Schluß.

Nachdem in dem Verzeichniß von Krankheiten nur diejenigen Uebel angeführt sind, die unter meinen Augen hundertfältig geheilt worden, bleibt mir noch übrig, einige Worte über solche Leiden hinzuzufügen, die mir zwar in meiner zehnjährigen Praxis nicht vorgekommen sind, deren Heilung ich jedoch durch die Anwendung des Medicaments für sehr wahrscheinlich erachte.

Der Einfluß und die wohlthätige Wirkung der Einreibung des Kopfes auf das Gehirn sind erwiesen; es läßt sich daher annehmen, daß alle nervösen Fieber sich glücklich mit unserm Medicament behandeln lassen werden. Aus eben diesem Grunde bin ich auch überzeugt, daß man ein überraschendes und günstiges Resultat erzielen würde, wenn, wie ich schon oben angeführt, sich die Herren Aerzte und Vorsteher von Irrenhäusern ein Mal dazu entschließen könnten — wozu natürlich in den ersten 100 Jahren keine Aussicht ist — allen Irren tüchtig den Kopf mit unserm Mittel waschen zu lassen.

Da ich gesehen habe, wie kräftig das Medicament den traurigen Wirkungen der Bisse giftiger Schlangen vorgebeugt hat, wäre es vielleicht möglich, daß es sich auch mit Glück gegen den Biß toller Hunde gebrauchen ließe. Möchte doch ein Menschenfreund gelegentlich einen Versuch damit machen und das Ergebniß zur Abstellung der verhängnißvollen Folgen und zum Besten der leidenden Menschheit öffentlich bekannt machen.

Die Heilkräfte des Medicaments bei allen äußern Verletzungen und die ihm innewohnenden antientzündlichen Eigenschaften sind erwiesen. In der Regel treten bei Arm- und Beinbrüchen Entzündungen ein. Diese werden sicher vermieden werden, wenn man das zerbrochene Glied mit unserm Mittel fleißig einreibt und es mit angefeuchteten Tüchern umwickelt. Wie viel schlaflose Nächte und unsägliche Schmerzen könnte man in Hospitälern denjenigen ersparen, bei denen man bisher nicht im Stande war, den in Folge eines Bruches eintretenden Entzündungen Einhalt zu thun. Aber nicht nur in den Hospitälern sollte man das Mittel zur Anwendung bereit halten, sondern auch in allen Fabriken, Werkstätten und bei allen Gelegenheiten, wo äußere Verletzungen oft vorkommen, denn, wie überhaupt bei allen Mitteln, wirkt auch dies unmittelbar nach der Verletzung am sichersten und stärksten. — Auch bei allen entzündlichen Fiebern kann das Mittel ohne Frage angewendet werden.

Krätze dürfte sich durch Einreiben und Einnehmen wohl vertreiben lassen, doch dürfte mit vieler Beharrlichkeit dabei zu Werke gegangen werden müssen.

Auch Gelbsucht möchte dem Mittel weichen, wenn man sich ein Mal vor dem Schlafengehn den Kopf damit einriebe und es mehrere Tage hinter einander des Morgens einnähme. Doch will ich meine Leser nicht länger mit Vermuthungen aufhalten, und lieber die Mittheilung neuer Erfahrungen einer neuen Auflage dieser kleinen Schrift vorbehalten.

Daß mein Mittel sich nur langsam Bahn gebrochen, und von Aerzten sogar heftigen Widerspruch gefunden hat, war mir nicht unerwartet; es ist ja mit allen großen und einfachen Erfindungen oder Entdeckungen, von denen die Menschheit später den größten Nutzen gezogen, so gegangen. Die Buchdruckerkunst war den abschreibenden Mönchen ein Gräuel, — die jetzt unentbehrlichen Kartoffeln mußten die Regierungen den Landleuten mit Gewalt auffdringen, u. dgl. Aber was wirklich groß und nützlich ist, dringt endlich durch, und so wird es auch mit meinem Medicament gehn. Was der schnelleren Verbreitung desselben gewiß sehr hinderlich sein mag, ist der Umstand, daß ich es nicht für einen hohen Preis verkaufe, sondern unentgeltlich jedem Leidenden reiche. Nachdem man sich vergebens von Seiten der Aerzte bemühte, mir den Vorwurf des Eigennutzes zu machen, ist man endlich auf die absurde Behauptung gekommen, ich besäße in Frankreich große Branntweinbrennereien, und hätte das »Mährchen vom Franzbranntwein« erfunden, um den Absatz desselben zu befördern. Es ist kaum nöthig, anzuführen, daß sich weder auf meinen französischen Gütern, noch in der Nähe derselben eine Brennerei befindet, und daß meine Entdeckung mir bisher nur Geld gekostet und nichts eingebracht hat, als das wohlthuende und mir völlig genügende Gefühl, armen Leidenden in vielen Fällen geholfen zu laben.

Ich weihe daher dieses Buch meinen unbemittelten Mitmenschen, die nicht Geld genug haben, einen theuern Arzt zu bezahlen, und nicht Zeit genug, sich seinen langwierigen Kuren zu unterziehen, und wiederhole zum Schluß die Versicherung, daß unser besprochenes Mittel nie schadet, stets lindert und oft heilt.

Inhalt.

Seite
Vorwort[3]
Allmähliche Entdeckung der Heilkräfte des Medicaments[7]
Zubereitung des Medicaments[10]
Anwendung des Medicaments[11]
Verzeichniß derjenigen Krankheiten, welche im Laufe von zehn Jahren durch die Anwendung des Medicaments geheilt worden sind, nebst Angabe der Behandlungsweise[14]
Schwindel[—]
Andrang des Blutes nach dem Kopf[—]
Kopfschmerzen[15]
Augenentzündung[—]
Hirnentzündung[—]
Zahnschmerz[16]
Ohrenschmerz oder Ohrenzwang[—]
Harthörigkeit oder Taubheit[17]
Zahngeschwüre[—]
Ausschlag im Gesicht oder auf dem Kopf[—]
Wechselfieber und Fieberanfälle überhaupt[—]
Kolik[19]
Cholera[—]
Bräune und Halsentzündung[—]
Unterleibsentzündung[20]
Seitenstiche[—]
Rheumatismus[21]
Gicht und rheumatische Gichtanfälle[—]
Verbrühungen und Brandwunden[22]
Frostbeulen[—]
Heftige Nervenzufälle, Delirium[—]
Krebsschäden[24]
Lungenentzündung[26]
Schwindsucht[—]
Asthma[28]
Schnupfen, Husten und Erkältungen[—]
Durchfall[29]
Verrenkungen und Verstauchungen[—]
Lähmungen durch Schlaganfälle[—]
Bisse von giftigen Schlangen[30]
Wespen- und Bienenstiche[—]
Die Rose und alle Arten von Entzündungen[31]
Tic douloureux[32]
Gallenübel[—]
Alte Schäden und offene Wunden[—]
Kalter Brand[34]
Beulen und Geschwüre[—]
Schnittwunden[—]
Nagelgeschwüre oder Wurm[35]
Lendenreißen und Rückgrathschmerzen[—]
Indigestion oder Unverdaulichkeit[—]
Anwendung des Medicaments bei Kindern[—]
Schluß[36]

Anmerkungen zur Transkription

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