„In großen Umrissen vermag ich es Ihnen mitzuteilen. Wir brauchten einen Menschen, dessen Natur äußerst gesund, aber auch schmiegsam und anpassungsfähig ist, der für die verschiedenartigsten Arbeiten Fähigkeiten besitzt, durch möglichst wenig persönliche Bande an die Erde geknüpft und so wenig wie möglich individualistisch veranlagt ist. Unsere Physiologen und Psychologen legten dar, daß der Uebergang aus den Lebensbedingungen Ihrer Gesellschaft zu den Lebensbedingungen der unseren, die sozialistisch organisiert ist, für den einzelnen Menschen äußerst schwer sei und eine besonders günstige Anpassungsfähigkeit erfordere. Menni entdeckte, daß Sie diese Ansprüche besser erfüllten, als andere.“
„Und Mennis Ansicht war für Sie alle maßgebend?“
„Ja, wir haben völliges Vertrauen in sein Urteil. Er ist ein Mensch von hervorragenden Kräften und klarem Verstand, der sich äußerst selten irrt. Auch besitzt er mehr Erfahrungen und eine engere Verbindung mit den Erdenmenschen, als irgendeiner von uns; er hat als erster diese Verbindungen angeknüpft.“
„Wer eröffnete die Verbindung zwischen den Planeten?“
„Dies war nicht das Werk eines Einzelnen, sondern vieler. Die Minus-Materie wurde schon vor etlichen zehn Jahren entdeckt. Doch vermochten wir sie anfangs bloß in geringer Menge herzustellen, bedurften hierzu der Kraft äußerst vieler Fabrikskollegen, um die Mittel zu finden, durch die sie in größeren Mengen gewonnen werden konnte. Dann galt es, die Technik der Gewinnung und Entwicklung der radiumausstrahlenden Stoffe zu vervollkommnen, um den Motor des Aetheroneff herstellen zu können. Dies nahm ebenfalls viele Kräfte in Anspruch. Auch die klimatischen Verhältnisse zwischen den Planeten verursachten große Schwierigkeiten: die furchtbare Kälte, sowie die brennende Sonnenhitze, die Unmöglichkeit, die umhüllende Luft zu temperieren. Desgleichen war die Berechnung des Weges sehr schwer; es unterliefen dabei Fehler, die man nicht hatte voraussehen können. Mit einem Wort: die früheren Expeditionen nach der Erde endeten mit dem Tod aller Teilnehmer, bis es endlich Menni gelang, die erste erfolgreiche Expedition zu organisieren. Jetzt jedoch gelang es uns unlängst, dank seiner Methode, auch die Venus zu erreichen.“
„Wenn dem so ist, dann ist Menni wahrlich ein großer Mensch“, sprach ich.
„Wenn es Ihnen beliebt, einen Menschen, der tatsächlich viele und gute Arbeit geleistet hat, so zu nennen.“
„Nicht dies wollte ich sagen: viele und gute Arbeit vermögen auch vollkommen gewöhnliche Leute zu leisten, genaue, pflichttreue Menschen. Menni jedoch ist offensichtlich etwas ganz anderes: er ist ein Genie, ein schöpferischer Mensch, der Neues gibt und die Menschheit vorwärts bringt.“
„Was Sie da sagen, ist unklar und unrichtig. Jeder Arbeiter ist ein schöpferischer Mensch, aber in jedem Arbeiter schaffen die ganze Menschheit und die Natur. Besaß denn Menni nicht alle Versuche vorhergegangener Geschlechter, und auch die seiner Zeitgenossen, benützte er nicht bei jedem Schritt seiner Arbeit diese Versuche? Gab ihm die Natur nicht alle Elemente, alle von ihr hervorgebrachten Kombinationen? Hat nicht gerade der Kampf des Menschen gegen die Natur den lebendigen Anstoß zu neuen Kombinationen gegeben? Der Mensch ist persönlich, – aber sein Werk ist unpersönlich. Der Mensch stirbt früher oder später, – das Werk jedoch bleibt im unermeßlich sich entwickelnden Leben bestehen. Hierin gleichen sich alle Arbeiter, der Unterschied besteht nur darin, was von ihrem Schaffen sie überlebt, was im Leben weiterbesteht.“
„Ja, aber zum Beispiel: der Name eines Menschen wie Menni stirbt nicht zusammen mit ihm, sondern lebt weiter in der Erinnerung der Menschheit, während unzählige andere Namen völlig verschwinden.“