509. O that I had a thousand voices

Johann Mentzer, 1658-1734

Tr. Catherine Winkworth, 1829-78

1.

O dass ich tausend Zungen hätte

Und einen tausendfachen Mund,

So stimmt’ ich damit in die Wette

Vom allertiefsten Herzensgrund

Ein Loblied nach dem andern an

Von dem, was Gott an mir getan!

2.

O dass doch meine Stimme schallte

Bis dahin, wo die Sonne steht,

O dass mein Blut mit Jauchzen wallte,

So lang es noch im Laufe geht!

Ach wäre jeder Puls ein Dank,

Und jeder Odem ein Gesang!

3.

Was schweigt ihr denn, ihr meine Kräfte?

Auf, auf, braucht allen euren Fleiss

Und stehet munter im Geschäfte

Zu Gottes, meines Herren, Preis!

Mein Leib und Seele, schicke dich

Und lobe Gott herzinniglich!

4.

Ihr grünen Blätter in den Wäldern,

Bewegt und regt euch doch mit mir!

Ihr schwanken Gräschen in den Feldern,

Ihr Blumen, lasst doch eure Zier

Zu Gottes Ruhm belebet sein

Und stimmet lieblich mit mir ein!

5.

Ach alles, alles, was ein Leben

Und einen Odem in sich hat,

Soll sich mir zum Gehilfen geben,

Denn mein Vermögen ist zu matt

Die grossen Wunder zu erhöhn,

Die allenthalben um mich stehn.

6.

Dir sei, o allerliebster Vater,

Unendlich Lob für Seel und Leib;

Lob sei dir, mildester Berater,

Für allen edlen Zeitvertreib,

Den du mir in der ganzen Welt

Zu meinem Nutzen hast bestellt.

7.

Mein treuster Jesu, sei gepriesen,

Dass dein erbarmungsvolles Herz

Sich mir so hülfreich hat erwiesen,

Und mich durch Blut und Todesschmerz

Von aller Teufel Grausamkeit

Zu deinem Eigentum befreit.

8.

Auch dir sei ewig Ruhm und Ehr

O heiligwerter Gottes-Geist,

Für deines Trostes süsse Lehre,

Die mich ein Kind des Lebens heisst.

Ach wo was Gut’s von mir geschicht,

Das wirket nur dein göttlich Licht.

9.

Wer überströmet mich mit Segen?

Bist du es nicht, o reicher Gott?

Wer schützet mich auf meinen Wegen?

Du, du, o starker Zebaoth.

Du trägst mit meiner Sündenschuld

Unsäglich gnädige Geduld.

10.

Vor andern küss ich deine Rute,

Die du mir aufgebunden hast.

Wie viel tut sie mir doch zu Gute,

Und ist mir eine sanfte Last;

Sie macht mich fromm und zeigt dabei,

Dass ich von deinen Liebsten sei.

11.

Ich hab es ja mein Lebetage

Schon so manch liebes Mal gespürt,

Dass du mich unter viele Plage

Recht wunderbarlich hast geführt.

Denn in der grössesten Gefahr

Ward ich dein Trostlicht stets gewahr.

12.

Wie sollt ich nun nicht voller Freuden

In deinem steten Lobe stehn?

Wie sollt ich auch im tiefsten Leiden

Nicht triumphierend einhergehn?

Und fiele auch der Himmel ein,

So will ich doch nicht traurig sein.

13.

Drum reisz ich mich jetzt aus der Höhle

Der schnöden Eitelkeiten los,

Und rufe mit erhöhter Seele:

Mein Gott, du bist sehr hoch und gross;

Kraft, Ruhm, Preis, Dank und Herrlichkeit

Gehört dir jetzt und allezeit.

14.

Ich will von deiner Güte singen,

Solange sich die Zunge regt,

Ich will dir Freudenopfer bringen,

Solange sich mein Herz bewegt.

Ja, wenn der Mund wird kraftlos sein,

So stimm’ ich doch mit Seufzen ein.

15.

Ach nimm das arme Lob auf Erden,

Mein Gott, in allen Gnaden hin!

Im Himmel soll es besser werden,

Wenn ich bei deinen Engeln bin.

Da sing’ ich dir im höhern Chor

Viel tausend Halleluja vor.

A popular hymn of praise and thanksgiving, written in 1704, shortly after the author’s home was destroyed by fire! Our version is a selection of stanzas 1, 4, 5, and 15, of the original 15.

The author, Johann Mentzer, was for 38 years a pastor at Kemnitz, Saxony, and belonged to the more conservative Pietistic school of hymn writers. He is the author of 34 hymns, many of them of high merit.

For comments on the translator, Catherine Winkworth, see [Hymn 236].

MUSIC. O DASS ICH TAUSEND ZUNGEN HÄTTE was composed by Johann Balthasar König, 1691-1758, director of music in several churches in Frankfurt-am-Main. The tune appeared in Harmonischer Liederschatz, Frankfurt, 1738, where it is set to the hymn, “Ach sagt mir nichts von Gold und Schätzen.” The Harmonischer Liederschatz, edited by König, is the most comprehensive chorale-book of the 18th century. It contains 1940 tunes, including several of König’s own compositions.