563. Strive aright when God doth call thee
Johann J. Winckler, 1670-1722
Tr. Catherine Winkworth, 1829-78
1.
Ringe recht, wenn Gottes Gnade
Dich nun ziehet und bekehrt,
Dass dein Geist sich gantz entlade
Von der Last, die ihn beschwert.
2.
Ringe, denn die Pfort’ ist enge,
Und der Lebensweg ist schmal;
Hier bleibt alles im Gedränge,
Was nicht zielt zum Himmelssaal.
3.
Kämpfe bis aufs Blut und Leben,
Dring’ hinein in Gottes Reich;
Will der Satan widerstreben,
Werde weder matt noch weich.
4.
Ringe, dass dein Eifer glühe,
Und die erste Liebe dich
Von der ganzen Welt abziehe,
Halbe Liebe hält nicht Stich.
5.
Ringe mit Gebet und Schreien,
Halte damit feurig an;
Lass dich keine Zeit gereuen,
Wär’s auch Tag und Nacht getan.
6.
Hast du dann die Perl’ errungen,
Denke ja nicht, dass du nun
Alles Böse hast bezwungen,
Das uns Schanden pflegt zu tun.
7.
Nimm mit Furcht ja deiner Seele,
Deines Heils mit Zittern wahr,
Denn in dieser Leibeshöhle
Schwebst du stündlich in Gefahr.
8.
Halt ja deine Krone feste,
Halte männlich, was du hast.
Recht beharren ist das Beste,
Rückfall wird zur schweren Last.
9.
Lass dein Auge ja nicht gaffen
Nach der schnöden Eitelkeit;
Bleibe Tag und Nacht in Waffen,
Fliehe träge Sicherheit.
10.
Lass dem Fleische nicht den Willen,
Gib der Lust den Zügel nicht;
Willst du die Begierden stillen,
So verlischt das Gnadenlicht.
11.
Fleisches Freiheit macht die Seele
Kalt und sicher, frech und stolz;
Frisst hinweg des Glaubens Oele,
Lässt nichts, als ein faules Holz.
12.
Wahre Treu führt mit der Sünde
Bis ins Grab beständig Krieg,
Richtet sich nach keinem Winde,
Sucht in jedem Kampf den Sieg.
13.
Wahre Treu liebt Christi Wege,
Steht beherzt auf ihrer Hut,
Weiss von keiner Fleischespflege,
Hält sich selber nichts zu gut.
14.
Wahre Treu hat viel zu weinen,
Spricht zum Lachen: du bist toll;
Weil es, wenn Gott wird erscheinen,
Lauter Heulen werden soll.
15.
Wahre Treu kommt dem Getümmel
Dieser Welt niemals zu nah;
Denn ihr Schatz ist in dem Himmel,
Drum ist auch ihr Herz allda.
16.
Dies bedenket wohl, ihr Streiter!
Streitet recht und fürchtet euch;
Geht doch alle Tage weiter,
Bis ihr kommt in’s Himmelreich.
17.
Denkt bei jedem Augenblicke,
Ob’s vielleicht der letzte sei;
Bringt die Lampen in’s Geschicke,
Holt stets neues Oel herbei.
18.
Liegt nicht alle Welt in Bösen?
Steht nicht Sodom in der Glut?
Seele, wer soll dich erlösen?
Eilen, eilen ist hier gut.
19.
Eile, wo du dich erretten,
Und nicht mit verderben willst;
Mach dich los von allen Ketten,
Fleuch, als ein gejagtes Wild!
20.
Lauf der Welt doch aus den Händen;
Dring’ in’s stille Zoar ein;
Eile, dass du mögst vollenden
Mache dich von allem rein.
21.
Lass dir Nichts am Herzen kleben,
Fleuch vor dem verborg’nen Bann,
Such in Gott geheim zu leben,
Dass dich nichts beflecken kann.
22.
Eile, zähle Tag und Stunden,
Bis der Heiland dir erscheint,
Und wenn du nun überwunden,
Ewig sich mit dir vereint!
23.
Eile, lauf’ ihm doch entgegen,
Sprich: mein Licht, ich bin bereit
Nun mein Hüttlein abzulegen,
Mich dürst’t nach der Ewigkeit.
24.
Mich verlangt bei dir zu wohnen,
Jesu! teurer Gottes Sohn,
Ach führ mich zum Himmelsthrone,
Setz’ mir auf die Lebenskron’.
Based on the following scripture passages: (1) Stanzas 1 to 5, Luke 13:24: “Strive to enter in at the strait gate; for many, I say unto you, shall seek to enter in, and shall not be able;” (2) stanzas 6 to 15, Philippians 2:12: “Work out your own salvation with fear and trembling;” (3) stanzas 16 to 24, Genesis 19:15-22: “Haste thee, escape thither,” and the story of Lot’s flight from Sodom.
Johann J. Winckler was a Lutheran pastor of the early Pietistic group. After receiving his education in the University of Leipzig, he held important church posts in the city of Magdeburg, climaxed by his appointment as chief preacher at the Cathedral. He made enemies in Magdeburg on several occasions, first, by his stand against theater-going, and afterwards, by his well-meant though futile attempt to bring about a closer union between the Lutheran and Reformed Churches in Prussia. But he bore his opposition with Christian patience and fortitude. His hymns, all of them lengthy, are distinguished by a firm faith and earnestness. They represent the better productions of the early Pietistic writers of Germany.
Our version is a translation of stanzas 1, 13, and 16, by Miss Winkworth, from her Chorale Book for England, 1863. For comments on Catherine Winkworth see [Hymn 236].
MUSIC. RINGE RECHT first appeared in Freylinghausen’s Gesangbuch, 1714, and later in Johann Thommen’s Musikalischer Christenschatz, Basel, 1745, set to Winckler’s hymn from which it derives its name. The tune appears in a number of hymn books, sometimes with slight adaptations, and given such names at “Batty,” “Turnan,” and “Invitation.” The composer remains anonymous.