26. Gott, Schöpfer und Herr der Welt! Gib, daß der kommende neue Monat uns langes Leben und Segen, Ruhe und Friede, Glück und Wohlfahrt bringe. Gewähre uns Nahrung und Unterhalt aus deiner vollen, offenen und milden Hand und bewahre uns vor jeder Sorge und jeder Not. Erhalte uns in Liebe und Anhänglichkeit zu dir, und lasse uns größer werden an Tugend und Weisheit. Behüte uns in deiner Gnade vor allen bösen Zufällen, und erfülle die frommen Wunsche unseres Herzens, wenn sie zu unserm Heile sind.
Amen!
Ein anderes Gebet bei der Verkündigung des Neumondes.
27. Mein Gott! Laß mich den Anfang und das Ende des kommenden Monats erleben in Kraft und Gesundheit! Sende mir (meinen Eltern) deinen Beistand, daß ich (sie) an ihm für meine (ihre) Bedürfnisse zu sorgen vermag (vermögen) in Redlichkeit und Ehren! Halte fern von mir und den Meinigen Gefährdung und Beschämung! Mögen die Wünsche meines Herzens in ihm erfüllet werden, so sie dir, o Herr, wohlgefallen. Dein Reich der Wahrheit und der Liebe werde im Laufe desselben gefördert, auf daß die Zeit der frohen Verheißung immer näher an uns heranrücke: ein Vater im Himmel, eine Bruderfamilie auf Erden!
Amen!
Am Sabbat-Nachmittag.
28. Laß mich abermals dir danken, o du Allgütiger, für diesen schönen Tag, den du der Ruhe geweiht hast, und an dem meine ganze Seele in dir Ruhe finden soll. Keine Sorge und kein Schmerz beunruhigen mich; denn dieser Tag erinnert mich ja daran, daß du die Welt aus nichts erschaffen, und er verkündigt mir deine Allmacht und deine Weisheit: wie sollte ich da mich nicht getrost deiner Leitung und Führung überlassen?—Du bist ja mit mir, was sollte ich da fürchten? Und kann nicht auch das mich über den Sklavensinn der Welt emporheben, daß ich gedenke, daß du uns aus dem Sklavenjoche Ägyptens befreit hast, auf daß wir deine Diener wurden? Ja, in dir soll meine Seele Ruhe finden, und sie soll aus der Fülle deiner Liebe schöpfen, auf daß ich einen jeden hoch schätzen lerne, der in deinem Bilde geschaffen worden, daß auch seine Seele heute Erquickung finde. Ja, selbst die vernunftlosen Tiere sollen heute Ruhe genießen. In dir ruhen soll meine Seele, und du hast mich ja selbst gelehrt, wie deine Ruhe recht gefeiert werde; denn am Sabbat ertönte ja dein Wort vom Sinai, durch welches das Reich des Lichtes weithin über die Erde sich ausbreitete. Ja, und wenn ich auch heute nichts an irdischen Schätzen gewinne, welch ein großer Reichtum ist mir doch im Sabbat zuteil geworden! Ist er es ja, der meine Seele von der Mühe des Lebens befreit, ein wahres Bild des ewigen Sabbats, an dem der Geist eine heilige, himmlische Ruhe in dir genießen soll.—O, mein Dank steige zu Gott empor! und du mein Gott,»durchforsche mich und prüfe meine Gedanken, und bin ich auf schlechtem Wege, so leite du mich auf den rechten Pfad hin«, auf daß ich dir in aller Ewigkeit danke. Gepriesen werde dein Name, Hallelujah!
Amen!