, nebst einigen ungeschickt eingeschobenen Stellen der Geschichte von Reims[25]. Wo diese enden, (966), erreicht er die Zeit, welche er schon selbst mit durchlebt hatte, und je mehr er sich der Gegenwart näherte, desto mehr hatte er Ereignisse zu berühren, deren Mittelpunkt großentheils der erzbischöfliche Stuhl von Reims gebildet hatte. Hier konnte es ihm, der im Auftrage Gerberts seine Geschichte schrieb, an zuverlässiger Kunde nicht fehlen; für die frühere Zeit kam es ihm auch zu statten, daß sein Vater Rudolf ein Dienstmann König Ludwigs IV gewesen war, dessen Gunst er sich durch seine Tapferkeit und Klugheit erworben hatte.
Aeußerlich war also Richer für diese Zeit vortrefflich ausgerüstet, um ein Geschichtswerk von nicht gewöhnlichem Werthe zu schreiben, aber leider fehlte es ihm gänzlich an der inneren Befähigung. Es fehlte ihm vor allen Dingen ganz an geschichtlichem Sinn. Nicht die Thatsachen, nicht die Wahrheit sind ihm das wesentliche, sondern mehr noch die Form der Darstellung. Das Studium der Alten, vorzüglich des sehr stark von ihm benutzten Sallust[26], führte ihn, wie wir das im Mittelalter nur zu häufig wahrnehmen, bloß zu dem Bestreben, in der äußeren Form ihnen nachzueifern, namentlich erdichtete Reden den handelnden Personen in den Mund zu legen und alterthümliche Benennungen anzuwenden, wo sie nicht an ihrem Orte sind, nämlich für die eigenthümlichen Zustände und Verhältnisse der Gegenwart. Bei Richer aber geht das Streben nach rhetorischem Schmucke so weit, daß die Darstellung der Thatsachen dadurch wesentlich beeinträchtigt wird. Schilderungen von Schlachten und Belagerungen, sowie besonders auch von Krankheiten, bei denen er seine medicinische Gelehrsamkeit zur Schau trägt, wiederholen sich in übertriebener Weitschweifigkeit, und bei genauerer Untersuchung findet man bald, daß der Verfasser sich hier nicht selten ganz seiner Phantasie überläßt. Dieses führt uns auf den zweiten großen Fehler Richers, nämlich seinen Mangel an Wahrhaftigkeit und Genauigkeit. Eine unbefangene Darstellung darf man bei seinem Standpunkte überhaupt nicht erwarten, aber auch da, wo keine Parteirücksichten ihn verleiteten, begeht er die größten Fehler, welche besonders deutlich hervortreten, wo wir seine Quelle, die Annalen Flodoards, zur Vergleichung bei der Hand haben. Flüchtig und ungenau erscheint er da im höchsten Grade. Tritt nun aber gar noch ein bestimmter Beweggrund hinzu, von der Wahrheit abzuweichen, so sehen wir ihn jedem Antrieb der Art folgen; er übertreibt und vergrößert, was er bei Flodoard vorfindet, aber er geht auch so weit, sein eigenes Werk zu verfälschen, um eine krankhafte nationale Eitelkeit zu befriedigen. Ein besonders günstiges Geschick hat uns seine eigene Handschrift aufbewahrt, und diese zeigt uns, wie er im ersten Buche das, was er früher geschrieben hatte, verändert hat, um anstatt Giselberts und der Lothringer den König Heinrich und die Deutschen dem westfränkischen Könige unterworfen erscheinen zu lassen. Doch bleibt es zweifelhaft, ob hier wirklich eine absichtliche Entstellung anzunehmen ist, oder ob er sich selbst durch seine ganz falsche Auffassung der älteren Geschichte irre leiten ließ; gewonnen wird aber für ihn auch dadurch nicht viel, wenn man annimmt, er habe einer oberflächlichen Theorie zu Liebe die überkommenen Thatsachen willkürlich verändert[27].
Als Historiker können wir demnach Richer unmöglich hoch stellen; so sehr er im einzelnen nach rhetorischem Schmucke strebt, so wenig ist er doch auf ein richtiges Verhältniß der Theile bedacht gewesen, und es wird durch ganz zufällige Umstände bestimmt, wo er auf alle Einzelheiten mit größter Ausführlichkeit eingeht, oder wiederum wichtige Ereignisse nur leicht berührt oder ganz übergeht. Dazu ist seine Sprache gesucht und oft durch unpassende Ausdrücke kaum verständlich, so daß wir sein Werk auch nicht in Rücksicht auf die Form loben können, wenn wir von der Wahrhaftigkeit der Darstellung absehen wollten. Demungeachtet aber hat doch Richers Buch für uns einen hohen Werth; er ist unser einziger Berichterstatter über jene hochwichtige Zeit, in welcher die Herrschaft von den Karolingern auf die Capetinger überging, und seine ausführliche Darstellung gerade dieser letzten Jahre enthält eine große Fülle wichtiger Nachrichten, die wir ihm allein verdanken, die freilich nur mit großer Behutsamkeit zu gebrauchen sind, aber doch als eine sehr wesentliche Bereicherung unserer geschichtlichen Kenntniß betrachtet werden müssen[28]. Denn bis auf unsere Tage ist Richers Werk fast ganz verborgen geblieben; nur in großen Zwischenräumen haben Ekkehard, Hugo von Flavigny, Trithemius davon Gebrauch gemacht und dadurch eine sehr unbestimmte Kunde von diesem Schriftsteller erhalten; sein Werk aber galt für verloren, bis Pertz es 1833 in Bamberg von neuem entdeckte und 1839 zum ersten Male bekannt machte[29].
Schon früher als Saint-Remi war das Kloster Fleury oder Saint-Benôit-sur-Loire durch Odo von Cluny der strengeren Zucht unterworfen worden; von hier hatte St. Remi seinen ersten Abt Hinkmar erhalten. In Fleury wurde 988 Abbo Abt, der, in der Klosterschule ausgebildet, schon als Lehrer gewirkt hatte, als er sich noch nach Paris und Reims zu weiteren Studien begab. In der Astronomie machte er Fortschritte, fand aber übrigens seine Erwartungen nicht befriedigt. In Orléans vervollkommnete er sich in der Musik, und übernahm dann eine Mission nach England, wo Erzbischof Dunstan die klösterliche Zucht herstellte. Heimgekehrt, gewann er als Abt eine große Wirksamkeit, und übernahm auch für den König eine Gesandtschaft an den Pabst, deren er 996 in einem Briefe an den Abt Hatto III von Fulda[30] gedenkt; mit diesem, der um dieselbe Zeit einen ähnlichen Auftrag auszuführen hatte, war er in Reims bekannt geworden, und hatte einen Austausch von Reliquien mit ihm beredet. Vor dem Tode des Königs Hugo (996) verfaßte er für diesen und seinen Sohn eine Sammlung von kanonischen und anderen Aussprüchen, mit besonderer Betonung des königlichen Amtes und des den Mönchen gebührenden Schutzes[31]. Endlich wurde er 1004 in dem Priorat La Réole an der Garonne in einem Tumult der Aquitanen erschlagen. Sein Leben beschrieb Aimoin[32], ein Mönch seines Klosters, der ihn auf seiner letzten Reise begleitet hatte, mit einem Briefe an Herveus, Schatzmeister von St. Martin, der unter Abbo in Fleury gebildet, die 1001 verbrannte Martinskirche wieder herstellte. Sie wurde 1008 eingeweiht, 1012 starb Herveus[33].
Nach Fleury war aus Montecassino, während es von den Langobarden verwüstet in Trümmern lag, der Leib des heiligen Benedict entführt worden, eine Thatsache, welche freilich später von den Cassinesen hartnäckig geleugnet wurde (vgl. oben S. 306). Die Geschichte dieser Uebertragung, welche einen großen Aufschwung des Klosters zur Folge hatte, verfaßte schon im neunten Jahrhundert Adrevald oder Adalbert[34], und fügte ein Buch über die Wunder des heiligen Benedict hinzu, welches von Adelerius fortgesetzt wurde. Diesen schloss sich nun auch Aimoin an, indem er im Jahre 1005 ein zweites und drittes Buch der Wunder schrieb. Geschichtliche Nachrichten über die Könige von Frankreich kommen gelegentlich darin vor[35] und wurden, obwohl sie weder genau noch ausführlich sind, doch bei dem Mangel an anderen Quellen, besonders da auch Richers Werk nur wenig bekannt geworden war, von Späteren häufig benutzt[36].
Von zweifelhaftem Werthe ist der Bericht über die Illatio S. Benedicti, d. h. die Uebertragung in die Marienkirche, und nach der Flucht vor den Normannen 883, die Rückbringung aus Orléans an demselben 4. December, voll von Wundergeschichten, von dem Hersfelder Mönch Diederich nach längerem Aufenthalt in Fleury verfaßt für den Abt Richard von Amorbach, der von 1018 bis 1039 auch Abt von Fulda gewesen ist[37].
Die Aufzeichnung der Wunder des h. Benedict hatte Aimoin nach dem 4. Cap. seines dritten Buches abgebrochen, um auf den Wunsch seiner Klosterbrüder eine Geschichte der Aebte von Fleury zu schreiben, wovon uns nur das Leben Abbo's erhalten ist. Seine Arbeiten nahm etwas später Andreas wieder auf, indem er 1041 das Leben des Abtes Gauzlin beschrieb, Hugo Capet's Bastard, welcher auf Abbo folgte und 1030 als Erzbischof von Bourges gestorben ist[38]. Doch behielt er auch als Erzbischof die Abtei, welche 1026 abbrannte und unter seiner Leitung neu gebaut wurde. Seine Biographie enthält viele für Kunstgeschichte und Litteraturgeschichte wichtige Nachrichten; auch von dem gefeierten Scholasticus Constantin, dem Freund Gerberts, erfahren wir hier, daß er von dem Bischof Arnulf von Orléans die Abtei Saint-Mesmin de Micy erhalten hat[39]. Die Mirakel aber führte Andreas, häufig sich selbst wiederholend, fort bis 1043; von anderer Hand sind nach 1056 Zusätze dazu gemacht[40]. Endlich hat noch Radulfus Tortarius, geb. 1063, ein fruchtbarer Dichter[41], die Mirakel bis 1114 fortgeführt und das ganze Werk in Verse gebracht; den Schluß bilden einige Aufzeichnungen von Hugo de Sancta Maria.
Doch von Aimoin haben wir noch ein Werk anzuführen.
Noch bei Lebzeiten Abbo's verfaßt und diesem gewidmet ist ein früheres Werk von ihm, eine Geschichte der Franken, welche bis zur Thronbesteigung Pippins reichen sollte, die aber unvollendet blieb und nur bis in die Mitte des siebenten Jahrhunderts geführt ist[42]. Selbständigen Werth hat sie deshalb durchaus nicht; sie gleicht vielmehr den damals so häufigen Ueberarbeitungen alter Legenden, und ist wie diese mehr eine sprachliche und formale als eine geschichtliche Leistung. Eine später im Kloster St. Germain-des-Prés hinzugefügte Fortsetzung bis 1040 ist aus bekannten Quellen zusammengesetzt, mit einigen Zusätzen über die Geschichte des Klosters; eine weitere Fortsetzung reicht bis 1165.
Schon frühzeitig, seit dem Anfange des neunten Jahrhunderts, wurden Annalen im Kloster der heiligen Columba zu Sens geschrieben[43], und mit Hülfe derselben in einer uns nicht erhaltenen ausführlicheren Gestalt bis 956 verfaßte ein unbekannter Geistlicher eine etwas ausführlichere, aber doch immer sehr magere Chronik des westfränkischen Reiches von der Schlacht bei Tertry, mit besonderer Beziehung auf das Erzbisthum Sens, bis zum Ende des Jahrhunderts nach mündlicher Ueberlieferung und persönlicher Erinnerung fortschreitend; wichtig ist dagegen wieder der von einem Zeitgenossen herrührende Theil von 1000 bis 1015[44]. Dieses Werk wurde nicht nur in der wenig späteren Chronik des Odorannus von Sens[45], sondern auch von Hugo von Fleury und Anderen viel benutzt, von Ordericus Vitalis vollständig in sein Werk aufgenommen[46].
Von grösserem Werthe, aber der deutschen Geschichte und unserer Aufgabe schon sehr fern liegend, ist die Chronik der Normannen von Rollo bis auf den Tod Richards I (996), von Dudo, Decan zu St. Quentin, am Anfange des elften Jahrhunderts verfaßt. Er schrieb nach mündlicher Ueberlieferung, hauptsächlich nach den Erzählungen des Grafen Rudolf von Ivri, des Bruders Herzog Richards I, und giebt uns eine wahre Volksgeschichte in reichhaltiger lebendiger, wenn auch mit viel Schönrednerei aufgeschmückter Erzählung[47]. In dieser schwülstigen Ueberladung und in der Verzierung mit inhaltlosen Versen in vielförmigen Metren nach dem Vorbild des Boethius, entspricht Dudo ganz dem Charakter der Schulen seiner Zeit, die unter Rollo's frommen Nachfolgern auch in der Normandie wieder auflebten. Schon die Ermordung des Herzogs Wilhelm Langschwert (942 Dec. 17) veranlaßte ein gleichzeitiges, ziemlich rohes Gedicht, welches Dudo's Darstellung bestätigt[48]. Bald begegneten sich am erzbischöflichen und herzoglichen Hofe, wie einst bei Karl dem Großen, Irländer und Franken in heftiger Feindschaft. Moriuth gewann die Gunst des sehr weltlichen und lebenslustigen Erzbischofs Hugo (942-989) und der Fürsten durch seine Lobverse; Warnerius dagegen, ein Mönch von Saint-Ouen, sehr gelehrt in seiner Weise, widmete sich ganz dem Dienste des Erzbischofs Robert (989-1037), Herzog Richards Sohn, und bekämpfte mit beißenden Versen den Gegner, dem er grobe Unwissenheit vorwarf[49].
Aus ähnlicher Schule war auch Dudo hervorgegangen. Seine Erzählung, ganz ohne schriftliche Quellen, ist natürlich in den Anfängen ganz sagenhaft und auch später sehr unzuverlässig, dabei normannisch ruhmredig in hohem Grade; den Charakter ihres Ursprungs verleugnet sie nirgends. Sehr eingehend ist das mit scharfer und besonnener Kritik von E. Dümmler nachgewiesen[50]; der gleichzeitige Versuch von J. Lair, von Dudo's Nachrichten für die Geschichte etwas mehr zu retten, steht dagegen sehr zurück.
Gewidmet hat Dudo sein Werk dem Bischof Adalbero von Laon (977-1030), der wegen seines politischen Verhaltens übel berüchtigt, in seinen alten Tagen (nach Mabillon um 1006) ein langes Gedicht in der Form eines Gesprächs mit König Rotbert verfaßte, worin er seinem ganzen Groll gegen Odilo und seine Cluniacenser, ihre Begünstigung durch den König und die Erhebung mönchischer und niedrig geborener Bischöfe Luft gemacht hat. Für die Kenntniß der Sitten und Zustände ist es nicht unergiebig[51].
[1] Ademari Chron. III, 5. Remigius, als theolog. Schriftsteller bekannt, (Hist. litt. de la France VI, 99 f., vgl. Prantl, Gesch. d. Logik II, 44) ging nach Fulko's Tod nach Paris, wo Odo von Cluny sein Schüler war. Andere Schüler von ihm sind die in Vita Joh. Gorz. erwähnten Hildebold (oben S. 377) und Blidulf, Archidiaconus der Metzer Kirche; auch Erzb. Seulf v. Reims, Flod. IV, 18. Vgl. Huemer: Ueber ein Glossenwerk zum Sedulius, Wiener SB. XCVI, 505-551. Von R. scheinen, wie Dümmler mir mittheilt, die 2 Briefe an Dado von Verdun zu sein, worin von der Herkunft der Ungern die Rede ist, Spicil. XII, 349, Mart. Coll. I. 320, auch im Cod. Vindobon. 156, f. 110. Später lehrte in Auxerre zur Zeit des gefeierten Bischofs Robert der ital. Grammatiker Wido, gest. 1095, s. Dümmler im NA. I, 181-183.
[2] Fragmenta Elnonensia, von Hoffmann, Gent 1837, 4. Neue Aufl. 1845. Facs. bei G. Paris, Les plus anciens Monuments de la langue Française, 1875.
[3] S. über ihn Dümmler, NA. IV, 521-526. Ebert II, 277-285.
[4] Diese gedruckt bei Mart. Thes. I. 45. Vollständig herausgegeben von Desplanque, Etude sur un poëme inédit de Milon, moine de Saint-Amand, Lille 1871.
[5] Herausgegeben von J. Desilve, Valenciennes 1875. Dess. Schrift De schola Elnonensi, 1889, habe ich nicht gesehen.
[6] Zur Sicherung seines Unterhaltes wies der Abt ihm 889 ein Landgut an, welches er später den Mönchen von St. Bertin überließ. Folq. ed. Guérard p. 131. MG. SS. XIII, 623.
[7] Vita S. Rictrudis, Mab. II, 939-950. Acta SS. Mai III, 81-89.
[8] Vie de S. Lambert, écrite en vers par Hucbald de Saint-Amand, et documents du X siècle, par J. Demarteau, Liège 1878. Vgl. oben [2→S. 264], u. Dümmler, NA. IV, 555.
[9] Hucbaldi Vita S. Lebuini ed. Pertz, MG. SS. II, 360-364 im Auszug aus Sur. VI, 277-286, doch nach der Handschrift berichtigt. Der Rest ist aus den Lebensbeschreibungen von Willibrord, Bonifaz, Gregor und Liudger erweitert. Uebersetzung des Auszuges von Arndt hinter der Vita Bonifacii. Vgl. über seine Quellen u. besonders die Versammlung zu Marklo, W. Kentzler, Forsch. VI, 343-354 u. Entgegnung von S. Abel 355. 356. Eine Schrift über die Vita u. den Ursprung von Deventer von Verloren wird Revue hist. XXXI, 236 angeführt.
[10] Acta SS. Jun. III, 36. S. über Hucbald Hist. litt. de la France VI, 210-221; Dümmler, NA. IV, 560-563. — Hans Müller, Hucbalds echte und unechte Schriften über Musik (Leipz. 1884, 4) weist nach, daß die Schrift de harmonica institutione, aber nicht die Musica enchiriadis, von ihm ist.
[11] Nach handschriftlicher Ueberlieferung freilich Rotger, s. oben [2→S. 365]. Es mag ursprünglich, wie in der Widmung der Reimser Geschichte, nur R. gestanden haben.
[12] Dieser ist gedruckt bei Mab. III, 2, 569-608 und bei Muratori III wiederholt. Stücke bei Mab. II, 30. 127. 1095-1100. Vollst. jetzt bei Migne CXXXV, 494-886. Vgl. über das ganze Werk Hist. litt. de la France VI, 318-321. Entlehnung der Characteristiken aus den Epitaphien der Päbste, NA. XIII, 236.
[13] Flodoardi Historia Remensis ecclesiae, mit Anhang bis auf Adalbero, ed. Sirmond. 1611: Colvener. Duaci 1617, Bibl. Patrum Lugd. XVII, 500: Bouquet VIII, 154-175 unvollständig; edd. Heller et Waitz, MG. SS. XIII, 405-599 (ohne den Anhang). Kritik von Longnon im Répert. des travaux historiques. Die II, 19 aufgenommene Visio Raduini (oben [→ S. 211]) kommt abgesondert vor u. ist NA. XI, 262 gedruckt. Der Ausg. von Pithou (1588) sind Visiones Flotildae von 940 angehängt. — Oeuvres de Flodoard ed. Le Jeune (Text mit Uebersetzung) Reims 1854. — Series archiepp. Rem. (nur Namen) SS. XIII. 381. 750. Annales Remenses 830-999, nicht gleichzeitig, ib. 81; Ann. S. Dionysii Remenses 845-1190, p. 82-84; Ann. S. Nicasii Rem. 1197-1309, p. 84 bis 86.
[14] Flodoardi Annales ed. Pertz MG. SS. III, 363-408. Baehr, S. 188. Giesebr. I, 779. Ueber den von Pertz nicht benutzten Cod. Paris. Fonds latin 9768, nach Nithard, s. NA. VI, 482. Cod. Christ. 633, NA. X, 224.
[15] Gesta epp. Camerac. I, 102.
[16] Der Name ist Hypothese, Richer hat nur den Anfangsbuchstaben, und in den Reimser Urkunden der Zeit findet sich nur dieser Name.
[17] Er war auch Lehrer des Königs Robert nach der Satire des Bischofs Adalbero von Laon, wo er Neptanebus genannt ist, was auf Gerbert gedeutet wird. Péchenard de schola Rem. X saeculi Par. 1876 habe ich nicht sehen können.
[18] Vor Otto's II Tod, nach D. J. Witte, Lothringen in der zweiten Hälfte des zehnten Jahrhunderts (Diss. Gott. 1869) S. 43, wo auch viel Widerspruch gegen Olleris neue Anordnung der Briefe ist.
[19] Gerberti epistolae bei Duchesne II, 789-844. Opera ed. Olloris, 1867, 4. Verse von ihm in N. Jahrb. f. Philol. 1867, XCV, 708-710. Die Briefsammlung von Gerbert als eine Geschichtsquelle. Krit. Monogr. Nach den Hss. von N. Bubnow, Petersb. 1888 (russisch). Lettres publ. avec une introd. et des notes par Jul. Havet, Paris 1889 (NA. XV, 223). Anz. beider von Kehr, HZ, LXIV, 274-277. Zur Zeitbestimmung der Briefe auch Sickel, Mitth. d. Inst. XII, 209 ff. Vgl. Wilmans in Ranke's Jahrbüchern II, 2, 141-175. Giesebr. I, 787. Hock, Gerbert oder Pabst Sylvester II und sein Jahrhundert, Wien 1837. M. Büdinger, Ueber Gerberts wissenschaftliche und politische Stellung, Cassel 1851. Cantor, Mathematische Beiträge S. 304 ff. eingehend über seine mathematischen Schriften; Gesch. d. Mathematik I, 728-751; Zts. f. Math. u. Physik, Hist. litt. Abth. XXXIII, 3, 101 ff. gegen die Verwerfung der Geomotria Gerberti von H. Weissenborn, Gerbert. Beiträge zur Kenntniß d. Math. d. MA. Berl. 1888. Prantl, Gesch. d. Logik II, 53-57, H. Reuter, Gesch. der relig. Aufklärung im Mittelalter (1875) I, 78-84. K. Schultess, P. Silv. II als Lehrer u. Staatsmann. Wiss. Beil. zum Osterprogr. d. Wilh. Gymn. in Hamb. 1891. Ders. Die Sagen von P. Silvester II, Hamb. 1893. A. Graf, Die Quellen der Legenden von S., Nuova Antologia 1890 Mz. 16. Daß der Sermo de dignitate sacerdotali nicht von ihm sein kann, erweist Jul. Harttung, NA. I, 587-593. Ders. bezweifelt Forsch. XVII, 390 seinen Aufruf zum Kreuzzug; dagegen H. v. Sybel, Gesch. d. ersten Kreuzzuges (1881) S. 458. Die Questio Girberti papae im Pariser Cod. 10444 enthält eine philos. Untersuchung, NA. II, 625. Cod. Vat, 3101, Arch. XII, 232. Merkwürdige Sagen über Gerbert bei Gualt. Mapes de nugis curialium ed. Wright (Camden Society) 1850. Vgl. auch Döllingers Pabstfabeln. Ein Gedicht über seine Magie e cod. Salem, s. XIII, Ortus remensis, bei Gerbert, Iter Alem. (1765) p. 246. ed. II p. 258. Mone's Anz. II, 188.
[20] MG. SS. III, 658-693.
[21] MG. SS. III, 686-690. Vgl. oben [S. 306]. Im Cod. Christ. 1283 (Arch. XII, 315) folgen auf einen Bericht über Arnulfs Absetzung u. Gerberts Nachfolge sehr bittere Verse Tres contra Dominum, die K. Palm Forsch. XIII, 579 aus einer Abschrift mitgetheilt hat. Der Cod. hat nach Mitth. von Dümmler immer Gilb. u. v. 7 cupiere; außerdem vor v. 10 den tautologischen Vers „Romam vexat adhuc census amor immoderatus.“. Sie finden sich aber auch bei Giesebr. III, 1263 (von v. 7. an) auf Wiebert angewandt, und scheinen mir dahin besser zu passen.
[22] Hier war 945 die Regel durch Erzbischof Hugo mit Rath des Abts Erchambold von Fleury hergestellt und Hinkmar († 967) als erster selbständiger Abt eingesetzt. Gerhard von Brogne (oben S. 388) wird dabei von Flodoard auffallender Weise gar nicht erwähnt. Schon 948 führte Berner Mönche von St. Remi nach Homblières im Vermandois, da die dortigen Nonnen zu liederlich waren und trotz aller Mühe blieben, s. Inventio, translatio et miracula S. Hunegundis a. 946 auct. Bernero, Mab. V, 214-221. Andere kamen 952 nach St. Basle und durch Erzbischof Adalbero 971 unter Lietald nach Mouson, 972 nach St. Thierry, dit du Mont d'or.
[23] S. G. Monod, Études sur l'hist. de Hugues Capet. Les sources historiques. Revue hist. XXVIII, 241-272.
[24] Vermuthlich eine Gesta. S. C. v. Kalckstein, Geschichte d. frz. Königthums unter den ersten Capetingern, I (1877) S. 476-482, wo seine ganz entstellten Nachrichten von K. Odo besprochen sind.
[25] Vgl. die Dissertation von Reimann, worin Richers Unzuverlässigkeit im einzelnen nachgewiesen ist, namentlich auch die Unechtheit seiner Zusätze zum Ingelheimer Concil.
[26] F. Vogel in Actis Sem. Erlang. II, 418-421.
[27] Nach Wittich in den Forschungen III, 105-141 hätte Richer I, 34 bis 40 eine lothringische Quelle benutzt, und weil er von Giselberts Erhebung erst bei dem Eintritt dieser Quelle berichtet, die Stellen, wo er vorher erwähnt wurde, verändert, um oberflächlich die Einheit herzustellen. Vgl auch Waitz, Heinrich I, 3. Ausgabe, S. 26 ff.
[28] Für die Zeit Otto's II wird seine Glaubwürdigkeit vertheidigt von Ad. Matthaei: Händel Otto's II mit Lothringen, Hall. Diss. 1882; für die Erhebung der neuen Könige (IV, 12. 13) von Julien Havet, Revue hist. XLV, S. 290-297, vgl. NA. XVII, 224.
[29] Richeri Historiarum libri IV ed. Pertz, MG. SS. III, 561-657, mit Schriftprobe. Zwei andere Seiten in W. Arndts Schrifttafeln, t. 47, 2. A. 49. Besonderer Abdruck, Han. 1839. Neue Ausg. von Waitz 1877 mit genauerer Beachtung der in der Handschrift vorgenommenen Aenderungen. Mit französischer Uebersetzung von Guadet, Paris 1845, und publiée par l'Acad. Imp. de Reims avec traduction, notes etc. par A. M. Poinsignon, 1856. Uebersetzung von Freiherr v. d. Osten-Sacken, mit Einleitung von Wattenbach, Berlin 1854; neue Ausg. 1891, Geschichtschr. 37 (X, 10). Reimann de Richeri vita et scriptis, Olsnae 1845. Giesebr. I, 788. Maurenbrecher S. 69-74. Die Handschrift wird schon in dem Catalog der Michelsberger Bibliothek von Ruotger zwischen 1112 u. 1113 (Schannat Vindem. I, 52) erwähnt; auch ein Vegez kam dahin aus Reims: Veget. ed. Lang p. XXXI. Ekkehard hatte jedoch eine von der unserigen verschiedene Handschrift.
[30] Baluzii Miscell. I, 409. Schannat, Hist. Fuld. p. 132.
[31] Conrat (Cohn) Gesch. d. Quellen u. Litt. d. röm. Rechts (1889) I, 259-261.
[32] Vita Abbonis abb. Floriacensis auct. Aimoino. Mab. VI, I, 37-58. Abbo ließ des Josephus Bell. Jud. durch den Laien Rotbert abschreiben, Hagen, Catal. Bern. p. 240. Ausführl. handelt bes. über Abbo, Cuissard-Gaucheron: L'École de Fleury-sur-Loire à la fin du 10. siècle, Mém. de la Soc. Arch. de l'Orléanais XIV (1875) 551-717. Sackur, Die Cluniac. I, 274 ff. Vom Jahre 626 an bis 1060 war auch in Fleury eine Ostertafel mit Annalen versehen, gedruckt als Chron. Floriacense, Duchesne III, 355 bis 357. Pertz giebt mit Weglassung des aus der Hist. miscella, den Ann. S. Amandi und S. Columbae entnommenen den Rest II, 254 von 853 an als Annales Floriacenses. Andere, größtentheils übereinstimmend, bis 1044, vom Rande einer Ostertafel in Bern als Ann. Flor. breves SS. XIII, 87. Catal. abb. bis 818 SS. XV, I, 500.
[33] S. Hugonis archidiaconi Tornacensis dialogus ad Fulbertum (ep. Carnot.) de quodam miraculo, quod contigit in translatione S. Martini, Mab. Anall. ed. II. p. 213 seqq.
[34] Adrevaldus qui et Adalbertus. Die von Mabillon geleugnete Identität erweist E. de Certain in der Ausgabe für die Société de l'histoire de France: Les Miracles de Saint Benoît, Paris 1855. Ex Adventu corporis S. Benedicti in agrum Flor. SS. XV, I, 480-482. 574b.
[35] Benutzt ist dazu das Fragm. ex antiqua membrana Flor. monasterii, s. J. Havet, Revue hist. XLV, 290-297.
[36] Ex Miraculis S. Bened. Floriac. SS. XV, I, 474-500. Ex Aimoini Flor. Mir. SS. IX, 374-376. Vgl. H. Hahn: Ein übersehener Brief des Pabstes Zacharias, NA. I, 580-583.
[37] Bei Mab. Act. IV, 2, 50-55. Vgl. C. v. Kalckstein, Forsch. XIV, 120. Im Cod. Vat. Christ. 586 f. 71 heißt der Verf. Diedericus nach Reifferscheid, Wiener SB. LIX, 139. Eine Hs., wo or Thiadericus genannt wird, war in der Klosterbibl. von Amelungsborn, Dürre im Progr. d. Gymn. zu Holzminden 1876 S. 23.
[38] Ausg. von L. Delisle in den Mémoires de la Société archéologique de l'Orléanais, T. II, 1853. Der Anfang NA. II, 605 in der irrigen Meinung, daß es ungedruckt sei. Weil die Ausg. wenig zugänglich und nach einer fehlerhaften Abschrift gemacht war, ist im NA. III, S. 349-383, eine Ausgabe von P. Ewald gedruckt. Ueber das schöne, ihm aus Ramsey geschickte Sacramentar, Delisle, Sacram. p. 216.
[39] Ein Gedicht an ihn, ein zweites an einen unbekannten Bovo, ed. Dümmler NA. II, 222-228. Beide auch bei H. Hagen, Carmina Medii Aevi p. 130-136. Verbesserungen zum ersten Romania 1877 S. 286.
[40] Dieser Theil ist nur in der Ausg. von Certain gedruckt; Berichtigungen nach der Hs. Cod. Vat. Christ. 592 NA. III, 344-349, von P. Ewald.
[41] Eine Abhandlung über ihn von Certain, Bibl. de l'École des chartes I, 489-521.
[42] Aimoini Historia Francorum ed. Breulius, 1603 f. und in Frehers Corpus Franc. Hist. mit den Fortsetzungen. Ohne dieselben Duchesne III, 1-120. Bouq. III, 21-139. Ueber die Handschriften Waitz, Archiv XI, 314. Vgl. oben S. 110.
[43] Ann. S. Columbae Senonensis 708-1218 ed. Pertz, MG. SS. I, 102 bis 109. Bis 840 in den Ann. S. Maximini ausgeschrieben, oben [→ S. 363.] Nach einem vollständigeren Exemplar bis 922 sind sie von Albricus benutzt, s. MG. SS. XXIII, 661. Verwandte Notizen aus einem Martyrologium bei Delisle, Notice sur plus. Manuscrits de la bibl. d'Orléans, Not. et Extr. XXXI, 1, 68-70. Sacram. p. 164.
[44] Nach Lot, Les derniers Carolingiens, Paris 1891, NA. XVII, 631. Das Buch selbst war mir nicht zugänglich.
[45] Odoranni monachi S. Petri Vivi Senonensis Chronicon collectum a. 1045. Duchesne II, 636. Mit seinen übrigen Schriften bei Duru, Bibl. hist. de l'Yonne II, 187-446. Daraus auch bei Migne CXLII. Eine Folge der Erzbb. mit Notizen aus der Stockh. Hs. im Anz. d. Germ. Mus. XXII, 39. Delisle, Sacram. p. 106 u. 371. Obedienz-Erklärungen für die Erzbischöfe von Sens, NA. III, 199-202, und von Besançon S. 196-198.
[46] Historia Francorum Senonensis a. 688-1015 (1034) ed. Waitz, MG. SS. IX, 361-369. Siméon Luce, La Continuation d'Aimoin et le Ms. lat. 12711 de la Bibl. Nat. (Not. et Doc. pour la Soc. d'hist. de France), Paris 1884, p. 57-70, über das Exemplar mit Interpolationen aus St. Germain-des-prés, woraus die ältesten Ausgaben genommen sind, vgl. B. Krusch, HZ. LVI, 367. Chronicon S. Petri Vivi auct. Clario monacho — 1124, cont. — 1179 — 1267 ex cod. bei Duru II, 449-597; Excerpte MG. SS. XXVI, 30-36. Chronique de l'Abbayie de Saint-Pierre-le Vif de Sens, rédigée vers la fin du 13. siècle, par G. de Courlon. Texte et trad. par G. Juilliot. Sens 1876.
[47] Dudonis libri III de moribus et actis primorum Normanniae ducum, Duchesne SS. Normannici, Paris, f. 1619. Excerpt bei Bouq. X, 141, MG. SS. IV. 93-106. Neue Ausg. in 4 Büchern von Jules Lair, Caen 1865, 4. Migne CXLI. — Unbedeutend, weil ganz aus den Bertin. und Vedast. Annalen genommen, ist das Chronicon de Gestis Normannorum in Francia 820-897. MG. SS. I, 532-536.
[48] Complainte sur l'assassinat de Guillaume Longue-épée, duc de Normandie. Poème inédit du X. siècle. Entdeckt von G. Paris, herausgegeben von Jules Lair in der Bibl. de l'École des chartes XXXI, 389-406. L. Delisle, Notice sur des Mss. du Fonds Libri cons. à la Laurent. à Florence (1886) p. 40 über ein älteres u. besseres Exemplar, mit Facsimile.
[49] Warnerii ad Robertum archiep Rotom. satira in poetam Scotum nomine Moriuth, cod. Paris. 8121 A. Jules Lair, Et. hist. p. 15; er verspricht eine Ausgabe. Ein zweites Gedicht desselben W. an Rob. ist NA. II, 601 erwähnt.
[50] Forschungen VI, 361-390, IX, 651, vgl. die frühere Untersuchung von Waitz: Ueber die Quellen zur Geschichte der Begründung der normannischen Herrschaft in Frankreich, Gött. Nachr. 1866, N. 6. G. Körting: Wilhelms von Poitiers Gesta Guilelmi ducis Norm. et regis Anglorum, Progr. der Dresd. Kreuzschule 1875. Mit Dudo beschäftigt sich auch Joh. Steenstrup: Normannerne, Kop. 1876; vgl. die Rec. von E. Beauvois, Revue hist. IV, 426-430. In dem an dieses Buch anknüpfenden Aufsatz von Karl von Amira: Die Anfänge des normannischen Rechts, HZ. XXXIX, 241-268, wird S. 245 f. die Glaubwürdigkeit des Dudo gegen Dümmler und Waitz in Schutz genommen und die vermeintliche altnordische Ueberlieferung über die Herkunft Rollo's zurückgewiesen. Vgl. auch HZ. XLIV, 188.
[51] Bouq. N. 64-67 mit ausführlichem Commentar von Adr. Valesius. Ueber einen von ihm an Bischof Fulco von Amiens gerichteten dialectischen Tractat s. Prantl, Gesch. d. Logik II, 58. HS. aus St. Emm. in München, lat. 14272; Frgm. in Orléans, cod. 169, beschr. v. Samuel Brandt, Wiener SB. CX, 167-174.
§ 11. Cluny. [[←]]
Als die herrschende Richtung in den französischen Schulen im zehnten Jahrhundert trat uns jene rhetorisch-philosophische Bildung entgegen, welche auf den Lehren der alten Grammatiker beruhte und nicht auf kirchlichem Grunde erwachsen war. In scharfem Gegensatze zu diesem Treiben entfaltete sich gleichzeitig in Cluny eine streng mönchische Askese, welche das Studium des profanen Alterthums für sündlich erklärte, geistesverwandt mit der auf gleicher Grundlage ruhenden Klosterreform in Lothringen, mit welcher auch häufige Berührungen stattfanden. Die Geschichtschreibung konnte nicht gedeihen, wo man alles Irdische verachtete und verwarf, aber indem man die Tugenden der gefeierten Häupter dieser Richtung anderen zum Vorbilde aufstellte, entstanden doch Lebensbeschreibungen, welche um so wichtiger sind, je größer auch für die weltlichen Angelegenheiten damals die Bedeutung jener Männer war. Aber auch die Kenntniß dieser ganzen Richtung und namentlich die Entstehung und das Wachsthum der Cluniacenser Congregation, welche bald eine so außerordentliche politische Bedeutung gewann, ist von unmittelbarer Wichtigkeit für den Geschichtsforscher; nur ist zu bedauern, daß der legendenartige, auf Erbauung abzielende Ton der Biographieen uns gerade über diejenigen Umstände, welche geschichtlich bedeutend sind, am wenigsten Aufklärung finden läßt. Ueber das Leben des ersten Abtes Odo (927-942) besitzen wir eine Schrift seines Schülers Johannes[1]. Das Leben des Abtes Majolus (949-994) beschrieb bald nach seinem Tode, nicht ohne gute Nachrichten von ihm nahestehenden Zeitgenossen zu erhalten, in blüthenreicher salbungsvoller Rede der Mönch Syrus[2], dessen Schrift aber nach der Untersuchung von L. Traube[3] unvollendet blieb und von Aldebald aus Heirici Vita et miracula S. Germani interpoliert ist, welche Verunstaltung er in einer zweiten Bearbeitung noch vermehrte. Den echten Text des Syrus haben wir also nicht, wohl aber kannte ihn Odilo, der in seinem Elogium[4] die falschen Zuthaten des Aldebald unbeachtet gelassen zu haben scheint. Dadurch wird eine Revision der Untersuchungen von W. Schultze und Sackur nothwendig[5].
Sein Nachfolger Odilo (994-1049) fand mehrere Biographen in ähnlichem Stile[6]; er selbst verfaßte außer dem Leben des Majolus auch ein sogenanntes Epitaphium der Kaiserin Adalheid[7]. Er hat derselben sehr nahe gestanden, besonders in der letzten Zeit ihres Lebens, in welcher sie sich fast ganz frommen Uebungen und Klosterstiftungen hingab. Hierüber enthält seine Schrift viele Lobpreisungen, über ihr Leben in der Welt ist sie sehr kurz und begnügt sich mit den allgemeinsten Umrissen; nur bei den Leiden und Gefahren ihrer Gefangenschaft und Flucht verweilt Odilo etwas länger. Der geschichtliche Gewinn aus dieser Arbeit ist daher nicht bedeutend, und nur einige wenige brauchbare Nachrichten lassen sich daraus entnehmen.
[1] Mab. V, 150-186. Excc. ed. L. v. Heinemann SS. XV, 2, 586-588. Ueber die jüngeren Bearbeitungen Sackur, NA. XV, 105-116. Ueber seine Wirksamkeit Sackur, Die Cluniacenser (Halle 1892) S. 43 ff. Ueber den Odo zugeschriebenen Tractatus de reversione b. Martini de Burgundia vgl. C. v. Kalckstein, Robert der Tapfere (Berl. 1871) S. 312.
[2] Mab. V, 786. Auszüge MG. SS. IV, 649-655.
[3] NA. XVII, 402-407.
[4] Acta SS. Maj. II, 683.
[5] W. Schultze für Odilo, Forsch. XXIV, 153-172. Sackur f. Syrus NA. XII, 503-516. Entgegnung von Schultze NA. XIV, 545-564. — Epistola de morte Maioli NA. XVI, 180. — Vgl. Sackur, Die Cluniac, I, 209 ff.
[6] Jotsaldi de vita et virtutibus Odilonis abb. libri III, Mab. VI, 1, 679 bis 710. Ein Brief der Mönche von Souvigny (Silviniacensium) über Odilo's letzte Handlungen u. die Wunder ib. p. 673. Exc. aus Jotsald SS. XV, 812. Vgl. Sackur, NA. XV, 117-126. Cluniac. I, 300 ff. — Widmungsverse von Odilo an einen Kaiser Otto bei Jäck, Beschr. d. Bamb. Hss. S. 119.
[7] Odilonis Epitaphium Adelhaidis ed. Pertz, MG. SS. IV, 633-645. Uebersetzung von Hüffer, 1856; 2. A. 1891, Geschichtschr. 35 (X, 8). Giesebr. I, 789. Das zweite Buch bilden in dem von ihr gestifteten Kloster Seltz zwischen Straßburg und Speier aufgezeichnete Miracula S. Adalheidis. Vorangeschickt ist S. 636 ein metrisches Epitaphium Ottonis Magni.
§ 12. Italien. Liudprand. [[←]]
Liudprandi Opera ed. Pertz, MG. SS. III, 264-363 und besonderer Abdruck in Octav. Neue Ausg v. Dümmler 1877. Koepke, De vita et scriptis Liudprandi, Berol. 1842. Uebersetzt (die Antapodosis im Auszug) von Freih. v. d. Osten — Sacken, mit Einleitung von Wattenbach, Berlin 1853; 2. A. 1889, Geschichtschr. 29 (X, 2). Waitz in Schmidts Zeitschrift II, 99. W. Giesebrecht, Geschichte der Kaiserzeit I, 779. 781. Maurenbrecher S. 46-55. Peiper, Forsch. XII, 443 über einige Entlehnungen aus Boethius, nebst Emendationen. Liudprand von Cremona und seine Quellen, von C. Dändliker u. J. J. Müller, in M. Büdingers Untersuchungen zur Mittl. Gesch. I (L. 1871), über welche ich das ablehnende Urtheil E. Dümmlers, HZ. XXVI, 273 bis 281 theile. Gegenbemerkungen von Büd. XXVIII, 233-238. Fr. Koehler, Beiträge zur Textkritik L. im NA. VIII, 47-89. L. Ranke, Weltgesch. VIII, 634-655. Nicht gesehen habe ich Hantsch, Progr. d. Gymn. zu Leoben 1888, Colini Baldeschi, Liudprando, Giarre 1889.
Auch Italien beginnt in dieser Periode sich wieder zu schriftstellerischer Productivität zu erheben, und nach langer Unterbrechung erscheint hier wieder ein Geschichtschreiber, welcher den bedeutendsten seiner Zeitgenossen zur Seite tritt. Es ist Liudprand, der so den italienischen Namen wieder zu Ehren brachte. Wie Paulus Warnefrids Sohn, stammte auch er aus vornehmem langobardischen Geschlechte; auf die Römer sieht er als ganz entartet mit tiefer Verachtung herab. Aber ein Italiener ist er ganz und gar, und vollständig zeigt sich in ihm jener Charakter der dort herrschenden grammatischen Ausbildung, deren wir im vorigen Abschnitt gedachten. Auch erhielt er wie Paulus seinen Unterricht nicht in einer Klosterschule, sondern am Hofe zu Pavia, wo er früh die Aufmerksamkeit des Königs Hugo auf sich zog und durch seine schöne Stimme die Gunst desselben gewann.
Obwohl es in seinen Schriften nicht an Bibelstellen fehlt und er den Griechen mit orthodoxem Eifer entgegen tritt, so hat doch seine Gelehrsamkeit, die er nur gar zu gern zur Schau trägt, einen überwiegend weltlichen Charakter, und Horaz, Vergil, Terenz, Ovid, Juvenal, Cicero sind die Schriftsteller, deren Aussprüche ihm immer gegenwärtig sind, die er mit Vorliebe anführt[1]. Nach dem Muster des Boethius schmückt er seine Schriften gern mit Versen in vielförmigen Metren, und er zeigt darin eine solche Gewandtheit, daß man an jene früher erwähnte Aeußerung des Panegyristen Berengars erinnert wird, daß auf Verse jetzt niemand Werth lege, weil jedermann dergleichen zu machen verstehe.
Schon Liudprands Vater und Stiefvater waren als Gesandte in Constantinopel gewesen und hatten dort mancherlei Verbindungen angeknüpft, welche dann Liudprand, als eine Sendung des Königs Berengar, dessen Kanzler (V, 30) er geworden war, ihn 949 nach Byzanz führte[2], erneute und benutzte, um sich nicht nur mit der griechischen Sprache, sondern auch mit der Geschichte und den Einrichtungen des Reiches bekannt zu machen. Später hat er sich mit Berengar und mehr noch mit der Königin Willa erzürnt; er suchte und fand eine Zuflucht am Hofe des Königs Otto, und hier traf er im Februar 956 zusammen mit dem spanischen Bischof Recemund von Elvira[3], der ihn aufforderte, ein Werk über die Geschichte seiner Zeit zu verfassen. Zwei Jahre später 958 machte sich Liudprand wirklich an die Arbeit in Frankfurt, und ungeachtet eines vielbewegten Lebens und mancher Unterbrechungen arbeitete er daran fort bis zum Jahre 962, auch noch, als Otto schon zum Kaiser gekrönt war und ihn zum Bischof von Cremona erhoben hatte. Bald darauf aber, so scheint es, legte er dieses Werk bei Seite, welches ohnehin durch den großen Umschwung der Dinge in Italien seinen Zweck großentheils verloren hatte. Denn dieser hatte vorzüglich darin bestanden, allen denen, welche ihm gutes oder böses erwiesen hatten, nach Verdienst zu vergelten, besonders aber seinem Hasse gegen Berengar und Willa Luft zu machen; darum nannte er es das Buch der Vergeltung, Antapodosis. Er hat darin auch weidlich auf seine Feinde gescholten; was aber eigentlich Berengar und Willa ihm angethan hatten, erfahren wir nicht, da er in den sechs Büchern seines Werkes nicht weiter gelangt ist, als bis zu jener Gesandtschaftsreise an den griechischen Hof im Jahre 949.
Als seine Absicht bezeichnet Liudprand, alles zu berichten, was sich seit Kaiser Karls des Dritten[4] Zeit begeben, die Thaten der Kaiser und Könige von ganz Europa, wie er selbst sagt. Er erzählt von allem, was ihm bekannt geworden, von Deutschland, mit besonderer Vorliebe vom griechischen Reiche, am meisten und eingehendsten aber doch natürlicher Weise von Italien. Eigentliche Ordnung ist nicht darin zu finden, und auch die chronologische Folge sehr ungenau. Ueberhaupt darf man sich nirgends auf ihn verlassen; wie Widukind schreibt er nur nach mündlicher Kunde und verfällt besonders über ferner liegende Vorfälle in große Irrthümer. Aber Widukind ist frei von der Leidenschaft, welche den rachsüchtigen Italiener nur zu oft hinreißt. In seinem Ingrimm hält er sich bei den einzelnen, oft unbedeutenden Vorfällen übermäßig auf; er gefällt sich in der Mittheilung von Anekdoten, besonders wenn sie boshaft und anstößig sind, in der rhetorischen Ausmalung der Begebenheiten, in gezierten, den Umständen wenig angemessenen Reden. Im einzelnen ist sein Urtheil oft richtig und treffend, seine Ansicht von den geschichtlichen Verhältnissen wohl begründet, wie er denn auch in Otto dem Großen sogleich den Mann erkannte, von dem allein Italien Abhülfe seiner Leiden und Gebrechen, die Herstellung der Zucht und Ordnung erwarten konnte, und diesem ohne Wanken treu blieb. Seine Erwiederungen auf die leeren Anmaßungen der Griechen sind ungemein treffend. Aber von einer höheren Begabung zum Geschichtschreiber giebt doch sein Werk, als Ganzes betrachtet, kein günstiges Zeugniß. Dafür gewährt uns andererseits gerade seine behagliche, memoirenartige Art zu erzählen einen Einblick in die Sitten, Zustände und Denkweise der Zeit, der vom höchsten Werthe ist.
Als Otto der Große sich dauernd und ernstlich mit den italienischen Verhältnissen zu befassen begann, fand er die Hülfe des gelehrten und in den politischen Verhältnissen des Landes erfahrenen Mannes sehr schätzbar; er verlieh ihm schon 961 das Bisthum Cremona[5] und übertrug ihm 963 eine Gesandtschaft an den Pabst Johann XII; bald darauf war er zugegen in der Kirchenversammlung, durch welche dieser Pabst entsetzt wurde, und über diese Vorgänge (960 bis 964) hat er eine eigene Schrift verfaßt[6]. Hier versuchte er eine würdigere Sprache anzunehmen, er bringt weder griechische Floskeln noch Verse an und mäßigt seine Leidenschaftlichkeit; doch blickt sein eigenthümlicher Stil überall durch, und der Anspielungen auf römische Dichter hat er sich auch hier nicht enthalten. Da er in höherem Auftrage oder doch für das Auge des Kaisers schrieb, so ist seine Darstellung keineswegs unbefangen; er verschweigt manches, und man darf nicht vergessen, daß diese scheinbar so rein objective und actenmäßige Erzählung doch nur eine Parteischrift ist, daß er es namentlich vorzieht, manche Vorfälle und Umstände nicht zu erwähnen. Aber im wesentlichen hat sich dennoch, was er mittheilt, als richtig bewährt.
Im Sommer 968 ging Liudprand abermals nach Constantinopel als Brautwerber für Otto II, und über diese Sendung stattete er dem Kaiser einen Bericht ab, der ebenfalls erhalten ist, aber wie jene beiden anderen Werke, am Schlusse unvollständig; der Gesandtschaftsbericht ist nur aus der Ausgabe des Canisius bekannt und daher auch der Text unzuverlässig. In diesem Bericht nun hat sich Liudprand wieder ganz der üblen Laune überlassen, welche durch die schlechte Behandlung, die ihm in Constantinopel widerfuhr, in ihm erregt war, und er strömt über von Spott und Hohn. Der Uebermuth der Griechen hatte ihn aufs tiefste gekränkt, und er bietet alle seine Beredsamkeit auf, um die Kaiser zur Züchtigung derselben zu bewegen und diese Aufgabe als leicht und mühelos darzustellen. Uebertrieben ist daher seine Schilderung; das Bild namentlich, welches er vom Kaiser Nikephorus entwirft, ist nur in Bezug auf seinen Geiz zutreffend, seine kriegerischen Eigenschaften und die Wehrkraft des Reiches unterschätzt er durchaus. Aber im übrigen ist seine Schilderung wahr, und gewährt uns ein so eigenthümliches und lebendiges Bild des griechischen Reiches, daß Giesebrecht sie mit Recht fast vollständig in seine Geschichte der Kaiserzeit (I, 523-546) aufgenommen hat, als Seitenstück zu der Gesandtschaft des Abtes Johannes von Gorze an den Kalifen von Córdova[7].
Liudprands Bericht endet mit seiner Abreise von Korfu am siebenten Januar 969; im Sommer desselben Jahres überbrachte er als Bote (nuncius) des Kaisers Briefe von diesem und vom Pabste, die sich auf eine römische Synode vom 26. Mai 969 beziehen, an eine Synode zu Mailand, deren Beschlüsse Otto am 9. Nov. 969 bestätigte[8]. Ueber seine weiteren Schicksale ist nichts bekannt, nur eine Nachricht von sehr zweifelhaftem Werthe läßt ihn an der glänzenden Gesandtschaft Theil nehmen, welche endlich 971 die kaiserliche Braut wirklich in Empfang nahm, und auf dieser Reise sterben.
Im Jahre 984 musterte der Bischof Odelrich von Cremona die Urkunden und Bücher im Schatzhaus seiner Kirche: viel war malorum manibus entfremdet, und geschichtliche Werke finden sich nicht im Verzeichniß, auch nichts von Liudprand, aber „turibulum quod Luizonis fuit, de manu raptorum liberavimus[9].“ Bekanntschaft mit seinen Schriften ist in Italien nur bei Gregor von Farfa nachgewiesen.
In Deutschland sind Liudprands Schriften frühzeitig bekannt geworden und von den gelehrteren, vielbelesenen Schriftstellern benutzt, während sie der größeren Menge unbekannt blieben. Schon Hrotsuit scheint die Antapodosis gekannt zu haben; dann haben der Biograph Gerhards von Brogne, Ekkehard und Sigebert, Ragewin[10], Magnus von Reichersberg, Alberich und Heinrich von Herford, Dietrich von Niem[11] und endlich Trithemius aus dieser und der Historia Ottonis geschöpft.
Für die kritische Bearbeitung des Textes, mit Ausnahme der Legatio, von welcher keine Handschrift sich erhalten hat, glaubte Pertz eine vollkommen sichere Grundlage gefunden zu haben in der Freisinger Handschrift, welche für die griechischen Stellen vom Schreiber gelassene Lücken zeigt, die von einer anderen Hand ausgefüllt sind. Diese Hand konnte nach der Ansicht von Pertz nur die Hand des Autors sein, und von derselben ist die Historia Ottonis vollständig geschrieben. Diese Meinung war allgemein angenommen und galt für unzweifelhaft, bis R. Koehler im NA. VIII, S. 47 bis 89, vollkommen schlagend und überzeugend nachwies, daß sie durchaus unhaltbar sei. Es kommen Fehler und Versehen vor, welche ganz unmöglich von dem Verfasser selbst herrühren können. Da nun Koehler in Metz Excerpte griechischer Stellen aus Liudprand gefunden hatte, welche auf ein correcteres Exemplar zurückgehen, und eine Beschäftigung mit dieser Schrift im zehnten Jahrhundert beweisen, so hat er daran die schon oben S. 373 angeführte Vermuthung geknüpft, daß Bischof Dietrich den Nachlaß Liudprands gerettet und die Abschrift besorgt haben möge. Nach seiner Meinung wäre auch die Umschrift der griechischen Worte nach der Aussprache mit lateinischen Buchstaben erst hier hinzugefügt, allein dieselbe findet sich auch in der aus anderer Quelle stammenden Berliner Handschrift. Die Manuscripte werden schon etwas beschädigt gewesen sein, und dadurch erklärt es sich, daß sowohl der Legatio wie der Historia Ottonis der Schluß fehlt, in beiden Fällen aber nur ein kleines Stück.
Es ist selbstverständlich, daß nun eine neue Ausgabe ein dringendes Bedürfniß ist; die ganze Grundlage der Kritik ist verändert, und wenn schon früher einzelne Verbesserungen nicht zu umgehen waren, so werden nun überhaupt die oft viel besseren Lesarten anderer Handschriften nicht mehr als willkürliche Correcturen eines Ueberarbeiters betrachtet werden können. Eine Anzahl einleuchtender Emendationen hat schon R. Koehler vorgeschlagen, viel mehr aber bleiben noch übrig. Doch wird es immer schwer sein, die ursprüngliche Form und alte Emendationen zu unterscheiden[12].
Für die Zeit des Königs Hugo nicht ohne Bedeutung ist das Buch von den Wundern des h. Columban[13]. Der König Hugo verlieh nämlich um das Jahr 930 die Abtei Bobio seinem Kanzler Gerlannus, aber alle Stiftsgüter waren von räuberischen Machthabern in Besitz genommen. Unfähig, ihrer Herr zu werden, rief Gerlan den Heiligen selbst zu Hülfe und brachte ihn in feierlichem Aufzuge nach Pavia: er ließ sein Kloster nicht im Stich und that die gewünschten Wunder. Da entfiel den Räubern der Muth und sie steckten die Stäbchen (fustes), welche symbolisch den Verzicht bedeuteten, in die Pilgertasche (pera) des Heiligen, der nun im Triumph wieder nach seiner Ruhestätte gebracht wurde. Von Dauer ist freilich auch die Wirkung dieses Auftrittes nicht gewesen.
[1] Diese Nachweise sind von Koehler in der oben angeführten Abhandlung bedeutend vermehrt.
[2] Aus seinen damaligen Mittheilungen sind nach Dümmlers Vermuthung die Nachrichten des Constantinus Porphyrogenitus de admin. imp. c. 26 über König Hugo geschöpft. Wiener SB. XX, 358: vgl. Dändliker S. 53.
[3] S. darüber Dümmler, Jahrbb. unter Otto I. S. 278.
[4] Der Beiname des Dicken kommt erst im 12. Jahrh. vor, und ist deshalb nach Dümmler Ostfr. II, 292 nicht mehr erlaubt.
[5] Hierhin übertrug Liudprand den auf recht niederträchtige Weise gestohlenen S. Hymerius aus Ameria. Die später geschriebene kurze Erzählung MG. SS. III, 266 aus Ughelli.
[6] Wieder abgedruckt bei Watterich, I, 49-63. Vgl. auch Giesebr. I, 830. Auf Leo VIII bezogene Spottverse NA. VIII, 383.
[7] Aufsatz von Zanelli im Arch. stor. Ital. XIII (1884), 2. Heft, die Richtigkeit der Thatsachen anerkennend. Erklärung des Wortes „mandrogerontes“ c. 55 als Gaukler, aus der Com. Querolus entnommen, nachgewiesen von L. Havet, Revue crit. 1878, I, 197 (NA. IV, 210).
[8] Mitgetheilt von C. Cipolla, Mem. Acad. Taurin. 2 Ser. 42. Bd. s. NA. XVII, 450.
[9] Hist. patr. Mon. XIII. C. D. Langobardiae p. 1442-1445. Arch. stor. Lomb. 1880, fasc. 26, p. 252-254.
[10] Die von Prutz über Radewin, S. 48, vermißten Stellen sind Antapod. I, 37 u. III, 14.
[11] Nach Lindner, Forsch. XXI, 90. 91.
[12] Die aus der Ashburnhamschen Bibl. nach Florenz gekommene Hs. ist eine Abschrift der Freising-Münchener nach Holder-Egger, NA. XI, 260. 264. Von der mit der Classe 5 verwandten Berliner Hs. 1 Seite in Arndts Schrifttafeln 23; 2. A. 24.
[13] Mab. II, 40-55. Rosetti, Bobbio illustrato III, 149-181. Verse aus B. ohne geschichtl. Inhalt NA. V, 623.
§ 13. Italien. Chroniken. [[←]]
Bei manchen Schwächen bewies doch Liudprand einen tüchtigen und auf das wahre Beste des Landes gerichteten Sinn, indem er sich mit aller Entschiedenheit dem Manne anschloß, von welchem allein die Herstellung eines geordneten Zustandes in Italien sowohl wie in der römischen Kirche zu hoffen war. In höchst merkwürdiger Weise spricht sich das Verlangen nach der alten kaiserlichen Gewalt, wie Karl der Große und seine nächsten Nachfolger sie geübt hatten, auch in einer kleinen Schrift aus, welche in Sant Andrea um die Mitte des zehnten Jahrhunderts verfaßt zu sein scheint, ehe noch Otto eine neue Ordnung der Dinge begründet hatte[1]. Erzählt wird darin von der alten guten Zeit, wo noch der Kaiser oder sein Stellvertreter in Rom die übermüthigen Großen im Zaum hielt und jedem zu seinem Rechte verhalf, wo man sogar gegen Verwandte des Pabstes Recht bekommen konnte. Ueber die älteren Zeiten ist der Verfasser schlecht unterrichtet, aber die Verhältnisse unter den Karolingern schildert er, als ob er sie genau kennte, mit eindringlicher Einfachheit bis zu dem unglücklichen Moment, wo, wie er es darstellt, durch Karls des Kahlen Usurpation die kaiserliche Autorität in Rom dahin gegeben wurde. Allein diese Preisgebung hat, wie F. Hirsch nachgewiesen hat, gar nicht stattgefunden, und der Verfasser malt sich die alte Zeit nur nach seinen Wünschen aus.
Ueber die Ottonischen Einrichtungen in Rom belehrt uns eine Schrift, welche unter Otto III entstanden ist und mit einer Beschreibung von Rom Nachrichten über die damalige Verfassung verbindet[2]. Auf ein schon von Bethmann im Arch. IX, 623 mitgetheiltes, aber ganz übersehenes Fragment aus Ivrea hat L. Weiland aufmerksam gemacht[3]; es bezieht sich auf die Usurpation des Franco (Bonif. VII) und dessen Bekämpfung durch den 974 von Otto II abgesandten Grafen Sicco, sowie die Verdrängung Benedicts VII durch ihn im J. 980.
Die eifrig kaiserliche Gesinnung der lombardischen Bischöfe, welche durch die kirchenfeindlichen Angriffe Arduins von Ivrea zu größter Lebhaftigkeit angefacht wurde, spricht sich in zwei rhythmischen Gedichten aus, welche aus der Umgebung des Bischofs Leo von Vercelli (999-1026) stammen, eines auf Otto III und den durch ihn erhobenen Pabst Gregor V, das andere eine Klage um Otto's III frühen Tod[4], nebst der Verherrlichung seines Nachfolgers Heinrichs II, von dem die Niederwerfung Arduins erhofft wird[5].
Während es also in Italien durchaus nicht an Männern fehlte, welche leidlich zu schreiben verstanden, verfaßte um das Jahr 968 ein Mönch des Klosters St. Andrea am Berg Soracte[6], Benedict, eine Chronik, welche an Rohheit der Gedanken wie der Sprache unübertroffen ist[7]. Wäre die Ausführung nicht gar zu ungeschickt, so könnte man in dem Versuche, eine Weltgeschichte seit Christi Geburt zusammenzustellen, einen Fortschritt erkennen, aber es ist nur eine Compilation der dürftigsten Art. Wie wenig geschichtlichen Sinn der Verfasser besaß, zeigt sich auch darin, daß er zuerst die Sage von Karls Zug nach dem Morgenlande aufnahm; mitten zwischen Stellen aus Einhards Werken schiebt er sie ein, ohne einen Widerspruch darin zu gewahren. Im Mittelpunkt aller Dinge und Begebenheiten steht ihm einzig sein Kloster; zu allen weiß er es in Beziehung zu bringen. Gegen die fremden Herrscher, welche nach Italien kommen, ist er sehr aufgebracht, worin Maurenbrecher seinen Patriotismus erkennt, während J. Jung (Forsch. XIV, 426) vielmehr seinen klerikalen Standpunkt darin findet: er begeistert sich für den Pabstkönig, und ist deshalb auch gegen Alberich sehr eingenommen. Ueber seine eigene Zeit, über Alberich und die Stadtgeschichte von Rom gewährt übrigens Benedict bei dem Mangel an anderen Quellen wichtige Aufschlüsse, welche man aus seiner verworrenen und aller Grammatik hohnsprechenden Schreibart mit Vorsicht und Mühe zu entnehmen hat.
Einen eigenthümlichen inneren Gegensatz zeigt uns die um dieselbe Zeit geschriebene Chronik eines Salernitaners bis zum Jahre 974[8]. Der Verfasser hat nämlich seinen grammatischen Cursus durchgemacht, er ist sehr stolz auf seine gelehrte Bildung und giebt zuweilen wunderlich spitzfindige sprachliche Untersuchungen zum besten. Auch kann er ziemlich fehlerfrei schreiben, wenn er sich Mühe giebt; dazwischen aber kommen wieder Stellen, wo er alle seine Gelehrsamkeit vergißt und mit allen Flexionsformen ein leichtsinniges Spiel treibt. Zum Geschichtschreiber war er wohl etwas besser befähigt als Benedict, aber auf einen hohen Standpunkt hat auch er keinen Anspruch. Er knüpft an Paulus Geschichte der Langobarden an und erzählt nun weiter von den langobardischen Fürstenthümern in Unteritalien, was ihm gerade einfällt, ohne viel Ordnung und ohne alle Kritik; Erchempert hat er, wie Dümmler bemerkt, stark benutzt und was er aus eigener Kunde hinzufügt, hat keinen grossen Werth. Trauen darf man ihm nicht viel, aber seine lebendig vorgetragenen, oft ganz novellenartigen Erzählungen geben doch einen erwünschten Einblick in das Leben und Treiben jener Länder, und für die Geschichte Unteritaliens sind wir oft allein auf seine Nachrichten angewiesen.
Ungleich besser als diese Schriften ist die Chronik Venedig's von dem Diaconus Johannes, dem Caplan und vielleicht Verwandten des Dogen Peters II Urseolus (991-1009), der wiederholt als Gesandter an Otto III und Heinrich II geschickt wurde[9]. Seine Sprache ist die eines Geschäftsmannes, ungeschmückt, auch nicht frei von Verstößen gegen die Regeln der Grammatik, aber leicht verständlich und dem Gegenstande angemessen; seine venetianischen Provinzialismen sind in einer solchen Schrift für seine Landsleute ganz an ihrem Platze und unendlich viel angenehmer, als die ungeschickten Phrasen der halbgelehrten Mönche. Im Anfang auf Paulus Diaconus und Legenden gestützt und begreiflicher Weise mangelhaft, führt er seine Geschichte fort bis 1008; sie gewinnt an Reichthum des Inhalts mit dem Fortschritt der Erzählung und wird besonders wichtig, wo er von den Berührungen mit den Kaisern berichtet, bei denen er selbst selbst betheiligt war. Die treffliche Regierung des Dogen Peters II bildet den Hauptgegenstand seiner Darstellung. Ueberhaupt erkennt man hier gleich, daß der Verfasser das Leben nicht nur aus der Ferne sah, sondern selbst mitten darin stand.
In dem älteren Theile dieser Chronik herrscht eine große Verwirrung. Ueber diese Vorgeschichte von Venedig vor der Wahl des ersten Dogen und die Chronologie der nächsten zwei Jahrhunderte hat Andreas Dandolo in seinen Annalen bessere Nachrichten; es scheint ihm ein altes Dogenverzeichniß vorgelegen zu haben, mit den kurzen Charakteristiken der ersten Dogen, welche bei Johannes fehlen.
Sehr alte Elemente sind ferner in den ersten Büchern des sog. Chronicon Altinate[10], die mit ihrer höchst barbarischen Sprache nach Simonsfeld schon im Anfang des 10. Jahrhunderts zusammengestellt, später mit Zusätzen vermengt und bis ins 13. Jahrhundert fortgeführt sind; die ursprüngliche Form bleibt häufig zweifelhaft. Das zweite Buch desselben nach der Dresdener Handschrift ist nach Simonsfeld im ersten Theil des Chronicon Gradense im Cod. Urbinas überarbeitet[11]. Derselbe hat werthvolle Venetianische Annalen des 11. und 12. Jahrhunderts zuerst veröffentlicht[12] und das Verhältniß aller dieser und anderer Quellen zu den Annalen des Andreas Dandolo, des Dogen von 1343-1354, (bis 1280) so wie die sehr verwickelten Fragen über die handschriftliche Ueberlieferung der Werke desselben genau untersucht.
Wenig erfreulich ist die historische Thätigkeit im Kloster Nonantula; dem Inhalt nach in frühe Zeit hinaufreichend, hat sie uns doch wesentlich nur spätere Aufzeichnungen verwirrter und fabelreicher Tradition hinterlassen. Ein Leben des ersten Abtes Anselm[13] († 803) mit der Gründungsgeschichte aus der Zeit des Königs Aistulf, aber erst im Anfang des elften Jahrhunderts mit viel chronologischer Verwirrung und wenig Inhalt geschrieben, und Translationsgeschichten des h. Silvester; dann will ihr Glück, daß der Pabst Adrian III 885 in der Nähe des Klosters stirbt und bei ihnen begraben wird. Bald wird er als Heiliger verehrt und thut Wunder; eine Ueberlieferung davon erhält sich mündlich oder schriftlich, aber weiter weiß man nichts von ihm, und da man doch eine Legende von ihm haben will, wird im ausgehenden elften Jahrhundert der Zeitgenosse Karls des Großen Adrian I mit ihm zu einer Person verarbeitet. Da hatte man Stoff genug, und nahm zu Einhard u. a. noch den liber diurnus, von dem vielleicht bei jener Gelegenheit ein Exemplar im Kloster geblieben war, und so kam das Monstrum zu Stande, welches noch nie gedruckt, aber in durch Mabillon bekannt gewordenen Auszügen zu gläubig angenommen ist und Schaden angerichtet hat[14]. Dann um 911 die Translatio SS. Senesii et Theopompi aus Treviso, welche unter der Königin Adalheid gegen die Pest nach Pavia gebracht wurden, aber erst unter Abt Rudolf (1002-1035) geschrieben; eine Abtreihe bis 933 und eine zweite mit einigen geschichtlichen Nachrichten bis auf denselben Rudolf[15], unter dem durch Erzbischof Aribert die Mönchsregel wieder hergestellt wurde. Damit beginnt denn auch erst die Zeit, aus welcher schriftliche Aufzeichnungen uns erhalten sind.
[1] De imperatoria potestate in urbe Roma. MG. SS. III, 719-722. Vgl. Wilmans in Ranke's Jahrbüchern II, 2, 235. Giesebr. I, 344. 782. Benutzung bei Bened. de S. Andrea u. in dem mit Unrecht bezweifelten Priv. Otto's III für Silvester II ist erwiesen in dem Aufsatz von J. Jung, Forsch. XIV, 409-456, dessen Ansichten aber in manchen Stücken angegriffen und widerlegt sind von F. Hirsch, Forsch. XX, 127-164. Derselbe rechtfertigt HZ. LVII, S. 258-261, seine Kritik gegen A. Gasquet: Jean VIII et la fin de l'empire Carolingien, 1886. — Benutzung bei Ekkehard nachgewiesen von B. Simson, Forsch. XXV, 374.
[2] Graphia aureae urbis Romae bei Ozanam, Documents inédits p. 155 bis 183; gehört auch die Beschreibung in der vorliegenden Form dem 12. Jahrhundert, so paßt doch der zweite Theil nur in die Zeit Otto's III nach Giesebr. I, 866. Ueber die Fortsetzung der Pabstgeschichte ib. p. 782. Watterich I, p. XIV-XXIII. Wunderliches Gedicht aus Rom zu Marie Himmelfahrt viell. 999 Sancta Maria quid est bei Gies. I, 890.
[3] Nachrichten von d. k. Ges. d. Wiss. in Gött. 1885, S. 69-72, mit Zuziehung von Benedicts VII Epitaph bei Baronius a. 984, Watterich I, 86.
[4] Hs. in Halle, NA. VIII, 383.
[5] Es genügt jetzt, die kritische Ausgabe Dümmlers anzuführen, Anselm der Peripatetiker S. 72-82. Brief des Bischofs Leo von Vercelli an Heinrich II nach Arduins Tod, Forsch. VIII, 387. Excommunication des Grafen Ubert Forsch. XIII, 600-602. Vgl. S. Löwenfeld: Leo von Vercelli, Gött. Diss. 1877. Ueber die Zeitbestimmung zweier Briefe von ihm, Schnürer, Piligrim v. Cöln, Diss. Monast. 1883. Hinzuweisen ist auch auf die Schriften seines Vorgängers Atto von 924 bis c. 960 (Opera ed. Burontius, Verc. 1768 f.) vorzüglich de pressuris ecclesiasticis II, 322-352. Gött. Diss. über ihn von J. Schultz 1886, vgl. NA. XI, 641.
[6] S. Andrea in flumine, in der Ebene, nach Tomasetti, Arch. Rom. VII, 382.
[7] Chron. Benedicti de S. Andrea, entdeckt von Pertz und zuerst gedruckt MG. SS. III, 695-722 mit Weglassung des Anfanges; vgl. Archiv V, 146, X, 381, Giesebr. I, 782. Auszüge daraus bei O. Abel, Paulus Diaconus S. 203; Wattenbach, Der Mönch von St. Gallen S. 98. Benutzt von Martinus Pol. nach Weiland, Arch. XII, 33. Die Hs., welche Pertz für sein Autograph hielt, ist in schöner regelmässiger Bücherschrift geschrieben, 2 S. facs. bei Ern. Monaci, Arch. paleogr. Ital. II, t. 3. Das im Chron. S. 697 enthaltene Epigramm des Pabstes Damasus wird emendirt von de Rossi, Bull. di Archeol. Christ. IV, 3, 1, S. 30.
[8] Chron. Salernitanum ed. Pertz, MG. SS. III, 467-571 (S. 548 de martyrio S. Procopii ex cod. Bamb. Wiederholt SS. Langob. p. 457. Die Regententafeln am Anfang ib. p. 491; bei Caravita II. 36 e cod. Cas. 269). — Bruchstücke übersetzt in Abels Paulus Diaconus S. 192-202. Zu vergleichen ist: Schipa, Storia del principato longob. di Salerno, Nap. 1887. Einige Einwendungen von F. Hirsch, Hz. LXI, S. 188.
[9] Johannis diaconi Chron. Venetum et Gradense ed. Pertz, MG. SS. VII, 4-38. Vgl. Giesebr. I, 790; Kohlschütter, Venedig unter Peter II (Goett. Diss. 1868) S. 61-65 gegen die von Pertz angenommene successive gleichzeitige Abfassung; auch gegen die Annahme, daß das Chron. Grad. von demselben Verfasser sei. Zustimmend Henry Simonsfeld: Andreas Dandolo u. seine Geschichtswerke (München 1876) S. 56-79. Monticolo, La cronaca del diacono Giovannino e la storia politica di Venezia sino al 1099, Pistoja 1882, 4. Früher nannte man diese Chronik das Chron. Sagornini. Ein merkwürdiger Brief des Dogen von Venedig an Heinrich I bei Dümmler, Gesta Berengarii S. 157. — Chronica patriarcharum Gradensium bis 1049, ed. Waitz, SS. Langob. p. 392-397, als die ursprüngliche Fassung, e cod. Barberin. XI, 145. Vgl. auch G. Monticolo im Arch. Venet. XV, 1 ff. Derselbe: I manoscritti e le fonti della cronaca del diac. Giovanni, Bull. dell'Instituto stor. Italiano, N. 9, S. 37-327. Von dems. die Ausgabe: Fonti per la storia d'Italia IX. Cronache Veneziane antichissime, 1890; vgl. NA. XVI, 210; Simonsfeld HZ. LXVII, 360-365.
[10] Ausg. vom Abb. Antonio Rossi im Archivio stor. Ital. VIII, u. nach der besseren Dresd. Hds. im Appendice, Tomo V, 1847; jetzt als Chron. Venetum vulgo Altinate v. Simonsfeld, MG. SS. XIV, 1-97, nach 4, sehr von einander abweichenden Handschriften. Eine in Hss. damit verbundene sagenhafte Darstellung der Troj. röm. Gesch. ed. Simonsfeld, NA. XI, 239-251. Ders. gegen Phantastereien des Dott. Rob. Galli im Arch. Ven. XXXV, parte 1 (1888).
[11] Ueber die verschiedenen Bestandtheile, aus welchen dieses und auch schon das Chron. Altinate in dem betr. Abschnitt zusammengesetzt ist, handelt G. Waitz, NA. II, 375-381.
[12] NA. I, 397-410; vgl. Dand. S. 90-96. Sie sind wiederholt im Arch. Ven. XII mit Abh. von R. Fulin; MG. SS. XIV, 70.
[13] Vita Anselmi, SS. Langob. p. 566-570. Mit allen übrigen Stücken gedruckt bei Bortolotti, Vita di S. Anselme abb. di Nonantula, con appendici ed illustrazioni e tavole 3, Modena 1892.
[14] S. Th. v. Sickel, Die Vita Hadriani Nonantulana und die Diurnus-Hs. V. im NA. XVIII, 107-133.
[15] SS. Langob. p. 571-573 als Nomina abhatum Nonantul., sonst Chronicon Nonantulanum genannt. Bischof Joh. von Arezzo schenkte an Non. um 876 ein prächtiges Sacramentar, Delisle, Sacram. p. 128. — Unbedeutend und fabelhaft ist das Leben des Johannes, ersten Abtes des von Sigifrid II gestifteten Klosters zu Parma, der um 990 starb, erst gegen 1050 nach mündlicher Ueberlieferung verfaßt, Mab. V, 715-724.
§ 14. Italien. Biographieen. [[←]]
Gegen das Ende des zehnten Jahrhunderts verschwindet in Italien jene Barbarei, welche hier weit greller als in den anderen Theilen des karolingischen Reiches hervorgetreten war. Die bessere Ordnung der politischen und kirchlichen Verhältnisse macht sich auch hier fühlbar. Auf Veranlassung des Kaisers Otto II schrieb ein Bischof Gumpold von Mantua, von dem sonst wenig bekannt ist, ein Leben des böhmischen Herzogs und Märtyrers Wenceslaus († 935). Er stand indessen der Zeit wie den Ereignissen zu fern, um viel davon zu wissen, und suchte die Dürftigkeit des Inhalts durch schwülstige Phrasen zu verdecken. Hochtrabende sallustische Ausdrücke paaren sich bei ihm in widerlicher Mischung mit der kirchlichen Phraseologie. Im Prolog werden auf solche Weise die Bestrebungen der Menschen geschildert und dabei die freien Künste mit Umschreibungen bezeichnet, welche Büdinger ohne Grund auf Gerberts Disputation mit Otrich bezogen hat[1]. Es ist deshalb auch nicht nöthig, die Entstehung der Schrift nach Errichtung des Prager Bisthums anzunehmen, von welcher Gumpold noch nichts weiß und von der man doch kaum annehmen kann, daß er sie, wenn er später schrieb, nicht sollte erfahren oder berücksichtigt haben[2].
Ein zweites Leben desselben Märtyrers schrieb später im elften Jahrhundert, doch unabhängig von Gumpold, Laurentius, ein Mönch von Monte Cassino; dieser beruft sich auf die Erzählungen eines Landsmannes des Märtyrers und mag durch diesen Kunde erhalten haben von einer schon früher in Böhmen und vielleicht in slavischer Sprache verfaßten Legende, auf die wir später noch einmal zurückkommen werden[3].
Eine bedeutende Einwirkung übte auf Italien die damals auch hier eindringende streng mönchische Askese, welche theils von Cluny aus über die Alpen sich verbreitete, theils unabhängig davon und in anderer Gestalt in Italien selbst aufkam. Zu den Hauptträgern dieser Richtung gehört der griechische Calabrese Nilus, der durch seine aufs äußerste getriebene Verachtung alles Irdischen einen so großen Eindruck auf Otto III machte. Sein Leben ist von einem Landsmanne in griechischer Sprache geschrieben und enthält einige werthvolle Nachrichten, vorzüglich aber viele anziehende Einzelheiten zur Culturgeschichte Italiens[4].
Von demselben Geiste erfüllt, aber ungleich wichtiger für die deutsche Geschichte, ist das Leben des heiligen Adalbert, des Bischofs von Prag und Apostels der Preußen († 997), auf den Wunsch seines schwärmerischen Freundes, des Kaisers Otto's III, verfaßt von Johannes Canaparius, dem Abte des Alexiusklosters in Rom, in welchem Adalbert sich eine Zeit lang aufgehalten hatte[5]. Der Verfasser hat Adalbert selbst nahe gestanden, benutzte auch einen Aufsatz des Domprobsts Willico von Prag, und schreibt daher aus voller Kenntniß des Gegenstandes und mit großer Wärme, in reiner, wenn auch von biblischen Phrasen erfüllter Sprache; über die politischen Verhältnisse, welche der Wirksamkeit Adalberts in Böhmen im Wege standen, darf man freilich bei ihm keine Aufklärung suchen. Die wenig spätere Ueberarbeitung dieses Lebens von Bruno von Querfurt erwähnten wir schon oben ([S. 354]). Bruno gehörte zu dem Kreise jener Asketen, welche in dem Kloster Classe bei Ravenna lebten, aus deren Mitte der Camaldulenser Orden seinen Ursprung nahm. Das Leben des Abtes Romuald hat um die Mitte des elften Jahrhunderts der Hauptvertreter dieser Richtung, Petrus Damiani, geschrieben; aus den salbungsvollen Sentenzen lassen sich einige geschichtliche Nachrichten auslesen, welche in den Mon. Germ. SS. IV, 846-854 mitgetheilt sind.
[1] Diese, wie mir scheint, allein richtige Deutung jener Stelle verdanke ich freundlicher Mittheilung von Jaffé.
[2] Gumpoldi Vita Vencezlavi ducis, von Pertz entdeckt und herausgegeben MG. SS. IV, 211-223: wiederholt Migne CXXXV; Fontes Rer. Boh. (Pragae 1872) I, 146-166. Vgl. Büdinger, Zur Kritik altböhmischer Geschichte, Wien 1857. Besonders abgedruckt aus der Zeitschr. f. österr. Gymnasien 1857. Heft VII. Hierin ist Gumpolds Existenz urkundlich nachgewiesen. Ueber die verschiedenen späteren Legenden vgl. Friedjung, Kaiser Karl IV und sein Antheil am geistigen Leben seiner Zeit (Wien 1876) S. 150-161.
[3] Auszugsweise mitgetheilt von Pertz, Archiv V, 137-143; vollständig von Dudik, Iter Romanum I, 304-318, Fontes Boh. 167-182. Die Legende Crescente fide bei Dudik, S. 319-326, Fontes 183-190. Ueber die wenig glaubwürdigen Legenden von Wenzels Mutter Ludmila s. die Vorrede von Holder-Egger zu der Ausgabe der ältesten, die jedoch auch erst aus dem 12. Jh. ist, während diejenige, welche bisher für die älteste galt, nur ein Theil von dem betrüglichen Werk des Pseudo-Christann ist, MG. SS. XV, 1, 572.
[4] Acta SS. Sept. VII, 336. Auszüge MG. SS. IV, 615-618. Giesebrecht I, 788.
[5] Johannis Canaparii Vita S. Adalberti ed. Pertz. MG. SS. IV, 581 bis 595. Ausg. von Al. Batowski bei Bielowski S. 157-183 mit Varianten einer Handschrift aus Kielce. Uebersetzt von Hüffer 1857; 2. A. 1891. Geschichtschr. 34 (X, 7). Vgl. oben S. 354 u. den böhmischen Landtagsschluß von 992 in Wattenbach's Beiträgen S. 51 und bei Erben, Regesta Bohemiae p. 33: diesen finde ich nicht berücksichtigt in dem sonst sehr hervorragenden und scharfsinnigen Aufsatz von Loserth: Der Sturz des Hauses Slawnik, W. Arch. LXV, 19-54, worin Adalberts Mißerfolg in Prag zurückgeführt wird auf die Rivalität seines Hauses, eines fürstlichen chorwatischen, das mit Polen verbündet war, mit den Przemysliden. Die Miracula S. Adalberti sind neu herausgegeben in den Mon. Pol. IV, 221 bis 238, nebst einer neuen Legende.
BEILAGE. [[←]]
Verzeichniß vollständig oder im Auszug gedruckter Necrologien.
I. Deutsches Reich.
ERZBISTHUM MAINZ.
Sprengel von Mainz.
Mainz, Dom: Font. III, 141 aus Schannat, Vind. I, 1-4: Jaffé, Bibl. III, 721; C. Will im Correspondenzbl. d. Gesammtvereins 1878, N. 8. 9. nach Abschrift von Bodmann. Fragmente eines jüngeren s. XII. ed. Schenk von Schweinsberg im Correspondenzblatt 1876 N. 4: dass. v. März bis Oct. C. Will wie oben. Auszüge aus St. Alban und Mariengreden Falk im Correspondenzbl. XXI, N. 5: letzteres vollständig C. Will wie oben. — Dominicaner: Bockenheimer, Beitr. z. Gesch. d. Stadt Mainz IV. — St. Agnes ord. Cist.: Auszug bei Bodmann, Rheingauer Alterth. S. 134. 136 Note, sowie F. W. E. Roth, Die Druckerei zu Eltville u. ihre Erzeugnisse (1886) S. 21 Anm. 2. (Mitth. v. F. W. E. Roth, dem ich auch einige der folgenden Notizen verdanke.)
Bleidenstadt: Font. III, 152. C. Will: Monumenta Blidenstat. (1874) S. 35 bis 37 Liber confraternitatis; S. 38-42 Necrologium.
Clarenthal bei Wiesbaden: Kremer, Origines Nass. II, 412-422.
Eberbach ord. Cist. im Rheingau: in 2 Fassungen s. XVII. XVIII. bei Roth, Fontes rerum Nass. I, 3, 1-9 u. 9-61.
Engelport auf dem Hunsrück: Reisach u. Linde, Archiv f. rhein. Gesch. (1835) II, 3-94, von Stramberg.
Erfurt, St. Marien: Mone, Anz. 1835 S. 141-146: vgl. Mone's Zeitschr. f. Gesch. des Oberrheins IV, 253; St. Peter: Schannat, Vind. II, 17; Dominicaner: A. Zacke über das Todtenbuch des Dominicanerklosters und die Predigerkirche zu Erfurt, 1861. Ein thüringisches unbekannter Herkunft ed. Wegele, Zeitschr. f. thür. Gesch. II, 118; Font. IV, 457.
Fritzlar, Collegiatkirche: Zts. d. Vereins f. hess. Gesch. N. F. II, Suppl. Kassel 1863.
Fulda: Diptychon Font. III p. X aus Schannat, Vind. I, 16: Leibn. SS. III. 761. Ein anderes s. XI: Dümmler, Forsch. XVI, 171-177. Annales necrolog. s. oben [S. 63]. Liebfrauenkloster: Font. IV, 451-455.
Gottesthal, Cist. Nonnen, im Rheingau bei Winkel: Bruchstück in Bodmanns Rheing. Alterth. S. 177 u. daraus bei Roth, Fontes rerum Nass. I, 1, 198 n.
Kaufungen: MG. SS. IV, 791. Font. IV, 457.
Lorsch: Adonis Martyrol. ed. Rom. 1745 p. 689 e cod. Vat. Pal. 485, vgl. Dümmler in d. Zeitschr. f. D. Alt. XVIII, 308; p. 704 e cod. Pal. 499. Jüngeres bei Schannat, Vind. I, 23 e cod. Wirceburgensi (Würzb. Archiv). Font. III, 144 nach Schannat und Pal. 499.
Nordhausen, Stift zum h. Kreuz: G. Schmidt in d. Festschrift d. Harzvereins 1870.
Ruppertsberg: Fragm. ed. Sauer, Nass. Ann. XVII, 1.
Schmerlenbach, bei Aschaffenburg: NA. IV, 376.
Seligenstadt: Stillbauer, Necr. u. kurze Chronik der Abtei S. im Programm d. Realgymn. 1880. Fragm. ed. Falk, NA. XIV, 173.
Bisthum Worms.
Worms: Notizen aus Nonnenmünster bei dem Mon. Kirsgart. ed. Ludewig, Rell. II, 29; vgl. Falk, NA. XIV, 173.
Rosenthal: Kremer, Origines Nass. II, 422-426. Adolf Köllner, Gesch. d. Herrschaft Kirchheim-Boland u. Stauf (Wiesb. 1854) S. 353-357. In diese Gegend gehören auch die Notizen aus einem Nonnenkloster über Wildgrafen und die von Randeck, Bolanden und Stein, bei C. Greith, Spicil. Vat. p. 96 e cod. Vat. 4763.
Sanct Jacob auf dem Donnersberge, vom Orden St. Paul des Einsiedlers: Köllner a. a. O. S. 336-340.
Wimpfen, Petersstift: Schannat, Vind. II, 64, Auszug. Orig. in d. Darmst. Hofbibl. n. 2297.
Bisthum Speier.
Speier, Dom: Fragment eines älteren, Font. IV, 315. Jüngeres ib. 317. Stücke daraus gaben Mone, Anz. 1836 S. 98, Remling, Geschichte d. Bischöfe von Speier I, 413; vollständig v. Reimer, Zeitschr. f. Gesch. d. Oberrh. XXVI, 414-444.
Lichtenthal: Schannat, Vind. litt. I. 164-172.
Weißenburg: Mone, Zeitschr. f. Gesch. d. Oberrh. XIII, 492 e cod. Weiß. 81. Zwei andere ed. Mooyer im Archiv f. Unterfranken XIII, 3, 3 bis 43. 50-67. Auszüge aus letzteren Font. IV, 310-314.
Straßburg: Mone's Anz. 1838 S. 9-21; Font. III p. XV. Die Handschrift jetzt in Donaueschingen n. 512. Ein anderes ed. Mooyer im Archiv f. Unterfranken XIII, 3, 69-91. Fragm. ed. Koppmann in d. Festgabe f. Archivar Wehrmann, Hamb. 1879. Exc. Font. IV, 309. Das in Melk verwahrte Memorienbuch hat W. Wiegand herausgegeben, Zts. f. Gesch. d. Oberrh. N. F. III. Daraus sind die von Liblin, Revue d'Alsace mitgetheilten Auszüge, s. NA. XVII, 242. Memorienbuch des Frauenhauses v. A. Woltmann, im Repertor. f. Kunstwissenschaft I, Heft 3 u. 4.
Gengenbach: Baumann, NA. VII, 32.
Honau: Mone, Zeitschr. f. Geschichte des Oberrheins IV, 251.
Bisthum Constanz[1].
Constanz: Auszug von J. F. Böhmer im Geschichtsfreund XIII, 231-233; wiederholt Font. IV, 138; vgl. NA. VII, 33. Necrol. I, 282-296. Dominicanerinnen: Thurg. Beitr. III, 45, vgl. NA. VIII, 438.
Aarau: Hunziker, Das Jahrzeitenbuch der Leutkirche von Aarau, Aarau 1872.
Adelberg: Fragm. Necrol. I, 143.
Beromünster: Herrgott, Geneal. Habsb. III, 850: Geschichtsfreund V, 83 bis 157; Necrol. I, 345-356.
Bischofszell: Necrol. I, 382.
Blaubeuren: NA. VII, 30; Tubingius, Chron. Blaub. in Sattlers Grafen v. Wirtemberg, 2. Aufl. IV, 281: Necrol. I. 166-170. 659.
Denkendorf: Necrol. I, 172.
Einsiedeln: Grandidier, Hist. d'Alsace, Pièces justif. p. 268; Font. IV, 144, Herrgott, Geneal. Habsb. III, 833, u. Geschichtsfreund I, 417-419, 420-424, nach Tschudi, unbrauchbar, s. NA. VIII, 429; Necrol. I, 358-363.
Engelberg: Geschichtsfreund XXVI, 245-281 von Schneller. Necrol. I, 365-382.
Fahr (Aargau): NA. VIII, 435; Necrol. I, 384.
Feldbach (Thurgau): Freiberger Diöc. Arch. VII, 292: Necrol. I, 389-397.
Fraubrunnen: Schweizerischer Geschichtsforscher XI, 313-319; Mohr, Regesten d. Eidgenoss. II, 105; Necrol. I, 405-420.
Frauenthal: Necrol. I, 421.
Freiburg im Breisgau, Franciscaner: NA. VIII, 444.
Geiß, Pfarrkirche, Canton Luzern: Geschichtsfreund XXII. 209-220.
Günthersthal: Necrol. I, 296-309.
Hermetschwil: Quellen z. Schweiz. Gesch. III, 3, 134-166; Necrol. I, 423-439.
Hitzkirch: Geschichtsfreund XI, 92-104; Necrol. I, 410.
Hofen: Heß, Monumenta Guelf. p. 159-164; Necrol. I, 173-176.
Isny: NA. VII, 35; Necrol. I, 177-179.
Kempten: Necrol. I, 171.
Königsfelden: Argovia V, 52, v. Th. v. Liebenau; Necrol. I, 357.
Lindau: Zts. f. Schwaben u. Neuburg IV, 97, ed. Primbs; Necrol. I, 179-197.
Loewenthal, Dominicanerinnen: Sambeth im Verein f. Gesch. d. Bodensees, Heft 15. Auszug; Necrol. I, 197-201.
Luzern, Benedictiner: Geschichtsfreund IV, 219-245; Chorherren: ib. 245 bis 258: vgl. NA. VIII, 430.
Magdenau: Necrol. I, 445-454.
Marchthal, s. NA. VII, 25; Necrol. I, 201.
Maria-Hof: Anniversarienbuch des Klosters Maria-Hof bei Neidingen, ed. Fickler, Schulprogr. von Donaueschingen 1845, 1846, sehr fehlerhaft; Necrol. I, 309-314.
Mehrerau bei Bregenz: von Jos. Bergmann in den Denkschriften der Wiener Akademie V, 1-72; Necrol. I, 145-152.
Muri: Herrgott, Geneal. Habsb. III, 839, ohne Werth, s. NA. VIII, 434; Necrol. I, 455.
Petershausen: Necrol. I, 315-323. 664-678.
Reichenau: Aeltestes (von Keller übersehen) ex cod. Vindob. Gerbert, Mon. vet. Liturgiae I, 482-492, vgl. Denis I, 3030; Exc. Font. IV, 140; Saec. IX. facsim. v. F. Keller, Mittheilungen der Antiquar. Ges. in Zürich (1848) VI, 2. Exc. Font, IV, 141-144. Herrgott, Geneal. Habsb. III, 831, aus dem Verbrüderungsbuch; Necrol. I, 271-282.
Rheinau: Quellen z. Schweiz. Gesch. III, 2, 72-76; Necrol. I, 456-461.
Roth in Oberschwaben: Stadelhofer, Hist. Rothensis (Aug. 1787) S. 5-6. 12-16. 22-24. 27-29. 55, Auszüge; Necrol. I, 202.
Salem: Necrol. I, 323.
Sanct Blasien: Fragment in Endlichers Codd. philol. p. 134, vgl. Büdinger in den Wiener Sylvesterspenden 1858, und dazu Mooyer im Anz. d. Germ. Mus. 1860 Sp. 353, 1861 Sp. 113. Dasselbe Font. IV, 148. Mone, Quellens. III, 609-619 mit den Verbrüderungen. Necrol. I, 323. — Bernolds von St. Blasien Necrolog MG. SS. V, 391; Necrol. I, 657.
Sanct Gallen: Sanctgaller Todtenbuch und Verbrüderungen, herausgegeben von E. Dümmler u. H. Wartmann (Mittheilungen zur vaterl. Gesch. XI. St. Gallen 1869). Ueber die Mittheilungen einzelner nekrol. Notizen s. NA. VIII, 440; Necrol. I, 462-487.
Sanct Georgen im Schwarzwald: NA. VII, 29.
Sanct Peter bei Freiburg: Baumann im Freib. Diöc. Arch. XIV (1881) S. 63-96; Necrol. I, 334-338.
Sanct Urban: Geschichtsfreund XVI, I: Necrol. I. 497.
Schachdorf, Canton Uri: Geschichtsfreund III, 160-169.
Schaffhausen, Allerheiligen: Mone, Quellens. III, 620, vgl. NA. VII, 36. Necrol. I, 498-502; Francisc. ib. 502-511.
Schönenwerd (Solothurn): Urkundio I, 79.
Schussenried: Necrol. I, 205.
Schwarzenbach, Canton Luzern: Geschichtsfreund III, 195-209.
Seedorf (Uri): Geschichtsfr. XII, 54, gefälscht, s. NA. VIII, 431; Necrol. I, 511-521.
Sindelfingen: Haug, Chron. Sindelfing. p. 6-11: Necrol. I, 209-212.
Sion bei Klingnau: Necrol. I, 521-526.
Steinen, Canton Schwyz: Geschichtsfr. XXIX, 361-364.
Stetten bei Hechingen: Locher, Mitth. f. d. Gesch. in Hohenzoll. XIX; Necrol. I, 212.
Tennenbach im Breisgau: Necrol. I, 338-342.
Thännikon: Geschichtsfreund III, 116-128; Necrol. I, 527-533.
Tobel: Pupikofer, Geschichte des Thurgaues I. Beil. S. 36-40; Necrol. I. 537-547.
Tuggen, Dorf: Geschichtsfreund XXV.
Urspring bei Blaubeuern: Necrol. I, 214.
Wald bei Sigmaringen: Necrol. I, 218.
Weingarten: Heß, Monumenta Guelfica p. 133; Necrol. I, 221-238.
Weißenau: Mone's Zeitschr. VIII, 317-326; vgl. Mooyer ib. IX, 65-76; vgl. NA. VII, 35; Necrol. I, 153-165.
Wettingen: Herrgott, Geneal. Habsb. III, 839; Necrol. I, 588-600.
Wiblingen: Necrol. I, 238.
Willisau, Pfarrkirche: Geschichtsfr. XXIX, 166-253.
Wurmsbach (St. Gallen): Herrgott, Geneal. Habsb. III, 848; Necrol. I, 600.
Zürich, Chorherren: Grunauer in: Aelteste Denkmale der Züricher Litteratur, von M. Büdinger u. E. Grunauer, Zürich 1866. Necrol. I, 547-588. — Frauenmünster, Fragmente: Mitth. der Antiq. Gesellschaft VIII Anm. S. 12. 13; Necrol. I, 537-547.
Zurzach: Necrol. I, 606.
Zwiefalten: Heß, Monumenta Guelf. p. 234; vgl. Stälin II, 22, NA. VII. 33; Necrol. I, 240-268.
Bisthum Cur.
Cur: Denkschriften der Wiener Akademie IV, 193-216 von Jos. Bergmann. Necrologium Curiense d. i. die Jahrzeitbücher der Kirche zu Cur. Bearbeitet und herausgegeben von W. v. Juvalt. Mit 11 Tafeln Facsimile. Cur 1867. Ausg. von Baumann, Necrol. I, 619-646.
Marienberg im Vintschgau: Necrol. I, 649-653.
Münster in Graubündten: Necrol. I, 648.
Pfäffers: A. Birlinger, L. viv. et defunctorum. Alemannia IX (1881) S. 57 bis 71; Necrol. I, 646-648.
Augsburg, Dom: MB. XXXV, 1, 3-119: Necrol. I, 55-73; von St. Ulrich und Afra: Braun, Notitia lit. VI, 48-55; Necrol. I, 120-128.
Benedictbeuern: Necrol. I, 3-7.
Deggingen: Necrol. I, 73-75.
Dießen: Oefele II, 654. MB. VIII, 300. Notae Diessenses ed. Jaffé, MG. SS. XVII, 325, vgl. NA. VII, 38; Necrol. I, 7-32.
Donauwörth: Necrol. I, 118.
Ellwangen: Württemb. GQ. II von Giefel; Necrol. I, 75-78.
Fuessen: Necrol. I, 79-87.
Fultenbach: NA. VII, 31; Necrol. I, 87.
Hohenwart: Necrol. I, 33-35.
Irsee bei Kaufbeuern: Necrol. I, 139.
Kaisheim bei Donauwörth: Necrol. I, 88-94.
Neresheim: Necrol. I, 95-98.
Niederschönefeld: Oberbayerisches Archiv XXI Heft 3.
Ottobeuern: Heß, Monumenta Guelfica p. 289; Baumann, Zts. f. Schwaben u. Neuburg V, 3, 358; Necrol. I, 99-118.
Polling: benutzt in der Succincta Informatio de Mon. Pollingano, Ginzb. 1760; wenige unbrauchbare Trümmer nach Baumann.
Steingaden: Necrol. I, 35.
Thierhaupten: MB. XV, 140-144. Fragment im Anz. d. Germ. Mus. XXII, 8; Necrol. I, 38-41.
Ursberg: Necrol. I, 128-138.
Wessobrunn: Leutner, Historia Wessofontana II, 1-14; Necrol. I, 42-52.
Bisthum Eichstedt.
Eichstedt: MG. SS. VII, 248.
Bergen bei Neuburg (?): Archiv f. Unterfranken XIV, 1. 154-158, Fragment.
Nürnberg, St. Aegidien: Würfel, Diptycha eccl. Egyd. Nur. 1757; St. Catherinen, herausgegeben von Würfel, Altorf 1769; Franciscaner: Oetter, Hist. Bibliothek II, 35-62.
Bisthum Würzburg.
Würzburg, Dom: saec. IX. Eckhart, Comm. de Orient. Francia I, 830; Dümmler, Forsch. VI, 115-119; Fragment im Archiv f. Unterfranken XIV, 1, 131-154, vgl. XV, 2, 371. Corpus Regulae seu Kalendarium Domus S. Kiliani Wirceburgensis, saecula IX-XIV amplectens. Herausgeg. u. erläutert von F. X. Wegele. Abh. d. Münch. Akad. III. Cl. XIII. Bd. 3. Abth. 1877. — Liber regulae Haug. ed. Emil Ulrich, Arch. d. hist. V. f. Unterfr. u. Aschaff. XXX (1886) S. 249-335. — St. Stephan: Wegele, Zur Litteratur der Fränkischen Necrologien (1864) S. 45-69.
Amorbach: benutzt in Gropps. Hist. Amorb. 1736.
Ansbach: Jung, Miscellanea II, 63.
Brunnbach: J. Kühles, Liber mortuorum monasterii Brunnbacensis, im Archiv f. Unterfranken u. Aschaffenburg XXI, 1. 2. 1871.
Ebrach: Gropp, Monumenta sepulcralia Ebracensia, 1730, 4.
Hailsbronn: Jung, Miscell. II, 32-46. Ausgabe von Kerler im 33. Jahresbericht des hist. Vereins für Mittelfranken (1865) S. 124-129. Neue Ausg. v. Dr. Scheins bei Stillfried, Kloster H. (Berlin 1877) S. 328 bis 394. Sep.-Abdr. bei Scheins: Aus den Archivalien des Klosters Hailsbronn.
Heidenfeld: Wegele, Zur Litteratur etc. S. 1-39.
Mergentheim, Dominicaner: Zeitschrift für das Wirtemb. Franken, Band 5 (1861) von H. Bauer.
Oehringen: Wibel, Hohenlohische Kirchen und Reform. Historie II (1753), 134-162.
Schwarzach: Wegele, Zur Litteratur etc. S. 1-39.
Bisthum Bamberg.
Bamberg, Dom: Aeltestes bei Jaffé, Bibl. V, 555: anderes e cod. Vindob. 1845, Font. IV, 507, vgl. Hist, Zeitschr. XX, 428. Domcapitel, bei Schweitzer: Vollständiger Auszug aus den vorzüglichsten Calendarien des ehemaligen Fürstenthums Bamberg, im 7. Bericht des hist. Vereins zu Bamberg, 1844. Exc. Font. IV, 505. Jaffé, Bibl. V, 555 bis 560. — Michelsberg, ältestes: Hirsch, Heinr. II. I, 556. Bibl. V, 560 bis 563; jüngeres: Schannat, Vind. II, 47 u. bei Schweitzer; Font. IV, 500-504; Bibl. V, 563-579. — Franciscaner: 36. Bericht d. hist. V f. 1873, S. 1-83.
Banz, Siebenter Bericht des historischen Vereins zu Bamberg, 1844.
St. Martin in Forchheim und Neunkirchen im Brand, s. den Auszug von Schweitzer.
Bisthum Prag.
Prag, Mansionarien: Dobner, Mon. III, 299-316; Strahof: Dlabacz. Chronologicum Necrologicum abbatum et canonicorum Sioneorum, Prag 1817; S. Annae: Emler in d. SB. d. k. boehm. G. d. W. 1878.
Glatz: Fragmente, Zts. f. Schles. Gesch. XXI, 381-388.
Hohenfurt: Millauer, Fragmente aus dem Necrologe des Zist.-Stifts Hohenfurt, Prag 1819.
Krumau, Clarissen: Höfler SS. Hussitici II, 78-85 (Fontes Rev. Austr. SS. VI).
Opatowitz: Dobner, Mon. Hist. Boh. III, 9-19.
Ostrau: Emler in d. SB. d. k. boehm. G. d. W. 1878.
Podlasitsch: Dudik, Forschungen in Schweden S. 404. vgl. S. 228.
Wittingau: Mitth. d. Vereins f. Gesch. d. Deutschen in Boehmen 1878, S. 220 ff. v. Loserth.
Olmüz, Domcapitel: Arch. d. W. Ak. LIX, 639-657; LXV, 231-254; Minoriten: Loserth ib. S. 231-254.
Hradisch: Dobner, Mon. III, 9-19; vgl. Meinert, Wiener Jahrb. XLVIII, Anz. S. 57.
Bisthum Halberstadt.
Halberstadt, Dom: Mooyer in d. N. Mitth. d. thür.-sächs. Vereins VIII, 3, 58; St. Bonifaz: G. Schmidt in d. Zeitschr. d. Harzvereins, VI (1873) 3. u. 4. Heft, aus d. 13. u. 14. Jahrhundert. St. Johannis-Kloster, Fragment ed. O. v. Heinemann, Zeitschr. d. Harzvereins II, 2, 1-14.
Drübeck: Zeitschrift des Harzvereins III (1870) S. 381-392. 453-487.
Huisburg: Ed. Jacobs, Das Todtenbuch des Kloster Huisburg, in der Zeitschrift des Harzvereins V, 1872.
Ilsenburg: Leibn. SS. III, 684.
Quedlinburg: Mooyer in d. N. Mittheilungen VIII, 3, 46. 70. Dahin gehört vielleicht auch das Fragment S. 83-87.
Wienhusen: Zeitschrift des hist. Vereins f. Niedersachsen 1855 S. 183, vgl. 371, von H. Boettger.
Bisthum Verden.
Verden: Pratje, Altes und neues aus Bremen u. Verden IX, 263; ed. Holstein, Arch. d. V. f. Gesch. d. Herzogth. Bremen u. Verden zu Stade, XI (1886) S. 146-192.
Lüneburg, St. Michaelis: Wedekind, Noten III; S. Maria fratrum Minorum: Gebhardi, Hist. geneal. Abhandlungen IV, 215.
Bisthum Hildesheim.
Hildesheim, Dom: Leibn. SS. I, 763; Vaterl. Archiv f. Niedersachsen (1840) I, 67. St. Michaelis: Leibn. SS. II, 103; vgl. Mooyer, N. Mitth. VIII, 3, 68; Archiv des hist. Vereins f. Niedersachsen 1842. 1843. Ein Fragment Arch. VII, 416.
Amelungsborn: Arch. f. Niedersachsen 1877, S. 6 ff. v. Dürre.
Braunschweig, St. Blasien: Fragment bei Wedekind, Noten I, 423; Dürre, Die beiden ältesten Memorienbücher. Arch. f. Niedersachsen 1884.
Derneburg (nicht Dorstadt): Mooyer im Archiv des histor. Vereins f. Niedersachsen 1849, vgl. 1850 S. 368, 1851 S. 68. Zeitschrift des Harzvereins III (1870), S. 381-392. Nach Dürre ib. VII (1874), S. 178 bis 188 gehört es nach Derneburg; so auch v. Heinemann, Wolfenb. Hss. II, 14.
Marienberg bei Helmstedt: Zeitschrift des Harzvereins XV, 202-204 von O. v. Heinemann.
Woeltingerode: Mooyer im Archiv d. hist. Vereins f. Niedersachsen 1851 S. 48-71.
Paderborn. Dom: Zeitschr. f. Gesch. Westfalens X, 115-167; vgl. Scheffer-Boichorst, Annales Patherbrunnenses S. 73 Anm. 1.
Abdinghof: erwähnt von Scheffer-Boichorst l. c. S. 32.
Geseke: Seibertz, Quellen d. Westphäl. Gesch. III, 298-318.
Neuenheerse (Herisi): Wilmans, Kaiserurkunden der Provinz Westfalen I, 504, Auszug; Zeitschr. f. Westf. Gesch. XXXVI, 2, 29 ff. von Evelt.
ERZBISTHUM COELN.
Sprengel von Cöln.
Cöln, Dom: Lacomblet, Archiv f. Gesch. des Niederrheins II, 10-22. Ein anderes von Mooyer ib. III, 374 ff. Font. III, 342. Nachträge aus einem dritten bei Ennen u. Eckertz II, 604-621. Einige alte Notizen Forsch. VI, 123, vgl. auch Ecclesiae Colon. codd. (1874) cod. 45 p. 106, cod. 88 p. 125. — St. Gereon: Lacomblet, Arch. III, 112-117; Groß, Sanct-Martin: Font. III, 347; vollständig bei Jo. Hub. Kessel, Monumenta hist. eccl. Col. (1862) 1-108, ohne Tageszahlen; Mariengreden: Lacomblet, Archiv II, 49-65, vgl. NA. XIII, 603-606.; Pantaleon: ungedruckt, im Berliner Cod. Boruss. qu. 234: Memorienbuch des Stifts St. Ursula ed. Dornbusch in d. Annalen d. hist. V. f. den Niederrhein 28. 29. (1876) S. 49-85. — Im 9. Heft d. Mitth. aus dem Stadtarchiv von Cöln verzeichnet Korth die dort vorhandenen Necrologien aus 21 Stiftern der Stadt; ib. X, 91 wird ein Necr. von St. Cunibert nachgewiesen.
Brühl, Franciscaner: Ann. f. d. Niederrh. XXXIV (1879) S. 105-123, von Virnich.
Deutz: Lacomblet, Archiv V, 265.
Düsseldorf: Lacomblet, Archiv III, 126-129.
Essen: Archiv f. Geschichte des Niederrheins N. F. I, 63-84.
Gerresheim: Archiv f. Geschichte des Niederrheins N. F. I, 90-102.
Gladbach: Font. III, 357. Auszug bei Eckertz und Növer, Gladbach S. 309. Vollst. von G. Eckertz, Zts. d. Aachener Geschichtsvereins II, 191 ff. u. in bes. Ausgabe.
Grafschaft: Seibertz, Quellen d. Westf. Gesch. III. 422-460.
Kaiserswerth: Lacomblet, Arch. III, 117-126.
Kentrop bei Hamm an der Lippe: Archiv f. Geschichte d. Niederrheins N. F. I, 102-110.
Marienstatt, Cist. auf dem Westerwald: Auszug bei Lotz. Die Baudenkm. im Reg.-Bez. Wiesbaden (Berlin 1880) S. 315 n.
Rolandswerth: Auszug bei Floß, Das Kloster Rolandswerth, 1868.
Siegburg: Annalen des hist. Vereins f. d. Niederrhein 1860 S. 221-225, von Eckertz.
Wedinghausen bei Arnsberg: Seibertz, Landes-u. Rechtsgesch. v. Westfalen I, 251-255.
Werden: Leibn. SS. III, 747. Daraus Font. III, 389, vgl. Martene, Coll. VI, 679. Notizen aus einer Berliner Handschrift Arch. VIII, 842.
Xanten: Binterim und Mooren, Die alte und neue Erzdiöcese Köln I, 375; Notizen aus einem Necrolog SS. XIII, 43-45.
Bisthum Lüttich.
Lüttich: Diptychon Leodiense (Verbrüderungsbuch) ed. Wilthemius, 1659 folio. Schuermans, Le diptyque consulaire de Liège, Bull. des Comm. roy. d'art et d'archéologie 1884. Fragment d'un obituaire du XII. siècle. Bull, de Liège IX, 511.
Aachen: Necrologium b. Mariae Virginis Aquensis ed. Quix, 1830, 4. -- Windesheimer Chorherren in Aachen: J. Greving, Zts. d. Aachener G.V. 1891, S. 61 ff.
Andennes, Chapitre d'Andennes: Analectes pour servir à l'hist. eccl. de Belgique XV.
Brogne: Obituaire de l'abb. de Brogne ou de Saint-Gérard, ib. XVIII.
Burtscheid: einige Aebtissinnen bei Roth in Vollmöllers Rom. Forsch. VI, 494.
Floreffe: Analectes XIII.
Heinsberg: Meyer u. Erbard's Zeitschr. V (1842) 134-200, von Quix, Zts. d. Aachener G. V. I, 248-286, v. Kessel.
Münsterbilsen: Bulletin de l'Institut archéologique Liégeois XII, 1, S. 27.
Namur, La Paix-Notre-Dame: Analectes XVI, 433.
Saint-Trond: Anal. XVI, 313.
Wenau: Zeitschr. d. Aachener Geschichtsvereins IV, 251-317, von E. v. Oidtmann.
Bisthum Utrecht.
Utrecht, Dom: Einige sehr alte Notizen NA. II, 291-293. Matthaeus, Fundationes et fata ecclesiarum Ultraj. S. 34 (Fragmente, spät). Todestage einzelner Bischöfe aus einem Liber memor. eccl. maj. bei Matthaeus de rebus Ultrajectinis. — St. Peter: Matthaeus, Fundatt. p. 116; Salvator: ib. 75-108. Neue Ausg. im Archief voor de Gesch. van het aartsbisdom Utrecht, 11 u. 12 deel (1882, 1883).
Blumenthal (Nova lux) bei Utrecht: Bijdragen en Mededeelingen IX, 222-353.
Egmond: Van den Bergh, Oorkondenbok van Holland I, 332.
Elten: Het necrologium en het tynsboek van het adelyk Jufferenstift te Hoog-Elten, ed. Kist, Leyden 1853; vgl. über die Gräfin Liutgardis von Hamaland Holder-Egger, Waitz-Aufsätze S. 658.
Münster: s. Ficker, Die Münsterischen Chroniken S. XLV. LII. Necrolog der Fraterherren, Zts. d. hist. V. zu Münster, VI.
Feldwirth (Filwerth) in Friesland: Acta SS. Iul. VII, 178.
Marienfeld: v. Ledebur in Dorows Denkmälern alter Sprache und Kunst II, 123-232.
Notteln: R. Wilmans in der Zeitschr. f. vaterl. Gesch. (Münster 1857) VIII, 158.
Vreden: benutzt von F. Tenhagen über die ältesten Aebtissinnen, Zts. f. Gesch. u. Alt. Westf. XLVIII, 141 ff.
Unbekanntes Nonnenkloster: Bresslau, NA. III, 137, vgl. S. 102 u. 659.
Bisthum Osnabrück.
Osnabrück: Mittheilungen d. hist. Vereins f. Osnabrück IV, 1-231.
Bisthum Minden.
Hameln: Urkundenbuch von O. Meinardus I (1887) S. 609-632.
Möllenbeck: Schannat, Vind. I, 138-142. Schrader in Wigands Archiv f. d. Gesch. Westfalens V, 432. Mooyer in Meyer und Erhards Zeitschrift II, 1-105. III, 89.
Visbeck: Font. IV, 495-500, vgl. Scheffer-Boichorst. Ann. Patherb. S. 193. Hs. in Hannover n. 190 bei Bodemann S. 30.
ERZBISTHUM HAMBURG-BREMEN.
Sprengel von Bremen.
Bremen: Mooyer im Vaterl. Archiv f. Niedersachsen 1835 S. 282-309.
Hamburg: Langebek, SS. Dan. V, 387. Neue Ausgabe von Koppmann, Zeitschr. f. Hamb. Gesch. N. F. III, 21-183.
Bisthum Lübeck.
Lübeck, Marienkirche: Wehrmann, Zts. f. Lüb. Gesch. VI (1890) S. 49-160, u. bes. Ausgabe.
Cismar: Quellensammlung d. Ges. f. Schl. Holst. Lauenb. Gesch. IV (1874) S. 272-395 von K. Kohlmann.
Bisthum Schwerin.
Neuenkamp: Ledeburs Archiv XVI, 33. Fragment. Pomm, UB. I (1877) S. 504-516.
Rostock, Dominicaner: Fragment ed. Krause, Rostocker Progr. 1875.
Bisthum Kammin.
Kammin: Ledeburs Archiv XVIII, 97-117.
Colbatz: Pomm. Urkundenbuch I (1877) S. 493-496.
Marienkron, Kartäuser-Kl. b. Rügenwalde: Balt. Stud. XXVI (1876) Heft 1.
Magdeburg: aus einer Handschrift von Stablo (Mart. Coll. VI, 668) N. Mitth. X, 2, 250-265 von Dümmler; Anniversarien der Erzbischöfe ib. 265-267 von Winter. — St. Sebastian: Magdeb. Geschichtsbl. 1874, 2. Heft, von Holstein.
Halle, St. Moritz: Würdtwein, Subsidia dipl. X, 407-412.
Neuwerk bei Halle: Geschichtsbl. f. Magd. v. K. Janicke II, 2 (1867) S. 154 bis 178; von Ed. Bodemann.
Bisthum Merseburg.
Merseburg: Hesse in Hoefer's Zeitschr. f. Archivkunde I, 101; neue Ausgabe von Dümmler, N. Mitth. XI, 223-264. Ein jüngeres N. Mitth. II, 229 von Förstemann, vgl. Mooyer ib. V, 1, 49-81. 160. V, 3, 89 bis 99. VI, 2, 83-106. Wilmans im Arch. XI, 144.
Pegau: Mencken, SS. II, 118-155. Fragmente bei Endlicher, Codd. philol. p. 148.
Bisthum Naumburg.
Naumburg: Schöttgen et Kreißig II, 160. Lepsius, Kl. Schriften I, 31 bis 33. Fragment ed. Perlbach, Neue Mitth. XVII, 249-255.
Zeitz: Schöttgen et Kreißig II, 152.
Bisthum Meißen.
Meißen: Schöttgen et Kreißig II, 97.
Altenzelle: Bericht der deutschen Gesellschaft zu Leipzig 1841 S. 1 ff., vgl. 1844 S. 27. Archiv f. Sächs. Geschichte 1843 S. 24.
Chemnitz: Mencken, SS. II, 118: CD. Sax. Reg. VI. von Ermisch.
Görlitz, Minoriten: SS. Rerum Lusat. (1839) I, 265 von Köhler. Verbesserungen von E. Wernicke im N. Laus. Mag. L. (1873) 121-128.
Pirna, Dominicaner: Berichte der deutschen Gesellschaft zu Leipzig 1843 S. 19 von Leyser.
ERZBISTHUM GNESEN.
Bisthum Breslau.
Breslau, St. Vincenz: Zeitschr. d. Vereins f. Gesch. u. Alterthum Schlesiens X, 411-480 von Paul Hein aus d. Berlin. HS. theol. lat. f. 378 (Arch. VIII, 843 irrig auf Posen bezogen); Kreuzstift: Zeitschr. VII, 303 bis 343 von Arthur König.
Böhmisch-Schlesisches unbekannter Herkunft, Zeitschr. V, 107-115.
Schlesisches, aus verschiedenen Quellen gesammelt von C. Grünhagen, Zeitschrift IX, 182-190.
Czarnowanz: Zeitschrift I, 226.
Heinrichau: Zeitschrift IV, 278-310.
Kamenz: Zeitschrift IV, 311-337.
Leubus: Wattenbach, Monumenta Lubensia (Bresl. 1861) S. 35-59.
Bisthum Krakau.
Krakau: Letowsky, Katalog biskupów Krakowskich Tom. IV Krak. 1853; neue Ausgabe in Bielowski's Monumenta Poloniae II, 905 ff.
Bisthum Posen.
Lubin: Verbrüderungsbuch bei Zeißberg: Kleinere Geschichtsquellen Polens, 1877.
Bisthum Leslau.
Leslau: Ephemerides Wladislavienses MG. SS. XIX, 687-689.
ERZBISTHUM RIGA.
Riga, Dom: Notae necrol. in einem Missale s. XV. G. Berkholz in SB. d. Ges. f. Gesch. d. Ostseeprovinzen Russl. 1874, S. 5.
Lond, Oliva: s. NA. XIII, 248.
Ronneburg: SS. Rer. Pruss. II, 147 von Strehlke.
Deutsch-Ordens-Necrologe: Perlbach, Forsch. XVII, 357-371.
Pomesanien: ib. S. 368.
Samland, Todestage der Bischöfe, ib. S. 370.
Die Ermländischen Anniversarienbücher (Frauenburg, Gutstadt, Pelplin): Monumenta Warm. III. 2. SS. I, 208-299 von Woelky. Pelplin auch Mon. Pol. IV.
ERZBISTHUM GRAN.
Jászó: Wattenbach, Bemerkungen zu einigen öst. Geschichtsquellen, Archiv d. Wiener Ak. XLII, 497-499.
ERZBISTHUM SALZBURG.
Sprengel von Salzburg.
(herausgegeben von F. Herzberg-Fränkel, M. G. Necrologia II, 1892.)
Salzburg: Monumenta Boica XIV, 365-405. Ausgabe von Wiedemann im Arch. d. W. Ak. XXVIII, 1-286 unbrauchbar, s. Lit. Centralbl. 1863 S. 292-296. Auszug Font. IV, 576-583; Fragment des Necrol. d. Dombrüderschaft im Arch. d. W. Ak. LIII, 245-258. Necrol. II, 77-199. — St. Erendrudis ib. 65-76. — St. Peter: A. v. Meiller im Arch. d. W. Ak. XIX, 209-396. Vgl. das Verbrüderungsbuch des Stiftes St. Peter, mit Erläuterungen von Th. G. v. Karajan, Wien 1852. in folio. — Necrol. II, 1-64; NA. XII, 53-107 (verfasst 784).
Admunt: Pez, SS. Rer. Austr. II, 198-210. Ein anderes von A. v. Meiller im Arch. d. W. Ak. XIX, 407-410. Frieß ib. LXVI, 315-506. Necrol. II, 281-309.
Au. bei Gars: MB. I, 250. Fragment. Necrol. II, 109.
Baumburg: MB. II, 264-268. Necrol. II, 237-255.
Chiemsee: Necrol. II, 203-212.
Eberndorf im Jaunthal: Schroll im Wiener Archiv LXVIII (1886).
Gars: Necrol. II, 201.
Gurk: B. Schroll im Wiener Arch. LXXV, 237 ff. (1889). Necrol. II. 448-454.
Michaelbeuern: Filz, Gesch. v. M. S. 860. Necrol. II, 212-216. 467.
Millstatt: B. Schroll im Wiener Arch. LXXXVII (1891) S. 265-317. Necrol. II, 455-466.
Ossiach: B. Schroll im Wiener Arch. LXXIII (1888) S. 275 ff; Necrol. II, 443-447.
Raitenhaslach: Necrol. II, 255-283.
Reun: Pusch et Froelich, Diplomataria Styriae II, 333; Fragmente eines älteren, Arch. d. W. Ak. LVIII, 217-229, v. Zeißberg; Necrol. II, 341-356.
Sanct Lambrecht: M. Pangerl in den Fontes Rer. Austr. Dipll. XXIX. 1869: Necrol. II, 309-340.
Sanct Paul im Lavantthal: B. Schroll im Arch. f. Gesch. v. Kärnten, 10. Jahrgang 1886.
Seckau: Pusch et Froelich, Diplomataria Styriae II, 353; Necrol. II, 356-435.
Seitz: Pusch et Froelich p. 329.
Seon: MB. II, 158-162; Necrol. II, 217-236.
Vorau: Necrol. II, 436-440.
Bisthum Brixen.
Wilten: Heß, Monumenta Guelfica S. 292, wenige Excerpte. Seb. Brunner im Arch. d. W. Ak. XLII, 233-250, chronologisch geordnete Auszüge 1142-1698 aus einem Necrol. s. XVIII.
Bisthum Freising.
Freising: Eckhart, Comment. de Orient. Francia I, 835; Font. IV, 586. Ein anderes von Rudhart, Quellen u. Erörterungen VII, 441-481; Font. IV, 586-588. Necrol. eccl. cath. saec. X. XI. ed. Dümmler e cod. Monac. 6421, Forsch. XV, 162-166.
Ebersberg: Oefele II, 15-18. Ausg. v. W. Scherer, Wiener SB. LIII, 232-238.
Fürstenfeld: MB. IX, 337, mangelhafte Auszüge. Ueber das wiedererworbene Ms. M. Mayer. Zur Kritik der Fürst. Geschichtsquellen S. 5.
Landshut, Franciscaner: Primbs in d. Verhandl. d. hist. Vereins f. Niederbayern XIII, 4. Heft.
Raitenbuch: angeführt von Greinwald, Origg. Raitenb. Monachii 1797.
Tegernsee: Oefele I, 632-638. Freyberg, Gesch. v. Tegernsee S. 203-220, vgl. Mooyer in d. Westfäl. Prov.-Blättern III, 1.
Undersdorf: MB. XIV, 168-170.
Bisthum Regensburg.
Regensburg, St. Emmeram: MB. XIV, 365, vgl. Mooyer in d. Verhandl. f. Oberpfalz XIII, 275-405 u. NA. II, 449; Niedermünster: Gerbert, Monumenta Vet. Liturgiae I, 492-500; Font. III, 483, vgl. Archiv IV, 315; Obermünster: Font. III, 485; Minoriten, Verhandl. f. Oberpfalz XXV, von K. Primbs; S. Jacobi, in neuer Abschrift benutzt von Hugo Graf Walderdorff, Hist. V. v. Oberpfalz und Regensburg XXXIV.
Münchsmünster: A. Nagel, Notitiae origines domus Boicae illustrantes (Mon. 1804) p. LIII-LVI.
Oberaltaich: MB. XII, 278. Ein älteres in unbrauchbarer Ausgabe von Wiedemann im Archiv d. W. Ak. XXVI, 313-354, vgl. Lit. Centralbl. 1863 S. 174; Font. IV, 572-576. vgl. p. LXII.
Prüfening: MG. SS. XVII, 609.
Seldenthal: MB. XV, 506-550.
Seligenpforten im Nordgau: Hist. dipl. Magazin fürs Vaterland I, 37-67.
Weltenburg: MB. XIII, 473-493; Font. IV, 568-572.
Windberg: MB. XIV, 90-108.
Bisthum Passau.
Passau: Fragment bei Dümmler, Piligrim von Passau S. 101.
Dürrenstein: Duellii Miscellanea I, 164-167.
Gaming: Zeißberg, Zur Gesch. d. Karthause Gaming, Arch. d. W. Ak. LX, 563-596.
Heiligenkreuz: Zeitschr. f. Oesterr. Gym. XXVIII (1877) S. 1-11, v. Zeißberg, Fragmente.
Klein Mariazell: Wiss. Studien u. Mitth. a. d. Bened. Orden. Heft 2, S. 106 bis 120, v. V. Staufer.
Klosterneuburg: Fischer, Geschichte von Klosterneuburg II, 101. Zeibig im Arch. d. W. Ak. VII, 271.
Lilienfeld: Hanthaler, Recensus Archivi Campilil. II, 423-438, mit Fälschungen. Neue Ausg. von Zeißberg, Fontes Rer. Austr. II, XLI, 1 bis 238.
Melk: H. Pez, SS. Rer. Austr. I, 304. Zwei Fragmente in Keiblingers Geschichte von Melk I, 1160-1165.
Niederaltaich: Handschriftlich in Jena, Arch. XI, 509. Benutzt von Jaffé, MG. XVII, 351; Dümmler, Otto I, S. 160. Anderes in Wien, Arch. X, 488.
Ranshofen: MG. SS. IV, 791, vgl. auch Pritz, Geschichte von Ranshofen, im Arch. d. W. Ak. XVII, 377 ff.
Retz, Dominicaner: Duellii Miscellanea II, 169. Seb. Brunner, Der Prediger-Orden in Wien und Oesterreich, Wien 1867.
Sanct Andrä an der Traisen: A. v. Meiller, Arch. d. W. Ak. XIX, 397 bis 407.
Sanct Florian: Stülz, Geschichte von St. Florian S. 193. Ein anderes im Notizenblatt d. W. Ak. 1852 S. 291. Dahin gehört auch das Necrol. des Pfarrers Albert von Waldkirchen MG. SS. IX, 754. Albin Czerny, Das älteste Todtenbuch des Stiftes St. Florian, Arch. d. W. Ak. LVI, 257-368. Necrol. Calender Heinrichs II, Probst von St. Florian 1313 bis 1321, nebst 3 anderen Fragmenten, Beitr. z. Landesk. v. Ob.-Oest. XXX (1878) von Czerny.
Sanct Pölten: Duellii Exc. geneal. p. 125-166. Fontes Rer. Austr. Dipl. XXI, 441-753 von Wiedemann vollständig, aber unzuverlässig. Berichtigungen und Ergänzungen von Fr. Stark im Arch. d. W. Ak. XXXIV, 371-433; vgl. XXXV, 457-462. XXXVI, 473-483. Lit. Centralbl. 1865 S. 1209-1211.
Spital am Pyrn: B. Schroll im Arch. d. Wiener Ak. LXXII (1888) S. 201 ff.
Wien, Schotten: H. Pez, SS. Rer. Austr. I, 695, vgl. SB. XIII, 107; Minoriten ib. II, 471-519; Dominicaner (1309-1867) in dem oben angeführten Buch von Seb. Brunner.
Wilhering: Stülz, Geschichte von Wilhering, S. 435-445.
ERZBISTHUM TRIER.
Sprengel von Trier.
Trier: Diptychon aus ottonischer Zeit ohne Tage, nur Namen, neue Ausg. mit Facs. von Fr. X. Kraus, Westd. Zts. IV, 138-156. Stellen aus dem verschollenen alten Necrol. der Domkirche in Browers Annales Treverenses, s. Dümmler in den N. Mitth. XI, 228, Anm. 16. R. Wilmans, Kaiserurkunden S. 432 Anm. 6; das von Sauerland e miss. Bamb. im Hist. Jahrb. VIII, 475-487 mitgetheilte gehört nach Paderborn. -- St. Maximin: Hontheim, Prodr. II, p. 966-994, vgl. Arch. XI, 290. Kraus im Jahrb. d. Alterthumsfreunde im Rheinland, Heft 57-58.
Arnstein: Auszug bei Wenck, Hist. Abhandlungen, 1. Stück, S. 138-140; Kremer, Origines Nass. II, 410-412. Besser bei Schliephake, Gesch. von Nassau I, 477-481. Becker, Nassauische Annalen, XVI, Wiesb. 1881.
Dietkirchen an der Lahn: E. Joachim, Nass. Annalen XIV, 2. Heft.
Echternach: Reiffenberg, Monuments de Namur VII, 210-232. Publications de l'Institut de Luxembourg XXVII (N. S. V) 1873 p. 140 bis 169, ein jüngeres von 1511. Ein anderes e cod. Paris von Sackur, NA. XV, 132-136.
Laach: Dronke in Mone's Anzeiger 1839 S. 610. Wegeler, Geschichte des Klosters Laach, Bonn 1854. Ein älteres von dems. in d. Annalen d. hist. V. f. d. Niederrhein 1874, Heft 26. 27. S. 268-316.
Limburg an der Lahn, Franciscaner: Wenck, Urkundenbuch I, 83.
Prüm: Annales necrologici s. oben [S. 64]. Bemerkungen zum Martyrol. NA. IV, 308.
Rommersdorf, Prämonstratenser: Auszug bei Wegeler, Die Abtei R. (Cobl. 1882), Orig. in d. Bibl. zu Wiesbaden.
Schoenau, Nonnen: Seelbuch ed. F. W. E. Roth in Studien u. Mitth. aus dem Bened. Orden IV (1883) S. 357 ff.
Wetzlar: Wigand, Wetzlarische Beiträge I, 65-69.
Bisthum Metz[2].
Metz: Dümmler, Forsch. XIII, 596-600 aus Jaffé's Nachlaß; S. 597 ein Fragment s. IX mit Himildruda comitissa zum 27. März. Auszug aus dem Necr. S. Petri Mett. in: Voyage lit. de deux Religieux Bénéd. II, 115.
Bisthum Toul.
Étival: Auszug in Annales de l'Est VI, 27 ff. Eine Seite facs. in den Schrifttafeln von Prou.
Pont-à-Mousson: Auszug im Voyage lit. de deux Religieux Bénéd. (Paris 1717) II, 115.
Remiremont: Font. IV, 462.
Bisthum Verdun.
Verdun: Necrologien von Sainte-Croix und Saint-Vannes oft benutzt von Clouet, Hist. de Verdun, 1867. Ein Necrol. von St. Vannes hat Sackur herausgegeben NA. XV, 126-132; vgl. W. Lippert ib. S. 608-610.
II. Burgund.
(Vgl. das eben angeführte Werk von A. Molinier.)
ERZBISTHUM ARLES.
Marseille: Obituaire de St. Victor im Répertoire de la Société de statistique de Marseille XXXV (1872) S. 177 ff.
ERZBISTHUM BESANÇON.
Besançon: Chifflet, Vesontio II, 157 giebt ex vet. Missali S. Stephani, Nomina amicorum nostrorum defunctorum, bis auf Poppo von Aquileja († 1042); vgl. auch Chifflet, Lettre touchant Béatrice comtesse de Chalon (Dijon 1656) S. 155. Martyrologium Vesont. mit einigen Sterbedaten bei Dunod, Hist. de Besançon I, Preuves p. XIV ss. Saint-Vincent bei Dunod, Hist. de Bourgogne II. — Château-Chalon: Obituarium Castri-Caroli, Mém. de la Soc. du Jura, II. Série, I, 137 ff. von Vayssière, 1875. — Villars: Sackur, Cluniac. I, 383-386.
Basel: Font. IV. 145-147. — Pairis: Citat aus d. Jahr 1168, Schweiz. Geschichtsforscher X, 45, Anm.
Lausanne: Mém. et Doc. de la Suisse Romande XVIII, 89-246, vom Abbé Gremaud. — La Chartreuse de la Lance, von dems. ib. XXXIV (1879).
ERZBISTHUM LYON.
Lyon: Todestage der Erzbischöfe, Arch. VII, 213. Obituarium Lugdunensis ecclesiae, par M. Guigue, Lyon 1867, 4. Obituarium S. Pauli Lugd., par M. Guigue, Bourg-en-Bresse 1872; S. Petri von dems., Lyon 1880. — Saint-Thomas en Forez: Lyon 1873 von Gras.
Antun: im Cartulaire de l'église d'Autun, par M. de Charmasse, p. 327. — Hugonis Flaviniacensis Necrologium MG. SS. VIII, 285-287.
Beaune: Martyrologe de l'insigne collégiale N. D. de Beaune, par l'abbé Boudrot. Mém. de la Soc. etc. de Beaune, t. 3-5. Reg. t. 7.
Saint-Pierre-hors-les-murs de Mâcon: Necrol. eccl. S. Petri Matisc. publié par M. Guigue 1874.
Dijon: Necrol. S. Benigni in d. oben angef. Lettre von Chifflet, S. 207. Necrol. S. Stephani Divion. in Fyot, Hist. de St. Étienne de Dijon (Dijon 1696), Preuves p. 251.
Clairvaux: Le trésor de Clairvaux, vom Abbé Lalore, S. 174-183.
ERZBISTHUM VIENNE.
Vienne: Chevalier, Hagiologium Viennense, Documents inédits relatifs au Dauphiné II, Gren. 1868.
Grenoble: Necrol. des Dominicains de Gren. ed. Chevalier, Doc. inéd. V, Romans 1870, p. 1-15. — Saint-Robert-de-Cornillon, Priorat von La Chaise-Dieu: Necrologium prioratus S. Roberti Cornilionis O. S. B. ex cod. s. XIII. Documents inédits relatifs au Dauphiné, par M. l'Abbé Chevalier. 2. Vol. Gren. 1868.
Genf: Obituaire de l'église cath. de St. Pierre de Genève, von A. Sarrasin. Mém. de la Soc. d'hist. de Genève, N. S. I, 1883. Memorie estratte del necrologio della chiesa di San Francesco di Ginevra. s. XVI, bei Cibrario e Promis p. 350. — Talloires bei Annecy: NA. XI, 102.
Saint-Jean-de-Maurienne: Auszüge ans zwei Necrologien vom Abbé Albrieux in: Documents publiés par l'Acad. de Savoie II (Chambéry 1861), p. 335-385. Auszug bei Cibrario e Promis p. 332-339.
ERZBISTHUM TARENTAISE.
Tarentaise: Zwei Notizen Arch. VII, 176. Schlechte Ausg. des Calenders von Fleury u. Million im Recueil de mém. et doc. de la Val d'Isère, Mém. II, 437-467.
Sitten: Mémoires et Documents de la Suisse Romande XVIII, 247-293, und von der nahen Pfarrkirche zu Granges S. 294-331, vom Abbé Gremaud. — S. Mariae de Abundantia: Monumenta Hist. Patr. III, 325-434.
Aosta, Dom: M. Hist. Patr. SS. III, 545-668; Petri et Ursi ib. 517-540. Auszug bei Cibrario e Promis p. 342-349.
ERZBISTHUM AIX.
Saint-Mary de Forcalquier (Sisteron): ed. Joseph Roman, Digne 1887.
III. Italien.
ERZBISTHUM TURIN.
Turin, Dom: Monumenta Hist. Patr. SS. III, 499-608; von S. Solutore 213-230; von S. Andrea 193-208, MG. SS. VII, 130.
Ivrea: Zwei Notizen bei Dümmler, Anselm S. 83 Anm. 1.
Novalese: MG. SS. VII, 130.
ERZBISTHUM GENUA.
Genua: Necrol. von San Francesco di Castelletto, Atti della Società Ligure X, 387. — Ventimiglia: Miscellanea di Storia Italiana, Vol. V. 72.
ERZBISTHUM MAILAND.
Mailand: Calendarium Ambrosianum bei Muratori SS. I, 2, 235; Cal. Sitonianum ib. II, 2, 1035.
Monza: Frisi, Memorie di Monza III, 100-151.
Vercelli: Necrol. Eusebianum, angeführt von Mandelli. Commune di Vercelli II, 337.
Casale S. Evasii: Monumenta Hist. Patr. SS. III, 453-510.
Bergamo: Miscellanea di Storia Italiana, Vol. XIII.
Brescia: Muratori, Antt. V, 759-761, Exc. ex necrologio antiquissimo monialium S. Juliae in civitate Brixiana (Verbrüderungsbuch s. IX). Auch bei Odorici, Storie Bresciana IV, 70-75. A. Valentini, Codice necrol. liturg. del mon. di S. Salv. e Giulia in Brescia, trascr. ed. ill. (Brescia 1887); leider sehr mangelhaft, nach Mühlbacher, Mitth. d. Inst. X, 469-479.
Cremona: NA. III, 136 von H. Breßlau. Arch. stor. Lomb. 1880, fasc. 26 bis 28, von Novati.
PATRIARCHAT VON AQUILEGIA.
Udine: NA. III, 135 von Breßlau.
Cividale: NA. III, 135 von Breßlau.
Verona: S. Vito e Modesto, saec. XIII ex. bei Biancolini, Notizie delle Chiese di Verona VII, 147-156. S. Trinitatis in dess. Serie de' vescovi p. 66-71. — San Michele di Campagna im Bisthum Verona, saec. XIII-XVI, bei Biancolini Notizie, Va, 194-200.
Trient: MG. SS. XIII, 368.
Freudenthal: Wilkowicz, Die Necrologe der Karthause Freudenthal. Mitth. des Musealvereins f. Krain, 2. Jahrg.
ERZBISTHUM BOLOGNA.
Bologna: Sarti II, 196-200.
Modena: Muratori, Antt. III, 725-727 (ed. 1740 f.) NA. III, 137 von Breßlau.
Piacenza, S. Sabini: NA. V, 438-442 von Breßlau.
TOSCANA.
Lucca: Baluzii Miscellenea ed. Mansi I, 431. 432. NA. III, 137 von H. Breßlau.
Siena: Ozanam, Documents inédits (Paris 1850) p. 195-200 mit vielen annalistischen Notizen.
Pistoja: Zacharia, Bibliotheca Pistoriensis I, 90.
Florenz: Bandini, Bibl. Laur. IV, 546-555. Aus dem Necrol. der Canonica Frey, Berl. SB. 1883, I, 699-713.
ROM.
San Pietro in Vaticano: Dudik, Iter Rom. I, 79-82.
Sanctae Mariae trans Tiberim: NA. XI, 100, v. Breßlau.
San Ciriaco in Via lata: Martinelli, Il primo trofeo della santiss. Croce (Roma 1645) S. 145, vgl. Arch. paleogr. Ital. II, 1, tav. 5.
Monte Cassino: Muratori SS. VII, 939-948. Gattula, Accessiones ad Hist. Casinensem p. 839-861.
La Cava: Einige Notizen bei Reifferscheid, Wiener SB. LXXI, 38.
Atri: Bindi, Monumenti degli Abruzzi 1889 s. NA. XVI, 644.
S. Maria de Gualdo: Montfaucon, Bibl. MSS. I, 132.
Salerno: Forsch. XVIII. 475. Confraternitätsbuch mit Necrol. von C. Abignenti, Arch. stor. per la prov. Napol. XIII, 449 ff.
Lecce: Forsch. XVIII, 476.
Palermo: Forsch. XVIII, 471-475. Alle von Winkelmann.
IV. Frankreich[3].
ERZBISTHUM REIMS.
Reims: Varin, Arch. législat. de la ville de Reims (1844) II, 1, 62 ff. — Templiers: E. de Barthelemy, Mél. hist. (Doc. inédits) IV, 304-336.
Laon: Etwas daraus angeführt von Ravaisson im Catal. des Bibl. des Dép. I, 188.
Saint-Vaast-d'Arras: Doc. inédits publ. par l'Acad. d'Arras, N. 7, von Van Drival; vgl. Molinier S. 211. — Anchin: benutzt von Bethmann zu den Ann. Aquic. SS. XVI, 503-506.
Amiens: Necrol. de l'église d'A., par l'abbé Roze, 1885. — Corbie: Aebte mit Todestagen in der Ausgabe des Polypticon Irminonis von Guérard, S. 338.
Thérouanne: Duchet et Giry, Cartul. de l'église de Th. (1881) p. 307-329. — Guines: Franks, Archaeologia 46, 242 e psalterio.
Tournai, St. Nicolas des prés, später St. Médard: Mém. de la Soc. hist. et litt. de Tournai XI, 327-429. — Brügge, St. Donatian: G. Gelliordts van Severen, Comptes rendus de la Comm. roy. IV. série, XVI, 283-371.
ERZBISTHUM SENS.
Sens: Einige Notizen im Anz. d. Germ. Mus. XXII (1875), 39. vgl. Arch. XII, 293; in Isidori Opp. ed. Arev. II, 332. Fragm. Bouq. VII, 275. Delisle, Sacram. p. 164.
Paris, Notre-Dame: Guérard, Cartulaire de l'église de Notre-Dame à Paris IV, 1-207; Delisle, Sacram. S. 372-388, vgl. S. 149. 150, Namen s. IX. X. — Saint-Germain-des-prés: Bouillart, Hist. de Saint-Germain, App. p. CVII. A. Longnon, Not. et Doc. publ. par la Soc. de l'hist. de France (1884) p. 19-55, Notice sur le plus ancien obituaire de l'abb. etc. geschr. 858/69 mit dem Mart. von Usuard, viell. von ihm selbst; der ursprüngl. Text S. 41-53 abgedruckt; die Namen geordnet u. erklärt; S. 55 Liste der 128 Mönche unter Ebroin 841-847. — Saint-Denis: Felibien, Preuves p. 207-219. Delisle, Sacram. p. 388 aus dem Sacram. Lat. 2290. — Argenteuil: Mabillon, Acta SS. O. S. B. III, 2. 364. — St. Maur des fossés. Fragm. ed. Prou, Mém. de la Soc. de l'hist. de Paris XIV (1887), p. 209-238. — Corbeil, Saint-Spire: Mém. de la Soc. de Rambouillet VI, 148-173.
Chartres: Cartulaire de Notre-Dame-de-Chartres III (Chartr. 1865), 1-226, par MM. de Lépinois et Merlet.
Meaux: Verschiedene bei Toussaint Duplessis, Hist. de l'église de Meaux II.
Fleury: Mart. Coll. VI. 650-652.
Orléans, St. Avit: Vignat, Cartul. du Chapitre etc. Orl. 1888.
Auxerre: Mart. Coll. VI, 685. Vollständiger bei Lebeuf, Mémoires d'Auxerre II. App. p. 246-259. Nouvelle édition par MM. Challe et Quentin, IV, 8-21. — La Charité sur Loire publ. par M. de l'Espinasse, 1887.
Troyes: Collection des doc. inédits relatifs à la ville et la Champagne mérid. publ. par la Soc. acad. de l'Aube, Voll. II (Troyes 1882) von Lalore. Vgl. auch über andere dessen Collection des principaux obituaires du dioc. de Troyes.
ERZBISTHUM ROUEN.
Rouen: Recueil des Historiens des Gaules XXIII (1876), 357-370: Hospit. Mariae Magdalenae p. 415. — Jumièges: ib. 417-423. — Le Bec: Recueil XXIII. 576-582, vgl. L. Delisle, Bibl. de l'École des ch. 1876, S. 521. — Sainte-Foy de Longueville: Recueil XXIII, 432-438. — Eu (Auga): ib. 449-451. — Le Tréport (Ulterior portus): ib. 451.
Évreux: ib. 460-475. — Lyre: ib. 470-475. — La Croix-Saint-Leufroy: ib. 475-480.
Saint-Évroul (Utica d. Lexov.): ib. 484-491.
Lessay (S. Trinit. de Exaquio d. Const.): ib. 546. — Hôtel-Dieu de Saint-Lô: ib. 547-549. — La Périne (Perrinense): ib. 549-553. — Montebourg: ib. 553-556.
Mont-Saint-Michel (d. Abrinc.): Delisle, Sacram. p. 389. — Saint-Évroul de Mortaing: Recueil XXIII, 582.
Saint-Martin de Séez: Fragm. bei Delisles Instruct. p. 82.
ERZBISTHUM TOURS.
Tours: Martyrologium Usuardi ad usum ecclesiae Turonensis cum obitibus et fundationibus (saec. XIII). par M. l'abbé Bourassé, in den Mémoires de la Societé Archéologique de Touraine XVII (Tours 1865), S. 16-82. — Necrologium b. Martini Turon. et Majoris monasterii obituarium, publ. (schlecht) par M. Nobilleau, Tours 1875. — Necrol. S. Juliani Turon. Mém. etc. XXIII (1873), S. 242 ff. von Quincarlet.
ERZBISTHUM BORDEAUX.
Bordeaux: Obituaires de l'église Saint-André de Bordeaux (13. u. 14. Jahrhundert), Archives hist. de la Gironde XVIII, 1-260.
Fontévraud (Poitiers): Pavillon, Vie de Robert d'Arbrissel, p. 577; ib. p. 563 ex martyrol. prioratus de Fontanis ord. Fontebraldensis.
ERZBISTHUM BOURGES.
Châteauroux, Cordeliers (1213-1782): par Hubert, Paris, Dicard 1886.
Limoges: Labbe, Bibliotheca nova II, 759-763. Documents hist. concernant principalement la Marche et le Limousin, par A. Leroux, E. Molinier et Ant. Thomas, Tome I. 1883. Duplès-Agier, Chroniques de St. Martial de Limoges.
Tulle: Obituaire de la cath. publ. par M. Clément Simon, Bulletin de la Soc. scientif. de la Corrèze XI (1889), p. 478-497.
ERZBISTHUM NARBONNE.
Narbonne: Neue Ausgabe der Hist. de Languedoc VIII, 251-258. — Carcassonne: Mahul, Cartulaire de Carcassonne.
V. England.
Canterbury: Wharton, Anglia Sacra I, 52-54. Stubbs, Chronicles II, 557.
London, St. Paul: Documents of St. Paul, ed. Simpson (Camden Soc. 1880), p. 61 ff.
Lincoln: Giraldi Cambr. Opera ed. Dimock, VII (1877).
Durham: Publications of the Surtees Society, XXXI (1856).
Glasgow: Publ. of the Bannatyne Club, vol. 79, II, 614.
Aberdeen: Publ. of the Maitland Club, vol. 63, Registr. ep. Aberd. II, p. 1 u. 207.
Dublin: The book of obits, ed. Crosthwaite, Dubl. 1844. 4.
VI. Dennemark.
Fragment aus einem Cistercienserkloster s. XII e cod. Berol. theol. f. 149 Ed. H. Wesemann, Jahrbücher für Landeskunde von Schleswig-Holstein X (Kiel 1869), S. 262-270. — Aus einem Psalterium Franks, Archaeologia XLVI, 246.
Kopenhagen: Langebek, SS. Dan. VIII. 538-550.
Lund: ib. III, 434-465. 474-579. IV, 27-66.
Lygumkloster: ib. IV, 578-587.
Nestved: ib. IV, 298-318.
Ripen: ib. V. 534-570.
Rothschild: ib. III, 266-275.
Norwegen: ib. V, 385. 386.
Island: ib. II, 504-519. VIII, 552-568.
Wisby: ib. VI, 557-566.
Aus einem Necrolog von Barcelona NA. VI, 235; von Monte Aragon ib. 280.
[1] Die Necrologien von Constanz, Cur u. Augsburg hat L. Baumann, MG. Necrologia Germ. I (1888), herausgegeben, jedoch abgekürzt und nach 1300 nur im Auszug, so daß für Localgeschichte die besonderen Ausgaben ihren Werth behalten.
[2] Ueber diese drei Bisthümer gibt A. Molinier, Les Obituaires Français au Moyen Age (Paris 1890) S. 213-218 den Nachweis der Handschriften.
[3] Hierfür ist A. Molinier, Les Obituaires Français p. 157-350, zu vergleichen, wo auch die handschriftlich vorhandenen und irgendwo benutzten nachgewiesen sind.
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- Aachen. [280];
- Necrol. [446].
- Aarau, Necrolog. [439].
- Abbo, Abt v. Fleury. [416]. [417].
- — von St. Germain. [299].
- Abdinghof, Necrol. [445].
- Aberdeen, Necrol. [459].
- Ablavius. [67].
- Abraham (957-994) B. v. Freising. [405].
- — Jacobson. [333].
- Acta abb. Fuld. [240];
- Adalbaldus artifex. [160].
- Adalbero (966-988) Erzb. v. Reims. [411].
- — (887-910) B. v. Augsb. [260]. [287].
- — I (929-962) B. v. Metz. [369]. [372].
- — II (984-1005) B. v. Metz. [344]. [372]. [373]. [375].
- — vas librorum. [405].
- Adalbert (968-981) Erzb. v. Magd. [351]. [367]. [368].
- — (982-997) B. v. Prag. [353]. [354]. [435]. [436].
- — Abt v. Echternach. [366].
- Adalbold (1010-1026) B. v. Utrecht. [361]. [389]-391.
- Adalgis, Priester. [279]. [280].
- Adalhard, Abt v. Corbie. [250].
- mdash; B. v. Ivrea. [311].
- Adalheid, Kaiserin. [320].
- Adalram (821-836) Erzb. v. Salzburg. [221]. [292].
- Adam, Abt v. Masmünster. [152].
- Adelberg, Necrol. [439].
- Adelperga. [166].
- Adelerius von Fleury. [417].
- Ademar v. Chabannes. [303].
- Adhemar, Aquit. Mönch. [210].
- Admunt, Necrolog. [450].
- Ado, Erzb. v. Vienne. [219]. [257];
- Martyrol. [60].
- Adrevald (Adalbert) v. Fleury. [417].
- Adso, Abt v. Montierender. [317]. [320]. [377]. [378].
- Adventius (858-875) B. v. Metz. [268].
- Adventus S. Benedicti. [417].
- — S. Landoaldi. [385].
- — SS. Wandregisili, Ansberti et Vulfranni. [384].
- Aedde Stephanus. [132].
- Aeneas Silvius. [2]. [6].
- Aethicus. [111].
- Agius. [255].
- Agnellus. [309].
- Agnes, Pfalzgr. v. Weimar. [321].
- Agobardi Apologeticus. [211].
- Aimoin v. Fleury. [109]. [110]. [299]. [417]-419.
- Albrich, St. Galler Mönch. [287].
- Albuinus heremita. [363].
- Albwin, Abt v. Nienburg. [253].
- Alcuin. [148]. 152 ff.;
- Aldebald von Cluny. [422].
- Alderich, Erzb. v. Sens. [163]. [236]. [257]. [294].
- Aldrich, B. von Le Mans. [302].
- Alpert v. Metz. [374]. [375].
- Altenzelle, Necrolog. [448].
- Altfrid (839-849) B. v. Münster. [245].
- Aluberht, Bischof. [244].
- Alvarus Pelagius. [6].
- Amalarius (809-814) Erzb. v. Trier. [257].
- Amalrich, Erzb. v. Tours. [300].
- Ambricho (864-899) B. v. Regensb. [289].
- Amelungsborn, Necrolog. [444].
- Amersfoort. [374].
- Amiens, Necrolog. [457].
- Amorbach. Necrolog. [443].
- Anamodus. [289].
- Anastasius bibliothecarius. [304].
- Anchin, Necrolog. [457].
- Andennes, Necrolog. [446].
- Andreas, Abt v. Michelsberg. [87].
- — presb. Bergom. [309].
- — Dandolo. [432]. [433].
- — von Fleury. [418].
- Angelomus. [326].
- Angelsachsen. [130] ff.
- Angilbert, Abt v. Corbie. [171].
- — Abt von St. Riquier. [171]-178. [216].
- — Ritter. [215].
- Angilram (769-791) B. v. Metz. [168]. [172]. [196].
- — Abt von St. Riquier. [173].
- Aniane. [206]. [210].
- Annales Alamannici. [147]. [148]. [286]. [368]. [393];
- — Barcinon. [298];
- — chronographi vet. [131];
- — Einhardi. [197]. [201];
- — Flaviniac. [146];
- — Guelferbytani. [147].
- — Halb. [345];
- — Juvavenses. [149].
- — Laubac. [141];
- — Masciac. [299];
- — Nazar. [147]. [148];
- — Petaviani. [141]. [144]. [145];
- — Quedl. [340]-344. [358];
- Rem. [409].
- — Salisb. [149].
- — Sanctae Columbae Sen. [419].
- — Sancti Amandi. [141];
- Bertini. [382];
- Blasii necrol. [63];
- Bonifatii. [241];
- breviss. [241];
- Dionysii Rem. [409];
- Emm. [149];
- breviss. [401];
- Gall. Bal. [141];
- Regum. [141];
- br. [287]. [394];
- breviss. [287];
- maj. [393];
- Germ. Paris. [48];
- Maximini. [363];
- Medardi Suess. [199];
- Meginradi. [394];
- Nicasii Rem. [409];
- Petri Col. [263];
- Quintini. [188]. [298];
- Victoris Massil. [205]. [298].
- — Sith. [224]-226;
- — Vedastini. [297];
- Annalium veterum fragmenta. [203].
- Annius Viterbiensis. [8].
- Arno (884-916) B. v. Freising. [288].
- — (950-978) B. v. Worms. [364].
- Anonymus Cuspiniani. [55];
- Ansbach, Necrolog. [443].
- Anscher. [174]. [175].
- Ansibert, B. v. Rouen. [114].
- Anskar (831-865) Erzb. v. Hamburg. [247]-249.
- Anso, Abt v. Lobbes. [130].
- Antrich, Freisinger Lehrer. [405].
- Aosta, Necrolog. [455].
- Apollinarius Sidonius. [88].
- Aquilegia. [216];
- Evang. [65].
- Ardo Smaragdus. [210].
- Argenteuil, Necrolog [458].
- Aribo (764-783) B. v. Freising. [123]. [154].
- Arichis. [166]. [169].
- Arles. [57].
- Arn (785-821) Erzb. v. Salzb. [149]. [154]. [158]. [195]
- — (855-893) B. v. Würzburg. [290].
- Arnstein. Necrolog. [452].
- Arnulf (996-1023) B. v. Halb. [345].
- — Graf von Flandern. [384]. [386]. [388]. [389].
- Arx, Ildefons von. [22].
- Aspert (891-893) B. v. Regensb. [289].
- Astronomus. [210].
- Atri, Necrolog. [457].
- Atto, B. v. Vercelli. [430].
- Au, Necrolog. [450].
- Auctarium Prosperi. [82].
- Audoenus. [114].
- Audradus Modicus. [216].
- Augsburg. [287]. [399]-401;
- Necrol. [442].
- Ausonius. [88].
- Autun, Necrolog. [454].
- Auxerre. [302];
- Necrolog. [458].
- Auxilius. [305].
- Aventin. [5].
- Azo, B. v. Ivrea. [310].
- B, sächsischer Priester. [380].
- Baehr. [33].
- Balderich II. (1008-1018) B. v. Lütt. [391].
- — (970-987) B. v. Speier. [323].
- — (917-976) B. v. Utrecht. [376]. [377].
- Baldo, Salzburger Lehrer. [269]. [292].
- Balthard, Abt v. Hersfeld. [241].
- Balther. [121].
- Balzani, Ugo. [12].
- Bamberg. [319]. [391];
- Necrolog. [443].
- Banz, Necrolog. [443].
- Barcelona, Necrolog. [460].
- Baronius. [9].
- Basel, Necrolog. [454].
- Baturich (817-848) B. v. Regensb. [289].
- Baudonivia. [92].
- Baugulf, Abt v. Fulda. [231].
- Baumburg, Necrolog. [450].
- Beatus Rhenanus. [7].
- Beaune, Necrolog. [454].
- Bebo, Diaconus. [319].
- Beda. [130]. [131];
- Benedict, Abt v. Aniane. [205].
- — Grammatiker. [404].
- — von St. Andrea. [430].
- Benedictbeuern. [404];
- Necrol. [442].
- Benedictus levita. [22]. [242].
- Benevent. [307].
- Beornrad, Erzb. v. Sens. [235].
- Bergamo, Necrolog. [455].
- Bergen, Necrolog. [442].
- Bergh-Saint-Vinoc. [383].
- Bernardus, rex Italiae. [278].
- Berner von St. Remi. [413].
- Bernold (821-840) B. v. Strassb. [279].
- Bernowin. [171].
- Bernward (992-1022) B. v. Hildesheim. [318]. [346]-349.
- Beromünster, Necrolog. [439].
- Bertharius Virdun. [267]. [377].
- Besançon, Necrolog. [454].
- Bethmann, C. L. [23].
- Bischofsheim. [137]. [232].
- Bischofszell, Necrolog. [439].
- Biso (886-908) B. v. Paderborn. [253].
- Blandigny, Saint-Pierre au mont Blandin de Gand. [384]-386. [388]. [413].
- Blaubeuren, Necrolog. [439].
- Bleidenstadt. [240];
- Necrol. [437].
- Bluhme [22].
- Blumenthal, Necrolog. [446].
- Bobio. [116]. [118]. [216]. [428].
- Bobolenus. [120].
- Boeddeken. [253].
- Boehmer. [30].
- Boethius. [66].
- Bolland. [10].
- Bologna, Necrolog. [456].
- Bonifatius. [134]-136. [238]. [282]. [375].
- Bordeaux, Necrolog. [459].
- Boretius, Alfred. [22]. [23].
- Bouquet. [12]. [26].
- Bovo, Abt v. Corvey. [254]. [255].
- Boyneburg. [13].
- Braunschweig, Necrolog. [444].
- Bremen. [247]. [248];
- Necrolog [447].
- Brescia, Necrolog. [456].
- Breslau, Necrolog. [448].
- Breves notitiae Salisb. [158].
- Breviarium historiale. [2].
- Brogne. [387]-389;
- Necrolog. [446].
- Brouwer. [9].
- Brügge, Necrolog. [457].
- Brühl, Necrolog. [445].
- Brun (940-962) Erzb. v. Cöln. [321]-323. [360]-361.
- — Abt v. Magdeb. u. Nienburg. [353].
- Brun-Bonifacius, Erzb. [354]. [355]. [436].
- Brunellus. [6].
- Brunwart, Abt v. Hersfeld. [241].
- Brunnbach, Necrolog. [443].
- Bruun Candidus. [232]-234.
- Büchler. [18].
- Bun, Abt v. Hersfeld. [241].
- Burchard (1000-1025) B. v. Worms. [392].
- Burtscheid, Necrolog. [446].
- Canisius, Heinrich. [9].
- Canterbury, Necrolog. [459].
- Carmen de S. Bavone. [385].
- Carmina Centulensia. [301].
- Caroli M. Expeditio hisp. [188].
- Carolus Magnus. [150] ff. [277]. [278];
- et Leo III. [176].
- — II. Calvus. [294]. [300].
- — III. [273].
- Casale S. Evasii, Necrolog. [455].
- Cassiodor. [65]-72;
- Casus S. Galli. [268]. [394].
- Catalogus Brixiensis [310].
- — Pontt. Rom. [55]. [58]. [59];
- — archiepp. Lugd. [299];
- Catal. epp. Ambian. [382];
- — abb. Aug. [269];
- — praepositorum S. Audomari. [382].
- Celtis. [3]. [4].
- Centuriatoren. [8].
- Chartres, Necrolog. [458].
- Château-Chalon, Necrolog. [454].
- Châteauroux, Necrolog. [459].
- Chelles. [114]. [300].
- Chemnitz, Necrolog. [448].
- Chiemsee, Necrolog. [450].
- Childebrand. [126].
- Childerich. [89].
- Chilperich. [90].
- Christian, Abt v. St. Pantaleon. [362].
- — v. Stablo. [267].
- Chrodegang (742-766) B. v. Metz. [144]. [191].
- Chronica de sex aetatibus mundi. [205].
- — S. Benedicti. [307].
- Chronicon ad a. [334]. [54];
- ad a. 796. [204]. [226];
- ad a. 805. [196]. [202]. [203]. [298];
- univ. ad a. 741. [129]. [201]. [202];
- Altinate. [433];
- Aquitan. [205]. [299];
- Augustanum. [82];
- breve Alam. [204];
- Brix. [310];
- Canisianum. [82];
- Cuspiniani. [55];
- de gestis Norm. [292]. [420];
- Floriac. [417];
- Fontanell. [220];
- Fuld. perd. [241];
- Gothanum. [164];
- Gradense. [432];
- imperiale. [83];
- Lauson. Chartul. [146];
- Moissiac. [205];
- Nonant. [434];
- paschale. [58];
- Pithoeanum. [83];
- Sagornini. [432];
- Salern. [431];
- S. Petri vivi. [420];
- S. Victoris. [205];
- Ulricianum. [82];
- Vedast. [298];
- Venetum. [432].
- Chunibert, Lehrer in Salzburg. [404].
- Churrer, Caspar. [7].
- Cismar, Necrolog. [447].
- Cividale, Necrolog. [456].
- Clairvaux, Necrolog. [454].
- Clarenthal, Necrolog. [437].
- Clarius, Mönch in Sens. [420].
- Claudius v. Turin. [155]. [205]. [207].
- Clausula de Pippino. [127].
- Clemens Scottus. [155];
- Cluny. [421]. [422].
- Coblenz, Castorstift. [65].
- Codex Carolinus. [190];
- Cod. epistolaris Fuld. [234].
- Coeln. [263]. [360]-363;
- Necrol. [445].
- Colbatz, Necrolog. [447].
- Columban. [116]-119.
- Compilatio Fuld. [240]. [241]. [368].
- Conquestio dom. Chludovici. [211].
- Conrad I, König. [273].
- — (934-976) B. v. Constanz. [398].
- — von Hirschau. [87].
- — von St. Avold. [373].
- — B. Pilgrims Sänger. [406].
- Conring. [13].
- Constantin, Abt von St. Symphorian. [373]. [374].
- Constantinus scholasticus. [418].
- — Porphyrogenitus. [424].
- Constantius Luxoviensis. [319]. [399].
- Constanz. [269]. [398];
- Necrol. [439].
- Constructio Farfensis. [309].
- Consularia Constantinop. [58];
- Italica. [55].
- Continuator Reginonis. [367]-369.
- Contzen. [33].
- Conversio Carantanorum. [291].
- Corbeil, Necrolog. [458].
- Corbie. [114]. [118]. [249]-252;
- Necrol. [457].
- Cornelius. [30].
- Corvey. [249]-255. [319]. [328]-333. [359]. [360].
- Cosmographia anon. Rav. [67].
- Cozroh. [288].
- Crantz. [149]. [204].
- Cremona, Necrolog. [456].
- Cuono von St. Avold. [373].
- Cur, Necrolog. [441].
- Cuspinian. [3]. [5]. [55].
- Cysoing. [174].
- Czarnowanz, Necrolog. [449].
- D'Achery [11].
- Dado (880-923) B. v. Verdun. [267]. [275].
- Dahlmann. [22]. [33].
- Dedicatio St. Petri Bab. [391].
- Deggingen, Necrolog. [442].
- De imp. pot. in Urbe Roma. [429].
- Denkendorf, Necrolog. [439].
- Derneburg, Necrolog. [444].
- Deuil. [389].
- Deutscher Orden, Necrolog. [449].
- Deutz, Necrolog. [445].
- Dicuil., [151].
- Diederich, Hersf. Mönch., [118].
- Diekamp., [30].
- Diessen, Necrolog., [442].
- Dietkirchen, Necrolog., [452].
- Dijon, Necrolog., [454].
- Dionysius chronographus. [128].
- — exiguus. [58].
- Diptycha. [64].
- Diptychon St. Maximini. [364].
- Dodanae liber manualis. [211].
- Domus Carol. Genealogia. [168].
- Donat v. Fiesole. [153].
- Donauwörth, Necrolog. [442].
- Dortmund. [174].
- Drogo von Bergh-St. Vinoc. [383].
- Drübeck, Necrolog. [444].
- Dubduin. [271].
- Dublin, Necrolog. [459].
- Du Chesne. [12].
- Dudo von St. Quentin. [420].
- Duemge. [18].
- Duemmler. [24].
- Dürrenstein, Necrolog. [451].
- Düsseldorf, Necrolog. [445].
- Dungal. [153]. [157]. [292].
- Durham, Necrolog. [459].
- Dysibod. [40].
- Eberbach, Necrolog. [437].
- Eberhard, Markgr. v. Friaul. [174].
- Eberhart v. Gandersheim. [337].
- Eberndorf, Necrolog. [450].
- Ebersberg, Necrolog. [450].
- Ebo, Erzb. v. Reims. [296].
- Ebrach, Necrolog. [443].
- Ebrachar (959-971) B. v. Lüttich. [380].
- Ebrardus. [168].
- Eburnant v. Hornbach. [374].
- Ecbasis captivi. [377].
- Echternach. [132];
- Necrolog. [452].
- Eckhart. [15]. [16].
- Egbert (977-993) Erzb. v. Trier. [365]. [366].
- Egebert, Lütticher Lehrer. [389].
- Eginhard u. Emma. [174].
- Eginold, Abt v. Gorze. [369].
- Egmond. [262]. [366];
- Necrolog. [446].
- Eichstedt. [290]. [406];
- Necrolog. [442].
- Eigil, Erzb. v. Sens. [258].
- — Abt von Fulda. [232].
- Eika, Alteneyk. [266].
- Einhard. [178]-189. [226]. [223];
- Ann. [197]-201.
- Einsiedeln. [286];
- Necrolog., [439].
- Ekkehard d. Rothe, Domscholaster in Magdeburg., [351].
- — I in Sanctgallen. [395].
- — II palatinus. [316]. [317].
- — IV. [269]. [393]-395.
- Elevatio S. Bavonis., [386].
- — Macharii. [386].
- Elias, B. v. Angoulême. [301].
- — Abt v. Gr. St. Martin. [361].
- Ellwangen. [282];
- Necrolog. [442].
- Elogium Liberii papae. [59].
- Elten, Necrolog. [446].
- Endlicher. [30].
- Engelberg, Necrolog. [439].
- Engelmod v. Corbie. [252].
- Engelport, Necrolog. [437].
- Engilmar, Abt. [291].
- Enhardus. [226].
- Ennodius. [48]. [72].
- Epistola Adelardi Blandin. [388];
- Epistolae Alati. [291].
- — Austrasicae. [110].
- Epitaphium Adalberonis II. [373];
- Adalheidis imp. [423];
- Aggiardi. [188];
- Ansae reg. [166];
- Bavonis. [132]. [386];
- Bened. VII. [430];
- Bernaldi. [278];
- Brun. Col. [361];
- Chrodegangi. [371];
- Ebracharii. [100];
- Germani. [91];
- Geroldi. [278];
- Gregorii V. [392];
- Heinrici com. [261];
- Lotharii I. [216];
- Lud. II. imp. [216];
- Lulli. [137];
- Mich. Rat. [401];
- Ott. M. [423];
- Pacifici. [311];
- Petri abb. [310];
- Ratoldi. [251];
- Ricfridi. [376];
- Rud. diac. [362];
- Rutlandi. [188];
- Sendebaldi. [371];
- Walahfr. [281];
- Warentrudis. [222].
- Erchanbald (882-912) B. v. Eichstedt. [290].
- — (965-991) B. v. Strassb., [398]. [399].
- Erchanberti Breviarium. [219];
- Cont. [273].
- Erchempert von Montecassino. [61]. [307].
- Erectio Magdeburg. [357].
- Erfurt, Necrolog. [437].
- Erich, Herzog. [216].
- Erinfrid v. Fulda. [231].
- Erlebold, Abt von Reichenau. [277]. [279]. [280]. [283].
- Ermenrich v. Ellwangen. [282]-284. [290].
- Ermoldus Nigellus. [208].
- Erstein im Elsass. [299].
- Essen, Necrolog. [445].
- Etival, Necrolog. [453].
- Eu, Necrolog. [458].
- Eugenius Vulgarius. [305].
- Eugippius. [44]-49.
- Eusebius. [52].
- Everger (985-999) Erzb. v. Cöln. [362].
- Evreux, Necrolog. [458].
- Ewald, Paul. [33].
- Excerptum ex Chron. Orosii. [57].
- Fabricius, J. A. [16].
- Fahr, Necrolog. [439].
- Farfa. [309].
- Fasti consulares, Rav. [55]-57;
- Vindobon. [55].
- Faustinus. [155].
- Faviana. [50].
- Feldbach, Necrolog. [439].
- Feldwerth, Necrolog. [447].
- Feuchtwangen. [400].
- Ficker, Julius. [30]. [31].
- Fiducia. [172].
- Fincke, J. P. [16].
- Fingen, Schottenabt. [372].
- Flacius Illyricus. [6]. [8].
- Flavianus. [165].
- Flavigny. [202]. [259].
- Fleury. [416]-418;
- Necrolog. [458].
- Flodoardus. [409]-411.
- Florbert, Abt v. Gent. [384]. [386].
- Florennes, Necrolog. [446].
- Florenz, Necrolog. [456].
- Flores temporum. [2].
- Florus diac. Lugdun. [60]. [211].
- Foecunda ratis. [389].
- Folcmar (965-969) Erzb. v. Coeln. [361]. [362].
- Folcwin, Abt v. Lobbes u. St. Bertin. [381]. [382].
- Fontévraud, Necrolog. [459].
- Forchheim, Necrolog. [443].
- Formulae. [110];
- Fragmentum Chesnianum. [145]. [204].
- — de Arnulfo duce. [403];
- — ex libro aureo Eptern. [128];
- ex membr. Floriac. [417].
- Franco (854-901) B. v. Lüttich. [266].
- Francorum regum historia. [219].
- Frankenchronik, Lorscher. [204].
- Fraubrunnen, Necrolog. [439].
- Frauenbildung. [320]. [321].
- Frauenburg, Necrolog. [449].
- Frauenthal, Necrolog. [439].
- Frecht, Martin. [7].
- Frechulf, B. v. Lisieux. [217].
- Freckenhorst. [246].
- Fredegar. [104]-107;
- Cont. [126]-128.
- Fredigardus. [301].
- Freher. [16].
- Freiburg, Necrolog. [439].
- Freising. [122]. [123]. [154]. [288]. [405];
- Necrolog. [450].
- Freudenthal, Necrolog. [456].
- Friderich (954-990) Erzb. v. Salzb. [404].
- — (-838) B. v. Utrecht. [390].
- Fridugis. [160].
- Friedrich, J. [41].
- Fritzlar, Necrolog. [438].
- Frodebert, B. v. Tours. [111].
- Frothar (813-848) B. v. Toul. [268].
- Froumund. [403]. [404].
- Fürstenfeld, Necrolog. [451].
- Füssen. [284];
- Necrolog. [442].
- Fulco (882-900) Erzb. v. Reims. [216]. [407].
- Fulda. [150]. [180]. [205]. [223]-241;
- Necrolog., [438].
- Fultenbach, Necrolog. [442].
- Fundatio Blandin. [384];
- Galiffe. [34].
- Gallus. [119]. [120].
- Gallus Ohem. [276].
- Gaming, Necrolog. [451].
- Gandersheim. [255]. [256]. [334]-337.
- Garemann, Abt v. Hornbach. [374].
- Gars, Necrolog. [450].
- Gauderich, B. v. Velletri. [303].
- Gauzelin (922-963) B. v. Toul. [377].
- Gebhard (996-999) B. v. Augsb. [401].
- Gebehard II (980-995) B. v. Constanz. [398].
- Geddo, Lehrer in Magdeburg. [351].
- Geiß, Necrolog. [439].
- Genealogia S. Arnulfi. [168];
- Genf, Necrolog. [454].
- Gengenbach, Necrolog. [439].
- Gent. [384]-386.
- Genua, Necrolog. [455].
- Geographus Bawarus. [289].
- Gerbert (Silvester II). [317]. [318]. [372]. [411]. [412].
- Gerbirg, Aebt. v. Gandersheim. [321]. [334].
- Gerfrid (809-839) B. v. Münster. [246].
- Gerhard (963-994) B. v. Toul. [377].
- — Abt v. Brogne. [387]-389.
- — Abt v. Seon. [319].
- — Augsburger Priester. [400].
- Germain. [11].
- Gero (969-976) Erzb. v. Coeln. [362].
- Gerold, Graf. [278].
- Gerresheim, Necrolog. [444].
- Geseke, Necrolog. [445].
- Gesta Aldrici Cenom. [303];
- — Pontt. Rom. [59]. [303]. [430].
- — archiepp. Magd. [352]. [353].
- — epp. Autisiod. [302];
- — abb. Fontanell. [220];
- Giesebrecht. [34].
- Girard von Rossillon. [299].
- Gisiler (981-1004) Erzb. v. Magd. [351].
- Gladbach, Necrolog. [445].
- Glanfeuil. [300].
- Glasgow, Necrolog. [459].
- Glatz, Necrolog. [443].
- Glossae Salomonis. [275].
- Gnesen. [353].
- Godefrid (950-961) B. v. Speier. [323].
- Godehard (1022-1038) B. v. Hild. [405].
- Goderamnus, Abt in Hild. [348].
- Godesscalk (994-1006) B. v. Freis. [405].
- — can. Leod. [264].
- — Ketzer. [215]. [237].
- — Kalligraph. [152].
- Goerlitz, Necrolog. [448].
- Gogo. [110].
- Goldmann. [35].
- Gorze. [369]-371.
- Gottesthal, Necrolog. [438].
- Gozbald (841-855) B. v. Würzburg. [222]. [282]. [283]. [289]. [290].
- Gozbert, Abt v. Hersfeld. [341].
- — Abt v. St. Gallen. [270].
- — dessen Neffe. [270].
- Gozpert, Abt von Tegernsee. [403].
- Grafschaft, Necrolog. [445].
- Grandval, Granfelden. [120]. [271]. [302].
- Graphia aureae urbis Romae. [429].
- Grautoff. [30].
- Gregorii I. Dialogi. [171].
- Gregor V. [392].
- — Turon. [92]-101;
- hist. epit. [105].
- — v. Utrecht. [244].
- Grenoble, Necrolog. [454].
- Gretser. [9].
- Griechen. [322].
- Grimald, Abt v. St. Gallen. [222]. [268]. [271]. [279]. [280]. [282]. [283].
- Gudinus. [319].
- Günthersthal, Necrolog. [439].
- Guido Pisanus. [67].
- Guimann von St. Vaast. [298].
- Guines, Necrolog. [457].
- Gumpold, B. v. Mantua. [434].
- Gundram, k. Caplan. [282].
- Gunthar (849-863) Erzb. v. Coeln. [263].
- — (1024-1025) Erzb. v. Salzb. [404].
- Gunzo von Novara. [315]. [316].
- Gurk, Necrolog. [450].
- Gutstadt, Necrolog. [449].
- Haeusser, L. [34].
- Hailsbronn, Necrolog. [443].
- Haimin von St. Vaast. [297].
- Haimo (840-853) B. v. Halb. [344].
- — von Auxerre. [302].
- Halberstadt. [344]. [345]. [357];
- Nec. [444].
- Halle, Necrolog. [448].
- Hamberger. [16].
- Hamburg. [248];
- Necrolog. [447].
- Hameln. [136];
- Necrolog. [447].
- Hariulf. [172]. [301].
- Hartgar (840-854) B. v. Lüttich. [266].
- Hartmann, Abt v. St. Gallen. [394].
- — Mönch in St. Gallen. [273]. [396].
- — Schedel. [2].
- Hartmut, Abt v. St. Gallen. [271].
- Haslach. [120].
- Hathumod. [255].
- Hatto (891-913) Erzb. v. Mainz. [243]. [260].
- — I, Abt v. Fulda. [235].
- — III, Abt v. Fulda. [416].
- Hazecha v. Quedlinburg. [321]. [324].
- Hedwig, Herzogin v. Schwaben. [320].
- Heerwagen. [7].
- Hegel, Karl. [30].
- Heidenfeld, Necrolog. [443].
- Heidenheim. [137].
- Heiligenkreuz, Necrolog. [451].
- Heimo (991-1024) B. v. Verdun. [377].
- Heinrich II, Kaiser. [319].
- — (956-964) Erzb. v. Trier. [401]
- — Gandavensis. [86].
- Heinrichau, Necrolog. [449].
- Heinsberg, Necrolog. [446].
- Heirich v. Auxerre. [301].
- Heito (800-823) B. v. Basel. [276]. [277]. [280].
- Helisachar. [217].
- Helmold. [7].
- Henschen. Gotfrietl. [10].
- Herford. [252]. [253]. [337]. [338].
- Heribert (999-1021) Erzb. v. Coeln. [363].
- Heriger, Abt v. Lobbes. [382]. [383]. [385].
- Herimanni Aug. Martyrol. [61].
- Hermann, Wormser Cler. [392].
- Hermetschwil, Necrolog. [440].
- Hersfeld. [241].
- Herveus, Schatzmeister v. St. Martin. [417].
- Hetti (814-847) Erzb. v. Trier. [257].
- Hibernicus exul. [153].
- Hieronymi Chron. [53];
- Hildebold, Erzb. v. Coeln. [263]. [267].
- — B. v. Soissons. [302].
- Hildebold, Lehrer. [377].
- Hildegar, B. v. Meaux. [112].
- Hildegrim (853-888) B. v. Halb. [246].
- Hildesheim. [345]-350;
- Necrol. [444].
- Hildeward (968-996) B. v. Halb. [344].
- Hilduin (842-849) Erzb. v. Coeln. [263].
- — Abt v. St. Denis. [236].
- Hincmar, Erzb. v. Reims. [295]. [296];
- de ord. pal. [252].
- — B. v. Laon. [296].
- Hinschius. [22].
- Hippolytus Portuensis. [54].
- Historia Abb. Agaun. [103];
- Historiae Francorum Steinveld. [168].
- Hitto (810-835) B. v. Freising. [288].
- Hitzkirch, Necrolog. [440].
- Hofannalen. [145].
- Hofen, Necrolog. [440].
- Hofschule. [156]. [222]. [236]. [294]. [322].
- Hohenfurt, Necrolog. [443].
- Hohenwart, Necrolog. [442].
- Holder-Egger. [27].
- Honau, Necrolog. [439].
- Honorii Imago mundi. [2].
- Honorius de SS. eccl. [86].
- Hornbach. [275]. [374].
- Hôtel-Dieu de Saint-Lô. [458].
- Hrabanus Maurus. [60]. [222]. [234]-238.
- Hradisch, Necrolog. [444].
- Hrotrohc. [123].
- Hrotsuit. [334]-336.
- Hubald, Lütticher Lehrer. [380].
- Huber, Alfons. [31].
- Hubert (708-727) B. v. Lüttich. [265].
- — Priester v. St. Vaast. [297].
- Hucbald v. St. Amand. [301]. [407]. [408].
- Hugo (942-989) Erzb. v. Rouen. [420].
- — (945-947) B. v. Lüttich. [363]. [380].
- — Abt v. Saint-Quentin. [215].
- — Archid. v. Tournay [417].
- — de S. Maria. [419].
- — v. Trimberg. [87].
- Huisburg, Necrolog. [444].
- Humbert (832-841) B. v. Würzburg. [290].
- Hunibald. [8].
- Huoggi, Abt v. Fulda. [240].
- Husward. [60].
- Huy. [174].
- Hydatius. [58]. [83].
- Ibrahîm-ibn-Jakûb. [333].
- Idacius (Hydatius). [58]. [83].
- Ildefons von Toledo. [86].
- Illatio S. Benedicti. [418].
- Ilsenburg, Necrolog. [444].
- Immo, B. v. Arezzo. [375]. [390].
- — Abt v. Gorze u. Prüm. [398].
- — Abt v. Münster. [395].
- — Abt v. St. Gallen. [395].
- — Abt v. Waussor. [372].
- Imperator. [330].
- Importunus, B. v. Paris. [111].
- Indiculus Arnonis. [158].
- Ingramnus, B. v. Laon. [199].
- Invectiva in Romam. [305].
- Inventio S. Gisleni. [388];
- Irland. [115]. [116].
- Irmingart, Kaiserin. [277]. [278].
- Irmintrud, Gem. Karls d. K. [300].
- Irsee, Necrolog. [442].
- Isarhofen. [290].
- Isidorus Hispalensis. [84]-86;
- Island, Necrolog. [460].
- Isny, Necrolog. [440].
- Iso von St. Gallen. [271]. [275].
- Israel, irl. Bischof. [322].
- Ivrea, Necrolog. [455].
- Jacobus Januensis. [61].
- Jaffé. [31]. [32].
- Janssen. [30].
- Jaszo, Necrolog. [449].
- Johannes Canaparius, Abt. [435].
- — Abt v. Gorze. [369]-371.
- — Abt v. Montecassino. [307].
- — Abt v. St. Arnulf. [370]. [371].
- — Abt v. St. Maximin. [395].
- — Biclariensis. [83].
- — Calaber. [318].
- — von Cluny. [422].
- — Fuldensis. [231].
- — diac. Neap. [307]. [308].
- — diac. Rom. [304].
- — Scotus. [300].
- — Trithemius. [2]. [8]. [86].
- — diac. Ven. [432].
- — Herzog v. Neapel. [308].
- Jonas, B. v. Orléans. [265].
- — v. Susa. [116]. [118]. [119].
- Jordanis. [5]. [65]. [72]-79.
- Joseph Anglicus. [153].
- — Lehrer. [300].
- Jotsaldus von Cluny. [423].
- Judith, Kaiserin. [218]. [280]. [295].
- Julian, B. v. Toledo. [84].
- Julius Africanus. [52].
- Jumièges, Necrolog. [458].
- Kaddroe, Abt. [372].
- Kaiserswerth, Necrolog. [445].
- Kaisheim, Necrolog. [442].
- Kalender. [55].
- Kaltenbrunner. [33].
- Kamenz, Necrolog. [449].
- Kammin, Necrolog. [447].
- Kaufungen, Necrolog. [438].
- Kempten. Necrolog. [440].
- Kentropp, Necrolog. [445].
- Klein Mariazell, Necrolog. [451].
- Klosterneuburg, Necrolog. [451].
- Knust. [22].
- Koenigsfelden, Necrolog. [440].
- Koner. [30].
- Kopenhagen, Necrolog. [460].
- Krakau, Necrolog. [449].
- Krause. [17].
- — Victor. [23].
- Krumau, Necrolog. [443].
- Kunigunde, Kaiserin. [321].
- Laach, Necrolog. [453].
- La Cava, Necrolog. [457].
- La Charité sur Loire, Necr. [458].
- La Chartreuse de la Lance. [454].
- La-Croix-Saint-Leufroy, Necr. [458].
- Lambert (-708) B. v. Mastricht. [264].
- — von Hersfeld. [7]. [17].
- Lammspring. [255]. [256].
- Landerich, B. v. Meaux. [110].
- Landshut, Necrolog. [451].
- Landulfus Sagax. [166].
- Langobarden. 164 ff.;
- Herkunft. [164].
- Laon, Necrolog. [457].
- La Périne, Necrolog. [458].
- Lappenberg. [23]. [30].
- Laufen am Neckar. [290].
- Laurentius Casin. [435].
- Lausanne. [146];
- Necrolog. [454].
- Laus Hispaniae. [86].
- Le Bec, Necrolog. [458].
- Lecce, Necrolog. [457].
- Legenda aurea. [61].
- Legenden. [61].
- Leibniz. [13]-16.
- Leidrad, B. v. Lyon. [154].
- Le Mans. [302].
- Leo VII. [409].
- — B. v. Vercelli. [430].
- — Abt u. Legat. [306]. [412].
- — Archipresbyter. [308].
- Leobgyth. [238].
- Leslau, Necrolog. [449].
- Lessais, Necrolog. [458].
- Le Tréport, Necrolog. [458].
- Leubus, Necrolog. [449].
- Liafwin. [133]. [246]. [386].
- Libellus de Maj. domus. [128]. [168].
- — supplex mon. Fuld. [232].
- Liber generationis. [54]. [104];
- Libri Carolini. [157]. [161].
- Lichtenthal, Necrolog. [438].
- Lieder. [36].
- Ligurinus. [4].
- Lilienfeld, Necrolog. [451].
- Limburg an der Lahn. Necr. [453].
- Limoges, Necrolog. [459].
- Lincoln, Necrolog. [459].
- Lindau, Necrolog. [440].
- Liudfrit, Lehrer in Salzburg. [404].
- Liudger (804-809) B. v. Münster. [243]-245.
- Liudprand. [372]. [423]-428.
- Liudulf, Mainzer Priester. [242].
- Liuphram (836-859) Erzb. v. Salzburg. [292].
- Lintbert (863-889) Erzb. v. Mainz. [228]. [229]. [243].
- — (849-871) B. v. Münster. [246].
- Liutbirg, Klausnerin. [254]. [320].
- Liuthard, Abt v. St. Gallen. [397].
- Liuthard, Probst. [267].
- Liutward v. Vercelli. [273].
- Livinus. [132]. [386].
- Lobbes. [130]. [381]. [382]. [392].
- Loewenfeld. [33].
- Loewenthal, Necrolog. [440].
- Lond, Necrolog. [449].
- London, Necrolog. [459].
- Lorch. [50].
- Lorenz, Ottokar. [35].
- Lorsch. [144]. [204];
- Necrolog. [438].
- Lothar, Kaiser. [281].
- Lubin, Necrolog. [449].
- Lucca, Necrolog. [456].
- Ludolf, Hiob. [14].
- Ludwig der Fromme. [277]. [278]. [294].
- — der Deutsche. [221]-223. [292].
- Ludwigsleich. [216].
- Lübeck, Necrolog. [447].
- Lüneburg, Necrolog. [444].
- Lüttich. [264]-266. [379]-383. [391];
- Necrol. [446].
- Lullus (754-786) Erzb. v. Mainz. [135] bis 137.
- Lund, Necrolog. [460].
- Lupold v. Bebenburg. [6].
- Lutra, Lure. [116].
- Luxeuil. [117]. [378].
- Luzern, Necrolog. [440].
- Lygumkloster, Necrolog. [460].
- Lyon, Necrolog. [454].
- Lyre, Necrolog. [458].
- Maassen. [26].
- Mabillon. [11].
- Madalwin. [50].
- Magdeburg. [350]-354. [357];
- Necrolog. [448].
- Magdenau, Necrolog. [440].
- Magno, Erzb. v. Sens. [156].
- Mahthild, Königin. [320]. [338]. [339].
- — Aebt. v. Quedl. [331]. [339].
- Mailand. [84]. [310];
- Necrol. [455].
- Mainz. [135]. [227]. [228]. [242]. [243]. [395];
- Necrolog. [437].
- Majolus, Abt v. Cluny. [422].
- Malmédy. [267].
- Manlius. [3].
- Manno, Probst. [294].
- Marcellinus comes. [56].
- Marchelm (Marcellinus). [133].
- Marchtbal, Necrolog. [440].
- Marculf. [110].
- Marcward, Abt v. Prüm. [257]. [258].
- Mariahof, Necrolog. [440].
- Marienberg bei Helmstedt. [444].
- Marienberg im Vintschgau, Necrolog. [441].
- Marienfeld, Necrolog. [447].
- Marienkron, Necrolog. [447].
- Marienstatt, Necrolog. [445].
- Marius Aventicensis. [83]. [102].
- Marseille, Necrolog. [453].
- Martinus Bracarensis. [84].
- Martyrium S. Procopii. [431].
- Martyrologien. [59]-61.
- Martyrologium Augiense. [60]. [276].
- Massai in Berry. [299].
- Matthaeus Palmerius. [82].
- Matthias Palmerius. [82].
- Mauriner. [11]. [12].
- Maximilian, Kaiser. [3]. [4].
- Maximian, B. v. Ravenna. [57]. [309].
- Maximus von Zaragoza. [86].
- Meaux, Necrolog. [458].
- Mediolani Descriptio. [165].
- Megingoz (791-794) B. v. Würzb. [135].
- Meginhard von Fulda, [228]. [229]. [239]. [240].
- Meginrat, h. [286].
- Mehrerau, Necrolog. [440].
- Meissen, Necrolog. [448].
- Melanchthon. [6]. [7].
- Melk, Necrolog. [451].
- Mencke. [16].
- Merkel, Joh. [22].
- Merseburg. [356]. [357];
- Necrolog. [448].
- Meseritz. [353].
- Metz. [105]. [144]. [168]. [203]. [268]. [369] bis 374;
- Necrol. [453].
- Michael (944-972) B. v. Regensburg. [401].
- Michaelbeuern, Necrolog. [450].
- Michelsberg. [416].
- Mico von St. Riquier. [301].
- Millstatt, Necrolog. [450].
- Milo von St. Amand. [407].
- Mirabilia Romae. [55].
- Miracula sanctae Adalheidis. [423];
- — sancti Adalberti. [354]. [436];
- — Basoli. [378];
- — Galli. [270];
- — Mansueti. [378];
- — Othmari. [271];
- — Sanctorum Fuld. [238].
- — Vedasti. [297];
- Modena, Necrolog. [456].
- Modestus. [234].
- Modoin, B. v. Autun. [156]. [281].
- Moellenbeck, Necrolog. [447].
- Moengal Marcellus. [271].
- Moissac. [206].
- Mombritius. [9].
- Mommsen. [24].
- Monachus Engolismensis. [200].
- — Sangallensis. [187].
- Mone. [30].
- Monheim. [290].
- Monte Aragon, Necrolog. [460].
- Montebourg, Necrolog. [448].
- Montecassino. [167]. [306]. [307]. [417]. [457].
- Montier-en-Der. [377].
- Mont-Saint-Michel, Necrolog. [458].
- Monumenta Germaniae. [17]-27.
- Monza, Necrolog. [455].
- Moriuth. [420].
- Mühlbacher. [31].
- Müller, Joh. [17].
- Münchsmünster, Necrolog. [451].
- Münsterbilsen, Necrolog. [446].
- Münster in Graubündten. [441].
- Münster in Westfalen. [245]. [447].
- Muratori. [11].
- Murbach. [147].
- Muri, Necrolog. [440].
- Namur, Necrolog. [446].
- Narbonne, Necrolog. [459].
- Narratio clericorum Rem. [296].
- Naso. [156].
- Naumburg, Necrolog. [448].
- Neapel. [305]. [307].
- Necrologien. [63]
- Neresheim, Necrolog. [442].
- Nestved, Necrolog. [460].
- Neuenheerse, Necrolog. [445].
- Neuenkamp, Necrolog. [447].
- Neunkirchen, Necrolog. [443].
- Neuweiler bei Zabern. [287].
- Neuwerk bei Halle, Necr. [448].
- Nibelung. [127].
- Nicolaus v. Siegen. [87].
- Nieder-Altaich. [289]. [405];
- Necrol. [452].
- Niedermünster. Regensb. [403].
- Niederschoenefeld, Necrol. [442].
- Nienburg. [353].
- Nithard. [174]. [212]-215.
- Nivelle. [129].
- Nonantula. [433]. [434].
- Nonsberger Märtyrer. [43].
- Nordhausen. [338]. [339];
- Necr. [438].
- Norwegen, Necrolog. [460].
- Nota de unct. Pippini. [127].
- Notae Bronienses [388];
- Notitia de servitio monasteriorum. [206].
- Notker, (972-1005) B. v. Lüttich. [380]-383. [385].
- — balbulus. [60]. [187]. [272]-274. [395].
- — Pfefferkorn. [318].
- Notteln, Necrolog. [447].
- Novalese, Necrolog. [455].
- Nuenar, Graf. [5].
- Nürnberg, Necrolog. [442].
- Oberaltaich, Necrolog. [451].
- Odbert von Utrecht. [390].
- Odelrich (961-969) Erzb. v. Reims. [411].
- Odilo, Abt v. Cluny. [422].
- — von St. Médard. [199].
- Odo, Abt von Cluny. [422].
- — Abt v. Glanfeuil. [300].
- Odorannus von Sens. [419].
- Odulf, Custos von St. Riquier. [301].
- Oehringen, Necrolog. [443].
- Ohtrich, Otricus, Magd. Lehrer. [351].
- Oliva, Necrolog. [449].
- Olmüz, Necrolog. [444].
- Opatowitz, Necrolog. [443].
- Origo et exordium gentis Francorum. [168].
- — gentis Langob. [164].
- — Suevorum. [333].
- Orléans, Necrolog. [458].
- Orosius. [80].
- Ortwinus Gratius. [6].
- Osnabrück, Necrolog. [447].
- Ossiach, Necrolog. [450].
- Ostertafeln. [55]. [58].
- Ostgothen [65] ff.
- Ostrau, Necrolog. [413].
- Otgar (825-847) Erzb. v. Mainz. [242].
- Otger, Paladin Karls. [174].
- Otricus. [258].
- Otto I. [315]-317;
- Otto Frisingensis. [2]. [5].
- Ottobeuern, Necrolog. [442].
- Otwin (954-984) B. d. Hild. [346]. [364].
- — Abt v. Gent. [385].
- Ovidius de vetula. [6].
- Pacificus, Archidiaconus. [310].
- Paderborn. [253];
- Necrol. [445].
- Pairis, Necrolog. [454].
- Palacky. [30].
- Palermo, Necrolog. [457].
- Panegyricus Berengarii [311].
- Papebroch. [10].
- Paris. [108]. [299];
- Necrol. [457].
- Paschasius Radbertus. [251].
- Passau. [50]. [290]. [291]. [405]. [406];
- Necrol. [451].
- Passio Adalberti Prag. [353]. [354];
- Paulinus (787-802) Patr. v. Aquil. [151]. [216].
- Paullini. [14].
- Paulus, Erzb. v. Rouen. [300].
- — Diaconus. [152]. [163]-171;
- — Lang. [3].
- Pavia. [157].
- Pegau, Necrol. [448].
- Pelplin, Necrolog. [449].
- Pertz. [20]-22.
- Petershausen. [398];
- Necrolog. [440].
- Petrus Damiani. [436].
- — Diaconus de SS. ill. [86].
- — Gallus Wagner. [87].
- — Luder. [2].
- — subd. Neap. [308].
- — Pisanus. [152].
- — de Vinea. [6]. [5]
- Peutinger. [4]. [5]. [7].
- Pez, B. u. H. [13].
- Pfävers, Verbrüderungsbuch. [64].
- Piacenza, Necrolog. [456].
- Picho. [277].
- Piligrim (971-991) B. v. Passau. [405].
- Pirmin. [275]. [374].
- Pirna, Necrolog. [448].
- Pistoja, Necrolog. [456].
- Planctus Caroli. [216].
- Podlasitsch, Necrolog. [443].
- Poeta Saxo. [256].
- Polling, Necrolog. [442].
- Pomesanien, Necrolog. [449].
- Pont-à-Mousson, Necrolog. [453].
- Pontificale Romanum. [59].
- Poppo (1016-1047) Erzb. v. Trier. [402].
- — (941-961) B. v. Würzb. [316].
- Porphyrius. [44].
- Potthast. [10]. [17]. [32].
- Prag. [435];
- Necrolog. [443].
- Pregitzer. [14].
- Presbyter Ultraject. [136].
- Primordia Gandeshem. [336].
- Prologus legis Salicae. [90].
- Prosper. [81];
- Cont. Havn. [84].
- Prudentius. [294].
- Prüfening, Necrolog. [451].
- Prüm. [257]-259. [364];
- Necrol. [453].
- Purchard II, Abt von St. Gallen. [395].
- — von Reichenau. [387].
- Radbert Paschasius. [251].
- Radbod (899-907) B. v. Utrecht. [375]. [376].
- Radegunde. [91].
- Rado cancellarius. [163].
- Radulfus de Diceto. [87].
- — Tartarius. [418].
- Raitenbuch, Necrolog. [451].
- Raitenhaslach, Necrolog. [450].
- Ramwold, Abt von St. Emmeram. [402].
- Ranke, L. [29].
- Ranshofen, Necrolog. [452].
- Ratbod (883-915) Erzb. v. Trier. [257].
- Ratgar, Abt v. Fulda. [231]. [232].
- Ratherius. [379]. [380].
- Ratleik. [183]. [222].
- Ratpert, Mönch in St. Gallen. [268]. [269]. [272]. [273].
- Ratram, Mönch in Corbie. [251].
- Raumer, Fr. von. [29].
- Ravenna. [55]. [309].
- Reccheo. [234].
- Regensburg. [86]. [122]. [289]. [401]-403;
- Necrol. [451].
- Regimar, Priester. [221].
- Reginbald, Bibl. v. St. Emm. [404].
- Reginbert (834-835) B. v. Hild. [345].
- — Bibl. in Reichenau. [276]. [287].
- Regino v. Prüm. [257]. [259]-262.
- Reginold (966-989) B. v. Eichstedt. [406].
- Regum Merov. geneal. et cat. [168].
- Reichenau. [147]. [276]-287. [392]. [393]. [396]-398;
- Reichsannalen. 190 ff.
- Reims. [296]. [407]-416;
- Necr. [457].
- Relatio S. Richarii. [173].
- — S. Vedasti. [297].
- — S. Walarici. [388].
- Remigius v. Auxerre. [301]. [402].
- Remiremont. [129];
- Necrolog. [453].
- Renatus Profuturus Frigeridus. [96].
- Rettberg. [39]-41.
- Retz, Necrolog. [452].
- Revelatio Steph. papae. [127].
- Reversio S. Martini. [422].
- Rheinau. [286];
- Necrolog. [441].
- Rhythmische Gedichte. [215].
- Rieburg, Aebtissin. [338].
- Richard, Abt v. Fulda. [418].
- Richarius (922-945) B. v. Lüttich. [259]. [261].
- Richbod (795-804) Erzb. v. Trier. [257]. [369].
- Richer. [413]-416.
- Richthofen. [22].
- Riculf (786-813) Erzb. v. Mainz. [172]. [242].
- Riga, Necrolog. [449].
- Rimbert (865-888) Erzb. v. Hamb. [248]. [249]. [254].
- Rinaudo. [12].
- Ripen, Necrolog. [460].
- Robert (989-1037) Erzb. v. Rouen. [420].
- Rochus v. Ilsenburg. [344].
- Rodbert (930-956) Erzb. v. Trier. [365]. [409].
- Rodoin, Probst. [199].
- Rodrad, Mönch in Corbie [250].
- Rösler. [17].
- Rolandswerth, Necrolog. [455].
- Rom. [305]. [306]. [429]. [430]. [456].
- Rommersdorf, Necrolog. [453].
- Ronneburg, Necrolog. [449].
- Rorico. [110].
- Rosenthal, Necrolog. [438].
- Rostock, Necrolog. [447].
- Roswey, Heribert van. [10].
- Rotenhan. [5].
- Roteln. [64].
- Roterius. [103].
- Rotger (917-930) Erzb. v. Trier. [365].
- Roth, Necrolog. [441].
- Rothschild. Necrolog. [460].
- Rouen. [108]. [114];
- Necrol. [458].
- Rudolf v. Fulda. [227]. [228]. [238]. [239].
- Rudpert. Mönch v. Reichenau. [398].
- Rüxner. [8].
- Rufinus. [52].
- Ruinart. [11].
- Ruodlieb. [327].
- Ruopert, Mönch v. Mettlach. [366].
- Ruotger von Coeln. [361].
- Ruotpert (883-897) B. v. Metz. [369]. [379].
- Rupert v. Salzburg. [121]. [122].
- Ruppertsberg. Necrolog. [438].
- Saint-Amand. [142]. [407].
- — Avold. [373].
- — Bavon. [384]-388.
- — Benoît-sur-Loire. [416]-418.
- — Bertin. [382]. [388].
- — Claude. [294].
- — Denis. [107]. [109]. [110]. [127]. [203]. [387]. [388]. [458].
- — Evre. [377]. [378].
- — Evroul (Utica). [458];
- de Mortaing. [458].
- — Germain-des-prés. [112]. [299]. [457].
- — Ghislain. [387]. [388].
- — Hubert. [265].
- — Jean-de-Maurienne. [455].
- — Martial. [301].
- — Martin de Séez, Necr. [458].
- — — de Tours. [160]. [458].
- — Mary-de-Forcalquier, Necr. [455].
- — Maur.-des-fossés, Necr. [458].
- — Maurice. [103].
- — Médard. [211].
- — Mihiel. [377].
- — Omer. [392].
- — Pierre bei Mâcon, Necrol. [454].
- — Remi. [413].
- — Riquier. [173]. [213]-215. [301].
- — Robert de Cornillon, Necr. [454].
- — Trond, Necrolog. [446].
- — Vaast, [297]. [457].
- — Vannes, Necrolog. [453].
- — Wandrille. [220].
- Sainte-Foy-de-Longueville. [458].
- Salem, Necrolog. [440].
- Salerno, Necrolog. [457].
- Salomo III. (890-920) B. v. Const. [274]. [275].
- Salvianus. [46].
- Salzburg. [121]. [122]. [149]. [188]. [291]. [292]. [324]. [401]. [449].
- Samland, Necrolog. [449].
- Samuel (Beornrad) Erzb. v. Sens. [235].
- — (841-856) B. v. Worms. [235].
- Sanct Andrä, Necrolog. [452].
- — Arnulf, Metz. [257]. [369]. [370].
- — Blasien, Necrolog. [440].
- — Emmeram. [289]. [402]-404. [451].
- — Florian. [42];
- Necrolog. [452].
- — Gallen. [64]. [119]. [120]. [236]. [268] bis 275. [287].
- — Georgen, Necrolog [440].
- — Jacob auf d. Donnersberg. [438].
- — Jacob, Lüttich. [391].
- — Lambrecht, Necrolog. [450].
- — Maximin. [363]. [364]. [367]. [369]. [452].
- — Michael, Hild. [347]-348. [350]. [444].
- — Pantaleon. [362].
- — Paul im Lavantthal, Necrol. [450].
- — Peter bei Freiburg, Necrol. [440].
- — Peter, Salzburg [121]. [450].
- — Poelten, Necrolog. [452].
- — Symphorian, Metz. [373].
- — Urban, Necrolog. [441].
- — Vincenz, Metz. [373].
- Sancta Maria de Abundantia, Necr. [455].
- — — de Gualdo, Necr. [457].
- Sant Andrea. [429]-431.
- Schachdorf, Necrolog. [441].
- Schaffhausen, Necrolog. [441].
- Schienen, Kloster. [285].
- Schmauss. [10].
- Schmerlenbach, Necrolog. [438].
- Schoenau, Necrolog. [453].
- Schoenenwerd, Necrolog. [441].
- Schorkel, Siegmund. [7].
- Schottenmönche. [115]-121. [124]. [125]. [153]. [266]. [268]. [271].
- Schussenried, Necrolog. [441].
- Schwarzach, Necrolog. [443].
- Schwarzenbach, Necrolog. [441].
- Seckau, Necrolog. [450].
- Secundus von Trient. [165].
- Sedulius Scottus. [266].
- Seedorf, Necrolog. [441].
- Seitz, Necrolog. [450].
- Seldenthal, Necrolog. [451].
- Seligenpforten, Necrolog. [451].
- Seligenstadt, Necrolog. [438].
- Seltz. [423].
- Semler. [17].
- Sens. [419]. [420]. [457].
- Seon, Necrolog. [450].
- Sermo de S. Ferrutio. [240].
- Servatus Lupus. [236]. [258]. [301].
- Severin. [44]-50. [308].
- Severus Sulpitius. [57]. [101].
- Sichardus. [7].
- Sickel. [24].
- Siegburg, Necrolog. [445].
- Siena, Necrolog. [456].
- Sigebertus de SS. eccl. [86].
- Sigehard, Mönch von St. Maximin. [364].
- Sigeward. [253].
- Sigloard. [216].
- Sigulf, Abt v. Ferrières. [160]. [163].
- Sindelfingen, Necrolog. [411].
- Sion, Necrolog. [441].
- Sirmond. [9].
- Sitten, Necrolog. [455].
- Smaragdus, Abt. [326].
- Sobius, Jacob. [6].
- Soest. [362].
- Solenhofen. [282].
- Sophia, Aebt. v. Gand. [336].
- Soupher, Gervasius. [5].
- Speier. [323]. [324]. [438].
- Spital, Necrolog. [452].
- Staatskalender, röm. 54 ff.
- Stabius. [3]. [5].
- Stablo. [259]. [265]. [267]. [383].
- Starchand (933-966) B. v. Eichstedt. [406].
- Steffanus, Magister. [165].
- Stein, Freih. vom. [17]-20. [28].
- Steinen, Necrolog. [441].
- Steingaden, Necrolog. [442].
- Stenzel. [29]. [30].
- Stepelin von St. Trond. [386].
- Stephan (901-920) B. v. Lüttich. [379].
- — v. Novara. [316]. [317].
- — Mönch von St. Pantaleon. [362].
- Stetten, Necrolog. [441].
- Strassburg. [208]. [398]. [399]. [439].
- Struve, B. G. [16].
- Stumpf, K. F. [31].
- Sturm, Abt v. Fulda, [230].
- Sulpicius, Alexander. [96];
- Severus [62].
- Suntheim, Ladislaus. [3].
- Surius, Laurentius. [9].
- Symeon, Mönch. [310].
- Symmachus. [66].
- Syrus v. Cluny. [422].
- Tabula Peutingeriana. [4].
- Tacitus. [36].
- Tado. Erzb. v. Mailand. [310].
- Tagino (1004-1012) Erzb. v. Magdeb. [352].
- Talloires, Necrolog. [455].
- Tarentaise, Necrolog. [455].
- Tatto, Lehrer in Reichenau. [277]. [279]. [280].
- Tegernsee. [123]. [364]. [403];
- Necr. [451].
- Tengnagel. [9].
- Tennenbach, Necrolog. [441].
- Tentzel. [14].
- Teuffel. [33].
- Thännikon, Necrolog. [441].
- Thangmar. [346]-349.
- Thegan. [208]. [209]. [258].
- Theoderich, K. d. Ostgothen. 65 ff.;
- Gesta. [72].
- Theodericus (965-984) B. v. Metz. [371].
- Theodofrid, Abt v. Corbie [111].
- Theodorus. [284].
- Theodulf, B. v. Orl. [153].
- Theofrid v. Echternach. [115]. [133].
- Theophano, Kaiserin. [320].
- Thérouanne, Necrolog. [457].
- Thiatbrat, Bischof. [245].
- Thierhaupten, Necrolog. [442].
- Thietgaud (847-863) Erzb. v. Trier. [257].
- Thietmar (1009-1018) B. v. Merseb. [355]-360.
- Thomas, Lehrer. [294].
- Tiel an der Waal. [390].
- Timo, Pfalzgraf. [288].
- Tobel, Necrolog. [441].
- Toeppen. [30].
- Toul. [268]. [377]. [378].
- Tournai, Necrolog. [457].
- Tours, Necrolog. [458].
- Traditiones Corbejenses. [252].
- Translatio Adelphi. [287];
- — Baltechildis. [300];
- — Fortunatae. [285];
- — Januarii. [285];
- — Magni. [284];
- — Patrocli. [362];
- — Sebastiani. [199]. [211];
- Trient, Necrolog. [456].
- Trier. [257]. [259]. [363]-366. [452].
- Trithemius. [2]. [8].
- Troyes, Necrolog. [458].
- Tuggen, Necrolog. [441].
- Tulle, Necrol. [459].
- Turin, Necrolog. [455].
- Tutilo. [272].
- Tuto (894-920) B. v. Regensb. [289].
- Udalgis, Lehrer. [405].
- Udalrich (924-973) B. v. Augsb. [399] bis 401.
- Udalschalk (Augsb.). [288].
- Udine, Necrolog. [456].
- Uffing. [253]. [345].
- Ughelli. [11].
- Ulmar von St. Vaast. [297].
- Ulrich, Graf v. Ebersberg. [321].
- — von Hutten. [6].
- Undersdorf, Necrolog. [451].
- Ursberg, Necrolog. [442].
- Urspring, Necrolog. [441].
- Usuardus. [60].
- Utrecht. [132]. [133]. [244]. [374]-377. [389] bis 391;
- Necrol. [446].
- Vegetius. [219].
- Venantius Fortunatas. [91]. [92]. [113].
- Ventimiglia, Necrolog. [455].
- Verbrüderungsbücher. [64]. [269].
- Vercelli, Necrolog. [455].
- Verden, Necrolog. [444].
- Verdun. [267]. [377];
- Necrol. [453].
- Verona. [310]-312. [456].
- Versus aevi Carol. [215];
- Sax. [327].
- — de Adalberto. [354]; de Boboleno [117];
- — Johannis sapientis. [300].
- Victor Cartenensis. [83].
- — Sangallensis. [399].
- — Tunnunensis. [83].
- Victurius. [58].
- Vienne, Necrolog. [454].
- Villars, Necrolog. [454].
- Virgil (767-784) B. v. Salzburg. [121] bis 123.
- Visbeck, Necrolog. [447].
- Visio Baronti. [278];
- Vita abb. Agaun. [103];
- Abbonis Flor. [417];
- Adalberonis Aug. [287];
- Adalberonis II. Mett. [373];
- Adalberti Prag. [354]. [435];
- Adalberti diac. [366];
- Adalhardi. [251];
- Agili. [116]. [123];
- Alcuini. [163];
- Amandi. [115];
- Angilberti. [174]. [175];
- Aniani. [97];
- Anselmi Non. [433];
- Ansfridi. [375];
- Anskarii. [248];
- Antonii Lirinensis. [48];
- Arnoldi. [188];
- Arnulfi Mett. [129];
- Athanasii. [308];
- Attalae. [116]. [118];
- Audoeni. [114].
- — Balderici II. Leod. [392];
- — Cadroae. [372];
- — Dagoberti III. [114];
- — Eigilis. [233]. [234];
- — Faronis. [112];
- — Galli. [119]. [120]. [270];
- — Hadriani Non. [433];
- — Idae. [253]. [345];
- — Lamberti. [264]. 379, metr. [408];
- — Macharii. [386];
- — Nili. [435];
- — Rabani. [238];
- — Salabergae. [116];
- — Theodardi. [265];
- — Walae. [251];
- Vivian, Graf. [300].
- Völkertafel, fränkische. [111].
- Vorau, Necrolog. [450].
- Vreden, Necrolog. [447].
- Wachler. [33].
- Wadilcoz, Reichenauer Mönch. [276].
- Waitz. [23]. [24]. [33]. [34].
- Wala. [250].
- Walahfrid. [209]. [270]. [276]-281.
- Walbeck. [356].
- Walcaud in Trier [260].
- Wald, Necrolog. [441].
- Waldo (884-906) B. v. Freising. [274]. [275]. [288].
- — Abt v. Schwarzach u. St. Maximin. [236]. [258].
- — Abt v. St. Gallen, Reichenau, St. Denis. [269]. [276].
- Waldram, Mönch in St. Gallen. [273]. [275].
- Waltcaud (810-831) B. v. Lüttich. [265].
- Waltharius. [174]. [395].
- Walther. [30].
- Walther von Speier. [323].
- Wandalbert v. Prüm. [60]. [258].
- Warin, Abt v. Corvey. [250]. [251].
- Warnerius von St. Ouen. [420].
- Wattenbach. [24]. [28]. [33].
- Watterich. [32].
- Wechel. [7].
- Wedinghausen, Necrolog. [446].
- Weihenstephan. [288].
- Weiland, L. [23].
- Weingarten, Necrolog. [441].
- Weissenau, Necrolog. [441].
- Weissenburg [340];
- Necrolog. [438].
- Weltenburg. [64]. [451].
- Wenau, Necrolog. [446].
- Werden. [245]. [246]. [253]. [345];
- Necrolog. [446].
- Werinhar (1001-1029) B. v. Strassburg. [319].
- Wessobrunn. [404]. [442].
- Westgothen. 79 ff.
- Wettin [120]. [278]. [279].
- Wettingen, Necrolog. [441].
- Wetzlar, Necrolog. [453].
- Wiblingen, Necrolog. [441].
- Wicfrid (962-984) B. v. Verdun. [377].
- Wicterb, Agilolfinger. [155].
- Wido, ital. Grammatiker. [407].
- Widukind v. Corvey. [328]-333.
- Wien, Necrolog. [452].
- Wienhusen, Necrolog. [444].
- Wigand, Pfarrer. [258].
- Wigbert, Abt v. Fritzlar. [241].
- Wigo v. Feuchtwangen [400].
- Wiker, Abt v. St. Maximin. [364].
- Wildeshausen. [239].
- Wilhering, Necrolog. [452].
- Will, Cornelius. [31].
- Willehad (787-789) B. v. Bremen [246].
- Willehelm (954-968) Erzb. v. Mainz. [367]. [368]. [393].
- Willibald (745-781) B. v. Eichstedt. [137].
- — v. St. Victor. [135].
- Willibert (870-889) Erzb. v. Coeln. [263].
- Willibrord. [132].
- Willico, Prager Domprobst. [354]. [436].
- Willisau, Necrolog. [441].
- Wilten, Necrolog. [450].
- Windberg, Necrolog. [451].
- Winidharius. [156].
- Wipert, Gefährte Bruns. [355].
- Wisby, Necrolog. [460].
- Witgar (887) B. v. Augsburg. [223].
- Witger, Flandr. Priester [389].
- Wittingau, Necrolog. [443].
- Wizo. [158]. [160].
- Woeltingerode, Necrolog. [444].
- Wolfgang (972-994) B. v. Regensb. [401]. [402].
- Wolfhard v. Herrieden. [61]. [290].
- Worms. [392];
- Necrolog. [438].
- Würzburg. [124]. [134]. [289]. [290]. [316];
- Necrol. [442].
- Wurmsbach, Necrolog. [441].
- Zeitz, Necrolog. [448].
- Zeumer. [23]. [27].
- Zürich. [272]. [373];
- Necrol. [441].
- Zurzach. [397]. [441].
- Zwiefalten, Necrolog. [441].
Buchdruckerei von Gustav Schade (Otto Francke) in Berlin N.