4.

Auf, spute dich, Kosak, befohlen ist die Eile dir!

Im alten, hohen Schloß nicht klein ist die Veränd’rung schier.

Der Herr Wojwod, den stets der Meinung Zwiespalt schied vom Sohne,

Pflog lange Rede jetzt mit ihm in huldvoll gnäd’gem Tone.

Noch kürzlich hatte neuer Hader sie entzweit, gekränkt,

Und jeden Plan zerstört und jede Lust mit Gift getränkt,

Selbst Tränen herb, die glüh’nder Stolz und der Verzweiflung Schmerzen

Dem Sohn erpreßt, sie fanden keinen Weg zum Vaterherzen.

Nun ist’s schon anders in dem Schloß: Unmut, Betrübnis schwanden;

Es glänzet Fürstenprunk, der Ahnen Pracht ist neu erstanden,

Und in der Höflinge und Diener Schwarm, den überreichen,

Und in der Pagen Kreis, der Ritter von des Hauses Zeichen,

Ins große Prunkgemach, das lange war dem Aug entrückt,

Kommt eben jetzt der Herr Wojwod herunter reich geschmückt;

Und als wetteifernd Jeder laut dies seltne Glück erhob,

Schien er doch mehr vom Sohn entzückt, als durch das eitle Lob!

In seinen ruh’gen Zügen fand man schwer die Spuren heft’gen

Tief inneren Gefühls: die Glieder sah man nur, die kräft’gen,

Der Rede äußern Pomp, des hohen Namens reichen Schimmer;

Was er im Innern barg, blieb allen nachtbedeckt für immer.

Doch jetzt, ob notgedrängt, ob plötzlich tief bewegt im Herzen,

Bracht er mit Zärtlichkeiten Balsam lang gehegten Schmerzen;

Und als er in der Stille mit dem Sohn Beratung hielt,

Da sah man, wie ein Lächeln um das ernste Antlitz spielt:

Im Auge blitzte wilder Freude flüchtige Verklärung,

Wie wenn den langgenährten Wünschen endlich wird Erhörung;

Wie wenn von Geistesdrucke, von ermüdend schwerem Laufen

Sich jemand eine Weil erholt, sei’s — auf Ameisenhaufen:

Erholet? — ach! er legt vielleicht die glüh’nde Stirn nur nieder,

Wo tausend Dornenspitzen harren seiner müden Glieder.