Threnodie VII

Unsel’ger Kleiderstaat, bei dem ich Leid empfinde,

Von meinem liebsten Kinde!

Wozu müsst ihr auf euch die trüben Blicke kehren,

Mein Leid noch zu vermehren?

Nie wieder hüllt in euch sie ihre zarten Glieder,

Nein, niemals, niemals wieder!

Es hält der ew’ge Schlaf sie eisern, hart umfangen.

Nie wieder wird sie prangen

In buntem Sommerkleid, goldfarbnen Gürteln, Bändern,

Der Mutter Liebespfändern!

Nicht solche Lagerstatt, mein teures Mädchen, hätte

Die Mutter dir als Bette,

Die arme, zugedacht, nicht solch ein Angebinde

Versprach sie ihrem Kinde!

Ein Hemdlein gab sie bloß, ein schlichtgewebtes Röcklein,

Der Vater Erdenbröcklein

Dir unters Köpfchen. Ach! Nun ruhn sie im Vereine,

Versperrt in einem Schreine!