5.

Indessen ging’s am Dorf vorbei fernab gebahnten Wegen,

Und immer tiefer jagten sie steppein auf wüsten Stegen,

Wo Wind der Sämann ist und Zeit die Garbenwenderin,

Nicht Gier die Ernte hält, nicht Fleiß sich bückt zur Erde hin,

Die jungfräulichen Reize der Natur in Einsamkeit

Glückselig still erblühn, von Menschenhänden unentweiht,

Wo nur der Himmel sie umfängt und ringsum weit und breit

Ein buntgefärbtes Meer sich dehnt von Fruchtbarkeit.45

Ein Schiffer drauf, führt hier der greise Held den Heeresbann.

Des Weges Richtung, endlos, zeigt der Sonne Lauf ihm an.

Das hohe Gras bricht um, das Schilfrohr knickt, die Blumen alle

Sie neigen ihre Balsamstirn der Hufe schwerem Falle.

Jedoch den grauen Schnurrbart rühret nicht der Duft, der milde,

Des süßen Atems Wollust dringt nicht in die Brust, die wilde.

Krieg nimmt die Seele ein; Ehrfurcht dem Staub, der hier gefei’t

Im Heimatsboden liegt, und Rache dem, der ihn entweiht!

Auch ließ er, als es galt der Tatarn Schliche aufzuspüren,

Die irrgewundnen, sich von heißer Kampflust nicht verführen,

Wohl wissend, daß im Dickicht hin und her nach allen Seiten,

Ein trügerisches Merkmal, unerforschte Wege leiten.46

Er schnitt vielmehr querdurch ihr künstlich Netz und lächelt schlau,

Dem Jäger gleich, der seines Tieres sicher ist im Gau.

Dann teilte er die Schaaren in zwei Hälften ab zur Zeit,

Mit klüglich vorbedachter List zu gleichem Zweck bereit.

Die eine, welche bleibt, grüßt mit der Mütze noch der Held

Und mit der andern biegt er ab ins unermeßne Feld.

Im Dickicht blüh’nder Disteln47 sind die Recken schon versteckt

Und liegen ohne Roß auf rote Erde hingestreckt;

Sie kriechen fort, wie Büsten anzuschaun, auf blut’gen Bahnen, —

Verschwunden wie im Wasser sind die Mützen schon und Fahnen.